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Vorteile der Psoriasis, u.a. der Erbveranlagung(en) zur Pso und PsA?!

Eine Disposition zur Pso und PsA wird familiär vererbt. Da diese Erkrankungen schon seit langer Zeit in der Menschheitsgeschichte existieren, scheinen deren Erbanlagen offenbar keinen negativen Einfluss auf die erfolgreiche Fortpflanzung der Träger entsprechender Gene zu haben (Theorie vom "Survival of the Fittest").

Hierzu passen von mir vernommene Aussagen aus früherer Zeit (einige Jahrzehnte alt, teils überholt oder widerlegt) wie:

- Schuppenflechte ist keine Erkrankung, sondern zu viel Gesundheit (die Haut erneuert sich viel zu gut - von einem Arzt)
- Psoriatiker kann man in eine Jauchegrube legen, sie bekommen keine Hautinfektion. Die Haut der Psoriatiker habe besondere Peptide auf ihrer Oberfläche die bakterizid wirken (wenn ich mich richtig erinnere von Prof. Dr. Christoffers)
- Psoriatiker bekommen keinen (weniger?) Krebs (wenn ich mich richtig erinnere von Dr. med. G. Schäfer)

Kennt jemand auch diese oder andere Aussagen?

Sieht vielleicht jemand positive Einflüsse der (ausgebrochenen/ in Erscheinung getretenen) Erkrankung z. B. auf die persönliche Entwicklung, den Lebensweg?

Derzeit hört man oft über die (immer neuen) Komorbiditäten der Pso (kritisch hinterfragt wichtig u.a. auch für eine noch bessere Vermarktung sehr teurer Medikamente durch die Pharmaindustrie) - gibt es nicht (vielleicht) auch eine positive Seite dieser Ausprägung menschlichen Daseins, wie es u.a. auch das Logo des DPB, der Januskopf darstellen kann/soll?

Ich würde mich über viele Beiträge und eine rege Diskussion freuen.

Hervorgehobene Antworten

Interessante These ;

von mir kann ich dazu berichten, das ich als Kind / Jugendliche ein recht gesundes Kind

war , abgesehen von der Psoriasis.

Erkältungen gab es selten , Allergien kannte ich nicht . An Kinderkrankheiten kann ich mich nicht erinnern, werde ich aber wohl gehabt haben.

Die PSO war irgendwie immer mein Begleiter von Kindesbeinen an, mal mehr mal weniger.

Ausser Eincremen wurde nix gemacht .

Während zweier Schwangerschaften war sie weg , einfach so ...und kam dann aber nach und nach zurück. War es der Hormonhaushalt , wie mein Arzt damals meinte?

Am besten immer schwanger sein, war so ein Ausspruch von ihm.:tw_smirk:

Im späteren Leben , als die PSA dazu kam , mit innerlichen Medikamenten und später dann auch Biologika , entwickelte sich eine Pollenallergie gegen Birkenblätter und Akazie.

Diese habe ich aber durch Ohrakupunktur gut im Griff.

Ob das nun wirklich nur mit den Medikamenten zu tun hat, weiß ich natürlich nicht, vermute ich aber.

vor 1 Stunde schrieb GrBaer185:

Schuppenflechte ist keine Erkrankung, sondern zu viel Gesundheit (die Haut erneuert sich viel zu gut - von einem Arzt)
- Psoriatiker kann man in eine Jauchegrube legen, sie bekommen keine Hautinfektion. Die Haut der Psoriatiker habe besondere Peptide auf ihrer Oberfläche die bakterizid wirken (wenn ich mich richtig erinnere von Prof. Dr. Christoffers)

Diese Aussagen kenne ich auch und letztere fand ich für mich immer recht zutreffend, weil ich ein ziemlich lebendiges Kind war, das auch schon mal mit den Jungs raufte , auf Bäume kletterte usw. , da waren kleine Verletzungen nicht wenig. 

