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  • Rolf Blaga
    Rolf Blaga

    Bei Xeljanz auf die Lunge achten

    Für das Medikament Xeljanz® gibt es immer wieder Warnhinweise. Dieser Artikel bezieht sich nur auf die Situation in 2019. In 2020 wurde vor schwerwiegenden, auch tödlichen Infektionen und Venen-Thrombosen gewarnt. 2021 ergab eine Sicherheitsstudie ein erhöhtes Risiko für (Lungen-) Krebs und Herzinfarkte. Dazu gibt es einen gesonderten Artikel.

    Patienten, die mit dem Medikament Xeljanz behandelt werden, sollten sofort zum Arzt gehen, wenn sie Beschwerden beim Atmen haben, es in in der Brust oder im oberen Rückenbereich schmerzt, sie Blut aushusten, sie übermäßig schwitzen oder sich ihre Haut bläulich färbt. Darüber informiert die Europäische Arzneimittel Agentur (EMA) in einer Presseerklärung. Der Grund: Die Symptome könnten ein Zeichen für ein Blutgerinnsel in der Lunge sein – eine Lungenembolie. Ärzte sollen alle Xeljanz-Patienten danach fragen, ob sie zu einer Risikogruppe gehören. Denn gefährdete Patienten sollten nur noch vorsichtig mit dem Medikament behandelt werden. Die Gefahr besteht für diejenigen, die 10 mg zweimal täglich einnehmen. Bei Psoriasis Arthritis beträgt die Dosis dagegen nur die Hälfte, also 5 mg zweimal am Tag. Aber über 65-Jährige sollten auch bei der niedrigeren Dosis das Medikament wechseln.

    Xeljanz (Wirkstoff Tofacitinib) gehört zu der Wirkstoffgruppe der JAK-Hemmer. Es wird unter anderem bei Psoriasis arthritis (PsA) und Rheumatoider Arthritis verschrieben. Die Patienten erhalten zweimal am Tag 5 mg des Wirkstoffes. Bei klinischen Prüfungen mit der doppelten Menge (2-mal 10 mg) hat es bei gefährdeten Patientengruppen häufiger Lungenembolien und mehr Todesfälle gegeben. Jetzt ist klar, dass auch bei der niedrigen Dosierung ein erhöhtes Risiko besteht.

    Ende Oktober 2019 hat die EMA veröffentlicht, was eine Arzneimittel-Sicherheitsprüfung ergeben hat: Das Risiko, an einer schwerwiegenden Lungenembolie zu erkranken, ist bei Xeljanz-Patienten gegenüber TNF-Alpha-Hemmer erhöht. Es wird empfohlen, Xeljanz dann zurückhaltend zu verschreiben, wenn Patienten ein höheres Lungen-Embolie-Risiko haben.

    Gefährdet sind Xeljanz-Patienten mit

    • Herzschwäche
    • Krebs
    • erblicher Gerinnungsstörung
    • früherer Lungenembolie
    • Fettleibigkeit (Adipositas)
    • Diabetes
    • Bluthochdruck

    und bei

    • Einnahme von Verhütungsmitteln mit Hormonkombinationen
    • stark eingeschränkter oder aufgehobener Beweglichkeit
    • Rauchern und
    • Älteren (über 65-Jährige sollten Xeljanz nur bei fehlenden Alternativen einnehmen).

    Lungenembolie wird jetzt in der Fachinformation als gelegentlich auftretende Nebenwirkung aufgezählt – sie ist demnach also bei 0,1 bis 1 Prozent der Patienten zu bemerken – oder, anders ausgedrückt, bei 1 bis 10 von 1000 Behandelten. Wohlgemerkt: Damit sind dann alle behandelten gemeint, egal, ob sie zu einer Risikogruppe gehören oder nicht.


