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Mein letzter Lauf

Claudia

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blog-0748402001420040700.png2014 ist fast vorbei. Mein letzter Lauf ist es auf jeden Fall – mein letzter Lauf für dieses Jahr. :P

Der Silvesterlauf lag für mich einfach perfekt – zum Abschluss eines Jahres, in dem ich erstmal das ganze Jahr laufen konnte. Im Vorjahr war das wegen eines Unfalls nicht möglich. Vorgestern waren in Berlin 10 Zentimeter Schnee gefallen. Lautlos, nachts – und für mich überraschend. Beim Aufstehen dachte ich „Oh. Schnee. Was ist dann mit dem Silvesterlauf?“. ( Früher hätte ich eher gedacht: „Oh. Schnee. Schön.“ :) )

Ein kleiner Testlauf gestern ergab: Hej, man kann auch gut auf Schnee laufen. Aber nichts da – gestern Abend setzte Tauwetter ein. Und so dachte ich beim Aufstehen heute: „Hui, wird das nun glatt oder matschig?“

Es wurde beides.

Vorher war klar, dass es über zwei Berge gehen sollte: den mir bis vorhin unbekannten Drachen(flieger)berg und den Teufelsberg. Die 9,9 Kilometer waren am Ende nicht wegen dieser Berge oder wegen der Länge anstrengend, sondern wegen des Untergrundes. Links und rechts gucken war nicht so angesagt, obwohl beide Berge ausreichend Ausschau zu bieten haben. Doch diesmal musste ich die ganze Zeit auf den Untergrund gucken. An einer Stelle hätte ich als Veranstalter die Läufer umgeleitet – das war im Grunde zu gefährlich: Ein schmaler Bergkamm mit Matsche-Eis ( was Berliner so als Berg-Kamm bezeichnen ;) ), kaum Bäume oder Sträucher zum Festhalten und lauter Läufer nicht eben mit Wanderschuhen mit Super-Profil.

Kurz und gut: Es war insgesamt ein schöner Lauf, aber ich bin nun unfreiwillig auch für Cross-Läufe gerüstet. :)

Hinterher gab es einen Pfannkuchen. Deshalb heißt der Lauf auch Pfannkuchenlauf.

Apropos Pfannkuchen...

Mit dem Laufen und mir ist das immer noch so eine komische Sache. In der Schule war ich wegen der Psoriasis komplett vom Sportunterricht komplett befreit. Was sollte ich da auch, wenn ich weder Fußsohlen noch Handflächen nennenswert belasten konnte?

Studium, Arbeit – all das fand danach im Sitzen statt. Sport – ich? Nee, das waren zwei Welten. Psoriasis an den Fußsohlen, ein bisschen Asthma im Brustkorb – das waren prima Gründe, Sport auch weiterhin weit von mir weg zu weisen.

Aber ich merkte irgendwann, dass ich vor dem Computer immer mehr „versackte“, körperlich. Das musste sich ändern. Und: Auf meiner Arbeit musste ich plötzlich eine Kolumne betreuen, in der es um Fitness und Freizeitsport gehen sollte. Spätestes dafür musste ich mich dann doch schlau machen, was das Sporttreiben angeht. Und ich dachte: „Sag mal, das müsstest Du doch aber auch können.“ Meine Psoriasis an den Fußsohlen war, warum auch immer, soweit zurückgegangen, dass diese roten, trockenen, schuppigen, rissigen Stellen nur noch für mich zu erahnen waren.

Zaghaft fing ich an. So ganz zaghaft. Mit einem Trainingsplan für blutige Anfänger wie mich. „Eine Minute joggen, zwei Minuten gehen – und das einige Male“. Ja, das war für mich eine Herausforderung.

Und nein, noch heute lächele ich nicht darüber: Genau das würde ich jedem empfehlen, der gucken will, ob Laufen ihm liegt, ob er das kann. Anfangen, ganz klein. "Du läuft nicht für die anderen, Du läufst für Dich“, würde ich raten. Noch heute bin ich eine langsame Läuferin. Aber darauf kommt es mir nicht an. Klar, das würde jeder sagen, der langsam ist ;) Außerdem werde ich schnell sehr rot, was man auf dem "Danach"-Foto dann doch ein wenig sieht ;) Aber dank Technik kann ich darauf achten, dass meine Herzfrequenz nicht aus dem Ruder läuft – und der Rest des Laufes ist echt für mich.

Das Laufen nahm so seinen Lauf :) Ich meldete mich für einige Volksläufe an. So hatte ich Ziele – Motive, warum ich eben doch immer wieder laufen sollte, auch bei „schlechterem“ Wetter trainieren sollte. Das funktionierte fast immer. Nur einen Lauf ließ ich aus, weil ich einen ganzen Monat dann doch nicht gelaufen war. Ich war schlicht zu schlapp. Irgendetwas hatte mir die Kraft geraubt. Mittags schon war ich so fertig, als hätte ich eine Grippe. Da war es vernünftiger, den einen Lauf auszulassen.