Es wurde irgendwann gesäubert, gab ein Pflaster drauf und fertig. 

Nun, was ich als positiv empfinde, ist , das ich durch die PSO ( durch Kontakte, Rehas und Treffen ) viele Menschen kennengelernt habe, die ich ohne PSO wahrscheinlich nie getroffen hätte.

Meine Jungs haben die PSO bisher nicht bekommen, der Ältere hat allerdings im jugendlichen Alter Vitiligo bekommen, womit er allerdings gut umgesehen kann , obwohl es sich im weiteren Leben sehr ausgebreitet hat.

Es kann ja auch Generationen überspringen, ich soll es wohl von meinem Urgroßvater mütterlicherseits geerbt haben und in der Seitenlinie gab es dann noch weitere , männliche Nachfahren, die es geerbt haben.

 

 

 

vor 4 Stunden schrieb GrBaer185:

- Psoriatiker bekommen keinen (weniger?) Krebs (wenn ich mich richtig erinnere von Dr. med. G. Schäfer)

Als ich meine Pso erstmals meinem Dermatologen vorgestellt hatte, war seine "beruhigende" Aussage: "Damit können Sie 100 Jahre alt werden." - Er betrachtete sie mehr wie ein "kosmetisches" Problem?

4J später sah das dann bei mir aber völlig anders aus! Nur noch 5% der Hautoberfläche hatte keine Pso und ich war damals froh, dass meine Ärzte wussten, wie sie mir helfen konnten.

Die Aussage zu einer geringeren Krebsrate bei Pso hatte ich auch "gehört". Allerdings in Bezug auf eine Arsen-Behandlung (wird ab etwa 1965 als veraltet/obsolet angesehen) bei Pso, sollen anschließende UVB-Bestrahlungen vermindert werden, um das Krebsrisiko (durch Arsen+UVB) zu senken.

UVA habe ein höheres Krebsrisiko (als UVB), da diese Strahlen in tieferes Gewebe unter der Haut eindringen können.

Hat jemand Erfahrungen mit Hautkrebs?

Meine Haut hatte die 5x 3 Wochen UVB und 1x 9 Wochen UVA sehr gut toleriert. Am besten komme ich mit zeitlich gut dosiertem Sonnenlicht zurecht. LG Burg

Am 1.1.2025 um 15:23 schrieb GrBaer185:

- Psoriatiker kann man in eine Jauchegrube legen, sie bekommen keine Hautinfektion. Die Haut der Psoriatiker habe besondere Peptide auf ihrer Oberfläche die bakterizid wirken (wenn ich mich richtig erinnere von Prof. Dr. Christoffers)

Der Hinweis auf Hautpeptide ist mir neu.

Meine Selbstbeobachtung zeigt mir eine kühle trockene Haut. Darauf fühlen sich Erreger wahrscheinlich nicht besonders wohl? Oder tägliches Cremen und bessere Hygiene vertreiben sie?

Ich bin stolz auf meine phantastische schöne Haut um die Pso drum herum! Das und die gute Figur wären eine gute Voraussetzung für mich gewesen, als Mannequin zu arbeiten. LG Burg

Zitat

- Psoriasis – neue Erkenntnisse zur Pathogenese und Therapie

AU=U Mrowietz, K Reich, Dtsch Ärzteblatt Int, 1-2, 2009

Antimikrobielle Peptide (AMP) sind wichtiger Bestandteil des Systems der angeborenen Immunität und für die Homöostase von Grenzflächenorganen wie der Haut von großer Bedeutung. Nahezu alle bisher identifizierten AMP kommen in Psoriasisläsionen vermehrt vor (7). Die Überexpression von antimikrobiellen Peptiden ist charakteristisch für die Psoriasis und kann als Zeichen der Aktivierung des angeborenen Immunsystems interpretiert werden. Passend dazu wird, im Gegensatz zur atopischen Dermatitis, eine bakterielle Superinfektion von Psoriasisläsionen klinisch nicht beobachtet.

