Formen der Schuppenflechte

Formen der Schuppenflechte

Die Psoriasis wird in verschiedene Arten unterteilt – je nach Aussehen, Ort ihres Auftretens oder Alter. Lesen Sie hier, welche Formen es gibt.

Psoriasis vulgaris

psoriasis_ellenbogenDie Psoriasis vulgaris ist unter den Formen der Schuppenflechte die verbreitetste. Auf abgerundeten Stellen sind viele Schuppen zu sehen, die fest haften. Ein Rand ist mehr oder weniger deutlich auszumachen.

Typische Stellen der Psoriasis vulgaris sind

  • am „Stamm“ – also am Oberkörper, an Beinen und Armen
  • am Ellbogen und an den Knien
  • die Kopfhaut (Psoriasis capilitii),
  • Stellen, in denen dicht benachbarte Haut miteinander in Berührung kommt (z.B. die Beugenflächen bei Psoriasis inversa),
  • die Handinnenflächen und Fußsohlen (Psoriasis palmarum et plantarum)
  • im Genital- oder Analbereich

Man unterscheidet zwei Typen:

Typ I

Sie tritt vor dem vierzigsten Lebensjahr auf, weist familiäre Häufigkeit auf und verläuft meist schwerer als der zweite Typ.

Außerdem tritt sie häufig nach Kontakt mit Triggerfaktoren wie Medikamenten oder einer Streptokokkeninfektion auf.

60 bis 70 Prozent der Fälle sind diesem Typ zuzuordnen.

Typ II

Dieser Typ tritt häufig erst nach dem 40. Lebensjahr auf und lässt keine familiären Zusammenhänge erkennen. Öfter als bei Typ I ist hier eine Beteiligung der Nägel oder der Gelenke (Psoriasis artrithis) zu finden.

30 bis 40 Prozent der Fälle gehören zu diesem Typ.

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Psoriasis capitis (Kopfpsoriasis)

KopfpsoriasisDie Psoriasis capitis ist die Form der Schuppenflechte, die am behaarten Kopf und hinter dem Ohr zu finden ist. Oft verlässt sie den Haaransatz, so dass sie dann leicht für jeden zu sehen ist. Außerdem juckt die Kopfschuppenflechte häufig.

Selten kommt es sogar zum Haarausfall. Der geht nach einer Behandlung früher oder später meist zurück, ist für die Betroffenen jedoch mit am belasstendsten.

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Psoriasis palmaris et plantaris

Psoriasis palmoplantarisBei dieser Form beschränkt sich die Schuppenflechte auf die Innenflächen der Hände und die Fußsohlen. Das hört sich nach einer leichten Form an – ist es aber bei weitem nicht. Sie ist sehr hartnäckig und trotzt mancher Behandlung. Ansonsten gleicht sie im Prinzip einer Psoriasis vulgaris. Oft wird diese Form auch Psoriasis palmoplantaris genannt.

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Psoriasis guttata

Psoriasis guttataBei der Psoriasis guttata treten viele kleine ovale (tropfenförmige) Flecken als Gruppe auf einer größeren Körperoberfläche auf – beispielsweise auf dem Rumpf, an den Extremitäten oder auf der Kopfhaut. Die kleinen Flecken haben bis zu einem Zentimeter Durchmesser.

Diese Form der Psoriasis tritt oft nach einer Infektion mit Streptokokken (Angina) oder nach Scharlach auf. Sie kann aber auch von Medikamenten hervorgerufen werden. Sie ist häufiger bei jungen Betroffenen zu finden.

Die Stellen sind nur etwa so groß wie eine Linse. Sie sind rot. Es bilden sich nicht so viele oder starke Schuppen.

Die Psoriasis guttata kann zu einer Psoriasis vulgaris werden, sie kann aber auch wieder völlig verschwinden. Manchmal bleiben dann helle oder dunkle Stellen ohne einen Befall übrig. Diese gleichen sich meist nach einiger Zeit wieder der gesunden Haut an.

Die Behandlung der Psoriasis guttata unterscheidet sich nicht von der Therapie der Psoriasis vulgaris. In der Enzyklopädie Dermatologie nennt Professor Peter Altmeyer eine Behandlung mit Dithranol als „Therapie der ersten Wahl“.

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Psoriasis inversa

Psoriasis inversaDie „umgekehrte Psoriasis“ ist die, die sich vor allem in Hautfalten festsetzt – oder dort, wo Haut auf Haut liegt.
Wenn Haut aufeinander liegt, spricht man auch von intertriginösen Stellen. Das ist unter der Brust, am Bauchnabel, in den Leisten, zwischen den Gesäßfalten oder zwischen den Fingern oder Zehen der Fall. Schwitzen und Schubbern führen dann dazu, dass die sonst so typischen Schuppen immer wieder und ganz fix abgetragen werden. Deshalb sind oft nur rote Stellen zu sehen.

