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  • Claudia Liebram
    Claudia Liebram

    Covid-19 kann Hautveränderungen hervorrufen

    • Bei manchen Covid-19-Patienten zeigt sich die Erkrankung mit Anzeichen auf der Haut.
    • Auffällig oft sind Zehen und manchmal auch Finger von bläulich-lila Verfärbungen betroffen.
    • Wer mit dem Coronavirus infiziert ist und (neue) Hautprobleme bekommt, sollte bei einem Hautarzt vorstellig werden.

    Eine Infektion mit dem Coronavirus kann an Husten, Schnupfen oder Fieber festgemacht werden. Andere Anzeichen sind fehlender Geschmack oder Geruch. Später kann eine Lungenentzündung hinzukommen. Ein Symptom rückt jetzt erst nach und nach in den Fokus der Aufmerksamkeit: Manche Menschen haben plötzlich blau-lila Verfärbungen an den Zehen, die wie Erfrierungserscheinungen oder Frostbeulen wirken – oder Zehen, die wie bei einer Arthritis geschwollen sind.

    Einer der ersten Berichte kam aus Italien. Ein 13-Jähriger war Anfang März wegen Flecken an den Zehen bei seinem Kinderarzt. Erst zwei Tage später zeigte der Junge typische Symptome von Covid-19. Im Laufe der Zeit wurde aus einem Fleck am Fuß eine Blase, woraufhin ein plastischer Chirurg Spinnenbisse vermutete und Medikamente verordnete. Die Flecken aber wurden dunkler und verschorften, bis sie schließlich abheilten. Gänzlich klären lässt sich der Fall laut dem Fallbericht allerdings nicht: Der Junge wurde wegen der "damals" in Italien herrschenden Notfallsituation nicht auf eine Coronainfektion getestet, obgleich Mutter und Schwester zuvor entsprechende Symptome hatten.

    Doch derartige Berichte sollten sich fortan häufen. So hatte Dr. Lindy Fox von der University of California, San Francisco vor dem Ausbruch der Corona-Pandemie vier oder fünf Patienten pro Jahr, die wegen Erfrierungserscheinungen in ihre Praxis kamen. In den letzten Wochen waren es Dutzende, berichtet sie in der "New York Times".

    Spanische Mediziner aus einem Krankenhaus haben die Fälle von 132 ihrer Patienten durchgesehen. Sie alle hatten eines Verdachts auf oder einer tatsächliche Coronavirus-Infektion und waren wegen Hautproblemen zu ihnen gekommen. Fast drei Viertel davon wiesen an den Händen oder Füßen besagte Erfrierungserscheinungen auf, mehr als ein Viertel hatte Rötungen. Doch auch bei dieser Untersuchung gibt es eine Einschränkung: Von den 132 Patienten wurden nur wenige überhaupt auf eine Coronainfektion getestet, und nur bei zwei von ihnen war der Test positiv. "Ob es sich um eine Gerinnungsstörung oder eine Überempfindlichkeitsreaktion handelt, ist noch nicht bekannt", schreiben die Ärzte.

    Inzwischen bittet der Internationale Verband der Podologen um Fotos und Fallberichte, um ein Register aufzubauen.

    Andere Hauterscheinungen im Zusammenhang mit Covid-19

    Dr. Sebastiano Recalcati, Hautarzt an einer Klinik in der schwer betroffenen Lombardei, berichtete im "Journal of The European Academy of Dermatology and Venereology" über Erfahrungen bei 88 Patienten mit Covid-19. Von ihnen hatte jeder Fünfte auch Hautbeschwerden, die meisten am "Stamm", also an Bauch oder Rücken. Die Ärzte sahen Rötungen, Urtikaria oder Bläschen wie bei Windpocken.

    In einem Mini-Symposium via Zoom trugen US-Dermatologen kürzlich ihre Erfahrungen in der Corona-Pandemie zusammen. Dr. Steven Chen vom Massachusetts General Hospital twitterte die wichtigsten Ergebnisse daraus. Berichtet wurde dabei von den "Covid-Zehen", aber auch von Urtikaria, masernähnlichem Ausschlag, Exanthemen oder „Kältemarmorierung".

