Die Rheuma-Liga Rheinland-Pfalz lädt zu einer Online-Veranstaltung über "Rheuma bei Kindern" ein. Die Veranstaltungen finden online über Microsoft Teams statt, so dass Betroffene aus ganz Deutschland teilnehmen können.
Referen ist Dr. Boris Hügle, Chefarzt der Kinder- und Jugendrheumatologie im Rheumazentrum Rheinland-Pfalz.
Anmeldungen gehen an: info@rheuma-liga-rlp.de
Die Veranstaltung ist kostenlos.
06.05.2026 14:00
Hallo Ihr,
jetzt brauche ich leider Euren Rat. Hier meine Geschichte:
Ich leide seit meinem 18. Lebensjahr an Psoriasis. Bereits seit einigen Jahren habe ich immer wieder mal Gelenkschmerzen, meist waren es die Knie aber auch mal die Füße, Hüften und die Rippen. Die Beschwerden verschwanden zumeist nach einiger Zeit wieder, wegen der Rippenschmerzen hatte ein Arzt ein Hyperventilationssyndrom diagnostiziert.
Das letzte Jahr war nun wegen einer schweren Erkrankung unseres Kindes emotional sehr belastend und ich bekam zunächst einen Schub der Haut. Dann kamen auch zunehmend Rückenschmerzen hinzu und seit Juli 2012 plötzlich ein geschwolles Gelenk am Zeigefinger. Da es sich nur um das Grundgelenk handelte, dachte ich zunächst an eine Verstauchung obwohl ich mich an eine solche nicht erinnern konnte. Die Beschwerden waren auch nicht durchgehend stark, sie verschwanden zwischendurch immer wieder einmal, so dass ich jedesmal glaubte es würde von allein wieder verschwinden.
Im Urlaub im August bekam ich zusätzlich dann einen sehr sonderbaren Hautausschlag an Armen, Stamm und Oberschenkeln, der fast wie die Ringelröteln aussah, allerdings nicht juckte oder schuppte. Gleichzeitig fingen die Seiten und die Fersen meiner Füße nach Belastung (Spaziergang) stark an zu schmerzen, so dass ich einige Zeit kaum laufen konnte. Ich hatte Gliederschmerzen, fühlte mich steif und krank und der Finger pochte.
Ich ging zum Arzt, der aufgrund der Symptomatik zunächst eine Ringelröteln Infektion vermutete. Er nahm umfangreiche Blutuntersuchungen vor, alle Ergebnisse waren jedoch negativ. (Parvovirus B19, Rheumafaktor, CRP, CCP, Entzündungsparameter, HLB27, ANAI, Borrelien etc.).
Der Hautausschlag zeigte sich immer wieder, verschwand nach ein paar Tagen, tauchte dann nach einiger Zeit wieder auf- meist begleitet von einem fiebrigen Gefühl und Gelenkschmerzen. Mein Hausarzt vermutete nun eine PSA.
Eine im November 2012 veranlasste Röntgenuntersuchung zeigte laut Radiologen eine aufgetriebene Gelenkkapsel mit Erguß allerdings ohne Beeinträchtigung des Knochens.
Eine MRT Untersuchung ohne Kontrastmittel folgte im Januar 2013, wobei ich eine der ersten Patienten war, die das neuangeschaffte MRT-Gerät testen durfte, die Prozedur dauerte 75 Minuten statt der sonst üblichen ca. 20-40 Minuten, weil das Team sich mit dem Gerät noch nicht auskannte... Der Radiologe diagnostizierte anschließend ein Weichteilödem, sowie ein diskretes Spongiosaödem im MC2-Köpfchen. Er sagte mir aber, dass Knochen und Weichteilstrukturen unauffällig seien.
Die abschließende Beurteilung lautete ''Im D2-MCP Zeichen einer Arthritis/Periarthritis ohne Anhalt für errosive Veränderungen. Initialbefund einer rheumatischen Erkrankung möglich bei sonst jedoch regelrechtem Befund.''
