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Psoriasis - mein Werdegang

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Ich hatte eine Anfrage seitens der Moderation erhalten, inwieweit sich mein Status verändert hat - weil ich längere Zeit nicht mehr hier aktiv war.

Gut - gerne eine Antwort von mir, vielleicht hilft es ja wirklich jemandem (etwas).

Anfangs war der Ausbruch der Schuppenflechte für mich geradezu erschreckend. Zwar hatte ich in früheren Jahren vereinzelt mal kleine schuppige Flecken an verschiedenen Hautpartien - Schienbeine, Bauch etc. In Ebenol + fand ich aber eine Salbe, die immer gut wirkte, im Gegensatz zu anderen. Ein paar Tage später waren die immer wieder verschwunden.

Nach einem "Zusammenklappen", auch beruflich bedingt allerdings begann die Psoriasis plötzlich so richtig zu blühen. Haut vor allem an Beinen, Armen, Hüfte stark flächig betroffen, Handinnenflächen und Fußsohlen schorfig, hart und rissig. Dazu Fingernägel gelb und bröselig (peinlich), Kopfhaut mit Krusten und Haarausfall (ebenfalls peinlich).

Lange Zeit richtig frustig und deprimierend, ich habe viele Versuche unternommen, dem entgegen zu steuern. Sonnenbäder, Meersalz-Bäder, Lotionen, Urea-Salben und immer meine bewärte Ebenol-Salbe (+Cortison), die als einzige tatsächlich partiell ein bißchen Wirkung zeigte.

Nach 1-2 Jahren verflüchtigten sich die Symptome langsam, blieben sporadisch aber präsent. Kopfhaut erholte sich wieder weitgehend, ist aber nach wie vor empfindlich, Jucken und zu starke Trockenheit bekämpfe ich weiterhin mit Ebenol-Salbe. Fingernägel wieder fast vollständig normal, nur noch minimale Verhornungen der Nagelhaut außen am rechten Daumen.

Haut an der Oberseite der Unterarme ist immer noch merkwürdig empfindlich. Schuppige Haut darf ich dort nicht groß schubbern, kratzen, sonst bilden sich sofort dunkle, rötlich-violette Hautunterblutungen, die allerdings nach wenigen Tagen wieder verschwinden.

Einen äußerst unangenehmen "Rückfall" hatte ich vor ca. 1 Jahr. Plötzlich starker Juckreiz (den ich bis dahin überhaupt nicht kannte) vor allem an Oberschenkeln und Bereich Unterkörper/Hüfte. Sehr, sehr andauernd quälend (über 1-2 Wochen ertragen) und beim Kratzen bildeten sich spontan große Quaddeln, die sich glücklicherweise innerhalb von einer halben Stunde wieder zurück bildeten. Rettung war hier meine Nachbarin (Arzthelferin), die mir eine Folie mit Loratatin (Antiallergikum/Heuschnupfen etc.) ihrer Tochter brachte. Seit dem lasse ich nichts mehr auf die, in alternativen Kreisen oft verachtete Pharmabranche kommen. Denn bereits 15-20 Minuten nach Einnahme der ersten Tablette war der Juckreiz plötzlich komplett verschwunden - unglaubliches Glücksgefühl. Der Versuch, das nach 1-2 Wochen wieder abzusetzen war nicht so prickelnd, Juckreiz stellte sich wieder leicht ein. Ich nehme das Zeug seitdem regelmäßig (1 Tabl./Tag) und muß feststellen, daß die anderen leichten Symptome ebenfalls offenbar weniger gravierend geworden sind. Wobei ich bei dieser Beurteilung aber auch skeptisch bin - die Psoriasis ist einfach unberechenbar, ein langsam fortschreitender Ausschleichungsprozess ohne jede Medikation ist ebenso denkbar. 

Eines aus der Zeit habe ich gerne beibehalten: ich verwende zum Waschen/Duschen und Haare waschen nach wie vor rein vegane Seifen, stark rückfettend. Die sind zwar auch kein Wundermittel, aber zumindest angenehmer und schonender für die Haut/Kopfhaut. Bilde ich mir zumindest ein. Vielleicht aber würde ich bei Nutzung meines früher üblichen Alpecina-Shampoos auch keinen Unterschied merken? Wer weiß...

Ich habe viel, auch in diversen Foren über die Psoriasis gelesen, auch viele Erfahrungsberichte von Betroffenen, viel Tips und Ratschläge, Theorien und Therapien. Darunter auch manche abstruse und geradezu haasträubende Beiträge, aber meistens emphatische und manchmal wirklich hilfreiche. Und letztere zeichneten sich vor allem dadurch aus, daß sie die Psoriasis als das akzeptierten und annahmen was sie ist: eine nach wie vor weitestgehend unerklärliche Erkrankung (Syndrom) mit sehr individueller Ausprägung. Die Betroffenen können weniger auf konkrete oder gar verläßliche Therapien "zur Heilung" hoffen, sondern profitieren mehr von der psychologischen Unterstützung beim Weg mit der Psoriasis oder im günstigen Fall aus der Psoriasis.

Wobei nicht unerwähnt bleiben darf, daß es durchaus in besonders schweren Fällen sehr gut wirkende medikamentöse, systemisch wirkende Therapien gibt. Ein Bekannter von mir hatte sich zu einer dieser nicht risikofreien Therapien entschlossen, weil die Ausprägungen bei ihm wirklich unerträglich extrem waren. Verschorfung, aufbrechende Verhornungen und Juckreiz am gesamten Körper. Die genauen Einzelheiten kann ich momentan nicht mehr wiedergeben, nur soviel: Zwingend waren über den gesamten Zeitraum umfangreiche Blutuntersuchungen und andere Checks. Das Ergebnis war dann aber durchschlagend. Er betrachtet sich bis heute als "geheilt".

Ich fürchte, daß mein Beitrag Betroffenen zwar nicht unbedingt groß helfen kann, aber vielleicht etwas mehr Hoffnung...  

 

Bearbeitet ( von Lupe)

Hervorgehobene Antworten

Hallo Lupe, ich für meinen Teil, finde es immer wieder gut zuhören, wie die pso sich verhält... Man fühlt sich verstanden, wenn man weiß auch beim anderen geht's mal bergauf und bergab... 

Schön, dass du Claudia Anfrage gefolgt bist. 

Das Forum kann ein Stückchen Wohlbefinden sein, wenn man die anderen kennen und schätzen lernt. 

Auch sind manchmal kontroverse Diskussionen angenehm um die eigene Position zu überdenken... 

 

Lass dich doch einladen, wieder öfter mal rein zu schauen und mit zu schreiben und lesen. Gib uns eine Chance dich kennen zu lernen. ☺️

LG Supermom

Bearbeitet ( von Supermom)

  • 1 Monat später...
Am 21.4.2020 um 21:48 schrieb Lupe:

Ich fürchte, daß mein Beitrag Betroffenen zwar nicht unbedingt groß helfen kann, aber vielleicht etwas mehr Hoffnung...  

Hallo @Lupe

Danke trotzdem fürs Aufschreiben, denn auch Hoffnung ist für viele so wichtig, wenn sich die Psoriasis mal wieder richtig austobt. 

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