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Kopfhaut-Psoriasis beim Kind


Mo09

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Hallo Community, 

ich bin neu hier. Meine Tochter, 8, soll lt. Angabe der Hautärztin PSO auf der Kopfhaut haben. Wir haben sie 2* dort vorgestellt: das 1. Mal wegen starker Verschuppung, da meinte sie bereits, es könnte PSO sein, sagte, wir sollen Ki- Shampoo probieren und nicht heiß föhnen- Allerwelttips halt. Die Schuppen hatte sie da aber bereits längere Zeit, vllt 1/2 - 1 Jahr  

Kurz darauf hatte meine Tochter dann drei kleine, blutig gekratzte Stellen am Kopf. Wir sind am nächsten Tag in der Praxis eingefallen, die Ä. gab uns Advantan - Milch mit. Hat gut geholfen, Flecken sind verheilt. Shampoo von Linola habe ich die gleiche Woche gekauft, seitdem sind die Schuppen weg, das Haar sieht super aus und schuppt fast gar nicht mehr. 

Ich habe jetzt hier mehrere Threads überflogen und hyperventiliere grade:  verbreitet sich  die Krankheit IMMER nach dem ersten Ausbruch auf den ganzen Körper? Oder steigert sich? Bei mir in der Familie hatte m.W. keiner PSO und in der Fam. meines Mannes wohl nur die Oma und nur auf der Kopfhaut. 

Meine anderen Kinder haben bisher nichts  

Meine Tochter ist Solo-Mariechen und es gab schon Tränen, weil ich ihr gesagt habe, dass sie damit evtl aufhören muss wegen dieser Sache. Hat einer Erfahrung: sollte man besser direkt aufhören oder mal abwarten, wie sich die Sache entwickelt? Da werden halt nur Sachen gemacht, die der Haut und auch der Kopfhaut nicht guttun: Dutt stecken, Hut feststecken, sehr oft schminken usw 

Desw bin ich auf der Suche nach einem Bio-Haarspray , dass sie benutzen kann. Jemand Ideen? 

Über Antworten würde ich mich freuen. 

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Hallo Mo09,

ich würde erstmal abwarten wie es sich entwickelt. Ich bekam Pso auch in diesem Alter nur auf dem Kopf....erst 20 Jahre später hat es sich bei mir auf den ganzen Körper ausgebreitet und dank Fumaderm hab ich das jetzt auch wieder im Griff!  Ich wünsche deiner Tochter auf jeden Fall alles Gute und dass sich die Pso in Grenzen hält.

Liebe Grüße

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Hallo @Mo09

Willkommen von mir noch. Als Allererstes und am Wichtigsten: 

Keine Panik!

Ich habe die Krankheit bekommen, als ich 3 war. Da ahne ich, wie es Deinem Kind geht.

Advantan Milch und Linola-Shampoo haben gut geholfen? Prima! Da hat du ja schon was auf der Liste.

Nein, die Krankheit verbreitet sich nicht immer nach dem ersten Ausbruch auf den ganzen Körper. Wirklich nicht. Das ist kein Kleinreden. Manche bis viele haben die Schuppenflechte sogar "nur" auf der Kopfhaut (und sie kann auch "nur da" extrem nerven und auch schlimm sein).

Kurz und gut: Die Krankheit kann sich steigern, muss es aber nicht.

Sollte (sollte!) sie schlimmer werden, könnt Ihr – neben Medikamenten – auch eine Reha oder Mutter-Kind-Kur in Betracht ziehen. 

vor 14 Stunden schrieb Mo09:

Meine Tochter ist Solo-Mariechen und es gab schon Tränen, weil ich ihr gesagt habe, dass sie damit evtl aufhören muss wegen dieser Sache. Hat einer Erfahrung: sollte man besser direkt aufhören oder mal abwarten, wie sich die Sache entwickelt? Da werden halt nur Sachen gemacht, die der Haut und auch der Kopfhaut nicht guttun: Dutt stecken, Hut feststecken, sehr oft schminken usw 

Desw bin ich auf der Suche nach einem Bio-Haarspray , dass sie benutzen kann. Jemand Ideen? 

Ich würde kein Kind davon abhalten, das zu tun, woran es so viel Freude hat. Auch wegen der psychologischen Komponente. Und mach Dein Kind nicht verrückter als nötig ;) Erst mal sehen, was kommt.

