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Psoriasis arthritis und Rheuma werden oft in einem Atemzug genannt - auch bei uns im Psoriasis-Netz. Aber: Es sind zwei unterschiedliche Krankheiten, die "nur" ihre Ursache in ähnlichen Mechanismen haben. Wo liegt der Unterschied?

Unterschiedliche Symptome

  • Psoriasis arthritis tritt selten an beiden Gliedmaßen gleichzeitig auf.
  • Psoriasis arthritis befällt häufiger die Wirbelsäule.
  • Psoriasis arthritis zeigt sich oft an Endgliedern der Finger.
  • Psoriasis arthritis zeigt sich oft an Fingernägeln.
  • Bei Psoriasis arthritis bilden sich keine Rheumaknoten - Verdickungen in und unter der Haut, die bei Druck schmerzen, vor allem an Gelenken und Ansätzen der Sehnen
  • Bei Psoriasis arthritis können sich einzelne Finger- oder Zehenknochen oder Beugesehnen entzünden. Das ist beim Rheuma selten.

Unterschiedliche Behandlung

  • Nichtsteroidale Antirheumatika helfen bei Psoriasis arthritis wenig. Sie sind für deren Behandlung ohnehin nicht zugelassen. Die nichtsteroidalen Antirheumatika werden dagegen bei Rheuma gleich am Anfang eingesetzt.
  • Die meisten Rheuma-Mittel wie Kortison, Ciclosporin oder Sulfasalazin sind nicht zur Behandlung der Psoriasis arthritis zugelassen. Ciclosporin kann bei einer schweren Schuppenflechte (der Haut!) angewendet werden. Es reduziert wiederum durchaus auch Schmerzen der Gelenke - wie Methotrexat.

Dr. Wolf-Henning Boehncke von der Hautklinik der Uni Frankfurt/Main hat gemeinsam mit mehreren Kollegen die Unterschiede in einem Artikel im Deutschen Ärzteblatt zusammengetragen.

Unterschiede zwischen Psoriasis arthritis und Rheuma

  bei Psoriasis arthritis bei rheumatoider Arthritis
Beteiligung DIP häufig selten
Symmetrisches Auftreten weniger häufig häufig
Wirbelsäulenbeteiligung häufig selten
Hautläsionen immer selten
Nagelveränderungen häufig selten
Daktylitis häufig selten
Enthesitis häufig selten
Rheumaknoten keine selten
Rheumafaktor selten häufig
HLA-B27 40-50% 4-8%

Erläuterung

  • DIP = Finger- und Zehen-Endgelenke
  • Daktylitis = Entzündung eines Fingers oder einer Zehe
  • Enthesitis = Entzündung am Übergang von Sehnen auf den Knochen; oft ist der Ansatz der Achillessehne an der Ferse und der Sehnenplatte unter dem Fuß betroffen
  • HLA-B27 = ein Molekül der HLA-Klasse I. Diese Oberflächenmoleküle kommen auf fast allen Körperzellen vor. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Infektionsabwehr und der Unterscheidung des Immunsystems zwischen "gut" und "böse".

Quellen: Deutsches Ärzteblatt, Band 103; Frankfurter Allgemeine, 19. Juni 2006


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Empfohlene Kommentare

GrBaer185

GrBaer185

Benutzer
(bearbeitet)

"Psoriasis arthritis und Rheuma werden oft in einem Atemzug genannt - auch bei uns im Psoriasis-Netz. Aber: Es sind zwei unterschiedliche Krankheiten..."

Dies sollte mehr differenziert werden.

"Mit Rheuma (altgriechisch ῥεῦμα rheuma, deutsch ‚Strömung‘, ‚Fluss‘, ‚Fließen‘; Plural: Rheumata) oder Rheumatismus werden in der Umgangssprache Beschwerden am Stütz- und Bewegungsapparat mit reißenden und ziehenden Schmerzen bezeichnet,..." Quelle: Rheuma - Wikipedia

Danach würde ich Rheuma als umgangssprachlichen, verkürzenden Ausdruck für rheumatische Erkrankung sehen - als Begriff zu unterscheiden von der Rheumatoiden Arthritis.
Rheuma ist also keine einzelne Erkrankung, sondern ein Überbegriff für mehr als 200 rheumatische Erkrankungen, unter den auch die Psoriasis Arthritis fällt.
Psoriasis Arthritis und Rheumatoide Arthritis sind beides Erkrankungen des rheumatischen Formenkreises zu dem über 200 Erkrankungen zählen.

