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Psoriasis geht offenbar auch ans Herz
Außer Koprävalenz mit Metabolischem Syndrom werden systemische Entzündungsreaktionen als Ursache angesehen
MÜNCHEN (wst). Auch nach Abgleich bekannter Risikofaktoren haben Patienten mit schwerer Psoriasis ein signifikant erhöhtes Herzinfarkt- und Sterberisiko. Als Ursache für diese Assoziation werden außer einer erhöhten Koprävalenz mit dem metabolischen Syndrom systemische Entzündungsreaktionen erachtet.
In künftigen Studien wird man eine gegen Psoriasis gerichtete Therapie wohl auch daran messen, inwieweit sie das Herzinfarkt- und Sterberisiko senkt, hat Professor Jörg C. Prinz von der Klinik für Dermatologie und Allergologie der Universität München betont. Wie Prinz zur Vorstellung des voraussichtlich Anfang 2009 zugelassenen, gegen die psoriatische T-Zell-Aktivierungskaskade gerichteten Antikörpers Ustekinumab ausführte, hatten Gelfand und Mitarbeiter für eine fünf Jahre überblickende Untersuchung die Daten von fast 600 000 Teilnehmern ausgewertet.
Die zur Kontrolle untersuchten Personen hatten ein mittleres Risiko von 3,6 Herzinfarkten auf 1000 Personenjahre (JAMA 296, 2006, 1735). Adjustiert nach Alter und sonstigen Risikofaktoren, brachten es Patienten mit milder Psoriasis auf 4,0 und Patienten mit schwerer Psoriasis sogar auf 5,1 Herzinfarkte pro 1000 Patientenjahre. Der Unterschied bezüglich des Herzinfarktrisikos zwischen Psoriatikern und Nichtpsoriatikern war bei jungen Patienten wesentlich deutlicher ausgeprägt als bei älteren, so Prinz bei der Veranstaltung des Unternehmens Janssen-Cilag in München.
Proriasis-Patienten leben im Schnitt vier Jahre kürzer
In einer Folgestudie fanden die gleichen Autoren für Menschen mit milder Psoriasis keine erhöhte Sterblichkeit im Vergleich zu Kontrollpersonen mit gesunder Haut (Arch Dermatol 2007, 143/12, 1493). Patienten mit schwerer Psoriasis hatten aber im Vergleich zur Kontrollgruppe eine 1,5-fach erhöhte Sterberate. So starben Männer im Schnitt 3,5 Jahre und Frauen 4,5 Jahre früher als zum Vergleich herangezogene Personen ohne Psoriasis.
Noch haben wir keine zuverlässigen Daten, dass eine effektive Therapie gegen Psoriasis auch das Herzinfarktrisiko und die Sterberate senkt, sagte Prinz. Wir gehen aber davon aus, dass - ähnlich wie es bei Rheumatikern schon nachgewiesen ist - auch bei Psoriatikern ein solcher Zusatznutzen von einigen antientzündlichen oder immunmodulierenden Strategien gegen die Grunderkrankung zu erwarten ist.
quelle: Ärzte Zeitung, 01.08.2008