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Selbsthilfe-Blog

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Was die Seele stark macht-Vortrag Dr. Christina Berndt: Resilienz


Margitta

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Eine kleine Zusammenfassung von unserem Jubiläumsvortrag.

Resilienz ist die psychische Widerstandskraft, wie wir alle wissen können manche Menschen mit Stress und schwierigen Situationen besser umgehen als andere. Wenn beispielsweise die Haut betroffen ist leidet die ganze Seele mit, der Umgang mit Hauterkrankungen kann ganz verschieden sein. Die Resilienzforschung versucht herauszufinden, warum das so ist und wie man in dieser Hinsicht selbst an sich arbeiten kann.

Weil wir uns unter Druck und gestresst fühlen brauchen wir die psychische Widerstandskraft, das von der Psychologin Emmy Werner in den 1950ern auf einer hawaiianischen Inselgruppe erforscht und definiert wurde ganz dringend. Die ständigen Termine und die Erreichbarkeit über Handys und E-Mails, akuter Stress im Alltag, die Arbeit und auch unser Hautbild können Herausforderungen sein. Während manche Menschen absolute Felsen in der Brandung sind und das alles wegstecken, gibt es andere, die darunter leiden – sie können aber ebenso lernen, resilienter zu sein.

Für die Resilienz ist es wichtig, das positive zu erkennen und auf die Stärken statt auf die Schwächen zu schauen. In bestimmten Situationen Hilfe annehmen zu können ist ein ganz wichtiger Faktor. Wir alle haben Schwierigkeiten, mit denen wir meist klarkommen, manchmal wird aber auch ein Punkt erreicht an dem Hilfe ganz wichtig ist. Die Bindung ist das A&O um resilient sein zu können, man braucht jemanden der sich engagiert, kümmert und Sorgen teilt.

Ein weiterer Faktor ist die Selbstwirksamkeitserwartung. Das Gefühl, etwas schaffen zu können und mit seinen Handlungen etwas zu bewegen, stärkt die Seele. Hier muss es nicht unbedingt gleich das große Weltgeschehen sein, sondern auch die eigene Familie oder die Arbeit können diese Nahrung bieten – das Gefühl, gehört und berücksichtigt zu werden. Wenn sich das Gefühl, die Kontrolle zu verlieren, dann doch einmal breitmacht, hilft es kurz innezuhalten und die nächsten Schritte zu planen um dieser Ohnmacht zu entkommen.

Eine gewisse Ausdauer und Frusttoleranz, aber auch Optimismus und Zuversicht sind ziemlich wichtig um resilient zu sein. Die Fähigkeit hierzu wächst im Alter, weil wir dann schon so viel gesehen und geschafft haben. In Krisen hilft es, mit der Situation bereits vertraut zu sein.

Oft müssten wir auch generell über vieles ganz anders denken, wir machen uns selbst klein und tun uns damit weh. Dinge, die wir als schlimm interpretieren, lassen wir zu sehr an uns heran. Es ist wichtig, nicht immer direkt an sich selbst zu zweifeln und sich selbst die Schuld zu geben. Natürlich muss man aus Fehlern lernen, diese sollte man aber nicht immer auf sich selbst beziehen. Die Dinge, die geschehen, einen Moment zu bewerten und sich die schlimmsten möglichen Konsequenzen vor Augen zu führen, hilft in solchen Momenten. Auch mal einen Schritt zur Seite zu machen und sich vor dem geistigen Auge selbst so zu sehen hilft, eine gewisse Distanz zu bekommen. 

Ein weiterer Faktor, die die Resilienz steigern, sind realistische Ziele. Sich darauf zu freuen, was kommt, und zu überlegen was man gerne tun würde, zeigt wofür es sich lohnt zu kämpfen.  

Auch Durchsetzungskraft und Intelligenz sind ganz hilfreich. Eine gewisse Lebensklugheit ist notwendig, um sich zu überlegen wie man aus einer Krise selbst wieder herauskommt. Hier kommt dann die Selbsthilfegruppe ins Spiel. Betroffene können sich nicht nur helfen lassen, mit gewissen Situationen klarzukommen, sondern auch selbst Hilfe anbieten und aus diesen Überlegungen lernen. Auch Altruismus nährt die Seele.

Den Defizitblick, mit dem man sich oft selbst betrachtet, sollten wir ablegen. Es gibt immer wieder Dinge, die man nicht kann oder an denen man scheitert – aber es gibt genauso Dinge, die man kann und Stärken, die man hat. Wir selbst sind diejenigen, die uns bewerten wenn es darum geht ob wir etwas können oder eben nicht. Aus den meisten Dingen, die als Defizit erscheinen, kann man in einem anderen Dreh Kraft schöpfen.

Die Menschheit kann in Löwenzahn, die Menschen die sogar auf dem Schrottplatz des Lebens wachsen, und Orchideen, die wirklich gute Pflege brauchen aber dadurch imposante Blüten tragen können, eingeteilt werden. Hier kommt es auf das Umfeld an, sensible Menschen sind empfänglicher für Anregungen und lernfähig. Sie nehmen natürlich auch die guten Dinge auf und profitieren deshalb umso mehr von einem guten Umfeld. Trotzdem sind Helikoptereltern nicht gut, man muss Krisen kennen um damit umgehen zu können. Herausforderungen anzunehmen und sich einer „Stressimpfung“ auszusetzen hilft, als Person zu wachsen. Wer sich sein Leben so einrichtet, dass es gut tut, kann trotz seiner Sensibilität resilient sein.

Neben dieser Übung ist auch das gezielte Trainieren und Bewusstmachen der eigenen Stärken wichtig. Ein weiterer Kernfaktor ist der Glaube daran, dass es schon wieder gut wird und die Neugier aufs Leben und das, was es mit sich bringt. Üben kann man das mit ganz kleinen Dingen, wenn man zum Beispiel den Kaffee anders umrührt als sonst. Wer so eine kleine neue Welt erlebt, kommt raus aus dem Trott und bleibt so geistig flexibel. So kann man, ebenso wie durch den Umgang mit Herausforderungen, Resilienz stärken.

Dankbarkeit für das, was wir haben, bringt uns in Einklang mit der Welt und führt uns vor Augen, dass es uns trotz der Probleme ganz schön gut geht. Statt sich zu ärgern, wenn etwas schiefgeht, sollte man öfter bedenken, welches Glück es ist, dass eine Situation nicht noch viel schlimmer ausgegangen ist. Zu üben, die Negativität abzulegen weil man zu viel kritisiert und sich zu wenig freut, macht die Seele stark. Diese Dinge nur sechs Wochen in den Alltag zu integrieren, kann Depressionen mindern – sie heilen sie aber nicht, deshalb ist es wichtig, sich professionelle Hilfe zu suchen.

Auch Optimismus kann geübt werden, die Hirnzellen feuern immer auf denselben Wegen. Wer immer alles negativ sieht, wird irgendwann nur noch so denken. Um öfter das Gute zu sehen, kann man abends den Abend Revue passieren lassen und sich aufschreiben, was schön war und wofür man dankbar ist. Wem das schwerfällt, der kann sich fünf Steinchen in der Hosentasche mitnehmen, Wenn etwas Gutes passiert, wird eines davon in die andere Tasche gelegt. So fällt auf, wie schnell fünf gute Dinge passiert sind. Diese guten Dinge, für die wir dankbar sein können, müssen wir auffangen – wenn wir dann noch ein bisschen was tun und uns realistische Ziele setzen, stärken wir selbst ohne großen Aufwand unsere Seele.

Zusammenfassung Amelie Weydringer

 

 

 

 

 

 

 

 

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