    Bildquellen

    • Xeljanz – Wirkstoff: Tofacitinib: Hersteller

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    • Waldfee
      By Waldfee
      Hallo Ihr Lieben,
      ich hatte heute einen Termin beim internistischen Rheumatologen, der auch Oberarzt in unserem Krankenhaus in der Inneren Abteilung ist und endlich für Rheumageplagte eine neue Anlaufstelle ist.
      Er hat gemerkt, daß ich ziemlich über Pso und  PSA Bescheid weiß und mir vorgeschlagen, statt Taltz ein total neues Medikament auszuprobieren, sozusagen „ Versuchskaninchen „ zu spielen. Ich wäre dann die erste Patientin bei ihm damit. Das neue Medi heißt „  Xelianz“ ,in Tabletten 2mal am Tag einzunehmen plus MTX mit Folsäure in kleiner 5 mg Menge. Als Alternative schlug er mir noch Stelara vor.
      Als ich im Internet die Nebenwirkungen las, ist es mir übel geworden. Es kann doch nicht sein, daß ein Oberarztrheumatologe mir mit meinem jetzigen Haut—und Arthritisbild so ein Hammermedikament verschreibt. Das Ergebnis des großen Blutbildes ist erst in 2 Wochen da, dann warte ich bis dahin noch ab. Klar ist für mich, daß ich viel zu große Angst / Respekt vor immunmodulierenden Medis habe. Da muß ich an das harmlose Otezla denken, was von  manchen von Euch auch nicht vertragen wurde.
      Meine Frage: Kennt jemand von Euch dieses neue Medikament? Wie gesagt, es muß mit MTX kombiniert werden. LG Waldfee
    • Saltkrokan
      By Saltkrokan
      in 1-2Jahren wird die Firma Pfizer ein neues Medikament auf den Markt bringen mit dem Wirkstoff Tofacitinib. Im Moment ist es zur Zulassung bei rheumatoider Arthritis beantragt, die Studien für andere Erkrankungsbereiche wie PSO sind abgeschlossen, für andere Bereiche laufen die Studien noch länger.
      Das Medikament soll zweimal täglich eingenommen werden. Das Medikament verspricht ein schnelles anfluten und eine kurze Halbwertzeit.
      Ich habe vergangene Woche während einer Weiterbildung von neuen Antikörpern, Medikamenten etc...erfahren und es kam bei der Vorstellung die Diskussion auf was mag wohl besser sein?? Sich alle 2 Wochen den Antikörper spritzen (Humira, Enbrel etc), Remicade etc.alle 4-6 Wochen infundieren zu lassen oder, täglich die Tabletten zu nehmen.
      Was ist Eure Meinung dazu, das würde mich sehr interessieren....
      Es grüsst Saltkrokan.
    • Bismarck
      By Bismarck
      Hallo zusammen ... die 2-stündige Aufnahmeuntersuchung habe ich hinter mir ... und stehe jetzt doch teilweise zwischen allen Stühlen.
      Das Medikament, dass unter der klinischen Bezeichnung CP-690,550 läuft wurde bisher an 2.300 Menschen weltweit getestet.
      Gestorben ist keiner dran :-), die aufgetretenen Nebenwirkungen sind auch eher harmlos.
      Es ist aber eine: multizentrische,randomisierte,doppelblinde, placebokontrollierte Parallelgruppenstudie der Phase 3 (kurz vor der Zulassung).
      In 19 Ländern werden 1.100 Probanten für die Studie gesucht. Ich werde sicherlich dabei sein, sofern die Blutwerte O.K. sind. Die Lunge
      wurde geröngt, EKG, abhorchen etc. etc. und die Haut begutachtet. Selten hatte ich so einen hohen PASI !!! Die Blutproben werden nun
      nach England geschickt (Pfizer Pharma). Sind alle Werte O.K., so bekomme ich am 16. Mai meine erste Medikation ... und da sind wir bei meinem Problem:
      30% der Probanten bekommen 2 x täglich 5 mg des Medikamentes und 2 x wöchentlich eine Placebo-Spritze
      30% der Probanten bekommen 2 x täglich 10 mg des Medikamentes und 2 x wöchentlich eine Placebo-Spritze
      30% der Probanten bekommen 2 x täglich Placebotabletten und 2 x wöchentlich eine Enbrel-Spritze
      10% der Probanten bekommen 2 x täglich Placebotabletten und 2 x wöchentlich eine Placebo-Spritze, also KEINE Medikation
      Per Computer werden den Probanten eine der 4 Varianten zugelost. Sollte ich die A-Karte ziehen und zu den 10% gehören weiß ich nicht, wie es
      weitergehen soll. Die Studie läuft über 3 Monate. Danach käme ich in eine 5-Jahresstudie und würde sicher das Medikament erhalten, d.h. aber auch
      evtl. 3 Monate ohne jegliche Medikation !!! Wie soll ich das durchstehen ???Ich bin hin- und hergerissen, will aber unbedingt in diese Langzeitstudie.
      Meine Chancen stehen 9:1 ... dann hoffe ich mal auf etwas Losglück ...
      Gruß Reinhard
      =====================================================================================
      Mehr weiß ich aktuell nicht darüber ... ihr könnt aber gerne mal nach CP-690,550 Googlen ...
      Komme ich in die Studie rein, kann ich trotzdem nicht darüber berichten, da ich nicht weiß, was ich bekomme. Hoffentlich nur nicht die A-Karte ... das stehe ich wohl nicht durch.
    • Benbenimben
      By Benbenimben
      Hallo zusammen,
      ich bin seit Dezember 2011 in einer klinischen Studie für das Pfizer Medikament mit dem Wirkstoff Tofacitinib.
      Seit 1,5 Monaten ist die Doppelblindphase abgeschlossen, die bei mir sehr erfolglos war.
      Ich kriege seither das Medikament in der anschließenden Langzeitstudie. Aktuell weiß ich also, dass ich Tofacitinib erhalte.
      Hat aber auch nicht wirklich angeschlagen.
      Ist hier sonst jemand in dieser Anschlussstudie gelandet und kann seine Erfahrungen teilen?
      Sollte das alles bei mir nicht helfen, werde ich am 15. Mai 2012 wahrscheinlich aus der Studie genommen und muss auf andere Biologika gehen, da ich bisher schon Fumaderm und MTX ausprobiert habe.
      Sehr gut wirkten bei mir bisher nur Kuren am Toten Meer. Ich war immer für sechs Monate erscheinungsfrei.
      Zuletzt war ich vor acht Jahren. 80 % meiner Haut sind mit Plaque Psoriasis bedeckt, weil ich so lange schon nicht mehr war.
      Viele Grüße
      UFUK

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