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<rss version="2.0"><channel><title>Artikel: Forschung f&#xFC;r Menschen mit Schuppenflechte</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/?d=33</link><description>Artikel: Forschung f&#xFC;r Menschen mit Schuppenflechte</description><language>de</language><item><title>Studie untersucht Fr&#xFC;herkennung der Psoriasis arthritis &#x2013;&#xA0;und jeder kann online teilnehmen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studie-untersucht-frueherkennung-der-psoriasis-arthritis-%E2%80%93%C2%A0und-jeder-kann-online-teilnehmen-r1399/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2026_01/HPOS-Studie-Aufruf.jpg.7a7b54be9cf14f4b0ef6c1cd0f597648.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Für die europäische HPOS-Studie werden 25.000 Menschen mit Psoriasis gesucht, um durch einfache Online-Fragebögen und kleine Blutproben von zu Hause aus die Risikofaktoren für eine Gelenkbeteiligung zu erforschen. Wer teilnimmt, profitiert dabei von einem automatischen Frühwarnsystem. Das kann helfen, eine Psoriasis arthritis rechtzeitig zu erkennen und Schäden vorzubeugen.</strong>
</p>

<p>
	Das Leben mit Schuppenflechte ist ein ständiges Auf und Ab zwischen Hautpflege, Arztterminen und der Hoffnung auf Besserung. Manchmal fragt man sich, ob die Erkrankung irgendwann weitere Kreise ziehen könnte – zum Beispiel, ob sich eine Psoriasis arthritis dazugesellt.
</p>

<p>
	Diese Ungewissheit ist für viele belastend. Oft wird die Diagnose erst gestellt, wenn die Gelenke bereits schmerzen oder geschwollen sind. Genau an diesem Punkt setzt jetzt ein großes europäisches Forschungsprojekt an. Das Projekt heißt HPOS (HIPPOCRATES Prospective Observational Study) und hat ein klares Ziel: Man möchte die Arthritis vorhersagen und verhindern, noch bevor die ersten Schäden entstehen.
</p>

<p>
	Für diese wegweisende Studie suchen Forscher aus ganz Europa derzeit 25.000 Menschen mit Psoriasis, die bisher keine diagnostizierte Gelenk-Schuppenflechte haben.
</p>

<p>
	Das Besondere an diesem Projekt: Es geht nicht um neue Medikamententests, sondern allein um das Verständnis unseres Körpers. Die Wissenschaftler möchten herausfinden, welche feinen Unterschiede im Blut oder in der Lebensweise darüber entscheiden, ob jemand gesund bleibt oder Gelenkprobleme entwickelt.
</p>

<p>
	Dabei arbeiten renommierte Institutionen wie die Universität Oxford und das University College Dublin Hand in Hand mit deutschen Experten vom Fraunhofer-Institut in Frankfurt. Sie alle sind sich einig, dass der Schlüssel zur Früherkennung in unseren Erfahrungen und biologischen Daten liegt.
</p>

<h2>
	Entspannt von zu Hause aus teilnehmen
</h2>

<p>
	Aufwendige Klinikbesuche und Stunden im Wartezimmer sind nicht nötig: Die HPOS-Studie ist so konzipiert, dass sie sich gut in den Alltag integrieren lässt. Die gesamte Teilnahme findet online statt. Etwa alle sechs Monate müssen bequem auf dem Sofa oder am Schreibtisch Fragebögen zum Befinden und zur Hautsituation ausgefüllt werden.
</p>

<p>
	Wer die Forschung noch intensiver unterstützen möchte, kann eine kleine Blutprobe per Post beitragen. Dafür bekommen die Teilnehmer ein kleines Set nach Hause geschickt. Damit kann man sich – ähnlich wie beim Blutzuckermessen – einen kleinen Tropfen Blut aus der Fingerkuppe abnehmen. Ein paar Tropfen auf einem speziellen Stäbchen genügen den Forschern für umfangreiche Analysen.
</p>

<h2>
	Was jeder persönlich davon hat
</h2>

<p>
	Natürlich hilft deine Teilnahme der Gemeinschaft und der Forschung für zukünftige Generationen. Aber es gibt auch einen ganz direkten Nutzen für jeden Teilnehmer: Die regelmäßigen Online-Fragebögen beinhalten spezielle Checks, die erste Anzeichen einer Arthritis oft früher erkennen als wir selbst. Sollte das System Hinweise auf eine Gelenkbeteiligung finden, bekommen die Teilnehmer sofort eine Rückmeldung. Wir wissen schließlich, dass Zeit bei den Gelenken der wichtigste Faktor ist.
</p>

<h2>
	Sicherheit und Vertrauen
</h2>

<p>
	Bei einem so großen Projekt ist der Schutz der persönlichen Daten natürlich das oberste Gebot. Alle Angaben werden streng vertraulich behandelt und pseudonymisiert, versichern die Forscher. Sie arbeiten mit den Daten, ohne direkt auf die Identität der Teilnehmer zu schließen. Die Teilnahme kann zudem jederzeit beende werden, ohne dass Gründe genannt werden müssen.
</p>

<h2>
	Das Wichtigste auf einen Blick
</h2>

<p>
	Hier sind die Eckdaten zur Studie zusammengefasst:
</p>

<ul>
	<li>
		<strong>Wer wird gesucht?</strong> Menschen über 18 Jahren mit diagnostizierter Psoriasis, die noch keine Psoriasis-Arthritis haben.
	</li>
	<li>
		<strong>Dauer der Studie</strong>: Die Beobachtung läuft über 3 Jahre.
	</li>
	<li>
		<strong>Dein Aufwand</strong>: Du füllst nur alle 6 Monate online Fragebögen aus.
	</li>
	<li>
		<strong>Ort</strong>: Komplett von zu Hause aus ("Remote Studie"). Keine Klinikbesuche nötig.
	</li>
	<li>
		<strong>Freiwilliges Extra</strong>: Auf Wunsch kannst du ein kleines Kit für eine Kapillarblutprobe (Fingerstich) per Post erhalten und zurücksenden.
	</li>
	<li>
		<strong>Kosten</strong>: Die Teilnahme ist kostenlos.
	</li>
</ul>

<p>
	Einige Infos kann man sich auch schon <a href="https://hpos.study/assets/documents/DE/2025_02_05_HPOS_PIS_V1.1DE.pdf" rel="external nofollow">im Informationsblatt für Studienteilnehmer</a> anlesen.
</p>

<p style="text-align: center;">
	<a class="simple-button-plugin" href="https://hpos.study" rel="external nofollow" style="display:inline-block;background-color:#27AE61;border:1px solid #27AE61;color:#fff !important;padding:5px 10px;border-radius:5px;font-size:14px;text-decoration: none !important; cursor: pointer;" target="_blank">Alle Informationen zur HPOS-Studie</a>
</p>

<h2>
	Fachbegriffe erklärt
</h2>

<p>
	<strong>Biomarker</strong>: Man kann sich Biomarker wie winzige Spurenleser im Körper vorstellen. Es sind messbare Werte, zum Beispiel bestimmte Eiweiße im Blut oder Merkmale in den Genen, die uns etwas über den Gesundheitszustand verraten. In der HPOS-Studie suchen die Forscher nach ganz bestimmten Biomarkern, die wie eine rote Warnlampe aufleuchten und anzeigen, dass eine Psoriasis arthritis im Anmarsch ist, noch bevor man den ersten Schmerz spürt.
</p>

<p>
	<strong>Prospektive Beobachtungsstudie</strong>: Dieser Begriff klingt kompliziert, beschreibt aber ein ganz friedliches Verfahren. "Prospektiv" heißt, dass die Forscher in die Zukunft schauen, und "Beobachtung" bedeutet, dass sie nicht in deine Behandlung eingreifen. Du bekommst keine Test-Medikamente, sondern lebst dein Leben ganz normal weiter. Die Wissenschaftler begleiten dich dabei nur über einen längeren Zeitraum und schauen sich an, wie sich deine Gesundheit natürlich entwickelt.
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	<span class="ipsEmoji">👉</span> Willst du dich mit anderen Betroffenen über Psoriasis arthritis austauschen? Dann <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/14-psoriasis-arthritis/" rel="">schau doch in unserem Forum vorbei</a>.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">1399</guid><pubDate>Mon, 19 Jan 2026 06:15:10 +0000</pubDate></item><item><title>Schuppenflechte und Gelenke: Warum manche Psoriasis arthritis bekommen &#x2013; und andere nicht</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/schuppenflechte-und-gelenke-warum-manche-psoriasis-arthritis-bekommen-%E2%80%93-und-andere-nicht-r1398/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2026_01/psoriasis-haut-gelenke-erlangen.jpg.3dfa061c498217d46659ceb1a92c228d.jpg" /></p>
<p>
	Forscher haben entdeckt, dass spezielle Entzündungszellen von der Psoriasis-Haut in die Gelenke wandern und dort nur dann Psoriasis arthritis auslösen, wenn schützende Bindegewebszellen fehlen. Diese Erkenntnis könnte helfen, das Schuppenflechte-Rheuma durch Bluttests frühzeitig zu erkennen und durch Stärkung des körpereigenen Schutzschildes im Gelenk zu verhindern.
</p>

<p>
	In diesem Artikel erklären wir den entdeckten Mechanismus, wie Hautprobleme auf Gelenke übergreifen – zugegeben: mit ein bisschen Drama <span class="ipsEmoji">😉</span>
</p>

<h2>
	Die stille Angst im Wartezimmer
</h2>

<p>
	Du sitzt beim Hautarzt. Du kennst das Wartezimmer. Du kennst die Gedanken. Deine Haut juckt. Die roten Flecken sind da. Du hast gelernt, damit zu leben. Du hast deine Medikamente. Du hast deine Routinen. Aber da ist diese eine Statistik: 20 bis 30 Prozent. Das ist die Zahl. So viele von uns bekommen Gelenkprobleme. Man nennt es Psoriasis arthritis. Kurz <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr>.
</p>

<p>
	Die Angst ist real. Jeder Schmerz im Finger lässt uns aufhorchen. Zwickt es im Rücken? Ist das nur Muskelkater? Oder geht es jetzt los? Die Ungewissheit belastet. Sie wiegt schwer. Ärzte können bis heute wenig sagen: Sie wissen nicht wirklich, wen es trifft. Sie wissen nicht, warum es passiert. Es ist wie ein Würfelspiel.
</p>

<p>
	Aber es gibt Neuigkeiten aus Erlangen. Dort arbeitet ein Team von Forschern. Sie sind Experten. Sie arbeiten an der Friedrich-Alexander-Universität. Sie haben tief in unsere Zellen geschaut. Sie haben etwas gefunden. Es ist wie ein fehlendes Puzzleteil. Sie haben den Weg der Entzündung entschlüsselt.
</p>

<p>
	Sie wissen jetzt, wie die Schuppenflechte wandert. Sie wissen, wie sie vom Fleck auf der Haut in das Gelenk kommt. Und sie wissen noch etwas Wichtigeres. Sie wissen, wer sie aufhalten kann. Oder wer sie aufhalten sollte.
</p>

<p>
	Dieser Bericht ist lang. Er ist ausführlich. Wir nehmen uns Zeit. Wir schauen uns jedes Detail an. Wir wollen verstehen. Denn Wissen hilft gegen Angst. Schritt für Schritt. Ohne komplizierte Fachsprache. Locker. Aber korrekt. Wir tauchen ein in die Welt deiner Zellen. Wir schauen uns die "Reisenden" an. Und wir besuchen die "Hausmeister" im Gelenk. Mach es dir bequem. Das hier ist wichtig für deine Zukunft.
</p>

<h2>
	Teil 1: Das große Rätsel der zwei Krankheiten
</h2>

<h3>
	Warum Haut und Gelenk zusammenhängen
</h3>

<p>
	Wir müssen vorne anfangen. Psoriasis ist nicht nur eine Hautsache. Das wissen wir heute. Es ist eine Entzündung im ganzen Körper. Das Immunsystem spielt verrückt. Es greift körpereigenes Gewebe an. Meistens ist es die Haut. Die Zellen teilen sich zu schnell. Es schuppt. Es entzündet sich.
</p>

<p>
	Aber das Immunsystem ist überall. Es fließt durch dein Blut. Es erreicht jeden Winkel. Warum greift es bei manchen nur die Haut an? Und bei anderen die Gelenke?
</p>

<p>
	Lange dachte man, es sei Zufall. Oder einfach Pech.
</p>

<p>
	Manche Ärzte sprachen von zwei verschiedenen Krankheiten. Die aber oft zusammen auftreten. Andere vermuteten eine Verbindung. Aber niemand konnte sie beweisen. Niemand konnte den Weg aufzeigen.
</p>

<p>
	Bis jetzt. Die Studie aus Erlangen zeigt einen Weg. Eine Straße. Sie führt von der Haut zum Gelenk. Die Krankheit breitet sich aus. Sie bleibt nicht stehen. Die Forscher vergleichen das mit Krebs. Das klingt erst mal hart. Krebs ist ein böses Wort. Aber der Mechanismus ist ähnlich. Bei Krebs wandern Zellen vom Tumor weg. Sie bilden Metastasen. Bei Psoriasis wandern Entzündungszellen weg. Sie bilden eine Arthritis. Das ist eine völlig neue Sichtweise. Sie hilft uns beim Verstehen.
</p>

<h3>
	Die Statistik, die vielen Sorgen macht
</h3>

<p>
	Lass uns kurz bei den Zahlen bleiben. 20 bis 30 Prozent. Das ist fast jeder Dritte. Das Risiko ist nicht klein. Eine Psoriasis arthritis ist kein Spaß. Sie tut weh. Gelenke schwellen an. Sie werden steif. Ohne Behandlung passiert Schlimmes. Knochen gehen kaputt. Knorpel verschwindet. Das Gelenk verformt sich. Das bleibt dann so. Man kann es nicht rückgängig machen. Deshalb ist Früherkennung so wichtig. Aber wie erkennt man etwas, das noch nicht da ist? Bisher ging das nicht. Wir mussten warten. Warten auf den Schmerz. Warten auf die Schwellung. Dann war die Entzündung schon da. Das Kind war in den Brunnen gefallen. Wir konnten nur reagieren. Wir konnten nicht agieren. Die Erlanger Forschung könnte das ändern. Sie gibt Hoffnung auf einen Test. Einen Test, bevor es wehtut. Dazu später mehr.
</p>

<p>
	Wer sind die Helden dieser Geschichte?
</p>

<p>
	Hinter dieser Entdeckung stecken Menschen. Es ist ein Es ist ein Team um Dr. Maria Gabriella Raimondo, Dr. Simon Rauber und Professor Andreas Ramming. Sie arbeiten an der <a href="https://www.medizin3.uk-erlangen.de/" rel="external nofollow">Medizinischen Klinik 3 in Erlangen</a>.
</p>

<p>
	Sie haben nicht allein gearbeitet. Es war ein riesiges Projekt. <a href="https://gepris.dfg.de/gepris/projekt/501752319" rel="external nofollow">Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat geholfen</a>. Der Europäische Forschungsrat war dabei. Das zeigt: Das Thema ist wichtig. Die Wissenschaft schaut auf Psoriasis. Wir werden nicht vergessen.
</p>

<p>
	Das Forscher-Team hat seine Ergebnisse veröffentlicht. In einem Fachblatt. Es heißt <a href="https://www.nature.com/articles/s41590-025-02351-z" rel="external nofollow">Nature Immunology</a>. Das ist der Olymp der Wissenschaft. Wer dort veröffentlicht, hat etwas Wichtiges gefunden.
</p>

<h2>
	Teil 2: Der erste Schritt – Der Aufbruch in der Haut
</h2>

<h3>
	Die Geburt der "Reisenden"
</h3>

<p>
	Stell dir deine Haut vor. Dort ist ein Psoriasis-Herd. Es ist rot. Es ist aktiv. In dieser Entzündung ist viel los. Immunzellen kämpfen. Botenstoffe fliegen hin und her. In diesem Chaos entstehen neue Zellen. Die Forscher nennen sie "myeloische Vorläuferzellen". Das ist ein schweres Wort. Nennen wir sie "die Reisenden". Diese Zellen sind jung. Sie sind noch nicht fertig. Sie sind wie Rekruten. Sie wurden gerade eingezogen. Ihr Ausbildungsort ist die entzündete Haut. Dort bekommen sie ihre Prägung. Sie lernen dort: "Entzündung ist gut. Wir müssen kämpfen."
</p>

<h3>
	Der Weg in den Blutstrom
</h3>

<p>
	Aber sie bleiben nicht in der Haut. Das ist das Neue. Das wusste man vorher nicht so genau. Die Forscher erklären das <a href="https://www.nature.com/articles/s41590-025-02351-z" rel="external nofollow">mit ihrer Studie</a>. Diese Zellen treten über. Sie gehen in den Blutkreislauf. Sie nutzen deine Adern als Autobahn. Sie schwimmen mit dem Strom. Durch den ganzen Körper. Das klingt gruselig. Entzündung, die durch den Körper schwimmt. Aber das ist erst mal normal. Das Immunsystem ist ja überall.
</p>

<p>
	Die Frage ist: Wo wollen sie hin? Haben sie ein Ziel? Ja, das haben sie. Ihr Ziel sind die Gelenke.
</p>

<p>
	Warum gerade die Gelenke?
</p>

<p>
	Das ist eine spannende Frage. Warum schwimmen sie nicht zur Leber? Oder zur Lunge? Es scheint eine Verbindung zu geben. Eine spezielle Anziehung.
</p>

<p>
	Vielleicht liegt es an der Struktur. Haut und Gelenk haben Ähnlichkeiten. Beides hat Bindegewebe. Beides wird mechanisch belastet. Die Reisenden fühlen sich dort wohl. Sie erkennen das Gewebe wieder. Es ist wie eine zweite Heimat für sie.
</p>

<p>
	Sie steigen also aus. Sie verlassen die Blutbahn. Sie wandern in das Gewebe um das Gelenk. Die Synovia. So heißt die Gelenkinnenhaut. Dort kommen sie an.
</p>

<h3>
	Die Entdeckung mit den leuchtenden Mäusen
</h3>

<p>
	Woher wissen die Forscher das so genau? Man kann ja nicht in einen lebenden Menschen hineinschauen. Zumindest nicht so tief. Sie haben einen Trick benutzt. Sie nutzten spezielle Mäuse. Man nennt sie "Kaede-Mäuse". Kaede ist ein Protein. Es leuchtet. Normalerweise leuchtet es grün. Aber man kann die Farbe ändern. Mit Licht. Nimmt man violettes Licht, wird es rot. Die Forscher haben nur die Haut der Mäuse beleuchtet. Alle Zellen in der Haut wurden rot. Alle anderen Zellen im Körper blieben grün. Das war der Startschuss.
</p>

<p>
	Dann haben sie gewartet. Sie haben geschaut: Wo tauchen rote Zellen auf? Finden wir rote Zellen im Herz? Finden wir sie im Gehirn? Nein. Aber sie fanden sie im Gelenk. Nach einiger Zeit tauchten dort rote Zellen auf.
</p>

<p>
	Das war der Beweis. Eindeutig. Diese Zellen kamen aus der Haut. Sie waren gewandert. Sie hatten ihre Farbe mitgebracht. Wie einen Stempel im Pass. "Ich komme aus der Haut." Das stand auf ihnen geschrieben. So konnten die Forscher die Reisenden identifizieren. Sie konnten sie zählen. Und sie konnten sehen: Bei Psoriasis wandern viele von ihnen.
</p>

<h2>
	Teil 3: Der zweite Schritt – Die Ankunft und die Kontrolle
</h2>

<h3>
	Allein ankommen reicht nicht
</h3>

<p>
	Jetzt wird es spannend. Die Reisenden sind da. Sie sind im Gelenk. Bedeutet das jetzt Arthritis? Geht jetzt die Entzündung los? Nein. Eben nicht. Das ist die große Überraschung der Studie. Dr. Rauber sagt: Die Einwanderung allein reicht nicht. Nur weil die Zellen da sind, wird man nicht krank. Das erklärt, warum viele Psoriasis-Patienten gesund bleiben. Auch bei ihnen wandern Zellen. Auch bei ihnen kommen die Reisenden an. Aber es passiert nichts. Warum nicht? Wer hält sie auf?
</p>

<h3>
	Das Begrüßungskomitee: Die Fibroblasten
</h3>

<p>
	Im Gelenk wohnen andere Zellen. Sie sind schon immer da. Es sind Bindegewebszellen. Die Fachleute sagen "Fibroblasten". Stell sie dir vor wie Hausmeister. Sie kümmern sich um das Gelenk. Sie bauen Knorpel auf. Sie schmieren das Gelenk. Sie sorgen für Ordnung. Und sie sind die Türsteher. Wenn neue Zellen kommen, prüfen sie diese. Sie schauen sich die Reisenden an. Sind das Freunde? Oder Feinde? Wollen die Ärger machen? Die Fibroblasten entscheiden über Krieg oder Frieden.
</p>

<h3>
	Der geheime Handschlag: CD200
</h3>

<p>
	Wie machen sie das? Die Zellen reden miteinander. Aber nicht mit Worten. Sie nutzen Moleküle. Die Forscher haben das Molekül gefunden. Es heißt CD200. Das ist wie ein Ausweis. Oder wie eine beruhigende Hand auf der Schulter. Die gesunden Hausmeister (Fibroblasten) haben viel CD200. Sie zeigen diesen Ausweis. Die Reisenden haben den passenden Empfänger. Er heißt CD200R1. Das ist wie ein Schloss für den Schlüssel. Wenn CD200 an den Empfänger andockt, passiert etwas Magisches. Ein Signal geht in die Reisende Zelle. Das Signal heißt: "Alles ruhig. Kein Angriff. Leg die Waffen weg."
</p>

<h3>
	Die friedliche Koexistenz
</h3>

<p>
	Das passiert in einem gesunden Gelenk.
</p>

<p>
	Die Reisenden kommen an. Sie sind vielleicht etwas aggressiv. Sie kommen ja aus der entzündeten Haut. Aber die Hausmeister sind stark. Sie zeigen ihren CD200-Ausweis.
</p>

<p>
	Die Reisenden beruhigen sich. Sie werden inaktiv. Sie lösen keine Entzündung aus. Das Gelenk bleibt gesund.<br>
	Du hast zwar Psoriasis. Deine Zellen wandern auch. Aber dein Gelenk schützt sich selbst. Das ist ein perfektes System. Es funktioniert bei den meisten von uns. Wir haben Glück. Unsere Hausmeister sind wachsam.
</p>

<h2>
	Teil 4: Wenn das System versagt – Der Ausbruch der Arthritis
</h2>

<h3>
	Der fehlende Schutzschild
</h3>

<p>
	Aber bei 30 Prozent geht es schief. Warum? Auch das erklären die Forscher. Bei diesen Menschen fehlt der Schutz. Die Hausmeister sind schwach. Oder es sind zu wenige da. Die Fibroblasten haben kein CD200 mehr. Oder viel zu wenig. Der Ausweis fehlt. Die beruhigende Hand fehlt. Das Gelenk ist schutzlos. Der "Boden" ist verändert. Er lässt die Entzündung zu.
</p>

<h3>
	Die Eskalation
</h3>

<p>
	Stell dir die Situation vor: Die Reisenden kommen an. Sie sind voller Energie aus der Haut. Sie sind bereit für Krawall. Sie treffen auf die Hausmeister. Aber die Hausmeister signalisieren nicht "Ruhe". Sie können es nicht. Ihnen fehlt das CD200. Die Reisenden warten vergeblich auf das Stopp-Signal. Da kommt nichts. Also machen sie das, was sie gelernt haben: Sie machen Entzündung. Sie werden aktiv. Sie rufen Verstärkung.
</p>

<h3>
	Die Verwandlung in Brandstifter
</h3>

<p>
	Die Reisenden verändern sich jetzt. Sie werden zu echten Fresszellen. Zu Makrophagen. Und sie aktivieren andere Zellen. Besonders die T-Zellen. T-Zellen sind die Spezialeinheiten des Immunsystems. Die Reisenden feuern die T-Zellen an. "Hier ist ein Feind! Greift an!" Die T-Zellen schütten Botenstoffe aus. Einer davon ist berüchtigt. Er heißt IL-17. Vielleicht kennst du den Namen. Viele moderne Medikamente blockieren IL-17. Jetzt wissen wir noch besser, warum das hilft. IL-17 ist wie Benzin im Feuer. Es heizt die Entzündung an.
</p>

<h3>
	Das Feuer brennt
</h3>

<p>
	Jetzt ist die Arthritis da. Das Gelenk wird heiß. Es schwillt an. Flüssigkeit sammelt sich. Das Immunsystem greift den eigenen Körper an. Es denkt, dort sei eine Infektion. Aber da ist keine.
</p>

<p>
	Es ist ein Fehlalarm. Ausgelöst durch die Reisenden. Und nicht gestoppt durch die Hausmeister. Der Knochen wird angegriffen. Er wird abgebaut. Gleichzeitig wuchert der Knochen an anderen Stellen. Das führt zu den typischen Verformungen. Und zu den Schmerzen, die wir kennen.
</p>

<h2>
	Teil 5: Die Beweise – Von der Maus zum Menschen
</h2>

<h3>
	Hightech-Analyse der Zellen
</h3>

<p>
	Die Forscher haben nicht nur Mäuse beobachtet. Sie haben die modernste Technik genutzt, die es gibt. Sie haben "Single Cell Sequencing" gemacht. Das heißt: Sie haben jede einzelne Zelle untersucht. Sie haben ihr Erbgut gelesen. Wie ein Tagebuch. Sie konnten sehen, welche Gene aktiv sind. So haben sie die Reisenden genau identifiziert. Sie haben einen komplizierten Namen: CD2+/MHC-II+/CCR2+ (das bedeutet, sie tragen alle drei Marker gleichzeitig). Lass uns bei "Reisende" bleiben. Aber dieser genetische Fingerabdruck ist wichtig. Er macht die Zellen unverwechselbar.
</p>

<h3>
	Bestätigung beim Menschen
</h3>

<p>
	Mäuse sind gut für die Forschung. Aber wir sind keine Mäuse. Funktioniert das bei uns auch so? Das Team hat Gewebeproben von Patienten untersucht. Von Menschen mit Psoriasis. Und von Menschen mit Psoriasis arthritis. Sie haben Hautproben genommen. Und Gelenkproben. Und sie haben verglichen. Das Ergebnis war eindeutig. Ja, es ist bei uns genauso. Auch in unseren Gelenken finden sich diese Reisenden. <a href="https://www.nature.com/articles/s41590-024-01774-4" rel="external nofollow">Und auch bei Arthritis-Patienten fehlen die CD200-Hausmeister</a>.
</p>

<h3>
	Der genetische Beweis der Wanderung
</h3>

<p>
	Sie haben noch einen Beweis gefunden. Sie haben die Mitochondrien untersucht. Das sind die Kraftwerke der Zellen. Sie haben eigene kleine Gene. Diese Gene verändern sich leicht. Wie Muttermale. Wenn eine Zelle sich teilt, gibt sie diese Merkmale weiter. Die Forscher fanden die gleichen Merkmale in der Haut und im Gelenk. Bei denselben Patienten. Das beweist: Die Zellen im Gelenk stammen von den Zellen in der Haut ab. Sie sind wirklich gewandert. Es ist wie ein Vaterschaftstest. Nur für Zellen. Der Weg ist bewiesen.
</p>

<h2>
	Teil 6: Der Blick in die Zukunft – Diagnose und Therapie
</h2>

<p>
	Warum erzählen wir das so ausführlich? Weil es Hoffnung gibt. Wenn wir den Mechanismus kennen, können wir ihn stören. Bisher werden oft nur die Symptome behandelt. Oder wir unterdrücken das ganze Immunsystem. Oder einzelne Komponenten – was schon ziemlich gut ist. Aber: Jetzt können wir noch gezielter vorgehen.
</p>

<p>
	Die Erlanger Entdeckung öffnet zwei neue Türen: Eine Tür für die Diagnose. Und eine Tür für die Therapie.
</p>

<h3>
	Die Chance auf einen Früherkennungstest
</h3>

<p>
	Erinnerst du dich an die Reisenden im Blut? Sie sind da, bevor das Gelenk wehtut. Das ist die Chance. Man könnte einen Bluttest entwickeln. Der Arzt nimmt dir Blut ab. Er sucht nach genau diesen Zellen mit den Markern CD2+, MHC-II+ und CCR2+. Findet er viele davon? Dann ist dein Risiko hoch. Deine Haut schickt schon Truppen los. Dann muss man handeln. Findet er keine? Dann kannst du aufatmen. Dein Risiko ist gerade gering. Das würde die Angst nehmen. Die Ungewissheit wäre weg. Wir wüssten, woran wir sind.
</p>

<h3>
	Die Vision der Prävention
</h3>

<p>
	Wenn wir wissen, wer gefährdet ist, können wir vorbeugen. Das ist der Heilige Gral der Medizin. Krankheiten verhindern, bevor sie ausbrechen. Wie könnte das gehen? Es gibt zwei Strategien, die sich aus der Studie ergeben.
</p>

<ul>
	<li>
		<strong>Strategie 1 – Die Reise stoppen</strong>: Man könnte Medikamente entwickeln, die das Wandern verhindern. Man könnte die Autobahn sperren. Oder man könnte den Zellen den Austritt ins Gelenk verwehren. Wenn keine Reisenden ankommen, gibt es keine Entzündung. Die Psoriasis bliebe auf der Haut. Das Gelenk bliebe verschont.
	</li>
	<li>
		<strong>Strategie 2 – Die Hausmeister stärken</strong>: Das ist vielleicht noch cleverer. Wir wissen, dass das Fehlen von CD200 das Problem ist. Warum geben wir es nicht zurück?&amp; Man könnte Medikamente entwickeln, die CD200 ersetzen. Oder die die eigenen Fibroblasten anregen, es wieder zu produzieren. Wir würden den Schutzschild reparieren. Die Reisenden kommen an. Aber sie werden sofort beruhigt. "Alles gut. Kein Stress." Die Entzündung würde im Keim erstickt.
	</li>
</ul>

<h3>
	Wann gibt es das beim Arzt?
</h3>

<p>
	Ganz realistisch: Wenn, dann in einigen Jahren. Forschung braucht Zeit. Die Erlanger Ergebnisse stammen aus der Grundlagenforschung. Das ist der erste Schritt. Ein sehr wichtiger Schritt.
</p>

<p>
	Aber bis zur Pille in der Apotheke dauert es noch. Es müssen Wirkstoffe gefunden werden. Sie müssen getestet werden. Erst an Zellen. Dann an Tieren. Dann an Menschen. Das dauert Jahre.
</p>

<p>
	Der Bluttest ist derzeit nicht verfügbar. Die Studie zeigt lediglich, dass die Zellen <em>prinzipiell</em> im Blut nachweisbar sind. Die Erlanger Studie ist also ein Machbarkeitsnachweis. Die Forscher haben eine Forschungsmethode gewählt – und keine Routinediagnostik.
</p>

<p>
	Bis zu klinischen Anwendungen vergehen typischerweise zehn bis 15 Jahre.
</p>

<p>
	Bei etwa 20 Prozent der Patienten entwickelt sich eine Psoriasis arthritis ohne vorherige Hauterkrankung – für diese Gruppe greift der beschriebene Mechanismus nicht.
</p>

<p>
	Aber der Weg ist jetzt klarer. Die Richtung stimmt. Jetzt gibt es eine Karte.
</p>

<h2>
	Teil 7: Was du jetzt tun kannst – Wissen ist Macht
</h2>

<p>
	Du kannst jetzt noch keinen CD200-Booster kaufen. Aber du kannst dein Wissen nutzen.
</p>

<p>
	Beobachte dich. Achte auf deinen Körper. Die Studie sagt: Der Prozess beginnt schleichend. Hör auf kleine Signale. Morgensteifigkeit? Ein dickes Gelenk? Schmerzen in der Ferse? Das könnten Zeichen sein. Geh zum Rheumatologen. Nicht erst, wenn gar nichts mehr geht. Geh früh. Erzähl ihm von deinen Sorgen.
</p>

<p>
	Sprich mit deinem Arzt. Ärzte lesen Fachliteratur. Dein Rheumatologe kennt vielleicht diese Studie. Oder er liest bald davon. Frag ihn nach deinem Risiko. Lass deine Entzündungswerte checken – auch, um andere Erkrankungen auszuschließen.
</p>

<p>
	Eine gut behandelte Psoriasis der Haut senkt vielleicht auch den Nachschub an Reisenden. Das ist noch nicht bewiesen. Aber es klingt logisch. Wenn in der Haut Ruhe ist, entstehen weniger Vorläuferzellen. Also: Pflege deine Haut. Nutze die Medikamente, die es. heute schon gibt. Halte die Entzündung klein.
</p>

<h2>
	Ein gesunder Lebensstil hilft den Hausmeistern
</h2>

<p>
	Wir wissen noch nicht genau, warum die Fibroblasten schwach werden. Warum verlieren sie das CD200? Vielleicht spielt Stress eine Rolle. Oder Ernährung. Oder Rauchen. Rauchen ist Gift für Psoriasis. Das wissen wir. Vielleicht schadet es auch den Hausmeistern im Gelenk.
</p>

<p>
	Ein gesunder Lebensstil ist immer gut.
</p>

<p>
	Bewegung tut den Gelenken gut. Sie hält die Fibroblasten fit.
</p>

<p>
	Ernähre dich entzündungshemmend. Viel Gemüse. Gute Öle. Wenig Zucker. Das unterstützt dein Immunsystem. Und vielleicht auch deinen Schutzschild.
</p>

<h2>
	Teil 8: Zusammenfassung und Ausblick
</h2>

<p>
	Forscher der FAU Erlangen haben das Rätsel der Psoriasis arthritis ein Stück weit gelöst. Sie haben gezeigt: Es ist ein Prozess in zwei Schritten.
</p>

<p>
	Erstens: Zellen wandern aus der Haut ins Gelenk.
</p>

<p>
	Zweitens: Das Gelenk verliert seinen Schutz. Nur wenn beides zusammenkommt, werden wir krank. Das erklärt, warum es manche trifft und manche nicht.
</p>

<h3>
	Die Analogie vom Samen und dem Boden
</h3>

<p>
	Die Forscher nutzen ein Bild. Das Bild von Samen und Boden. Die Entzündungszellen sind die Samen. Sie fliegen durch die Luft (oder das Blut). Das Gelenk ist der Boden. Fällt der Samen auf Beton (gesundes Gelenk), passiert nichts. Er geht nicht auf. Fällt er auf fruchtbare Erde (Gelenk ohne CD200), fängt er an zu wachsen. Die Wurzeln schlagen aus. Die Entzündung blüht auf.
</p>

<p>
	Das Ziel muss es sein, den Boden wieder zu Beton zu machen. Für die Entzündung unbewohnbar. Aber für uns gesund und stabil.
</p>

<p>
	Diese Studie gibt Hoffnung. Hoffnung auf eine Zukunft ohne Gelenkschäden. Hoffnung auf eine Medizin, die verhindert statt nur zu reparieren.
</p>

<p>
	Die Arbeit in Erlangen und auf der ganzen Welt geht weiter. Forscher werden neue Wirkstoffe suchen. Sie werden Tests entwickeln.
</p>

<h3>
	Bleib optimistisch
</h3>

<p>
	Lass dich von der Statistik nicht entmutigen. 20 bis 30 Prozent heißt auch: 70 bis 80 Prozent bekommen es nicht! Die Mehrheit bleibt verschont. Und selbst wenn es dich trifft: Es gibt heute schon gute Medikamente.
</p>

<p>
	Biologika zum Beispiel greifen genau in diese Mechanismen ein. Sie blockieren IL-17 oder andere Botenstoffe. Sie löschen das Feuer, wenn es brennt. Die neue Forschung will verhindern, dass es überhaupt brennt. Das ist das nächste Level.
</p>

<p>
	Du bist nicht allein mit deiner Krankheit. Die Wissenschaft kämpft für dich. Und wir kämpfen mit. Mit Informationen. Mit Aufklärung. <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/" rel="">Mit Gemeinschaft</a>.
</p>

<p>
	Kopf hoch. Achte auf deine Gelenke. Und bleib informiert.
</p>

<h2>
	Fachbegriffe erklärt
</h2>

<p>
	<strong>Fibroblasten</strong>: Stell dir Fibroblasten wie die Bauarbeiter und Hausmeister in deinem Körpergewebe vor. Sie sind Bindegewebszellen. Sie sorgen normalerweise dafür, dass alles stabil bleibt und Wunden heilen. In diesem Artikel lernst du eine besondere Gruppe von ihnen kennen. Diese speziellen „Hausmeister“ im Gelenk haben eine wichtige Aufgabe: Sie sollen ankommende Immunzellen beruhigen und Entzündungen verhindern. Sie nutzen dafür einen Ausweis, das Protein CD200. Fehlt dieser Ausweis, können Entzündungen entstehen.
</p>

<p>
	<strong>Myeloische Vorläuferzellen</strong>: Das sind junge, noch nicht fertig ausgebildete Zellen des Immunsystems. Sie entstehen zum Beispiel im Knochenmark oder direkt in entzündeter Haut. Denk an sie wie an Rekruten, die auf ihren Einsatz warten. Im Fall der Psoriasis reisen sie über das Blut in die Gelenke. Sie tragen komplizierte Namen wie CD2+ MHC-II+ CCR2+, aber ihre Funktion ist einfach: Sie sind Boten. Wenn sie im Gelenk nicht gestoppt werden, reifen sie zu aggressiven Entzündungszellen heran und greifen das Gelenk an.
</p>

<h2>
	Dieses Thema zum Anhören
</h2>

<p>
	Wer lieber hören als lesen will, kann hier einsteigen: Zwei Menschen unterhalten sich über die Studie und ihre Ergebnisse.
</p>

<p>
	<audio controls="" data-audio-embed="" data-fileid="25350" data-unique="dquo6qoxu" src="https://www.psoriasis-netz.de/applications/core/interface/file/attachment.php?id=25350&amp;key=58ca4ccc9364b60a757d1febc9f0eb63" type="audio/x-m4a">
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	</audio>
</p>

<p>
	<em>Disclaimer: Wir haben uns für diese Audio-Datei von Künstlicher Intelligenz helfen lassen. Das Gesagte wurde von uns überprüft.</em>
</p>

<p>
	<strong>Quellen</strong>
</p>

<ul>
	<li>
		"<a href="https://www.nature.com/articles/s41590-025-02351-z" rel="external nofollow">Skin-derived myeloid precursors and joint-resident fibroblasts spread psoriatic disease from skin to joints</a>" in: Nature Immunology, Vol. 27, Januar 2026
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.fau.de/2026/01/news/wie-schuppenflechte-auf-die-gelenke-uebergreift/" rel="external nofollow">Wie Schuppenflechte auf die Gelenke übergreift</a> – Presseerklärung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Zugriff am 14. Januar 2026)
	</li>
	<li>
		<a href="https://acrabstracts.org/abstract/synovial-shaping-of-skin-derived-migrating-immune-cells-determines-initiation-of-inflammation-in-psoriatic-arthritis/" rel="external nofollow">Synovial Shaping of Skin-derived Migrating Immune Cells Determines Initiation of Inflammation in Psoriatic Arthritis</a> – ACR Meeting Abstracts (Zugriff am 14. Januar 2026)
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.nature.com/articles/s41590-024-01774-4" rel="external nofollow">CD200 + fibroblasts form a pro-resolving mesenchymal network in arthritis</a> – Nature Immunology, Vol. 25
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.aerzteblatt.de/news/psoriasis-blockade-von-rezeptoren-hemmt-beziehungsweise-fordert-krankheitsverlauf-463ea7d3-2540-45d4-a08c-6b9228fc816d" rel="external">Blockade von Rezeptoren hemmt beziehungsweise fördert Krankheitsverlauf</a> in: Deutsches Ärzteblatt, 05.02.2026
	</li>
</ul>
]]></description><guid isPermaLink="false">1398</guid><pubDate>Fri, 16 Jan 2026 10:16:00 +0000</pubDate></item><item><title>Aktuelles zur Versorgung von Psoriasis-Patienten in Deutschland 2025</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/aktuelles-zur-versorgung-von-psoriasis-patienten-in-deutschland-2025-r1387/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2025_11/menschen-muster.jpg.0a608d170aad26ce0faffac73cd1a6f3.jpg" /></p>
<p>
	Im November 2025 fand die „15. Nationale Konferenz zur Versorgung der Psoriasis“ in Hamburg statt. Auf der wird immer berichtet, wie und mit welchem Erfolg im abgelaufenen Jahr Psoriasis-Patienten versorgt wurden und was noch erreicht werden soll. Die Zahlen und Zusammenhänge sind vor allem für Dermatologen und Pharmavertreter gedacht. Einiges ist aber auch für uns Patienten interessant.
</p>

<p>
	Die interessantesten Erkenntnisse für eilige Leser:
</p>

<ul>
	<li>
		Übersichten, <strong>welche Therapien und Wirkstoffe in welchen Fällen empfohlen werden</strong>, finden sich in der <a href="https://register.awmf.org/assets/guidelines/013-001l_S3_Therapie-Psoriasis-vulgaris_2025-08.pdf" rel="external nofollow">aktualisierten Behandlungs-Leitlinie, Seite 5-8</a>.
	</li>
	<li>
		<strong>Schwer zu behandelnde Fälle</strong> werden meist an Uni-Kliniken überwiesen. Die behandelnden Dermatologen können sich aber von dort Therapieempfehlungen geben lassen; entweder anstelle der Überweisung oder, um den Patienten bis zum Ambulanz-Termin nicht unbehandelt zu lassen.
	</li>
	<li>
		Die <strong>Chance, ein Biologikum verschrieben zu bekommen</strong>, ist in Bremen und Mecklenburg-Vorpommern fast achtmal größer als in Baden-Württemberg.
	</li>
	<li>
		Vermutlich werden immer noch <strong>zu viele Betroffene mit Schuppenflechte entweder überhaupt nicht oder falsch behandelt</strong>. Wer schwer oder mittelschwer erkrankt ist, darf weder mit äußerlich wirkenden Mitteln (Cremes, Lotionen, Salben) behandelt werden, noch mit innerlich wirkenden Kortisonpräparaten (Glukocorticoiden).
	</li>
	<li>
		<strong>Mindestens einmal jährlich</strong> sollte überprüft werden, ob sich eine der typischen Begleiterkrankung entwickelt hat (Komorbiditäts-Screening).
	</li>
	<li>
		Im Register <i>PsoBest</i> werden inzwischen 26.084 Patienten geführt, die mit Biologika und Nicht-Biologika behandelt werden. Neben der Arzneimittelwirkung werden auch die Wünsche der Patienten an eine Therapie erfasst. <strong>Die meisten wollen von allem und möglichst schnell geheilt werden.</strong>
	</li>
	<li>
		<strong>Zukünftig wird es deutlich weniger Dermatologen geben, die Hautkranke versorgen</strong>. Deshalb sollen Betroffene mit Bagetellfällen (zum Beispiel Insektenstichen oder Warzen) damit zum Alllgemeinmediziner (Hausarzt) gehen – sofern sie einen finden.
	</li>
</ul>

