Totes Meer – Urlaub von der Schuppenflechte

Totes Meer Solarium

Totes Meer – das ist für viele Psoriasis-Patienten ein Versprechen; ein Ort, an dem sich ihre Haut einmal von der Schuppenflechte erholen kann. Die Behandlung dort ist sehr vielversprechend. Die meisten kommen mit einer deutlichen Abheilung oder oft sogar mit einer völlig erscheinungsfreien Haut zurück.

Die Behandlung der Schuppenflechte am Toten Meer ist anstrengend. Deshalb kann ein Kuraufenthalt dort nicht als Urlaub betrachtet werden. Die Zeit in der prallen Sonne steigert sich von fünf Minuten bis zu mehreren Stunden. Zwei- bis dreimal am Tag steht ein Bad im Toten Meer an. Danach spült man sich unter der Süßwasser-Dusche ordentlich ab.

Wichtig ist: Es darf sich am Körper nicht eine einzige, noch so winzige „offene Stelle“ finden. Das Salzwasser lässt die Stellen sonst wahnsinnig brennen. Laut verschiedenen Ärzten ist es auch nicht unbedingt das Salzwasser, das der Schuppenflechte hilft, sondern die Kombination aus Klima, Mineralien auch in der Luft und eben dem Wasser.

Eine feste Größe im Stadtbild des Kurortes Ein Bokek in Israel ist das „Solarium“, womit hier ein nach Männern und Frauen getrennter FKK-Bereich gemeint ist, der nur von den Hautkranken genutzt wird, so dass niemand seine Stellen verstecken muss. Hier sind Liegen, Ventilatoren und einige Sonnendächer aufgebaut. In einem eigenen Artikel berichten wir über Erfahrungen mit dem Aufenthalt am Toten Meer  in Jordanien.

Salben am Toten Meer bestehen vor allem aus Vaseline, die die Schuppen löst. Wer eine Psoriasis auf dem Kopf hat, trabt einmal am Tag zur Schwester, um sich die Creme auf dem Kopf einschmieren zu lassen.

Wer irgend kann, sollte sich vor der (Tor-)Tour in Deutschland im Solarium vorsichtig vorbräunen. Dann ist die Sonnenbrand-Gefahr kleiner.

Totes Meer hat auch Nachteile

Doch es gibt auch Nachteile. Der größte ist das Klima. Eigentlich ist es am Toten Meer nur im April und Mai sowie Mitte September bis Mitte Oktober erträglich. Wenn bei uns Sommer ist, sind die Temperaturen am Toten Meer nicht auszuhalten, was 40 bis 45 °C bedeutet. Das Wasser ist dann ebenfalls 40 °C warm – also keine Erfrischung.

Den Flug oder besser die Kontrollen davor kann man getrost auch als Nachteil bezeichnen, denn die Israelis haben schreckliche Angst vor Bombenattentaten, und so fragen sie jedem Gast Löcher in den Bauch, und das nicht immer freundlich.

In den letzten Jahren sind immer mehr Hotels gebaut werden. Damit einher geht ein zuweilen recht lautstarkes „Amüsement“.

Wer für vier Wochen ans Tote Meer fährt, muss sich klarmachen: Im Kurort gibt es nichts als Hotels, kein einziges privates Haus, nur Einkaufszentren, Bars und Imbiss-Läden sorgen da noch für Abwechslung. Die Hotels sind stets bemüht, kleinere und größere Veranstaltungen in ihren Häusern anzubieten. Insgesamt empfiehlt es sich, genügend Literatur oder andere Abwechslung einzupacken.

Wasser muss man am Toten Meer ständig bei sich haben und trinken: drei bis sechs Liter am Tag, und auch dann, wenn man keinen Durst verspürt. Wer nicht genügend Wasser in sich „hineinpumpt“, bekommt einen Kreislaufkollaps.

Kur am Toten Meer beantragen

Krankenkassen zahlen noch immer Kurafenthalte am Toten Meer, korrekt: eine Rehabilitation. Dazu gehe man zunächst zu seiner Krankenkasse und lässt sich einen Antrag auf eine Reha-Maßnahme geben. Nicht abwimmeln lassen! Krankenkassen behaupten oft, sie seien dafür nicht zuständig. Das stimmt nicht.

Mit dem Antrag geht’s zum behandelnden Hautarzt. Der muss den Bogen ausfüllen und vor allem gut begründen, warum die Schuppenflechte in Deutschland nicht mehr zu behandeln ist. Die meisten Krankenkassen wollen auch alle bisherigen Kuraufenthalte in Deutschland aufgezählt wissen und setzen voraus, dass man mindestens zweimal in seinem Leben schon in den Grenzen unserer Republik eine Reha hinter sich gebracht hat.

Der Bogen gehört dann wieder per Brief oder persönlich zur Krankenkasse. Die lässt sich dann meist ein paar Wochen Zeit, bevor sie den Antrag entweder gleich ablehnt oder den Patienten zum Medizinischen Dienst der Krankenkassen einlädt. Letzteres ist schon mal gut, doch sollte man bei der Terminvereinbarung darauf dringen, einen Dermatologen vor sich sitzen haben zu wollen.

Wird der Antrag abgelehnt, ist noch lange nichts verloren: Es lohnt sich, gegen den Bescheid Berufung einzulegen. Wie das geht, steht in einem Merkblatt, das unbedingt bei der Ablehnung dabei sein muss.

Schickt der Medizinische Dienst eine Ablehnung ins Haus, ist ein Widerspruch genau so sinnvoll. Es geht um viel Geld und am Ende um eine mögliche Linderung der Schuppenflechte über Monate.

Schickt der Medizinische Dienst dagegen die Bewilligung, ist zunächst die Freude groß. Dann muss sich der potentielle Israel-Reisende einen Reiseveranstalter suchen, der die Reise organisiert. Damit ist der größte Teil der Arbeit schon geschafft. Es gibt Reiseanbieter, die sich auf Kurreisen ans Tote Meer spezialisiert haben und sich mit dem Antrag und der Abrechnung gut auskennen. Die findest du in unserem Adressbuch.

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Über Claudia Liebram 281 Artikel
Claudia Liebram ist Berlinerin mit Leib und Seele. Dort arbeitet sie als Redakteurin. Ihre Psoriasis begann, als sie 3 Jahre alt war – viel Erfahrung also, die sie weitergeben kann.

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