https://www.aerzteblatt.de/archiv/62880/Psoriasis-neue-Erkenntnisse-zur-Pathogenese-und-Therapie

- Psoriasis and Antimicrobial Peptides (Review)

AU=Toshiya Takahashi, Kenshi Yamasaki, Int J Mol Sci, 21, 6791, 2020

https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32947991/

vor 5 Stunden schrieb GrBaer185:

Sieht vielleicht jemand positive Einflüsse der (ausgebrochenen/ in Erscheinung getretenen) Erkrankung z. B. auf die persönliche Entwicklung, den Lebensweg?

Meine auch positiven Einflüsse der Pso habe ich hier schon mehrfach ausführlich beschrieben.

- Durch die Pso ab 25J hatte ich 4J später meinen schönen Beruf in einen noch viel interessanteren eintauschen dürfen; dafür bin ich dankbar. 

- Meine Auseinandersetzung mit der Pso und dadurch eine angemessenere Lebensführung, ließen mich in noch jungen Jahren reifen; auch dafür bin ich sehr dankbar.

Ob beide Aspekte auch ohne Pso eingetreten wären?

Allerdings hatte ich damals (ab 30J) meinen Optimismus damit forciert, indem ich die Pso als zu mir und meinem Alltag dazugehörig definiert und Cremen zur Routine erklärte hatte. - So entfielen bei mir über einen langen Zeitraum ständige Arztbesuche, Therapie-Stress, Medikamente mit Nebenwirkungen und dafür hatte ich dann mehr Zeit für meinen Beruf, Sport, Urlaub und die Familiengründung. LG Burg

vor 18 Stunden schrieb GrBaer185:


Sieht vielleicht jemand positive Einflüsse der (ausgebrochenen/ in Erscheinung getretenen) Erkrankung z. B. auf die persönliche Entwicklung, den Lebensweg?

 

Ich denke schon, dass die PSO/PSA Einfluss auf meine Entwicklung hatte... 

Seid ich 13 Jahre alt war ist sie mein Begleiter und es blieb mir gar nichts anderes übrig, als sie irgendwie zu integrieren. 

Ich habe eine große Tüte Humor geburtstechnisch mitbekommen und durch die PSA  Verständnis und Empathie für "Leidgeplagte". Ich halte dies für ein großes Plus für meine Arbeit in der Seelsorge.

Ansonsten lernt man eine Menge Menschen kennen, hier, in Wartezimmern oder durch neugierige Blicke oder Fragen...

Was bitte soll ein Vorteil sein wenn man chronisch erkrankt ist, zudem wenn man, so wie ich, gleich mehrmals eine in die Wiege mitbekommen hat. Mein Leben drehte sich natürlich, bei ca. 70% Befall, oft nur noch um die Pso.  Mein Start mit Pso begann mit 27, wusste aber um die Möglichkeit da meine Mutter es in den Wechseljahren bekam. Vorher war es lange nicht klar, dass es Pso bei ihr ist. Später kam noch heraus, dass die Schwester meines Vaters es auch hatte, auch erst mit ca. 50 Jahren. Also bekam ich es von beiden Seiten.

Beruflich war alles OK, privat eher nicht so, aber das lag nie an der Pso. Nach einer Reha in Davos ohne Erfolg, durfte ich dann ans Tote Meer und das mehrmals. Es würde hier zu lange dauern alle Behandlungen und Mißerfolge aufzuzählen. Natürlich habe ich am TM viele nette Menschen kennen lernen dürfen und auch in der Mitgliedschaft im DPB e.V. Einige bestehen heute noch. Mutter bin ich auch, mein Sohn hat auch mit ca. 23 Pso bekommen, er provitiert auch von den Biologikas. Steht beruflich gut da und auch mit den Mädels hatte er nie Probleme. Kein Kind zu bekommen war nie eine Option. Bei meinen vielen Bekannten mit Pso auch nicht.

