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    Biologika – Häufige Fragen und Antworten

    Was sind Biologics?

    Biologics sind Medikamente auf Grundlage besonderer Proteine und Peptide. Diese sind identisch mit körpereigenen Eiweißkörpern oder werden diesen nachempfunden.

    Warum müssen Biologics gespritzt werden? Warum gibt es sie nicht als Tablette?

    Die Wirkstoffe in Biologics sind Eiweißstoffe. Sie würden im Magen oder Darm zerstört werden.


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    • Rolf Blaga
      By Rolf Blaga
      Der Global Player Abbott hat sich in zwei Unternehmen aufgeteilt. Weshalb, werden Wirtschaftsexperten sicherlich analysieren. Dem interessierten Laien fällt auf, dass gerade die Geschäftszweige Abbvie zugeschlagen wurden, die schon bisher besonders hohe Gewinne gemacht haben.
      AbbVie stellt sich als „forschendes BioPharma-Unternehmen“ vor. Als „Forschungsobjekt“ wird die „Lösung der Gesundheitsversorgung“ genannt. In den vergangenen Jahren ist viel Geld von Pharmafirmen in Studien zur „Versorgungsforschung“ und Befragungen von Patienten durch PR-Agenturen gesteckt worden. Viele große Pharmafirmen sind Mitglied in der Deutschen Gesellschaft für bürgerorientiertes Versorgungsmanagement (DGbV). Die Industrie will wissen, wie die für sie interessanten Patientengruppen tatsächlich versorgt werden und welche Versorgungslücken existieren.
      „Versorgungsforschung“ hat in der Vergangenheit Erstaunliches ans Licht gebracht. Zum Beispiel, dass Psoriasis-Patienten in Deutschland mit großem Abstand am häufigsten Kortison zum Einnehmen erhalten. Da das nicht den Leitlinien der Dermatologen entspricht, verschreiben das vermutlich die Hausärzte. Das hätte aber eigentlich eine Aufklärungskampagne bei Allgemein-Medizinern auslösen müssen.
      „Versorgungsforschung“ ist sinnvoll, wenn ihre Ergebnisse dazu führen, dass sich die Versorgung von Patienten objektiv verbessert. Sie ist zweifelhaft, wenn ihre Ergebnisse dazu genutzt werden, kommerziellen Anbietern Marktlücken aufzeigen. Sie ist problematisch, wenn Anbieter rezeptpflichtiger Medikamente Hinweise bekommen, wie sie ihren direkten Zugang zu Patienten ausbauen können.
      AbbVie macht dort weiter, wo Abbott aufgehört hat: Kein Pharmakonzern in Deutschland hat versucht, den direkten Kontakt zu den (Psoriasis-) Patienten so zu perfektionieren wie Abbott. Informationsbroschüren, Patientenportale, telefonische Beratung und Hausbesuche durch eine Krankenschwester bieten andere (Biologika-) Hersteller ebenfalls an. Abbott organisiert darüber hinaus mit Apothekern „Psoriasis-Gespräche“, hat einen Standardvortrag für diese Veranstaltung entwickelt, berät telefonisch über Sozialrechtsfragen und versuchte vergeblich, einen „Lieferservice“ für Humira® einzurichten. Dieses „Betreuungsprogramm“ wurden schon in der Vergangenheit von Patientenverbänden deutlich kritisiert: nicht nur von der PSOAG, sondern ebenfalls von der Deutschen Rheuma-Liga.
      Seit einigen Jahren zeichnet sich ab, dass Pharmafirmen versuchen, ohne den Umweg über die Ärzte direkt die Patienten zu erreichen. Gescheitert ist der Versuch zu erreichen, dass in der EU auch bei Patienten für rezeptpflichtige Medikamente geworben werden darf. Erfolgreich dagegen war die Pharmalobby im Punkt „integrierte Versorgung“: Seit 2011 ist es gesetzlich erlaubt, dass die Krankenkassen die Versorgung kompletter Patientengruppen an kommerzielle Unternehmen abgeben. So lässt die AOK Niedersachsen ihre Schizophrenie-Patienten komplett von der I3G GmbH versorgen, einer 100%-igen Tochter von Janssen-Cilag. Die stellen wiederum Psychopharmaka gegen Schizophrenie her. Auch andere Pharmafirmen würden gerne „ihre“ Patienten selbst versorgen. Kritiker befürchten, dass bestimmte Patientengruppen in Zukunft nur noch mit Pillen behandelt werden. Interessenkonflikte sind programmiert.
    • Redaktion
      By Redaktion
      Hier beantworten wir Fragen, die zum Medikament Humira gestellt werden. Sie sind bewusst kurz und knapp.
      Wie schnell wirkt Humira bei Psoriasis? Im Durchschnitt zeigt sich nach vier bis acht Wochen, ob Humira bei einem gut wirkt. Die maximale Besserung ist übrigens nach 16 Wochen zu sehen – wie gesagt im Durchschnitt.
      Quelle: Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris, Update 2017
      Wie oft wird Humira gespritzt? Bei Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis wird Humira alle zwei Wochen gespritzt. Wenn nach 16 Wochen die Wirkung zwar da, aber nicht so doll ist, kann in einigen Fällen auf eine wöchentliche Humira-Spritze umgestellt werden. Das muss aber immer mit dem Arzt besprochen werden.
      Quelle: Fachinformation Humira, abgerufen am 20. März 2017
      Wer hat Erfahrung mit Humira? Viele. Bei uns geht es vor allem um Erfahrungen in der Anwendung bei Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Nachzulesen sind diese Erfahrungen in unserem Humira-Forum.
      Ist Humira das gleiche wie Remicade? Ja, diese Frage stellen Nutzer wirklich!
      Nein. Humira enthält den Wirkstoff Adalimumab. Remicade enthält dagegen den Wirkstoff Infliximab.
      Beide sind sogenannte Biologics, gehören also zur gleichen Medikamenten-Gruppe.
      Gehört Humira zu den Immunsuppressiva? Ja.
      Was bewirkt Humira? Adalimumab – der Wirkstoff in Humira und seinen Biosimilars – ist ein sogenannter humaner monoklonaler Antikörper, also ein Eiweiß. Das heftet sich im Körper an den Signalstoff des Immunsystems mit dem Namen Tumornekrosefaktor-alpha (TNFα) an. Dieses TNFα ist an Abwehrreaktionen des Körpers beteiligt. Bei Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis ist die Menge an TNFα erhöht. Adalimumab schnappt sich also das TNFα. Dadurch werden die Entzüdungen im Körper verringert.
      Wie viel kostet Humira? Eine Packung Humira 40 mg mit 6 Spritzen oder Pens kostet 5324,55 Euro (Stand März 2020). Die Biosimilars wie Amgevita, Hulio oder Imraldi kosten in gleicher Dosis und gleicher Packungsgröße um die 2800 Euro.
      Ist Humira gefährlich? Kommt darauf an, wie man "gefährlich" definiert. Ja, während einer Behandlung mit Humira können vermehrt Infektionen auftreten. Und: Es können Symptome einer Lupus-Erkrankung auftreten. Viele weitere Nebenwirkungen treten selten oder noch seltener auf. Dazu findest du mehr in unserem Haupt-Artikel über Humira und seine Biosimilars.
      Zahlt die Krankenkasse Humira? Wenn der Arzt den Einsatz von Humira für nötig hält, bezahlen gesetzliche Krankenkassen das Medikament.