Ob die Schuppenflechte von all dem (Dutt feststecken usw.) schlechter wird oder nicht, muss sich erst zeigen. Beim Schminken kannst du auf eine gute, verträgliche Grundlage achten. Und vielleicht gibt es ja auch alternative Methoden, einen Hut festzu"tackern"? Ich bin nicht so die Spezialistin darin, das gebe ich zu. Wir Berliner haben's ja nicht so mit Karneval und den Begleiterscheinungen :) 

Zum Bio-Haarspray erklär mal mehr – was soll das können oder machen? Dann können vielleicht auch andere noch Tipps geben.

 

 

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Hallo. Vielen Dank schon mal für die Beruhigung. 

Das Haarspray soll normal festigen, so wie die handelsüblichen Sprays das auch machen. Ich dachte an eine Empfehlung für ein Haarspray, das mit weniger Zusatzstoffen auskommt, vllt eines auf Bio- Basis. Davon verspreche ich mir weniger Reizung für die Kopfhaut. 

(Die Haare dürfen beim Tanzen nicht aufgehen und müssen deshalb mit Haarspray fixiert werden)

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Hallo Mo09,

auch bei mir brach die Psoriasis auf der Kopfhaut aus. So mit 18 ging es los. In meiner Familie ist Schuppenflecht überhaupt nicht bekannt. Nur ich habe es.

Langsam wurde es immer schlimmer, mit Medikamenten komme ich gut zurecht.

Was deine bedenken bzgl. Spray und Schminke angeht:

Ich nutze schon immer alles was mir gefällt und was ich mag. Ich achte nicht auf Bio, Duftstoffe o.ä

Im Gegenteil. Schminken tue ich mich täglich, nutze Duschgel und Badezusätze mit allem was geht. Nichts in meinem Bad ist Sensitive oder so. Eine Zeitlang habe ich mal darauf geachtet was ich benutze. Die Krankheit wurde weder besser noch schlimmer. Ich denke du solltest dir da nicht so viel den Kopf zerbrechen.

Laß deinem Kind weiterhin die Freude an ihrem Hobby und mach sie nicht noch zusätzlich verrückt mit den Worten "bald geht das alles nicht mehr" Damit tust du deinem Kind und auch dir keinen Gefallen.

Laß sie das machen worauf sie Spaß hat. Kinder kommen mir Krankheiten immer besser zurecht als wir Erwachsenen und solange sie sich wohlfühlt ist doch alles prima.

Lange Rede kurzer Sinn, nimm ihr nicht die Freude und macht das beste draus. Und Haarspray hat mir noch nie geschadet. Einfach machen lassen. Die kleinen merken schnell was ihnen guttut und was nicht.

Liebe Grüße und viel Kraft

Reiki

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Am 4.10.2017 um 14:00 schrieb Mo09:

Hallo. Vielen Dank schon mal für die Beruhigung. 

Das Haarspray soll normal festigen, so wie die handelsüblichen Sprays das auch machen. Ich dachte an eine Empfehlung für ein Haarspray, das mit weniger Zusatzstoffen auskommt, vllt eines auf Bio- Basis. Davon verspreche ich mir weniger Reizung für die Kopfhaut. 

(Die Haare dürfen beim Tanzen nicht aufgehen und müssen deshalb mit Haarspray fixiert werden)

Vielleicht mal Zuckerwasser probieren. Soweit ich weiß, haben die Punks das in den 80ern (wahrscheinlich auch heute noch) als Haarspray-Ersatz benutzt.

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Hallo Mo09,

wohnt Ihr in Köln? Solo-Mariechen? Das möchtest du deiner Tochter sicher nicht nehmen.
Ich hatte auch als Kind die Pso auf der Kopfhaut. Schön ist das natürlich nicht. Aber ich würde das als Mutter nicht zu hoch kochen.
Mach was mit Ernährung, mit Cremes, mit Energie und guter Laune. Geh zur Homöopathin.
Und lass auf jeden Fall Kortison und Bestrahlung weg. Das schädigt langfristig.

Viel Erfolg und Alaaf,
Gina

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  • 4 weeks later...

Ich werfe jetzt einfach mal etwas in die Runde wobei Ich wirklich nicht weiss wie sich die Sachen bei Kindern im Wachstum auswirken: Gut möglich juckt es unterschiedlich stark, um das Schlimmste zu brechen, könnte man allenfalls zu einem Antihistaminikum greifen. Vor allem im Winter könnte man evt. Vitamid D Kapseln schlucken.