<h2>
	Update Psoriasis-Leitlinie
</h2>

<p>
	Im August 2025 wurden die Empfehlungen aktualisiert, wie die Psoriasis vulgaris zu behandeln ist. Wir haben über diese Aktualisierung der <a href="https://register.awmf.org/assets/guidelines/013-001l_S3_Therapie-Psoriasis-vulgaris_2025-08.pdf" rel="external nofollow">Leitlinie</a> an <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/leitlinie-fuer-die-behandlung-der-psoriasis-aktualisiert-r1372/" rel="">anderer Stelle</a> ausführlich berichtet. Alles, was neu aufgenommen wurde, ist im Text in der Leitlinie blau geschrieben.
</p>

<p>
	Künftig soll mit einer Therapie erreicht werden, dass sich der Hautzustand um 90 Prozent gegenüber der Anfangssituation verbessert (<abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 90). Ziel ist ein absoluter <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> &lt; 2, das heißt, es gibt nur noch minimale Psoriasis-Stellen bei milder Krankheitsaktivität. Alternativ soll die Behandlung dazu führen, dass die Lebensqualität fast gar nicht mehr eingeschränkt ist, also ein <abbr title="Dermatology Life Quality Index; ein Wert, der die subjektive Lebensqualität abbildet"><abbr title="Dermatology Life Quality Index; ein Wert, der die subjektive Lebensqualität abbildet">DLQI</abbr></abbr> ≤ 1 erreicht wird.
</p>

<p>
	Außerdem wird empfohlen, die Labor-Kontrollen gegenüber den Herstellerangaben einzuschränken.
</p>

<h2>
	Expertenrat bei komplizierten Fällen
</h2>

<p>
	Einzelne Unikliniken bieten ambulant tätigen Dermatologen an, sich bei ihnen fachlich eine Zweitmeinung einzuholen. Bei „Entzündungs-/Inflammationboards“ können sie schwer zu behandelnde Psoriasis-Fälle vorstellen, um sich emfehlen zu lassen, wie individuell vorgegangen werden sollte.
</p>

<p>
	Die Möglichkeiten bieten zum Beispiel Kliniken in <a href="https://www.uniklinikum-jena.de/kim3/Rheumatologie_Osteologie/Rheumazentrum/Inflammationboard.html" rel="external nofollow">Jena</a>, <a href="https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/das-klinikum/einrichtungen/zentren/zentrum-fuer-personalisierte-medizin-zpm/meb" rel="external nofollow">Tübingen</a>, <a href="https://www.dzi.uk-erlangen.de/aerzte-und-zuweiser/entzuendungsboard/" rel="external nofollow">Erlangen</a>, <a href="https://www.uniklinik-ulm.de/zpmu/immunvermittelte-erkrankungen/molekulares-entzuendungsboard-forschung.html" rel="external nofollow">Ulm</a> und <a href="https://gastro.charite.de/fuer_patienten/neu_patienten/entzuendungsmedizin" rel="external nofollow">Berlin</a> an, aber auch das <em>Hautnetz Hamburg</em> und das <em>Psoriasis-Praxisnetz Südwest</em>. So können Patienten versorgt werden, bis sie einen Termin in der Ambulanz der Universitätsklinik bekommen oder sie müssen nicht mehr überwiesen werden.
</p>

<h2>
	Verschreibungs-Zahlen
</h2>

<p>
	2024 wurden bundesweit in der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) etwa 92.500 Psoriasis-Patienten mit Biologika bzw. Biosimilars behandelt. Das kostete die Kassen im Jahr ca. 0,85 Mrd. Euro. Ungefähr 122.000 Psoriasis-Patienten wurden andere innerliche Medikamente verschrieben. Das kostete die GKV etwa 85 Millionen Euro, also zehn Prozent der Ausgaben für Biologika.<br>
	(<em>Quelle: Monatszahlen x12, CVderm Hamburg und IQVIA Pharmascope DocSplit;MAT Nov 2020 / (12/2018-08/2025); update 10/2025</em>)
</p>

<p>
	Ob man als Patient ein Biologikum verschrieben bekommt, ist weiterhin abhängig vom Wohnort. Das gilt nicht nur für die Schuppenflechte, sondern für alle Hauterkrankungen. Wir berichteten davon, z.B. <span ipsnoautolink="true">2024</span> (<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/aktuelles-zur-versorgung-von-psoriasis-patienten-in-deutschland-2024-r1331/#toc1" rel="">Biologika und Biosimilars</a>).
</p>

<p>
	<iframe aria-label="Balken" data-external="1" frameborder="0" height="536" id="datawrapper-chart-t8TkQ" scrolling="no" src="https://datawrapper.dwcdn.net/t8TkQ/2/" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" title="Umsätze der Biologika 2024" loading="lazy"></iframe><script type="text/javascript">window.addEventListener("message",function(a){if(void 0!==a.data["datawrapper-height"]){var e=document.querySelectorAll("iframe");for(var t in a.data["datawrapper-height"])for(var r,i=0;r=e[i];i++)if(r.contentWindow===a.source){var d=a.data["datawrapper-height"][t]+"px";r.style.height=d}}});</script>
</p>

<p>
	Die Zahlen sind Euro-Beträge. In Bremen wurde demnach 7,7 x mehr pro Kopf für Biologika ausgegeben als in Baden-Württemberg. 
</p>

<p>
	Es gibt mehrere Erklärungen dafür, zum Beispiel die Angst der Ärzte vor Regress, also Rückzahlungsforderungen der Krankenkassen oder negative Einstellungen zur Biologika-Therapie. Regress kann ausgeschlossen werden, wenn sich die Praxen einem Psoriasis-Versorgungsvertrag anschließen (siehe unten). Fakt ist, dass in Mecklenburg-Vorpommern 50 Prozent der Dermatologen Biologika verschreiben, in Baden-Württemberg dagegen nur 5 Prozent. Deutschlandweit sind es unter 40 Prozent.
</p>

<p>
	<span style="color:#8e44ad;">Die Versorgungskonferenz hat sich als Ziel gesetzt, bis 2030 den Unterschied zwischen den Regionen bis auf den Faktor 3 anzugleichen.</span> Dann würde in BaWü nach aktuellen Zahlen 8,73 Euro/GKV-Versicherten für Biologika ausgegeben, also ein Drittel der Bremer Ausgaben.
</p>

<h2>
	Schwachstellen der Psoriasis-Behandlung
</h2>

<p>
	Es gibt keine neuen Zahlen, wie viel Psoriasis-Betroffene gar nicht oder falsch behandelt werden. Es bleibt deshalb beim Appell, sich mit einer <u>mittelschweren oder schweren</u> Psoriasis unbedingt behandeln zu lassen – aber weder mit Cremes, Salben oder Sprays, noch mit cortisonhaltigen Tabletten. Wer langfristig Glukocorticoide schluckt, muss mit typischen Schäden rechnen. Vor allem riskieren Betroffene, die nicht oder falsch behandelt werden, schwere Begleiterkrankungen.
</p>

<p>
	<span style="color:#8e44ad;">Die Versorgungskonferenz hat sich als Ziel bis 2030 gesetzt, dass 80 Prozent der Psoriasis-Patienten leitliniengerecht behandelt werden.</span>
</p>

<h2>
	Begleiterkrankungen aufspüren
</h2>

<p>
	Alle sind sich einig darin, dass Psoriasis-Patienten regelmäßig danach untersucht werden müssen, ob sich bei ihnen eine der typischen Begleiterkrankung herausbildet. Dazu werden Laborwerte erhoben, die Körpermasse ermittelt, psychische Auffälligkeiten und der Alkoholkonsum erfragt. Dafür gibt es eine kurze <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s00105-023-05116-7/figures/1" rel="external nofollow">Risiko-Checkliste</a>. Es wurde angekündigt, die <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s00105-023-05116-7" rel="external nofollow">Komorb-Screening-Empfehlungen</a> 2026 auf den neuesten Erkenntnisstand zu bringen.
</p>

<p>
	Auf der Konferenz wurde deutlich, dass viele Praktiker das als notwendigen, aber zusätzlichen Aufwand verstehen. Bei Verdacht auf eine Begleiterkrankung werden die Patienten normalerweise an eine Fachpraxis überwiesen. Aber bei psychischen Problemen reiche es möglicherweise nicht aus, aufgrund der Antworten in der <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s00105-023-05116-7/figures/1" rel="external nofollow">Risiko-Checkliste</a> lediglich eine Überweisung für psychologische Behandlung auszustellen. Aber für mehr habe man selten Zeit und oft nicht das Wissen über entsprechende Angebote.
</p>

<p>
	Vergütet wird das Screening nach Begleiterkrankungen nur dann, wenn die Praxis sich einem der Versorgungsverträge angeschlossen hat (siehe unten) und der Patient Mitglied in einer der beteiligten Kassen ist. Für alle anderen sollte die Untersuchung möglichst zeitsparend in die Patientenbetreuung eingebaut werden (<a href="https://hautnetz-deutschland.de/wp-content/uploads/2025/05/Hautnetz-Magazin-1-25-Lay06-Gesamt-r-080425_komprimiert-2.pdf" rel="external nofollow">„Best Practice in der dermatologischen Praxis“</a>).
</p>

<p>
	<span style="color:#8e44ad;">Die Versorgungskonferenz hat sich als Ziel bis 2030 gesetzt, dass 80 Prozent der Pso-Patienten einmal im Jahr nach Begleiterkrankungen untersucht werden.</span>
</p>

<h2>
	Behandlung von Psoriasis-Patienten zahlt sich aus
</h2>

<p>
	2022 wurde der erste „Versorgungsvertrag“ geschlossen, der den Praxen Schutz vor Regress und zusätzliche Einnahmen garantiert, wenn sie sich an das vereinbarte Behandlungsschema halten. <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/tk-versorgungsvertrag-bvdd/" rel="">Wir berichteten darüber</a>. Zur Zeit wird den beteiligten Hautärzten die Behandlung von mittelschweren oder schweren Psoriasis-Patienten jährlich mit zusätzlich knapp 300 Euro vergütet.
</p>

<p>
	Für Psoriasis-Patienten kann das bedeuten, dass ihre Dermatologin oder ihr Dermatologe eher bereit ist, ihnen teure Präparate zu verschreiben. Aber: Nicht alle gesetzlichen Krankenkassen beteiligen sich an diesem Versorgungskonzept. Vor allem die AOKen sind nicht dabei. Das heißt, die Praxen profitieren nur dann davon, wenn ihre Psoriasis-Patientin oder ihr Psoriasis-Patient in einer der beteiligten Krankenkassen versichert ist. Zur Zeit sind etwas mehr als 50 Prozent der gesetzlich Versicherten einbezogen.
</p>

<p>
	Es gibt zwei Verträge, an denen sich unterschiedliche Krankenkassen beteiligen. Wer wissen will, ob seine dabei ist, kann das nachlesen: <a href="https://cme-welt.de/wp-content/uploads/2022/07/Info-DermaOne-Vertrag-2.pdf" rel="external nofollow">DermaOne</a> und <a href="https://www.bkk-sued.de/fuer-versicherte/zusaetzliche-leistungen-von-bkk/selektivvertraege-rechts/dermaktiv-hilfe-bei-schweren-hauterkrankungen/" rel="external nofollow">DermAktiv</a>.
</p>

<h2>
	Datensammlung im Register
</h2>

<p>
	Mit dem Register <span ipsnoautolink="true">PsoBest</span> (<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/nationale-versorgungskonferenz-psoriasis-2021/#toc7" rel="">Sicherheit durchs Psoriasis-Register</a>) wird seit 2008 die Behandlung der Schuppenflechte und Psoriasis arthritis mit den innerlich wirkenden Medikamenten dokumentiert. Inzwischen beteiligen sich 1104 Zentren mit 26.084 Patienten daran. Das sind immerhin elf Prozent aller nach Leitlinien behandelten Patienten. Sie erhalten Biologika und Nicht-Biologika; die meisten Adalimumab und Secukinumab bzw. Methotrexat, Skilarence und Fumaderm.
</p>

<p>
	Ins Register werden zusätzlich die Wünsche der Patienten an eine Psoriasis-Therapie aufgenommen. In den vergangenen 15 Jahren haben sich diese Bedürfnisse verändert. So wird aktuell am meisten genannt,
</p>

<ul>
	<li>
		von allem geheilt zu werden,
	</li>
	<li>
		eine schnellere Hautverbesserung,
	</li>
	<li>
		die Wiedererlangung der Krankheitskontrolle,
	</li>
	<li>
		das Vertrauen in die Therapie,
	</li>
	<li>
		keinen Juckreiz mehr zu haben,
	</li>
	<li>
		eine klare Diagnose/Therapie zu erhalten,
	</li>
	<li>
		keine Angst vor Fortschreiten der Krankheit zu haben und
	</li>
	<li>
		schmerzfrei zu werden.
	</li>
</ul>

<p>
	Weniger bedeutend als früher ist es inzwischen für die Patienten, keine eigenen Ausgaben wegen der Psoriasis zu haben.
</p>

<h2>
	Deutschlandweite Therapieziele
</h2>

<p>
	<span style="color:#8e44ad;">Die Versorgungskonferenz hat sich als Ziel bis 2030 gesetzt, für die Psoriasis-Betroffenen <u>in ganz Deutschland</u> im Durchschnitt einen absoluten <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> &lt;5 oder einen <abbr title="Dermatology Life Quality Index; ein Wert, der die subjektive Lebensqualität abbildet"><abbr title="Dermatology Life Quality Index; ein Wert, der die subjektive Lebensqualität abbildet">DLQI</abbr></abbr> ≤ 5 zu erreichen.</span> Diese Zahlen weichen von denen in der aktuellen Leitlinie ab. Dort wird als Therapieziel ein absoluter <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> von &lt; 2 bzw, ein <abbr title="Dermatology Life Quality Index; ein Wert, der die subjektive Lebensqualität abbildet"><abbr title="Dermatology Life Quality Index; ein Wert, der die subjektive Lebensqualität abbildet">DLQI</abbr></abbr> ≤1 genannt.
</p>

<p>
	Beides ist trotzdem nachvollziehbar: „Nationale Versorgungsziele“ berücksichtigen <u>alle</u> Psoriasis-Patienten, unabhäng davon, wie sie behandelt werden. Therapieziele in Leitlinien dagegen werden nur für diejenigen gesetzt, die entsprechend dieser Empfehlungen therapiert werden.
</p>

<h2>
	Über die Nationale Versorgungskonferenz Psoriasis (NVKP)
</h2>

<p>
	Das Treffen wird organisiert von den Ärzteverbänden <a href="https://www.bvdd.de/der-verband/ueber-uns/" rel="external">BVDD</a>, <a href="https://derma.de/ddg/ueber-die-ddg/" rel="external nofollow">DDG</a>, von <a href="https://www.psobest.de/" rel="external nofollow">PsoBest</a> und <a href="https://www.uke.de/kliniken-institute/institute/versorgungsforschung-in-der-dermatologie-und-bei-pflegeberufen/bereiche/cvderm/index.html" rel="external nofollow">CVderm</a> sowie dem Patientenverband <a href="https://www.psoriasis-bund.de/psoriasis-bund/" rel="external">Deutscher Psoriasis-Bund</a>. Teilnehmer sind Hautärzte, Fachleute aus der Pharmaindustrie und Patientenvertreter. Offizieller Veranstalter ist das <a href="https://hautnetz-deutschland.de/" rel="external nofollow">Hautnetz Deutschland</a>. Die Konferenz gibt es seit 2009.
</p>

<p>
	Seit 2024 folgt der NVKP direkt eine Nationale Versorgungskonferenz Haut, bei der es um weitere Hauterkrankungen geht.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">1387</guid><pubDate>Sun, 23 Nov 2025 19:39:00 +0000</pubDate></item><item><title>Neues und Bew&#xE4;hrtes zur Psoriasis im Jahr 2025</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-im-jahr-2025-r1356/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2025_05/ddg-tagung-citycube-berlin-2025.jpg.67a412bd1f50aeaf07cd16e52e7e7150.jpg" /></p>
<p>
	Im Mai fand in Berlin die DDG-TAGUNG 2025 statt. Das ist ein Fortbildungskongress für Hautärzte. Vieles von dem, was wir schon in „<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-2024-r1305/" rel=""><span>Neues und Bewährtes zur Psoriasis im Jahr 2024</span></a>“ berichtet haben, wurde aufgegriffen und vertieft. Dennoch gab es einige interessante Neuigkeiten für uns Betroffene mit Schuppenflechte.
</p>

<p>
	Im Mittelpunkt vieler Referate stand die Frage, ob man Psoriasis zukünftig wird heilen können. Das zielt auf Patienten, die erst seit 1-2 Jahren mittelschwer oder schwer an Psoriasis erkrankt sind.
</p>

<p>
	<i></i>
</p>

<p>
	<i>Ja, der Artikel ist lang! Aber du kannst in der Übersicht die Themen anklicken, die dich interessieren.</i>
</p>

<h3>
	<b>Wesentliche Informationen für eilige Leser</b>
</h3>

<ul>
	<li>
		Bei Betroffenen, deren erste Psoriasis-Symptome nicht länger als zwei Jahre zurückliegen, können vermutlich lebenslange Krankheitsfolgen abgemildert werden, wenn sie frühzeitig mit wirkungsvollen Medikamenten behandelt werden.
	</li>
	<li>
		Auch für das IL-17a-Biologikum Secukinumab (Cosentyx) konnte nachgewiesen werden, dass diese Kurzerkrankten noch ein Jahr erscheinungsfrei blieben, wenn das Medikament abgesetzt wird. Dieses Phänomen kannte man bisher nur von IL-23-Biologika.
	</li>
	<li>
		Zukünftig gilt eine Therapie erst dann als erfolgreich, wenn die Patientin tatsächlich so gut wie erscheinungsfrei ist, d.h. beim absoluten <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> ≤ 2.
	</li>
	<li>
		Für immer mehr Psoriasis-Medikamente liegen Studien vor die belegen, dass sie auch nach mehreren Jahren ihre Wirkung nicht verlieren.
	</li>
	<li>
		Mit dem technischen Verfahren der „molekularen Diagnostik“ kann unterschieden werden, ob eine Psoriasis oder ein Ekzem bzw. eine Neurodermitis vorliegt. Das ist vor allem dann wichtig, wenn es um eine Anerkennung als Berufserkrankung geht.<span> </span>
	</li>
	<li>
		Das Online-Projekt „<a href="https://www.hautkompass.com/de/" rel="external nofollow"><span>HautKompass</span></a>“ bietet an, Selbststigmatisierung wahrzunehmen und zu bewältigen. Für weitere Durchgänge können sich Interessierende melden.
	</li>
	<li>
		Für die Zukunft wird ein „enormer Schwund“ an Dermatologen vorhergesagt. Schon jetzt bieten nur noch 40 % der Hautarztpraxen eine Vollversorgung an.
	</li>
	<li>
		Für Betroffene mit leichter Psoriasis gibt es immer wieder interessante Produkte mit pflanzlichen Stoffen, wie z.B. <em>Vitop Psoricur Akutpflegecreme </em>oder <em>Alnovat.</em>
	</li>
</ul>

<h3>
	<b>Psoriasis-Gedächtnis auch genetisch gesteuert</b>
</h3>

<p>
	Bei klinischen Studien fielen die "Kurzerkrankten" auf, d.h. diejenigen, deren erste Psoriasis-Symptome nicht länger als zwei Jahre zurücklagen. Sie reagierten besser und schneller auf das Medikament („Super-Responder“). Darüber hinaus blieben sie deutlich länger erscheinungsfrei, wenn der Wirkstoff abgesetzt wurde. Das Immunsystem hatte bei ihnen noch nicht ausreichend viel Gedächtniszellen gebildet (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/T-Ged%C3%A4chtniszelle" rel="external"><span>TRM</span></a>). Sie heißen so, weil sie sich gemerkt haben, auf bestimmte Trigger (Auslöser) mit einem Psoriasisschub zu reagieren. Darüber haben wir ausführlich <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-2024-r1305/#toc3" rel=""><span>2024</span></a>, <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-2023-r1222/#toc5" rel=""><span>2023</span></a> und <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/fobi-2022-neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-r1184/#toc6" rel=""><span>2022</span></a> und <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/psoriasis-ddg-tagung-2019/#toc13" rel=""><span>2019</span></a> berichtet. IL-23-Blocker können diese Gedächtniszellen bei Kurzerkrankten deutlich verringern. Das ist nachgewisen für Guselkinumab (Tremfya) in der <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37262309/" rel="external">GUIDE-Studie</a> und für Risankizumab (Skyrizi) in der <a href="https://www.hcplive.com/view/rizankizumab-knockout-study-andrew-blauvelt" rel="external nofollow"><span>Knockout-Studie</span></a>.
</p>

<p>
	Prof. Curdin Conrad wies darauf hin, dass es außerdem ein <u><span>angeborenes</span></u> Immungedächtnis gibt. Die Informationen dieser epigenetischen Gedächtniszellen (z.B. Monozyten) sind aber veränderbar (modifizierbar). Das dient der "Feinregulierung" und wird biochemisch z.B. durch eine <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/DNA-Methylierung" rel="external">DNA-Methylierung</a> bewirkt. Bei Menschen mit Psoriasis hat man in den verhornten Hautzellen (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Keratinozyt" rel="external">Keratinozyten</a>) ein typisches „epigenetisches Muster“ dieses Vorgangs festgestellt. Prof. Conrad berichtete, dass diese DNA-Methylierung<span> </span>rückgängig gemacht werden konnte. Bei Behandlung mit dem IL-17-Blocker Secukinumab (Cosentyx) verschwanden diese typischen Muster (<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37820029/" rel="external"><span>STEPIn-Studie</span></a>) – bei Kurzerkrankten fast vollständig, bei schon länger Erkrankten blieben "epigenetische Narben".  Nachdem der IL-17-Blocker abgesetzt wurde, waren die meisten Kurzerkrankten über ein Jahr lang erscheinungsfrei.
</p>

<h3>
	Bei familiaren Vorbelastung Sport treiben
</h3>

<p>
	Damit wird bestätigt, was <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25132013/" rel="external">2014 italienische Wissenschaftler</a> herausgefunden hatten: Sie bestimmten bei über 900 Probanden den DNA-Methylisierungs-Status der Leukozyten. Darunter waren gleichmäßig viele, die gefährdet waren, Psoriasis vererbt zu bekommen. In deren Familie waren schon andere daran erkrankt. In der Gruppe, die 6 Monate Krafttraining gemacht hatte, normalsierte sich dieser Status, der die Genom-Aktivitäten steuert. Dadurch so die Autoren, konnte das Risiko gesenkt werden, an einer Psoriasis zu erkranken.
</p>

<h3>
	<b>Frühzeitig behandelt verhindert schweren Verlauf</b>
</h3>

<p>
	Mehrere Referierende stellten zur Diskussion, ob Psoriasis in Zukunft zu verhindern oder sogar heilbar sein könnte. Dazu müsse man Patienten, die erst seit 1-2 Jahren erkrankt sind, „frühzeitig“ mit wirksamen Medikamenten behandeln. Denn nur dann würden langfristig deutlich weniger Psoriasis-Gedächtniszellen gebildet werden. So könne man den Verlauf der Krankheit ursächlich beeinflussen („Disease Modification“), damit sie dann eher mild verläuft oder gar nicht mehr auftritt. Zusätzlich würde man vermutlich Begleiterkrankungen vermeiden und könne möglicherweise Medikamente langfristig absetzen.
</p>

<p>
	Prof. Khusru Assadullah erläuterte, wer aus dieser Gruppe gemeint ist: Die schwer oder mittelschwer an Psoriasis Erkrankten und diejenigen, die besonders betroffen sind, z.B. im Gesicht oder an den Händen (<a href="https://psoriasis.bitteberuehren.de/fileadmin/user_upload/content_psoriasis/psoriasis-behandlung-upgrade-kriterien-infografik.pdf" rel="external nofollow"><span>Upgrade-Kriterien</span></a>). Bei denen sollte nicht erst mit wirkungsschwachen Therapien herumprobiert werden. Sie sollten von Anfang an mit einem Medikament behandelt werden, das für ihren Fall die beste Wirkung hat. Nur so könne man einer lebenslangen „Psoriasis-Karriere“ entgegenwirken. Assadullah appellierte an die knapp 70 Prozent der Dermatologen, die keine Biologika verschreiben, diese wissenschaftliche Erkenntnis umzusetzen.
</p>

<h3>
	<b>Therapieziel wird jetzt absolut gesehen</b>
</h3>

<p>
	Der Erfolg einer Therapie wird daran gemessen, wie gut sich die Psoriasis zurückgebildet und wie positiv sich das Lebensgefühl verändert hat. Bisher wurde das daran gemessen, um wie viel Prozent der <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/PASI-Score" rel="external"><span><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr></span></a> sich verbessert hat. So bedeutet „<abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 75“, dass sich die Schuppenflechte am Ende gegenüber der Anfangssituation um 75 Prozent verbessert hat. Je nach Ausgangslage kann aber jemand nach dieser Messung immer noch hartnäckige Pso-Stellen haben.<span> </span>
</p>

<p>
	Das soll sich zukünftig ändern, so Dr. Ralph von Kiedrowski. Dann solle eine Therapie als erfolgreich gelten, wenn ein (absoluter) <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> ≤ 2 erreicht ist, d.h. man fast erscheinungsfrei ist. Der <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> misst den Schweregrad der Plaque Psoriasis (Hautrötung, Plaque-Dicke, betroffene Körperoberfläche) auf einer Scala von 0-72. Ein weiteres Therapieziel, so von Kiedrowski sei, dass die Patienten „keinen Leidensdruck“ mehr haben. Beides würde in der Aktualisierung der Behandlungs-Leitlinien aufgenommen werden.
</p>

<h3>
	<b>Medikamente helfen dauerhaft</b>
</h3>

<p>
	Verschiedenste Langzeituntersuchungen zeigen, dass die Medikamente bei mittelschwerer bis schwerer Plaque-Psoriasis langfristig wirksam sind:
</p>

<ul>
	<li>
		<span>Cosentyx, Taltz, Kyntheum und Bimzelx wirken nach zwei Jahren besser als andere Biologika; (<a href="https://www.jaad.org/article/S0190-9622(24)01808-5/fulltext" rel="external nofollow"><span>PSoHO study</span></a>, finanziert von Eli Lilly)</span>
	</li>
	<li>
		<span>Sotyktu hielt die im ersten Jahr erreichten <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr>-Verbesserungen der Haut, der Kopfhaut und der Fingernägel auch nach vier Jahren bei südost-asiatischen Patienten konstant; (<a href="https://academic.oup.com/bjd/article/192/3/402/7831541?login=false" rel="external nofollow"><span>Studie finanziert von Bristol Myers Squib</span></a>)</span>
	</li>
	<li>
		<span>Bimzelx konnten die Verbesserungen aus der 16. Woche auch nach 4 Jahren aufrechterhalten. Besonders gut sprachen diejenigen an, die zuvor mit einem anderen Biologikum behandelt wurden (<a href="https://academic.oup.com/bjd/article/188/6/749/7086595" rel="external nofollow"><span>BE BRIGHT</span></a> + <a href="https://www.jaad.org/article/S0190-9622(23)00782-X/fulltext" rel="external nofollow"><span>BE RADIANT</span></a> finanziert von UCB Pharma).</span>
	</li>
	<li>
		<span>Kyntheum wirkte bei Patienten mit einem BMI&gt;30 über zwei Jahre genau so gut, wie bei denjenigen mit einem BMI ≤30; (<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31276189/" rel="external"><span>Studie finanziert von Ortho Dermatologics International</span></a>)</span>
	</li>
	<li>
		<span>Tremfya wirkt auch nach fünf Jahren, unabhängig davon, wie schwer die Psoriasis zu Beginn der Behandlung war oder womit vorher behandelt wurde (<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39913230/" rel="external"><span>Studie finanziert von Johnson &amp; Johnson</span></a>).</span>
	</li>
</ul>

<h3>
	<b>Psoriasis oder Ekzem/atopische Dermatitis (Neurodermitis)?</b>
</h3>

<p>
	Nicht immer ist eindeutig zu ermitteln, ob ein Hautsymptom eine Psoriasis oder eine atopische Dermatitis (AD) ist bzw. ein Ekzem oder eine Hand-/Fuß-Psoriasis. Dann wird eine Hautprobe (Biopsie) gemacht, um unter dem Mikroskop das Gewebe zu betrachten (Histologie). Da gibt es typische Muster für die jeweilige Erkrankung. Aber es gibt auch untypische, so dass sich die Histopathologen manchmal uneinig sind. Schließlich gibt es Patienten, die sowohl an Psoriasis wie auch an der AD erkrankt sind.
</p>

<p>
	10-50 % der Betroffenen mit Psoriasis oder AD werden falsch diagnostiziert, so Prof. Natalie Garzorz-Stark. Meist werden AD-Betroffene behandelt, als wären sie an Psoriasis erkrankt. Das ist dann aber eine falsche Therapie. In der weltweit größten berufsdermatologischen Studie an der Uni Heidelberg (<a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/ddg.15783_g" rel="external nofollow"><span>P287</span></a>) hatten anfangs fast 40 % der Teilnehmenden eine unklare Diagnose. Bei fast 32 % wurde dann mithilfe einer „molekularen Diagnostik“ ein Ekzem festgestellt.
</p>

<p>
	Das ist möglich, weil man inzwischen die Zellen im Immunsystem kennt, die bei der jeweiligen Erkrankung aktiv sind: Das sind bestimmte T-Helferzellen, Interferone (Proteine) und Leukozyten. Die können durch das Verfahren der <a href="https://www.helmholtz.de/transfer/helmholtz-solutions/einfacher-labortest-zur-diagnostik-von-psoriasis-und-neurodermitis/" rel="external nofollow"><span>molekularen Diagnostik</span></a> identifiziert werden. Dazu bedarf es lediglich etwas entzündete Haut, entnommen mit einem Klebestreifen. Die Analyse, welche Moleküle des Immunsystems in welcher Anzahl vorhanden sind, lässt ziemlich genau bestimmen, ob es sich um eine Psoriasis oder eine AD bzw. ein Ekzem handelt.<span> </span>
</p>

<p>
	Das Verfahren heißt „<a href="https://dermagnostix.com/de/labdisk-produkte/" rel="external nofollow"><span>PsorX</span></a>“ und ist ein Startup aus öffentlicher Forschung. Die Analyse wird nicht von der gesetzlichen Krankenkasse bezahlt und kann bis zu 450 Euro kosten. Die richtige Diagnose ist vor allem dann wichtig, wenn es darum geht, ob die Berufsgenossenschaft die Behandlung bezahlt. Handekzeme sind meist <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/ddg.14537_g" rel="external nofollow"><span>als Berufserkrankung anerkannt</span></a>, Psoriasis an Händen <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/berufskrankheit-haut-job/" rel=""><span>dagegen eher selten</span></a>.
</p>

<h3>
	<b>Mit Stigmatisierung und Selbststigmatisierung umgehen</b>
</h3>

<p>
	Ein wichtiges Thema in den vergangenen Jahren war die Erkenntnis, dass Menschen mit Hauterkrankungen immer wieder Vorurteilen ausgesetzt sind und deshalb von ihrer Umwelt abgelehnt und ausgrenzt (stigmatisiert) werden. Viele verinnerlichen diese Erfahrung, bekommen psychische Probleme und ziehen sich zurück (Selbst-Stigmatisierung). Zu diesem Thema gab es Befragungen der Betroffenen ( <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/psyche/schuppenflechte-stigmatisierung-umfrage/" rel=""><span>Psoriasis-Netz</span></a> , <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29873919/" rel="external"><span>FORSA</span></a> ) und Projekte mit <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/ablehnung-wegen-schuppenflechte-konzepte-gegen-mythen-und-ausgrenzung-r1235/" rel=""><span>Berufsgruppen</span></a>. Was bisher fehlte, war ein Bewältigungskonzept für die Betroffenen.<span> </span>
</p>

<p>
	Den ersten Versuch dazu stellten Juliane Traxler und Dr. Rachel Sommer vor: Mit ihrem Online-Programm „<a href="https://www.hautkompass.com/de/" rel="external nofollow"><span>HautKompass</span></a>“ sollten die Teilnehmenden lernen, Selbst-Stigmatisierung wahrzunehmen und damit umzugehen. Daran beteiligten sich knapp 300 Betroffene mit unterschiedlichen Hauterkrankungen. Sechs Monate später wurde überprüft, wie das Programm sich ausgewirkt hatte. Gegenüber der ersten Befragung war die Selbst-Stigmatisierung bei den Teilnehmenden zurückgegangen, während das Selbstmitgefühl zugenommen hat. Auch die Depression hat nachgelassen, und das eigene Körperbild hat sich verbessert. Die Veränderungen waren deutlich messbar, wenn auch nicht überragend.
</p>

<p>
	Das Projekt wird demnächst weitergeführt. <span ipsnoautolink="true">W</span>enn es Dich interessiert mitzumachen, <a href="https://www.my.crf.one/de/Public/RegisterSurvey/f159eda9-90da-4e06-8254-e375fbe625f0" rel="external nofollow">kannst Du Dich anmelden</a>.
</p>

<h3>
	<b>In Kürze</b>
</h3>

<ul>
	<li>
		<span>Bei der palmoplantaren pustulösen Psoriais haben sich Apremilast (Otezla) und Guselkumab (Tremfya) in Japan erfolgreich gezeigt, so Prof. Rotraut Mössner. In Deutschland können sie nur außerhalb der Zulassung („off-label“) eingesetzt werden.</span>
	</li>
	<li>
		<span>Bei erythrodermischer, guttata oder instabiler Psoriasis hat sich Deucravaticinib (Sotyktu) bewährt, weil es auch den wesentlichen Botenstoff IFN-α blockiert, so Prof. Curdin Conrad. In Deutschland kann das nur außerhalb der Zulassung („off-label“) eingesetzt werden.</span>
	</li>
	<li>
		<span>Pro- und Präbiotika haben bei Patienten mit Psoriasis im Placebovergleich nach 12 Wochen keinen wesentlichen Einfluss auf die Hautläsionen sowie auf die Mikrobiota der Haut und des Darms gehabt (<a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/ddg.15783_g" rel="external nofollow"><span>P190</span></a>).</span>
	</li>
	<li>
		<span>Das Biologikum als Tablette lässt auf sich warten: Die Phase 3-Studie mit dem oralen IL-23-Hemmer Icotrokinra läuft noch. Es ist nicht absehbar, wann er verfügbar sein wird.</span>
	</li>
	<li>
		<span>Corona-Infektion wie auch Corona-Impfung können dazu führen, dass eine Psoriasis neu auftritt. Nach einer Ansteckung erkrankten deutlich mehr erstmals an Psoriasis als nach einer Impfung. Besonders häufig traten Psoriasis-Arthritis und palmoplantare pustulöse Psoriasis auf (</span><a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/ddg.15782_g" rel="external nofollow"><span>Abstract FV03/05</span></a>).
	</li>
	<li>
		<span>In Deutschland steigt die Zahl derjenigen, die sich in „Barber-Shops“ mit einer Pilzerkrankung infizieren (<a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/ddg.15783_g" rel="external nofollow"><span>P137</span></a>). Berichtet wurde von einem Fall, bei dem man zuerst eine Psoriasis vermutete.</span>
	</li>
	<li>
		<span>Es gibt einen deutlichen Rückgang an Dermatologen, so dass es theoretisch in 20 Jahren keine mehr geben könnte. Schon heute behandeln nur noch 40 % </span><u><span>alle</span></u><span> Hautkrankheiten. In einigen deutschen Regionen, so Prof. Matthias Augustin, würden Hautpatienten so schlecht „wie auf dem Balkan“ versorgt.</span>
	</li>
</ul>

<h3>
	<b>Produkte mit natürlichen Wirkstoffen</b>
</h3>

<p>
	Für Patienten, <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/pflanzliche-behandlung/pflanzliche-wirkstoffe-schuppenflechte-phytotherapie/#toc2" rel=""><span>die nach pflanzlichen Wirkstoffen suchen</span></a>, gibt es immer mal wieder neue Angebote. Wir empfehlen sie aber nur bei einer leichter Psoriasis. Da kann man unbedenklich alles ausprobieren!<br>
	In schwereren Fällen gilt Psoriasis als umfassende Entzündungskrankheit mit möglichen Auswirkungen auf andere Organe. Da geht es dann um mehr als lediglich um Hautsymptome. Dann muss mit innerlich wirkenden Medikamenten behandelt werden.<span> </span>
</p>

<ul>
	<li>
		<span>DERMASENCE bietet zwei Produkte an, die speziell für die Psoriasis gedacht sind: <br>
		<a href="https://www.dermasence.de/produkte/vitop-psoricur-akutpflegecreme" rel="external nofollow"><span><b><i>Vitop Psoricur Akutpflegecreme</i></b></span></a> enthält Färberwaid-Extrakt mit dem Wirkstoff <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/pflanzliche-behandlung/pflanzliche-wirkstoffe-schuppenflechte-phytotherapie/#toc2" rel=""><span>Indirubin</span></a>. <a href="https://www.deutschesgesundheitsportal.de/2018/06/08/blaue-salbe-zur-behandlung-von-schuppenflechte/" rel="external nofollow"><span>In einer Studie</span></a> haben 200 Mikrogramm pro Gramm Indirubin die Schuppenflechte deutlich verbessert. Wie viel davon in dieser Creme enthalten ist, wird nicht veröffentlicht. Die Menge orientiere sich aber an der genannte Studie, so ein Firmensprecher.<br>
		<a href="https://www.dermasence.de/produkte/adtop-40-prozent-urea-oleogel" rel="external nofollow"><span><b><i>Adtop 40 % Urea Oleogel</i></b></span></a> hat einen extrem hohen Anteil an Harnstoff und kann damit starke Verhornungen an Plaques und Nägeln auflösen.</span>
	</li>
	<li>
		<span>Alnapharm hat noch einmal auf das Medizinprodukt<b> </b><a href="https://www.alnovat.com/de/warum-alnovat" rel="external nofollow"><span><b><i>Alnovat</i></b></span></a><i> </i>zur Behandlung der Psoriasis hingewiesen. Das enthält Ölextrakte aus Haselnüssen, Kokosnüssen, Mandeln, Brennnessel und Bittermandel. Von keinem dieser Wirkstoffe ist bekannt, dass er auf die Psoriasis wirkt. Trotzdem schnitt diese Kombination pflanzlicher Öle in einer seriösen Studie vergleichsweise besser ab als <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34404045/" rel="external"><span>Calcipotriol</span></a>. Die Creme kann im Gesicht angewendet werden.</span>
	</li>
	<li>
		<span>VICHY bietet das Pflegeshampoo<b><i> </i></b><a href="https://www.vichy.de/alle-produkte/haarpflege/shampoos/juckende-kopfhaut/dercos-psolution-shampoo" rel="external nofollow"><span><b><i>PSOlution</i></b></span></a> speziell für die Schuppenflechte auf dem Kopf an. Es enthält 5% Harnstoff (bildet Feuchtigkeit), 2% Salicylsäure (löst Schuppen) und 1% Pirocon Olamin (verringert Schuppenbildung).</span>
	</li>
</ul>
]]></description><guid isPermaLink="false">1356</guid><pubDate>Fri, 23 May 2025 13:52:00 +0000</pubDate></item><item><title>Neue und bekannte Exzellenzcluster: Viel Geld auch f&#xFC;r Psoriasis-Forscher</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/neue-und-bekannte-exzellenzcluster-viel-geld-auch-fuer-psoriasis-forscher-r1355/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2025_05/forscherin-exzellenzcluster.jpg.c8949d1804d4a9eea2b2322a68606580.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Am Donnerstagabend verkündete die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), welche Projekte in den nächsten Jahren mit viel Geld gefördert werden. Auch in der neuen Förderrunde für sogenannte Exzellenzcluster sind Projekte aus der Psoriasis-Forschung dabei.</strong>
</p>

<p>
	Wer an Psoriasis leidet, weiß, wie sehr diese chronische Hautkrankheit den Alltag beeinflussen kann. Die Symptome sind nicht nur äußerlich sichtbar, sondern belasten oft auch das Selbstbewusstsein und die Lebensqualität. Viele Betroffene fragen sich: Wann gibt es endlich noch bessere Therapien? Wie entstehen eigentlich neue Medikamente? Und warum dauert das alles so lange?
</p>

<p>
	Ein entscheidender Motor für Fortschritte in der Behandlung von Psoriasis sind große Forschungsverbünde, sogenannte Exzellenzcluster, die von Bund und Ländern gefördert werden. In diesen Clustern arbeiten Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen eng zusammen, um die Ursachen und Mechanismen von Krankheiten wie Psoriasis besser zu verstehen – und daraus neue Therapien zu entwickeln.
</p>

<h2>
	Was sind Exzellenzcluster überhaupt?
</h2>

<p>
	Exzellenzcluster sind große, meist an Universitäten angesiedelte Forschungsverbünde, die von der DFG und den Bundesländern mit besonders viel Geld gefördert werden. Die Idee dahinter: Wenn viele kluge Köpfe aus verschiedenen Fachrichtungen gemeinsam an einem Thema arbeiten, geht die Forschung schneller voran und die Ergebnisse sind besser. In Deutschland gibt es immer wieder Ausschreibungen, bei denen Universitäten ihre besten Ideen einreichen – und nur die überzeugendsten Cluster werden dann ausgewählt und für mehrere Jahre gefördert.
</p>