      Welche Blutwerte sollten während einer Humira-Therapie erhoben werden? In der Fachinformation zu Humira gibt es dazu keine Angaben. In der Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris (Stand 2017) empfehlen Experten:
      Vor der Behandlung: Differenzialblutbild, ASAT, ALAT, γGT, Hepatitis B Serologie, evtl. HIV/Hepatitis C Serologie (und einen Schwangerschaftstest im Urin)
      Während der Behandlung (also 4 Wochen nach Beginn, 12 Wochen nach Beginn und dann alle 3 Monate): Differenzialblutbild, ASAT, ALAT, γGT
      https://www.psoriasis-netz.de/medikamente/adalimumab/humira.html
    • Redaktion
      By Redaktion
      Name des Originalpräparats: Humira
      Namen von Biosimilars: Amgevita, Amsparity, Cyltezo, Halimatoz, Hefiya, Hulio, Hyrimoz, Imraldi, Solymbic, Yuflyma
      Name des Wirkstoffs: Adalimumab
      Hersteller des Originalpräparats: AbbVie
      Dieses Medikament ist rezeptpflichtig.
      Allgemeine Informationen
      Adalimumab gehört zur Gruppe der so genannten Biologika. Diese Stoffe heißen so, weil sie von lebenden Zellen hergestellt werden – mit „Bio“ wie man es vom Lebensmittelmarkt kennt hat das nichts zu tun. Bei Adalimumab handelt es sich um einen gentechnisch hergestellten  humanen Antikörper gegen löslichen Tumor-Nekrose-Faktor-alpha (TNF-α).
      Bei welcher Erkrankung wird Humira angewandt?
      Humira kann sowohl bei Psoriasis arthritis als auch bei mittelschwerer bis schwerer chronischer Plaque-Psoriasis des Erwachsenen angewandt werden. Bei Psoriasis arthritis wird Humira allein (Monotherapie) oder in Kombination eingesetzt, wenn herkömmliche krankheitsmodifizierende Antirheumatika nicht ausreichend wirken.
      Bei Plaque-Psoriasis wird es als Monotherapie bei Patienten angewandt, bei denen eine äußerliche Therapie mit Cremes, Salben und Bädern nicht ausreicht und eine Systemtherapie erforderlich ist. In der Regel wird ein Biologikum wie Humira aber erst eingesetzt, wenn andere Systemtherapien wie Fumarsäureester, Retinoide, Methotrexat oder Ciclosporin nicht ausreichend gewirkt haben.
      Humira kann bei Kindern mit Plaque-Psoriasis ab 4 Jahren eingesetzt werden, wenn äußerliche Therapien und eine Lichttherapie nicht angesprochen haben oder aus einem anderen Grund für sie nicht geeignet sind.
      Darüber hinaus wird Humira auch bei vielen anderen chronisch entzündlichen Erkrankungen wie Rheumatoide Arthritis, Morbus Bechterew und Morbus Crohn eingesetzt.
      Wirkmechanismus
      Der Tumor-Nekrose-Faktor (TNF-alpha) ist ein wichtiger Bestandteil des körpereigenen Abwehrsystems gegen Bakterien. Er schafft die Vorraussetzungen für andere Zellen und Eiweißstoffe, im Kampf gegen Bakterien optimal zu funktionieren. TNF-α wird vor allem von Makrophagen ausgeschüttet und hat vielfältige Wirkungen in vielen Organsystem. Eine lokal erhöhte Konzentration von TNF führt zu den klassischen Entzündungssymptomen: Hitze, Schwellung, Röte und Schmerz. Erhöhte Konzentrationen im Blut können zu Fieber und Appetitminderung mit Gewichtsverlust führen.
      Bei chronisch entzündlichen Erkrankungen wie Psoriasis ist TNF-α außer Kontrolle geraten. Man findet den Faktor in hohen Konzentrationen, obwohl Bakterien bei dieser Entzündung gar nicht mit im Spiel sind. Die eigentlich gegen Bakterien gerichtete Entzündungsreaktion mit all ihren Folgen wie Schmerz, Rötung und Gewebezerstörung läuft sozusagen ins Leere. Indem man TNF- α aus dem Spiel nimmt, kann man die Entzündungsreaktion ausbremsen.
      Adalimumab ist ein Antikörper gegen löslichen TNF-α. Durch die Bindung an den Antikörper passt TNF-α nicht mehr ins „Schloss“ (Rezeptor) und kann seine Wirkung in den Zielorganen nicht entfalten.
      Wie wird Humira angewandt?
      Es wird empfohlen, dass die Behandlung mit Humira von speziellen Fachärzten eingeleitet und überwacht wird, die über viel Erfahrung mit diesem Medikament verfügen.
      Humira gibt es als Spritze und als Pen. Mit dem Pen sollen Menschen mit schweren Gelenkproblemen an den Händen bei der Injektion des Medikaments weniger Probleme haben.
      Wer schon einmal einem Diabetiker beim Spritzen zugesehen hat, wird sich spontan daran erinnert fühlen: Beim Pen ist die Nadel während des Injektionsvorgangs nicht sichtbar. Die Patienten halten den Humira-Pen gegen die Haut, drücken einen Knopf und warten auf die Injektion des Medikaments. Die Injektion selbst wird nach Angaben des Herstellers AbbVie von Patienten beim Pen als weniger schmerzhaft empfunden.
      Für den Pen gab es eine Studie. Die hieß Touch (Trial Of Usability in Clinical settings of HUMIRA Autoinjector vs. Prefilled Syringe). 52 Patienten nahmen daran teil. Neun von zehn fanden den Pen bequemer und einfach zu handhaben. Acht von zehn berichteten von weniger Schmerzen.
      Bei Psoriasis arthritis wird in der Regel alle zwei Wochen als Einmalgabe 40 mg des Antikörpers unter die Haut (subkutan) gespritzt.
      Bei Plaque-Psoriasis wird bei erwachsenen Patienten ein Anfangsdosierung von 80 mg Adalimumab subkutan empfohlen. Die nächste Gabe von 40 mg erfolgt nach einer Woche, danach werden wie bei der Psoriasisarthritis alle zwei Wochen 40 mg verabreicht.
      Für Kinder mit Plaque-Psoriasis ab 4 Jahren beträgt die empfohlene Dosis 0,8 mg pro Kilogramm Körpergewicht und maximal 40 Milligramm. Die genaue Dosis kann der Arzt in der Fachinformation finden. In den ersten beiden Wochen wird Humira wöchentlich, da nach alle zwei Wochen unter die Haut gespritzt.
      Bei Patienten, bei denen sich auch nach 16 Wochen noch keine Wirkung gezeigt hat, sollte Humira abgesetzt werden. Bei guter Wirksamkeit kann nach 33 Wochen eine Unterbrechung der Therapie erwogen werden. Studien haben gezeigt, dass bei knapp drei Viertel der Patienten nach diesem Zeitraum keine Rückfälle mehr auftreten.
      Grundsätzlich ist es möglich, dass man sich als Patient nach entsprechender Schulung das Medikament selbst injiziert. Ob das auch für dich in Frage kommt, solltest du mit deinem Arzt besprechen.