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Psoriasis pustulosa

Psoriasis pustulosa an den Händen
Psoriasis pustulosa an den Händen

Sind Bläschen oder Pusteln zu sehen, handelt es sich vielleicht um eine Psoriasis pustulosa. Die Bläschen enthalten weiße Blutkörperchen, aber auf keinen Fall Bakterien, Pilze oder Viren – kein Grund zur Panik also, denn ansteckend ist das nicht.

Diese Form hat zwei Erscheinungsbilder. Die eine ist der Typ Königsbeck-Barber, bei dem sich die Krankheit auf Handteller und Fußsohlen beschränkt. Die Haut brennt und kann schmerzhafte Schrunden aufweisen. Oft sind außerdem gewöhnliche Stellen an anderen Stellen oder Nagelveränderungen im Spiel. Ursachen können ein allergisches Kontaktekzem, Medikamente, Nahrungsbestandteile oder auch das Rauchen sein.

Dann gibt es noch den Typ von Zumbusch. Fieber und Schüttelfrost gehen voran, und dann breiten sich Pusteln über den ganzen Körper aus. Hier können auch Schleimhäute vom Mund oder von den Geschlechtsteilen betroffen sein. Dazu kommen eitrige Krusten aus Schuppen.

Ist die Psoriasis pustulosa auf die Hände und Füße beschränkt, wird sie auch Psoriasis pustulosa palmoplantaris genannt.

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Erythrodermie

Wenn die gesamte Haut gerötet und verdickt ist, ist es vielleicht eine psoriatische Erythrodermie.  Gerade, wenn in der Nähe ein Gelenk ist, reißt die Haut ein – und dann tut’s weh. Dazu gesellen sich heftiger Juckreiz , Fieber und ausgeprägte Kälteempfindlichkeit.

Diese Form ist allermeist ein Fall für einen alsbaldigen Besuch im Krankenhaus, denn die Entzündung und der Temperaturverlust schwächen den Körper enorm.

Nagel-Psoriasis

Psoriasis an den Fingernägeln
Psoriasis an den Fingernägeln

Sind die Finger- oder Fußnägel krümelig, verdickt oder sind dort Flecken zu sehen, könnte dies eine Nagelpsoriasis ein.

Genau genommen sitzt die Schuppenflechte dann unter den Nägeln. Sie macht dann oft

  • Tüpfelnägel – also kleine Einsenkungen, nicht größer als eine Stecknadel, wie Grübchen
  • Ölflecken – also dunklere, manchmal gelbliche Flecken unter dem Nagel
  • Krümelnägel – wie bei der Psoriasis auf der Haut sind unter dem Nagel für uns nicht sichtbare Schuppen vorhanden, die raus wollen und kommen. Sie stapeln sich sozusagen und heben irgendwann das Nagelbett an. Dann ist die Nagelplatte oft zerstört, der Nagel selbst wird krümelig (und unansehnlich, das muss man so sagen).
    Diese Form der Schuppenflechte ist schwer, sehr schwer zu behandeln. Und: Wer eine Nagelpsoriasis hat, zeigt oft auch Symptome einer Psoriasis arthritis.

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Psoriasis arthritis

RheumatologenDie Psoriasis arthritis ist keine Form der Psoriasis, sondern aus dem rheumatischen Formenkreis. Da sie aber sehr viel mit der Schuppenflechte zu tun hat, führen wir sie hier mit auf.

Von einer Psoriasis Arthritis sind zwischen fünf und 20 Prozent der Schuppenflechte-Patienten betroffen. Einzelne Finger oder Zehen schwellen plötzlich an. Schmerzen an der Ferse können eine Entzündung der Sehnen bedeuten. Der richtige Mann zur Behandlung ist nicht nur der Hautarzt. Ein Rheumatologe sollte auf jeden Fall ebenfalls befragt werden.

Wer auch nur den Verdacht hat, seine Gelenke könnten mitbefallen sein, sollte schleunigst einen Rheumatologen aufsuchen. Wenn die Psoriasis Arthritis erst einmal begonnen hat, schreitet sie schnell voran. Rechtzeitig behandelt, lassen sich die Symptome oft gut behandeln.

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Insgesamt gilt: Auch Hautärzte können irren. So verwechseln sie – wenn auch selten (!) . schon mal Diagnosen. Da kann es vorkommen, dass ein kutaner Lupus erythematodes (psoriasiformer Typ) fälschlicherweise als echte Psoriasis missgedeutet wird.

Claudia Liebram


Quellen:

Dieser Text wurde erstmals am 04.11.2013 veröffentlicht und zuletzt am 22.12.2015 aktualisiert.


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Bildquellen

  • Formen der Schuppenflechte: hriana / Fotolia.de
  • Psoriasis am Arm: kenxro / iStockphoto.com
  • Kopfpsoriasis: Christine Langer-Püschel, iStockPhoto
  • Psoriasis inversa: camomer - Fotolia.com