Heute bin ich dankbar für die Schulmedizin die mir die Biologika gebracht haben. Allerdings erst das 8. zeigt bis heute Wirkung. 

Lg. Lupinchen

vor 2 Stunden schrieb Lupinchen:

Was bitte soll ein Vorteil sein wenn man chronisch erkrankt ist, zudem wenn man, so wie ich, gleich mehrmals eine in die Wiege mitbekommen hat.

😁Du bist wundervoll pragmatisch mein Lupinchen...

Das Erfreuliche am ganzen ist dann eben: du durftest nach Davos und ans Tote Meer! Das ist doch Mal was☺️

Bearbeitet ( von Supermom)

Am 1.1.2025 um 15:23 schrieb GrBaer185:

 wie:

- Schuppenflechte ist keine Erkrankung, sondern zu viel Gesundheit (die Haut erneuert sich viel zu gut - von einem Arzt)

- Psoriatiker bekommen keinen (weniger?) Krebs (wenn ich mich richtig erinnere von Dr. med. G. Schäfer)



 

Das mit viel Gesundheit-Spruch finde ich gut. 

Ich kann einige Krankheiten abgeben: Crohn,  Blutdruck,  Schilddtüsenunterfunktion,  Arthrose.  Wer will? Ich verschenke sie auch.

 

Mein Vater hatte Psoriasis und Hautkrebs.  

vor 21 Stunden schrieb Burg:

die Pso als zu mir und meinem Alltag dazugehörig definiert und Cremen zur Routine erklärte hatte. - So entfielen bei mir über einen langen Zeitraum ständige Arztbesuche, Therapie-Stress, Medikamente mit Nebenwirkungen

Die Pso als Beobachtungsobjekt, um Vorteile für ihre Bewältigung zu finden.

Um noch in die Tiefe meiner Pso-Erfahrung zu gehen, hier der Versuch einer Beschreibung:

- Meine Pso fing äußerst dezent mit nur 2 kleinen Stellen am Schienbein an.

- Je mehr ich therapierte (cortisonhaltige Cremes), umso mehr Pso zeigte sich nach dem jeweiligen ausschleichenden Absetzen (bis zu 95% Pso). 

- Pflegecreme in Form von cortisonfreier Basiscreme bekam ich nur äußerst spärlich vom Arzt und eine für mich verträgliche eigene Pflegecreme hatte ich noch nicht gefunden.

- Nach einem 3-monatigen Krankenhausaufenthalt wollte ich meine Pso verstehen lernen und nur noch so wenig, wie irgend möglich, therapieren. Aber ich hatte noch zu große Angst vor einem erneuten großen Schub und eine Schwangerschaft sorgte dafür, dass ich Pso-mäßig kein Risiko für´s Ungeborene eingehen wollte und dadurch dann in homöopathischen Dosen mit einer Cortisoncreme weiterbehandelte.

- Als ich keine Angst mehr (durch eine bei mir funktionierende Dithranol/UVB-Therapie) vor Pso-Schüben haben musste, konnte ich mein Ziel mit nur Pflegecremen erreichen. Jetzt konnte ich viel besser erkennen, welche Ursachen (Allergien, Nahrung, Witterung, Kleidung, Stress, andere Stoffe) meine Pso sowohl negativ als auch positiv beeinflussten und meinen Alltag danach einrichten.

- Die Pflegecreme musste für meine Haut nur verträglich sein; da hatte ich einige unterschiedliche im Einsatz. (Einige Emulgatoren und sonstige Cremebestandteile waren für mich unverträglich.) Die Pflegecreme hatte den Zeit-Vorteil, dass sie großflächig mal schnell eben aufgetragen werden konnte und ich sie mir privat in großen Mengen jederzeit bestellen konnte.