      Wann darf Humira nicht angewendet werden?
      bei bekannter Überempfindlichkeit gegen einen der Inhaltsstoffe (auch bei Latex-Allergikern ist Vorsicht geboten, da der Nadelschutz der Spritze Latex enthält) bei aktiver Tuberkulose bei schweren Infektionen wie Blutinfektion (Sepsis) bei Infektionen mit Keimen, die normalerweise harmlos sind (Solche „opportunistischen“ Infektionen sind ein Anzeichen für ein geschwächtes Immunsystems) bei mittelschwerer bis schwerer Herzinsuffizienz Worauf müssen Arzt und Betroffener besonders achten?
      Besonders gefürchtet ist unter der Behandlung mit Humira das Wiederaufflackern einer nicht richtig ausgeheilten Tuberkulose (Tbc). TNF-α ist in besonderer Weise daran beteiligt, Tuberkelbakterien dauerhaft in Schach zu halten. Fällt dies Wirkung weg, kann die Tuberkulose erneut ausbrechen und dann zu schweren Krankheitsverläufen führen.
      Ihr Arzt wird Sie daher ausführlich befragen, ob Sie jemals an einer Tbc erkrankt waren oder Kontakt mit Tbc-Kranken hatten. Zusätzlich wird unter Umständen mittels Röntgenaufnahme und/oder Hauttest (Tuberkulin-Test) nach einer inaktiven (latenten) Tuberkulose gefahndet.
      Wird eine aktive Tuberkulose festgestellt, darf mit der Therapie mit Humira nicht begonnen werden. Bei einer inaktiven Tuberkulose wird zuerst eine Anti-Tuberkulosetherapie eingeleitet.
      Auch wenn sich vor der Therapie keine Hinweise für eine Tuberkulose ergeben haben, ist eine spätere Infektion oder ein Wiederaufflackern nicht völlig ausgeschlossen. Sie sollten daher während des Behandlungszeitraums besonders auf mögliche Anzeichen einer Tuberkulose wie anhaltender Husten, Gewichtsverlust, niedriges Fieber und Nachtschweiß achten und ggf. sofort Ihren Arzt informieren.
      Auch andere Infektionen können unter Humira gehäuft auftreten bzw. schwerer verlaufen. Ihr Arzt wird daher versuchen, Infektionen vor der Behandlung weitgehend auszuschließen. Tritt eine schwere Infektion während der Behandlung auf, muss die Behandlung mit Adalimumab möglicherweise abgebrochen werden, bis die Infektion unter Kontrolle ist.
      Auch eine chronische Hepatitis B. sollte möglichst ausgeschlossen werden. Einige  Menschen sind Träger des Hepatitis-B-Virus ohne davon zu wissen. Die Therapie mit Adalimumab könnte das Virus aktivieren.
      Auch opportunistische Infektionen mit ansonsten harmlosen Erregern einschließlich Pilzerkrankungen können auftreten. Symptome wie Unwohlsein, Fieber, Gewichtsverlust, Schwitzen, Husten und Atemnot müssen daher immer ernst genommen werden.
      Beim heutigen Wissenstand kann nicht ganz ausgeschlossen werden, dass TNF-Gegenspieler wie Adalimumab das Risiko für Lymphome und andere bösartige Erkrankungen erhöhen. Dies gilt vor allem für Patienten mit einer intensiven abwehrschwächenden (immunsuppressiven) Therapie in der Vorgeschichte. Wurde vorher eine PUVA-Therapie durchgeführt, sollte vermehrt auf die mögliche Entstehung von Hautkrebs geachtet werden.
      Manche Impfstoffe enthalten lebende Erreger. Auf Impfungen mit solchen Lebend-Impfstoffen sollte während der Therapie mit Humira verzichtet werden. Dazu gehören z.B. Impfungen gegen Masern, Mumps, Röteln, Windpocken, Gelbfieber und Typhus. Impfungen mit Tot-Impfstoffe stellen kein Problem dar.
      Besondere Vorsicht ist auch bei Patienten mit leichter Herzschwäche (Herzinsuffizienz) geboten, da sich diese unter Umständen verschlechtern kann. Bei Neuauftreten einer Herzschwäche oder Verschlechterung der Symptomatik muss die Therapie abgesetzt werden.
      Kann Humira in Schwangerschaft und Stillzeit angewandt werden?
      Da nicht genug Erfahrungen in Schwangerschaft und Stillzeit vorliegen, sollte das Präparat hier nicht eingesetzt werden. Während der Behandlung ist eine sichere Empfängnisverhütung zu empfehlen.
      Mögliche Nebenwirkungen
      Sehr häufig (bei einem von 10 Behandelten oder mehr)
      Reaktionen an der Injektionsstelle wie Rötung, Schwellung, Schmerz, Juckreiz (bei 16% der Patienten – meist mild und kein Grund zum Absetzen) Häufig (bei mehr als einem von 100 Behandelten aber weniger als bei einem von 10)
      Infektionen der oberen und unteren Atemwege (Schnupfen, Halsentzündungen, Bronchitis, Lungenentzündung), Virusinfektionen (einschließlich Grippe und Herpesinfektionen), Hefepilzerkrankungen (Candidiasis), andere bakterielle Infektionen (z.B. Harnwegsinfektionen) Lymphopenie (Rückgang der Lymphozyten) Benommenheit (einschließlich Schwindel), Kopfschmerz, neurologische Empfindungsstörungen (z.B. „Ameisenlaufen“) Infektion, Reizung oder Entzündung des Auges Husten, Schmerzen im Bereich von Nasen- und Rachenraum Durchfall, Bauchschmerzen, Übelkeit Entzündungen und kleine Geschwüre der Mundschleimhaut (Stomatitis) Erhöhung der Leberenzyme Hautausschläge (Dermatitis, Ekzem), Juckreiz (Pruritus) Haarausfall Schmerzen im Bereich von Muskulatur und Skelett Fieber, Müdigkeit/Abgeschlagenheit, Unwohlsein Gelegentlich (bei mehr als einem von 1000 Behandelten aber weniger als bei einem von 100)
      Sepsis (Blutinfektion), opportunistische Infektionen, Abszess, Gelenkinfektionen, Hautinfektionen (einschließlich Weichteilinfektion und Impetigo), oberflächliche Pilzinfektionen Blutbildveränderungen (Neutropenie bis hin zu Agranulozytose, Leukopenie, Thrombozytopenie, Anämie, Leukozytose) Lymphknotenschwellungen Hautpapillom, Basalzellkarzinom der Haut Systemischer Lupus erythematodes, Angioödem Arzneimittelüberempfindlichkeit, saisonale Allergien Kaliummangel (Hypokaliämie), erhöhte Blutfette, erhöhte Harnsäurespiegel (Hyperurikämie) Appetitstörungen (bis hin zu Abmagerung) Stimmungsschwankungen, Ängstlichkeit (einschließlich Nervosität und Agitation) Ohnmacht (Synkope), Migräne, Zittern (Tremor), Schlafstörungen Störungen des Sehvermögens, Empfindungsstörungen des Auges Tinnitus, Ohrbeschwerden (einschließlich Schmerz und Schwellung) Herzrhythmusstörungen (Arrhythmie), schneller Herzschlag (Tachykardie), Herzklopfen Blutdruckerhöhung, Gesichtsrötung (Flush), blaue Flecken (Hämatome) Asthma, Kurzatmigkeit (Dyspnoe), Heiserkeit (Dysphonie), verstopfte Nase Blut im Stuhl, Magenschleimhautentzündung (Gastritis), Erbrechen, Dyspepsie, Blähungen, Verstopfung Nesselsucht (Urtikaria), Schuppenflechte (Psoriasis), Ekchymose und vermehrte Blutergüsse, Purpura Blut im Urin (Hämaturie), eingeschränkte Nierenfunktion, Blasen- und Harnröhrenbeschwerden Störungen des Menstruationszyklus und Blutungsstörungen Erhöhung der Kreatinphosphokinase im Blut, Verlängerung der partiellen Thrombinzeit, Nachweis von Auto-Antikörpern Versehentliche Verletzung, beeinträchtigte Wundheilung Selten: (mehr als einer von 10.000 Behandelten aber weniger als einer von 1000)
