Die Rheuma-Liga Rheinland-Pfalz lädt zu einer Online-Veranstaltung über "Rheuma bei Kindern" ein. Die Veranstaltungen finden online über Microsoft Teams statt, so dass Betroffene aus ganz Deutschland teilnehmen können.
Referen ist Dr. Boris Hügle, Chefarzt der Kinder- und Jugendrheumatologie im Rheumazentrum Rheinland-Pfalz.
Anmeldungen gehen an: info@rheuma-liga-rlp.de
Die Veranstaltung ist kostenlos.
06.05.2026 14:00
Hallo,
ich habe es bereits hier geschrieben, aber ich hoffe, in diesem Unterforum erfahren mehr Betroffene von meiner Entdeckung. Verzeiht mir meinen nachfolgenden nüchternen Stil, aber ich versuche, meine Beobachtungen und Gedanken bereits so geordnet wie möglich zu präsentieren. Der Reihe nach:
Pso
Seit 3-4 Monaten hat sich meine Pso, unter der ich seit mehr als 15 Jahren leide, drastisch verbessert. Gegen den Juckreiz habe ich mich bislang - mehr schlecht als recht - beholfen, indem ich die betroffenen Körperpartien 7-8 Mal und mehr täglich eingecremt habe, darunter auch immer nachts. Zur Zeit bin ich auf 1-2 Mal herunter, ja kann das Eincremen sogar wie heute ganz weglassen, ohne daß der Juckreiz übermächtig wird.
Ursachenforschung
Die Besserung ist schleichend eingetreten, so daß ich sie anfangs gar nicht richtig registriert habe. Und als ich aufmerksam wurde, habe ich lange Zeit die Gründe an der falschen Stelle vermutet. Es ist nämlich so, daß ich seit September/Oktober 2010 gar nichts besonderes an meinem Lebens- und Ernährungsgewohnheiten geändert habe. Und doch hat sich seitdem die Pso dramatisch verbessert. Um der Ursache auf die Spur zu kommen, habe ich deshalb eine erschöpfende Liste der möglichen Gründe erstellt:
1. Spontanremission: Also eine spontane Verringerung der Symptome, ohne daß sich medizinische Gründe dafür erkennen lassen. Solch Schwankungen gibt es ja bei vielen Krankheiten und sind an sich nichts Ungewöhnliches. Trotzdem halte ich eine Spontanbesserung für sehr unwahrscheinlich, denn sowas habe ich in den letzten 15 Jahren nicht einmal im Ansatz erlebt, also warum jetzt plötzlich?
2. Elektromagnetfeldtherapie (EMFT): Gegen meine Gelenkbeschwerden wende ich die EMFT seit vielen Jahren an. Meiner Erfahrung nach ist die EMFT immer für eine Überraschung gut und ich habe einige positiven Nebeneffekte in dieser Zeit festgestellt, die sich eindeutig auf die EMFT zurückführen lassen. Nur: auf meine Pso hat die Magnetfeldtherapie in all den Jahren keinen Einfluß gehabt, also warum sollte sie jetzt plötzlich anfangen zu wirken? Deswegen kann ich auch die EMFT ausschliessen.
3. Hirschtalg-Creme: Mit dieser Creme hatte ich 2009 meine ersten spürbaren Erfolge und obwohl sich meine Euphorie nach einiger Zeit wieder verflogen hat, hilft sie jetzt auch noch in Maßen. Aber mit meinem derzeitigen Erfolg kann sie nichts zu tun haben, denn die Pso hat sich auch an den Stellen stark gebessert, die ich nur selten oder gar nicht eincreme.
4. Bromelain: es bleibt nur noch Bromelain, ein Nahrungsergänzungsmittel. Bromelain ist ein Ananasenzym, das ich gegen meine Gelenkentzündungen einnehme (es handelt sich dabei nicht um eine Psoriasisarthritis, das konnte man in einer medizinischen Untersuchung ausschliessen). Neben der EMFT ist es das einzige Mittel, das bei mir dagegen hilft. Ich habe meinen Einnahmekalender kontrolliert und siehe da: Mein Einnahmebeginn von Bromelain fällt zeitlich absolut mit der Besserung der Pso zusammen, nämlich September 2010!
