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    Interleukin-22 erhöht die angeborene Abwehrkraft

    Immunzellen des Körpers senden lösliche Botenstoffe (Interleukine) aus, um die Kommunikation unter einander aufzunehmen und die Immunantwort des Körpers auf Eindringlinge wie Bakterien, Viren, Pilze und allergisierende Stoffe zu regulieren. Bislang sind mehr als 20 derartige Botenstoffe bekannt. Ein neuer ist im Jahr 2000 entdeckt worden: das sogenannte Interleukin-22 (IL-22). Er wird vor allem von bestimmten Immunzellen – aktivierten T-Zellen und Natural-Killer-Zellen – produziert.

    Über die Funktion von IL-22 war bis dahin wenig bekannt. Dann hat eine Arbeitsgruppe um Dr. Robert Sabat mit Immunologen und Dermatologen der Charité und der Schering AG mehr Licht in das Dunkel gebracht. Ihre Untersuchungen veröffentlichten die Forscher im Fachblatt "Immunity" (Ausgabe 2/2004).

    Die Wissenschaftler fanden heraus, dass IL-22 nicht wie andere Interleukine als Kommunikator zwischen Immunzellen wirkt und auch nicht die Vermehrung und die Aktivität von Abwehrzellen (T-Zellen, B-Zellen, Monozyten) anregt. Vielmehr fördert es die unspezifische Abwehrkraft der Gewebe.

    Wie Kerstin Wolk sagt, ist IL-22 das erste Interleukin, dass zwar in Immunzellen gebildet wird, aber ausschließlich auf Gewebezellen wirkt. Das ist besonders wichtig für Gewebe, die ständigen Kontakt mit der Außenwelt haben. Dazu gehören die Haut und die Schleimhäute des Atem- und des Verdauungstraktes sowie die Leber, die Nieren und die Bauchspeicheldrüse.

    In diesen Geweben finden sich Zellen, die in großer Zahl Andockstellen (Rezeptoren) für IL-22 auf ihrer Oberfläche tragen. Die Zahl dieser Rezeptoren wird während einer Entzündung erhöht. Je mehr IL-22 auf die Zellen einwirkt, desto mehr werden diese Zellen angeregt, sogenannte Defensine zu bilden. Defensine sind kleine Peptide und wirken wie natürliche Antibiotika - also Stoffe, die eindringende Keime vernichten können. Defensine gehören also zur unspezifischen – das heißt, nicht mit speziellen Immunzellen verbundenen – Abwehrkraft des Körpers.

    Besonders empfänglich für IL-22 sind Hautzellen. In diesen Zellen werden daher auch viele Defensine gebildet - und zwar besonders stark in den Zellen von Patienten mit chronischen Hauterkrankungen wie der Schuppenflechte.

    Es scheint, als wehre sich der Körper mit Hilfe von Defensinen gegen Keime, die durch die ständig entzündete Haut leicht eindringend können. Dabei spielt das IL-22 wahrscheinlich eine herausragende Rolle. Diese Zusammenhänge dürften, so Dr. Sabat, für die zukünftige Behandlung von Hautkrankheiten und anderen chronischen Leiden Bedeutung erlangen.

    Quelle: idw, 18.08.04


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