      Nekrotisierende Faszitis, virale Hirnhautentzündung (Meningitis), Divertikulitis Lymphom, andere Organtumoren (einschließlich Brust, Eierstock, Hoden), Plattenepithelkarzinome der Haut, schwarzer Hautkrebs (malignes Melanom) Schwere Blutbildveränderung (Panzytopenie), idiopathische thrombozytopenische Purpura Serumkrankheit Schilddrüsenfunktionsstörung (einschließlich Kropf) zu hohe oder zu niedrige Kalziumspiegel (Hyperkalzämie oder Hypokalzämie) Multiple Sklerose, Gesichtslähmung Panophthalmie, Regenbogenhautentzündung (Iritis), Glaukom Hörverlust Herzstillstand, Koronarinsuffizienz, Angina pectoris, Perikarderguss, dekompensierte Herzinsuffizienz Gefäßverschluss, Aortenverengung (Aortenstenose), Venenentzündung (Thrombophlebitis), Aortenaneurysma Lungenödem, Rachenödem, Pleuraerguss, Rippenfellentzündung (Pleuritis) Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis), intestinale Stenose, Kolitis, Enteritis, Ösophagitis Lebernekrose, Hepatitis, Leberverfettung, Gallensteine, erhöhtes Bilirubin im Blut Erythema multiforme, Pannikulitis Rhabdomyolyse Eiweißausscheidung im Urin (Proteinurie), Nierenschmerzen Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten oder Wirkstoffen
      Wechselwirkungen mit anderen zur Behandlung von rheumatischen Erkrankungen eingesetzten Medikamenten wie Sulfasalazin, Hydroxychloroquin, Leflunomid, Gold, Glukokortikoiden, Salicylaten; nicht-steroidalen Antiphlogistika oder Analgetika sind nicht zu erwarten.
      Die Kombination mit Methotrexat hat sich als günstig erwiesen, da in diesem Fall seltener Antikörper gegen Adalimumab gebildet werden und die Wirkung verstärkt wird.
      Die Kombination mit einem weiteren TNF-α-Gegenspieler bringt keinen klinischen Vorteil und erhöht die Infektionsgefahr, sodass davon abgeraten wird. Das gleiche gilt für die Kombination mit Anakinra.
      Was sollte man sonst noch wissen?
      Bei Psoriasis-Arthritis kann Humira die klinischen Zeichen der Gelenkentzündung bessern und das Fortschreiten der Gelenkentzündungen vermindern. Auch eine deutliche Verbesserung der körperlichen Funktionsfähigkeit ist gezeigt worden. Bei mäßiger bis schwerer Plaque-Psoriasis kann mit Adalimumab eine rasche Rückbildung der Hauterscheinungen bis hin zum völligen Abheilen erreicht werden. Die Biologika Humira und Enbrel sind vor allem für die Langzeittherapie einer stabilen, ständig fortschreitenden Psoriasis geeignet. Ein besonders schnelles Ansprechen in kritischen Situationen erreicht man dagegen mit Infliximab und Ustekinumab. Nach einer Therapiepause kann nicht garantiert werden, dass man bei einem Rückfall wieder genauso gut auf die Therapie mit Adalimumab anspricht. Wird das Therapieziel nach 12 Wochen mit Humira nicht erreicht, kann mit Methotrexat kombiniert werden. Bringt auch das keinen Erfolg kann der Wechsel auf ein anderes Biologikum erwogen werden. Maria Weiß, Ärztin
      Lagerung
      Die Fertigspritzen müssen im Kühlschrank (2 bis 8°C) aufbewahrt werden. Um den Inhalt vor Licht zu schützen, sollte man die Spitzen in der Originalverpackung lassen.
      Kosten von Humira
      Eine Packung mit 2 Pen mit je 40 mg Adalimumab (Humira) kostet etwa 1900 Euro (Stand Juni 2020). Eine Packung mit 6 Pen mit je 40 mg Adalimumab (Humira) kostet etwa 5325 Euro (Stand Juni 2020). Die Preise sind Listenpreise. Durch Rabattverträge, die Verschreibung eines Biosimilars und weitere Umstände können (und werden) die Kosten davon abweichen. Deshalb ist diese Angabe nur als sehr grobe Richtschnur anzusehen.
      Verwendete Literatur:
      Fachinformation Humira Frank Bachmann et al; Stellenwert der Biologika im Praxisalltag; AP Dermatolgie/Allergologie 2009; 4: 28-31 https://www.psoriasis-netz.de/medikamente/adalimumab/humira-fragen-antworten.html Kurz gemeldet
      November 2019: Imraldi, ein Nachahmer-Präparat (Biosimilar), kostet in Deutschland jetzt nur noch halb so viel wie das Original-Produkt Humira. [Quelle] November 2019: Nach dem Ende des Patentschutzes für das Medikament Humira hatte der Hersteller AbbVie starke Umsatzverluste erwartet. Sie fielen mit 3,9 Prozent weltweit dann geringer aus als befürchtet. [Quelle] Oktober 2019: Ein Jahr nach Auslaufen des Patentschutzes wird das Medikament Humira nur noch halb so oft verschrieben. Biosimilars – die Nachbauten des Original-Arzneimittels – haben also kräftig aufgeholt. [Quelle] Oktober 2018: Das Biosimilar Cyltezo kommt erst einmal nicht auf den Markt. Grund sind wohl Patent-Streitereien in den USA. November 2016: Pen, Spritze und Verpackung bei Humira wurden leicht geändert. Pen und Spritze enthalten nur noch die halbe Füllmenge. Die Zahlen auf dem Pen sind nun weiß und das Sichtfenster ist größer. Bei der Spritze ist deutlich zu sehen, dass sie weniger Inhalt hat. Verringert wurde laut Hersteller die Menge der Füllstoffe und nicht die des Wirkstoffs. Alles in allem soll die Injektion weniger brennen. In einem Flyer gab es den Hinweis, dass Anwender des Pens weiterhin nach dem Auslösen bis 10 zählen sollten. Tipps zum Weiterlesen
      In unserer Community tauschen Betroffene ihre Erfahrungen mit Humira aus. Wer Humira bekommt, kann an einem Patientenbetreuungsprogramm teilnehmen. Dafür kann man sich bei AbbVie Care anmelden. aktueller Beipackzettel von Humira eine Übersicht über Humira und warum es in der EU zugelassen ist von der europäischen Arzneimittel-Behörde EMA (PDF)
    • Rolf Blaga
      By Rolf Blaga
      Nagelpsoriasis ist mehr als nur ein kosmetisches Problem: Die Fuß- oder Fingernägel sind dann brüchig, bröselig, verformt, verfärbt – auf jeden Fall nicht so, dass man sie gern länger zeigt und schon gar nicht groß verwendet. Nur ist das im Alltag schwierig.