<p>
	Für die Psoriasis-Forschung besonders wichtig waren und sind die Cluster aus Norddeutschland: zuerst der Exzellenzcluster „Entzündungsforschung an Grenzflächen“ (Inflammation at Interfaces, 2007–2018) und aktuell noch der Nachfolger „<a href="https://www.precisionmedicine.de/de/" rel="external nofollow">Precision Medicine in Chronic Inflammation</a>“ (PMI, seit 2019). 
</p>

<p>
	Der Exzellenzcluster PMI wird gemeinsam von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und der Universität zu Lübeck (als Mitantragstellerin) getragen. Die Forscher erhalten nun in der Wettbewerbsrunde der Exzellenzstrategie erneut eine Förderzusage. Die Förderrunde läuft ab 1. Januar 2026 über sieben Jahre bis Ende 2032. Die beantragte Fördersumme liegt bei fast 70 Millionen Euro.
</p>

<p>
	Dies ist bereits die dritte aufeinanderfolgende Förderzusage für den Cluster bzw. seine Vorgängerinitiativen. Das ist äußerst selten und kann als Beleg für die exzellente Forschung und erfolgreiche interdisziplinäre Zusammenarbeit verstanden werden.
</p>

<h2>
	<span style="color: rgb(52, 62, 86);">Warum ist Psoriasis ein Thema für die Spitzenforschung?</span>
</h2>

<p>
	Psoriasis ist viel mehr als „nur“ eine Hautkrankheit. Sie ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, bei der das Immunsystem fehlgeleitet ist und die Haut angreift. Außerdem wissen wir heute, dass Menschen mit Psoriasis ein erhöhtes Risiko für andere Krankheiten haben, zum Beispiel für Gelenkentzündungen (Psoriasis-Arthritis), Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes. Das macht die Erforschung dieser Krankheit besonders spannend – und wichtig.
</p>

<p>
	Die Exzellenzcluster in Norddeutschland haben sich darauf spezialisiert, die Entstehung und den Verlauf chronisch-entzündlicher Erkrankungen an sogenannten Barriereorganen zu erforschen. Dazu gehören neben der Haut auch der Darm und die Lunge. Die Forscher wollen herausfinden, warum das Immunsystem bei manchen Menschen aus dem Gleichgewicht gerät und wie man diese Prozesse gezielt beeinflussen kann.
</p>

<h2>
	Bisherige Erfolge vom Exzellenzcluster im Norden
</h2>

<p>
	Die Erfolge der letzten Jahre können sich sehen lassen – auch wenn sie für Außenstehende manchmal unsichtbar bleiben. Hier ein paar Beispiele:
</p>

<h3>
	Neue Risikogene entdeckt
</h3>

<p>
	Im Rahmen des Exzellenzclusters „Entzündungsforschung an Grenzflächen“ haben Forscher aus Kiel und Lübeck in einer riesigen internationalen Studie zehn neue Risikogene für Psoriasis entdeckt. Das bedeutet: Sie haben Genvarianten gefunden, die das Risiko erhöhen, an Psoriasis zu erkranken. Besonders spannend war die Entdeckung einer Variante im Gen TRAF3IP2, die einen wichtigen Einfluss auf die Krankheitsentstehung hat.
</p>

<p>
	Solche Erkenntnisse sind wichtig, weil sie helfen, die Ursachen der Krankheit besser zu verstehen. Sie zeigen, dass Psoriasis nicht „selbstverschuldet“ ist, sondern eine starke genetische Komponente hat – und dass man gezielt nach neuen Therapien suchen kann, die genau an diesen molekularen Schaltstellen ansetzen.
</p>

<h3>
	Neue Medikamente – auch als Tablette
</h3>

<p>
	Ein weiteres Highlight: Die Entwicklung und klinische Erprobung neuer Medikamente, die gezielt in die Entzündungsprozesse eingreifen. Ein Beispiel ist das neue Medikament mit dem Wirkstoff Icotrokinra, das auf den Botenstoff Interleukin-23 (IL-23) abzielt und <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/von-spritzen-zur-tablette-neues-psoriasis-medikament-in-der-entwicklung-r1283/" rel="">erstmals als Tablette eingenommen werden kann</a>. In einer klinischen Studie, an der auch Patienten aus Schleswig-Holstein teilgenommen haben, zeigte das Medikament eine sehr gute Wirksamkeit bei Psoriasis – und das bei geringen Nebenwirkungen. Die Ergebnisse wurden sogar <a href="https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2308713" rel="external">im renommierten New England Journal of Medicine veröffentlicht</a>.
</p>

<p>
	Für viele Betroffene ist das eine echte Hoffnung: Während viele moderne Biologika (z. B. Antikörper-Therapien) bisher nur als Spritze verabreicht werden können, könnte es in Zukunft auch wirksame Tabletten gegen Psoriasis geben.
</p>

<h3>
	Personalisierte Medizin
</h3>

<p>
	Die Forscherinnen im Exzellenzcluster PMI arbeiten daran, die Behandlung von Psoriasis immer individueller zu machen. Das Ziel: Nicht mehr „one size fits all“, sondern Therapien, die genau zu den jeweiligen Patientinnen passen. Dafür werden große Mengen an Daten ausgewertet – von genetischen Informationen über Blutwerte bis zu klinischen Symptomen. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und modernen Analysemethoden sollen so Biomarker gefunden werden, die vorhersagen, welche Therapie bei wem am besten wirkt.
</p>

<h2>
	Exzellenzcluster auch an anderen Universitäten
</h2>

<p>
	<a href="https://www.immunosensation.de/" rel="external nofollow">ImmunoSensation3</a> ist ein weiteres Projekt mit Bezug zu immunologischer Forschung, das als Exzellenzcluster weiter gefördert wird. Das Exzellenzcluster widmet sich der Erforschung der Vielfalt des Immunsystems – der sogenannten Immundiversität. Das Immunsystem ist bei jedem Menschen einzigartig und verändert sich im Laufe des Lebens. Diese Unterschiede beeinflussen, wie wir auf Krankheitserreger, Entzündungen oder auch auf Therapien reagieren. ImmunoSensation3 bringt über 80 Forschungsgruppen aus Immunologie, Neurowissenschaften, Systembiologie und weiteren Disziplinen zusammen, um die individuellen Unterschiede im Immunsystem zu entschlüsseln. Ziel ist es, besser zu verstehen, warum manche Menschen anfälliger für chronische Entzündungen oder Autoimmunerkrankungen sind – und wie sich daraus künftig personalisierte Therapien und Präventionsstrategien entwickeln lassen. Die Ergebnisse könnten langfristig auch die Behandlung und Vorbeugung von Erkrankungen wie Psoriasis beeinflussen, indem sie helfen, maßgeschneiderte Therapien für einzelne Patienten zu entwickeln
</p>

<p>
	Neu ist ein Projekt namens <a href="https://www.berlin-university-alliance.de/excellence-strategy/exzellenzcluster/ImmunoPreCept/index.html" rel="external nofollow">ImmunoPreCept</a>. Darin wollen Berliner Forscher herausfinden, was uns gesund hält – auf zellulärer und molekularer Ebene. Sie wollen verstehen, welche biologischen Prozesse den menschlichen Körper gesund halten – und was diese aus dem Gleichgewicht bringt. Dazu analysieren sie zelluläre Signalwege, also die Kommunikation in und zwischen den Zellen in Geweben. Langfristig sollen individuelle präventive Behandlungsansätze entstehen, die Krankheiten verhindern, schon bevor erste Symptome auftreten.
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">1355</guid><pubDate>Fri, 23 May 2025 10:25:00 +0000</pubDate></item><item><title>Luftverschmutzung und Psoriasis: Neue Erkenntnisse</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/luftverschmutzung-und-psoriasis-neue-erkenntnisse-r1318/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_09/studie-luftverschmutzung-psoriasis.jpg.0a71862c0e7e5430732c90582c724775.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Luftverschmutzung und genetische Anfälligkeit – das ist für Menschen mit Psoriasis kein gutes Duo. <a href="https://jamanetwork.com/journals/jamanetworkopen/fullarticle/2821169" rel="external">Eine Studie</a> zeigt, wie Umweltfaktoren und unsere Gene zusammen das Risiko für Schuppenflechte erhöhen können. Forscher haben dafür Daten von fast einer halben Million Menschen untersucht. Doch es gibt Einschränkungen, die die Ergebnisse beeinflussen könnten.</strong>
</p>

<h2>
	Warum die Forscher die Studie gemacht haben
</h2>

<p>
	Soviel ist klar: Psoriasis ist eine häufige, entzündliche Hautkrankheit, die durch genetische und Umweltfaktoren beeinflusst wird. Die Rolle der langfristigen Luftverschmutzung bei der Entstehung von Psoriasis ist jedoch noch wenig erforscht.
</p>

<h2>
	Welches Ziel die Studie hatte
</h2>

<p>
	Die Forscher aus China wollten herausfinden, ob langfristige Luftverschmutzung das Risiko für Psoriasis erhöht und ob genetische Anfälligkeit diesen Zusammenhang beeinflusst.
</p>

<h2>
	Wie die Studienautoren vorgegangen sind
</h2>

<p>
	Die Studie nutzte Daten von 474.055 Teilnehmern der UK Biobank, die zu Beginn der Studie keine Schuppenflechte hatten. Die Forscher analysierten die Exposition gegenüber verschiedenen Luftschadstoffen und berechneten genetische Risikowerte für Psoriasis. Sie verwendeten Cox-Modelle, um den Zusammenhang zwischen Luftverschmutzung und Psoriasis-Risiko zu untersuchen.
</p>

<h2>
	Welche Ergebnisse die Forscher fanden
</h2>

<p>
	Die Studie zeigte, dass eine höhere Exposition gegenüber Feinstaub (PM2.5 und PM10), Stickstoffdioxid (NO2) und Stickoxiden (NOx) mit einem erhöhten Risiko für Psoriasis verbunden ist. Personen mit hoher genetischer Anfälligkeit und hoher Luftverschmutzung hatten ein besonders hohes Risiko.
</p>

<h2>
	Zu welcher Schlussfolgerung die Forscher kommen
</h2>

<p>
	Langfristige Luftverschmutzung erhöht das Psoriasis-Risiko, und genetische Anfälligkeit verstärkt diesen Effekt. Dies deutet darauf hin, dass Umwelt- und genetische Faktoren gemeinsam zur Entstehung von Psoriasis beitragen.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<h2>
	Welche Einschränkungen die Forscher für ihre Studie sehen
</h2>

<p>
	Die Studie könnte durch einen sogenannten Selektionsbias beeinflusst sein. Das bedeutet, dass die Studienteilnehmer nicht repräsentativ für diejenigen sind, für die die Ergebnisse eigentlich gelten sollen.
</p>

<p>
	Außerdem wurden nicht alle möglichen genetischen Varianten berücksichtigt. Und: Die Ergebnisse sind hauptsächlich auf weiße Europäer beschränkt.
</p>

<h2>
	Wo die Studie stattfand
</h2>

<p>
	Die Studie wurde in Großbritannien durchgeführt.
</p>

<h2>
	Bestätigen oder widerlegen die Ergebnisse frühere Studien?
</h2>

<p>
	Die Ergebnisse bestätigen frühere Studien, die einen Zusammenhang zwischen kurzfristiger Luftverschmutzung und Psoriasis zeigen, und erweitern diese Erkenntnisse auf langfristige Exposition und genetische Faktoren.
</p>

<h2>
	Wer die Studie finanziert hat
</h2>

<p>
	Die Studie wurde von der China Postdoctoral Science Foundation finanziert.
</p>

<h2>
	Fachbegriffe erklärt
</h2>

<ul>
	<li>
		<strong>Feinstaub (PM2.5 und PM10)</strong>: Feinstaub sind winzige Partikel in der Luft, die kleiner als 2,5 Mikrometer (PM2.5) bzw. 10 Mikrometer (PM10) sind. Sie entstehen durch Verkehr, Industrie und andere menschliche Aktivitäten und können tief in die Lunge eindringen und gesundheitliche Probleme verursachen.
	</li>
	<li>
		<strong>Cox-Modell</strong>: Ein statistisches Modell, das verwendet wird, um die Zeit bis zum Eintreten eines bestimmten Ereignisses (z.B. Psoriasis) zu analysieren. Es berücksichtigt verschiedene Einflussfaktoren und ermöglicht es, deren Effekt auf das Risiko zu schätzen.
	</li>
	<li>
		<strong>UK Biobank</strong>: Die UK Biobank ist eine groß angelegte biomedizinische Datenbank und Forschungsquelle im Vereinigten Königreich. Sie zielt darauf ab, den Einfluss genetischer Veranlagungen und Umweltfaktoren auf die Entstehung von Krankheiten zu untersuchen. Die UK Biobank sammelt umfangreiche genetische, gesundheitliche und lebensstilbezogene Informationen von etwa 500.000 Teilnehmern. Diese Daten werden anonymisiert, um die Privatsphäre der Teilnehmer zu schützen. Die UK Biobank bietet Forschern Zugang zu einer Fülle von Daten, die für eine Vielzahl von Studien genutzt werden können, darunter solche zur Untersuchung von Krankheitsursachen und zur Entwicklung neuer Behandlungsansätze.
	</li>
</ul>
]]></description><guid isPermaLink="false">1318</guid><pubDate>Tue, 01 Oct 2024 04:37:00 +0000</pubDate></item><item><title>Neues und Bew&#xE4;hrtes zur Psoriasis 2024</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-2024-r1305/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_07/fobi2024.jpg.a082d7515191952fe57ef32efef156eb.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Im Juli waren wir bei der FOBI 2024 in München – einem Fortbildungskongress für Hautärzte. Vieles, was wir in „Neues und Bewährtes zur Psoriasis im Jahre 2023“ berichtet haben, wurde aufgegriffen und vertieft. Einige Neuigkeiten für uns Menschen mit Schuppenflechte gab es aber doch.</strong>
</p>

<p>
	Als zukunftsweisende Neuentwicklung gelten die Janus-Kinase-Hemmer. In nächster Zeit werden mehrere äußerlich und innerlich anzuwendende JAK-Präparate verfügbar sein. Es wird außerdem Tabletten mit Biologika-Wirkstoffen geben.
</p>

<p>
	Ein Schwerpunkt waren die Psoriasis-Gedächtniszellen, die durch frühzeitige Behandlung zurückgedrängt werden können. Ein anderer Schwerpunkt waren die Ausnahmefälle, in denen Biologika verschrieben werden dürfen, obwohl die Zulassung das nicht vorsieht.
</p>

<p>
	Vereinzelt wurde bezweifelt, ob „altehrwürdige“ Wirkstoffe wie MTX und Fumarsäure oder Bestrahlung noch geltender Stand der Wissenschaft seien.
</p>

<p>
	Psoriasis war weniger Thema bei den wissenschaftlichen Vorträgen, dafür umso häufiger bei den Veranstaltungen der Pharmafirmen. Vor allem auf diesen "Industriesymposien" werden Studien vorgestellt und von Experten interpretiert. 
</p>

<p>
	<em>Ja, der Artikel ist lang! Aber Ihr könnt in der Übersicht die Themen anklicken, die Euch interessieren.</em>
</p>

<h2>
	Für schnelle Leser
</h2>

<ul>
	<li>
		Der TYK-2 Hemmer Deucravacitinib (Sotyktu) verliert auch nach vier Jahren nicht an Wirkung; die Nebenwirkungen gehen um die Hälfte zurück, schwere Nebenwirkungen bleiben gleich hoch.
	</li>
	<li>
		Wessen Psoriasis erst zwei Jahre andauert, sollte gleich mit einem IL-23-Hemmer behandelt werden. Damit können Gedächtniszellen zurückgedrängt und langfristig eine schwere Psoriasis vermieden werden. Möglicherweise auch eine Psoriasis Arthritis.
	</li>
	<li>
		Damit Betroffene sofort mit einem Biologikum behandelt werden dürfen, sollten sie bei der Untersuchung <em>alle</em> (auch schambehaftete) Stellen zeigen und <em>alle</em> (auch peinlichen) Probleme erwähnen. Gehören die zu den „<a href="https://www.psoriasis-netz.de/lexikon/u-r6/" rel="">Upgrade-Kriterien</a>“, reicht eines davon aus.
	</li>
	<li>
		Konventionelle Therapien (v.a. MTX, Fumarate, Bestrahlung) geraten in Verruf, weil sie im Vergleich zu neuen Wirkstoffen deutlich schlechter wirken und Begleiterkrankungen nicht beeinflussen.
	</li>
	<li>
		Methotrexat (MTX) hält Gelenkzerstörungen bei der Psoriasis Arthritis (<abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr>) nicht besser auf als ein Placebo. Alle vorgelegten Studien dazu entsprechen nicht dem aktuellen wissenschaftliche Standard. 
	</li>
	<li>
		Es ist noch unklar, wann die Tacrolimus-Emulsion Sumilo auf den Markt kommt.
	</li>
</ul>

<h2>
	Die Einzelheiten
</h2>

<h3>
	Vierjahres-Ergebnisse für TYK2-Hemmer
</h3>

<p>
	Von den TYK-2-Hemmern ist bisher nur Deucravacitinib (Sotyktu) für die Behandlung der Schuppenflechte zugelassen. Darüber haben wir ausführlich berichtet ("<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/fobi-2022-neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-r1184/" rel="">Tablette statt Spritze</a>"). Die Professoren Astrid Schmieder (Würzburg) und Andreas Pinter (Frankfurt) legten aktuelle Daten von Patienten vor. Die wurden vier Jahre lang mit dem Wirkstoff behandelt. Das ist natürlich aussagekräftiger als die Ergebnisse der Zulassungsstudien. Die haben nur 16 Wochen gedauert.
</p>

<p>
	Es zeigte sich, dass die Wirkung von Deucravacitinib auch nach über vier Jahren nicht nachlässt. Im Vergleich zum Beginn der Therapie ist die Schuppenflechte dauerhaft zurückgegangen: Bei über 70 Prozent der Patienten um 75 Prozent (<abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 75). Knapp 50 Prozent erreichten sogar einen <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 90.
</p>

<p>
	Die Zahl schwerer Nebenwirkungen ist nur leicht zurückgegangen. Sie betrug fünf Fälle pro 100 <a href="https://www.psoriasis-netz.de/lexikon/p-r11/" rel="">Patientenjahre</a>. Alle anderen Nebenwirkungen gingen nach vier Jahren durchgängig um die Hälfte zurück. Das sind vor allem Nasen-/Rachenentzündungen, Atemwegsinfektionen, Kopfschmerzen, Durchfall und Gelenkschmerzen. Die Laborwerte blieben weiterhin unauffällig.
</p>

<p>
	Deucravacitinib darf grundsätzlich nur dann verschrieben werden, wenn vorher andere Medikamente nicht gewirkt haben ("second line label“). Professor Pinter wies darauf hin, dass es aber möglich sei, es sofort zu verschreiben: wenn im konkreten Fall die Psoriasis derart schwer ist, dass konventionelle Wirkstoffe nicht helfen würden.
</p>

<p>
	<iframe aria-label="Balken (gruppiert)" data-external="1" frameborder="0" height="335" id="datawrapper-chart-nKg4e" scrolling="no" src="https://datawrapper.dwcdn.net/nKg4e/1/" style="width: 0; min-width: 100% !important; border: none;" title="Wirkung von Deucravacitinib nach vier Jahren" loading="lazy"></iframe><script type="text/javascript">!function(){"use strict";window.addEventListener("message",(function(a){if(void 0!==a.data["datawrapper-height"]){var e=document.querySelectorAll("iframe");for(var t in a.data["datawrapper-height"])for(var r=0;r<e.length;r++)if(e[r].contentWindow===a.source){var i=a.data["datawrapper-height"][t]+"px";e[r].style.height=i}}}))}();
</script>
</p>

<p>
	Und die Nebenwirkungen?
</p>

<ul>
	<li>
		Es traten im Laufe der 4 Jahre keine neuen Nebenwirkungen auf. Das Sicherheitsprofil blieb gleich.
	</li>
	<li>
		Die Rate der Nebenwirkungen sank von 229,2 pro 100 Patientenjahre im 1. Jahr auf 131,7 im 4. Jahr.
	</li>
	<li>
		Schwere Nebenwirkungen und Therapieabbrüche aufgrund von Nebenwirkungen nahmen ebenfalls ab.
	</li>
	<li>
		Die Häufigkeit von Gürtelrose, Krebs, schweren Herz-Kreislauf-Ereignissen, Venenthrombosen und Todesfällen ging zurück oder blieb stabil.
	</li>
</ul>

<h3>
	Psoriasis nicht chronisch werden lassen
</h3>

<p>
	<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/psoriasis-ddg-tagung-2019/" rel="">Erst seit einigen Jahren</a> weiß man, dass es Gedächtniszellen gibt, die ins Spiel kommen, wenn eine Schuppenflechte reaktiviert wird. Sie bilden sich als „immunologisches Gedächtnis“ an den Hautstellen, an denen Psoriasis-Läsionen entstehen. Wenn dann die Entzündung durch die Behandlung zurückgeht, bleiben diese Zellen weiterhin dort im Gewebe. Deshalb bildet sich die Schuppenflechte immer wieder an den gleichen Stellen.
</p>

<p>
	Das ergab die <a href="https://karger.com/kkd/article/12/1/26/894734/Psoriasis-Fruhzeitige-Biologika-Therapie-zeigt" rel="external nofollow">GUIDE-Studie</a>, die deshalb in der Fachwelt für erhebliche Furore gesorgt habe, so Professor Pinter. Es wurde untersucht, wie der Interleukin-23-Hemmer Guselkumab (Tremfya) bei Patienten mit unterschiedlich langer Krankheitsdauer wirkt. Es zeigte sich, dass diejenigen am besten und schnellsten auf den Wirkstoff reagierten, die nicht länger als zwei Jahre an Psoriasis erkrankt waren. Nach 68 Wochen hatten 93 Prozent der Kurzzeit-Erkrankten einen absoluten <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr>&lt; 3, sind also nur noch minimal beeinträchtig. Der <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> misst den Schweregrad (Hautrötung, Plaque-Dicke, betroffene Körperoberfläche) auf einer Scala von 0-72.  Aus dieser Gruppe waren sogar 81,1 Prozent komplett erscheinungsfrei. Dieses Ergebnis hielt noch 18 Monate nach Absetzen des Biologikums an. Von den Langzeit-Erkrankten erreichten dagegen nur 38,1 Prozent eine völlige Abheilung (absoluter <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> =0). Patienten, die derart gut auf den Wirkstoff reagieren, werden „Super-Responder“ genannt. Wird ihnen das Medikament nach einer Pause wieder gegeben, wirkt es so gut wie vorher.
</p>

<p>
	Die GUIDE-Studie hat gezeigt, <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s15012-022-7648-6" rel="external nofollow">dass die Zahl der Gedächtniszellen in der Haut kontinuierlich zurückgeht</a>, wenn das IL- 23 blockiert wird. Nach wenigen Wochen gleicht das Hautgewebe an den Psoriasis-Stellen dem einer normalen Haut. Es gebe aber nur ein kurzes Zeitfenster, in dem man eingreifen könne, damit eine Psoriasis nicht chronisch wird, <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-2023-r1222/" rel="">so Professorin Petra Staubach (Mainz</a>). Seit man das weiß, wird empfohlen, bei kurzzeitig Erkrankten nicht lange mit anderen Therapien herumzuprobieren, sondern gleich mit einem IL-23-Hemmer zu behandeln. Professor Khusru Asadullah (Potsdam) spricht vom Therapie-Prinzip „smart and early“ – rät also, klug und frühzeitig zu behandeln.
</p>

<p>
	Damit werde eine Schuppenflechte zwar nicht völlig verhindert, aber man habe sie unter Langzeitkontrolle, so Dr. Ralph von Kiedrowski (Selters). Vermutlich könne man durch frühzeitige Behandlung auch einer Psoriasis Arthritis entgegenwirken: Denn das IL-23 ist wesentlich an der Entstehung der <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr> beteiligt. Professor Pinter vermutet, dass die frühzeitige Behandlung mit allen IL-Blockern wirkt, weil das Interleukin 23 die Gruppe der IL-17 aktiviert.
</p>

<p>
	Professor Ulrich Mrowietz (Kiel) wies darauf hin, dass Kurzzeit-Erkrankte nicht nur frühzeitig behandelt werden sollten. Sie müssten von Anfang an in ein Netzwerk aus Arztpraxis, Familie und anderen eingebunden werden, das sie unterstützt, um die Belastungen möglichst gering zu halten.
</p>

<h3>
	Biologika wenn’s besonders schlimm ist
</h3>

<p>
	Die <a href="https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-001" rel="external nofollow">Psoriasis-Leitlinie</a> nennt Fälle, in denen sofort mit einem Biologikum behandelt werden darf. Konventionelle Therapien (Bestrahlung, Fumarate, Methotrexat) müssen dann nicht vorher ausprobiert werden. (<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/fobi-2022-neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-r1184/" rel="">Therapie-Empfehlungen und Ausnahmen</a>). Es reicht aus, dass eines dieser „Upgrade-Kriterien“ vorliegt. Dr. Nina Magnolo (Münster) plädierte dafür, in diesen Fällen auch Kinder gleich mit einem für sie zugelassenen Biologikum zu behandeln. Nicht aufgenommen sei eine schwere Fußnagel-Beteiligung, so Professor Johannes Wohlrab (Halle). Professor Pinter geht davon aus, dass diese Upgrade-Kriterien nicht nur für Biologika gelten. Wenn eine Psoriasis derart schwer ist, dass konventionelle Wirkstoffe erfahrungsgemäß nicht helfen, dürfte auch Deucravacitinib (Sotyktu) sofort verschrieben werden.
</p>

<p>
	Es wurde allgemein beklagt, dass Psoriasis-Patienten eher zurückhaltend seien. Bei der Untersuchung würden oft nicht alle Stellen gezeigt werden. Niemand sollte sich scheuen, die Hautärztin darauf hinzuweisen, wenn eines dieser Upgrade-Kriterien vorliegt. Vor allem wenn es um schambesetzte Bereiche geht, wie z.B. die Genitalien oder den Po. Aber auch eher peinliche Probleme, die man im Alltag mit seiner Umwelt oder in der Partnerschaft hat (Stigmatisierung, Diskriminierung, gestörtes Liebesleben u.m.). Die Dermatologen sollen eigentlich bei der Untersuchung danach fragen!
</p>

<p>
	Eigentlich darf ein Biologikum nur für die Fälle verschrieben werden, für die es zugelassen ist. Die Upgrade-Kriterien gehören nicht dazu. Sie stehen zwar in der Leitlinie, gelten aber lediglich als Empfehlungen. Allerdings spiegeln die Leitlinien den aktuellen „allgemein anerkannten fachlichen Standard“ wider. Solche Upgrade-Kriterien für die Behandlung mit Biologika gibt es nur in Deutschland. Sie werden grundsätzlich von den Krankenkassen anerkannt.
</p>

<h3>
	Konventionelle Therapien wirken schlecht
</h3>

<p>
	Professor Sascha Gerdes (Kiel) bezeichnete die klassischen („konventionellen“) Psoriasis-Therapien als „nicht mehr state of the art“.
</p>

<ul>
	<li>
		Sie würden <strong>bei zu wenig Patienten zu langsam</strong> wirken. So werde z.B. der <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 75 bei Methotrexat (MTX) <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s15012-019-3208-0" rel="external nofollow">bei nur 45 Prozent nach 52 Wochen erreicht</a>. Mit einem Biologikum sei es <a href="https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD011535.pub6/full/de#CD011535-abs-0003" rel="external nofollow">zehnmal so wahrscheinlich, einen <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 75 zu erreichen</a> wie mit einem Fumarat. Standard sei aber heutzutage <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 90, den man mit neuen Medikamenten bei über 70 Prozent der Patienten erreicht.
	</li>
	<li>
		Sie würden <strong>nicht das Risiko für Begleiterkrankungen senken</strong>, z.B. Herz-/Kreislauferkrankungen, chronische, Darmentzündung aber auch Gelenke, sondern nur auf die Haut wirken.
	</li>
	<li>
		Britische Registerdaten zeigen, dass zum Beispiel <strong>50 Prozent der MTX-Patienten die Therapie wechseln</strong>.
	</li>
</ul>

<p>
	Er plädierte dafür, diese Therapien aus den Leitlinien zu streichen. Man vergeude wichtige Zeit, weil man mit "schlechten Medikamenten herumdoktere". Selbst finanziell würde sich die Behandlung mit den preiswerteren Präparaten nicht lohnen, wenn man alles mit einberechne.
</p>

<p>
	Nach wie vor seien Fumarsäure und MTX die bei uns am meisten verschriebenen Wirkstoffe, so Professor Pinter. Er finde es in Ordnung, eines von beiden zu verschreiben, bevor man auf die neuen wechsele.
</p>

<h3>
	Tabletten oder Pen?
</h3>

<p>
	Die besten Ergebnisse erzielen zur Zeit Psoriasis-Wirkstoffe, die gespritzt werden. Trotzdem bevorzugen viele Tabletten o.ä. (<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/fobi-2022-neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-r1184/" rel="">Tablette statt Spritze</a>). Apremilast (Otezla) und Deucravacitinib (Sotyktu) wirken gut, aber etwas schwächer als die Biologika. In Zukunft werden auch Interleukin-Hemmer, die bisher injiziert wurden (IL-17i + IL23i), als Tabletten zur Verfügung stehen.
</p>

<p>
	Professorin Schmieder gab zu Bedenken, dass man eher vergesse, täglich eine Tablette einzunehmen als in größeren Abständen einen Wirkstoff zu spritzen. Anders bei Patienten, die sowieso schon täglich Pillen einnehmen müssen. Ratsam ist, eine sichere Möglichkeit zu finden, wie man täglich an die Einnahme erinnert wird. So kann man die Tabletten so auffällig deponieren, dass man sie nicht übersehen kann. Oder man hat auf dem Smartphone eine Erinnerungs-App.  
</p>

<h3>
	Tacrolimus bei Kopf-Psoriasis
</h3>

<p>
	Im Februar 2024 wurde die Tacrolimus-Emulsion Sumilor zur Behandlung der Schuppenflechte auf der Kopfhaut zugelassen. Wir haben ausführlich über das neue Medikament berichtet (siehe <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-2023-r1222/" rel="">Sumilor, eine tacrolimushaltige Emulsion</a> - die kortisonfreie Alternative). Es gibt technische Probleme mit der Verpackung, so dass der Hersteller noch nicht absehen kann, wann das Produkt ausgeliefert und verschrieben werden kann. Wir werden melden, wenn es soweit ist.
</p>

<p>
	Der Wirkstoff Tacrolimus gehört zur Gruppe der Calcineurin-Inhibitoren. Dazu zählen auch Pimecrolimus und Ciclosporin. Alle hemmen das Enzym Calcineurin. Das benutzt Zytokine, um Entzündungssignale ans Immunsystem weiterzugeben. Dieser Signalweg wird unterbrochen. Calcineurin-Hemmer werden seit langem bei der Neurodermitis eingesetzt. Sie gelten als nebenwirkungsarme Alternative zu kortisonhaltigen Salben, Cremes oder Emulsionen.
</p>

<h2>
	Aufgeschnappt
</h2>

<ul>
	<li>
		Es gibt Fälle, bei denen die gute Behandlung der Psoriasis dazu führt, dass danach eine verborgene Neurodermitis aktiv, d.h. "demaskiert" wird. In 10% der Fälle läuft es umgekehrt (Prof. Diamant Thaci, Lübeck).
	</li>
	<li>
		Es gibt keine prospektiv-randomisierte Studie, die nachweist, das Methotrexat die Gelenkzerstörung bei der Psoriasis arthritis besser aufhält als ein Placebo (Dr. Philipp Sewerin aus Herne).
	</li>
	<li>
		95 Prozent der Psoriasis-Patienten kommen nicht darauf, dass ihre anderen Krankheiten etwas mit Psoriasis zu tun haben könnten und umgekehrt (Professor Johannes Wohlrab aus Halle).
	</li>
	<li>
		Tägliches Baden verschlechtert eine Neurodermitis nicht, wenn man sich hinterher die Haut eincremt (Professor Thomas Werfel aus Hannover).
	</li>
</ul>

<h2>
	Frei verkäufliche Produkte, die uns aufgefallen sind
</h2>

<ul>
	<li>
		<strong><a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/alnovat/" rel="">Alnovat</a></strong> zur äußerlichen Behandlung einer leichten Psoriasis mit Ölextrakten aus Haselnüssen, Kokosnüssen, Mandeln, Brennnessel und Bittermandel. Dessen Wirkung <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34404045/" rel="external">wurde verglichen mit Calcipotriol</a> (Firma: AlnaPharm)
	</li>
	<li>
		<strong>Kertyol P.S.O.</strong> für die Kopfhaut als Shampoo (mit Ichtyol 0,3%, Salicylsäure 2%) oder als Konzentrat (Ichthyol 0,5 %, Polidocanol 1%). (Firma: DUCRAY)
	</li>
	<li>
		<strong>Mediderm Shampoo</strong> für die Anwendung bei Psoriasis mit weißem Ichthyol. (Firma: Spreewälder Arzneimittel)
	</li>
	<li>
		<strong>natuur+</strong> - breite Palette von therapiebegleitenden Produkten mit Blätterextrakt des Neembaums (<a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/natueuer-pflegecreme-r561/" rel="">Pflegecreme</a> und -salbe, Kopfhautöl und -tonic, <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/natueuer-nagelbalsam-r571/" rel="">Nagelbalsam</a>, Body Lotion, Shampoo.) (Firma: Azadivine)
	</li>
	<li>
		<strong>Norsan-Omega-3-Fettsäuren mit hohem EPA- und DHA-Anteilen</strong> in Kapseln und Fläschchen mit natürlichem Fischöl und für Vegetarier mit Algenöl. (Firma: Norsan)
	</li>
	<li>
		<strong><a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/psoribene-gel/" rel="">PsoriBene-Gel</a></strong> zur Schuppenentfernung bei Psoriasis mit Fettsäuren, Glyzerin, Jojoba- und Olivenöl. (<a href="https://docplayer.org/115197113-Kongresszeitung-erstausgabe-zur-21-tagung-der-dermatologischen-wissenschafts-und-fortbildungsakademie-nrw-30-november-bis-2.html" rel="external nofollow">wurde verglichen mit Loyon</a>, Transkript 94) (Firma: InfectoPharm)
	</li>
	<li>
		<strong><a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/hautpflege/sebexol-haarwasser/" rel="">Sebexol</a></strong> entzündungsvorbeugendes Haarwasser bei Juckreiz und Spannungsgefühl der Kopfhaut aus Meersalz, Natrium und Milchsäure. (Firma: DEVESA Dr. Reingraber)
	</li>
</ul>
]]></description><guid isPermaLink="false">1305</guid><pubDate>Fri, 26 Jul 2024 10:45:00 +0000</pubDate></item><item><title>Vitamin D und Psoriasis: Studie findet m&#xF6;glichen Zusammenhang bei bestimmten Patienten</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/vitamin-d-und-psoriasis-studie-findet-moeglichen-zusammenhang-bei-bestimmten-patienten-r1302/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_07/VitaminDbergewicht.jpg.cdb75ca425fdeb18cde7128a2459701b.jpg" /></p>
<p>
	Frühere Studien deuteten bereits auf einen Zusammenhang zwischen niedrigem Vitamin-D-Spiegel und Schuppenflechte hin, allerdings meist nur bei schwer betroffenen Patienten in Kliniken. Eine aktuelle Studie bestätigt diesen Zusammenhang für die Allgemeinbevölkerung nicht. Aber: Sie zeigt, dass die Kombination aus Übergewicht und Vitamin-D-Mangel dafür sorgen könnte, dass eine Schuppenflechte aktiver ist.
</p>

<h3>
	Warum die Forscher die Studie gemacht haben
</h3>

<p>
	Forscher wollten herausfinden, ob ein niedriger Vitamin-D-Spiegel im Blut mit einem erhöhten Risiko für Schuppenflechte einhergeht. In früheren Studien sprach einiges dafür – doch es fehlten noch Daten aus größeren Studien mit mehr Teilnehmern vor allem auch mit leichterer Psoriasis.
</p>

<h3>
	Welches Ziel die Studie hatte
</h3>

<p>
	In der Studie wurde der Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Spiegel und Schuppenflechte in einer großen bevölkerungsbasierten Kohorte untersucht. Außerdem wollten die Forscher prüfen, ob Übergewicht den Zusammenhang beeinflusst. Der Vitamin-D-Spiegel wurde als 25-Hydroxy-Vitamin-D (25[OH]D) gemessen.
</p>

<h3>
	Wie die Studienautoren vorgegangen sind
</h3>

<p>
	Die Forscher nutzten Daten der sogenannten Tromsø-Studie aus den Jahren 2015-2016. Daran nahmen 19.520 Personen im Alter von 40 bis 79 Jahren aus der Allgemeinbevölkerung teil.
</p>

<p>
	Die Experten analysierten, wie die Beziehung zwischen 25(OH)D und Schuppenflechte verläuft. Das Risiko für eine Schuppenflechte in der Vergangenheit oder aktuell schätzten sie mittels logistischer Regression (Erklärung unten). In den Analysen berücksichtigten sie Faktoren wie den Monat der Blutabnahme, den Body-Mass-Index (BMI), das Alter und das Geschlecht. Sie untersuchten auch die Wechselwirkung zwischen BMI und 25(OH)D.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<h3>
	Welche Ergebnisse die Forscher fanden
</h3>

<p>
	Von den 19.520 Teilnehmern (52,3 Prozent Frauen, Durchschnittsalter 56,3 Jahre) berichteten 10,7 Prozent von einer Schuppenflechte in der Vergangenheit und 6 Prozent von einer aktiven Schuppenflechte in den letzten 12 Monaten. Es zeigte sich kein Zusammenhang zwischen dem 25(OH)D-Spiegel und einer Schuppenflechte in der Vergangenheit.
</p>

<p>
	Bei den Leuten mit der <em>aktuellen </em>Schuppenflechte sah es so aus, als ob ein Zusammenhang da sein könnte. Aber so richtig sicher waren sich die Forscher nicht. Was sie aber rausgefunden haben: Wenn jemand übergewichtig ist und gleichzeitig zu wenig Vitamin D hat, dann ist die Gefahr für eine aktive Schuppenflechte fast doppelt so hoch wie bei Leuten mit normalem Gewicht und genug Vitamin D.
</p>

<h3>
	Zu welcher Schlussfolgerung die Forscher kommen
</h3>

<p>
	Die große bevölkerungsbasierte Studie fand keinen signifikanten Zusammenhang zwischen dem Vitamin-D-Spiegel und Schuppenflechte. Möglicherweise war die Studie nicht groß genug, um einen Schwellenwert-Effekt im niedrigen Vitamin-D-Bereich zu entdecken.
</p>

<p>
	Die Interaktionsanalyse deutet aber darauf hin, dass die Kombination aus hohem BMI und Vitamin-D-Mangel das Risiko für eine <em>aktive </em>Schuppenflechte stärker erhöht als die Summe der Einzelfaktoren. Bei übergewichtigen Schuppenflechte-Patienten könnte es daher sinnvoll sein, einen Vitamin-D-Mangel zu vermeiden.
</p>

<h3>
	Welche Einschränkungen die Forscher für ihre Studie sehen
</h3>

<p>
	Die Studie basiert auf Selbstangaben der Teilnehmer zu ihrer Schuppenflechte. Dabei kann es zu Erinnerungsfehlern und Fehlklassifikationen gekommen sein. Außerdem lässt das Design der Studie keine Rückschlüsse auf Ursache-Wirkungs-Beziehungen zu.
</p>

<h3>
	Wo die Studie stattfand
</h3>

<p>
	Die Studie fand in Norwegen statt.
</p>

<h3>
	Wer die Studie finanziert hat
</h3>

<p>
	Informationen zur Finanzierung der Studie wurden nicht angegeben.
</p>

<h3>
	Fachbegriffe erklärt
</h3>

<p>
	<strong>Body-Mass-Index (BMI)</strong>: Der BMI ist ein Maß zur Bewertung des Körpergewichts in Relation zur Körpergröße. Er wird berechnet, indem man das Körpergewicht in Kilogramm durch die Körpergröße in Metern zum Quadrat teilt. Ein BMI über 25 gilt als Übergewicht, über 30 spricht man von Adipositas (Fettleibigkeit).
</p>

<p>
	<strong>25-Hydroxy-Vitamin-D (25[OH]D)</strong>: 25(OH)D ist die Form von Vitamin D, die im Blut gemessen wird, um den Vitamin-D-Status einer Person zu bestimmen. Vitamin D wird zum einen durch Sonneneinstrahlung in der Haut gebildet, zum anderen über die Nahrung aufgenommen bzw. aus ihr verstoffwechselt. Es ist wichtig für viele Funktionen im Körper, unter anderem für ein gesundes Immunsystem und den Knochenstoffwechsel.
</p>

<p>
	<strong>Logistische Regression</strong>: Die logistische Regression ist ein statistisches Verfahren, mit dem man den Einfluss verschiedener Faktoren auf ein binäres Ereignis (das nur zwei mögliche Ausprägungen hat, z.B. krank vs. nicht krank) untersuchen kann. Sie erlaubt Aussagen darüber, um wie viel sich das Risiko für das Ereignis ändert, wenn sich ein Einflussfaktor um eine Einheit erhöht.
</p>

<h3>
	<span style="color:#c0392b;">Mehr zum Thema</span>
</h3>

<p>
	<strong><span style="color:#c0392b;">➜</span></strong> <strong>Artikel</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/therapien/c37-nahrung/vitamin-d-mangel/" rel="">Brauchen wir wirklich Vitamin-D-Tabletten?</a>
</p>

<p>
	<strong><span style="color:#c0392b;">➜ </span>Blog</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/blogs/blog/836-vitamin-d-aeusserlich-und-innerlich-zur-unterstuetzenden-behandlung-der-psoriasis/" rel="">Vitamin D - äußerlich und innerlich</a> – "Altes", Neues und Anwendungserfahrungen
</p>

<p>
	<strong><span style="color:#c0392b;">➜</span></strong> <strong>Forum</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/tags/Vitamin%20D%20Tabletten/" rel="">Erfahrungen mit Vitamin-D-Tabletten bei Psoriasis und Psoriasis arthritis</a>
</p>

