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  • Claudia Liebram
    Claudia Liebram

    Diese Creme sollte die Zellteilung beruhigen

    Der Wirkstoff hatte (und hat) keinen Namen. Klar war: In der Creme wirkten Hemmstoffe ("Metalloproteinase-Inhibitoren"), die dem Psoriatiker helfen könnten. Diese Hemmstoffe stoppen die übertriebene Teilung der Zellen in der Oberhaut.

    Die "Erfinder" dieser Therapie sitzen an den Universitäten in Bonn und Leeds (England). Was wichtig ist: Giftige Nebenwirkungen haben die Wissenschaftler bislang nicht beobachtet – zumindest in den Zellkulturen, auf die sie die Substanz "losließen".

    Hintergrund des Verfahrens

    Ihren Auftritt haben sAPP alpha und APP. Beides sind Eiweiße ("Proteine"). Zuerst kommt APP auf die Bühne - oder zwecks besserer Erklärung ins Reagenzglas. Eigentlich spielt sich das Drama aber im Körper ab.

    Also: APP ist schon da. Plötzlich kommt ein Enzym dazu - und spaltet das APP. Dabei entsteht sAPP alpha. Dies aber ist ein "böser Geist": Es gibt den Zellen den Befehl, sich zu teilen - was biologisch sinnvoll, gelegentlich aber zu viel ist.

    Also wollten die Wissenschaftler verhindern, dass sAPP alpha überhaupt entsteht. Für diesen Job engagierten sie die oben genannten Hemmstoffe. Und die erfüllten ihn so gut, dass das Verfahren vielversprechend weiterentwickelt werden soll.

    Nämlich: Innerhalb von 24 Stunden ging die Teilung der Zellen – ein an sich normaler und notwendiger Prozess – um 50 bis 60 Prozent auf den Normalwert zurück. All das beobachteten die Mediziner an Hautstückchen, die sie von fünf Schuppenflechte-Patienten "abgenommen" hatten.

    Vorteile der Inhibitoren

    Die Vorteile der Hemmstoffe liegen darin, dass sie nicht ewig wirken: Natürlicherweise lässt ihre Wirkung innerhalb von 72 Stunden nach. Außerdem: Selbst als die Wissenschaftler das Fünffache des Wirkstoffs gaben, traten keine giftigen Nebenwirkungen auf.

    "Die Behandlung mit den Metalloproteinase-Inhibitoren scheint eine neue und sehr vielversprechende therapeutische Option gegen Schuppenflechte zu sein", glaubt daher Professor Volker Herzog von der Uni Bonn. "Wir haben damit sicherlich nicht das Ei des Columbus gefunden – jede Haut reagiert schließlich anders."

    Außerdem lindern die Substanzen lediglich die Symptome – sie bekämpfen nicht das zugrunde liegende Übel: Die ständige Entzündung der Haut wegen permanenter Angriffe vom körpereigenen Immunsystem, auf die die Keratinozyten mit fieberhafter Teilungsaktivität reagieren.

    Weitere Tests folgten

    Später sollte der Wirkstoff an Nacktmäusen getestet werden, denen vorher Hautgewebe von Schuppenflechte-Patienten transplantiert wurde. "In Kürze" sollte das Mittel dann bei lebenden Menschen ausprobiert werden. Erfahrungsgemäß vergehen allerdings zwischen dem "Erfinden" der Therapie und ihrer Zulassung zur täglichen Behandlung mehrere Jahre.

    Einen Artikel mit den Forschungsergebnissen gab es in "Journal of Investigative Dermatology", Jahrgang 123, Heft 3.


    Bildquellen

    • Christina Siemes und Professor Volker Herzog: Frank Luerweg / Uni Bonn

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