      Wichtig ist: Die Schuppenflechte der Nägel ist nicht ansteckend. Auf jeden Fall sollte ein Hautarzt die Diagnose stellen. Er kann mit einer Laboruntersuchung am besten herausfinden, ob es sich um einen Nagelpilz handelt oder eben die Schuppenflechte der Nägel.
      Mit einer Behandlung sollte lieber früher als später begonnen werden, denn Nägel brauchen sehr lange, um ordentlich nachzuwachsen. Bis die Erkrankung verschwunden ist, vergehen meist mehrere (um nicht zu sagen viele) Monate. Am Anfang wird man es sicherlich mit einem Nagellack versuchen – dazu weiter unten mehr.
      Aufbau eines Nagels

      Aufbau eines gesunden Nagels
      Auf dem Nagelbett befindet sich das Hyponchium, das für die Verbindung zur Nagelplatte sorgt. Die ist 0,5 bis 0,7 Millimeter dick. Sie wird an drei Seiten vom Nagelfalz begrenzt. Der Nagel wächst von der Nagelmatrix aus. Der weiße Halbmond ist der vordere, sichtbare Teil der Matrix. Unter der Haut ist der hintere Teil, geschützt vom Nagelhäutchen.
      Symptome der Nagelpsoriasis
      Tüpfelnägel: Der Fingernagel ist nicht mehr schön eben, sondern wird wellig. Er sinkt punktförmig ein, wie Tüpfel. Die Tüpfel bleiben sichtbar und wachsen mit dem Nagel aus. Aber Vorsicht: Tüpfel können auch durch andere Ekzeme, Infektionen oder Pilzbefall entstehen.
      Ölfleck: Ein anderes Zeichen für eine Nagelpsoriasis ist ein Ölfleck. Der findet sich meist am Rand des Nagels, dort, wo sich die Nagelplatte vom Nagelbett abhebt. Dieser Ölfleck ist meist gelbbraun oder rot, wobei das Rot zum Nagelrand hin oft abnimmt. Das alles ist ein Zeichen dafür, dass zu viele nicht ausgewachsene Zellen an die Oberfläche der Haut unter dem Nagel schießen. Diese Zellen drücken von unten gegen den Nagel, so dass der sich abhebt. Aber noch mal Achtung: Auch hier kann wieder eine Pilzinfektion im Spiel sein. Verschiedene Pilzinfektionen nämlich sehen ähnlich aus. Was noch komplizierter ist: Pilz und Psoriasis können auch nebeneinander vorhanden sein.
      Krümelnägel: Unter dem Nagel stapeln sich Schuppen. Im Laufe der Zeit heben sie das Nagelbett an. Die Nagelplatte wird krümelig. Gerade dieses Symptom ist es, das Betroffene vor anderen Menschen am liebsten verstecken würden.
      Begleiterscheinungen sind gelegentlich Schmerzen oder Druckempfindlichkeit.
      Fakten
      Grundsätzlich gibt es mehr Schuppenflechte an den Finger- als an den Fußnägeln.
      Eine schwere Psoriasis der Nägel gilt als „Vorbote“ der Psoriasis arthritis (Gelenk-Psoriasis). Ausgeprägte Formen der Nagelpsoriasis sind nicht mit rein äußerlichen Behandlungen abzuheilen. Wer schnell mit einer innerlich wirkenden Therapie beginnt, kann verhindern, dass sich die Nägel erheblich verschlimmern.
      Das gilt besonders bei der Psoriasis pustulosa: Bei ihr heilt die Nageldeformation am schwersten ab. Eine frühzeitige innerliche Therapie bremst vermutlich eine aufziehende Psoriasis arthritis ab. Trotz langer Behandlungszeiten schaffen es nur einige Biologika, dass lediglich bei der Hälfte der Betroffenen die Nägel völlig verheilt sind. Das größte Problem: Bei der Behandlung einer Schuppenflechte der Nägel müssen alle Beteiligten geduldig sein und dürfen nicht zu schnell aufgeben.
      Aktuelle Erhebungen gehen davon aus, dass 70 Prozent der Patienten mit Psoriasis arthritis eine Nagel-Beteiligung haben und 40 Prozent bis 50 Prozent der Haut-Psoriatiker. Eine Nagelpsoriasis ohne Hautbeteiligung ist möglich, aber eher selten. Am häufigsten kommen Tüpfelnägel und abgelöste Nagelplatten vor.
      Eine Nagelpsoriasis ist gut im Rheumascan (Xiralite) zu erkennen. Manchmal ist eine Biopsie des Nagelbettes zur eindeutigen Klärung der Diagnose notwendig.
      Welche Therapie angebracht ist, hängt davon ab, wie schwer der Nagel betroffen ist. Dafür sind inzwischen verschiedene Messmethoden entwickelt worden. International wird der NAPPA-Score (Nail Assessment in Psoriasis and Psoriatic Arthritis) verwendet. Man zählt die jeweiligen krankhaften Veränderungen auf den Nägeln und erfragt die körperlichen, psychischen und sozialen Belastungen der Erkrankung. Die Gewichtung aller Faktoren bestimmt den Schweregrad einer Nagelpsoriasis. Der Wert kann auch dann hoch sein, wenn die Schädigungen am Nagel zwar nicht extrem stark, die Lebensqualität aber erheblich beeinträchtig ist.
      Probleme im Alltag
      Gelbliche, bröckelnde und verformte, abgehobene Nägel sehen für andere Menschen unästhetisch aus, ganz gleich, ob die Hände oder die Füße gemeint sind. Betroffene versuchen, vor allem ihre Fingernägel vor scheelen Blicken zu verbergen und meiden deshalb soziale Kontakte bis hin zur Partnersuche. Greifen (Fingernägel) und Laufen (Zehennägel) werden zur Qual. Ganz gewöhnliche Verrichtungen in Alltag, Beruf und Sport fallen schwer und verursachen Schmerzen. Patienten mit schweren Nagelschädigungen sind länger krankgeschrieben, leiden erheblich an ihrer Situation und neigen zu Angst-Erkrankungen oder Depressionen.
      Es war lange nicht bekannt, dass Nägel, Sehnenansatz am Knochen (Enthese) und Knochenhaut anatomisch miteinander verbunden sind. Darüber wurde erst geforscht, als auffiel, dass Nagelveränderungen bei Patienten mit Psoriasis Arthritis deutlich häufiger vorkommen als bei denen ohne. Der Nagel ist funktional gleichzeitig mit Haut und Knochen verbunden. Vereinfacht dargestellt, kommt erst die Sehnenentzündung, dann die Nagelpsoriasis und schließlich die Psoriasis arthritis. Die Gelenk-Schuppenflechte ist um so ausgeprägter, je schlimmer die Nägel betroffen sind. Aufgrund der Erfahrungen mit anderen Begleiterkrankungen geht man davon aus, dass sich eine Psoriasis Arthritis weniger heftig entwickelt, wenn die Nagelpsoriasis frühzeitig behandelt wird.