Das Vitamin D eher tiefdosiert, das Antihistaminikum eher nach Bedarf ab und zu mal.

Ich hatte auch mal ein beinahe gesättigtes Saltzbad in dem ich jeweils ganz abtauchte. Das hat am Kopf anfänglich immer extremst gebrannt, aber irgendwie hat es mit der Zeit immer weniger gebrannt und vor allem rote Stellen auf eine Art wie zugeschweisst. Vielleicht könnte man den Kopf so ähnlich auch im Waschbecken tauchen oder um nicht Unmengen an Saltz zu verschwenden einfach ein Becken mit ordentlich Saltz ansetzen (Ich vewendete eine Mischung aus Meersaltz und Totem-Meer Saltz). Solch eine Salzsole kann über Monate in die Ecke gestellt sein ohne dass sie stinkt oder schlecht wird. Bevor die Haare abtrocknen aber noch die Haare ausspülen sonst kann es aufgrund von Salzrückständen unangenehm werden. Auf die Augen aufpassen! Ansonsten kann man mit Salzwasser sicherlich nicht viel kaputt machen.

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  • Claudia changed the title to Kopfhaut-Psoriasis beim Kind

Ich habe die PSO mit 14 bekommen , nach einem schlimmen seelischen Schock . Auch nur auf dem Kopf und im Gesicht. Sie breitet sich bei mir nicht weiter aus , nehme aber auch keinerlei Medikamente , sie helfen ja nicht , lindern eh nur kurz die Symtome . Du solltest darauf achten , dass Deine Tochter keinen Stress hat . Dadurch wird die Krankheit schlimmer . Heilen kannst Du sie nicht , sie ist erblich und überspringt gerne einige Generationen . Bei mir hatte sie die Mutter meines Vaters , also meine Oma . Habe noch 3 Geschwister , sie haben auch nichts. Für meinen Kopf nehme ich das Schuppenshampoo von Schauma . 

