Jump to content
  • Rolf Blaga
    Rolf Blaga

    Wie die Klinik Blankenstein die Haut naturheilkundlich behandelt

    Wer seine Psoriasis mit den Methoden der Naturheilkunde behandeln will, muss sich auf mehr einlassen, als lediglich auf natürliche Wirkstoffe umzustellen. Es gibt keine eindeutigen Therapie-Empfehlungen, wie bei den Dermatologen. Eine der Kliniken mit naturheilkundlichen Angeboten hat ihr Konzept vorgestellt.

    Ordnungstherapie

    Die Klinik Blankenstein hatte am 5. April 2017, gemeinsam mit der Selbsthilfegemeinschaft Haut zu einem „Tag der Haut“ eingeladen. Vorgestellt wurden die Behandlungsmöglichkeiten während eines 11- bis 18- tägigen stationären Aufenthalts. In dieser Zeit werden die Patienten nicht nur mit unterschiedlichen naturheilkundlichen Methoden behandelt. Sondern vorrangig sollen sie zu einem „angemessenen, gesundheitsfördernden und nachhaltigen Lebensstil“ hingeführt werden, so Prof. André-Michael Beer. Mit jedem Patienten wird abgesprochen, wie die praktizierten Ansätze zukünftig in den Alltag eingebaut werden könnten. Denn nur alle diese verschiedenen Maßnahmen zusammen würden die Selbstregulation und damit langfristig das Krankheitsbild verbessern. Weil es darum geht, das Leben neu zu ordnen, heißt dieser Ansatz "Ordnungstherapie".

    Klinikkonzept

    Oberarzt Dr. Stefan Fey berichtete, dass Hautpatienten vor allem dann in die Klinik kämen, wenn „konventionelle Maßnahmen“ nicht mehr geholfen hätten; sie also im Sinne der Schulmedizin „austherapiert“ sind. Und es kämen Patienten, die wegen befürchteter Nebenwirkungen nur noch mit natürlichen Mitteln behandelt werden wollen. Ziel sei es, das Hautbild zu verbessern, den Juckreiz zu lindern, Medikamenten-Dosierungen zu verringern und die Eigenverantwortung zu stärken. Nach dem Klinikaufenthalt sollen sich die Patienten zu Hause weiter um Ernährung, Stress, Salben, Tees und Wickel kümmern. Dazu gehören ebenfalls Methoden, mit denen „Körper, Seele und Geist“ gestärkt und die Lebensqualität verbessert werden können. Alle Maßnahmen haben das langfristige Ziel, den Körper widerstandsfähiger zu machen. Deshalb würde mit Reizen gearbeitet, die die Selbst-Regulation fördern sollen.

    Bei stark entzündeten Schüben stoße die Naturheilkunde aber an ihre Grenze. In diesem Fall müsste akut schulmedizinisch behandelt werden.

    Am Anfang der Behandlung würden „Störfelder“ ermittelt, wie zum Beispiel der Zahnstatus, das Darm-Mikrobiom, Narben, Nasennebenhöhlen-Entzündung oder psychische Belastungen.

    Konzept-Blankenstein.jpg

    Phytotherapie

    Bei Hautkrankheiten gibt es, so Prof. Beer, eine breite Palette an pflanzlichen Stoffen, bei denen es nachgewiesen ist, dass sie wirken. Pflanzliche Arzneimittel (Phytopharmaka) haben in Studien gezeigt, dass sie helfen. Wie alles, was wirkt, könnten auch Pflanzenstoffe unerwünschte Arzneimittel-Wirkungen haben. Wenn aber der Arzt sehr erfahren ist, so Beer, würden Nebenwirkungen sich in Grenzen halten. Echte Allergien auf pflanzliche Stoffe gäbe es selten; unerwünschte Reaktionen dagegen schon.

    Pflanzenstoffe können entweder innerlich als Tees oder äußerlich als Bäderzusatz oder Wickel angewendet werden. Bei 70 Prozent der Hautfälle, so Beer, komme man damit in Kombination mit dem Fasten gut voran.