      Bisher war es selten möglich, eine Nagelpsoriasis völlig abzuheilen. Meist dauerte es monatelang, bis deutliche Verbesserungen sichtbar wurden. Mit Cremes, Salben, Tinkturen oder Lotionen dringt ein Wirkstoff nur schwer oder überhaupt nicht in den Nagel ein. Auch durch intensives Einmassieren wird der Nagel nicht durchlässiger. Mit einem harnstoffhaltigen Nagellack kann man den Nagel meist nur weicher machen, damit hinterher ein Wirkstoff besser eindringen kann. Die Wirkung wird deutlich verstärkt, wenn ein Mittel unter luftdicht verschlossener Folie (Okklusiv-Verband) z.B. über Nacht einziehen kann.
      Andere Erkrankungen der Nägel
      Nicht jeder dicke, verhornte, bröselige Fingernägel ist einer, der eine Nagelpsoriasis birgt. Manchmal fällt es dem Arzt schwer, die Diagnose Nagelpsoriasis zu stellen. Das Problem ist, dass Nagelveränderungen bei Pilzinfektionen, Ekzemen, inneren Krankheiten bis hin zu Tumoren gleich aussehen können. Eine Pilzinfektion ist die häufigste Nagelerkrankung, die allein oder aber mit der Schuppenflechte zusammen auftreten kann. Schwierig wird es für den Arzt, wenn jemand keine Haut-Erscheinungen hat, sondern nur Veränderungen an Hand- und Fußnägeln.
      Nagelveränderungen gibt es auch wegen Ekzemen, Mangelernährung, Pilzen, Allergien zum Beispiel gegen Nagellack oder gegen Medikamente. Sprich: Wer den Verdacht hat, er hätte eine Nagelpsoriasis, sollte den Doktor erst mal nach einem Pilztest fragen. Erst wenn der negativ ist, sollte man sich tiefergehend mit der Nagelbehandlung beschäftigen.
      Um die Verwirrung zu steigern: Nagelpilz und Nagelpsoriasis können auch gleichzeitig auftreten.
      Nagelpsoriasis behandeln
      In schweren Fällen mussten die Dermatologen schon immer innere Medikamente geben. Nicht jedes davon wirkt direkt auf die Nägel bzw. nicht auf alle Formen der Nagelpsoriasis. Am besten helfen starke Präparate, die aber auch schwere Neben- und Wechselwirkungen haben können.
      Heute ist es der Medizin möglich, selbst eine schwere Nagelpsoriasis erfolgreich zu behandeln. Es liegen Studien vor, die genau beschreiben, wie und bei welcher Form ein Medikament hilft. Der Arzt kann also gezielter therapieren. Es sind vor allem neue, hochwirksame Biologika, auf die eine Nagelpsoriasis reagiert. Die Angst vor schwerwiegenden Nebenwirkungen ist überwiegend unbegründet: In Deutschland liegen bei allen innerlich wirkenden Schuppenflechte-Medikamenten die schwerwiegenden Nebenwirkungen unter 1 Prozent. Nur bei den Infekten lagen die Biologika etwas höher als die übrigen Medikamente. Das ergab eine aktuelle Sicherheitsanalyse aus dem Patienten-Registers „PsoBest“. Wer seine Blutwerte regelmäßig kontrollieren lässt, kann diese Medikamente beruhigt nehmen.
      Äußerliche Behandlungen
      Bei schwach ausgeprägten Veränderungen der Nägel kann eine äußerliche Behandlung sinnvoll sein. Studien dazu sind häufig mit nur wenigen Patienten und nicht nach streng wissenschaftlichen Maßstäben durchgeführt worden.
      Harnstoff (Urea) ist zu 15 Prozent im speziell für die Nagelpsoriasis entwickelten Nagellack Onypso enthalten. Nach sechs Monaten waren bei fast allen Patienten 43 Prozent der Nageldefekte zurückgegangen. Außerdem gibt es die Salbe Onyster mit 40 Prozent Urea. Sie löst den Nagel ab. Dadurch kann dann das Nagelbett direkt behandelt werden. Schwefel-/Schachtelhalm ist im Sililevo-Nagellack enthalten, der erfolgreich an Patienten mit Psoriasis-Nägeln getestet wurde. Seine Grundlage ist Hydroxypropylchitosan, kurz HPCH. Die Wirkung kann durch Clobetasol 0,05 Prozent, einem stark wirksamen Kortison, verstärkt werden. Als Rezeptur bezahlt das die Krankenkasse, den Lack pur nicht. Kortison gilt auch bei mittelschwerer bis schwerer Nagelpsoriasis als äußerliches „Mittel erster Wahl“. Verwendet werden stark bis sehr stark wirksame Kortisone, oft in Kombination mit 3 Prozent Salicylsäure oder mit Calcipotriol (z.B. Daivobet). Dazu wird zum Beispiel täglich ein Tropfen einer Kortison-Tinktur auf die Nagelwurzel und/oder das Nagelbett aufgetragen. Die Behandlung kann bis zu acht Monate dauern. Der Nagelzustand verbessert sich deutlich, verschlechtert sich aber meist wieder, wenn die Therapie abgesetzt wird. Bei schweren Fällen wird Kortison in das Nagelbett eingespritzt – mit einer normalen Spritze oder Impfpistole bei lokaler Betäubung. Und ja, das ist so schmerzhaft wie es sich anhört. Calcipotriol (Vitamin D 3 Analogika) wird empfohlen als Kombination mit einem Kortison (siehe oben), entweder abwechselnd („Tandem-Therapie“) oder als Mixtur. Die Wirkung kann gesteigert werden, wenn erst Salbe aufgetragen und dann über Nacht ein abschließender Verband z.B. aus Folie aufgezogen wird Tacrolimus (Protopic) hat in einer Studie nach nur zwölf Wochen Nägel vollständig abgeheilt. Es darf nur „off-label“ verschrieben werden, weil es nicht für die Behandlung der Schuppenflechte zugelassen ist. Alte oder nicht praktikable äußerliche Therapien
      5-Fluorouracil (Efudix) ist ein Zellwachstums-Hemmer, der nicht mehr zur Behandlung der Nagelpsoriasis empfohlen wird. Dithranol (Cignolin) ist bei der Nagelpsoriasis unwirksam. UV-Bestrahlungen werden bei der Nagelpsoriasis immer seltener eingesetzt, weil sie sehr zeitaufwendig sind. Den UV-Punktstrahler („Blue Point“) muss man vier bis sechs Wochen lang, möglichst täglich, auf die Nagelplatte einwirken lassen. Man bestrahlt mit UVB + UVA. PUVA arbeitet nur mit UVA. Der Nagel wird vorher mit Psoralen lichtempfindlich gemacht. Nur für PUVA liegen mehrere Studien vor, in denen sich die Nägel um 50 Prozent verbesserten. In einer Studie wurden psoriatische Nägel erfolgreich mit dem Excimer-Laser behandelt. Interferenzstrom hat sich als Therapie für die Nagelpsoriasis nicht durchgesetzt, obgleich es erste erfolgversprechende Ergebnisse gab. Therapie mit Röntgenstrahlen "Verstümmelungsbehandlung" mit Entfernung der psoriatischen Nagelveränderungen und anschließender Weiterbehandlung. Es gab einen grausigen Bericht im Pso-Magazin von einem Patienten, der sich von beiden großen Zehen die Nägel entfernen ließ. Zweimal pfuschten die Ärzte, der dritte operierte schließlich richtig, entfernte auch alle Nagelzellen, kürzte einen Endknochen, zog Hornhaut von unten hoch und vernähte alles. Der Patient hat keine Schmerzen mehr, keine Gelenkschmerzen und keine Schuppen. Der Arzt gibt zu Bedenken: An den Fingern braucht man die Nägel zum Greifen. Sein Rat: abends, nach Duschen oder Baden, wenn die Haut unter den Nägeln ohnehin aufgeweicht ist, Schuppen mit einem selbst zurechtgefeilten Haken entfernen; mit Spritze mit abgesägter Kanüle Eucerin dazwischen auftragen. Nagelpsoriasis würde diese schönen Finger- und Fußnägel nicht so schön aussehen lassen Innerliche Behandlung
      Bei schweren Nagelveränderungen ist häufig eine innerliche Therapie nötig – egal, wie stark die Haut von einer Schuppenflechte befallen ist. So werden auch deutliche Einschränkungen der Lebensqualität vermieden. Eine Psoriasis arthritis kann auf diese Weise ebenfalls "mitbehandelt" werden.