<p>
	 
</p>

<p>
	Quelle: "<a href="https://academic.oup.com/bjd/article/190/5/680/7453345" rel="external nofollow">The association between serum 25-hydroxyvitamin D levels and psoriasis in a large population-based cohort: a cross-sectional analysis of The Tromsø Study 2015–16</a>" in: British Journal of Dermatology, November 2023
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">1302</guid><pubDate>Wed, 03 Jul 2024 20:50:00 +0000</pubDate></item><item><title>Forscher wollen Psoriasis aus der Ferne ertasten &#x2013; und suchen Patienten daf&#xFC;r</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/forscher-wollen-psoriasis-aus-der-ferne-ertasten-%E2%80%93-und-suchen-patienten-dafuer-r1288/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_03/vrbrille-sensorhandschuh.jpg.754affe4cb5bfcaa4dfa6505adb84189.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Können Ärzte anhand von Fotos ertasten, wie stark eine Psoriasis ist? Die Frage klingt seltsam, doch sie ist Thema eines Forschungsprojektes: Mediziner und Informatiker testen, ob sich so die Therapie der Schuppenflechte verbessern lässt.</strong>
</p>

<p>
	Im Projekt HybridVITA treten zwei Geräte zum Test an: eine Platte und ein Handschuh. Die Platte ist ein Ultraschall-Board, durchzogen von vielen Kristallen, der Handschuh ist aus vielen elektronischen Bauteilen zusammengesetzt. Mit beiden wollen die Forscher die Psoriasis erfühlen und ertasten können – ohne dass der Patient vor Ort sein muss.
</p>

<p>
	Die Patienten nehmen zuhause Fotos von ihren Psoriasis-Stellen auf und schicken sie an die Forscher. Ein Computer generiert daraus 3D-Bilder, Signale werden an das Ultraschall-Board geschickt, das Bild wird in akustische Signale umgewandelt. Board und Software zeigen den Forschern auch, ob sich die Psoriasis ausgebreitet hat, ob sie entzündeter ist oder die Stellen dicker geworden sind. Die Ärzte können reagieren und eine Therapie starten oder anpassen.
</p>

<p>
	"Wir trainieren mit den Fotos unsere Künstliche Intelligenz", erklärt Professorin Astrid Schmieder vom Universitätsklinikum Würzburg. Das sollen eben nicht Profi-Fotos vom Klinikfotografen sein, sondern Bilder, die von Betroffenen im Alltag aufgenommen werden – auch mal unscharf, schlecht ausgeleuchtet oder automatisch vom Smartphone mit Weichzeichner versehen.
</p>

<p>
	Das zweite Gerät im Projekt-Test – der Handschuh – dient virtuellen Visiten. Dabei können Ärzte mit einer Virtual-Reality-Brille und eben jenem Sensorhandschuh die Hautveränderungen in 3D sehen und fühlen.
</p>

<div>
	<blockquote>
		<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
			<p>
				<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
			</p>
		</div>
	</blockquote>
</div>

<p>
	Und was haben die Patienten davon? Eine App, eine Verlaufskontrolle, mehr Wissen und – wenn nötig – eine Therapie.
</p>

<p>
	Wenn die Patienten mit einem Arzt über ihre Psoriasis oder deren Behandlung sprechen wollen, können sie in dem Programm einen Termin für eine Video-Visite vereinbaren. Die App versorgt sie außerdem mit einer kurzen Psoriasis-Schulung – Videos, die die Mediziner in der Uniklinik für die Patienten erstellt haben. Und weil viele Menschen mit Psoriasis auch psychologischen Beratungsbedarf haben, sind zwei Psychiater vom Zentralinstitut für Seelische Gesundheit in Mannheim im Projekt an Bord. Sie helfen bei der Problemfindung und -lösung, sie verstehen sich aber auch als Lotsen, die den Betroffenen zeigen, wo sie Hilfe finden. Sie entwickelten auch Videos mit Anleitungen zur Bewältigung von Stress oder Angst sowie zur Meditation.
</p>

<p>
	Im Laufe der Studie werden die Patienten in der App auch immer wieder nach ihren Symptomen und Lebensumständen gefragt – nach ihrer Lebensqualität. Aktivitäten, Stimmung, Schmerzen oder Therapie. Und so kommen die Patienten im Laufe des Projekts zu einem Psoriasis-Tagebuch. "Nebenbei" kommen die Teilnehmer so auch zu einer Behandlung ihrer Psoriasis in der Uni-Klinik.
</p>

<p>
	Zunächst werden 100 Patienten mit Psoriasis für eine Machbarkeitsstudie gesucht. Wenn die erfolgreich ist, plant das Team, die App und die digitale Diagnostik in einer größeren klinischen Studie zu testen. Das ist wichtig, weil immer mehr Patienten den Rat von Ärzten suchen und die Wartezeiten für Behandlungstermine länger werden.
</p>

<p>
	Wer Psoriasis hat, mit den Forschern ein Jahr lang seine Erkrankung dokumentieren will und Lust hat, mit seiner Teilnahme bei der technischen Entwicklung zu helfen, kann sich bei Professorin Astrid Schmieder per E-Mail an <a href="mailto:schmieder_a@ukw.de" rel="">schmieder_a@ukw.de</a> melden:.
</p>

<p>
	Für drei Untersuchungen ist ein Besuch in Würzburg oder Mannheim nötig, alle weiteren Kontakte laufen virtuell. Mehr über den Ablauf haben die Forscher <a href="https://www.hybridvita.de/studie" rel="external nofollow">auf der Internetseite zur Studie</a> aufgeschrieben.
</p>

<div>
	<h2>
		<span style="color:#990000;">Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz</span>
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Übersicht</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studienteilnehmer-gesucht/" rel="">Hier werden aktuell Studienteilnehmer gesucht</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Tipps</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studien-schuppenflechte-psoriasis-arthritis/" rel="">Studien – was sie bringen, was du wissen solltest</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Lexikon</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/lexikon/" rel="">Fachbegriffe von A bis Z</a>
	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">1288</guid><pubDate>Fri, 22 Mar 2024 19:08:00 +0000</pubDate></item><item><title>Von Spritzen zur Tablette: Neues Psoriasis-Medikament in der Entwicklung</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/von-spritzen-zur-tablette-neues-psoriasis-medikament-in-der-entwicklung-r1283/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_03/tablette-hand.jpg.jpg.3192c34f74aa84235fb000bf5250f0c8.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Medikamente, die das Zytokin IL-23 blockieren, gibt es bislang nur in Spritzenform. Forscher haben die Wirkstoff-Art in Tablettenform gebracht. Ein Team, unter anderem aus Kiel, hat nun gezeigt: Auch in Tablettenform ist das Medikament wirksam.</strong>
</p>

<p>
	IL-23 spielt eine Schlüsselrolle im Entzündungsprozess der Schuppenflechte. Durch die gezielte Blockade dieses Zytokins kann die überaktive Immunreaktion, die für die Entzündung der Haut verantwortlich ist, effektiv eingedämmt werden. Die bisherigen Therapien basierten auf komplexen Molekülen, die nicht als Tablette oder Kapsel aufgenommen werden konnten, weil sie im Verdauungstrakt zerkleinert würden. Der neue Wirkstoff hingegen ist klein genug, um den Weg durch den Verdauungstrakt unbeschadet zu überstehen und so die Entzündungszellen effektiv zu erreichen. Die neue Therapie ermöglicht es den Patienten also, ihre Medikation einfach zu schlucken – für viele eine erhebliche Erleichterung im Alltag. Und: Sie muss nicht wie die Biologika gekühlt werden.
</p>

<p>
	Professor Sascha Gerdes vom Exzellenzcluster „Precision Medicine in Chronic Inflammation“ (PMI) in Kiel war an der Studie beteiligt. Er berichtete von <a href="https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2308713" rel="external">Ergebnissen einer Studie</a>: Die Symptome der Schuppenflechte, wie Hautrötungen, Verdickungen, Schuppung und Juckreiz, gingen innerhalb weniger Wochen deutlich zurück oder verschwanden sogar komplett.
</p>

<p>
	In der Studie nahmen die Teilnehmer ein- oder zweimal am Tag eine Tablette ein. Nach 16 Wochen wurde ein Fazit gezogen:
</p>

<table id="tabelle">
	<tbody>
		<tr>
			<th>
				Dosierung von JNJ-77242113
			</th>
			<th>
				Verbesserung der Psoriasis nach 16 Wochen um...
			</th>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				25 mg einmal täglich
			</td>
			<td>
				37%
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				25 mg zweimal täglich
			</td>
			<td>
				51%
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				50 mg einmal täglich
			</td>
			<td>
				58%
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				100 mg einmal täglich
			</td>
			<td>
				65%
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				100 mg zweimal täglich
			</td>
			<td>
				79%
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Placebo
			</td>
			<td>
				9%
			</td>
		</tr>
	</tbody>
</table>

<p>
	Weil die Corona-Pandemie in die Studienzeit fiel, zählte auch Covid-19 zu den Nebenwirkungen. Die Zahl derer, die daran erkrankten, war in beiden Gruppen ähnlich – also bei denen, die eine Tablette mit Wirkstoff erhalten hatten oder ohne. Die zweithäufigste Nebenwirkung war eine Nasopharyngitis – eine Nasenrachenentzündung. Die bekamen fünf Prozent der Placebo- und sieben Prozent der anderen Teilnehmer.
</p>

<p>
	Diese Medikamenten-Entwicklung ist nicht nur für Menschen mit Schuppenflechte ein Grund zur Hoffnung. Da IL-23 auch bei anderen chronischen Entzündungserkrankungen eine Rolle spielt, könnte die neue Therapieform potenziell auch bei der Behandlung von Krankheiten wie chronischen Darmentzündungen und rheumatischen Erkrankungen zum Einsatz kommen.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
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		</p>
	</div>
</div>

<p>
	Nach den Ergebnissen der Phase-2-Studie steht nun eine umfangreichere und länger angelegte Phase-3-Studie bevor. In dieser letzten klinischen Studienphase vor einer möglichen Zulassung des Medikaments soll die Wirksamkeit und Verträglichkeit an mehr als 1500 Patienten weltweit über mehrere Jahre hinweg getestet werden.
</p>

<p>
	Am Campus Kiel des Universitätsklinikums Schleswig-Holstein wurden bereits erste Patienten in diese neue Studienphase aufgenommen. Auch die Uni-Hautkliniken in <a href="https://web.ukm.de/index.php?id=12706" rel="external nofollow">Münster</a> und <a href="https://www.medizin.uni-tuebingen.de/de/das-klinikum/einrichtungen/kliniken/hautklinik/klinische-studien/studien_suche" rel="external nofollow">Tübingen</a> suchen <span ipsnoautolink="true">bereits Patienten ab einem Alter ab 12 Jahren für das Studienprogramm</span>.
</p>

<p>
	Zugelassene Wirkstoffe, die auch IL-23 blockieren, sind zum Beispiel:
</p>

<ul>
	<li>
		<strong>Ustekinumab</strong>: Dieses Medikament blockiert die Wirkung von IL-12 und IL-23 und wird unter dem Handelsnamen Stelara vermarktet.
	</li>
	<li>
		<strong>Guselkumab</strong>: Verkauft als Tremfya, zielt dieses Medikament spezifisch auf IL-23 ab.
	</li>
	<li>
		<strong>Tildrakizumab</strong>: Auch dieses Medikament, bekannt unter dem Namen Ilumya, blockiert IL-23.
	</li>
	<li>
		<strong>Risankizumab</strong>: Handelsname Skyrizi, ist ebenfalls ein IL-23-Inhibitor.
	</li>
</ul>

<p>
	Der neue Wirkstoff in Tablettenform hat noch keinen sinnvollen Namen, sondern trägt noch das Kürzel JNJ-77242113 oder JNJ-2113 oder PN-235. Hersteller ist die Firma Janssen. Bis der Wirkstoff auf den Markt kommt, werden noch einige Jahre vergehen:Für gewöhnlich dauern Phase-III-Studien mehrere Jahre.
</p>

<p>
	Studien haben seit einigen Jahren immer mehr oder weniger fantasievolle Bezeichnungen. Die für JNJ-77242113 heißen Frontier. In Frontier-1 wurde untersucht, wie das Medikament bis zu Woche 16 wirkt. In <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39549848/" rel="external">Frontier-2</a> ging es dann um die Wirkung von Woche 16 bis 52.
</p>

<div>
	<hr style="width:150px; margin:2em auto 1.9em; border:none; border-bottom:1px solid #000;">
</div>

<p>
	<strong>Upate November 2024</strong>: Der. Wirkstoff heißt Icotrokinra. Mehr über Studienergebnisse (und um wieviel Geld es dabei auch geht) ergibt sich <a href="https://de.marketscreener.com/kurs/aktie/PROTAGONIST-THERAPEUTICS--30494509/news/Protagonist-Therapeutics-Inc-gibt-positive-Topline-Ergebnisse-der-Phase-3-ICONIC-Studien-von-Icotr-48403830/" rel="external nofollow">aus dieser Veröffentlichung</a>.
</p>

<div>
	<h2>
		<span style="color:#990000;">Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz</span>
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Übersicht</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studienteilnehmer-gesucht/" rel="">Hier werden aktuell Studienteilnehmer gesucht</a>
	</p>

	<p>
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	</p>

	<p>
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	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">1283</guid><pubDate>Mon, 04 Mar 2024 06:35:00 +0000</pubDate></item><item><title>Unruhige Beine &#x2013; eine Begleiterkrankung der Psoriasis arthritis?</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/unruhige-beine-%E2%80%93-eine-begleiterkrankung-der-psoriasis-arthritis-r1262/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2023_10/beine-im-gras.jpg.18e8c18a483777632c64cbc8a16e675a.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Menschen mit Psoriasis arthritis (<abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr>) leiden auffällig oft am Symptom der unruhigen Beine. Das ergab eine Auswertung von Studien, die im Mai 2023 veröffentlicht wurde. Andere Untersuchungen dagegen widersprechen dieser Aussage!</strong>
</p>

<p>
	Das Restless-Legs-Syndrom (RLS) gilt nicht als typische Begleiterkrankung der <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr>. Es wird weder in internationalen Studien erwähnt noch in der Auswertung der Daten von Krankenkassenversicherten.
</p>

<p>
	Wer typische Symptome bei sich feststellt – ob mit oder ohne <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr> – sollte abklären, ob es sich um ein „Syndroms der unruhigen Beine“ handelt und sich behandeln lassen. RLS kann sich zu einer schweren Erkrankung entwickeln.
</p>

<h2>
	Nervenleiden bei <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr>-Betroffenen?
</h2>

<p>
	Für eine  <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37137528/" rel="external">Übersichtsstudie</a> wurden medizinische Datenbanken nach Veröffentlichungen durchsucht, die darüber berichten, wie häufig RLS bei Patienten mit rheumatischen Erkrankungen vorkommt. Aus 273 Datensätzen wurden 17 geeignete Studien mit 2406 Rheumapatienten ermittelt. Das berichtete der <a href="https://www.tagesspiegel.de/wissen/restless-legs-syndrom-wieso-die-beine-von-rheumatikern-in-der-nacht-so-oft-zucken-10652767.html" rel="external nofollow">Berliner Tagesspiegel</a>.
</p>

<p>
	Restless Legs hatten Betroffene durchschnittlich
</p>

<ul>
	<li>
		26,6 Prozent bei Rheumatischer Arthritis
	</li>
	<li>
		32,5 Prozent bei systemischem Lupus erythematodes
	</li>
	<li>
		38,1 Prozent bei Fibromyalgie
	</li>
	<li>
		30,8 Prozent bei Spondylitis ankylosans (z.B. Morbus Bechterew)
	</li>
	<li>
		<strong>69 Prozent bei Psoriasis Arthritis</strong>
	</li>
</ul>

<p>
	Bisher wurde das Restless-Legs-Syndrom nicht als typische Begleiterkrankung (Komorbidität) der Psoriasis Arthritis gesehen. Doch schon 2018 wies <a href="https://link.springer.com/article/10.1007/s00393-018-0562-y" rel="external nofollow">eine entsprechende Studie</a> darauf hin. Damals wurden jeweils 50 <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr>-und Psoriasis-Patienten sowie eine Kontrollgruppe nach RLS untersucht.
</p>

<p>
	Der Anteil der Erkrankten mit Restless Legs betrug in dieser Studie aus 2018
</p>

<ul>
	<li>
		64 Prozent bei <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr>-Betroffenen
	</li>
	<li>
		20 Prozent bei Psoriasis-Betroffenen
	</li>
	<li>
		14 Prozent in der Kontrollgruppe
	</li>
</ul>

<p>
	Die Zahl der mittelschweren und schweren RLS-Fälle war in der <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr>-Gruppe mehr als doppelt so hoch wie in der Psoriasis-Gruppe.
</p>

<h2>
	Das Restless Legs Syndrom
</h2>

<h3>
	Symptome
</h3>

<p>
	Man kann die Beine (manchmal die Arme) nicht mehr stillhalten, sondern muss sie zwanghaft bewegen. Diese Unruhe
</p>

<ol>
	<li>
		beginnt oder verschlechtert sich bei körperlicher Ruhe, z.B. im Sitzen oder Liegen.
	</li>
	<li>
		tritt meist abends bzw. nachts auf oder verschlimmert sich dann.
	</li>
	<li>
		wird meist begleitet oder ausgelöst durch Unruhe, Kribbeln oder „Ameisen, die durch die Haut laufen“.
	</li>
	<li>
		bessert sich meist durch Bewegung wie Laufen, Gehen oder Strecken.
	</li>
	<li>
		ist nicht erklärbar durch andere Symptome, wie z.B. Muskelschmerz, venöse Stauung, Beinödeme, Arthritis, Beinkrämpfe.
	</li>
</ol>

<p>
	Alle fünf Punkte müssen zutreffen bzw. zu Beginn des RLS vorhanden gewesen sein!
</p>

<h3>
	Folgen
</h3>

<ul>
	<li>
		Tagsüber ist man dann oft müde, matt und unkonzentriert.
	</li>
	<li>
		erfüllt Leistungen und Pflichten schlecht oder gar nicht.
	</li>
	<li>
		gefährdet im Extremfall sich und andere, weil man unkonzentriert ist.
	</li>
	<li>
		Langfristig riskieren RSL-Betroffene Angsterkrankungen und Depressionen.
	</li>
</ul>

<h3>
	Ursachen
</h3>

<p>
	Die genauen Ursachen des RLS sind bisher noch unbekannt. Klar ist jedoch, dass
</p>

<ul>
	<li>
		in 40 bis 92 Prozent der Fälle die Erkrankung vererbt wurde, wenn Betroffene sie vor dem 45. Lebensjahr bekommen haben.
	</li>
	<li>
		Eisenmangel im zentralen Nervensystem besteht, z.B. bei Dialyse- oder ADHS-Patienten.
	</li>
	<li>
		die Verarbeitung des Nervenbotenstoff Dopamin im Gehirn gestört ist, so dass es zu RLS-Signalen kommt.
	</li>
	<li>
		Sauerstoffmangel (Hypoxie) ein RLS verursachen kann. Menschen in Bergregionen haben ein höheres Risiko als die im Flachland.
	</li>
	<li>
		Medikamente wie Antidepressiva, Neuroleptika, Antihistaminika und das Magenmittel Metoclopramid ein RLS auslösen können.
	</li>
</ul>

<h3>
	Behandlung
</h3>

<p>
	Das RLS-Syndrom wird mit „Hausmitteln“ und Medikamenten behandelt – je nach Schweregrad und Wirkung. Hinweise finden sich in diesen Artikeln bzw. Unterlagen
</p>

<ul>
	<li>
		<a href="https://dnvp9c1uo2095.cloudfront.net/cms-content/030081_LL_Restless_Legs_Syndrom_2022_V1.2_1682675085593.pdf" rel="external nofollow">Leitlinie</a> (Behandlungsempfehlung), zuletzt überarbeitet 28.04.23
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.iqwig.de/sich-einbringen/themencheck-medizin/berichte/ht21-04.html" rel="external nofollow">Nicht-medikamentöse Verfahren</a>, die Symptome des Restless-Legs-Syndroms lindern, Iqwig, 08.08.23
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.ndr.de/ratgeber/gesundheit/Ganzheitliche-Therapie-gegen-Restless-Legs-Syndrom,restlesslegssyndrom104.html" rel="external nofollow">Ganzheitliche Therapie gegen das Restless-Legs-Syndrom</a>, NDR, 09.09.23
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.deutschesgesundheitsportal.de/2020/02/03/restless-legs-syndrom-patientenselbstmanagement-unterstuetzen-ueberlastung-vermeiden/" rel="external nofollow">Restless Legs Syndrom: Patientenselbstmanagement unterstützen</a> – Überlastung vermeiden, Deutsches Gesundheitsportal; 03.02.20
	</li>
</ul>

<h2>
	Begleiterkrankungen der Psoriasis Arthritis
</h2>

<p>
	Zahlreiche Untersuchungen haben ermittelt, welche Erkrankungen mit der <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr> verbunden sind; die Mediziner sprechen von „Komorbiditäten“. In keiner der uns bekannten taucht das RLS als Begleiterkrankung auf.
</p>

<p>
	So gab es keinen einzigen Fall in einer <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7835184/" rel="external nofollow">Studienauswertung (Meta-Analyse) von 2021</a>. Überprüft wurden 39 Studien mit 158.797 <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr>-Patienten.
</p>

<p>
	Als Begleiterkrankung hatten <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr>-Betroffene durchschnittlich
</p>

<ul>
	<li>
		34,2 Prozent Hypertonie (Bluthochdruck)
	</li>
	<li>
		28,8 Prozent Erkrankungen des <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Metabolisches_Syndrom" rel="external">Metabolischen Syndroms</a>
	</li>
	<li>
		27,4 Prozent Fettleibigkeit
	</li>
	<li>
		24,2 Prozent <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Hyperlipoprotein%C3%A4mie" rel="external">Hyperlipidämie</a>, z.B. erhöhter Cholesterinspiegel
	</li>
	<li>
		19,4 Prozent Herz-/Kreislauferkrankungen wie Herzinfarkt und Arteriosklerose (Verkalkung der Blutgefäße)
	</li>
	<li>
		12,9 Prozent Diabetes mellitus
	</li>
	<li>
		12,3 Prozent Lungenerkrankungen
	</li>
	<li>
		11,9 Prozent Depressionen
	</li>
	<li>
		10,5 Prozent Schilddrüsen-Erkrankungen
	</li>
</ul>

<p>
	Auch eine Auswertung der Daten deutscher Krankenversicherter wiesen nicht darauf hin, dass <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr>-Betroffene auffällig oft an unruhigen Beinen (RLS) leiden würden. <a href="https://medicaljournalssweden.se/actadv/article/view/323/171" rel="external nofollow">2010 wurden die Daten von 2,3 Mio. DAK-Versicherten</a>, 2019 die von 13,1 Mio. TK-Versicherten nach Begleiterkrankungen der <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr> durchgesehen.
</p>

<p>
	Im Verhältnis zu Personen ohne Gelenkschuppenflechte hatten Betroffene mit Psoriasis Arthritis
</p>

<ul>
	<li>
		dreimal häufiger Uveitis (chronische Augenentzündung)
	</li>
	<li>
		mehr als doppelt so häufig
		<ul>
			<li>
				Vitiligo
			</li>
			<li>
				Erkrankungen des Metabolisches Syndroms
			</li>
			<li>
				Schlafapnoe
			</li>
			<li>
				nicht-alkoholische Fettleber
			</li>
			<li>
				chronischer Juckreiz (Pruritus)
			</li>
			<li>
				Haarausfall
			</li>
			<li>
				Erkrankung der Herzkranzgefäße (Arteriosklerose)
			</li>
			<li>
				Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen
			</li>
			<li>
				Grauer Star (Katarakt)
			</li>
			<li>
				Fettleibigkeit (Adipositas)
			</li>
			<li>
				<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Lymphom" rel="external">Lymphom</a>
			</li>
		</ul>
	</li>
</ul>

<p>
	<em>Quelle: GKV-Analyse 2021, Hagenström K, Petersen J, Augustin M., Haut-Update Spezial, Real-World-Daten Psoriasis, 01.09.2021, UK Hamburg + IVDP + Hautnetz Hamburg</em>
</p>

<h2>
	Kommentar
</h2>

<p>
	Für uns Patienten ist es vor allem wichtig, körperliche Symptome einschätzen zu können. Muss ich das der behandelnden Ärztin schildern? Welcher Ärztin berichte ich davon? Das Restless Legs Syndrom kann sich zu einem schweren Leiden entwickeln, wenn es nicht behandelt wird. Wenn Ihr also RLS-Symptome bei Euch feststellt, lasst die abklären. Am besten vom Hausarzt, der Euch an eine Neurologin überweisen sollte. Ich weiß, wovon ich spreche, denn ich bin selbst davon betroffen, wenn auch nicht schwer.
</p>

<p>
	Die Frage, ob eine <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr> ein Restless Legs Syndrom auslösen kann, ist für uns Betroffene eher zweitrangig. Die Autoren der aktuellen <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37137528/" rel="external">Übersichtsstudie</a> vermuten, dass bei einer chronischen Entzündungskrankheit wie Rheuma oder <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr> massiv Botenstoffe ausgeschüttet werden, die sich auf den Schlaf auswirken. Schließlich litten 90 Prozent der Rheuma-Erkrankten an Schlafstörungen. Diese Entzündungsstoffe könnten dann direkt den Dopamin-Stoffwechsel beeinflussen.
</p>

<p>
	Nur ganz wenige Studien haben bisher einen <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25786537/" rel="external">Zusammenhang zwischen Psoriasis Arthritis bzw. Psoriasis mit dem Restless Legs Syndrom</a> festgestellt. Bei allen diesen Studien war die Teilnehmerzahl verhältnismäßig klein. Nur wenige Personen mit <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr> reichten dann aus, um einen hohen Prozentanteil zu erreichen. In Studien mit weitaus größeren Untersuchungsgruppen taucht das Syndrom der unruhigen Beine bei Menschen mit Psoriasis Arthritis nicht mehr auf bzw. war statistisch nicht auffällig.
</p>

<div>
	<h2>
		Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Magazin</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/schlafstoerungen-und-psoriasis-%E2%80%93-keine-seltene-kombination-r1277/" rel="">Schlafstörungen und Psoriasis – keine seltene Kombination</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Forum</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/forum/14-psoriasis-arthritis/" rel="">Erfahrungen von Menschen mit Psoriasis arthritis</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Magazin</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/fakten/psoriasis-arthritis-grundlagen/so-wird-psoriasis-arthritis-erkannt-%E2%80%93-und-von-anderen-erkrankungen-unterschieden-r1236/" rel="">So wird Psoriasis arthritis erkannt – und von anderen Erkrankungen unterschieden</a>
	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">1262</guid><pubDate>Sun, 29 Oct 2023 17:50:00 +0000</pubDate></item><item><title>Psoriasis oder Ekzem, das ist hier die Frage</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/psoriasis-oder-ekzem-das-ist-hier-die-frage-r1229/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2023_05/hautarzt-untersuchung.jpg.jpg.503d59a1617b3250f3d7f7952e739dc0.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Rot und juckend – wenn es der Haut nicht gut geht, dann teilt sie das sehr deutlich mit. Worüber sie sich aber oft ausschweigt, ist die Ursache: Ist es beispielsweise ein Ekzem oder doch ein Psoriasis-Schub?</strong>
</p>

<p>
	Psoriasis und Ekzem sind beides chronische Hautkrankheiten mit einem oftmals ähnlichen Erscheinungsbild. Beide benötigen jedoch unterschiedliche Behandlungen. Bisher war eine genaue Diagnose mitunter schwierig, denn der entscheidende Unterschied zwischen beiden ist mit bloßem Auge nicht sofort erkennbar. Auf molekularer Ebene – also ganz tief drin – hingegen sieht das ganz anders aus. Im Jahre 2016 veröffentlichte eine intereuropäische Forschungsgruppe ein Manuskript, in dem sie das Training eines neuen molekularen Klassifikators beschrieb. Dieser war in den späteren Studiengruppen in der Lage, die unterschiedlichen Genexpressionen NOS2 und CCL27 zu unterscheiden. Und: In 95 Prozent der Fälle lag der Klassifikator richtig.
</p>

<p>
	Im November 2020 begann ein Forscherteam des Universitätsklinikums Heidelberg zu untersuchen, ob die molekulare Diagnostik die ärztliche Diagnostik unterstützen könnte. Innerhalb eines Jahres fand das Projekt 154 Teilnehmende. Bei knapp der Hälfte wurde die Hautkrankheit als mittelschwer eingestuft, bei rund 30 Prozent als schwer. Mit 76 Prozent waren die Hände am häufigsten von einem Ekzem oder einer Psoriasis betroffen, danach folgten die Füße (48,1 Prozent ), Beine (27,8 Prozent ) und zu guter Letzt die Arme (18,8 Prozent ). Für <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1111/ddg.14850_g" rel="external nofollow">die Studie</a> wurden kleine Hautproben entnommen und im Labor untersucht. Das Ergebnis wurde mit den Diagnosen verglichen, die Ärzte aus ihrer Erfahrung heraus gestellt hatten – wenn sie denn zu einer  genauen Diagnose gekommen waren.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<p>
	Mehr als die Hälfte der Studienteilnehmer war bereits einmal in ärztlicher Behandlung gewesen. Der hohe Anteil an Patienten mit einer Therapie lag daran, dass viele von ihnen in Berufen arbeiteten, bei denen schwere körperliche Arbeit zum Alltag gehörte.
</p>

<p>
	Nach einem Studienjahr zeigte sich, dass die Chancen auf eine verbesserte Therapie sehr gut standen: Bei 31,2 Prozent der Teilnehmer hatten Ärzte zuerst keine genaue Diagnose stellen können. Nutzten sie den genetischen Klassifikator, konnten nahezu alle Fälle geklärt werden.
</p>

<h2>
	Bei zwei Drittel war die Schuppenflechte ein Ekzem
</h2>

<p>
	Eine größere Überraschung erlebten die Patienten mit Psoriasis. Insgesamt wurden 23,6 Prozent mit Schuppenflechte diagnostiziert, laut Klassifikator hatten zwei Drittel von ihnen jedoch in Wirklichkeit ein Ekzem. Andersherum wirkte der Klassifikator ebenso effektiv. Dermatologen erkannten bei 45,1 Prozent der Betroffenen ein Ekzem, der Klassifikator bestätigt das in 78,5 Prozent der Fälle.
</p>

<p>
	Letztlich stimmte das Urteil von Ärzten und Klassifikator nur in 42,4 Prozent der Fälle überein – was stets an der Fehldiagnose der Ärzte lag!
</p>

<h2>
	Passendere Therapie dank genauerer Diagnose
</h2>

<p>
	Die Folgen der präziseren Diagnostik zeigten sich bereits nach sechs Monaten: Am Studienanfang nahmen 92,5 Prozent der Patienten Kortison-Medikamente ein. Nach einem halben Jahr war der Anteil auf 59,7 Prozent gesunken. Der Einsatz von topischen Immunmodulatoren hatte sich sogar fast halbiert (von 41,8 auf 22,4 Prozent ). Kein Wunder ist, dass Therapien mit dem Arzneistoff Alitretinoin von 11,9 auf 23,9 Prozent anstiegen. Dies wird nämlich nur bei schweren chronischen Handekzemen verschrieben, nicht aber bei Psoriasis.
</p>

<p>
	Die hohe Erfolgsquote, die mithilfe des molekularen Klassifikators erzielt werden konnte, zeigt, wie wichtig diese neuen Erkenntnisse für die (richtige) Behandlung von Psoriasis und Ekzemen sind. Der Einsatz der molekularen Diagnostik wird es in naher Zukunft vielleicht ermöglichen, Therapiedauer sowie Behandlungskosten zu senken. Der größte Vorteil ist jedoch, dass die Lebensqualität der Menschen mit einer Hautkrankheit schneller gesteigert werden kann. <em>Mario Gehoff</em>
</p>

<p>
	<em>In Zusammenarbeit mit dem <a href="https://www.psonet.de/" rel="external"><abbr title="Das PsoNet ist ein Zusammenschluss von Ärzten, die sich auf die Therapie der Psoriasis spezialisiert haben."><abbr title="Das PsoNet ist ein Zusammenschluss von Ärzten, die sich auf die Therapie der Psoriasis spezialisiert haben.">PsoNet</abbr></abbr></a> Magazin</em>.
</p>

<h2>
	Was ist ein molekularer Klassifikator?
</h2>

<p>
	Ein molekularer Klassifikator ist wie ein spezielles Werkzeug, das Wissenschaftler verwenden, um Dinge in verschiedene Gruppen einzuteilen. Man kann sich vorstellen, man hätte eine große Kiste mit verschiedenen Früchten wie Äpfeln, Bananen und Orangen. Ein Klassifikator wäre wie eine Maschine, die die Früchte untersucht und erkennt, zu welcher Art sie gehören. Der molekulare Klassifikator funktioniert ähnlich. Doch anstatt Früchte zu analysieren, betrachtet er winzige Teile, die Moleküle genannt werden. Jedes Molekül hat eine einzigartige Struktur und Zusammensetzung, die es von anderen Molekülen unterscheidet – in diesem Fall eben besagte Genexpressionen NOS2 und CCL27. Genexpression wiederum ist der Prozess, bei dem die Informationen in unseren Genen in bestimmten Zellen unseres Körpers verwendet werden, um Proteine herzustellen.
</p>

<div>
	<h2>
		<span style="color:#990000;">Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz</span>
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Übersicht</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studienteilnehmer-gesucht/" rel="">Hier werden aktuell Studienteilnehmer gesucht</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Tipps</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studien-schuppenflechte-psoriasis-arthritis/" rel="">Studien – was sie bringen, was du wissen solltest</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Lexikon</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/lexikon/" rel="">Fachbegriffe von A bis Z</a>
	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">1229</guid><pubDate>Sat, 20 May 2023 17:36:00 +0000</pubDate></item><item><title>Neues und Bew&#xE4;hrtes zur Psoriasis 2023</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-2023-r1222/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2023_05/ddg-tagung-2023.jpg.094a84b8ff469df2a4030ef06caf71ae.jpg" /></p>
<p>
	Alle zwei Jahre veranstaltet die Deutsche Dermatologische Gesellschaft einen Kongress. Der fand diesmal Ende April 2023 in Berlin statt. DDG-Präsident Prof. Michael Hertl sprach von 4950 Teilnehmenden. Es gab einige Neuigkeiten zur Behandlung der Schuppenflechte. Als roter Faden vieler Vorträge erwies sich das Argument, möglichst frühzeitig zu behandeln, um Schlimmeres zu verhindern. Mit JAK-Hemmern werden sich schon bald viele Hauterkrankungen verbessern lassen, die bisher als schlecht behandelbar galten. Psoriasis wird inzwischen als „Modellerkrankung“ angesehen, deren Erkenntnisse für andere Hautkrankheiten übernommen werden.
</p>

<h2>
	Für schnelle Leser
</h2>

<ul>
	<li>
		<strong>Neu zugelassenen wurde Sotyktu</strong>, eine Tablette vor allem für mittelschwer Betroffene ohne Begleiterkrankungen. Das Präparat erreicht bei deutlich mehr Patienten eine 75%-ige Abheilung als andere Psoriasis-Medikamente, die man schlucken kann.
	</li>
	<li>
		<strong>Neu zugelassenen wurde Spevigo</strong> für die seltene Generalisierte Pustulöse Psoriasis. Als „orphan drug“ reichte dafür eine Studie mit 53 Probanden. Trotzdem wird schon jetzt der Nutzen höher eingeschätzt, als mögliche Risiken.
	</li>
	<li>
		Neu entwickelt wurde eine „<a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/arzneimittel/sumilor-r577/" rel=""><strong>kolloide Tacrolimus-Mikroemulsion</strong>“ für die Behandlung der Kopfhaut-Psoriasis</a>. Das Präparat ist eine kortisonfreie Alternative für die äußerliche Behandlung, hat aber nur bei 28,6 % der Studienteilnehmer gut oder sehr gut gewirkt. Es soll Ende 2023 zugelassen werden.
	</li>
	<li>
		Eine schwere Schuppenflechte sollte <strong>möglichst frühzeitig mit starken Mitteln behandelt</strong> werden. Das könnte ein Psoriasis-Gedächtnis klein halten, mögliche Begleiterkrankungen verhindern und die Lebenserwartung erhöhen. Depressionen und Selbsttötungen unter Psoriatikern würden zurückgehen. Erscheinungsfrei könnten Betroffene ihr Leben völlig anders gestalten.
	</li>
	<li>
		Mit der <strong>Janus-Kinase-Hemmung</strong> werden zukünftig viele Hauterkrankungen wirkungsvoll behandelt werden können, ob als Tablette oder als Creme. Äußerlich könnten sie kortisonhaltige Präparate ersetzen, wenn sie nicht so teuer wären. Innerlich sind sie vor allem für an der Haut mittelschwer Betroffene und bei Psoriasis Arthritis.
	</li>
	<li>
		Wer mit Psoriasis Arthritis Krafttraining macht, aber die Gelenke schonen muss, hat jetzt eine Alternative: Das <strong>Blutflussrestriktions-Training</strong> aktiviert Muskeln und regt die Produktion von Myokinen an. Die wirken unter anderem entzündungshemmend.
	</li>
	<li>
		Um präzise festzustellen, ob eine Psoriasis Arthritis vorliegt, müssten Patienten zukünftig nicht mehr lange auf Rheumatologen- oder MRT-Termine warten. Speziell für Dermatologen gibt es jetzt <strong>ein kleines Ultraschallgerät</strong>. Fragt Eure Hautärztin, ob sie sich an der Studie dazu beteiligen würde.
	</li>
	<li>
		Beim Rundgang sind uns <strong>zwei Kosmetika</strong> aufgefallen: eine Pflegeserie für sehr trockene Haut mit einem sehr geringen Lipidgehalt und eine Sonnenschutz-Lotion, die nicht nur vor UV schützt, sondern auch vor Blaulicht. Außerdem enthält sie als Sonnenfilter kein Mikroplastik.
	</li>
</ul>

<p>
	<em>Ja, der Artikel ist lang! Aber du kannst in der Übersicht die Themen anklicken, die dich interessieren.</em>
</p>

<h2>
	Die Einzelheiten
</h2>

<h3>
	Neu zugelassen: Sotyktu (Wirkstoff Deucravacitinib)
</h3>

<p>
	Wir haben schon mehrmals ausführlich über den neuen Wirkstoff berichtet. Die Artikel werden weiter unten angezeigt. Hier eine Kurzübersicht:
</p>

<p>
	Sotyktu
</p>

<ul>
	<li>
		ist empfehlenswert bei mittelschwerer Psoriasis ohne Begleiterkrankungen.
	</li>
	<li>
		wirkt besser als Methotrexat, Fumaderm, Skilarence oder Otezla, aber nicht so gut wie Biologika.
	</li>
	<li>
		wird als Tablette nur 1x täglich eingenommen.
	</li>
	<li>
		hat keine schwerwiegenden Nebenwirkungen. Sehr häufig treten aber Infektionen der oberen Atemwege auf, v.a.der Nasen- und Rachenschleimhaut (Nasopharyngitis).
	</li>
	<li>
		ist ein „small molecule“, d.h. so klein, dass der Wirkstoff direkt in eine Zelle gelangen kann, um deren Funktion zu manipulieren.
	</li>
	<li>
		hemmt das Enzym Tyrosin-Kinase (TYK2) und verhindert damit, dass ein Entzündungssignal ans Immunsystem weitergeleitet wird.
	</li>
	<li>
		kostet aktuell (Mai 2023) für eine Jahrestherapie 14.600 € (Otezla 17.740 €)
	</li>
	<li>
		wird von Bristol Myers Squibb vertrieben; <a href="https://de.statista.com/statistik/daten/studie/77384/umfrage/bristol-myers-squibb-nettogewinn-seit-2007/" rel="external">Jahresgewinn 2022: 6,3 Mrd. US-$</a>
	</li>
</ul>

<p>
	Weitere Informationen im Psoriasis-Netz:
</p>

<ul>
	<li>
		<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/fobi-2022-neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-r1184/#toc4" rel="">Tablette statt Spritze: Kinase-Hemmer gegen Schuppenflechte</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/deucravacitinib-sotyktu-zulassung/" rel="">Neues Medikament gegen Schuppenflechte auf dem Weg zur Zulassung</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/tabletten-therapie-sotyktu-zur-behandlung-der-schuppenflechte-zugelassen-r1212" rel="">Tabletten-Therapie Sotyktu zur Behandlung der Schuppenflechte zugelassen</a>
	</li>
</ul>

<h3>
	Neu zugelassen: Spevigo (Wirkstoff Spesolimab)
</h3>

<p>
	Spevigo ist seit Dezember 2022 „bedingt“ zugelassen. Die Herstellerfirma muss auch noch danach weitere Wirkungsnachweise erbringen. Denn die Zulassung beruht lediglich auf einer Phase-II-Studie mit 53 Probanden; <a href="https://www.gpoh.de/kinderkrebsinfo/content/patienten/forschung/klinische_forschung/studienphasen/index_ger.html" rel="external nofollow">üblich sind drei Phasen</a> mit mehr Betroffenen. Das Medikament wird eingesetzt, um akute Schübe bei der generalisierten pustulösen Psoriasis (GPP) zu behandeln. Es wird nicht als Langzeit-Therapie eingesetzt.
</p>

<p>
	Die GPP ist eine entzündliche Hauterkrankung. Sie ist schwer vorhersehbar, tritt schubweise auf und bildet Eiter-Pusteln auf der gesamten Haut. GPP kann starke Schmerzen verursachen. Betroffene müssen ins Krankenhaus, wenn lebensgefährliche Komplikationen drohen wie Herzschwäche, Nierenversagen oder Blutvergiftung. Es ist völlig unklar, wie viel Betroffene es in Deutschland gibt. Während führende Dermatologen von  <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/ddg.14764_g" rel="external nofollow">von 500 bis 1.500 Fällen</a> ausgehen, spricht die Herstellerfirma von <a href="https://www.g-ba.de/downloads/92-975-6375/2023-02-01_Nutzenbewertung-IQWiG_Spesolimab_D-902.pdf" rel="external nofollow">5.805 bis 28.529 Erwachsenen mit einer GPP</a>.  Aber nur bei schätzungsweise 194 bis 425 von ihnen treten Schübe auf. Trotzdem hat Spevigo in der EU keinen „<span>Orphan-Drug-Status</span>“, für das <a href="https://www.vfa.de/de/wirtschaft-politik/artikel-wirtschaft-politik/was-der-orphan-drug-status-fuer-ein-medikament-bedeutet.html" rel="external nofollow">günstige Ausnahmeregeln</a> gelten würden. <a href="https://www.orpha.net/consor/cgi-bin/Drugs_Search.php?lng=DE&amp;data_id=5212&amp;Produkt=SPEVIGO&amp;search=Drugs_Search_Disease&amp;data_type=Product&amp;diseaseType=Drug&amp;Typ=Med&amp;title=&amp;diseaseGroup=Generalisierte-pustulose-Psoriasis" rel="external nofollow">In den USA dagegen gilt es als Arzneimittel gegen eine seltene Erkrankung</a>.
</p>