    Prof. Beer betonte, er habe gute therapeutische Erfahrungen mit ätherischen Ölen gemacht. Die würden über die Haut aufgenommen werden, ebenso als Duft über die Luft und als Inhaltsstoff über die Nahrung. Er wies auf die unterschiedliche Bedeutung von Sandelholz-Duft für Hautkranke hin. Die Klinik habe aus Duftölen spezielle Präparate für Psoriatiker und Neurodermitiker [1]  entwickelt.

    Wickel und Auflagen

    Eine Krankenschwester berichtete, dass Hautpatienten 3x täglich sieben Tage in der Woche Wickel erhalten würden, z.B. mit Weißkohlblättern. Bei Psoriatikern würden ätherische Ölmischungen eingesetzt. Packungen, Auflagen oder Wickel enthielten nur Pflanzen, die erwiesenermaßen auf Hautkrankheiten wirken. Der Patient solle erleben, dass sie wirken und die Maßnahmen dann zu Hause selbst weiterführen.

    Physikalische Therapien

    Die Physiotherapeutin erklärte, welche Bäder mit welchen Wirkstoffen bei Hauterkrankungen eingesetzt werden:

    • Moor oder Nachtkerzenöl, um die Entzündung zu hemmen
    • Molke, um die Haut zu beruhigen und den Juckreiz zu lindern
    • Sole, um die Abschuppung zu fördern.

    Ein Ärzte-Team entscheide, welches Bad jeweils eingesetzt wird.

    Wenn es nötig sei, wird zusätzlich mit UVB-Breitband bestrahlt.

    Auch Hautpatienten würden physiotherapeutisch behandelt werden, z.B. um Stress zu verringern und den gesamten Organismus zu aktivieren. Dazu zählen moderate Bewegungen wie 45 Minuten normales Gehen an der frischen Luft und Atemtherapie. Das seien einfache Übungen, die man ohne Geräte in seinen Alltag einbauen könne.

    Patienten mit Psoriasis Arthritis erhielten muskelstärkende Übungen.

    Ernährung

    Vom Heilfasten über eine spezielle Entlastungskost bis hin zur vollwertigen, ausgewogenen Mediterran-Ernährung werde alles angeboten. Grundsätzlich, so Dr. Fey, orientiere man sich an der Pyramide der Deutschen Gesellschaft für Ernährung.

    Die Ökotrophologin der Klinik stellte einige Grundsätze vor, die bei Hautpatienten zu beachten seien: Es solle einer Übersäuerung des Körpers durch eiweißreiche Lebensmittel entgegengewirkt werden (Säure-Basen-Regulation). Denn wenn im Körper zu wenig basische Stoffe seien, produziere das oxidativen Stress. Der wiederum befördert Erkrankungen des Immunsystems und Rheumatische Erkrankungen, wie z.B. Psoriasis Arthritis.

    Eiweiß und Zucker kombiniert produzieren schwer abbaubare Abfallprodukte, die Advancaced Glycation Endproducts (AGE). Die können Entzündungen hervorrufen. Arachidonsäure sei z.B. in der Psoriasis-Haut um das 20-Fache erhöht. Die ist im Fleisch enthalten und wirkt ebenfalls entzündungsfördernd.

    Generell empfiehlt sie bei entzündlichen Hautkrankheiten weniger tierische Produkte (2x pro Woche), mehr Fisch (2x pro Woche), mehr Obst und Gemüse, täglich Vollkornprodukte, Kartoffeln, Nüsse, Kerne, Samen, Öle, fetter Fisch.

    Im aktuellen Schub sollten Hautpatienten nicht fasten, sondern würden eine „Entlasungskost“. erhalten: spartanisches, rein pflanzliches und eiweißarmes Essen. Die wird 1 x wöchentlich auch für zu Hause empfohlen.