      Methotrexat (MTX) gilt als innerliches „Mittel der ersten Wahl“. Solide Studien zeigen, dass sich die Nägel nach 6 bis 12 Monaten um etwa 40 Prozent verbessern können. Kortison, in den Nagel gespritzt, galt lange als wirksamstes Mittel, v.a. bei Tüpfel und Nagelwurzel-Befall. In verschiedenen Studien wurde Triamcinolon-Acetonid injiziert, aber unterschiedlich häufig und lange. Nach 9 bis 12 Monaten besserten sich die Nägel. Die Injektion ist unangenehm, es muss örtlich betäubt werden und es besteht die Gefahr von Gewebsschwund bis hin zum Einriss der Sehne. Mit Kortison wird kaum noch behandelt, seitdem es wirksamere Medikamente gibt. Ciclosporin verbessert die Nagelpsoriasis erfahrungsgemäß, ohne dass es bisher Studienergebnisse gibt. Meistens wird es zusätzlich zu einer äußerlichen Behandlung verschrieben. Es können Wechsel- und schwere Nebenwirkungen auftreten. Deshalb wird es zurückhaltend verschrieben. Fumarsäureester (Fumaderm und Skilarence) ist bisher nur in einer sehr kleinen Studie darauf untersucht worden, wie es auf eine starke Nagelpsoriasis wirkt. Nach 12 Monaten verbesserten sich die Nägel um 50 Prozent. Eine weitere Verbesserung war nur noch schwer zu erreichen. Viele Ärzte setzen es zusätzlich zu einer äußerlichen Therapie ein. Acitretin (Neotigason, Acicutan) ist wissenschaftlich kaum inbezug auf Nagelpsoriasis untersucht worden. In einer Studie ergab sich nach 6 Monaten bei 41 Prozent der Patienten eine mittlere Besserung. Bei 25 Prozent heilten sie vollständig oder nahezu vollständig ab. Wird gerne mit PUVA kombiniert. Es können schwere Nebenwirkungen auftreten. Deshalb wird es zurückhaltend verschrieben. Biologika sind am besten darauf untersucht worden, wie erfolgreich sie auf die Nagelpsoriasis wirken. Sie werden grundsätzlich erst dann verschrieben, wenn andere Therapien nicht anschlagen. Infliximab (Remicade) spricht am schnellsten und wirkungsvollsten auf die Nagelpsoriasis an. Schon nach sechs Wochen sind deutliche Nagelverbesserungen sichtbar, nach 22 Wochen fast 90-prozentige. Innerhalb eines Jahres waren bei 50 Prozent der Patienten die Nägel vollständig oder nahezu vollständig abgeheilt. Bei Etanercept (Enbrel) waren das 30 Prozent. Die anderen Biologika sind ebenfalls etwas wirkungsvoller als konventionelle innerliche Medikamente. Neue Biologika werden oft in eigenen Studien speziell bei Nagelpsoriasis getestet. Darüber hier bald mehr. Tipps für Betroffene
      Pflegen: Nägel kurz halten, vorsichtig schneiden und möglichst feilen; in schweren Fällen medizinische Fußpflege beim Podologen. Ausgiebig und täglich in lauwarmen Salzwasser (z.B. Stassfurter Badesalz, Totes Meer Salz) einweichen. Danach vor allem die Haut an der Nagelwurzel und den Seitenrändern ausreichend rückfetten – praktischerweise mit einer Lotion. Waschen: Unter den Nägeln mit einem Papiertaschentuch abtrocknen, um Feuchtigkeit aufzunehmen. Dann rückfetten (s.o). Schützen: Beim Umgang mit Nässe und aggressiven Materialien in Beruf und Haushalt (Abwasch, Putzen) Handschuhe tragen. Vermeiden: Nägel vor Reibung, Druck oder Quetschung bewahren, Nagelhäutchen nicht abreißen, keinen acetonhaltigen Nagellackentferner benutzen, Nägel nicht als Werkzeug einsetzen. Erleichtern: Unter Arbeitshandschuhen dünne baumwollene tragen. Schuhe, die nicht auf befallene Zehen-Nägel drücken. Leichtes, weites Schuhwerk, das nicht drückt, tragen. Verschönern: Verdickungen und von Querrillen von erfahrenen Kosmetikerinnen (Podologen) abfeilen oder abfräsen lassen. Geglättete Oberfläche mit medizinischem Lack (z.B. Sililevo oder Onypso) stabilisieren. Entstellte oder zerfallende Nägel mit künstlichen Fingernägeln überdecken. Welche Erfahrungen hast du mit der Behandlung der Psoriasis an den Nägeln? Oder möchtest du erfahren, wie es anderen Betroffenen damit geht? Unsere Community ist dafür der richtige Ort.
      Gekürzte Fassung eines Artikels, der erstmals in der Zeitschrift PSOaktuell, Ausgabe 2/2013, erschienen ist.
      Tipps zum Weiterlesen
      Bei Nagel-Psoriasis häufig auch Pilz dabei – Behandlungserfolg fraglich
      (gesundheit.com, 1. Dezember 2014)
      In einem Tagungsbericht geht es um Nagelpilz und Nagelpsoriasis – angeblich wäre in 20 Prozent der Fälle beides gleichzeitig zu finden. Die sonst bei Nagelpilz gern eingesetzte innerliche Therapie mit einem Anti-Pilz-Mittel sei aber nicht so oft von Erfolg gekrönt – nämlich nur in 30 Prozent der Fälle. Und die Nagelpsoriasis würde davon auch nicht unbedingt besser. [lesen]
      Unter künstlichen Nägeln können Probleme heranwachsen
      (20 Minuten Online, 20.03.2013)
      Künstliche Fingernägel sind nicht ungefährlich. Dermatologen beobachten immer mehr Komplikationen - beispielsweise Infektionen unter dem Nagel oder Kontaktallergien. [lesen]
      Starke Nagel-Psoriasis macht anfälliger für Pilzinfektion
      (hautstadt.de, 19.04.2012; nicht mehr im Netz verfügbar)
      Bei einer Studie mit Menschen mit Nagel-Psoriasis zeigte sich bei 62 Prozent der Teilnehmer eine Pilzbesiedlung der Nägel. Allerdings ist es wie fast immer: Es gibt auch eine Studie, die etwas anderes sagt, zumindest, wenn man sich die Arten der Pilze ansieht. Das steht am Ende des Artikels.
