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  • Claudia Liebram
    Claudia Liebram

    Debatte um Kosten für Biologics entbrannt

    Die neuesten Medikamente im Bereich der Schuppenflechte – die Biologics - helfen unbestritten vielen Betroffenen, die vorher nur noch wenig Hoffnung und Lebensqualität hatten. Aber: Sie sind auch sehr teuer. Darum entbrennt jetzt eine Debatte. Im Arzneimittel-Report, den die Gmünder Ersatzkasse (GEK) jedes Jahr zusammenstellt, werden immer Zahlen genannt – so auch für 2009. Arzneimittelexperte Gerd Glaeske forderte schon damals, dass eine Kosten-Nutzen-Analyse gemacht werden sollte.

    13 Prozent der Ausgaben für Medikamente entfielen im Jahr 2008 auf Biologics – im Bereich der Schuppenflechte und der Psoriasis arthritis also Enbrel, Humira, Remicade und Stelara. Unter den sechs Medikamenten, die die Kassen am meisten kosten, sind fünf aus der neuen Wirkstoffklasse dabei. Die Ausgaben für Medikamente, die sich auf das Immunsystem auswirken (Immunsupressiva), sind im Jahr 2008 um 43 Prozent gegenüber dem Vorjahr gestiegen.

    In Zahlen heißt das für Deutschland:

    • Die Firma Abbott hat mit Humira im Jahr 2008 etwa 232 Millionen Euro Umsatz gemacht.
    • Die Firma Wyeth hat mit Enbrel im gleichen Jahr 204 Millionen Euro Umsatz gemacht.

    Arzneimittelexperte Gerd Glaeske vom Zentrum für Sozialpolitik an der Universität Bremen sieht eine kritische Grenze erreicht. Er meint: „Dass die Pharma-Unternehmen ihre Preise noch immer selbst festlegen dürfen, sprengt das System“. Glaeske fordert, dass künftig kein Arzneimittel mehr ohne eine Preisverhandlung auf den Markt kommt, wenn es von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt werden muss oder soll. „Es wird höchste Zeit für Kosten-Nutzen-Bewertungen und Höchstbeträge“, so Glaeske. Dass Hersteller die Preise selbst festlegen dürfen, sieht er vor allem bei den Biologics nicht wanken. Hier sieht er nur die Möglichkeit, dass die Krankenkassen Rabattverträge abschließen – wenn sich die Hersteller darauf einlassen.

    Glaeske verteufelt die Biologics dabei nicht pauschal: „Einige dieser speziellen Präparate gelten als echte Innovationen mit unbestreitbarem Therapienutzen.“ Allerdings müssten die Preise fair sein.

    Kosten-Nutzen-Analysen macht in der Regel das Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen. Es überprüft neue Therapien darauf, ob sie gegenüber etablierten Methoden deutliche Verbesserungen darstellen. Das Institut steht oft in der Kritik – sowohl naturgemäß von Pharmafirmen, aber auch von Patientenorganisationen.

    Für die Biologics zur Behandlung der Psoriasis und der Psoriasis arthritis gelten ohnehin recht harte Regeln: Sie dürfen erst verschrieben werden, wenn andere meist starke Medikamente versagen oder aus einigen Gründen nicht verschrieben werden dürfen. Kaum ein Arzt wird sie vorschnell verschreiben – er muss alle Fälle säuberlich dokumentieren und hat damit Mehrarbeit.

    Im Jahr 2010 sollten auch einige Patente für Medikamente aus der Dermatologie und Rheumatologie auslaufen: Die Therapie mit Curatoderm (Wirkstoff: Tacalcitol) und Humira (Wirkstoff: Adalimumab) könnte dann preiswerter werden.


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