<p>
	Spevigo (Wirkstoff Spesolimab)
</p>

<ul>
	<li>
		ist ein Biologikum, das IL-36 hemmt (IL-36-Inhibitor).
	</li>
	<li>
		wird einmal gespritzt, um den Schub zu behandeln.
	</li>
	<li>
		hat in der <a href="https://www.nejm.org/doi/full/10.1056/NEJMoa2111563" rel="external">Zulassungsstudie</a> bei 54 % nach einer Woche die sichtbaren Pusteln verschwinden lassen.
	</li>
	<li>
		hat in der <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36333618/" rel="external">Nachfolgestudie</a> neue Schübe bis zu 48 Wochen verhindert.
	</li>
	<li>
		hat als sehr häufige Nebenwirkungen Infektionen.
	</li>
	<li>
		kostet <em>als Einmalgabe</em> inklusive Apothekenleistung rund 24.000 € (Mai 2023)
	</li>
	<li>
		wird von Boehringer Ingelheim vertrieben: <a href="https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/142065/Boehringer-Ingelheim-steigert-Umsatz-Gewinn-geringer" rel="external">Jahresgewinn 2022: 24,1 Mrd. €</a>
	</li>
</ul>

<p>
	Weitere Informationen im Psoriasis-Netz:
</p>

<ul>
	<li>
		<span>Generalisierte Pustulöse Psoriasis</span> (GPP) im Bericht "<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-im-jahr-2022-r1175/" rel="">Neues und Bewährtes zur Psoriasis im Jahr 2022</a>"
	</li>
	<li>
		Generalisierte Pustulöse Psoriasis (GPP) <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/fobi-2022-neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-r1184" rel="">im Bericht zur Fortbildungswoche 2022</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.psoriasis-netz.de/blogs/entry/4241-spesolimab-bei-generalisierter-pustuloeser-psoriasis/" rel="">Spesolimab bei Generalisierter Pustulöser Psoriasis</a>, 14.11.22
	</li>
</ul>

<h3>
	Neu entwickelt: Sumilor, eine tacrolimushaltige Emulsion - die kortisonfreie Alternative
</h3>

<p>
	Bis Weihnachten 2023 soll <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/arzneimittel/sumilor-r577/" rel="">Sumilor</a>, eine tacrolimushaltige Emulsion für die Kopfhaut-Psoriasis (Psoriasis capitis), zugelassen sein. Das verkündigte Prof. Johannes Wohlrab auf einer Veranstaltung des Herstellers. Der Wirkstoff gehört zu den <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/tacrolimus/tacrolimus-pimecrolimus-psoriasis/" rel="">Calcineurin-Inhibitoren.</a> Die werden in der <a href="https://register.awmf.org/assets/guidelines/013_D_Dermatologische_Ges/013-001a1_S3_Therapie-Psoriasis-vulgaris_2021-03-verlaengert.pdf" rel="external nofollow">Psoriasis-Behandlungsleitlinie</a> als kortisonfreie Alternative empfohlen für empfindliche Bereiche (Gesicht, Hautfalten, Anal- und Genitalbereich). Da sie aber nur für die Neurodermitis zugelassen sind, müssen sie bisher „<a href="https://www.gesundheitsinformation.de/off-label-use-worauf-muss-man-achten.html" rel="external">off-label</a>“ verschrieben werden. Das wird sich mit dem neuen Präparat ändern.
</p>

<p>
	Die Emulsion ist tatsächlich eine Neuheit: Erstmals ist es gelungen ein Mischungsverhältnis von „Öl-in-Wasser“ zu finden, in dem Tacrolimus stabil bleibt. An sich ist es temperatur- und wasser-empfindlich. Damit es überhaupt in die Hautporen einziehen kann, wird es als Tröpfchen in Mikrogröße (Kolloid) untergemischt. Im Normalzustand wäre sein Molekulargewicht zu hoch. Die Emulsion selbst ist flüssig genug („niedrig-viskös“), um gut in haarbesetzte Bereichen einzuziehen. Außerdem löst sie die Hautschuppen ab. Experten sprechen von einer „galenischen Innovation“.
</p>

<p>
	Dr. Andreas Pinter berichtete, dass 128 Patienten mit unterschiedlich schwerer Kopf-Psoriasis an der <a href="https://www.cochranelibrary.com/central/doi/10.1002/central/CN-02068517/full" rel="external nofollow">Zulassungsstudie</a> teilnahmen. Sie wurden acht Wochen zweimal täglich behandelt; die eine Hälfte mit 0,1% Tacrolimus, die andere mit einem Placebo. Bei 28,6 Prozent der Probanden verschwand die Psoriasis auf der Kopfhaut völlig oder war nur noch mild ausgeprägt. In der Placebo-Gruppe schafften das 12,7 Prozent. Zum Vergleich: Beim viel verwendete <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/salben-cremes-gels/enstilar-grundlagen/" rel="">Enstilar-Sprühschaum</a> erreichten in einer <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC7380692/" rel="external nofollow">klinischen Studie</a> bereits nach vier Wochen 89 Prozent der Probanden diesen Wert; im Behandlungsalltag sind es immerhin noch 54,3%, so die aktuelle CAPITIS-Beobachtungsstudie (Poster 86). Aber diese so genannte „Fixkombination“ enthält das Kortison Betamethason, wenn auch in geringer Menge. Es wird sich zeigen, für welche Fälle die neue kortisonfreie Emulsion dennoch vorzuziehen ist. Offen ist zudem, wie lange der Abheilungseffekt anhält oder ob die Mikroemulsion dauerhaft aufgetragen werden muss.
</p>

<h3>
	Schlimmeres verhüten – Psoriasis frühzeitig intensiv behandeln
</h3>

<p>
	Schon 2022 wurde über "<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/fobi-2022-neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-r1184/#toc6" rel="">Hit hard and early</a>" als neues therapeutisches Konzept diskutiert. Auslöser waren die ersten Ergebnisse der noch nicht abgeschlossenen <a href="https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC8438891/" rel="external nofollow">GUIDE-Studie</a>. Für Professorin Petra Staubach gibt es nur „ein kurzes Zeitfenster“ um zu verhindern, dass eine Psoriasis chronisch wird und sich Begleiterkrankungen entwickeln. Verpasse man das, riskiere man nicht nur problematische gesundheitliche Folgen. Es sei das gesamte Leben, dass durch eine schwere Schuppenflechte beeinträchtig werde.
</p>

<p>
	Eine moderate oder schwere Psoriasis sollte frühzeitig mit stark wirkenden Mitteln behandelt werden, weil …
</p>

<ul>
	<li>
		… das Immunsystem Zeit benötigt, um für die Entzündungssignale ein „Psoriasis-Gedächtnis“ aufzubauen. Die Gedächtniszellen, die eine Psoriasis anstoßen (CD4+ + CD8+), entwickeln sich erst langsam. Das zeigt sich bei Patienten mit kurzer Krankheitsdauer. Sie reagieren schneller auf eine Therapie und bleiben nach Absetzen des Medikaments länger erscheinungsfrei. Bisher weiß man nur von den IL-23 Blockern (Ilumetri, <em>Stelara</em>, Skyrizi, <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/guselkumab-tremfya/tremfya/" rel="">Tremfya</a>), dass sie die Bildung solcher Zellen beeinflussen.<br>
		Siehe auch: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/psoriasis-ddg-tagung-2019/#toc13" rel="">Entzündungsgedächtnis verhindern</a>.
	</li>
	<li>
		… typische Begleiterkrankungen sich in dem Maße entwickeln, wie die Entzündungen im Körper zunehmen. Frühzeitiges Eingreifen könnte vor allem schwere Herz-/Kreislauferkrankungen verhindern. Dadurch sinkt das Risiko schwer Betroffener, 5-7 Jahre früher zu sterben als der Bevölkerungsdurchschnitt. Bisher weiß man nur von den Biologika, dass sie Komorbiditäten abschwächen oder verhindern können. MTX, so Dr. Sascha Gerdes, bewirkte das jedenfalls nicht.
	</li>
	<li>
		… eine sichtbare Hauterkrankung das gesamte Leben deutlich einschränken kann: Bei Freundschafts-/ Partnersuche, Berufswahl und Hobbys, in der Partnerschaft und bei der Sexualität, wegen Stigmatisierung, Angst, Vereinsamung, Depression und Stress. Die Probleme häufen sich im Laufe der Zeit an (<a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/jdv.17348" rel="external nofollow">Cumulative Life Course Impairments</a>). Frühzeitiges Eingreifen bietet die Chance, das eigene Leben völlig anders gestalten zu können!
	</li>
	<li>
		… die Krankheit finanziell belastet; die Betroffenen (Pflegemittel, Alternativ-Therapien, Sonnenurlaube, Verdienstausfälle) und die Allgemeinheit (Behandlungskosten, Reha, Krankengeld, Frührente).
	</li>
	<li>
		… die <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/brodalumab/schuppenflechte-und-selbstmord/" rel="">Selbsttötungs- (Suizid-) Rate bei Betroffenen mit Psoriasis höher ist</a>, auch schon bei Kindern mit sichtbaren Hauterkrankungen, wie <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34828770/" rel="external">eine aktuelle Studie zeigt</a>.
	</li>
</ul>

<p>
	Den Betroffenen sollte bewusst gemacht werden, was sie möglicherweise verpassen, wenn sie sich nicht angemessen behandeln lassen, so Prof. Staubach. Und sie sollten darüber aufgeklärt werden, dass ihr Immunsystem nicht unterdrückt, sondern nur gezielt umfunktioniert wird.
</p>

<h3>
	JAK-Hemmer – hochwirksame, teure Kortison-Alternative
</h3>

<p>
	Janus-Kinase-Hemmer entwickeln sich zur wichtigsten Wirkstoffgruppe in der Dermatologie, so Prof. Kamran Ghoreshi. Damit werde man in naher Zukunft viele Hautkrankheiten behandeln können, bei denen das bisher nur schwer oder überhaupt nicht möglich war. Es gibt sie in Tablettenform und als Creme.
</p>

<p>
	Zur Behandlung der Schuppenflechte mit dieser Wirkstoffgruppe ist in der EU bisher nur die Tablette Sotyktu zugelassen. Präparate zur <em>äußerlichen</em> Anwendung werden aktuell in Studien (Phase II) geprüft: Xeljanz (Tofacitinib), <a href="https://karger.com/kai/article/4/4/180/824430/Off-Label-Use-Ruxolitinib-im-Einsatz-bei" rel="external nofollow">Jakavi (Ruxolitinib)</a> und <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36972293/" rel="external">Beprocitinib</a>. Für die <em>innerliche</em> Psoriasis-Therapie laufen Studien mit <a href="https://www.mdpi.com/1422-0067/24/4/3391" rel="external">Beprocitinib</a> und <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35608188/" rel="external">Peficitinib (Smyraf)</a>.
</p>

<p>
	In den USA werden bereits zwei JAK-Hemmer als Creme angeboten: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/arzneimittel/zoryve-roflumilast/" rel="">Zoryve</a> (Roflumilast) und <a href="https://www.pharmazeutische-zeitung.de/tapinarof-creme-ueberzeugt-134210/" rel="external">Vtama</a> (Tapinarof). Die wären grundsätzlich eine echte Alternative zu kortisonhaltigen Präparaten. Denn die <a href="https://www.gesundheitsinformation.de/kortison-und-andere-medikamente-zum-auftragen.html" rel="external">für Kortisoncremes typischen Einschränkungen und Nebenwirkungen</a> gelten für sie nicht. Ganz nebenwirkungsfrei sind aber diese JAK-Hemmer-Cremes nicht. So können sich die oberen Atemwege  infizieren (Nasopharyngitis) oder es kann sich eine Akne entwickeln. Die Cremes sind zwar hochwirksam, aber vor allem hochpreisig. In den USA kostet die 60 g-Tube <span>Zoryve</span> 825 $, <span>Vtama</span> sogar 1.325 $. Das ist auf den ersten Blick extrem teuer! Zum Vergleich: In Deutschland wird für die äußerliche Behandlung als "Goldstandard" die Kombination des Kortisons Betamethason mit Calciopotriol empfohlen: Der Preis für die Wynzora Creme beträgt 74,51 € für 60 g. „Für das gleiche Geld, um <em>einen</em> Patienten mit JAK-Inhibitoren zu behandeln, kann man 100 andere mit kortisonhaltigen Cremes versorgen“, meinte Professor Ghoreshi. Das sieht in den USA anders aus: Denn dort kostet die 60 g Tube der Wynzora-Creme mindestens 1.275 $.
</p>

<p>
	Für alle innerlich zu nehmenden JAK-Hemmer gibt es eine offizielle <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/warnhinweise-auf-alle-jak-hemmer-erweitert-r1192/" rel="">Warnung für Risikogruppen</a>. Die sollten nur damit behandelt werden, wenn es keine andere Möglichkeit gibt. Das wird von einigen Praktikern deutlich kritisiert. Bisher ist aber für die Schuppenflechte noch kein innerlicher JAK-Hemmer zugelassen. Prof. Goreshi wies daraufhin, dass Neurodermitis-Patienten schon länger damit behandelt würden. Es hätte  bislang keine Signale für schwerwiegende Nebenwirkungen gegeben. Unabhängig, welches JAK-Hemmer-Präparat man einsetze: Generell sollte in jedem Einzelfall geprüft werden, ob Erkrankungen (v.a. Herz-/Kreislauf, Infektionen) oder Verhalten (z.B. Rauchen) vorliegen, die bekannte Risiken dieser Wirkstoffgruppe verstärken könnten.
</p>

<p>
	„Lassen Sie sich von niemanden einreden, TYK-2-Hemmer seien keine JAK-Inhibitoren. Die Tyrosin-Kinase hätte eigentlich <em>JAK 4</em> heißen müssen; doch dieser Name war schon belegt.", so Prof. Goreshi.  
</p>

<p>
	Weitere Informationen im Psoriasis-Netz:
</p>

<ul>
	<li>
		Janus-Kinase-Hemmer (JAKi) im Bericht "<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-im-jahr-2022-r1175/#toc7" rel="">Neues und Bewährtes zur Psoriasis im Jahr 2022</a>"
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/fobi-2022-neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-r1184/#toc4" rel="">Tablette statt Spritze: Kinase-Hemmer gegen Schuppenflechte</a>
	</li>
	<li>
		JAK-Hemmer im Bericht "<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/psoriasis-arthritis-neues-und-bewaehrtes-2022-r1190/#toc6" rel="">Psoriasis arthritis: Neues und Bewährtes 2022</a>"
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/warnhinweise-auf-alle-jak-hemmer-erweitert-r1192/" rel="">Warnhinweise auf alle JAK-Hemmer erweitert</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/deucravacitinib-sotyktu-zulassung/" rel="">Neues Medikament gegen Schuppenflechte auf dem Weg zur Zulassung</a>
	</li>
</ul>

<div>
	 
	<div style="padding:10px;background-color:#E9F3F6;border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<h3>
	Gelenkschonendes Krafttraining bei Psoriasis Arthritis (<abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr>)
</h3>

<p>
	<a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25422002/" rel="external">Krafttraining wirkt positiv auf rheumatische Erkrankungen wie der <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr></a>. Trainierte Muskeln produzieren Botenstoffe (Myokine), die unter anderem das Immunsystem stärken. Problem: Das Training an Geräten und mit Gewichten kann die Gelenke übermäßig belasten. Dann musste man es bisher abbrechen.
</p>

<p>
	Claus-Jürgen Bauer stellte ein <a href="https://www.ukbonn.de/rheumatologie/unsere-forschung/" rel="external nofollow">Projekt der Universitätsklinik Bonn</a> vor: Darin wird ein Trainingsprogramm getestet, das in Japan für den Reha-Sport entwickelt wurde. Beim <a href="https://www.spiegel.de/gesundheit/ernaehrung/muskelaufbau-was-bringt-bfr-blood-flow-restriction-training-a-981214.html" rel="external nofollow">Kaatsu-Blutfluss-Restriktions-Training</a> werden keine Gewichte mehr gestemmt. Stattdessen legt man pneumatische Manschetten an Bein- und Armmuskeln an und pumpt sie auf; kennt man vom Blutdruck-Messen. Dadurch wird der Blutdruck gesenkt, <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28259850/" rel="external">was langfristig die entsprechenden Muskeln vergrößert</a>. Das schont die Gelenke. Trotzdem werden Myokine produziert.
</p>

<p>
	Über 12 Wochen wurden 40 Studienteilnehmer beobachtet, die entweder mit der japanischen oder der bei uns üblichen Methode trainierten und einer Gruppe, die überhaupt kein Krafttraining macht. Für die Auswertung wurden umfangreiche Messwerte erhoben („<a href="https://www.ernaehrungsberatung-stevens.de/mein-angebot/bioimpedanz-bia/" rel="external nofollow">Bioimpedanz-Analyse</a>“) und der Myokine-Spiegel gemessen. Deutlich verbesserte sich bei dem Blutfluss-Restriktions-Training der PsAID-Wert, ein Maßstab für gesundheitsbezogene Lebensqualität bei <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr>.
</p>

<p>
	Trotz der wenigen Probanden ist Bauer sich jetzt schon sicher, dass diese Trainingsmethode für Menschen mit <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr> besser ist,  als konventionelles Krafttraining. Aber die Geräte würden um die 1.000 Euro kosten, seien also für den privaten Gebrauch noch sehr teuer.
</p>

<h3>
	<abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr> sofort erkennen – fragt Eure Hautärzte, ob sie mitmachen
</h3>

<p>
	In Hautarztpraxen wird gewöhnlich erst einmal mit einem Fragebogen geprüft, ob eine Psoriasis Arthritis (<abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr>) vorliegt. Schon <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/psoriasis-arthritis-neues-und-bewaehrtes-2022-r1190/#toc2" rel="">auf dem Rheumatologie-Kongress 2022</a> verwies Dr. Valentin Schäfer darauf, dass Fragebögen wie <a href="https://www.psoriasis-netz.de/files/file/28-gepard-fragebogen/" rel="">GEPARD</a> oder <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/psa-diagnose/" rel="">CASPAR</a> zu viele falsche <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr>-Verdachtsdiagnosen liefern würden. Da eine <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr> aber so früh wie möglich behandelt werden muss, sollten Patienten nicht lange auf Rheumatologen- oder MRT-Termine warten müssen. Dr. Schäfer stellte <a href="https://www.medicalexpo.de/prod/butterfly-network/product-124353-884353.html" rel="external nofollow">ein portables Ultraschall-Gerät von der Größe eines Rasierers</a> vor, mit dem die Dermatologin eine <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr> sofort und genau bestimmen kann. Im <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/ddg.14614" rel="external nofollow">Projekt PsoSone</a> wurde gezeigt, wie zuverlässig das Verfahren ist.
</p>

<p>
	Die Ergebnisse sollen jetzt bei weiteren Patienten überprüft werden. Dazu sucht das Uniklinikum Bonn noch Dermatologen, die das kleine <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr>-Diagnosegerät im Rahmen einer Studie anwenden würden. Fragt doch mal in Eurer Hautpraxis, ob man sich nicht daran die beteiligen will. Es ist doch für alle gut, wenn möglichst schnell Klarheit herrscht.<br>
	Euer Hautarzt kann sich <a href="mailto:Valentin.Schaefer@ukbonn.de" rel="">per E-Mail bei den Projekt-Verantwortlichen melden</a>.
</p>

<h3>
	Neue Kosmetika
</h3>

<ul>
	<li>
		Physiogel Pflegeserie <em>Daily Moisture Therapy sehr trockene Haut</em> mit sehr niedrigem Lipidgehalt, gedacht als "Erhaltungstherapie“ in erscheinungsfreien Phasen. Weniger Fett sorgt dafür, dass die benötigte Feuchtigkeit schneller einzieht und die Haut sich nicht fettig anfühlt. Die Menge reicht aus, um einen Schutzfilm zu bilden, damit möglichst wenig der Feuchtigkeit verdunstet.
	</li>
	<li>
		Eau Thermale Avènne <em>Intense Protect LSF 50+</em> mit Blaulicht-Filter ohne Mikroplastik (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Octocrilen" rel="external">Octocrylen</a>). Außer UV-Licht wird zusätzlich Blaulicht gefiltert (bis 450 𝜂m). Der Blauanteil des sichtbaren Lichts kann zellschädigend wirken und die Haut altern lassen. Es gäbe aber, so Dr. Yael Adler, <a href="https://www.stern.de/gesundheit/blaues-licht--wie-schaedlich-ist-viel-zeit-am-bildschirm-fuer-unsere-haut--31740430.html" rel="external nofollow">keine Daten, welchen Effekt solche Cremes tatsächlich haben</a>. <span>Octocrylen</span> wird in vielen Kosmetika als Sonnenfilter benutzt. Es schädigt vor allem die Unterwasserwelt der Meere (v.a. Korallenriffe) und ist in einigen Ländern als Kosmetikbestandteil verboten.
	</li>
</ul>

<div>
	<h2>
		<span style="color:#990000;">Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz</span>
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Übersicht</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studienteilnehmer-gesucht/" rel="">Hier werden aktuell Studienteilnehmer gesucht</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Tipps</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studien-schuppenflechte-psoriasis-arthritis/" rel="">Studien – was sie bringen, was du wissen solltest</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Lexikon</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/lexikon/" rel="">Fachbegriffe von A bis Z</a>
	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">1222</guid><pubDate>Wed, 03 May 2023 18:01:00 +0000</pubDate></item><item><title>Menschen mit Morbus Crohn haben oft auch Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/menschen-mit-morbus-crohn-haben-oft-auch-schuppenflechte-oder-psoriasis-arthritis-r1189/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2022_09/morbus-crohn-schuppenflechte-psoriasis-arthritis.jpg.291cbfcb529893065804f5c92789ad03.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Wer Morbus Crohn hat, hat öfter als andere Menschen auch Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis. Andersherum gilt das nicht. Das hat eine Studie von Forschern der Uni Augsburg gezeigt.</strong>
</p>

<p>
	Forscher der Uni Augsburg und der Ludwig-Maximilians-Universität in München wussten: Darmerkrankungen und Schuppenflechte treten oft gemeinsam auf. Sie wollten wissen, ob es da wirklich einen Zusammenhang gibt. Der Statistiker Dr. Dennis Freuer griff mit seinen Kollegen zu mathematischen Modellen. Mit denen konnten sie die Erbinformationen von fast einer halben Million Menschen verarbeiten, die sie ohnehin schon aus genetischen Studien hatten.
</p>

<p>
	Die Ergebnisse waren eindeutig: Leidet jemand an einer chronisch-entzündlichen Darmerkrankung, erhöht sich das Risiko, dass später auch eine Schuppenflechte mit oder ohne Gelenkentzündung auftritt. Und: Das gilt nicht automatisch auch umgekehrt.
</p>

<p>
	"Die Analysen von Untergruppen legten nahe, dass besonders Morbus Crohn für das Risiko verantwortlich ist oder das Risiko erhöht", so die Forscher. Die Colitis ulcerosa dagegen erhöht das Risiko nicht. Morbus Crohn ist eine chronisch-entzündliche Darmerkrankung. Die Betroffenen leiden an regelmäßigem Durchfall, blutigem Stuhl und Bauchkrämpfen.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<p>
	Die Forscher haben den Zusammenhang mathematisch errechnet. Was im Körper genau passiert, wenn das eine zum anderen führt – das müssen weitere Studien und Forscher anderer Fachrichtungen klären.
</p>

<p>
	Klar ist schon jetzt: Künftig sollten nicht nur die Spezialisten einer einzelnen Fachrichtung für die Diagnose und Behandlung vom Morbus Crohn zuständig sein. „Wichtig ist, dass Hausärzte und Gastroenterologen wissen, dass ihre Patienten ein erhöhtes Risiko für Schuppenflechte haben", so Professor Christa Meisinger, Co-Autorin der Studie. Schließlich seien würden vorrangig diese beiden Disziplinen die Menschen mit chronischen Darmerkrankungen betreuen. Sie sollten dann beim Auftreten von Hauterscheinungen oder Gelenkbeschwerden frühzeitig die Diagnose Schuppenflechte stellen und eine entsprechende Therapie einleiten.
</p>

<p>
	Die Studie erschien im September 2022 <a href="https://jamanetwork.com/journals/jamadermatology/article-abstract/2795925" rel="external" target="_blank">in der Zeitschrift JAMA Dermatology</a>.
</p>

<div>
	 
</div>

<div>
	<h2>
		Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Forschung</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/darmerkrankungen-durch-biologika/" rel="">Biologika können Darmerkrankungen aus der Reserve locken</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000;">➔ </span><strong>Forschung</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/tabletten-spritzen/paradoxe-nebenwirkungen-von-psoriasis-medikamenten-r1135/" rel="">Paradoxe Nebenwirkungen von Psoriasis-Medikamenten</a>
	</p>

	<div>
		<p>
			<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Lexikon</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/lexikon/" rel="">Fachbegriffe von A bis Z</a>
		</p>
	</div>

	<p>
		 
	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">1189</guid><pubDate>Tue, 20 Sep 2022 13:53:00 +0000</pubDate></item><item><title>K&#xFC;nstliche Intelligenz stellt die Psoriasis arthritis fr&#xFC;her fest</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/kuenstliche-intelligenz-stellt-die-psoriasis-arthritis-frueher-fest-r1179/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2024_12/kuenstliche-intelligenz.jpg.ab524fc3a570c81b94698f6bad9f78f3.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Wie wäre es, wenn eine Psoriasis arthritis erkannt wird, Jahre bevor Ärzte sie bestätigen können?</strong> <strong> Israelische Forscher haben Künstliche Intelligenz so trainiert, das sie die Zeit bis zur Diagnose um bis zu vier Jahre verkürzt – mit dem automatischen Durchforsten von Krankenakten.</strong>
</p>

<p>
	Wissenschaftler haben ein Programm namens PredictAI entwickelt. Jetzt haben sie gezeigt, dass damit die Diagnose einer Psoriasis arthritis (<abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr>) um bis zu vier Jahre beschleunigt werden kann. Sie sagen: Damit können möglicherweise irreversible Gelenkschäden verhindert werden.
</p>

<p>
	Die Ergebnisse ihrer Studie haben die Forscher jetzt auf dem <a href="https://eadvsymposium2022.org" rel="external nofollow">Frühjahrssymposium der Europäischen Akademie für Dermatologie und Venerologie</a> in Ljubljana vorgestellt.
</p>

<h2>
	Was die Forscher gemacht haben
</h2>

<p>
	Für die Studie wurden Daten der zweitgrößten israelischen Gesundheitsorganisation untersucht – also Krankheitsdaten von mehr als 2,5 Millionen Menschen. PredictAI arbeitete sich durch die Krankenakten von mehr als 2000 Patienten, bei denen die Diagnose feststand. Damit wurde der Algorithmus trainiert, der dann an den Daten anderer Patienten mit Psoriasis arthritis getestet wurde. Das Ergebnis: Das Computerprogramm hätte aus den Daten bei 32 Prozent der Patienten vier Jahre vor der offiziellen Diagnosestellung erkannt, dass sie Psoriasis arthritis haben. Bei 43 Prozent wäre die Diagnose immerhin ein Jahr vor der offiziellen Diagnosestellung klar gewesen.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<p>
	Doch was nützt ein solches Programm, wenn es  nur von Spezialisten eingesetzt wird? Genau: wenig. Das denken auch die Entwickler von <a href="https://predicta-med.com/" rel="external nofollow">Predicta Med analytics</a>, den Erfindern des Programms. Sie glauben, dass ihre Technik vor allem bei Hautärzten und Allgemeinmedizinern gut aufgehoben wäre. Ihre Erklärung: Die Symptome der Psoriasis arthritis können so unklarer Herkunft sein, dass diese Arztgruppen vielleicht nicht immer das nötige Bewusstsein für die Gelenkschuppenflechte haben.
</p>

<h2>
	Warum das wichtig ist
</h2>

<p>
	"Viele Psoriasis-Patienten sind sich möglicherweise nicht bewusst, dass sie an Psoriasis arthritis leiden, und wenden sich wegen Gelenk- oder Rückenschmerzen an einen Allgemeinmediziner oder einen Orthopäden", sagt Dr. Jonathan Shapiro. Er ist Hautarzt, medizinischer Berater von Predicta Med analytics und Leiter des Teledermatologie-Dienstes bei Maccabi Healthcare Services in Israel. "Sie bringen die Schmerzen nicht mit ihrer Hauterkrankung in Verbindung". PredictAI biete die Möglichkeit, große medizinische Datenbanken zu durchsuchen und mit Hilfe von KI-Methoden nach Hinweisen zu suchen, nach Beschwerden über Gelenkschmerzen, Besuchen bei orthopädischen Fachärzten, Laborergebnissen – und nach vielen anderen Parametern, die dabei helfen können, einen Psoriasis-arthritis-Patienten bis zu vier Jahre vor dem ersten Verdacht auf Psoriasis arthritis zu identifizieren."
</p>

<p>
	Professorin Dedee Murrell von der University of New South Wales in Sydney wertet die Technologie als "einen Schritt in Richtung eines verbesserten Behandlungspfads für Patienten mit dieser schmerzhaften Erkrankung". Eine frühere Diagnose wäre begrüßenswert, weil damit eine frühere Behandlung möglich ist. Schmerzen und eine dauerhafte Zerstörung der Gelenke könnten so verhindern werden.
</p>

<h2>
	Wie es weitergeht
</h2>

<p>
	Das Team von PredictAI plant, die Forschung fortzusetzen, um die Genauigkeit und Empfindlichkeit ihres Programms zu verbessern. "Unser nächster Schritt besteht darin, die Leistung von PredictAI an weiteren Datenbanken weltweit zu überprüfen, um die Ergebnisse zu überprüfen und zu verbessern", heißt es von den Forschern.
</p>

<p>
	Während sie bislang mit schon vorhandenen, erhobenen Daten arbeiteten, haben sie jetzt mit einer prospektiven Studie begonnen. Sie wollen damit Patienten finden, bei denen die Psoriasis arthritis noch nicht feststeht.
</p>

<h2 id="toc5" style="background-color:#ffffff; color:#353c41; text-align:left">
	<span style="color:#990000">Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz</span>
</h2>

<p style="background-color:#ffffff; color:#353c41; font-size:16.1px; text-align:left">
	<span style="color:#990000">➔<span> </span></span><strong>Bericht</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/wie-sich-psoriasis-arthritis-anfuehlt-und-was-sie-von-rheuma-unterscheidet-r1257/" rel="" style="background-color:transparent; color:rgb( var(--theme-link) )">Wie sich Psoriasis arthritis anfühlt und was sie von Rheuma unterscheidet</a>
</p>

<p style="background-color:#ffffff; color:#353c41; font-size:16.1px; text-align:left">
	<span style="color:#990000">➔<span> </span></span><strong>Artikel</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/kuenstliche-intelligenz-kann-rheuma-und-psoriasis-arthritis-unterscheiden-r1176/" rel="">Künstliche Intelligenz kann Rheuma und Psoriasis arthritis unterscheiden</a>
</p>

<p style="background-color:#ffffff; color:#353c41; font-size:16.1px; text-align:left">
	<span style="color:#990000">➔<span> </span></span><strong>Lexikon</strong>:<span> </span><a href="https://www.psoriasis-netz.de/lexikon/" rel="" style="background-color:transparent; color:rgb( var(--theme-link) )">Fachbegriffe von A bis Z</a>
</p>
]]></description><guid isPermaLink="false">1179</guid><pubDate>Sat, 14 May 2022 00:27:00 +0000</pubDate></item><item><title>Ein Scanner zeigt den Erfolg einer Schuppenflechte-Therapie besser an</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/ein-scanner-zeigt-den-erfolg-einer-schuppenflechte-therapie-besser-an-r1178/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2022_05/rsom-scanner.jpg.a1db206c7ea051de7b485fa83c1ae3d5.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Mit einem Scanner können Ärzte tief in der Haut erkennen, wie gut eine Schuppenflechte-Therapie anschlägt. Die neue Methode kann das besser als bisherige Technik.</strong>
</p>

<p>
	Mit einem Scanner können Mediziner besser als bislang einschätzen, wie stark eine Psoriasis ausgeprägt ist und wie gut die Behandlung wirkt. Die Technologie, die die Forscher nutzen, heißt Raster Scan Optoacoustic Mesoscopy, kurz RSOM. Dabei wird ein ungefährlicher Lichtstrahl auf die betroffenen Psoriasis-Stellen gerichtet. Der Scanner kann dann das Durchdringen des Lichts im Gewebe „hören“ und typische Muster der Krankheit sehr genau erkennen. Heraus kommen hochaufgelöste Bilder der Hautpartien.
</p>

<p>
	Für ihre Studie haben die Münchner Forscher die Technologie bei 19 Menschen mit Schuppenflechte angewendet. Dabei schauten sie besonders darauf, wie Medikamente unter der Haut wirkten und erhielten weitaus detailliertere Informationen im Vergleich zu herkömmlichen Untersuchungen, die ein Hautarzt für gewöhnlich hat.
</p>

<p>
	Diese Art Scanner könnte weltweit zum Einsatz kommen. Ihre technische Zulassung ist für Ende 2022 geplant.
</p>

<p>
	Die Forscher kommen vom Helmholtz Zentrum München und von der Technischen Universität München (TUM). Ihr Wissen haben sie jetzt in der Zeitschrift "<a href="https://www.science.org/doi/pdf/10.1126/scitranslmed.abm8059" rel="external nofollow">Science Translational Medicine</a>" veröffentlicht.
</p>

<p style="text-align: right;">
	<em>cl</em>
</p>

<p>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" data-fileext="jpg" data-fileid="20743" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2022_05/rsom-scanner-unterschiede.jpg.5641581e2636681e1b5fdbd5c580f804.jpg" rel=""><img alt="rsom-scanner-unterschiede.jpg" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="20743" data-unique="4vn396mr8" style="height: auto;" width="1000" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2022_05/rsom-scanner-unterschiede.thumb.jpg.6d876570a0bdb9a982ab591d45a83267.jpg" loading="lazy" height="370"></a>
</p>

<p>
	<em>Der Blick mit dem RSOM-Scanner unter die Haut – links: unter gesunde Haut, rechts: unter Haut mit Schuppenflechte</em>
</p>

<div>
	<p>
		 
	</p>

	<h2>
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	</h2>

	<p>
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	</p>

	<p>
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	</p>

	<p>
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	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">1178</guid><pubDate>Fri, 13 May 2022 11:06:00 +0000</pubDate></item><item><title>K&#xFC;nstliche Intelligenz kann Rheuma und Psoriasis arthritis unterscheiden</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/kuenstliche-intelligenz-kann-rheuma-und-psoriasis-arthritis-unterscheiden-r1176/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2022_05/hand-roentgenbild-psoriasis-arthritis.jpg.9c6eee7f97f749da3b9916d1d22d10c8.jpg" /></p>
<p>
	Wenn die Gelenke in den Händen oder Fingern schmerzen, kann eine Entzündung der Grund dafür sein. Doch ob nun eine Rheumatoide Arthritis oder eine Psoriasis arthritis dahintersteckt, ist oft nicht gut zu unterscheiden. Rheumatologen fällt die Antwort manchmal schwer, Patienten sowieso. Künstliche Intelligenz kann bei der Diagnose helfen, und das in nicht einmal allzu ferner Zukunft.
</p>

<h2>
	Worum geht's?
</h2>

<p>
	Mediziner und Informatiker in Erlangen haben sich zusammengesetzt und einem künstlichen neuronalen Netzwerk einiges beigebracht. Erst einmal lernte es, bei Fingergelenken zwischen "gesund" und "von Entzündung verändert" zu unterscheiden. Inzwischen kann die künstliche Intelligenz auch verschiedene Arten von Arthritis erkennen.
</p>

<h2>
	Warum ist das wichtig?
</h2>

<p>
	Es gibt bislang keine Biomarker, die klar sagen, welche Arthritis-Form ein Patient hat – also zum Beispiel keine Blutwerte. Auch Röntgenbilder sorgen da nicht für Sicherheit. So ist es schon nicht einfach, das Gelenk beim Röntgen treffsicher zu positionieren.
</p>

<p>
	Wenn die Diagnose sicher gestellt ist, kann die Erkrankung schneller und zielgerichteter behandelt werden.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
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		</p>
	</div>
</div>

<h2>
	Was haben die Forscher gemacht?
</h2>

<p>
	Die Forscher haben sich auf die Fingergrundgelenke konzentriert. Die sind bei rheumatoider Arthritis oder Psoriasis arthritis sehr oft und am Anfang der "Krankheitskarriere" betroffen. Ein Netz aus künstlichen Neuronen wurde mit 932 Computertomographie-Bildern von Fingern von 611 Patientinnen und Patienten "gefüttert". Das neuronale Netz lernte, wie CT-Bilder von gesunden Gelenken, von solchen mit Rheumatoider Arthritis und von solchen mit Psoriasis arthritis aussehen und vor allem: worin sie sich unterscheiden. Das neuronalen Netzwerk erkannte das auch an gewissen Regionen im Gelenk, die jeweils für eine bestimmte Form der Arthritis am aussagekräftigsten sind, sogenannte intraartikuläre Hotspots.
</p>

<p>
	Bei den Bildern war vorher genau bestimmt worden, was sie zeigen. Hinterher wurde verglichen, wie oft die Künstliche Intelligenz richtig lag.
</p>

<p>
	Wer's genau wissen will: Die CT-Methode heißt HR-pQCT. Das ist laut den Erlanger Forschern derzeit die beste Methode, um menschliche Knochen in höchster Auflösung in drei Dimensionen zu zeigen. Bei einer Arthritis sind Veränderungen in der Knochenstruktur sehr gut zu erkennen, und das ist der Punkt, der eine zuverlässige Unterscheidung möglich macht. 
</p>

<h2>
	Was war das Ergebnis?
</h2>

<p>
	Die Künstliche Intelligenz erkannte gesunde Fingergelenke zu 82 Prozent, rheumatoide Arthritis zu 75 Prozent und Psoriasis arthritis in 68 Prozent der Fälle. Das ist schon mal eine ziemlich hohe Trefferwahrscheinlichkeit für eine Maschine, die keine weiteren Informationen hat. Echte Menschen, sprich: Rheumatologen, können auf Grundlage dieser Ergebnisse eindeutigere Diagnosen stellen.
</p>

<h2>
	Was sagen die Forscher?
</h2>

<p>
	Die Wissenschaftler sind erst einmal sehr zufrieden. Sie haben gezeigt: Mit künstlicher Intelligenz können Arthritis-Formen leichter unterschieden werden. Die Forscher wissen aber auch, dass es noch weitere Kategorien gibt, die dem neuronalen Netzwerk beigebracht werden müssen. Sie planen außerdem, die Methodik der KI auf andere bildgebende Verfahren anzuwenden, die häufiger verfügbar sind. Dann könnten auch Bilder aus Ultraschall-Untersuchungen oder MRTs mit der Technik ausgewertet werden.
</p>

<p>
	Die Forscher arbeiten am Lehrstuhl für Informatik 5 der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) und im dortigen Universitätsklinikum. Ihr Projekt heißt „Molekulare Charakterisierung der Remission von Arthritis“ (MASCARA). Es wurde vom Bundesministeriums für Bildung und Forschung (BMBF) gefördert.
</p>

<p>
	Die Ergebnisse sind jetzt <a href="https://www.frontiersin.org/articles/10.3389/fmed.2022.850552/full" rel="external nofollow">im Journal "Frontiers in Medicine" nachzulesen</a>.
</p>

<p>
	<em>cl</em>
</p>

<div>
	<h2>
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	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Bericht</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/wie-sich-psoriasis-arthritis-anfuehlt-und-was-sie-von-rheuma-unterscheidet-r1257/" rel="">Wie sich Psoriasis arthritis anfühlt und was sie von Rheuma unterscheidet</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Artikel</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/kuenstliche-intelligenz-stellt-die-psoriasis-arthritis-frueher-fest-r1179/" rel="">Künstliche Intelligenz stellt die Psoriasis arthritis früher fest</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Lexikon</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/lexikon/" rel="">Fachbegriffe von A bis Z</a>
	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">1176</guid><pubDate>Thu, 05 May 2022 16:06:00 +0000</pubDate></item><item><title>Neues EU-Projekt zur Psoriasis arthritis gestartet</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/neues-eu-projekt-zur-psoriasis-arthritis-gestartet-r1146/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2021_07/haende-schmerzen.jpg.dd2544413fa54a11eae5881e5e62973b.jpg" /></p>
<p>
	Die <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/fakten/psoriasis-arthritis-grundlagen/psoriasis-arthritis-%E2%80%93-wenn-gelenke-wehtun-r1119/" rel="">Psoriasis arthritis</a> ist Thema eines neuen europaweiten Projektes. Konkret sollen Diagnostik und Therapiemöglichkeiten verbessert werden. Es wird untersucht, wie genetische und umweltbedingte Faktoren, Erbgut und biochemische Vorgänge im Körper zusammenspielen.
</p>

<p>
	Im besten Falle wird es am Ende möglich, die Psoriasis arthritis schon in einem sehr frühen Stadium zu erkennen – so dass bis dahin nicht viele Schäden in den Gelenken entstanden stand. Eine Vorhersage, wie die Krankheit verlaufen wird, rückt damit ebenfalls in greifbare Nähe. Künftig soll besser erkennbar sein, ob Patienten besser von dieser oder doch eher von jener Therapie profitieren. Biomarker werden besser oder überhaupt erst gefunden.
</p>