Da wir kurz darauf eine Familienrehabilitation antreten mussten, bekam ich von meinem Orthopäden Arcoxia verschrieben mit der Auflage es eine Woche lang einzunehmen und - falls es nichts helfen sollte - am Ort der Reha wieder einen Orthopäden aufzusuchen.
Nun, was soll ich sagen. Es half nicht. Im Gegenteil, es stellten sich zusätzlich noch heftige Schmerzen im Rippenbogen und hinter bzw. unter dem Brustbein ein. Wohl auch bedingt durch das andere Bett in der Rehaklinik konnte ich vor Schmerzen nicht mehr schlafen, fühlte mich nach dem Aufstehen total steif und wie verprügelt. Die Beschwerden besserten sich bei Bewegung etwas. Die Klinikärzte überwiesen mich nun zu einem renommierten Handchirurgen, der auf eine eigene Röntgenuntersuchung bestand und anschließend meinen Radiologen als blind bezeichnete. Er diagnostizierte periartikuläre Geröllzysten und eine ausgeprägte Entzündung der Gelenkkapsel, nahm nochmals Blut ab (mit den gleichen Ergebnissen wie zuvor) und überwies mich in eine Klinik zum erneuten MRT, diesmal mit Kontrastmittel.
Ich hatte zudem das große Glück an eine hervorragende Hautärztin überwiesen zu werden, die sich ganz viel Zeit für mich nahm und meine Pso-Therapie dann komplett neu einstellte. Sie sah sich auch den sonderbaren Ausschlag genau an. Ihrer Meinung nach sei er Anzeichen einer heftigen Autoimmunreaktion unter der Haut, genauer gesagt, würden sich Antikörper in den Blutgefäßen ablagern und das Exanthem verursachen.
Beim MRT wurde dann die Diagnose des Handchirurgen bestätigt und festgestellt, dass zudem ein ausgeprägter ossärer Reizzustand besteht, der Knorpel weitestgehend verschwunden sei, die Gelenkkapsel aufgetrieben und rissig und auch Sehnen und Bänder in Mitleidenschaft gezogen sind. Fazit war, dass ''der Befund prinzipiell mit einer Arthritis im Rahmen der Psoriasis vereinbar'' sei.
Nun sind wir wieder zuhause und mein Hausarzt hat mich zur weiteren Abkärung an die Rheumaambulanz der Uniklinik Freiburg überwiesen. Dort soll u.a. eine Szintigrafie vorgenommen werden. Trotz seiner Bitte um einen frühstmöglichen Termin mit von ihm begründeter Dringlichkeit habe ich dort leider erst in ca. 4 Monaten einen Termin bekommen. Bis dahin soll ich Diclofenac, Arcoxia oder Ibuprofen 600 einnehmen. Ich habe nicht den Eindruck, dass das Diclofenac, das ich momentan nehme wirklich hilft. Ich kann zwar nachts etwas besser ''schlafen''- es hilft also schon etwas gegen die Schmerzen in Brustkorb, Rücken und Beinen, der Finger ist aber nach wie vor geschwollen und schmerzhaft. Mein Hausarzt, der auch Internist ist (allerdings kein Rheumatologe) hat eine Basistherapie mit MTX vorgeschlagen, zuvor soll jedoch die genaue Abklärung erfolgen.
Meine Frage an Euch: Ist es sinnvoll so lange zu warten und die ganze Zeit NSAR einzunehmen? Ich mache mir Sorgen, da die Zerstörung des Fingergrundgelenks so schnell erfolgt ist und habe Angst, dass auch benachbarte Strukturen unwiederruflich geschädigt werden bzw. andere Entzündungsherde im Körper sich verschlimmern. Außerdem habe ich trotz Magenschutz-Tabletten öfter kneifende Bauchschmerzen nach der Einnahme. Was meint Ihr, was soll ich machen?
Sorry für die lange Geschichte...