Ende November aber passierte etwas, was mir heute noch ein wenig unheimlich ist: Ich erhielt eine harmlose E-Mail, und nun habe ich es schwarz auf weiß: Mein großer Lauf-Termin für 2015 steht fest:

berlinmarathon-2015.png

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8 Comments


Recommended Comments

Claudia, da hast du dir was vorgenommen! Ich wünsche dir, dass du fit bist und die Herausforderung im September annehmen kannst. :daumenhoch:

 

Übrigens, danke für die Schilderung des Herantastens an das Laufen. Sie macht schon etwas Mut, es mal wieder mit etwas Sport zu versuchen... :)

Wäre nach den vielen Feiertagen mit seinen Schlemmereien nicht ganz abwegig. Auch für Sportmuffel wie mich. ;)

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Hallo Claudia

 

Nicht allein fuer das was du hier fuers Forum Leistest, ich Bewundere dich einfach fuer deinen Willen

 

Chapeau

 

Guy

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Hallo Claudia ,

 

drücke dir ganz fest die Daumen, dass alles so klappt, wie du dir es wünscht. Du machst das Klasse!

 

Dein Ziel kann ich total nachvollziehen, mein Herz klopft auch für den Sport, und ich war früher in der Leichtathletik eine echte Niete. Habe auch erst vor 9 Jahren mit dem Laufen begonnen, allerdings die letzten 3 Jahre immer weniger  bis gar nicht mehr, leider. Vielleicht geht's ja jetzt wieder aufwärts. Und aufgegeben habe ich auch nicht- wie sagt man immer so schön: Dabeisein ist alles und die Zeit ist dann auch Nebensache. Schau mal hier:

 

http://www.fuenf-seen-lauf.de/index.html

Ach, herrlich, den roten Kopf habe ich auch immer :D und dabei glänze ich sonst immer mit meiner sogenannten vornehmen Blässe, grrrrrr :D

 

Wie gesagt, Daumendrück und Sport frei !!!!!

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Glückwunsch zum Sylvesterlauf!!

 

Ist mein Ziel dieses Jahr: 10 unter einer Std...

 

viel Glück bei den neuen ZIelen wünsch ich Dir!!

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Ich merke mir das Datum mal, vielleicht stehe ich am Rande der Strecke und feuere dich an. Vielleicht finden sich noch andere Leute aus dem Forum, die mitmachen (beim Anfeuern, nicht beim Mitlaufen). ;-)

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Hallo Claudia, wie geht's bei dir voran? Das Wetter ist ja sehr passabel für Läufer, herrlich, so in den Frühling hineinzulaufen........

 

Bin jetzt 2x gelaufen und will unbedingt dranbleiben, damit ich am Fünf-Seen-Lauf als " Läufer" dabei bin  :D

Ab Montag beginne ich ein Aufbautraining mit Intervall-Laufen, so dass ich nach 4 Wochen wenigstens 45 Minuten durchlaufen kann. Dann hätte ich noch genügend Zeit, um meine Ausdauer weiter auszubauen und Tempo zu gewinnen.

 

Alles Gute dir und viele Grüße von Hucki

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Ich bin ja bei den Vorbereitungen für meinen ersten Halbmarathon. Da muss ich das mit den 45 Minuten dann doch schon schaffen :) Hier ist ja heute der Frühling ausgebrochen und ich hoffe, dass es möglichst schnell abends länger hell ist, damit ich nach der Arbeit nicht immer an der Straße laufen muss. Die Dunkelheit gibt dem Schweinehund nämlich immer viel zu viele Chancen. ;)

 

Auf den Fünf-Seen-Lauf freue ich mich auch! Dafür habe ich mich ebenfalls angemeldet. :) In Schwerin war ich ewig nicht, und ein Freund, der beim Lauf letztes Jahr dabei war, war sehr begeistert.

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    • langläufer
      By langläufer
      Hallo in die Runde!
       
      Ich habe seit ein paar Jahren Schuppenflechte, besonders in Bereich der Kopfhaut und am Bauchnabel.
      Seit ein paar Tagen habe ich ziemlich starke Schmerzen im Bereich des linken Knies, besonders am Ende des Innen- und Außenbandes. Dazu kommen gelegentlich Schmerzen in unterschiedlichen Körperteilen dazu, linker Arm, rechte Achillessehne, dazu periodische Kopfschmerzen. Eine physikalische Verletzung liegt definiti nicht vor!
      Bisher bin ich mit der Krankheit recht gut klar gekommen, aber da ich Marathonläufer bin und im Jahr ca. 2000km laufe bedeuten diese Schmerzen und die Bewegungseinschränkung einen großen Einschnitt für mich.
      Hat jemand ähnliche Erfahrungen und kann mir da eventell weiterhelfen und gibt es im Bereich um 04600 herum Gleichgesinnte?
      Dankeschön
       