<p>
	„Wir haben die Möglichkeit, gemeinsam Bildgebungs- und Messmethoden zu entwickeln, die mit der Entwicklung der Psoriasis arthritis einhergehen“, erklärt Dr. David Simon von der rheumatologischen Klinik der Friedrich-Alexander-Universität (FAU) in Erlangen-Nürnberg. „Dadurch wird es möglich sein, Psoriasis arthritis frühzeitig zu identifizieren und den Ausbruch der Erkrankung durch eine individualisierte Therapiestrategie abzufedern und im Idealfall ganz zu verhindern.“
</p>

<p>
	Im Rahmen des Projekts wird auch eine Datenbank aufgebaut, in der die Datensätze der wichtigsten Studien zur Psoriasis arthritis zusammengeführt werden. Hinzu kommt eine Bibliothek von Bioproben – sprich: eine Sammlung von Blut, Gewebe oder Körperflüssigkeiten von Menschen mit Psoriasis arthritis. Daran kann dann immer wieder geforscht werden.
</p>

<p>
	Ein richtig großes Vorhaben ist eine geplante Studie mit 25.000 Teilnehmern. Die sollen in bestimmten Intervallen Blutproben abgeben und zum Status ihrer Erkrankung befragt werden.
</p>

<p>
	„Es wird zunehmend erkannt, dass die Psoriasis arthritis mit zahlreichen Komorbiditäten einhergeht“, heißt es <a href="https://www.alphagalileo.org/en-gb/Item-Display/ItemId/210176?returnurl=https://www.alphagalileo.org/en-gb/Item-Display/ItemId/210176" rel="external nofollow">vom University College Dublin</a> zum Start des Projekts. Verwiesen wird auf Begleiterkrankungen wie Depressionen, Arteriosklerose oder Herz-Kreislauf-Krankheiten.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
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		</p>
	</div>
</div>

<h2>
	Fünf Millionen Menschen mit Psoriasis arthritis in Europa
</h2>

<p>
	Die Psoriasis arthritis ist eine chronisch-entzündliche Gelenkerkrankung, bei der körpereigene Immunzellen neben der Haut auch Gelenke und Sehnenansätze angreifen. Sie entwickelt sich meist – aber nicht immer – nach einer <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/fakten/psoriasis/schuppenflechte-psoriasis-r1113/" rel="">Schuppenflechte der Haut</a> und/oder einer Nagelpsoriasis. Die Diagnose kann schwierig sein, weil es keinen eindeutigen Labortest gibt.
</p>

<p>
	In Europa leiden schätzungsweise fünf Millionen Menschen unter den Symptomen dieser Krankheit. Typische Beschwerden sind schmerzhafte und geschwollene Gelenke. Achillessehnenreizungen führen zu Schmerzen und Steifigkeit vor allem dann, wenn man anfängt, sich bewegen zu wollen.
</p>

<p>
	Das nun gestartete Projekt heißt <a href="https://hippocrates-imi.eu/" rel="external nofollow">Hippocrates</a>. Es läuft über fünf Jahre. Dafür stehen 21 Millionen Euro bereit. Die Hälfte davon kommt von der EU, die andere Hälfte von Pharmafirmen. Für das Projekt haben sich 26 Institutionen auf 11 Ländern zusammengeschlossen. Aus Deutschland sind Forscher der FAU, von der Fraunhofer Gesellschaft und von der Firma Eurice dabei.
</p>

<p>
	Vertreten sind auch drei Patientenorganisationen: Europso (<em>ein Dachverband von Psoriasis-Patientenorganisationen</em>), EULAR PARE (<em>ein Verband von Patientenvertretungen im Bereich der Rheumatologie</em>) und GRAPPA-EU (<em>eigentlich ein Forscher-Verbund</em>). Alle drei werden von Pharmafirmen finanziell unterstützt.
</p>

<div>
	<h2>
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	</h2>

	<p>
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	</p>

	<p>
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	</p>

	<p>
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	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">1146</guid><pubDate>Fri, 16 Jul 2021 14:43:00 +0000</pubDate></item><item><title>Bei Schuppenflechte ist das Krebs-Risiko h&#xF6;her</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/krebsrisiko-bei-schuppenflechte-erhoeht/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2019_10/zebtrastreifen.jpg.e7ef4a8c708aac333945792bfbf5b63c.jpg" /></p>
<p>
	Wer Schuppenflechte hat, erkrankt öfters an Krebs alsansonsten gesunde Menschen. Zu diesem Schluss kommen Forscher von derUniversität Manchester, die 58 Beobachtungsstudien ausgewertet haben. Bis auf bekannteRisiken wie Rauchen, Alkoholmissbrauch oder Fettleibigkeit und UV-Therapie kannman bisher nicht eindeutig erklären, warum das so ist. Für die Patientenbedeutet das, dass sie unbedingt regelmäßig zur Krebsvorsorge gehen müssen.
</p>

<p>
	Die Wissenschaftler haben errechnet: Mit Psoriasis ist dasRisiko 18 Prozent höher, an einem Krebs zu erkranken, als für den Durchschnittsmenschen. Wer eine schwere Schuppenflechte hat, bei dem ist das Krebsrisiko um 22 Prozent höher. Dieseschwer Betroffenen haben außerdem ein erhöhtes Risiko, an einer Krebserkrankungzu sterben.
</p>

<p>
	Betrachtet man die alle Psoriatiker, unabhängig davon, wie schwer sie betroffen sind, hat sich in den ausgewerteten Studien ein höheres Risiko für viele Krebs-Arten gezeigt. Die drei häufigsten waren:
</p>

<ul>
	<li>
		Mundhöhlen-Krebs
	</li>
	<li>
		Bösartigen Hautkrebs (Plattenepithelkarzinom)
	</li>
	<li>
		Speiseröhren-Krebs
	</li>
</ul>

<p>
	Betrachtet man dagegen nur diejenigen mit schwerer Psoriasis, so erkranken sie vermehrt an
</p>

<ul>
	<li>
		Schwarzer Hautkrebs (Plattenepithelkarzinom)
	</li>
	<li>
		Lymphdrüsen-Krebs (Lymphom)
	</li>
	<li>
		Weißer Hautkrebs (Basalzellkarzinom)
	</li>
</ul>

<p>
	<em>(Und das sind wieder nur die drei häufigsten.)</em>
</p>

<h2>
	Weshalb erkranken Psoriatiker häufiger an Krebs?
</h2>

<p>
	Die Wissenschaftler betonen, dass es bisher überwiegend nurHypothesen darüber gibt, weshalb Psoriatiker ein erhöhtes Krebsrisiko haben. Von anderen Krankheiten weiß man, dass eine ständige Entzündung im Körper durchaus krebsfördernd sein kann. Das könnte der Grund sein, ist aber nochnicht bewiesen. Außerdem werden die immunschwächenden Medikamente wie Biologika verdächtigt, das Krebsrisiko zu erhöhen. Das aber ist in bisherigen Studien weder für Rheuma (Rheumatoide Arthritis) noch für Psoriasis bestätigt worden. Beider Fototherapie ist es dagegen nachgewiesen, dass sie vermehrt zu Hautkrebs führen kann.
</p>

<p>
	Ganz eindeutig krebsauslösend sind Rauchen, übermäßigerAlkoholkonsum und Fettleibigkeit – Lebensstil-Umstände, die (nicht nur) bei Psoriatikernverstärkt auftreten.
</p>

<h2>
	Was schließen die Forscher daraus?
</h2>

<p>
	Die Auswertung geeigneter Studien hat gezeigt, dass Menschen mit Psoriasis ein erhöhtes Risiko haben, an Krebs zu erkranken oder zu sterben.Dabei treten einige Krebsarten häufiger auf, als andere.
</p>

<p>
	Das müsse aber noch genauer untersucht werden, um die Zusammenhänge zu verstehen: Hängt das Krebsrisiko davon ab, wie lange jemand erkrankt ist oder wie schwer? Ihre eigene Festlegung, wann sie eine Psoriasis als „schwer“ definierten, war nicht der <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr>, sondern Faktoren wie Lichttherapie, Krankenhausaufenthalt oder innerliche Therapie.
</p>

<p>
	Obwohl nicht nachgewiesen ist, ob immunschwächendeMedikamente krebsfördernd sind, empfehlen die Wissenschaftler, auch das nocheinmal genauer zu untersuchen.
</p>

<p>
	Ebenfalls sollten sich weitere Forschungsarbeiten mit Lebensstilfaktoren, Behandlungen und den entzündlichen Prozessen der Psoriasis beschäftigen. Damit könnten die zugrunde liegenden Mechanismen für das scheinbar erhöhte Krebsrisiko geklärt werden.
</p>

<p>
	Ganz eindeutig ist aber ihr Hinweis für die Betroffenen:
</p>

<blockquote class="ipsQuote" data-gramm="false" data-ipsquote="">
	<div class="ipsQuote_citation">
		Zitat
	</div>

	<div class="ipsQuote_contents ipsClearfix" data-gramm="false">
		<p>
			Die Erkenntnisse aus dieser Meta-Analyse (...) zeigen auch, dass dieses Risiko durch eine Änderung des Lebensstils teilweise gemildert werden könnte.
		</p>
	</div>
</blockquote>

<p>
	Bekanntlich fällt es aber vielen Patienten schwer, mit dem Rauchen aufzuhören, das Alkoholtrinken einzuschränken und abzunehmen. Es stelle eine „Herausforderung“ für Angehörige der Gesundheitsberufe dar, die Patienten dazu zu bringen.
</p>

<p>
	Zwei der fünf Autoren der Studie gaben an, dass sie für ihre Arbeit irgendwann einmal Geld von diversen Pharmafirmen bekommen haben. Die jetzige Meta-Analyse schrieben sie für den Global Psoriasis Atlas – ein Atlas, der von mehreren Organisationen erstellt wurde und wird und der wiederum von mehreren Pharmafirmen finanziert wird. Diese Organisationen hatten bei der Meta-Analyse laut Autoren jedoch keinen Einfluss auf die Gestaltung oder Durchführung der Studie, auf Erhebung, Verwaltung, Analyse, Interpretation der Daten oder am Ende auf das Manuskript für die Einreichung <a href="https://jamanetwork.com/journals/jamadermatology/fullarticle/2753127?appId=scweb&amp;appId=scweb" rel="external">in der Fachzeitschrift JAMA Dermatology</a>.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
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		</p>
	</div>
</div>

<h2>
	Krebs-Risiko bei mehreren Autoimmunerkrankungen erhöht
</h2>

<p>
	 
</p>

<p>
	Im Jahr 2011 hatte der Epidemiologe Kari Hemminki mit schwedischen Kollegen <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21810731/" rel="external">eine ähnliche Studie vorgelegt</a>. Im Deutschen Krebsforschungszentrum untersuchten sie die Wechselbeziehung zwischen 33 verschiedenen Autoimmunerkrankungen und elf unterschiedlichen Krebserkrankungen des gesamten Verdauungstraktes – also von Mundhöhle, Speiseröhre, Magen-Darm-Trakt, Leber und Bauchspeicheldrüse. Die meisten Autoimmunerkrankungen erhöhen demnach das Krebsrisiko für die Betroffenen.
</p>

<p>
	Auch bei der <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte (Psoriasis)</span> fanden die Forscher erhöhte Risiken für mehrere Krebsarten des Verdauungstraktes. Bei Rheumatikern dagegen beobachteten die Epidemiologen ein um 30 Prozent vermindertes Darmkrebsrisiko.
</p>

<p>
	Die Autoren sahen den gleichen Knackpunkt, wenn es um Ursachen geht: die Medikamente. Viele der Autoimmunkrankheiten werden mit Medikamenten behandelt, die das Immunsystem unterdrücken. Das so gedrosselte Immunsystem ist nicht mehr in der Lage, Tumorzellen effizient zu bekämpfen. Das bedingt ein erhöhtes Krebsrisiko. Entzündungshemmende Medikamente dagegen können das Krebsrisiko mindern. So wurde etwa gezeigt, dass der Aspirin-Wirkstoff ASS, der in vielen Rheumamedikamenten enthalten ist, Krebserkrankungen vorbeugen kann.
</p>

<p>
	Hemminki und seine Kollegen nutzten Daten des schwedischen Krebsregisters. Dies umfasst mit zwölf Millionen Personen die gesamte schwedische Bevölkerung.
</p>

<p>
	Untersucht wurden Menschen, die nach 1964 wegen einer Autoimmunerkrankung im Krankenhaus behandelt wurden und bis zum Jahr 2008 an Krebs erkrankten. Dabei erhoben die Wissenschaftler erstmals auch Daten von Frauen und Kindern.
</p>

<p>
	Für Kari Hemminki ist die wichtigste Schlussfolgerung aus den Studienergebnissen: "Ärzte sollten ihren Patienten mit Autoimmunerkrankungen empfehlen, regelmäßig an Krebsfrüherkennungsprogrammen teilzunehmen."
</p>

<p>
	<span class="ipsEmoji">👉</span> Tipp: Das Bundesgesundheitsministerium listet auf seiner Internetseite auf, wer ab wann welche Vorsorgeuntersuchung zur <a href="https://www.bundesgesundheitsministerium.de/krebsfrueherkennung.html" rel="external nofollow">Krebsfrüherkennung</a> in Ansprcuh nehmen kann.
</p>

<div>
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	</h2>

	<p>
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	</p>

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	<p>
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	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">1051</guid><pubDate>Sat, 26 Oct 2019 20:28:00 +0000</pubDate></item><item><title>Entz&#xFC;ndung erst verstehen &#x2013; und dann m&#xF6;glichst fr&#xFC;h stoppen</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/entzuendung-erforschen-und-dann-moeglichst-frueh-stoppen/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2019_09/entzuendung-feuer-feuerwehrmann.jpg.3d0f99c9a51e86aaed25c62b8bf063f1.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Warum breiten sich Entzündungen manchmal von einem Körperteil auf ein anderes aus – wie bei Schuppenflechte und Psoriasis arthritis? Für die Erforschung dieser Frage haben süddeutsche Forscher im Jahr 2019 eine Förderung bekommen.</strong>
</p>

<p>
	Bei einer Autoimmunerkrankung kann das Immunsystem nicht mehr zwischen eigenem Gewebe und einer Bedrohung von außen unterscheiden. Es löst als Abwehrreaktion eine Entzündung aus. Das fängt meist in einem Organ an, zum Beispiel im Darm oder wie bei der <span ipsnoautolink="true">Schuppenflechte</span> in der Haut. Bei vielen Betroffenen breitet sich die Entzündung im Lauf der Zeit von dem anfangs befallenen Organ auf andere Bereiche im Körper aus.
</p>

<p>
	Der Rheumatologe Dr. Andreas Ramming kennt das Problem. An der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (FAU) forscht er mit Kollegen dazu. Sie wollen neue Ansätze zur Behandlung der Autoimmunerkrankungen finden. Dafür untersuchen die Mediziner molekulare Mechanismen, die eben jene Ausbreitung der Autoimmunreaktion auf andere Regionen im Körper "triggern" – also auslösen.
</p>

<h2>
	Psoriasis arthritis als Modellerkrankung
</h2>

<p>
	Andreas Ramming und sein Team haben jahrelang Daten gesammelt und erste molekulare Signaturen entdeckt, die anscheinend diese verhängnisvolle Entwicklung begünstigen. Nun wollen die Mediziner den Prozessen dahinter tiefer auf den Grund gehen und verstehen, welche Zellen beteiligt sind. Fest steht bereits, dass die vor einigen Jahren entdeckten angeborenen Immunzellen – so genannte Innate Lymphoid Cells – eine bedeutendere Rolle spielen als bislang vermutet.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
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		</p>
	</div>
</div>

<p>
	Mit dem Forschungsgeld wollen Ramming und seine Kollegen die experimentellen Ansätze weiterverfolgen, die sie in den letzten Jahren ausgetüftelt haben. Ihre Pläne sind groß: Sie wollen möglichst einen ganz neuen Therapieansatz für Autoimmunerkrankungen entwickeln und am liebsten die Ausbreitung der Entzündung gleich von Beginn an verhindern, anstatt sie hinterher symptomatisch zu behandeln. Dieser Ausbreitungsdrang nämlich lässt sich bei vielen Krankheiten beobachten: von Multipler Sklerose über Morbus Crohn bis hin zur Rheumatoider Arthritis.
</p>

<p>
	Als Modellerkrankung für seine Forschung aber hat Ramming die <span ipsnoautolink="true">Psoriasis arthritis</span> ausgewählt, weil "bei dieser Krankheit besonders häufig Entzündungen, die zunächst auf der Haut beginnen, im Verlauf der Jahre auf Gelenke und Sehnen übergreifen", heißt es in einer <a href="https://idw-online.de/de/news722929" rel="external nofollow">Mitteilung der Uni</a>.
</p>

<p>
	„Aktuell gibt es noch keine Therapien, um die Ausbreitung der Erkrankung gleich von Beginn an zu verhindern“, erklärt der Wissenschaftler. „Sicherlich wird es noch einige Zeit dauern, bis wir eine Behandlungsmethode entwickeln – aber wir hoffen, in den kommenden Jahren einen bedeutenden Schritt weiterzukommen und bald auch Patienten mit diesen Erkrankungen Erleichterung verschaffen zu können.“
</p>

<p>
	Die Chancen stehen gut: Die Truppe hat für das Projekt jüngst eine Förderung über 1,5 Millionen Euro vom Europäischen Forschungsrat (ERC) bekommen. Ein solches sogenannte ERC Starting Grant soll jungen Wissenschaftlern die Chance geben, eigene Arbeitsgruppen auszubauen.
</p>

<div>
	<h2>
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	</h2>

	<p>
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	</p>

	<p>
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	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Lexikon</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/lexikon/" rel="">Fachbegriffe von A bis Z</a>
	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">1046</guid><pubDate>Tue, 17 Sep 2019 16:14:00 +0000</pubDate></item><item><title>Neues und Bew&#xE4;hrtes zur Psoriasis im Jahr 2019</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/psoriasis-ddg-tagung-2019/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2019_05/ddg-tagung-2019-eingang.jpg.f0925d28096c9c64db94ff42c5d77a32.jpg" /></p>
<p>
	Wir haben uns auf der 50. Tagung der <em>Deutschen Dermatologischen Gesellschaft </em>in Berlin umgehört, was es Interessantes für Menschen mit Schuppenflechte gibt. Im Vordergrund standen zum einen die Informationen über die neue Generation der Biologika, den IL-23 Blockern. Zum anderen wurde breit diskutiert, zu welchen Patienten bestimmte Psoriasis-Medikamente passen („Personalisierte Medizin“). Immerhin gibt es für die innerliche Therapie jetzt 17 Wirkstoffe; davon sind 11 Biologika (Stand Mai 2019). Aber es ging auch um das neu entdeckte "Entzündungs-Gedächtnis", ums Kinderkriegen und um die Psyche von Psoriatikern.
</p>

<p>
	<em>Ja, der Artikel ist lang </em>? <em>Aber du kannst in der Übersicht die Themen anklicken, die dich interessieren.</em>
</p>

<h2>
	IL-23 Blocker
</h2>

<p>
	Zurzeit (Mai 2019) sind zugelassen: <span ipsnoautolink="true">Tremfya</span>, <span ipsnoautolink="true">Skyrizi</span> und <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/ilumetri-tildrakizumab" rel="">Ilumetri</a>. Die ersten beiden wirken ähnlich gut, wie die IL-17-Blocker, nur nicht so schnell. Das dritte Medikament wirkt deutlich schlechter (<span ipsnoautolink="true">siehe unten</span>). Keines ist bisher für die Behandlung der <span ipsnoautolink="true">Psoriasis arthritis</span> zugelassen. Praktisch ist, dass man sie nicht so oft spritzen muss: nämlich nur alle 8 bzw. 12 Wochen.
</p>

<p>
	Es wird vermutet, dass Schuppenflechte vor allem durch die Entzündungssignale des Interleukin 23 ausgelöst wird. Endgültig können das erst Langzeitstudien belegen. Schon jetzt sprechen einige Erfahrungen dafür: So gab es in den Studien Tremfya-Patienten, die noch 9 Monate nach dem Absetzen des Medikaments nahezu erscheinungsfrei blieben. Professor Marc Radtke verwies darauf, dass <span ipsnoautolink="true">Stelara</span> über viele Jahre nicht an Wirkung verliert, wie z.B. die TNF-Alpha-Blocker. Stelara sei zwar kein reiner IL-23 Blocker, sondern hemmt zugleich das IL-12. Trotzdem vermutet er, dass auch die <em>reinen</em> IL-23 Blocker langfristig ihre Wirkung beibehalten werden. Es wird sich zeigen, ob er recht hat.
</p>

<h3>
	Nebenwirkungen: Vermutlich keine „Klasseneffekte“
</h3>

<p>
	Ein entscheidender Unterschied zu bisherigen Biologika: Bei den IL-23 Blocker sind bisher keine Nebenwirkungen beobachtet worden, die <em>typisch</em> für diese Klasse wären. Im Gegensatz zu den anderen Biologika: Bei den <em>TNF-Blockern</em> treten typischerweise vermehrt Infektionen auf oder erstmalig neue Psoriasis-Formen. Sie können außerdem eine schlummernde Tuberkulose aktivieren. Bei den <em>IL-17 Blockern</em> sind öfter Pilz- (Candida-) Infektionen beobachtet worden, z.B. in den Schleimhäuten. Auch Darmentzündungen waren häufiger.
</p>

<p>
	Da IL-23 Blocker erst seit 2018 zugelassen sind, gibt es noch keine Langzeiterfahrungen. Erfahrungsgemäß zeigen sich typische Nebenwirkungen aber schon in den Zulassungsstudien. Schließlich waren jeweils einige tausend Patienten daran beteiligt, so Prof. Andreas Körber. Sehr häufige Nebenwirkungen der IL-23 Blocker sind Infektion der oberen Atemwege; häufig gibt es Pilzinfektionen der Haut. Die aber, so Körber, würden bei den anderen Biologika ebenfalls vorkommen – teilweise häufiger. Behandelbar sind sie alle.
</p>

<h3>
	Warum Nebenwirkungen?
</h3>

<p>
	<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/warum-biologika-immer-besser-werden" rel="">Biologika hemmen entweder das TNF-Alpha oder Interleukine.</a> Deren Aufgabe ist es, Botenstoffe an das Immunsystem zu senden. Das machen sie, wenn sie einen ihnen bekannten Krankheitserreger im Körper entdecken. Manche senden auch falsche Signale: Damit rufen sie Autoimmun-Krankheiten wie die Schuppenflechte erst hervor. Genau das soll ein Biologikum verhindern. Durch die Blockade wird das Immunsystem aber auch nicht über neue Krankheitserreger informiert. Die können dann vermehrt auftreten. Deshalb sind bei allen Biologika Nebenwirkungen möglich – mehr oder weniger schwere, die mehr oder weniger häufig auftreten.
</p>

<h2>
	Welches Medikament passt?
</h2>

<p>
	Die Therapie der schweren oder mittelschweren Psoriasis kann heutzutage viel genauer an den Einzelfall angepasst werden, als noch vor einigen Jahren. <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/mirikizumab/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-im-jahr-2018/" rel="">Schon 2018 wurde darüber ausführlich diskutiert</a>. In manchen Fällen muss das Medikament jedoch mehrmals gewechselt werden, bis ein passendes gefunden wird. Leider gibt es noch nicht  <em>den</em> Wirkstoff, der ein Leben lang hilft, denn „das Immunsystem macht, was es will“, so Professor Marc Radtke.
</p>

<h3>
	Bei zusätzlichen Krankheiten
</h3>

<p>
	Verschiedene <a href="https://www.jaad.org/article/S0190-9622(18)32214-X/pdf" rel="external nofollow">Tabellen</a> zeigen, welcher Wirkstoff wann und bei wem eingesetzt werden darf und wann nicht. Manche Psoriasis-Medikamente helfen gleichzeitig gegen andere Krankheiten (z.B. des Darms). Andere dürfen nicht eingesetzt werden, wenn Patienten zusätzlich z.B. an Hepatitis, Herz-Kreislaufproblemen, Leber-oder Nierenschädigungen leiden. Wer ein Psoriasis-Präparat bekommen soll, sollte alle seine Krankheiten dem Arzt gegenüber offenlegen.
</p>

<h3>
	Wenn Haut und Gelenke betroffen sind
</h3>

<p>
	Wenn jemand Schuppenflechte gleichzeitig an Haut und Gelenken hat, kommt es darauf an, was <em>vorrangig</em> behandelt werden muss. Sind es die Gelenke (Psoriasis Arthritis = <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr>), dann wirken TNF- Blocker immer noch am besten. Aus dieser Gruppe verbessern sich durch Cimzia die <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/mirikizumab/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-im-jahr-2018/" rel=""><abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr>-Symptome am besten</a>. Auch die Haut heilt damit besser ab, als durch andere TNF-Blocker. Etwas weniger gut bei <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr> wirkt Stelara. Wenn die Haut im Vordergrund steht, würde man eher zu IL-17-Blockern raten. Die wirken sehr gut auf die Haut, aber nicht ganz so effektiv auf die <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr>. 
</p>

<p>
	Wer <em>nur</em> an der Haut betroffen ist, kann gut mit Methotrexat (<span ipsnoautolink="true"><abbr title="Methotrexat">MTX</abbr></span>), Skilarence oder einem IL-Blocker behandelt werden.
</p>

<h3>
	Wenn's schnell gehen soll
</h3>

<p>
	Psoriasis-Medikamente wirken unterschiedlich schnell. Die Tabelle zeigt, wie lange es durchschnittlich dauert, bis bei 25 Prozent der Patienten sich die Haut um 75 Prozent gebessert hat (<abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 75):
</p>

<table id="tabelle">
	<tbody>
		<tr>
			<td>
				<strong>Daten von</strong>
			</td>
			<td>
				<strong>2019*</strong>
			</td>
			<td>
				<a href="https://www.jidonline.org/article/S0022-202X(15)36359-4/fulltext" rel="external nofollow"><strong>2013</strong></a>
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Taltz
			</td>
			<td>
				2,18
			</td>
			<td>
				 
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Methotrexat (1x 7,5 mg, ab 2.Woche 15 mg)
			</td>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				3,2
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Infliximab (z.B. Remicade)
			</td>
			<td>
				3,37
			</td>
			<td>
				3,5
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Cosentyx
			</td>
			<td>
				3,44
			</td>
			<td>
				 
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Adalimumab (z.B. Humira)
			</td>
			<td>
				4,52
			</td>
			<td>
				4,6
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Stelara, 90 mg
			</td>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				4,6
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Stelara, 45 mg
			</td>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				5,1
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Cyclosporin A
			</td>
			<td>
				5,63
			</td>
			<td>
				6
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Etarnercept (z.B. Enbrel) 100 mg
			</td>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				6,6
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Etarnercept (z.B. Enbrel) 50 mg
			</td>
			<td>
				 
			</td>
			<td>
				9,5
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Fumaderm
			</td>
			<td>
				9,9
			</td>
			<td>
				 
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Methotrexat (langsame Dosis-Steigerung)
			</td>
			<td>
				9,96
			</td>
			<td>
				9,9
			</td>
		</tr>
	</tbody>
</table>

<p>
	* <a href="https://www.spin2019.com/programme/discussed-e-posters-e-posters/36" rel="external nofollow">Which antipsoriatic induction treatment sequence is the most time-effective? M.Zidane , C.Dressler , M.Gaskins , A.Nast, (Berlin, Germany), Poster 072 auf der SPIN 2019</a>
</p>

<p>
	Taltz wirkt am schnellsten; manchmal schon nach der ersten Injektion. Professor Ulrich Mrowietz nennt es das „Hochzeits-Medikament“. Das sind aber nur durchschnittliche Werte für ein Viertel der Patienten. Bei manchen kann es länger dauern, bei anderen schneller gehen.
</p>

<p>
	Weitere Informationen, wann eine Therapie sichtbar zu wirken anfängt, in einem <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/welches-medikament-wirkt-wann" rel="">Artikel von 2009</a>.
</p>

<h3>
	Bei Psoriasis-Sonderformen
</h3>

<p>
	Manche Präparate haben sich bei schwierig zu behandelnden Formen als wirkungsvoller erwiesen als andere: Das sind z.B. bei Nagelbefall <span ipsnoautolink="true">Adalimumab</span>, Tremfya und <span ipsnoautolink="true">Otezla</span>, beim Juckreiz ebenfalls <span ipsnoautolink="true">Otezla</span>, bei der Genital-Psoriasis <span ipsnoautolink="true">Taltz</span> und bei Bläschen an Händen und Füßen (<span ipsnoautolink="true">Psoriasis pustulosa palmoplantaris</span>) der IL-23 Blocker <span ipsnoautolink="true">Tremfya</span>.
</p>

<h2>
	Wie gut wirken einzelne Medikamente?
</h2>

<p>
	Auf Kongressen werden stets viele Vergleichszahlen genannt. Bei gesponserten Veranstaltungen steht meist der firmen-eigene Wirkstoff im Vordergrund. Eine erste <a href="https://www.cochranelibrary.com/cdsr/doi/10.1002/14651858.CD011535.pub2/full" rel="external nofollow"><em>unabhängige </em>Auswertung gibt es von Cochrane</a>. Aber die verwendeten Daten enden 2016. So konnten weitere, seitdem zugelassene Medikamente nicht berücksichtigt werden. Professor Kamran Ghoreschi stellte deshalb einen Vergleich der Biologika <em>vom März 2019</em> vor, der die Cochrane Studie bestätigt und ergänzt. Beide Auswertungen berücksichtigen nur die Anfangsphase. Die Tabelle gibt nicht wieder, dass einige Medikamente länger brauchen, bis mehr Patienten einen <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 90 erreichen – Cimzia z.B. 16 Wochen.
</p>

<p>
	<strong>Wirksamkeit von Biologika nach 10-12 Wochen</strong>
</p>

<table>
	<tbody>
		<tr>
			<td>
				<strong>Anteil der Patienten </strong>

				<p>
					<strong>mit einer Hautverbesserung von</strong>
				</p>
			</td>
			<td>
				<strong>90% </strong>
				<p>
					<strong>(<abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 90)</strong>
				</p>
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Skyrizi
			</td>
			<td>
				72,2 %
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Kyntheum
			</td>
			<td>
				71,1 %
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Taltz
			</td>
			<td>
				70,9 %
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Tremfya
			</td>
			<td>
				67,4 %
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Cosentyx
			</td>
			<td>
				60,7 %
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Stelara
			</td>
			<td>
				44,8 %
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Adalimumab (z.B. Humira)
			</td>
			<td>
				44,4 %
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Ilumetri 200 mg
			</td>
			<td>
				38,8 %
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Cimzia 400 mg
			</td>
			<td>
				34,0 %*
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Etanercept (z.B. <span ipsnoautolink="true">Enbrel</span>)
			</td>
			<td>
				18,2 %
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				Otezla
			</td>
			<td>
				12,5 %
			</td>
		</tr>
		<tr>
			<td>
				<span ipsnoautolink="true">Skilarence</span>
			</td>
			<td>
				12,1 %
			</td>
		</tr>
	</tbody>
</table>

<p>
	Die gleiche Reihenfolge ergibt sich für Verbesserungen um 50, 75 und 100 Prozent.
</p>

<p>
	Quellen:
</p>

<ul>
	<li>
		<span ipsnoautolink="true">The Comparative Efficacy for Novel Treatments of Moderate to Severe Plaque Psoriasis: A Network Meta-Analysis, April W. Armstrong et.al. 2019 (ePoster)</span>
	</li>
	<li>
		* <a href="https://www.jaad.org/article/S0190-9622(18)30526-7/fulltext" rel="external nofollow">Certolizumab pegol for the treatment of chronic plaque psoriasis, Mark Lebwohl et.al. 2018</a>
	</li>
</ul>

<h3>
	Abgestufte Wirkung
</h3>

<p>
	In der Cochrane-Auswertung heißt es zusammenfassend: Mit Biologika erreichen deutlich mehr Patienten einen <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 90 als mit anderen Medikamenten. IL-Blocker wirken deutlich besser auf die Schuppenflechte als TNF-Blocker – außer Cimzia (<span ipsnoautolink="true">siehe Tabelle</span>). Otezla wirkt besser als Methotrexat oder Ciclosporin.
</p>

<p>
	Die Wirkung hängt auch davon ab, ob ein Patient mit einem Biologikum vorbehandelt wurde. Stelara wirkt dann z.B. weniger gut, bei Kyntheum spielt es keine Rolle.
</p>

<h3>
	Innerlich behandeln, trotz geringem <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr>
</h3>

<p>
	Wer an nur wenigen, aber <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/mirikizumab/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-im-jahr-2018/" rel="">markanten Stellen</a> eine Schuppenflechte hat, sollte ebenfalls mit innerlichen Medikamenten behandelt werden. Darauf verwies Dr. Ralph von Kiedrowski. Das sind vor allem:
</p>

<ul>
	<li>
		deutlich sichtbare Areale (Hände, Arme, Gesicht, Ohren, Hals)
	</li>
	<li>
		Genital-und / oder Anal-Bereich, 
	</li>
	<li>
		Hand- und und Fußflächen,
	</li>
	<li>
		Finger- und Zehen-Nägel,
	</li>
	<li>
		bei schwerem Juckreiz und
	</li>
	<li>
		bei schwer zu behandelnden Plaques.
	</li>
</ul>

<p>
	Obwohl diese Patienten einen niedrigen <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr>-Wert haben, können markante Stellen ihre Lebensqualität wesentlich verschlechtern: andere Menschen ekeln sich und vermeiden, sie zu berühren; das Sexualleben ist massiv gestört; die Bewegung ist eingeschränkt, was zu Problemen im Beruf, Alltag und Freizeit führt, ständiges Kratzen führt zu Schlaflosigkeit und sozialem Rückzug; nicht abheilende Stellen können sich verschlimmern. Die Patienten sind oft krankgeschrieben.
</p>

<p>
	Betroffene sollten unbedingt auf diese Areale aufmerksam machen. Sie sollten der Ärztin sehr ausführlich schildern, welche Probleme für sie persönlich mit diesen Psoriasis-Stellen verbunden sind. Das erleichtert es zu begründen, weshalb teure innerliche Medikamente notwendig sind.
</p>

<h3>
	"Erstverschlimmerung" unter Biologika?
</h3>

<p>
	Am Anfang einer Biologika-Therapie kann es dazu kommen, dass sich der Zustand der Haut verschlechtert. Dr. Ralph von Kiedrowski rät, in so einem Fall die Therapie nicht sofort abzubrechen, sondern abzuwarten. Ansonsten würde man ein Medikament „zu schnell verschleißen“ und damit langfristig eine geringere Auswahl haben.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<h2>
	Langzeit-Folgen durch eingeschränkte Lebensqualität
</h2>

<p>
	Hautpatienten, die innerlich behandelt werden sollen, werden auch danach gefragt, wie die Krankheit ihr Leben einschränkt. Dafür gibt es einen <span ipsnoautolink="true">DLQI-Fragebogen</span>. Praktiker kritisieren, dass einige Fragen nichts mit dem Leben ihrer Patienten zu tun haben: nicht jeder macht Haus- oder Gartenarbeit, treibt Sport, ist berufstätig bzw. studiert oder ist sexuell aktiv. Viele Einschränkungen werden nicht abgefragt, z.B. wenn man sich nicht mehr unter Menschen traut, man bestimmte Bewegungen nicht mehr machen kann oder andere sich von einem abwenden. Psychische Probleme kommen bei der Auswertung überhaupt nicht vor.
</p>

<p>
	Wenn jemand wegen einer Krankheit über längere Zeit eingeschränkt ist, nicht alles machen kann, was er will und sich von Menschen zurückzieht, kann das dauerhafte Folgen haben – für seine Persönlichkeit und sein gesamtes Leben. Professor Marc Radtke spricht von „Langzeit-Schäden“. Damit sich die nicht verfestigen, müsse so früh wie möglich behandelt werden. Dreiviertel aller Patienten würden bei einer erfolgreichen Therapie ihre Lebensqualität komplett zurückerhalten. Radtkes Hinweis kann auch als Apell an diejenigen verstanden werden, die es aufgegeben haben, sich behandeln zu lassen.
</p>

<h2>
	Entzündungs-Gedächtnis verhindern
</h2>

<p>
	Erst seit kurzem weiß man, dass es Gedächtniszellen (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/T-Ged%C3%A4chtniszelle" rel="external">Tissue Resident Memory Cells – TRM</a>) sind, die die Psoriasis immer wieder neu aufflammen lassen. Schuppenflechte ist eine Fehlfunktion des Immunsystems. Wie das genau funktioniert, <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/muenchner-forscher-entschluesseln-den-schalter-fuer-schuppenflechte" rel="">hatte Professor Jörg Prinz 2015 herausgefunden</a>: Dem Immunsystem werden angeblich krankheitserregende Anti-Gene präsentiert, die es dann bekämpft. Im Laufe der Zeit „lernt“ das Immunsystem, auf diese Moleküle immer wieder mit Entzündungen zu reagieren. Das „Lernen“ findet in Gedächtniszellen (TRMs) statt.
</p>

<p>
	Professor Andreas Körber berichtete, je schwerer eine Schuppenflechte ist, desto mehr TRMs könne man messen. Selbst, wenn die Haut nach erfolgreicher Behandlung erscheinungsfrei war, wurden TRMs festgestellt. Bei Psoriatikern, die noch nicht so lange erkrankt waren, fanden sich dagegen weniger davon. Das heißt, so Körber, bei denen war das Entzündungsgedächtnis noch nicht voll entwickelt.
</p>

<p>
	Das spricht dafür, eine Psoriasis möglichst früh und möglichst effektiv zu behandeln. Aber: bisher konnte nur für die IL-23 Blocker festgestellt werden, dass sie die TRMs beeinflussen. So erklärt sich, weshalb Patienten 28 - 72 Wochen fast erscheinungsfrei blieben (<abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 90), obwohl der Wirkstoff abgesetzt wurde. Das waren, so Körber, diejenigen, die noch nicht so lange an Schuppenflechte erkrankt waren. Bei ihnen hätte sich das auslösenden Anti-Gen noch nicht endgültig im Entzündungs-Gedächtnis „eingebrannt“. 
</p>

<p>
	Professor Marc Radtke geht davon aus, dass man den <em>gesamten</em> Krankheitsverlauf eines Psoriatikers „in den Griff bekommen“ könne, wenn frühzeitig behandelt wird. TRMs sind übrigens auch bei Vitiligo festgestellt worden.
</p>

<h2>
	Kinder kriegen
</h2>

<h3>
	Schwangerschaft
</h3>

<p>
	Kein Psoriasis-Medikament ist für Schwangere zugelassen. Aber lässt sich die Behandlung mit einem innerlichen Wirkstoff nicht vermeiden, ist <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/mirikizumab/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-im-jahr-2018/" rel="">Cimzia das sicherste</a>. Nur bei diesem Biologikum dürfen Babys gleich nach der Geburt geimpft werden! Darauf verwies Professor Ulrich Mrowietz. Zwar wurden den Psoriasis-Registern keine auffälligen Probleme gemeldet, wie Fehlgeburten, Missbildungen o.ä. Aber niemand weiß wirklich, wie viel von den anderen Wirkstoffen durch die Nabelschnur oder die Muttermilch zum Baby gelangt.
</p>

<h3>
	Fruchtbarkeit
</h3>

<p>
	Die meisten Warnungen im Beipackzettel, Männer sollten während der Einnahme des Medikaments keine Kinder zeugen, scheinen unbegründet. Dr. Jean-Pierre Allam wies auf <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24369411/" rel="external">eine britische Studie</a> hin, dass es trotz <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>-Einnahme keine Auffälligkeiten gab. Wer dagegen wegen seiner Psoriasis Arthritis mit innerlichem Kortison behandelt wurde, sollte drei Monate vor der Zeugung den Wirkstoff absetzen. Vorsichtig äußerte sich Dr. Sonja Grunewald: Nach den vorliegenden Registerdaten und Studien an Affen sind <em>alle</em> Arten von Biologika „wahrscheinlich nicht fruchtbarkeits-beeinträchtigend“. Bei Janus-Kinase-Hemmern wie <span ipsnoautolink="true">Xeljanz</span> geht man dagegen davon aus, dass sie die Fruchtbarkeit des Mannes beeinträchtigen und genverändernd wirken können.
</p>

<h2>
	Hautpflege bei Erscheinungsfreiheit
</h2>

<p>
	<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/salben-cremes-gels/salbe-apotheke-angeruehrt" rel="">In der Apotheke hergestellte Präparate</a> sind sinnvoll, wenn es keine zugelassenen Fertigarzneimittel gibt oder Patienten etwas nicht vertragen. Die <a href="https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-092" rel="external nofollow">Leitlinie</a> gibt Rezeptur-Empfehlungen unter anderem für Psoriasis an Hand- und Fußflächen und auf dem Kopf, bei starkem Juckreiz, zur Vorbereitung einer PUVA-Bestrahlung oder zur Abschuppung. Kortisone (Kortikosteroide) werden wohl am meisten zur Entzündungshemmung angerührt. Zink oder Ölschiefer (Ichthyol) können aber ebenfalls gut wirken, so Professorin Petra Staubach-Renz.
</p>

<p>
	In der Leitlinie wird bei chronisch entzündlichen Hauterkrankungen eine Basistherapie (Hautpflege) als “fester Bestandteil des Therapiekonzeptes“ empfohlen. Das gilt auch für Biologika-Patienten, die fast keine Hauterscheinungen haben, so Staubach-Renz. Was sie nicht sagte: Betroffene, die sich daran halten wollen, müssen sich meist selbst sachkundig machen. Was ist die <a href="https://www.diagnose-psoriasis.de/schuppenflechte-psoriasis/hautpflege-psoriasis/" rel="external nofollow">„richtige“ Hautpflege für Psoriatiker</a>? Es gibt <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/hautpflege/zehn-irrtuemer-in-der-hautpflege-bei-psoriasis" rel="">viele falsche Vorstellungen darüber</a>.
</p>

<h2>
	Schuppenflechte und Psyche
</h2>

<h3>
	Psoriasis psychisch verursacht?
</h3>

<p>
	Ein <span ipsnoautolink="true">Auslöser für Schuppenflechte</span> kann ein traumatisches Lebensereignis sein. Dafür gibt es viele Hinweise, aber keinen wissenschaftlichen Nachweis. Darauf verwies der Diplom-Psychologe Dr. Kurt Seikowski. Für ihn sind Auto-Immunkrankheiten wie die Schuppenflechte ein psycho-somatisches Signal: In der „Sprache des Körpers“ macht es Sinn, bei bestimmten psychischen Belastungen Hautsymptome zu entwickeln. Durch Psychotherapie, so Seikowski, könne man die damit verbundenen Belastungen vermindern.
</p>