Hierzu eine interessante Übersicht aus Rheuma in Zahlen :

Rheuma in Zahlen

Betroffene Menschen in Deutschland

Stand: 10/2025

Muskuloskelettale Erkrankungen sind die wichtigste Ursache von anhaltenden Schmerzuständen und Funktionseinschränkungen. Sie betreffen rund 25% der erwachsenen europäischen Bevölkerung. Etwa 17 Millionen Menschen in Deutschland leiden unter schmerzhaften Erkrankungen des Bewegungsapparates1.

Hiervon haben etwa 1,8 Millionen Menschen eine entzündlich-rheumatische Erkrankung (ca. 2,6% der erwachsenen Bevölkerung). Die häufigsten Formen sind rheumatoide Arthritis (entzündliche Gelenkerkrankung) und Spondyloarthritiden (entzündliche Wirbelsäulenerkrankungen). Diese umfassen neben der ankylosierenden Spondylitis (früher: Morbus Bechterew) auch undifferenzierte bzw. nicht röntgenologisch sichtbare Formen und die Psoriasis (Schuppenflechten)-Arthritis. Seltener sind Kollagenosen und Vaskulitiden.

Die geschätzte Anzahl Erwachsener von ausgewählten entzündlich-rheumatischen Erkrankungen2:

  • Rheumatoide Arthritis: ca. 700.000 Erwachsene (0,8%-1,2% der erwachsenen Bevölkerung)

  • Ankylosierende Spondylitis: ca. 350.000 Erwachsene (0,5%)

  • Psoriasis Arthritis: ca. 200.000 Erwachsene (0,3%)

  • Polymyalgia rheumatica: ca. 69.000 Erwachsene

  • Kollagenosen:

    • Primäre Sjögren Erkrankung: ca. 49.000 Erwachsene

    • Systemischer Lupus erythematodes: ca. 39.000 Erwachsene

    • Systemische Sklerose: ca. 15.000 Erwachsene

    • Idiopathische entzündliche Myopathien: ca. 12.000 Erwachsene

  • Vaskulitiden:

    • ANCA-assoziierte Vaskulitis: ca. 18.000 Erwachsene

    • Riesenzellarteriitis ca. 17.000 Erwachsene

Etwa 20.000 Kinder und Jugendliche haben eine chronische entzündlich-rheumatische Erkrankung. Die häufigste Form ist die juvenile idiopathische Arthritis mit ca. 14.000 Kindern und Jugendlichen (ca. 0,1% der Minderjährigen).

Weithaus häufiger sind degenerative und stoffwechselbedingte Erkrankungen sowie Schmerzsyndrome der Bewegungsorgane1

Die geschätzte Anzahl Betroffener ausgewählter Erkrankungen:

  • Schwere, zu Behinderung führende chronische Rückenschmerzen: ca. 6 Millionen Erwachsene.

  • Symptomatische Arthrosen: mindestens 5 Millionen Erwachsene

  • Symptomatische Osteoporose: mindestens 4 Millionen Erwachsene

  • Gicht: ca. 950.000 Erwachsene

  • Fibromyalgie: ca. 1,5 Million Erwachsene

Bearbeitet ( von GrBaer185)

GrBaer185

GrBaer185

Benutzer

Hier noch eine Quelle zu "über 200 Erkrankungen", automatisch übersetzt aus Was ist eine rheumatische Erkrankung?

Eine rheumatische Erkrankung ist eine, die in der Regel, aber nicht immer, die Gelenke und das Bindegewebe des muskuloskelettalen Systems betrifft. Mehr als 200 rheumatische Erkrankungen wurden identifiziert, und jede kann eine unterschiedliche Wirkung haben, die von Person zu Person unterschiedlich ist. Viele sind chronisch und entwickeln sich im Laufe der Zeit, was es den Betroffenen erschwert, tägliche Aktivitäten zu erledigen. Einige verursachen episodische Schübe von Schmerzen und Steifheit in bestimmten Körperbereichen, während andere innere Organe beeinträchtigen können.

Da die Symptome allgemein sein können und nicht immer leicht zu erkennen sind, sind rheumatische Erkrankungen berüchtigt schwer zu erkennen. Was eine rheumatische Erkrankung verursacht, ist auch nicht immer gut verstanden. Viele davon sind immunbedingt und werden durch die Überreaktion des Immunsystems auf eine wahrgenommene Bedrohung ausgelöst. Einige rheumatische Erkrankungen haben auch eine genetische Komponente.

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