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Psoriasis Arthritis nur an den Knien? - Widersprüchliche Diagnosen

Sehr geehrte Herr Dr. Markus Rihl,

ich würde Sie gerne um ihren Rat bitten. Ich habe sowohl eine positive wie auch eine negative Diagnose "Psoriasis Arthritis" erhalten und weiß nicht, wie ich mich verhalten und welchem ärztlichen Rat ich folgen soll. Ich möchte eine PSA nicht unbehandelt lassen, andererseits auch nicht irrtümlich weitere MTX oder Biologika nehmen. Vielleicht haben Sie noch eine Idee oder einen Tipp. Herzlichen Dank.

Problematik:

Beide Knie schwellen abwechselnd in verschiedener intensität an (links 3x, rechts 1x), werden warum und dick und laufen mit einer hellen Flüssigkeit voll. Zunächst nach sportlicher Belastung, nunmehr auch in Ruhe. Ich wache morgens auf und ein Knie ist dick. Sport nicht mehr möglich, lange Fußmärsche nicht mehr möglich, Treppensteigen schwierig.

Wirkungslos gegen die Schwellungen: Kühlen, Wickel, Hausmittel, Nichtselektive NSAR, Selektive COX-2-Hemmer, 4-wöchige MTX Einnahme (dann Abbruch wegen zu starken Nebenwirkungen).

Bisher zwei Kniepunktionen dieses Jahr, um die Flüssigkeit heraus zu bekommen.

Anamnese:

29 Jahre, männlich, 15 Jahre intensives Jogging mit leichtem Übergewicht, 15 Jahre keinerlei Probleme bei oder nach dem Jogging, Haut-Psoriasis an diversen Stellen.

Keine Wurstfinger/Zehen, keine Morgensteifigkeit (außer ein dickes Knie :(), keine Schmerzen in Ruhe, keine Besserung der geschwollenen Knie unter Bewegung, keine PSO/PSA in der Familie.

Befunde:

(Haut-)Psoriasis (+), Gesicht, Ellenbogen, Bauchnabel, Intimbereich, keine Nagel-PSO.

Muskelverkürzungen der Quadricepsmuskulatur.

MRT linkes Knie: Fissural imponierende retropatellare Knorpelschäden der medialen und lateralen Facette mit insbesondere am Oberpol vorliegender viertgradiger Laesion und subchondraler Knochenmarksödematisierung partellarseitig. Keine femorotibiale Chondropathie. Keine Bandlaesion. Keine Meniscoppathie.

Kniepunktat unauffällig.

Folgende Blutwerte unauffällig:

AEOS, Alkalische Phosphatase, ALYM, AMON, ANA, ANCAC, ANCAP, anti-CCP, AP, ASEG, Basophile , BORG, BORM , BSG, CBAS, CCP, CK, CKDEPI. Ckges. CR. Crea, CRP, CRPLG, DSDNSG, Eosinophile, ERY, Erythrozyten, Gamma GT, GGT, GOT, GPT, GRF, Hämaglobin, Hämatokrit, HB, HGB, HJS, HKT, HS, kl.BB, Kreatin, LEUK, Leukozyten, Lymphozyten, MCH, MCHC, MCV, Monozyten, MPO, PR3, RDW, RF, Segmentkernige, Serum GPT, THRO, Thrombozyten, TRO, XXBOR.

Weitere bildgebende Verfahren oder sonstige Tests (außer Ertastung und Dehn- und Strecktest durch die Ärzte) wurden nicht gemacht.

Folgende Fachärzte hatten dazu bislang folgende Meinung:

Allgemeinmedizin                -> Verdacht Verschleiß durch Jogging, Fehl- und Überbelastung

Chirurgie & Unfallchirurgie     -> Verdacht Psoriasis Arthritis (PSA)

Orthopädie & Unfallchirurgie    -> Verschleiß durch Jogging, Fehl- und Überbelastung

Haut & Geschlechtskrankheiten   -> Verdacht PSA

Innere Medizin & Rheumatologie  -> Definitiv PSA, MTX verordnet

Orthopädie & Rheumatologie      -> Definitiv keine PSA, Verschleiß durch Jogging, Fehl- und Überbelastung, auf keinen Fall MTX o.ä.

Bearbeitet ( von Schmiddi)
Tippfehler

Hervorgehobene Antworten

Hallo Schmiddi,

eine Kniegelenkschwellung/Ergussbildung istbei einr Psoriasis immer hochverdächtig für eine PsA; sinnvollerweise würde man eine Gelenkpunktion machen und die Flüssigkeit unterm Mikroskop anschauen (sog. Synoviaanalyse, das macht jeder internist. Rheumatologe); diese Untersuchung kann uns sagen, wie hoch die Zellzahl (Leukozyten/ul) ist; bei einem Wert von >2000 würde man eine Arthritis diagnostizieren und behandeln (z.B. Kortison ins Gelenk, Kortison als Tabletten für ein paar Wochen und wieder eine Basistherapie machen, z.B. dann mit Leflunomid oder Otezla, ggf. auch mit einem Biologikum); sollte diese Therapie wirklich gar nichts bringen, müsste man evtl. auch eine OP erwägen, denn eine Knieschädigung liegt ja auch vor, aber evtl. können die Medikamente die Ergüsse wegbekommen und eine OP überflüssig machen. Also jetzt ist ein internistischer Rheumatologe gefragt!

 Alles Gute und herzl. Grüße,

PD Dr. M. Rihl

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