<p>
	Dass schon Babys Autoimmunkrankheiten entwickeln, erklärte Professor Uwe Gieler mit Depressionen der Schwangeren, die nachgewiesenermaßen auf das Neugeborene wirken würden.
</p>

<p>
	<em>Dieser Ansatz wird in zwei grundlegende Bücher ausführlich erklärt:</em>
</p>

<ul>
	<li>
		<a href="https://www.chbeck.de/beruehrungslose-gesellschaft/product/24603108" rel="external nofollow">Die berührungslose Gesellschaft</a>
	</li>
	<li>
		<a href="https://www.psoriasis-netz.de/marktueberblick/buecher/die-haut-und-die-sprache-der-seele" rel="">Die Haut und die Sprache der Seele: Hautkrankheiten verstehen und heilen</a>
	</li>
</ul>

<h3>
	Stimmung vom Immunsystem gesteuert?
</h3>

<p>
	Einen völlig anderen Ansatz vertritt Professor Kai G. Kahl. <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-im-jahr-2015/" rel="">Seit einigen Jahren zeigt er</a>, dass Stress die gleichen Botenstoffe aussendet, wie das Immunsystem bei Schuppenflechte. Die Krankheit würde die Betroffenen sehr stressen. Aber es funktioniere auch umgekehrt: Je mehr Entzündungsbotenstoffe wie TNF oder IL im Körper festgestellt wurden, desto eher könne sich eine Depression entwickeln. Weil die gleichen Botenstoffe freigesetzt werden, wie bei Depressionen. Menschen, die mit Biologika behandelt wurden, seien euphorisch geworden. Ihre depressiven Symptome hätten sich deutlich verbessert. Biologika hemmen die Produktion von Botenstoffen, die Entzündungen <em>und</em> Depressionen verursachen.
</p>

<p>
	Kahl liefert weitere Argumente dafür, Schuppenflechte möglichst früh zu behandeln: Je länger die Erkrankung anhält, desto eher riskiere man eine Depression. Besonders dann, wenn der Genitalbereich betroffen sei. Erektionsstörungen wären, so Kahl, bei Psoriatikern weit verbreitet. Generell sind etwa ab dem 30. Lebensjahr neuro-psychologische Veränderungen beobachtet worden. Menschen mit Psoriasis seien 2 bis 3 x so häufig von echten Depressionen und Angsterkrankungen betroffen wie der Bevölkerungsdurchschnitt.
</p>

<h3>
	Glücklichsein selbst erarbeiten?
</h3>

<p>
	Barbara Schuster stellte eine Studie der TU München vor: Patienten mit Psoriasis und Neurodermitis fühlen sich danach besonders unglücklich. Dagegen, so Professorin Corinna Pfeifer, könnten die Betroffenen etwas machen: positive Gefühle entwickeln, angenehme Momente genießen, guttuende Beziehungen pflegen, sich selbst Ziele setzen; also insgesamt seinem Leben einen Sinn geben – trotz Krankheit!
</p>

<p>
	Es gibt viele Konzepte, um optimistischer, zufriedener und beschwerdefreier zu werden:
</p>

<ul>
	<li>
		<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Gl%C3%BCckstagebuch" rel="external">Glücks- oder Dankbarkeits-Tagebuch</a> über 10 Wochen führen.
	</li>
	<li>
		<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Flow_(Psychologie)" rel="external">Flow-Erleben</a>, d.h. sich völlig in eine Tätigkeit oder ein Amt vertiefen, z.B. bei Malen, Sport oder sozialem Engagement. 
	</li>
	<li>
		Stress vermindern durch Achtsamkeit (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Achtsamkeitsbasierte_Stressreduktion" rel="external">Mindfulness-Based-Stress-Reduction</a>). Der Augenblick wird bewusst erlebt, akzeptierend und nicht wertend mit einer liebevollen Grundhaltung. Kurse werden von Krankenkassen bezuschusst.
	</li>
	<li>
		Geben ohne Gegenleistung (<a href="https://www.fuereinebesserewelt.info/random-acts-of-kindness/" rel="external nofollow">Random Act of Kindness</a>), d.h. man macht irgendjemanden eine Freude, ohne zu erwarten, dass die oder der etwas zurückgibt.
	</li>
</ul>

<p>
	Eine Zuhörerin vom Uniklinikum Schleswig-Holstein berichtete, dass Patienten zufriedener aus dem Gespräch gehen würden, wenn sie selbst Zufriedenheit ausstrahlt: Glücklichsein könne anstecken! 
</p>

<h2>
	Werbung in der Stadt
</h2>

<p>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image" data-fileext="jpg" data-fileid="19657" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2019_05/ddg-tagung-2019-plakat.jpg.de2e97147e3f39dc8fb7d829b98ffb7f.jpg" rel=""><img alt="ddg-tagung-2019-plakat.jpg" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19657" style="height:auto;" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2019_05/ddg-tagung-2019-plakat.jpg.de2e97147e3f39dc8fb7d829b98ffb7f.jpg" loading="lazy"></a>
</p>

<p>
	Während des Kongresses sah man überall in Berlin Plakate: Pharmafirmen warben damit, dass Psoriasis behandelbar sei. Nun ist Werbung für verschreibungspflichtige Medikamente in der Öffentlichkeit verboten. Aber es ist scheinbar nicht ausdrücklich verboten, <em>indirekt</em> dafür zu werben: Indem eine Firma darauf verweist, dass sie Medikamente gegen Schuppenflechte anbietet. Wer sich davon betroffen fühlt, wird dann beim Arzt nach einem Medikament dieses Anbieters fragen. Der Fachbegriff dafür ist <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Content-Marketing" rel="external">Content-Marketing</a>. Es gehört schon lange zur Werbe-Strategie von Pharmafirmen, Patienten <em>direk</em>t anzusprechen, ohne Umweg über den Arzt.
</p>

<h2>
	Aufgeschnappt
</h2>

<blockquote>
	<p>
		Jeder Patient hat seinen eigenen Krankheitsverlauf, wie ein Fingerabdruck. (Professor Marc Radtke, Hamburg)
	</p>

	<p>
		Die große Angst ist ausgeblieben, dass TNF-Alpha Blocker krebserregend sein könnten. (Professor Kamran Ghoreschi, Berlin)
	</p>

	<p>
		Frauen und Übergewichtige brechen eine Psoriasis-Therapie eher ab als andere Patientengruppen. (Professor Ulrich Mrowietz, Kiel)
	</p>

	<p>
		Je höher bei Männern der Testesteron-Spiegel war, desto schwächer war ihre Psoriasis. (Dr. Dagmar Wilsmann-Theis, Meckenheim)
	</p>

	<p>
		Die <a href="https://www.psoriasis-netz.de/schuppenflechte-formen/psoriasis-pustulosa" rel="">Psoriasis pustulosa</a> ist vermutlich keine echte Schuppenflechte. Bei ihr werden völlig andere Botenstoffe aktiv, wie z.B. das IL 36. (Professor Diamant Thaci, Kiel)
	</p>

	<p>
		Das Mikrobiom der Haut ist schwerer zu untersuchen als das des Stuhls. Es ist außerdem im Laufe des Jahres unterschiedlich. (Prof. Claudia Traidl-Hoffmann, München)
	</p>
</blockquote>

<h2>
	Produkte, die uns aufgefallen sind
</h2>

<p>
	<em>Cera VE</em> ist eine feuchtigkeits-spendende Creme bzw. Lotion. Es wird mit einem speziellen Verfahren geworben, durch das sich Inhaltsstoffe wie Hyaloron verzögert in der Haut freisetzen sollen. Dadurch bleibe sie länger feucht. Eigentlich für Neurodermitiker gedacht, kann sie auch denjenigen helfen, die z.B. harnstoff-freie Pflegemittel suchen.<br>
	Hersteller: LʹORÉAL Deutschland
</p>

<p>
	<em>Cetaphil Pro Itch Control</em> ist eine Serie für sehr trockene und juckende Haut. Sie wird angeboten z.B. als Lotion, Pflegeschaum, als Creme fürs Gesicht oder die Hand. Wer einen leichten Juckreiz hat, kann ausprobieren, wie gut es einem hilft.<br>
	Hersteller: Galderma Laboratorium
</p>

<p>
	<em>Clarelux </em>(Wirkstoff <a href="https://flexikon.doccheck.com/de/Clobetasol" rel="external nofollow">Clobetasol</a>) ist ein verschreibungspflichtiger Schaum zur Behandlung der Kopf-Psoriasis. Auch in 2019 kann der Hersteller das Präparat noch nicht anbieten. <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/schuppenflechte-kopf/clarelux-schaum/" rel="">Wir haben darüber ausführlich berichtet.</a> Der Firma ist bewusst, dass viele Patienten langfristig auf ein anderes Präparat wechseln werden.<br>
	Hersteller: Pierre Fabre Dermo-Kosmetik
</p>

<p>
	<em>Deflatop</em> (Wirkstoff <a href="https://flexikon.doccheck.com/de/Betamethason" rel="external nofollow">Betamethason</a>) ist ein verschreibungspflichtiger Schaum zur Behandlung der Kopf-Psoriasis. Der Hersteller kündigte ein "Comeback" für den Sommer 2019 an.<br>
	Hersteller: Holsten Pharma
</p>

<p>
	<em>Ducray SENSINOL</em> soll beruhigend wirken und „sofort“ den Juckreiz lindern. Der Hinweis auf „Studien“, die das belegen stellt sich als <em>eine</em> „interne“ Untersuchung heraus, die nie veröffentlicht wurde. Trotzdem kann man die Pflege- Lotion bzw. -Milch bei leichtem Juckreiz ausprobieren.<br>
	Hersteller: Pierre Fabre Dermo-Cosmétique
</p>

<p>
	<em>Eucerin Urea Repair Plus </em>ist eine Serie mit unterschiedlichen Harnstoff-Konzentrationen von 3 bis 30 Prozent. Sie wird angeboten z.B. als Lotion und als Creme für Körper, Gesicht und Hände.<br>
	Anbieter: Beiersdorf
</p>

<p>
	<em>HELIOCARE 360</em> ist ein Sonnenschutz mit Faktor 100+. Das ist für diejenigen, die sich wirklich schützen müssen, z.B. wegen einer aktinischen Keratose im Gesicht aufgrund früherer Sonnenbestrahlungen. Das reine Sonnenschutz-Mittel gibt es in verschiedenen Darreichungsformen.<br>
	Anbieter: IFC Dermatologie Deutschland
</p>

<p>
	<em>LETI balm</em> ist eine Serie für die trockene und schuppige Haut. Sie wird angeboten z.B. als Creme und Fluid, auch speziell für Kinder und Jugendliche. Eigentlich für Neurodermitiker gedacht, kann sie auch denjenigen helfen, die z.B. harnstoff-freie Pflegemittel suchen.<br>
	Hersteller: Laboratorios LETI
</p>

<p>
	<em>Protopic</em> wird bis Ende Mai wieder lieferbar sein. Die Salbe ist zwar nicht für Psoriasis zugelassen. Aber einige Ärzte verschreiben sie „off-label“, weil sie z.B. auch bei der <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/muenchen-kongress-2012/" rel="">Nagel-Beteiligung wirksam</a> sein soll.<br>
	Hersteller: Leo Pharma
</p>

<p>
	<em>TOLERIANE SENSITIVE</em> ist eine Feuchtigkeitscreme, die vor allem das Mikrobiom der Haut regulieren soll. Das betrifft ein typisches Problem von Neurodermitikern. Das Pflegeprodukt kann aber denjenigen helfen, die z.B. harnstoff-freie Pflegemittel suchen.<br>
	Hersteller: La Roche-Posay
</p>

<div>
	<h2>
		<span style="color:#990000;">Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz</span>
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Übersicht</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studienteilnehmer-gesucht/" rel="">Hier werden aktuell Studienteilnehmer gesucht</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Tipps</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studien-schuppenflechte-psoriasis-arthritis/" rel="">Studien – was sie bringen, was du wissen solltest</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Lexikon</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/lexikon/" rel="">Fachbegriffe von A bis Z</a>
	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">1028</guid><pubDate>Sun, 19 May 2019 20:10:00 +0000</pubDate></item><item><title>Neues und Bew&#xE4;hrtes zur Psoriasis im Jahr 2017</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-im-jahr-2017/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2017_05/ddg2017.jpeg.f58c8909a1a1da0d7f1756b5f4676e7c.jpeg" /></p>
<p>
	<strong>Wir haben uns auf der 49. Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft in Berlin umgehört, was es an interessanten Informationen für Menschen mit Schuppenflechte gibt.</strong>
</p>

<p>
	<em>Ja, der Artikel ist lang. Aber du kannst in der Übersicht die Themen anklicken, die dich interessieren.</em>
</p>

<h2>
	Psoriasis-Medikamente
</h2>

<h3>
	Dimethylfumarat (<span ipsnoautolink="true">Skilarence</span>)
</h3>

<p>
	Erstmals wird es voraussichtlich eine europaweite Zulassung für ein Fumarat zur Behandlung der Psoriasis geben. Das nur in Deutschland zugelassene Fumaderm ist ein Gemisch aus vier Fumarsäure-Esther-Substanzen. Das neue ist ein Mono-Präparat, mit Dimethylfumarat (DMF) als einziger Wirksubstanz. Professor Ulrich Mrowietz (Kiel) hatte schon <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/panaclar/" rel="">2005 ein DMF-Präparat gegen Psoriasis dem Namen Panaclar</a> vorgestellt.
</p>

<p>
	Auch das neue Präparat kann Flushs (Gesichtsrötungen) oder Magen-Darmprobleme verursachen. Aber im Vergleich zu Fumaderm wären die Magen-Darm-Effekte meist milder, so Mrowietz.  Wie Fumaderm hilft auch das neue DMF-Medikament zwar bei der Haut-Psoriasis, nicht aber bei der Psoriasis Arthritis, so übereinstimmend die Experten.
</p>

<p>
	Gefragt wurde Prof. Mrowietz nach dem Risiko einer Lymphopenie. Das ist eine Erkrankung, bei der die Lymphozytenzahl im Blut auf einen gefährlichen Wert absinkt. Er wies darauf hin, dass eine Lymphopenie unabhängig von Dosis und Länge der Einnahme auftreten kann. Es gäbe Patienten, bei denen schon bei geringer Dosis die Lymphozyten-Zahl stark zurückgeht. So etwas könne auch nach einem Jahr unauffälliger DMF-Therapie plötzlich passieren. Es seien vor allem die CD-8-Lymphozyten, die weniger würden. Das sind, <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/blutbild-bei-fumaraten-muss-erweitert-werden/" rel="">wie das Psoriasis-Netz berichtete</a>, genau diejenigen, die gebraucht werden, um das lebensgefährliche JVR-Virus zu bekämpfen.
</p>

<p>
	Deshalb muss die Lymphozytenzahl auch bei dem neuen Medikament regelmäßig kontrolliert werden. Für Fumaderm gilt, dass bei 700 pro mm<sup>3 </sup>die Dosis verringert, bei 500 pro mm<sup>3 </sup>das Präparat abgesetzt werden muss. Für das neue Medikament, so Mrowietz, werden andere Werte gelten. Problematisch sei, dass eine Lymphopenie noch lange anhält, nachdem das Fumarat abgesetzt wurde.
</p>

<p>
	Ohne, dass es ausdrücklich erwähnt wurde, wird man auch bei Skilarence besonders auf neu auftretende Symptome im neurologischen Bereich achten müssen. Sie könnten ein Hinweis auf die Gehirnkrankheit PML sein. Zu achten ist auf Bewegungsstörungen, kognitive Probleme (“Denkstörungen”) oder psychiatrische Anzeichen (<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/dimethylfumarat/fumaderm-rote-hand-brief-pml/" rel="">Siehe Rote Hand-Briefe für Fumaderm undTecfidera)</a>. Im April 2017 sind erneut <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/full/10.1111/jdv.14236" rel="external nofollow" target="_blank">acht Fälle veröffentlicht worden</a>, in denen Psoriasis-Patienten unter Fumaraten an PML erkrankt sind. Die Autoren weisen zwar darauf hin, dass das selten vorkomme. Aber es könne nicht ausgeschlossen werden, dass viele Fälle nicht erkannt und deshalb nicht gemeldet werden.
</p>

<h3>
	Ixekizumab (<span ipsnoautolink="true">Taltz</span>)
</h3>

<p>
	Seit März 2017 darf das Biologikum in Deutschland verschrieben werden. Es hemmt das Interleukin (IL) 17a und ist deshalb vergleichbar mit Secukinumab (Cosentyx). Beide, so Professor Kristian Reich (Hamburg), wirken auf die Plaque-Psoriasis etwa gleich gut. Vor allem, wenn Patienten vorher schon mit einem anderen Biologikum unbefriedigend behandelt wurden. Ixekizumab wirke aber deutlich schneller. Nach zwei Wochen seien ersten Erfolge zu sehen; gelegentlich sogar nach nur wenigen Tagen. 70 Prozent der Studienteilnehmer hätten ihre 90%-ige Abheilung (<abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 90) über zwei Jahre stabil halten können.
</p>

<p>
	<a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/candida-infektionen-bei-modernen-psoriasis-medikamenten/" rel="">Vermehrte Pilzinfektionen werden bei allen IL-Blockern festgestellt.</a> Reich sprach von 2,5 Fällen pro 100 Patientenjahre. Eine <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/bjd.15015" rel="external nofollow" target="_blank">Vergleichsstudie</a> hatte bei 3,3 Prozent der Ixekizumab-Studienteilnehmern Candida-Infektionen gefunden. Wer entsprechend vorbelastet ist, so Reich, sollte nicht mit dem Präparat behandelt werden. Andere schwerwiegende Nebenwirkungen wie Infektionen, schwarzer oder weißer Hautkrebs oder Herzkomplikationen würden <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-im-jahr-2016/" rel="">genauso selten auftreten, wie bei allen Biologika</a>: 0,5 Fälle pro 100 Patientenjahre.
</p>

<p>
	Gute Ergebnisse, so Professor Mrowietz, gäbe es in den Studien außerdem bei der Psoriasis am Kopf, an den Nägeln und Händen und Füßen. Bei der pustulösen Psoriasis dagegen wirke es nicht.
</p>

<h3>
	Brodalumab (<span ipsnoautolink="true">Kyntheum</span>)
</h3>

<p>
	Es deutete sich auf der Tagung an, dass demnächst ein weiterer Interleukin-17-Blocker zugelassen werden wird. Die <a href="https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/73189/Brodalumab-Antikoerper-bislang-staerkstes-Antipsoriatikum" rel="external" target="_blank">bisher bekannten Ergebnisse</a> bringen ungefähr die gleichen <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr>-Verbesserungen wie die anderen Präparate dieser Gruppe. Vorteile gegenüber den konkurrierenden Produkten werden aber mit Sicherheit in nächster Zeit bekannt gemacht.
</p>

<p>
	Nachteile dagegen sind schon veröffentlicht worden: In einer <a href="https://onlinelibrary.wiley.com/doi/abs/10.1111/bjd.15015" rel="external nofollow" target="_blank">Vergleichsstudie</a> hatten 4 Prozent der Brodulumab-Patienten eine Candida-Infektion – der höchste Wert unter den IL17-Blockern.
</p>

<p>
	Erwartet wird, dass der Anbieter <i>Leo</i> sich zu den bekannt gewordenen vier Selbstmordfällen in drei Brodalumab-Studien äußert. <a href="https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/73189/Brodalumab-Antikoerper-bislang-staerkstes-Antipsoriatikum" rel="external" target="_blank">In den USA wird das Medikament deshalb nur unter verschärften Sicherheitsauflagen abgegeben</a>. Am Rande wurde darüber spekuliert, ob die Patienten schon zu Beginn der Studie selbstmordgefährdet waren, ohne dass das rechtzeitig erkannt worden ist.
</p>

<h3>
	Etanercept-Biosimilar
</h3>

<p>
	Für <span ipsnoautolink="true">Enbrel</span> gibt es schon seit 2016 das Biosimilar <span ipsnoautolink="true">Benepali</span>. Ab Mitte 2017 wird ein zweites unter dem Namen Erelzi hinzukommen, das – im Unterschied zu Benepali – auch als Pen verfügbar sein wird.
</p>

<p>
	Etanercept wird vor allem bei Rheuma und Psoriasis Arthritis erfolgreich eingesetzt. <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/etanercept/enbrel-im-vergleich-schlechter" rel="">Bei der Psoriasis wirkt es langsamer und erreicht nicht die hohen Abheilungsraten</a> wie die IL-Blocker. Professor Diamant Thaci (Lübeck) wies aber darauf hin, dass bei Etanercept die Wirkung im Laufe der Zeit nicht nachlässt – im Gegensatz zu anderen Biologika. Außerdem würden keine Antikörper gegen den Wirkstoff gebildet. Wenn man Etanercept nach einer Pause wieder neu anwendet, gäbe es keinen Wirkverlust.
</p>

<h3>
	Certolizumab-Pegol (Cimzia)
</h3>

<p>
	Dieser TNF-Alpha-Blocker ist weniger bekannt, obwohl er schon seit 2014 zur Behandlung der Psoriasis Arthritis zugelassen ist. Der Hersteller hat eine <a href="https://clinicaltrials.gov/ct2/show/NCT02019602" rel="external nofollow" target="_blank">Studie veranlasst</a>, um zu belegen, weshalb es sinnvoll ist, das Biologikum vor allem jungen Frauen zu verschreiben: Es kann nicht durch die Nabelschnur von der Mutter aufs Kind übertragen werden – im Gegensatz zum Beispiel zu Adamilumab (Humira). Das berichtete Dr. Dagmar Dr. Wilsmann-Theis (Bonn). Schließlich seien 30 bis 40 Prozent der Schwangerschaften in Deutschland ungeplant. Auch beim Stillen würde der Wirkstoff nicht übertragen werden. Ansonsten könne das Biologikum gut mit anderen TNF-Alpha-Blockern mithalten.
</p>

<p>
	Professor Thaci geht davon aus, dass Certolizumab im Jahr 2018 auch zur Behandlung der Schuppenflechte zugelassen werden wird.
</p>

<h2>
	Verdrängen <span style="display: none;"> </span><span ipsnoautolink="true">Biosimilars</span>  die Originale?
</h2>

<p>
	Wenn das Patent für ein Biologikum ausläuft, dürfen auch andere Firmen den biologischen Wirkstoff anbieten. Technisch ist es nur möglich, ein „ähnliches“ Präparat herzustellen. Deshalb heißen diese Nachbauten „Biosimilars“ (Siehe auch <a href="https://probiosimilars.de/presse/biosimilar-handbuch/" rel="external nofollow">Handbuch Biosimilars 2017</a>). Im Gegensatz zu <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Generikum" rel="external" target="_blank">Generika</a> müssen Biosimilars in einer aufwendigen Phase-III-Studie nachweisen, dass sie vergleichbar wirken wie das Originalprodukt. Von daher müssten sie eigentlich die Originale verdrängen.
</p>

<p>
	Machen sie aber nicht: Denn viele Ärzte verschreiben nur denjenigen ein Biosimilar, die erstmals mit einem Biologikum behandelt werden sollen. Wer schon mit einem Original-Biologikum „gut eingestellt“ ist, würde meist nicht auf das preisgünstigere umgestellt werden.
</p>

<p>
	Professor Matthias Augustin (Hamburg) meinte, nur wenn die Preise sinken, würden mehr Menschen mit „innovativen Medikamenten“ versorgt werden können. Weltweit würden zur Zeit 2 Prozent aller Verordnungen für Biologika ausgestellt werden. Die aber würden 21 Prozent aller Arzneimittelausgaben ausmachen. Die weniger teuren Biosimilars könnten die Hemmschwelle von Ärzten senken, auch Kassenpatienten besser damit zu versorgen.
</p>

<p>
	Siehe: <a href="https://www.pharmazeutische-zeitung.de/ausgabe-212016/biosimilars-versus-biologika/" rel="external" target="_blank">Biologika-Hersteller wehren sich gegen Verluste von Marktanteilen durch Biosimilars</a>
</p>

<h2>
	Schwere Schuppenflechte ohne Biologika behandeln?
</h2>

<p>
	Professor Martin Röcken (Tübingen) stellte Fälle vor, in denen er schwere Formen der Psoriasis <span style="text-decoration:underline;">ohne Biologika</span> erfolgreich behandelt hat. Für ihn sei es „eine Kunst“, im jeweiligen Fall die richtige Kombination von <span ipsnoautolink="true">Methotrexat (<abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>)</span>, <span ipsnoautolink="true">Dithranol</span> und Fototherapie (vor allem <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/fakten/behandlung/lichttherapie" rel="">PUVA</a>) herauszufinden. Gut die Hälfte der Psoriatiker würde, so Röcken, <span style="text-decoration:underline;">allein</span> mit <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> ein weitgehend normales Leben führen können. Das bestätige eine <a href="https://www.thelancet.com/journals/lancet/article/PIIS0140-6736(16)32127-4/fulltext" rel="external nofollow" target="_blank">aktuelle Studie</a>. Fototherapie könne im aktuellen Schub vorübergehend die Wirkung von <span ipsnoautolink="true"><abbr title="Methotrexat">MTX</abbr></span> verstärken, solle aber bei Besserung wieder abgesetzt werden. Für diese „therapeutische Herausforderung“ müsse man sich jedoch Zeit nehmen. Echte "Therapieversager", d.h. Patienten, bei denen nichts wirkt, sind nach seiner Erfahrung selten.
</p>

<p>
	Röcken meinte, die Dermatologen sollten unbedingt wieder mehr „vernünftige“ Fototherapie bei der Psoriasis einsetzen. Bestrahlung hätte weniger unerwünschte Nebenwirkungen; selbst langfristig nicht. Große Studien, so Röcken, hätten gezeigt, dass das Hautkrebsrisiko nur minimal erhöht sei. Deshalb könnten zum Beispiel sogar Schwangere unbesorgt eine PUVA-Therapie machen. Unterschiedliche Einschätzungen jedoch gäbe es darüber, ob  für die PUVA-Therapie eine Lebensdosis festgelegt werden müsse, die nicht überschritten werden darf. Er sei sich sicher, dass  <span ipsnoautolink="true">Lichttherapie</span> als Therapie „wieder kommen“ werde.
</p>

<p>
	Wenn zusätzlich eine Psoriasis Arthritis oder eine Nagel-Psoriasis vorliegt, will auch Röcken nicht auf Biologika verzichten. Da empfiehlt er TNF-Alpha-Blocker.
</p>

<h2>
	Neues Therapieziel: der absolute <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr>
</h2>

<p>
	Der <span ipsnoautolink="true"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr></span> ist seit vielen Jahren die Messgröße, mit der gemessen wird, wie schwer jemand an Psoriasis erkrankt ist. In Deutschland gilt ein <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> größer als 10 als mittelschwere Psoriasis, die mit innerlichen Medikamenten behandelt werden sollte. Für Laien war es deshalb immer etwas verwirrend, dass der Erfolg von Präparaten damit beschrieben wurde, dass ein <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 75, <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 90 oder sogar <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 100 erreicht wurde. Denn tatsächlich beschrieben diese Werte, dass sich bei einem Patienten der persönliche Anfangs-<abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> um 75, 90 oder sogar um 100 Prozent verbessert hat. Wer in die Therapie mit einem <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 20 gegangen ist, hatte nach einer 75-prozentigen Verbesserung am Ende einen <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> von 5. Nun gilt es heutzutage als „Therapieversagen“, wenn sich bei einer Therapie der <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> weniger als um 50 Prozent verbessert hat. Aber diejenigen, die mit <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 10 eine Therapie begonnen haben, kämen bei einer nur 50-prozentigen Abheilung am Ende gleichfalls auf <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 5. Alles ist eben relativ!
</p>

<p>
	Deshalb schlug Professor Mrowietz vor, zukünftig als Therapie-Endziel einen „absoluten <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr>“ zu setzen, mit dem Patienten leben können. So eine Zielgröße würde den Wunsch des Patienten besser ausdrücken, durch eine Therapie weitgehend erscheinungs- und entzündungsfrei zu werden – unabhängig vom Ausgangs-<abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr>.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<h2>
	Wie riskant sind Entzündungen?
</h2>

<p>
	Professor Wolf-Henning Boehncke (Genf) erinnerte daran, dass die Psoriasis keine reine Hautkrankheit ist, sondern eine innerliche Entzündungskrankheit. Deshalb sei sie ein eigener Risikofaktor für teilweise gefährliche <span ipsnoautolink="true">Begleiterkrankungen</span>.
</p>

<p>
	Es war nie ganz klar, ob das nur für relativ schwere, stark entzündete Fälle gilt oder für jegliche Ausprägung der Psoriasis. Gibt es einen <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr>, ab dem die Entzündungen so gering sind, dass sie keine weiteren Krankheiten provozieren? Riskiert ein schlanker Patient mit einer leichten Psoriasis weiterhin diese gefährlichen Begleiterkrankungen? Prof. Reich verneint das.
</p>

<p>
	Professor Mrowietz wies darauf hin, dass eine Haut, die einmal entzündet war, weiterhin Entzündungszellen enthält. Selbst wenn die Psoriasis äußerlich abgeheilt ist und auf der Haut nichts mehr zu sehen ist. Er nennt das Phänomen „immunologische Narben“. Welchen Einfluss diese jedoch auf das Risiko von Folgeerkrankungen haben, ist noch ungeklärt.
</p>

<h2>
	Psoriasis-Register – Sicherheit im Blick
</h2>

<p>
	Seit 2005 sind bis heute weltweit 14 Psoriasis-Register aufgebaut worden. Die sammeln Daten von Patienten, die in ihrem Alltag mit innerlichen Mitteln behandelt werden. Einige verstehen sich als reine „Biologika-Interventionsregister“, andere erfassen alle innerlich wirkenden Medikamente. Die Beobachtungen sollen über 8 bis 10 Jahre laufen, eventuell sogar länger.
</p>

<p>
	Hauptzweck der Register ist es, erst langfristig auftretende Nebenwirkungen zu erfassen. Je größer die Zahl der beobachteten Patienten ist, desto wahrscheinlicher ist es, dass auch sehr seltene Nebenwirkungen erfasst werden. Darüberhinaus wird z.B. registriert, wie viele Patienten wie lange bei einzelnen Medikamenten „verweilen“ bzw. die Therapie wegen der Nebenwirkungen abbrechen.
</p>

<p>
	In Deutschland haben Dermatologen dem Register <i>PsoBest</i> inzwischen über 5.000 Patienten gemeldet, die mit einem der zahlreichen innerlichen Medikamente behandelt werden. Bei <i>PSOLAR</i>, einem weltweiten Register der Firma Johnson &amp; Johnson, werden die Daten von über 12.500 Patienten gesammelt, um Ustekinumab (<span ipsnoautolink="true">Stelara</span>) mit TNF-Alpha-Blockern und anderen innerlichen Wirkstoffen zu vergleichen. In den USA hat der nationale Patientenverband das „unabhängige“ <i>Corrona Psoriasis Registry</i> mit über 5.200 Teilnehmern eingerichtet. Die meisten Psoriasis-Register gibt es in europäischen Ländern.
</p>

<p>
	Die Datenbanken sind nicht vollständig, weil in fast allen Ländern die Meldungen freiwillig sind. Sie sagen nicht aus, wie gut einzelne Medikamente wirken, weil die Ausgangsdaten dafür nicht erhoben werden. Aber ohne diese Datensammlungen wüsste man überhaupt nicht, wie sicher einzelne Medikamente sind und welche Nebenwirkungen wie häufig auftreten. Patienten sollten ihre Ärzte fragen, ob auch sie Daten ans Psoriasis-Register weitergeben. Nur dadurch kann dem verbreiteten Misstrauen und der Unsicherheit gegenüber innerlich wirkenden Psoriasis-Medikamenten mit Fakten begegnet werden.
</p>

<h2>
	Juckreiz-Atlas
</h2>

<p>
	Professor Martin Metz (Berlin) hat bei verschiedenen dermatologischen Krankheiten den Juckreiz untersucht, darunter bei 138 Psoriasis-Patienten. Die Hälfte der Psoriatiker litt unter mittelstarkem bis schwerem Juckreiz. Am schlimmsten wäre es auf dem Kopf, den Ellenbogen und den Waden. Aber auch die Oberschenkel, die Knie und die Hände seien betroffen. Die rechte Hand, so Metz, jucke deutlich stärker als die linke.
</p>

<p>
	Patienten, die unter mehr oder weniger starkem Juckreiz leiden, sind dadurch in ihrer Lebensqualität stark eingeschränkt. Deshalb sei es wichtig, den Juckreiz mit zu behandeln.
</p>
<iframe allowfullscreen="" class="ipsEmbed_finishedLoading" data-embedauthorid="34525" data-embedcontent="" data-embedid="embed3076375741" id="ips_uid_6937_6" scrolling="no" src="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/juckreiz/juckreiz-kratzen-wissen-tipps/?do=embed" style="overflow: hidden; height: 413px; max-width: 502px;" loading="lazy"></iframe>

<h2>
	Aufgeschnappt
</h2>

<blockquote>
	<p>
		„Bei keiner anderen Hautkrankheit weiß man so genau, wie die Entzündungen entstehen, wie bei der Psoriasis“<br>
		(Professor Kristian Reich, Hamburg)
	</p>

	<p>
		„Es gibt keine augenfälligeres Zeichen für die schlechte Versorgung von Psoriasis-Patienten wie die hohe Zahl derjenigen, die an Studien teilnehmen wollen“<br>
		(Professor Kristian Reich, Hambug)
	</p>

	<p>
		„Die Psoriasis ‚heilt‘ von oben nach unten“<br>
		(Professor Ulrich Mrowietz, Kiel)
	</p>

	<p>
		Wer das Biologikum wechselt, muss nicht warten, bis die Haut sich wieder so verschlechtert hat, dass mindestens <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 10 erreicht ist. Es gilt die ursprüngliche Einschätzung.“<br>
		(Professor Ulrich Mrowietz, Kiel)
	</p>

	<p>
		„Allein der Verdacht, dass ein Hautproblem berufsbedingt ist, reicht für eine Reha-Maßnahme durch die Berufsgenossenschaft aus – ohne den Arbeitgeber einzubeziehen.“<br>
		<em>Dr. Werner Kurrat, Asklepios-Nordseeklinik, Westerland/Sylt</em>
	</p>

	<p>
		„Nur ein Teil der Hautärzte verschreiben Biologika. Psoriasis-Patienten in Deutschland haben nur eine 20-prozentige Chance leitliniengemäß behandelt zu werden.“<br>
		<em>Professor Matthias Augustin, Hamburg</em>
	</p>

	<p>
		„Mit den Patienten muss ausführlich erarbeitet werden, was es für ihre Lebensqualität bedeutet, wenn ein neues Medikament hohe, schnelle und langanhaltende Abheilungsquoten erreicht. Nur so ist sein zusätzliche Nutzen angemessen zu bewerten.“<br>
		<em>Professor Matthias Augustin, Hamburg</em>
	</p>

	<p>
		„Psoriasis ist die zur Zeit am besten zu behandelnde Auto-Immunkrankheit.“<br>
		<em>Dr. Marc A. Radtke, Hamburg</em>
	</p>
</blockquote>

<blockquote>
	<p>
		Ob eine Psoriasis „schwer“ ist, hängt von der Definition ab: Nach der engsten Bestimmung hätten wir in Deutschland 14 Prozent schwere Fälle; nach der weitesten 86 Prozent.<br>
		<em style='background-color: rgb( var(--theme-area_background_reset) ); color: rgb( var(--theme-text_color) ); font-family: -apple-system, BlinkMacSystemFont, "Segoe UI", Roboto, Helvetica, Arial, sans-serif, "Apple Color Emoji", "Segoe UI Emoji", "Segoe UI Symbol";'>Dr. Marc A. Radtke, Hamburg</em>
	</p>
</blockquote>

<blockquote>
	<p>
		Unter Biologika werden nur 3 Prozent der Patienten depressiv, unter anderen innerlichen Medikamenten und Phototherapie aber 6 Prozent!<br>
		<em style='background-color: rgb( var(--theme-area_background_reset) ); color: rgb( var(--theme-text_color) ); font-family: -apple-system, BlinkMacSystemFont, "Segoe UI", Roboto, Helvetica, Arial, sans-serif, "Apple Color Emoji", "Segoe UI Emoji", "Segoe UI Symbol";'>Prof. Diamant Thaci, Lübeck</em>
	</p>
</blockquote>

<blockquote>
	<p>
		Bei Psoriatikern findet man weniger MRSA-Bakterien in der Haut, weil sie dort viel mehr antimikrobielle Peptide haben. Die schützen sie vor den gefährlichen "Krankenhausbakterien", die gegen die meisten anderen Antibiotika resistent sind.<br>
		<em style='background-color: rgb( var(--theme-area_background_reset) ); color: rgb( var(--theme-text_color) ); font-family: -apple-system, BlinkMacSystemFont, "Segoe UI", Roboto, Helvetica, Arial, sans-serif, "Apple Color Emoji", "Segoe UI Emoji", "Segoe UI Symbol";'>Dr. Richard Brans, Osnabrück﻿</em>
	</p>
</blockquote>

<blockquote>
	<p>
		23 Prozent befragter Infliximab-Patienten reagierten überempfindlich auf die Infusion oder den Wirkstoff selbst.<br>
		<span style='background-color: rgb( var(--theme-area_background_reset) ); color: rgb( var(--theme-text_color) ); font-family: -apple-system, BlinkMacSystemFont, "Segoe UI", Roboto, Helvetica, Arial, sans-serif, "Apple Color Emoji", "Segoe UI Emoji", "Segoe UI Symbol";'>Professor Bettina Wedi, Hannover</span>
	</p>
</blockquote>

<blockquote>
	<p>
		Innerliche Glutokortikoide können abhängig machen, so dass man sie nur schwer wieder absetzen kann.<br>
		<em style='background-color: rgb( var(--theme-area_background_reset) ); color: rgb( var(--theme-text_color) ); font-family: -apple-system, BlinkMacSystemFont, "Segoe UI", Roboto, Helvetica, Arial, sans-serif, "Apple Color Emoji", "Segoe UI Emoji", "Segoe UI Symbol";'>Professor Martin Röcken, Tübingen</em>
	</p>
</blockquote>

<h2>
	Zukünftig Zuzahlungen bei <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>?
</h2>

<p>
	Ein <a href="https://www.aerzteblatt.de/nachrichten/74491/Rheumatologen-kritisieren-geplante-Festbetragsregelung-fuer-Methotrexat" rel="external" target="_blank">Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses</a> wurde von Vertretern einiger Firmen, Rheumatologen und vom <i>Deutschen Psoriasis Bund</i> heftig kritisiert: Methotrexat (<abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>) soll zukünftig einer <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Festbetrag" rel="external" target="_blank">Festbetragsgruppe</a> zugeordnet werden. Die Krankenkasse muss dann nur noch einen festen Betrag erstatten. Sollte ein <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>-Präparat teurer sein, zahlt der Kassenpatient den Restbetrag aus eigener Tasche zu.
</p>

<p>
	<abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> wird bei völlig verschiedenen Krankheiten in sehr unterschiedlichen Konzentrationen und extrem verschiedenen Dosierungen angeboten. Den Wirkstoff gibt es als Tablette, Injektions- und Infusionslösung, Fertigspritze und Fertigpen (Autoinjektor). Die Firma <i>Medac</i> hat darauf hingewiesen, dass sie den Fertigpen oder bestimmte Wirkstärken und Packungsgrößen zu diesem Festbetrag nicht mehr wirtschaftlich anbieten könne. Das würde vor allem Patienten mit <span ipsnoautolink="true">Psoriasis vulgaris</span>, Psoriasis Arthritis bzw. Rheuma treffen, die entweder zuzahlen müssten oder für die das Angebot wegfallen würde.
</p>

<p>
	Problematisch könnte das z.B. für Patienten sein, die sich wegen ihrer erkrankten Handgelenke selbst keine Spritze setzen können und auf den Pen angewiesen sind. Den benötigen auch Patienten, die überempfindlich oder sogar panisch auf Spritzen reagieren. Der GBA verwies darauf, dass von den Firmen keine Unterlagen eingereicht worden seien, nach denen eine bestimmte Patientengruppe allein auf den Pen angewiesen wäre.
</p>

<p>
	Der <i>Deutsche Psoriasis Bund </i>hat den Bundesgesundheitsminister aufgefordert, diesen Beschluss nicht zu genehmigen.
</p>