- Bei mir war wenig Pso-Behandlung vorteilhaft. Allerdings bei großen Schüben hatte ich auch immer ärztliche Hilfe in Anspruch genommen.

- Ich hatte gelernt, meine von mir mit Pflegecreme selbst beeinflussbaren Pso von einer nur selten auftretenden schulmedizinisch-pflichtigen zu unterscheiden. LG Burg

vor 1 Stunde schrieb eva0062:

Das mit viel Gesundheit-Spruch finde ich gut. 

Ich kann einige Krankheiten abgeben: Crohn,  Blutdruck,  Schilddtüsenunterfunktion,  Arthrose.  Wer will? Ich verschenke sie auch.

 

Mein Vater hatte Psoriasis und Hautkrebs.  

... hab ich alles schon, außer dem Chron, dafür hab ich das Herzkasperle😅...

Ich denke ja, da ist irgendwas in mir aus dem Gleichgewicht geraten und nun folgt aus irgendeinem Grund eine Kettenreaktion blöder Krankheiten 🤦🏻... Aber das ist ein anderes Thema.

 

Krebs ist in meiner Familie leider auch vertreten, vom Pankreas, schwarzer Hautkrebs  und Darm alles dabei.

Den Schockmoment, dass bei der Mammographie etwas gesehen wurde, hatte ich nun schon dreimal und jedes Mal wurde es als vielleicht harmlos eingestuft...beobachten.

 

Naja... Beobachten wir eben! 

Und inzwischen genießen wir das Leben!

Vielleicht ist die Sicht auf den Wert des Lebens etwas intensiver wenn man so ein chronisches Anhängsel hat.

vor 21 Stunden schrieb Supermom:

😁Du bist wundervoll pragmatisch mein Lupinchen...

Das Erfreuliche am ganzen ist dann eben: du durftest nach Davos und ans Tote Meer! Das ist doch Mal was☺️

Davos ist eher häßlich und die Klinik lag mitten in der Stadt, Auspuffgase incl. Die Behandlung...naja. Die Umgebung ist natürlich war sehenswert. Mehr Negatives darf ich ja hier nicht sagen, wurde dann immer derbe angemacht. Ist aber auch schon laaaange her. Die Therapie am TM ist anstrengend  und hat nichts mit Urlaub zu tun. Der Kampf um Genehmigung immer nervenraubend.

Lg. Lupinchen

  • 1 Jahr später...
Zeit: 1.1.2025 um 15:23, GrBaer185 schrieb:

- Psoriatiker bekommen keinen (weniger?) Krebs (wenn ich mich richtig erinnere von Dr. med. G. Schäfer)

Kennt jemand auch diese oder andere Aussagen?

Auf Schuppenflechte wächst kaum Krebs

Science ORF, 10.3.2026

Zitat: "Bei der Hautkrankheit macht eine chronische Entzündungsreaktion die Zellen in den betroffenen Hautarealen gleichsam alt und schwach und hemmt so das Wachstum von Krebszellen."

https://science.orf.at/stories/3234544/

Höheres Krebsrisiko bei mittelschwerer bis schwerer Psoriasis

AU=Anna Maria Roll, Medical Tribune, 17.3.2026

Zitat: "Psoriasis-Patienten hatten ein höheres Risiko für bestimmte Krebsarten, darunter solche mit schlechter Prognose wie Lungen-, Leber- oder Speiseröhrenkrebs. Besonders häufig traten bösartige Tumoren in Mundhöhle, Rachen, Speiseröhre, Leber, Bauchspeicheldrüse, Niere und Harnblase auf, ebenso Keratinozyten-Karzinome, Hodgkin- und Non-Hodgkin-Lymphome sowie Leukämien. Bei Patienten mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis stieg das Risiko für alle Krebsarten weiter an. Zudem war das Risiko für Lungen-, Kehlkopf- und Eierstockkrebs erhöht, während es für Prostatakrebs leicht sank."

https://medical-tribune.ch/news/medizin/4000158776/hoeheres-krebsrisiko-bei-mittelschwerer-bis-schwerer-psoriasis/

Bis jetzt habe ich nur 1 jungen Pso-Patienten, Raucher, mit Tumoren in Mundhöhle und Rachen kennen gelernt. Nach der operativen Entfernung war er mindestens 15J krebsfrei.