    Lindy Fox, die Ärztin aus San Francisco, berichtete in diesem Symposium außerdem, dass der PCR-Test auf eine Infektion mit Coronaviren bei allen Patienten mit "Corona-Zehen" negativ ausgefallen war. Ihre Hypothese: Manche Patienten werden trotz einer durchgemachten Infektion nicht gegen den Erreger immun.

    Bestätigung aus Deutschland

    „Vielfach unbekannt ist, dass im Rahmen der Covid-19-Erkrankung auch Hauterkrankungen auftreten können“, meint auch Professor Peter Elsner, Direktor der Klinik für Hauterkrankungen am Universitätsklinikum Jena (UKJ). "Berichte aus den schwerbetroffenen Ländern wie China, Italien oder Spanien zeigten, dass bis zu 20 Prozent der wegen COVID-19 stationär behandelten Patienten Hauterscheinungen aufweisen." Symptome seien vor allem ein Ausschlag mit Rötungen und Knötchen, eine Nesselsucht am ganzen Körper und Bläschen wie bei Windpocken gewesen.

    Laut Elsner ist unklar, ob das spezielle Anzeichen einer Coronavirus-Infektion oder vielleicht Medikamenten-Nebenwirkungen sind. „Einige Patienten mit schweren Verläufen können auch Hautblutungen, Gefäßverschlüsse an Fingern und Zehen oder eine marmorierte Hautverfärbung entwickeln", so Elsner. Das weise auf eine Beteiligung kleiner Gefäße und deren Verschluss hin. Weil diese Gefäßveränderungen aber nicht nur an der Haut, sondern auch an der Lunge beschrieben wurden, könnten Hautveränderungen bei der COVID-19-Infektion wichtige Hinweise auf Komplikationen interner Organe geben.

    Und so lautet das Fazit von Professor Elsner, dass ein Hautarzt hinzugezogen werden sollte, wenn ein Patient mit Covid-19 auch Symptome auf der Haut hat.


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    • Mondmarie
      By Mondmarie
      Hey,
      am Montag (03.05.21) darf sich die 3. (Risiko-)gruppe gegen Corona impfen lassen!
      Jetzt meine Frage: Weiß jemand ob man mit Psoriasis als Autoimmunerkrankung ab Montag ein Recht auf die Impfung hat? Bzw. hat sich von euch schon jemand wegen (!) Psoriasis impfen lassen / einen Termin ausgemacht?
      In der Gruppe 3 ist Autoimmunerkrankungen nicht weiter ausdifferenziert und was ich bis jetzt gelesen habe, besteht durch Pso keine höhere Wahrscheinlichkeit einen schwereren Verlauf von Covid zu haben. Ich nehme es je nachdem welche Medikamente man nimmt (MTX o.ä) erhöhen diese Wahrscheinlichkeit.
      Ich nehme aktuell Skilarence 3x/täglich, zu skilarence und der Impfung gibt es jedoch schon einen anderen Thread.
       