<h2>
	Produkte
</h2>

<ul>
	<li>
		<i>Saalux Schuppenlöser</i> basiert, im Gegensatz zu Konkurrenzprodukten, auf pflanzlichen Ölen. Trotzdem lässt es sich leicht mit klarem Wasser auswaschen. Das Produkt ist vor allem für die hartnäckigen Kopf-Plaques entwickelt worden. Anbieter: Saalmann medical GmbH &amp; Co. KG.
	</li>
	<li>
		<em>ANTI-DANDRUFF</em> ist ein neues Shampoo aus der „head &amp; shoulder“-Serie. Es soll die Produktion normaler, aber hartnäckiger Kopfschuppen und -plaques hemmen. Das Shampoo ist kein Mittel, um die Schuppen abzulösen oder um Psoriasis-Kopfschuppen zu behandeln. Es enthält als Wirkstoff Selensulfid, riecht aber überhaupt nicht nach Schwefel. Das Produkt wird ab Herbst 2017 erhältlich sein. Anbieter:Procter &amp; Gamble
	</li>
	<li>
		<i>PROXERA PSOMED </i>heißt eine Produktlinie, in der für Psoriatiker ein Shampoo mit 3 Prozent Harnstoff (Urea) angeboten wird und eine Creme mit 20 Prozent sowie ein Gel mit 40 Prozent. Hersteller: ICIM International (Italien), Vertrieb: Kosmetik vom Waßerfall GmbH.
	</li>
	<li>
		<i>Allpremed hydro</i> ist das weiterentwickelte Pflegeprodukt der Allpresan-Schaum-Creme für Hand und Körper. Je nach Hautzustand gibt es drei verschiedene Variationen. Mit einer speziellen Technik, die Hautbarriere zu schützen, ist das Produkt zwar hauptsächlich für Neurodermitiker gedacht. Aber es wird auch für Psoriasis beworben. Anbieter: neubourg skin care GmbH &amp; Co. KG.
	</li>
	<li>
		<i>Vitop forte</i> heißt eine neue Pflegecreme mit <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/F%C3%A4rberwaid" rel="external" target="_blank">Färberwaid</a>, Aloe Vera und grünem Tee. Die pflanzlichen Wirkstoffe sollen bei trockener und gereizter Haut die Hautbarriere stärken. Das Produkt ist hauptsächlich für Neurodermitiker gedacht. Die Inhaltsstoffe müssten aber auch bei Psoriasis wirken. Anbieter: P &amp; M Cosmetics GmbH &amp; Co. KG.
	</li>
	<li>
		<i>Policalm,</i> die „blaue Creme", enthält feuchtigkeitsspendes Urea, juckreizstillendes Polidocanol, kühlendes Menthol und entzündungshemmendes Kamillenöl (<abbr title="ätherisches Öl der Kamille"><abbr title="ätherisches Öl der Kamille">Bisabolol</abbr></abbr>). Das Medizinprodukt soll die Hautbarriere stärken und den Juckreiz lindern. Neben der Neurodermitis wird auch Psoriasis als Anwendungsgebiet genannt. Hersteller: Bodem Laboratories (Griechenland), Vertrieb: Faroderm GmbH.
	</li>
	<li>
		<i>Deumavan</i> ist ein Präparat, speziell entwickelt für den Intimbereich. Die Salbe soll im Genital- und Analbereich die Haut fetten und damit glätten, schützen und wieder gleitfähig machen. Es enthält hochgereinigte Paraffine und ist für Allergiker geeignet. Es wird ausdrücklich auch für die Psoriasis empfohlen, um eine Therapie zu unterstützen. Anbieter: Kaymogyn GmbH.
	</li>
	<li>
		<i>BR Creme</i> wird zur Wiederherstellung der Hautbarriere ausgelobt und enthält unter anderem Weihrauchextrakt. Es soll den Juckreiz lindern. Das Produkt zielt hauptsächlich auf Neurodermitiker, wird aber ebenfalls für die Psoriasis beworben. Anbieter: Zeitschild Skin Aesthetics GmbH.
	</li>
	<li>
		<i>Mixa Bodylotion</i> mit Hafermilch soll unangenehme Hautreizungen wie Spannung und Juckreiz beruhigen und den Feuchtigkeitsgehalt der Haut deutlich erhöhen. Der Hersteller wirbt mit seiner Erfahrung seit 1924 in französischen Apotheken. Anbieter: ConsumerCare Mixa.
	</li>
</ul>

<div>
	<h2>
		<span style="color:#990000;">Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz</span>
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Übersicht</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studienteilnehmer-gesucht/" rel="">Hier werden aktuell Studienteilnehmer gesucht</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Tipps</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studien-schuppenflechte-psoriasis-arthritis/" rel="">Studien – was sie bringen, was du wissen solltest</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Lexikon</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/lexikon/" rel="">Fachbegriffe von A bis Z</a>
	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">941</guid><pubDate>Thu, 25 May 2017 18:51:00 +0000</pubDate></item><item><title>Warum Curcumin bei Entz&#xFC;ndungen wie Kortison wirkt</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/curcumin-kortison/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2023_08/kurkuma-pulver.jpg.48cef6bada6c39944cfceebe232e992c.jpg" /></p>

<p>
	Der Stoff <strong>Curcumin</strong> kann Entzündungen hemmen. Pharmazeuten haben jetzt herausgefunden, warum das so ist: Curcumin setzt bei einem Protein an, das im Körper des Menschen bei Entzündungen eine Schlüsselfunktion hat. Das Protein heißt Gilz (Abkürzung für Glucocorticoid-induzierter Leuzin Zipper). Am gleichen Protein setzt auch Kortison an, wenn es als Medikament zum Einsatz kommt.
</p>

<p>
	Gilz sorgt im Körper dafür, dass Entzündungen gar nicht erst entstehen. Doch es zieht sich zurück, wenn eine Entzündung denn mal da ist. Immunzellen bauen das Molekül ab. Curcumin sorgt – wie Kortison – dafür, dass wieder vermehrt Gilz gebildet wird. Kortison aber baut in der Zelle noch mehr "Sachen" und mit einem anderen Mechanismus um, was zu Nebenwirkungen führt.
</p>

<p>
	Wer jetzt denkt "Prima, dann mach ich ab jetzt an jedes Essen <strong>Kurkuma</strong>", kann sich das sparen. Die Wissenschaftler weisen ausdrücklich darauf hin, dass es sich bei ihrer Arbeit um Grundlagenforschung handelt. „Solche Konzentrationen an Curcumin kann man durch Verzehr nicht erreichen“, klärt Jessica Hoppstädter – eine der Forscherinnen – auf. Hinzu kommt, dass Curcumin schlecht wasserlöslich ist. Der Körper kann es nur schlecht aufnehmen. Die Grundlagenforschung aber könnte eines Tages die Basis für Medikamente sein, die keine oder weniger Nebenwirkungen als Kortison haben.
</p>

<h3>
	Curcumin ist in jedem Currypulver
</h3>

<div>
	<a class="ipsAttachLink ipsAttachLink_image ipsAttachLink_left" data-fileext="jpg" data-fileid="19569" href="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2016_11/curcumin-forscherinnen.jpg.fb4150e719411dc34e8824b6ce2f28a3.jpg" rel="" style="float:left;"><img alt="Curcumin-Forscherinnen" class="ipsImage ipsImage_thumbnailed" data-fileid="19569" style="height: auto; width: 300px;" width="300" src="https://www.psoriasis-netz.de/uploads/monthly_2016_11/curcumin-forscherinnen.jpg.fb4150e719411dc34e8824b6ce2f28a3.jpg" loading="lazy" height="168"></a>Die Pharmazeutinnen Professor Alexandra K. Kiemer (links) und Jessica Hoppstädter (rechts) von der Universität des Saarlandes wiesen nach, warum Curcumin gegen Entzündungen wirkt.
</div>

<p>
	„Wir konnten nachweisen, dass Curcumin ganz gezielt antientzündliche Wirkung entfaltet", erklärt Alexandra K. Kiemer, Professorin für Pharmazeutische Biologie an der Universität des Saarlandes. Ihre Arbeitsgruppe befasst sich gemeinsam mit Forschern der Universitäten Frankfurt am Main und Perugia (Italien) in mehreren Studien mit diesem Protein.
</p>

<p>
	Kurkuma bzw. Curcumin wird in Deutschland zum Beispiel <a href="https://www.bundesregierung.de/Webs/Breg/DE/Themen/Forschung/1-HightechStrategie/4-Gesundes-Leben/curcumin/_node.html" rel="external nofollow">von Jan Frank an der Uni Hohenheim erforscht</a>. Das Gewürz ist auch unter den Namen Gelber Ingwer, Safranwurz oder Gelbwurz bekannt. Es ist Hauptbestandteil in jedem Currypulver.
</p>

<p>
	Seit Langem werden der Gewürzmischung, die nach unterschiedlichen Rezepturen aus vielen Zutaten hergestellt wird, auch heilende Kräfte nachgesagt. Insbesondere für den Kurkuma-Inhaltsstoff Curcumin belegen verschiedene Studien eine heilsame Wirkung. Curcumin ist verantwortlich für die typisch gelbe Curry-Farbe.
</p>

<p>
	Die jüngsten Ergebnisse der Forscherinnen wurden im <a href="https://www.jbc.org/article/S0021-9258(20)35669-6/fulltext" rel="external nofollow">Journal of Biological Chemistry</a> veröffentlicht.
</p>

<p>
	In unserem Forum diskutieren Betroffene immer wieder über ihre Erfahrungen mit Kurkuma bzw. Curcumin.
</p>

]]></description><guid isPermaLink="false">917</guid><pubDate>Wed, 16 Nov 2016 15:08:00 +0000</pubDate></item><item><title>Neues und Bew&#xE4;hrtes zur Psoriasis im Jahr 2016</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/neues-und-bewaehrtes-zur-psoriasis-im-jahr-2016/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2016_08/Auswahl-1-scaled.jpg.43e4cc668f864814b54593eedd515ece.jpg" /></p>
<p>
	<strong>Wir haben uns auf der 25. Fortbildungswoche der Dermatologen in München umgehört, was es an interessanten Informationen für Psoriatiker gibt.</strong>
</p>

<h2>
	Krankheit kontrollieren statt nur den Schub behandeln
</h2>

<p>
	Eine Psoriasis verläuft normalerweise in Schüben. Klassischerweise werden die Betroffenen solange therapiert, bis die Hauterscheinungen überwiegend zurückgegangen sind („Induktionstherapie“). Dann wird der Wirkstoff abgesetzt; meist allmählich „ausgeschlichen“. Bis zum nächsten Schub.
</p>

<p>
	Inzwischen ist klar, dass es sich bei der Psoriasis um eine innerlich verursachte (systemische) Krankheit handelt, bei der das Immunsystem fälschlicherweise entzündliche Prozesse anstößt. Deshalb meinen immer mehr Dermatologen, Psoriasis müsse dauerhaft behandelt werden – wie z.B. auch Rheuma, Neurodermitis oder Psoriasis arthritis.
</p>

<p>
	Bei der äußerlichen Therapie mit kortisonhaltigen Cremes, Salben, Gels u.ä. sollen die Stellen nach Abheilung trotzdem weiter behandelt werden – aber nur noch zweimal in der Woche. Damit soll erreicht werden, dass der nächste Schub deutlich milder ausfällt. Das würde die Gesamtdosis an Kortikoiden senken, mit der man sein Leben lang immer wieder behandelt werden muss. Früher hieß das „Erhaltungs-Therapie“, heute „proaktive Therapie“.
</p>

<p>
	Die Behandlung mit innerlich wirkenden Medikamenten ist inzwischen ebenfalls als Langzeit-Therapie angelegt. Da es sich meist um Schwerbetroffene handelt, soll damit die hohe Entzündungslast im Körper kleingehalten werden. Es wird vermutet, dass auch die Begleiterkrankungen zurückgehen, wenn diese Stoffe ununterbrochen im Körper aktiv sind.
</p>

<p>
	Weil sie aber starke Nebenwirkungen haben können, wollen viele sie nicht lebenslang nehmen. Prof. Reich schlägt deshalb vor, mit Patienten, die ein Jahr erscheinungsfrei geblieben sind, darüber gemeinsam zu entscheiden: Solle man die Dosis verringern oder das Medikament völlig absetzen? Das hänge auch davon ab, wie stark der Patient bei Therapiebeginn betroffen war.
</p>

<p>
	Bei Kindern werden innerlich wirkende Medikamente meist nicht dauerhaft gegeben.
</p>

<h2>
	Therapie-Empfehlungen 2016
</h2>

<p>
	Die Psoriasis-Leitlinie von 2011 ist Ende 2015 ausgelaufen und wird gerade überarbeitet. Inzwischen gibt es nicht nur neue Medikamente, sondern man weiß auch mehr über die Krankheit. Die Lücke wird gefüllt durch einen „<a href="https://www.praxis-kiedrowski.de/files/2016_behandlungspfad_psoriasis.pdf" rel="external nofollow">Behandlungspfad Psoriasis 2016</a>“. Der ist gedacht für Ärzte, die sich nicht schwerpunktmäßig intensiv mit Psoriasis befassen. Es wird das aktuelle Wissen dargestellt und es werden Therapie-Empfehlungen gegeben – auch für Sonderformen der Psoriasis, schwierige Stellen und die Behandlung von Kindern. Interessierte Patienten können in dieser Broschüre nachlesen, wie der Arzt nach dem aktuellen Stand der Medizin mit einer Psoriasis umgehen sollte.
</p>

<p>
	Dr. Ralph von Kiedrowski, einer der Autoren, betonte, dass der Behandlungspfad zwischen "First-line-Therapie" und "Second-line-Therapie" unterscheidet. Das heißt, welche Medikamente sofort nach der Diagnose verschrieben werden dürfen und welche erst dann, wenn die ersten nicht wirksam genug waren. Außerdem wird empfohlen, zur Begründung für eine Therapie auch beeinträchtigende Lebenslagen wie drohenden Arbeitsplatzverlust oder Erziehungsprobleme mit einzubeziehen.
</p>

<p>
	Herausgeber ist der <em>onkoderm e.V.,</em> ein Netzwerk von Dermatologen, das ursprünglich nur über Hautkrebs informiert hat. An der Broschüre haben sich drei Pharmafirmen finanziell beteiligt. Bedauerlicherweise haben die Autoren ihre Interessenkonflikte nicht offengelegt. Man erfährt nicht, in welchen finanziellen Beziehungen sie zur Industrie stehen, obgleich das heutzutage zum Transparenz-Standard gehört.
</p>

<h2>
	Biologika schaffen <abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 100
</h2>

<p>
	Die Therapie der Psoriasis wird immer mehr zur Präzisions-Medizin: Biologika verhindern, dass entzündungsauslösende Botenstoffe des Immunsystems ausgeschüttet werden. Zuerst wurde <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Tumornekrosefaktor" rel="external">TNF-Alpha</a> gehemmt, ein Signalstoff, der sehr allgemein für viele Entzündungsvorgänge verantwortlich ist. Die neueren Biologika blockieren <a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Interleukine" rel="external">Interleukine</a> (IL). Dabei versucht man diejenigen zu treffen, die speziell für die Psoriasis verantwortlich sind.
</p>

<p>
	Im Frühjahr 2017 kommt <span ipsnoautolink="true">Ixekizumab</span> (Taltz) auf den Markt, das IL 17a blockiert. Bis zu 40 Prozent erreichten damit in einer Studie eine völlige Erscheinungsfreiheit (<abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 100). Auch bei der Psoriasis auf dem Kopf, an Händen und Füßen und vor allem an den Nägeln waren die Abheilungsraten sehr hoch. Weitere Biologika, die entweder IL-17 oder IL-23 hemmen, sind angekündigt. Bis 2018 werden 15 neue Zulassungen erwartet, so Prof. M. Augustin. Der nächste Schritt müsse die Heilung der Psoriasis sein, so Prof. Reich.
</p>

<h2>
	Nebenwirkungen bei Biologika
</h2>

<p>
	Viele Patienten haben Angst vor schweren Nebenwirkungen der Biologika, weil die Immunabwehr geschwächt wird und die Risiken über 20 / 30 Jahre unbekannt seien. Diese Befürchtungen werden genährt durch eine <a href="https://academic.oup.com/rheumatology/article/50/8/1431/1789929" rel="external nofollow">Studie von US-amerikanischen Rheumatologen</a>, auf die Prof. Percy Lehmann hinwies. In 2011 hatten sie Rheuma-Patienten untersucht, die mit TNF-α – Blockern behandelt wurden. Sie meinten, dass bei denen das Risiko, einen weißen Hautkrebs zu bekommen, deutlich erhöht sei. Doch weißer Hautkrebs ist meist heilbar, wenn er früh genug erkannt wird.
</p>

<p>
	Die Dermatologen, die tagtäglich mit Biologika zu tun haben, halten solche Ängste für übertrieben. Leider seien schwere Nebenwirkungen „unabänderliche Risiken“, so Prof. Jörg Prinz. Darüber müsse aufgeklärt, Risikogruppen ausgeschlossen und regelmäßig kontrolliert werden. Die Biologika sind weltweit an zehntausenden Patienten getestet worden. In nationalen und internationalen Registern werden laufend Auffälligkeiten gesammelt. Es gibt also ein dichtes Netz an Überwachung.
</p>

<p>
	Generell haben Menschen mit einer chronisch entzündlichen Krankheit ein höheres Risiko für Infekte, Tumore oder schwere Begleiterkrankungen. Es ist die Entzündung im Körper, die das begünstigt. Wer eine Psoriasis nicht oder nur halbherzig behandelt, geht möglicherweise ein hohes Risiko ein.
</p>

<p>
	Die häufigsten Nebenwirkungen bei Biologika, so Prof. D. Thaci, seien Reaktionen auf die Infusion. Deshalb aber müsse die Therapie nicht abgebrochen werden. Ernste Infektionen kämen bei Biologika nicht öfters vor, als bei den anderen Psoriasis-Medikamenten, so Dr. Sandra Philipp. Das gelte auch für Herzinfarkte, Schlaganfälle und Krebs. Das habe eine <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26358263/" rel="external">Auswertung des deutschen Registers PsoBest</a> von 2015 ergeben.
</p>

<p>
	Ein schwerwiegender Effekt, so Prof. Reich, komme in der Praxis nur in einem Fall von 200 Patientenjahren vor. Das sind (frei übersetzt) 0,5 Prozent. In Studien häuften sich Probanden, die infektanfälliger sind. Deshalb kämen dort doppelt so viele schwere Infekte vor (1 Prozent). Im <a href="https://jamanetwork.com/journals/jamadermatology/fullarticle/2293165" rel="external">internationalen Register PSOLAR sind etwas mehr Fälle</a> verzeichnet. Pro 100 Patientenjahre gibt es dort durchschnittlich 1,5 Fälle; die meisten schweren Infekte bei <span ipsnoautolink="true">Infliximab</span> (2,5) und <span ipsnoautolink="true">Adalimumab</span> (2).
</p>

<p>
	Als häufigste schwere Infektionen wurden bei PSOLAR Entzündungen der Lungen (Pneumonie) und des Bindegewebes (Phlegmone) gemeldet. Bei IL-17-Patienten gäbe es, so Prof. Reich, ein etwas erhöhtes Risiko für eine Pilz- (Candida-) Infektion. Er habe bei fast jedem Biologikum-Patienten einen leichten Vitamin-D-Mangel gemessen. Dr. Philipp wies darauf hin, dass bei den über 65-Jährigen Biologikum-Patienten mehr schwere Nebenwirkungen auftreten würden. Es könne auch sein, dass diese Effekte auf die höhere Krankheitsanfälligkeit von Älteren (z.B. für Infektionen) zurückzuführen seien.
</p>

<p>
	Im Einzelfall sollte überlegt werden, ob ein Biologikum für einen Patienten riskant werden könne. Zu den Risikogruppen gehören Diabetiker, Raucher, Erkrankte mit aggressivem Pilz oder einem entzündeten Darm und Ältere. Bei Patienten, die viele weitere Medikamente nehmen, müssen Wechselwirkungen ausgeschlossen werden.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<h2>
	Kinder haben andere Begleiterkrankungen
</h2>

<p>
	Bis zu 1 Prozent der Kinder und Jugendlichen unter 18 Jahren können eine Schuppenflechte bekommen. Das Risiko <a href="https://europepmc.org/article/MED/23560297" rel="external">steigt mit höherem BMI</a>. Wie bei den Erwachsenen gibt es auch in dieser Gruppe Begleiterkrankungen. Bei den jungen Patienten findet sich mehr LDL-Cholesterin im Blut. Das ist Blutfett, das zu Gefäßverkalkung führen kann. Bei jedem Vierten wurde zugleich Neurodermitis festgestellt, gefolgt von Heuschnupfen, Asthma und Viruswarzen.
</p>

<p>
	Dr. Andreas Pinter rät deshalb, unbedingt und so früh wie möglich alle für Kinder zugelassenen Therapiemöglichkeiten zu nutzen. Es sei falsch, stattdessen „gut gemeinte“ Vorsicht walten zu lassen. Haus- und Kinderärzte seien meist nicht so gut informiert wie Dermatologen. Wenn ein Kind angemessen behandelt wird, könne man Therapien auch für längere Zeit wieder absetzen.
</p>

<h2>
	Ein Stoff wirkt in jeder Zubereitung anders
</h2>

<p>
	Dermopharmazeuten haben festgestellt, dass ein Wirkstoff in Cremes, Salben, Pasten, Lotionen, Gels oder Schäumen nicht gleichermaßen in die Haut abgegeben wird. Bei der Psoriasis, so Prof. Johannes Wohlrab, hätte sich gezeigt, dass Eindringtiefe und Bioverfügbarkeit sich verbessern, wenn die „Galenik“ gewechselt wird. Das heißt, ein und derselbe Stoff wirkt unterschiedlich gut auf die Krankheit, je nach dem, in welcher Zubereitung er aufgetragen wird.
</p>

<p>
	Prof. Wohlrab weist darauf hin, dass wasserfreie Zubereitungen (Melkfett, Vaseline, reines Öl) für therapeutische Zwecke ungeeignet sind. Wasser sei ein wesentlicher Faktor beim Transport in die Haut.
</p>

<p>
	Bei der Vorstellung des neuen Produkts <span ipsnoautolink="true">Enstilar</span> wurde gezeigt, wie diese Wirkungsunterschiede zu erklären sind. Die Kombination des Kortikoids Betamethason mit dem Vitamin D3-Analogon Calcipotriol gibt es schon lange als Salbe und Gel (Daivobet®). In der Salbe sind beide Wirkstoffe teilweise als Kristalle enthalten, im Gel teilweise noch das Kortikoid. Im Schaum hingegen finden sich keine Kristalle. Kristalle aber, so Professor Reich, vermitteln keinen Wirkstoff in die Haut.
</p>

<p>
	Bei Enstilar bewirke das, dass der „Sprühschaum“ schneller die gleiche Wirkung erzielt, als andere Zubereitungen – vor allem beim Juckreiz. Generell würden Gels oder Schäume von Patienten eher akzeptiert und dann auch tatsächlich angewendet.
</p>

<p>
	Wie gut ein Wirkstoff von der Haut aufgenommen und verfügbar gemacht wird, hängt, so Prof. Wohlrab, auch vom Hautzustand ab, d.h. von der jeweiligen Barriere- und Reserve-Funktion. Der sei in der akuten Phase anders als in der abgeheilten. Für den akuten Zustand empfiehlt er Öl-in-Wasser-Gemische, für den chronischen eher lipophile (fettlösliche).
</p>

<h2>
	TIX noch zeitgemäß?
</h2>

<p>
	Äußerlich anwendbare Kortikoide werden nicht nur nach <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/medikamente/kortison/kortison-wirkstoffe/" rel="">Wirkstoffklassen</a> unterschieden. Seit 2003 werden sie zusätzlich mit einem Therapeutischen Index (TIX) bewertet. Die Kennzahl beschreibt das <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/themen/neurodermitis-wissen-2016" rel="">Verhältnis von Nutzen und Risiko des Kortisons</a>.
</p>

<p>
	Diese Messgöße ist bei der Diskussion der <a href="https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/013-027" rel="external nofollow">aktuellen Leitlinien für die Neurodermitis</a> von der Mehrheit der Autoren als „nicht evident“ abgelehnt und wieder herausgenommen worden. Darauf verwies Prof. Jens-Malte Baron. Mit heutigen Messmethoden käme man vermutlich auf andere Ergebnisse.
</p>

<h2>
	MTX wirkt gespritzt besser als geschluckt
</h2>

<p>
	Auch bei innerlichen Medikamenten wirkt der gleiche Stoff in verschiedenen Darreichungsformen unterschiedlich. Das wurde jetzt für Methotrexat (<span ipsnoautolink="true"><abbr title="Methotrexat">MTX</abbr></span>) zur Behandlung der Psoriasis vulgaris gezeigt. Die Ergebnisse einer <a href="https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22029980/" rel="external">Studie aus 2011</a> wurden mit einer <a href="https://www.journalmed.de/news/lesen/?id=48801" rel="external nofollow">aktuellen Untersuchung</a> verglichen. Die hatte der Hersteller medac finanziert und wurde von Prof. Reich vorgestellt.
</p>

<p>
	Das Ergebnis ist eindeutig: Nach 52 Wochen wurde erhoben, bei welchem Anteil sich die Hauterscheinungen um mindestens 75 Prozent verbessert haben (<abbr title="Psoriasis Area and Severity Index"><abbr title="Psoriasis Area and Severity Index">PASI</abbr></abbr> 75). Bei denjenigen, die <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> als Tablette erhalten haben, waren es 24 Prozent; bei denen, die es als Injektion erhielten dagegen 45 %. <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> als Spritze oder Pen wirkt also bei der Haut-Psoriasis deutlich besser. Prof. Reich wies daraufhin, dass dieser Wert mit anderen statistischen Methoden bei 75 Prozent gelägen hätte.
</p>

<p>
	Als häufigste Nebenwirkung treten bei <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> erhöhte Leberwerte auf. Trotzdem müssten Patienten keine Angst haben. Tatsächlich gebe es unter <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> deutlich weniger Lebererkrankungen (Hepathopathie), als befürchtet – dank regelmäßiger Kontrollen. Prof. Reich empfahl, regelmäßig auf „P III NP“ (Prokollagen-III-Peptid) zu testen. Dabei erfährt man etwas über den Bindegewebsanteil der Leber, also die seltene Gefahr einer Leberfibrose. Diese Laborleistung wird bundesweit 2 x im Jahr von den Krankenkassen bezahlt.
</p>

<p>
	Außerdem sollte beobachtet werden, wie stark die Lymphozyten-Anzahl unter <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> fallen würde. Gemessen an der Ausgangssituation müsse bei einem Abfall um 20 Prozent das Medikament abgesetzt werden.
</p>

<p>
	Zu viel Folsäure, 24 Stunden nach der <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>-Gabe, könne die Wirkung aufheben. Deshalb empfiehlt Reich, nicht mehr als 10 mg, besser nur 5 mg zu geben, unabhängig von der <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>-Dosierung.
</p>

<p>
	Ältere Menschen haben meist eine eingeschränkte Nierenfunktion und sollten deshalb niedrigere <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr>-Dosierungen bekommen.
</p>

<h2>
	<abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> – neuer Wirkmechnismus entdeckt
</h2>

<p>
	Im Rahmen dieser aktuellen Studie wurde außerdem festgestellt, dass <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> immun-modulierend wirkt: Es wirkt direkt auf ein Signal-Molekül (<a href="https://de.wikipedia.org/wiki/Cyclisches_Adenosinmonophosphat" rel="external">cAmp</a>) im Kern der Immunzelle. Das schaltet durch <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> von „entzündlich“ auf „anti-entzündlich“ um. Statt pro-inflammatorischer Botenstoffe wie TNF-Alpha oder IL-17 werden anti-inflammatorische ausgeschüttet wie IL-10. Bisher ging man davon aus, dass <abbr title="Methotrexat">MTX</abbr> die schnelle Teilung und das vermehrte Wachstum der Hautzellen hemmt.
</p>

<h2>
	Psoriasis arthritis früher erkennen
</h2>

<p>
	Seit vielen Jahren gibt es den <a href="https://www.internisten-im-netz.de/de_news_6_0_1685_fr-here-diagnosen-durch-rheumascan-m-glich.html" rel="external nofollow">RheumaScan</a>. Mit Infrarot-Licht können in wenigen Minuten Entzündungen an den Hand- und Fingergelenken diagnostiziert werden. Das schon im frühesten Stadium, d.h. bevor die Beschwerden in den Fingern auffällig werden und der Arzt etwas ertasten kann. Mit dem RheumaScan kann aber auch bequem kontrolliert werden, wie gut eine Therapie angeschlagen hat.
</p>

<p>
	Ein Kontrastmittel reichert sich an den entzündeten Gelenken an. Die Hände liegen auf dem Farb-Laser und zeigen verschiedenfarbige Flecken an. Dort, wo es gelb, orange oder rot ist, sind die Stellen entzündet.
</p>

<p>
	Für jede Gelenkkrankheit gibt es typische Entzündungsherde. Bei der Psoriasis arthritis sind das die Finger-Endglieder oder die gleichen Gelenke verschiedener Finger. Außerdem können Farbmuster zeigen, ob Bänder und Bandansätze mit betroffen sind.
</p>

<p>
	Prof. Reich betont immer wieder, dass die Entzündungen einer Psoriasis arthritis in den ersten zwei Jahren eingedämmt werden müsse. Gelänge das nicht, sei die Krankheit langfristig schwer „einzufangen“. Dieses ungefährliche Diagnoseverfahren sollte man beim ersten leisen Verdacht einer Gelenkbeteiligung nutzen. Leider zahlen es die meisten Krankenkassen bisher nicht bzw. beteiligen sich nur am Kontrastmittel.
</p>

<p>
	Siehe auch: <a href="https://www.aerzteblatt.de/archiv/66428/Rheumatoide-Arthritis-Die-Entzuendungsaktivitaet-wird-sofort-sichtbar" rel="external">Rheuma-Scan (Xiralite-Untersuchung)</a>
</p>

<h2>
	Aufgeschnappt
</h2>

<blockquote>
	<p>
		"Die Therapie der Psoriasis ist ein Marathon und kein Sprint", Dr. A. Pinter
	</p>
</blockquote>

<blockquote>
	<p>
		"Drug Holiday ist nicht mehr in", Prof. D. Thaci
	</p>
</blockquote>

<blockquote>
	<p>
		"Immer mehr Aktienfonds investieren in Psoriasis-Medikamente", Prof. W.-H. Boehncke
	</p>
</blockquote>

<blockquote>
	<p>
		"Harnstoff gehört nicht auf Kinderhaut", Prof. J.-M.Baron
	</p>
</blockquote>

<blockquote>
	<p>
		"Sonnenlicht macht glücklich", Dr. H. Stege
	</p>
</blockquote>

<blockquote>
	<p>
		"Die Diskussion um krankmachenden Vitamin-D-Mangel ist ideologisch überfrachtet", Dr. H. Stege
	</p>
</blockquote>

<blockquote>
	<p>
		"Keiner weiß wirklich, ob die Krankheit einen Vitamin-D-Mangel hervorruft oder umgekehrt der Vitamin-Mangel die Krankheit"‚ Prof. Dr. T. Herzinger
	</p>
</blockquote>

<blockquote>
	<p>
		"Kalorische Reduktion erhöht die Lebenserwartung", Prof. W.-H. Boehncke
	</p>
</blockquote>

<blockquote>
	<p>
		"Die Dermatologie verliert wichtiges Know-How, wenn immer weniger bestrahlt wird", Prof. Percy Lehmann
	</p>
</blockquote>

<blockquote>
	<p>
		"PUVA ist unter den Bestrahlungstherapien die 'Königsdisziplin' “, Prof. Percy Lehmann
	</p>
</blockquote>

<blockquote>
	<p>
		"Die Psyche wirkt stärker auf Entzündungen als die Ernährung", Prof. U. Gieler
	</p>
</blockquote>

<blockquote>
	<p>
		"Nur wer den Omega-3-Fettsäuren <a href="https://www.ugb.de/exklusiv/fragen-service/was-ist-wozu-dient-omega-3-index/?omega-3-index-omega-3-fettsaeuren" rel="external nofollow">Index</a> messen lässt, kann sicher sein, dass EPA und DHA überhaupt aufgenommen werden", Dr. Imke Reese
	</p>
</blockquote>

<blockquote>
	<p>
		"Erfolgreich kann Omega 3 – langkettig, aus Meeresfischen – sein, wenn es zusammen mit "unterkalorischer" Mittelmeerkost und bei gleichzeitiger Weiterbehandlung eingenommen wird", <a href="https://www.springermedizin.de/psoriasis/neurodermitis/langkettige-omega-3-fettsaeuren-bei-atopischer-dermatitis-und-ps/11076182" rel="external nofollow">Dr. Imke Reese</a>
	</p>
</blockquote>

<h2>
	Meldungen
</h2>

<h3>
	Enbrel-Pen klickt zweimal
</h3>

<p>
	Wer sich sein Biologikum selbst spritzt, bevorzugt den Pen gegenüber der Spritze. Für Enbrel wird jetzt eine verbesserte Technik angeboten: Zum einen ist es jetzt weniger kraftaufwendig, die Sicherung zu überwinden. Zum anderen gibt es, nach dem Starten, einen zweiten Klick. Der signalisiert, dass der Pen völlig entleert ist. Einzelheiten zu dem neuen "Myclic" findet man in einer <a href="https://www.pfizerpro.de/product/enbrel-50mg-injektionsloesung-im-fertigpen-myclic/c43bc020/services-und-materialien-zum-download" rel="external nofollow">Patientenbroschüre</a>.
</p>

<h3>
	 "BeWegbereiter" jetzt mit Übungen für <abbr title="Psoriasis arthritis"><abbr title="Psoriasis arthritis">PsA</abbr></abbr>
</h3>

<p>
	Das kostenlose Abnehm-Programm <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/ernaehrung/abnehmen-verbessert-psoriasis-und-psoriasis-arthritis" rel="">BeWegbereiter</a> ist erweitert worden: Jetzt gibt es für Patienten mit Psoriasis arthrits gelenkschonende Bewegungsübungen.
</p>

<h3>
	Dermalex – für Psoriasis geeignet?
</h3>

<p>
	Uns ist eine Produktserie aufgefallen, die unter anderem mit einer speziell patentierten "Psoriasis-Technologie" wirbt. In der Community des Psoriasis-Netzes <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums/topic/15643-erfahrung-mit-dermalex-psoriasis/?hl=dermalex" rel="">wurde darüber schon diskutiert</a>.
</p>

<p>
	Die Produkte sind nach Herstellerangaben als Medizinprodukt zugelassen. Das sind weder reine Pflegeprodukte, noch sind es Arzneimittel. Medizinische Wirkungen dürfen nur dann beworben werden, wenn sie z. B. physikalisch verursacht sind. Bei der Psoriasis kennt man das von der Vitamin B 12 -Creme: Das Vitamin B12 würde <em>rein physikalisch</em> Stickstoff-Monoxyd (NO) binden, so Experten wie Prof. Clemens Allgaier. Eine so verringerte NO-Konzentration in der Haut von Patienten mit Psoriasis oder dem atopischen Ekzem führe dazu, dass die Entzündung zurückgehe. Ob das tatsächlich so abläuft, ist aber umstritten.
</p>

<p>
	Der Anbieter von <em>Dermalex Psoriasis</em> verspricht,  den "<span ipsnoautolink="true">Barriere-Reparaturmechanismus" zu beschleunigen und "die bei Psoriasis meist geschädigte Hautbarriere"</span> zu stärken. Das würde physikalisch durch Aluminiumsilikat sowie Magnesium- und Calciumchlorid bewirkt werden. Die Beschreibung der genauen Effekte beider Stoffe laufen letztendlich darauf hinaus, die Hautoberfläche davor zu schützen, dass Bakterien, Allergene oder Viren eindringen können.
</p>

<p>
	Eine geschädigte Hautbarriere ist zwar die Ursache für eine Neurodermitis, <span style="text-decoration:underline;">nicht aber für eine Schuppenflechte</span>. Es ist zu vermuten, dass Dermalex® nicht mehr als einen pflegenden Einfluss auf die Psoriasis hat – immerhin sind Ceramide enthalten. Im übrigen rät der anerkannte Dermopharmazeut Prof. J. Wohlrab davon ab, bei Hautkrankheiten Medizinprodukte mit mechanischer Wirkung einzusetzen. Sie seien nicht effektiv genug.
</p>

<div>
	<h2>
		<span style="color:#990000;">Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz</span>
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Übersicht</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studienteilnehmer-gesucht/" rel="">Hier werden aktuell Studienteilnehmer gesucht</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Tipps</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studien-schuppenflechte-psoriasis-arthritis/" rel="">Studien – was sie bringen, was du wissen solltest</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Lexikon</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/lexikon/" rel="">Fachbegriffe von A bis Z</a>
	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">883</guid><pubDate>Tue, 16 Aug 2016 13:10:00 +0000</pubDate></item><item><title>Ein Implantat unterdr&#xFC;ckt die Schuppenflechte</title><link>https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/implantat-unterdrueckt-schuppenflechte/</link><description><![CDATA[
<p><img src="https://www.psoriasis-netz.de/cms-app/monthly_2015_12/maus-labor.png.1f477c6bbe8f8bbbe4e6743aec4ae772.png" /></p>
<p>
	Kurz vor Weihnachten 2015 stellten Forscher große Forschungsprojekte in Sachen Psoriasis vor. Nachdem zunächst <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/muenchner-forscher-entschluesseln-den-schalter-fuer-schuppenflechte" rel="">ein Schalter präsentiert</a> wurde, war es kurz danach ein Implantat.
</p>

<p>
	Martin Fussenegger nennt es "molekulare Prothese". Der Professor von der ETH Zürich hat Zellen entwickelt, die Schaltkreise enthalten. Diese Zellen lassen sich seiner Darstellung nach in einen Organismus implantieren. Dort übernehmen sie Stoffwechselfunktionen, die der Organismus selbst nicht leisten kann.
</p>

<p>
	"Bisher realisierte Gen-Schaltkreise kontrollierten meist nur, ob in ihrer Umgebung ein Stoffwechselmolekül A vorhanden ist", setzt Fussenegger zu einer Erklärung an. "Wenn ja, stellten sie als Antwort darauf ein Stoffwechselmolekül X her. Der neue, komplexere Schaltkreis kann gleichzeitig zwei Moleküle A und B aufspüren. Und nur wenn beide vorhanden sind, stellt er die Moleküle X und Y her."
</p>

<h2>
	Schaltkreis mit Implantat in Mäuse gebracht
</h2>

<p>
	Einen Schaltkreis dieser Art haben die Forscher nun in Mäuse implantiert. Er konnte die Schübe der Schuppenflechte unterdrücken.
</p>

<p>
	Bei einem Psoriasis-Schub sind die verschiedenen Zellen des Immunsystems gleich in zweierlei Hinsicht involviert: Einerseits ist es ihre "Schuld", dass es zu einer Entzündungsreaktion kommt, denn sie erhöhen die Produktion verschiedener Botenstoffe – zum Beispiel solche mit den Bezeichnungen TNF und IL-22. Andererseits produzieren sie später eine Reihe von Botenstoffen, die die Entzündung wieder abklingen lassen. Hier heißen die Botenstoffe IL-4 und IL-10. Der nun vorgestellte Schaltkreis kann TNF und IL-22 erkennen. Sind diese Botenstoffe beide vorhanden, produziert er die entzündungshemmenden Moleküle IL-4 und IL-10. "Unsere molekulare Prothese hilft dem Immunsystem, die Entzündungsreaktion zu unterdrücken", erklärt Fussenegger.
</p>

<div>
	<div style="padding: 10px; background-color:#E9F3F6; border-left:3px solid #990000;">
		<p>
			<i class="fa fa-handshake-o" style="color:#990000;"></i> <b><span style="border-bottom:3px solid #990000;">Erfahrungen</span></b> von Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/forums" rel=""><u><b>Schau Dich in unserem Forum um</b></u></a>.
		</p>
	</div>
</div>

<h2>
	Kleine Kapseln in den Bauchraum geschickt
</h2>

<p>
	Die Wissenschaftler schlossen je 200 Zellen einer menschlichen Zelllinie mit diesem Schaltkreis in einer Kapsel ein. Je 6000 dieser kleinen Kapseln spritzten die Wissenschaftler in den Bauchraum von Mäusen. Dort bildeten sich natürlicherweise neue Blutgefässe, die die Kapseln an den Blutkreislauf anschlossen.
</p>

<p>
	Mit einem Medikament lösten die Wissenschaftler bei den Mäusen eine Entzündungsreaktion der Haut aus, die der Psoriasis ähnelt. Dann verglichen sie Tiere, denen sie zuvor "Designer-Zell-Kapseln" implantierten, mit solchen ohne Kapsel. Nur bei Letzteren traten die Entzündungssymptome auf.
</p>

<p>
	Heute – beim echten Menschen – beginnen Therapien, wenn ein Psoriasis-Schub aufflammt. "Daher hinkt man mit den existierenden Therapien den Symptomen praktisch immer hinterher", sagt Fussenegger. Seine Implantate würden sich dagegen gut zur Vorbeugung eignen. "Der Schaltkreis beginnt mit der Produktion der entzündungshemmenden Botenstoffe schon dann, wenn sich ein Schub abzeichnet und nicht erst, wenn Hautausschläge sichtbar werden."
</p>

<h2>
	Implantat ist Zukunftsmusik
</h2>

<p>
	Die erfolgreichen Experimenten in Mäusen seien Machbarkeitsstudien, sagt Fussenegger. Ob und wann solche Designer-Zellen im Menschen eingesetzt werden können, sei ungewiss. Grundsätzlich sei jedoch denkbar, dass solche Designer-Zellen später einmal auch Psoriasis-Patienten implantiert werden. Aber: Weil wachsendes Bindegewebe das Implantat mit der Zeit vom Blutkreislauf abschotten könnte, müsste es ein Arzt wohl alle paar Monate ersetzen.
</p>

<p>
	Auch für andere Krankheiten könnten sich solche biologischen Schaltkreise mit Und-Gatter eignen. Fussenegger: "Chronische Entzündungskrankheiten sind ein gutes Beispiel für Krankheiten, die sich nicht mit der Messung eines einzigen Moleküls diagnostizieren lassen." Mit einer Designer-Zelle, die das Profil mehrerer Botenstoffe im Blut messe, würden sich solche Krankheiten jedoch in der Regel diagnostizieren lassen. Wenn diese Designer-Zelle gleich noch therapeutische Moleküle produziere, täten sich künftig vielsprechende Behandlungsmöglichkeiten für eine ganze Reihe von Krankheiten auf.
</p>

<p>
	Quellen:
</p>

<ul>
	<li title="Page 1">
		<a href="https://www.ethz.ch/de/die-eth-zuerich/organisation/abteilungen/hochschulkommunikation.html" rel="external nofollow">Pressemitteilung der ETH Zürich</a>
	</li>
</ul>

<ul>
	<li title="Page 1">
		"Implantable synthetic cytokine converter cells with AND-gate logic treat experimental psoriasis", Martin Fussenegger et al in Science Translational Medicine 318 (7/2015)
	</li>
</ul>

<div>
	<h2>
		<span style="color:#990000;">Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz</span>
	</h2>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Übersicht</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studienteilnehmer-gesucht/" rel="">Hier werden aktuell Studienteilnehmer gesucht</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Tipps</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/magazin/forschung/studien-schuppenflechte-psoriasis-arthritis/" rel="">Studien – was sie bringen, was du wissen solltest</a>
	</p>

	<p>
		<span style="color:#990000">➔ </span><strong>Lexikon</strong>: <a href="https://www.psoriasis-netz.de/lexikon/" rel="">Fachbegriffe von A bis Z</a>
	</p>
</div>
]]></description><guid isPermaLink="false">854</guid><pubDate>Wed, 16 Dec 2015 20:00:00 +0000</pubDate></item></channel></rss>