  • 2 Wochen später...
  • Ersteller

Jetzt hab ich doch mal dem Microsoft Copiloten (KI) die Frage gestellt:

"warum hat sie Psoriasis evolutionär so weit verbreitet"

Kurzantwort: Psoriasis‑Veranlagung ist wahrscheinlich kein „Fehler“, sondern das Ergebnis evolutionärer Trade‑offs: Gene, die Hautbarriere und Immunantwort stärken oder gegen Infektionen schützen, können unter heutigen Umweltbedingungen Autoimmunreaktionen wie Psoriasis begünstigen.

Hauptgründe aus evolutionärer Sicht

1. Balancierende Selektion und Schutz vor Infektionen

Bestimmte Varianten im HLA‑Komplex und in Immunwegen (z. B. IL‑23/IL‑17) erhöhen die Immunreaktivität der Haut. Solche Varianten können in früheren Umwelten Schutz gegen bakterielle oder pilzliche Hautinfektionen oder gegen systemische Erreger gebracht haben, wodurch sie in Populationen erhalten blieben, obwohl sie heute Psoriasis‑Risiko erhöhen. pmc.ncbi.nlm.nih.gov pmc.ncbi.nlm.nih.gov

2. Hautbarriere‑Evolution und pleiotrope Effekte

Gene, die die Hautbarriere (z. B. LCE‑Gene, ß‑Defensin‑Cluster) formen, zeigen menschenspezifische Veränderungen. Verbesserte Barriere‑ oder Wahrnehmungsfunktionen der Haut konnten adaptiv sein, gleichzeitig führen manche Varianten zu einer überschießenden Entzündungsantwort (Pleiotropie). Das erklärt, warum Prädispositionen relativ häufig sind. humangenetik.uk-erlangen.de pmc.ncbi.nlm.nih.gov

3. Hitchhiking mit vorteilhaften Allelen

Risiko‑Allele für Psoriasis können genetisch nahe an anderen, stark vorteilhaften Varianten liegen (Linkage disequilibrium). Wenn ein vorteilhaftes Allel selektiert wurde, „hängen“ benachbarte Risiko‑Allele mit und bleiben in der Population. Genetische Studien zeigen viele assoziierte Loci in immunologischen Regionen. pmc.ncbi.nlm.nih.gov

4. Moderne Umwelt‑Mismatch

Viele genetische Varianten entstanden in Umwelten mit anderen Infektionsdruck‑, Ernährungs‑ und Lebensstilfaktoren. Heute führen veränderte Mikrobiome, weniger frühkindliche Infektionen, andere Ernährungs‑ und Stressfaktoren dazu, dass dieselben genetischen Einstellungen überreagieren und chronische Entzündung auslösen. Evolutionär neutrale oder leicht vorteilhafte Varianten können so pathologisch werden. pmc.ncbi.nlm.nih.gov Wiley Online Library

Was die Forschung stützt und was spekulativ bleibt

  • Gut belegt: Psoriasis hat eine starke genetische Komponente; viele Risikogene liegen in Immun‑ und Hautbarrierewegen. pmc.ncbi.nlm.nih.gov humangenetik.uk-erlangen.de

  • Evidenz für Schutzwirkung: Indirekte Hinweise und evolutionäre Analysen deuten auf mögliche Vorteile gegen Infektionen oder in Hautanpassung hin, aber direkte experimentelle Belege für konkreten Selektionsvorteil sind begrenzt. Einige Studien zeigen menschenspezifische Genexpressionsmuster, die mit Psoriasis‑Genen überlappen. pmc.ncbi.nlm.nih.gov