      Dankeschön!!
    • Redaktion
      By Redaktion
      Auf Handhygiene kann in Zeiten einer Pandemie und auch sonst nicht verzichtet werden. Doch das häufige Händewaschen mit Seife erhöht das Risiko, sich damit ein Handekzem einzuhandeln. Experten der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft empfehlen: Anstelle der Reinigung mit Wasser und Seife sollten die Hände öfter desinfiziert und danach eingecremt werden.
      Seit Beginn der Corona-Pandemie rät das Robert-Koch-Institut allen, die im medizinischen Bereich oder in der Pflege arbeiten, die Hände regelmäßig mit alkoholischen Präparaten zu desinfizieren. Alle anderen lernten von der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung, dass sie häufiger die Hände mit Seife – auch Detergenzien genannt – waschen sollen. "Erste Berichte aus Hautarztpraxen über eine Zunahme von Handekzemen schon wenige Monate nach Beginn der Coronapandemie bestätigten die Vermutung, dass die intensivierte Handhygiene ein Risiko für die Hautgesundheit in sich birgt", heißt es nun von den Haut-Experten.
      "Aus dermatologischer und arbeitsmedizinischer Sicht raten wir in Zeiten intensivierter Handhygiene vom Einsatz von Detergenzien ab", sagt Professor Peter Elsner. Hautschonender sei das Desinfizieren in Verbindung mit intensiver Hautpflege. Negative Auswirkungen von Seife würden sogar noch verstärkt, wenn danach Handschuhe getragen werden. "Bei alkoholischen Desinfizientien (also bei alkoholischen Desinfektionsmitteln; d. Red.) ist dies nicht der Fall ", Eine Pflegecreme würde auch nicht die antiseptische Wirkung der alkoholischen Desinfektionsmittel mindern, so der Direktor der Klinik für Hautkrankheiten am Universitätsklinikum Jena.
      Der medizinische Hintergrund
      Ein wesentliches Charakteristikum der Haut ist ihre epidermale Barrierefunktion. Die eingesetzten Substanzen können die im Stratum corneum (in der Hornschicht) interzellulär vorhandenen Lipid-Doppellamellen, aber auch dem Wasserhaushalt dienende Peptide angreifen. Das begünstigt dann die Entstehung eines Kontaktekzems. 
      Drei Tipps für die Handreinigung
      Wenn die Hände nicht sichtbar schmutzig sind, sollte vorrangig zur Desinfektion mit einem viruswirksamen alkoholischen Händedesinfektionsmittel gegriffen werden. Wenn in dem Mittel noch Hilfsstoffe wie Glycerol drin sind – um so besser. Sie helfen zusätzlich,  die Hautbarriere zu schützen. Nach jedem Waschen und jeder Desinfektion sollte die Haut der Hände vollständig mit einem Pflegepräparat eingecremt werden, das die Regeneration der Hautbarriere unterstützt.  Hat sich die Haut schon so sehr verändert, dass es ein Handekzem sein könnte, sollte ein Hautarzt sie behandeln. Wer seine Hände aus beruflichen Gründen häufiger reinigen muss und dann eine Hautkrankheit entwickelt, sollte die Unfallversicherung informieren. Dann kann eine individuelle Prävention gemäß § 3 BKV infrage kommen. Die Hautärzte wissen, wer da was an wen melden muss. Vom 14. bis 17. April 2021 treffen sich Hautärzte zu ihrer 51. DDG-Tagung. Auch in diesem Jahr findet sie virtuell statt.
    • Bolek68
      By Bolek68
      Hallo, vielleicht bin ich schon etwas zu spät und das Thema ist für euch ein '' Alter Hut '' . Einige Kaufhäuser arbeiten ja damit und ich war bislang positiv überrascht, wie einfach und unspektakulär die Sache funktioniert.  Vielleicht hat ja jemand gegenteilige Erfahrungen oder eben auch positive .
      Viele Grüße
    • Claudia
      By Claudia
      Hallo Frau Dr. Allmacher, ich gebe hier eine Frage weiter, die uns über unsere Facebook-Seite erreicht hat:
      Wie sieht es aus mit Psoriasis und der Impfung gegen Covid?
    • Guest Ernst
      By Guest Ernst
      Hallo Fr. Dr. Allmacher
      Ich war im November in der PsoriSol Hautklinik stationär in Behandlung. Danach war meine Haut fast ohne Erscheinungen. Ich wurde am 5 April mit Astrazeneca zum ersten Mal geimpft. Seit dem 16.4 blüht meine Psoriasis überall wieder heftig auf. Könnte da vielleicht ein Zusammenhang bestehen? Gibt es hierzu vielleicht schon Erfahrungen?
      Mit freundlichen Grüßen
      Ernst

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