      Welche Krankheiten Fingernägel verraten
      (Apotheken-Umschau, 14.04.2010)
      Veränderungen an den Fingernägeln können alles bedeuten – manchmal auch eine Psoriasis. Die Apotheken Umschau erklärt die Möglichkeiten in Wort und Bild. [lesen]
      Nagelpsoriasis – was wann wie helfen kann
      (Psoriasis Forum Berlin e.V., 2013)
      PDF-Datei eines Artikels mit ausführlichen Informationen [lesen]
      Nagelprothetik bei Psoriasis
      ("Flotte Feile")
      Jessica Dlling vom Nagelstudio "Flotte Feile" zeigt das Ergebnis ihrer Arbeit bei einem Fall von Nagel-Psoriasis. [ansehen]
      Bilder
      Hier siehst du, wie eine Schuppenflechte am Nagel oder an mehreren Nägeln aussehen kann. Es sind keine schönen Bilder, deshalb zeigen wir sie so klein – du kannst sie aber großklicken.
       
    • Redaktion
      By Redaktion
      Hier findest Du Fragen und Antworten, die uns, in unserer Community oder im Netz immer wieder gestellt werden. Wir versuchen sie zu beantworten. Das geht mal kurz, muss aber manchmal auch länger sein.
      Ist Schuppenflechte ansteckend?
      Nein, nein und nein. Niemals. Unter keinen Umständen.
      Wer bekommt Schuppenflechte?
      Im Prinzip kann jeder die Psoriasis bekommen. Oft aber liegt es in der Familie, bei manchem kommt sie jedoch auch ohne erbliche Vorbelastung.
      Wer hat Schuppenflechte? Wer hat Erfahrung mit Schuppenflechte?
      Da gibt’s keinen typischen „Typen“. In unserer Community gibt es inzwischen mehr als 28.000 Leute, die Erfahrung mit Schuppenflechte haben. Frag sie, was Du wissen willst! Na los!
      Wenn Du Betroffene im echten Leben treffen willst, geht das zum Beispiel in einer Selbsthilfegruppe oder bei einem unserer Treffen.
      Wann bricht Schuppenflechte aus?
      Das kann im Prinzip immer passieren. Es gibt aber zwei „Höhepunkte“: Viele bekommen es in der Pubertät und viele, wenn sie älter sind, also um die 60 herum sind.
      Wie wird Schuppenflechte ausgelöst?
      Da gibt es keine kurze Antwort. Aber: Wir haben den möglichen Auslösern der Schuppenflechte eine eigene Seite gewidmet.
      Ist Schuppenflechte erblich?
      Ja. Schuppenflechte kann vererbt werden. Ihr Trick: Sie kann Generationen überspringen. Das heißt unter Umständen: Opa hatte eine Schuppenflechte, sein Sohn bekommt sie nicht, die Enkelin aber wieder.  Um es aber nicht zu einfach zu machen: Schuppenflechte kann aber auch ohne eine familiäre Vorbelastung auftreten.
      Wie kann man Schuppenflechte feststellen?
      Ein erfahrener Hautarzt kann die Schuppenflechte mit bloßem Auge gut erkennen – spätestens unter der Lupe. Ist er sich nicht sicher, kann er eine Biopsie machen. Dann entnimmt er eine klitzekleine Hautprobe und schickt sie ins Labor. Ausführlicher haben wir das hier aufgeschrieben: Diagnose der Schuppenflechte.
      Wie wird Schuppenflechte behandelt?
      in leichten Fällen: mit äußerlichen Mitteln, also Cremes, Salben, Lotionen etc. und manchmal mit einer Lichttherapie
      in mittelschweren Fällen: mit einer Lichttherapie und ggf. zusätzlich mit äußerlichen Mitteln oder mit innerlichen Medikamenten
      in schweren Fällen: mit innerlichen Medikamenten und ggf. zusätzlich mit äußerlichen Mitteln
      Wie fühlt sich Schuppenflechte an?
      Für einen Außenstehenden: rau und trocken. Für einen, der sie hat: auch rau und trocken plus entzündet, bröselig, rissig, manchmal schmerzhaft und spannend (im Sinne von gespannter Haut). Wenn man mit dem Finger von der gesunden Haut in Richtung Psoriasis-Stelle streicht, merkt man oft einen erhabenen Rand, also einen kleinen „Huckel“ außen um die Stelle herum.
      Es gibt aber auch eine Schuppenflechte-Form mit Bläschen – die Psoriasis pustulosa – die fühlt sich dann zwar auch trocken an, aber natürlich nur, so lange die Bläschen zu sind.
      Die Psoriasis inversa fühlt sich dagegen gar nicht an – außer vielleicht warm. Denn da fehlen die Schuppen.
      Wie schaut Schuppenflechte aus?
      So.
      Seit wann gibt es die Schuppenflechte?
      Lange Zeit verwechselte man die Schuppenflechte mit einer Lepra. Angeblich soll schon Celsius von der Krankheit berichtet haben – und das war um die Zeitenwende (Christi Geburt). Auch im dritten Buch Moses des alten Testamentes soll die Rede davon sein.
      Die Krankheit in „jüngerer Zeit“ hat im 18. Jahrhundert ein englischer Arzt namens Robert Willan beschrieben.
      Was fördert Schuppenflechte?
      Alles mögliche kann die Schuppenflechte fördern. Es gibt Sachen, die eine Psoriasis überhaupt erst auslösen können. Und es gibt Sachen, die eine vorhandene Psoriasis immer wieder ankurbeln – sogenannte Trigger. Wir haben vieles zusammengetragen, was irgendwo dazu mal genannt wurde: in der Liste der möglichen Schuppenflechte-Auslöser.
      Wo fängt Schuppenflechte an?
      Schuppenflechte kann überall anfangen. Eine der häufigsten Stellen, wo Psoriasis anfängt, ist sicherlich die Kopfhaut. So mancher hat die Schuppenflechte überhaupt nur auf der Kopfhaut. Aber wie gesagt: Psoriasis kann überall anfangen.
      Woher kommt der Name Psoriasis?
      Den Namen Psoriasis hat sie aus dem 19. Jahrhundert von einem Wiener Hautarzt – von Ferdinand von Hebra.
      Psoriasis vulgaris wurde vom griechischen Wort Psora abgeleitet – was so viel wie „die Schuppe“ heißt. „Psao“ heißt „ich kratze“. Die offiziellere Übersetzung heißt „gemeine Schuppenflechte“.
      Wie viele Menschen in Deutschland haben Schuppenflechte?
      Man geht davon aus, dass in Deutschland etwa 2,5 Prozent der Bevölkerung an Psoriasis leiden.
      Wer heilt Schuppenflechte?
      Niemand. Kein Arzt, kein Wunderheiler, einfach niemand. Psoriasis ist eine Frage der Gene. Und die kann heute noch niemand „umpolen“. Klar, die  Psoriasis kann gelindert werden. Aber eben nicht geheilt. Wenn es Dir um den richtigen Arzt geht: Das ist der Hautarzt. Oder bei Psoriasis arthritis der internistische Rheumatologe. Wir haben auch eine Liste mit Ärzten.
      Wie heißt Schuppenflechte auf Türkisch?
      Sedef hastalığı
      Es gibt übrigens eine Broschüre über Schuppenflechte auf Türkisch.

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Willkommen in der Community für Menschen mit Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Ohne Werbung, ohne Tracking, aber mit ganz viel Herz 💛

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