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      By Redaktion
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      Bislang gibt es für die innerliche Therapie von Psoriatikern unter 18 Jahren keine Standard-Therapie, sondern lediglich eine Empfehlung: Zuerst sollen Methotrexat und Ciclosporin zum Einsatz kommen. Als Alternative werden Fumarsäureester (FSE) und Retinoide genannt – letztere jedoch erst im Jugendalter. Das Biologic Enbrel darf ab sechs Jahren angewendet werden, wenn eines der zuvor genannten Medikamente ausprobiert wurde oder aus einem triftigen Grund nicht verwendet werden darf.
      Einsatz ohne Zulassung oft mangels Alternativen
      In den vergangenen Jahren wurde diese Altersgruppe außerhalb der Zulassung („off-label“) trotzdem mit Fumaderm behandelt. Daten dieser Patienten wurden von Forschern um Professor Kristian Reich ausgewertet. Sie wollten wissen, wie wirksam und sicher das FSE -Gemisch in der Langzeittherapie in dieser Altersgruppe ist. Dazu lagen ihnen Angaben von 127 Patienten zwischen 6 und 17 Jahren vor. Sie alle hatten eine mittelschwere bis schwere Psoriasis und waren in mehreren Zentren oder Arztpraxen bis zu drei Jahre lang mit FSE behandelt worden. Dabei hatten sie maximal vier Tabletten pro Tag eingenommen.
      66 Prozent dieser Kinder und Jugendlichen hatten FSE ein Jahr lang genommen, die anderen hatten zwischenzeitlich abgebrochen. Nach zwei Jahren blieben noch 39 Prozent übrig, nach drei Jahren 24 Prozent. Fast 60 Prozent dieser jungen Teilnehmer verwendeten zusätzlich zu Fumaderm Hautpflegeprodukte oder äußerliche Medikamente (wirkstoffhaltige Cremes, Salben o.ä.).
      Ergebnisse
      Die Ärzte sollten beurteilen, wie sich Schwellung, Schuppung und Rötung der Psoriasis bei den jungen Patienten durch FSE verändert haben. Dieser so genannte PGA verbesserte sich nach drei Monaten bei 36,4 Prozent und nach sechs Monaten bei 50,0 Prozent von ursprünglich 2,7 auf unter 1. Im Durchschnitt war der Wert nach 36 Monaten (drei Jahre) bei den Verbliebenen um die Hälfte auf 1,3 gesunken.
      Die Ausbreitung und der Schweregrad der Psoriasis (PASI) verbesserten sich durch FSE um 75 Prozent (PASI 75) nach drei Monaten bei 18,9 Prozent und nach sechs Monaten bei 30,4 Prozent. Eine Verbesserung um 90 Prozent (PASI 90) trat bei 7,6 Prozent nach drei Monaten, bei 10,9 Prozent nach sechs Monaten auf.
      Das Ausmaß des Hautbefalls (BSA) verbesserte sich durch FSE von anfangs 18,2 nach nach drei Monate auf 9,1 und nach sechs Monaten auf 7,6. Nach 36 Monaten betrug der Durchschnittswert bei den Verbliebenen 6,6.
      Sicherheit und Nebenwirkungen
      Fumaderm ist für erwachsene Patienten oft ein harter Brocken wegen der Nebenwirkungen, vor allem zu Beginn der Therapie. Das war bei den Youngstern nicht anders: Bei 29,1 Prozent wurden "unerwünschte Ereignisse" während der FSE–Therapie registriert. Am häufigsten waren das Magen-Darm-Beschwerden und Hitzewallungen ("Flushs"). 11,8 Prozent der jungen Patienten brachen die FSE-Therapie deshalb ab.
      Wie auch bei Erwachsenen veränderten sich bei den Kindern und Jugendlichen während der Langzeit-Therapie die Werte von Leukozyten, Lymphozyten und Gamma-Glutamyl-Transpeptidase (GGT). Das konnte von den Autoren jedoch nicht seriös bewertet werden, weil im Studienverlauf für immer weniger Patienten die Laborwerte dokumentiert wurden. Ob junge Patienten wegen riskanter Blutwerte aus der Therapie genommen wurden, sei nicht festhalten worden.
      Nebenwirkungen in Zahlen
      Ergebnisse einer ersten Studie zu Fumaderm im Kinder- und Jugendalter. Bei den 127 Teilnehmern zeigten sich folgende Nebenwirkungen:
      Beschwerden Zahl der Teilnehmer mit diesen Beschwerden in Prozent ausgedrückt Gastrointestinale Beschwerden (Magen-Darm) 33 25,43 Infektionen und Infestationen 4 2,97 Erkrankungen an Muskeln, Skelett oder Bindegewebe 2 1,58 Erkrankungen an Nieren oder Harnweg 2 1,58 Erkrankungen an Haut und Unterhaut 1 0,79 Erkrankungen an Gefäßen (Flush) 10 7,87 Fazit
      Fumarsäureester hätten bei den beteiligten Kindern und Jugendlichen „eine deutliche Verbesserung im Schweregrad der psoriatischen Hautläsionen" bewirkt; besonders deutlich nach den ersten sechs Monaten. Danach verbesserte sich der Hautzustand bei den meisten nur noch langsam.
      Die empfohlene Dosisierung für Erwachsene wäre auch für diese Altersgruppe wirksam und verträglich.
      Allerdings sind die Autoren der Studie bewusst vorsichtig, diese Ergebnisse für allgemeingültig zu erklären: "In dieser Studie hat ein geringer Teil der Patienten die Fumarsäureester länger als 12 Monaten erhalten", schreiben sie. Weshalb innerhalb von drei Jahren 76 Prozent der Kinder und Jugendlichen nicht mehr damit behandelt wurden, konnte den Daten nicht entnommen werden. Ihre möglichen Erklärungen: Die Psoriasis könne in diesem Alter auch ohne Therapie längere Zeit wegbleiben. Außerdem wollten Eltern oft, dass innerliche Therapien bei ihren Kindern so kurz wie möglich angewendet werden.
      Ausdrücklich verwiesen wird auf die laufende klinische Studie. Im Gegensatz zur nachträglichen (retrospektiven) Datenerhebung in der vorliegenden Veröffentlichung werden bei der KiFuDerm-Studie die Daten von Anfang an (prospektiv) erhoben und mit Placebos verglichen.
      Die Studie "Retrospektive Datenerhebung der Psoriasis-Behandlung mit Fumarsäureestern bei Kindern und Jugendlichen in Deutschland" (KIDS FUTURE-Studie) erschien im Januar 2016 im Journal der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft (JDDG).

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