       
    • Ralph B.
      By Ralph B.
      Hallo zusammen,
      aufgrund meiner jüngsten Erfahrung dachte ich mir in dieses Forum zu schreiben, um anderen Betroffenen vielleicht zu helfen oder zumindest ermutigen zu können. 
      Vorgeschichte:
      Ich bin 39 Jahre alt und leide seit circa 15 Jahren an Schuppenflechte. Die betroffenen Stellen waren in erster Linie die Knie und Ellenbogengelenke. Später kamen diverse kleine schuppige stellen an beiden Handgelenken hinzu. Was aber am meisten störte, waren die, später dazu gekommenen Augenbrauenpartieen, welche mich zu hundertfachen täglichem in den Spiegel glotzen verdonnerte.
      Die Intensität bzw die Gründe waren war nie wirklich auszumachen. Mal schob ich es auf die kalte trockene Jahreszeit ( im Winter meist ausgeprägter), mal auf beruflichen Stress aufgrund meiner Selbständigkeit, mal auf Stress im sozialen Umfeld. Am Ende habe ich mich immer selbst froh geredet, da mein Opa auch ein klein wenig an dieser Krankheit litt.
      sei es drum, insgesamt hat mich die psoriasis ziemlich fertig gemacht all die Jahre. Ständiges piddeln, ständige Scheu betroffene Stellen offen zu zeigen oder Angst vor unangenehmen Fragen. Habe tausende von Salben, Cremes und Kortison ausprobiert, nichts hat wirklich geholfen, und wenn doch, war eine Linderung nur von kurzer Dauer.
      nun ist es so. Habe zwar schon immer mehr oder weniger Sport getrieben, aber unterm Strich einfach zu unbeständig. Ich gehe seit September 2016 regelmäßig joggen, anfangs kürzere Strecken um die Gelenke zu schonen, mit kontinuierlicher Steigerung. Mein aktuelles Pensum liegt bei circa 3 Läufen à 10-15 Kilometer pro Woche und meine Schuppenflechte an den Augenbrauen, Hand und Kniegelenken ist wie weggeblasen. Nur die Ellbogen sind noch leicht gerötet aber auch wesentlich besser.
      Ich kann es kaum glauben, es hört sich vielleicht an wie im Märchen , aber es ist wirklich so und ich bin überglücklich.
      ich denke nicht das hierfür nicht die Intensität, sondern schlicht und einfach die Regelmäßigkeit des Laufens, welches in meinem Fall zu enormem Stressabbau und Ausgeglichenheit führte, verantwortlich ist.
      vielleicht könnte es auch jede andere Form des Sporttreibens sein, Hauptsache man betreibt es kontinuierlich.
      vielleicht liegt es auch an dem vielen schwitzen? keine Ahnung.
      ich bin auch nicht mit dem Vorsatz an die Sache rangegangen etwas gegen meine Krankheit zu tun sondern bin einfach drauf los gelaufen und stellte eines Tages diese enorme Verbesserung fest. 
      Für mich steht jedenfalls fest, das ich das weiter so durchziehe bis eines Tages vielleicht der Rest verschwunden ist.
      ich hoffe, das ich mit meinem Beitrag dem ein oder anderen etwas helfen oder zumindest motivieren konnte.
      versucht es einfach.
      ralph 
    • Claudia
      By Claudia
      Seit Tagen trommelten die örtlichen Radiostationen, die Regionalzeitungen: Sonntag ist Halbmarathon! Nicht ohne gleich hinzuzufügen: Es soll aber den ganzen Tag regnen. Richtig regnen. Und ich war angemeldet für diesen Lauf!
      Seit Tagen horchte ich mehr in mich hinein als sonst. Und dann vor drei Tagen: Halsschmerzen. Und ein wenig Schnupfen. "Das war's", dachte ich. "Gehst Du mal trotzdem zum Flughafen Tempelhof, holst Dir die Startunterlagen. Wenigstens die willst Du dann haben."
      Seit Donnerstag flutete ich meinen Körper mit Tee aller Art – gestern 3 Kannen und ein paar Tassen dies und das.
      Heute früh gab es dann keine Ausrede mehr: Die Halsschmerzen waren weg, ich war relativ fit. Also schälte ich mich um halb sieben aus dem Bett – und das mit Zeitumstellung! Schnell ein paar Toastbrote und etwas Joghurt gegessen und noch einmal getrunken, was der Bauch vertragen konnte – denn um 10 sollte es losgehen.
      32.000 Läufer können aber natürlich nicht zeitgleich starten, das ist wie im Stau. Halb elf ging es dann ungefähr für mich los. Gestartet am Alexanderplatz, entlang Unter den Linden, zur Siegessäule, Ernst-Reuter-Platz, Schloss Charlottenburg, Potsdamer Platz, Checkpoint Charlie – unterwegs dachte ich, das wäre eine Stadtrundfahrt zu Fuß
      Ich kam doch wirklich 21,1 Kilometer später durchs Ziel.
      Und der Regen? Buchstäblich erst, als ich im Ziel war, fing es ein wenig an zu nieseln – davor war es bewölkt, aber trocken.
      Aber: Ich hab's geschafft!

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