4. a. Einnahme: Ich nehme das Bromelain sehr hochdosiert ein, nämlich 2 x 3 Tabletten à 500 mg, also insgesamt 3000 mg/Tag. Zum Vergleich: Eine Zusammenfassung einiger klinische Studien (aus "Bromelain as a Treatment for Osteoarthritis: a Review of Clinical Studies", eCAM, Bd. 1, Nr. 3, 2004, S. 251–257) führt Verabreichungsmengen zwischen 500 und maximal 2000 mg/Tag auf.
5. b. Nebenwirkungen verspüre ich absolut keine (außer einer anfänglichen Verfärbung des Stuhls, die sich aber bald wieder gelegt hat). Allerdings soll nicht unerwähnt bleiben, daß meine Freundin, die ebenfalls mit Gelenkproblemen zu kämpfen hat, sich bereits nach der ersten Einnahme übergeben hat und die Einnahme sofort abgebrochen hat. Es scheint also wie so oft auch eine Frage der individuellen Verträglichkeit zu sein.
Ich zitiere in diesem Zusammenhang aus einer weiteren wissenschaftlichen Studie (aus "Bromelain. Übersicht und Diskussion zur therapeutischen Anwendung", Deutsche Zeitschrift für Sportmedizin, Bd. 56, Nr. 1, 2005, S. 17):
Offizielle Angaben zu Eigenschaften, Anwendung und Nebenwirkungen, Dosierung und Toxizität finden sich in der Bromelain-Monographie im Bundesanzeiger vom 10.3.1994. Ausser einer bestehenden Überempfindlichkeit gegen Bromelain bzw. Ananas sind hier für die Anwendung von Bromelain keine Gegenanzeigen oder besonderen Vorsichtshinweise genannt. Nebenwirkungen von Proteasen sind erfahrungsgemäß selten, vorübergehend und geringgradig.
Die Studien sollen nun meinen persönlichen Erfahrungen keinen pseudo-wissenschaftlichen Anstrich geben (ich bin selbst Nicht-Mediziner). Es ist auch so, daß in diesen Studien die Wirkung von Bromelain gegen Gelenkentzündungen unterschiedlich bewertet wird und deshalb letztlich nicht zweifelsfrei bewiesen ist. Fakt ist aber trotzdem, daß Bromelain mir gut hilft. Ich vermute, daß die entzündungshemmende Wirkung des Ananasenzyms sich auch bei Hautentzündungen entfaltet und so auch meine Schuppenflechte gebessert hat. Wo die Studien und meine persönliche Erfahrung sich decken, ist, daß Bromelain sehr nebenwirkungsarm ist.
5. c. Einkauf: Ich bin selbst wie ihr Betroffener und habe null kommerzielles Interesse, deswegen werde ich auch meinen Hersteller nicht nennen, um allen diesbezüglichen Vermutungen vorzubeugen. Aber soviel: Falls ihr Bromelain selbst ausprobieren wollt, achtet auf das Verhältnis mg/Euro, also wieviel mg Bromelain ihr für einen Euro einkauft. Diese Angabe ist entscheidend, nicht wie viele Tabletten die Dose enthält, denn der Bromelain-Gehalt kann je nach Anbieter erheblich schwanken. Ich halte Bromelain nicht für sehr teuer, für ungefähr 85 Tage Einnahme bezahle ich ca. 55 Euro.
Ich würde mich über Rückmeldungen von Betroffenen freuen, die es auch mit Bromelain versuchen wollen. Zusammen können wir der Sache besser auf den Grund gehen. Zusammenfassend kann ich sagen, daß Bromelain mir bislang ausgezeichnet hilft, ich keine Nebenwirkungen verspüre und auch mein Geldbeutel geschont wird.
Viele Grüße
Lance
Bearbeitet ( von Lance)