Fazit

Die weite Verbreitung von Psoriasis‑Veranlagung lässt sich am plausibelsten durch Trade‑offs erklären: Gene, die in der Vergangenheit Schutz oder bessere Hautfunktion brachten, erhöhen heute unter veränderten Umweltbedingungen das Risiko für Autoimmun‑Entzündungen. Einige Mechanismen sind gut durch genetische und transcriptomische Studien gestützt; andere bleiben Hypothesen, die weitere evolutionäre und funktionelle Forschung brauchen. pmc.ncbi.nlm.nih.gov pmc.ncbi.nlm.nih.gov

Wenn Sie möchten, kann ich konkrete Gene und Studien (z. B. HLA‑C*06, IL23R, LCE‑Cluster) mit Kurzbeschreibungen und Links zu den Originalarbeiten zusammenstellen.

  • Ersteller

Frage an Claude (KI): "Warum hat sich die Psoriasis evolutionär so weit verbreitet." Antwort:

Eine sehr interessante Frage! Es gibt mehrere evolutionsbiologische Erklärungsansätze, warum Psoriasis – trotz ihrer Nachteile für Betroffene – in der menschlichen Population so verbreitet geblieben ist (weltweit etwa 2–3 % der Bevölkerung).

Immunologischer Vorteil: die Haupthypothese

Der überzeugendste Erklärungsansatz ist der Heterozygotenvorteil bzw. die antagonistische Pleiotropie: Die Gene, die Psoriasis begünstigen, verleihen gleichzeitig einen stärkeren Schutz gegen bestimmte Infektionen.

Konkret: Viele Psoriasis-assoziierte Gene (insbesondere im HLA-C*06:02-Bereich und im IL-17/IL-23-Signalweg) sorgen für eine hyperaktive Immunantwort. In einer Welt ohne moderne Medizin war ein aggressives Immunsystem gegen Bakterien, Pilze und Parasiten ein enormer Überlebensvorteil – besonders bei Hautwunden und systemischen Infektionen. Der Preis dafür: Gelegentliche Überreaktionen gegen körpereigenes Gewebe.

Weitere Faktoren

Spätes Manifestationsalter: Psoriasis bricht oft erst nach dem reproduktiven Höhepunkt aus. Die Selektion wirkt dann kaum mehr dagegen – die Gene wurden schon weitergegeben.

Polygene Architektur: Über 80 Risikoloci sind bekannt. Einzelne Varianten haben je für sich nur geringe Effektgröße, weshalb negative Selektion sehr schwach angreift.

Wechselwirkung mit Umwelt: Die tatsächliche Erkrankung entsteht erst durch Triggerfaktoren (Stress, Infektionen, Medikamente). In anderen Umwelten blieben dieselben Gene klinisch stumm.

Genetische Drift: In kleinen Gründerpopulationen können sich neutrale oder leicht nachteilige Varianten zufällig anreichern.

Kurzfassung

Die Psoriasis-Gene sind wahrscheinlich deshalb so verbreitet, weil sie im evolutionären Kontext mehr nützten als schadeten – nämlich als Verstärker der Immunabwehr gegen lebensbedrohliche Infektionen. Erst unter modernen Bedingungen (reduzierter Infektionsdruck, veränderte Darmflora, chronischer Stress) kippt die Balance zur Erkrankung. Das ist ein klassisches Beispiel dafür, wie Evolution auf kurzfristige Überlebensvorteile optimiert, nicht auf langfristiges Wohlbefinden.

Hast du Interesse an einem bestimmten Aspekt – z. B. den konkreten Genen, dem Immunmechanismus oder dem Vergleich mit ähnlichen Erkrankungen wie Morbus Crohn?

Bearbeitet ( von GrBaer185)
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