    Kommentar

    Das Behandlungsteam der Klinik Blankenstein macht einen engagierten Eindruck. Es wird genau darauf geachtet, bei welchen natürlichen Stoffen die Wirkung nachgewiesen ist und welche Effekte lediglich in der überlieferten Volksheilkunde genannt werden.

    Das Konzept der Klinik Blankenstein basiert auf dem, was Sebastian Kneipp (1821-1897) entwickelt hat: Gesund werden durch Wasser, Heilpflanzen, Bewegung, Ernährung und Lebensordnung. „Erst als ich daran ging, Ordnung in die Seelen meiner Patienten zu bringen, hatte ich vollen Erfolg“. Aus heutiger Sicht eine moderne ganzheitliche Behandlung. Eine Weiterentwicklung dieser Ordnungstherapie ist die Body-Mind-Medizin. Aber es wirkt anspruchsvoll, Patienten innerhalb von 11 bis 18 Tagen darin umstimmen zu wollen, ihren Lebensstil zu ändern. Es sei denn, sie haben sich genau das von vornherein vorgenommen.

    Die meisten Patienten, die sich in einer Naturheilklinik behandeln lassen, machen das wohl, weil sie geringere Nebenwirkungen vermuten. Das hängt aber nach Aussage von Prof. Beer in erster Linie von der Erfahrung des Arztes ab. Dr. Fey gab an, es würden sich (viele?) „austherapierte“ Hautpatienten dort behandeln lassen. Es wäre interessant zu erfahren, wie stark Psoriasis-Therapieversager (Non-Responder) bei Behandlungsbeginn betroffen waren. Dann würde man gerne wissen, wie erfolgreich die Behandlung gerade dieser Patienten war, an denen die Schulmedizin gescheitert ist (PASI-Verbesserung?). Psoriasis ist heutzutage so effektiv zu behandeln, dass es vermutlich nur noch wenige gibt, die nicht auf Medikamente ansprechen – im Gegensatz zur Neurodermitis.

    Angenehm unideologisch wirkt es, dass die „Schulmedizin“ nicht als Konkurrenz angesehen wird. Naturheilkunde wird hier ergänzend verstanden; als „Komplementärmedizin“.

    Bei der Phytotherapie werden in der Klinik Blankenstein nur einheimische Heilpflanzen eingesetzt. Das passt zum Kneipp’schen Ansatz, verzichtet aber auf die positive Erfahrungen, die mit indischen Kräutern (Ayurveda), Aloe Vera, Weihrauch, Ingwer, Curcumin u.m. gemacht wurden.

    Bewegungs- und Atemtherapie wird hauptsächlich zum Stress-Abbau eingesetzt. Es ist aber längst erwiesen, dass regelmäßiger Sport die Psoriasis positiv beeinflusst und entzündungshemmend wirkt [2]. Eine Beratung für weiterführende sportliche Aktivitäten wäre deshalb sinnvoll.

    Die Frage, ob und welchen Einfluss die Ernährung auf den Verlauf von entzündlichen Krankheiten hat, bleibt weiterhin umstritten. Eine Langzeitstudie aus Boston an 174.638 Frauen zeigte, dass ein Zusammenhang zwischen einer mediterranen Diät und dem Rheuma-Risko nicht nachgewiesen werden konnte. Umstritten ist die basische Medizin, die davon ausgeht, dass Krankheiten durch Übersäuerung entstehen. [3] Eine eiweiß-arme Ernährung dagegen ist zwar gesund, weil wir sowieso schon zu viel Proteine aufnehmen. Ob ein Protein-Überschuss aber  z.B. Auto-Immunkrankheiten fördert, ist bisher nur ein Verdacht.  Leider werden auch die Empfehlungen der Deutschen Gesellschaft für Ernährung immer wieder grundlegend kritisiert. Trotzdem empfehlen alle Experten, sich vorsorglich gesund zu ernähren; das heißt für Psoriatiker, vor allem entzündungsfördernde Lebensmittel zu meiden. Nach wie vor gilt die mediterrane Kost (alternativ: Nordic Diet) als "Goldstandard" bei den Ernährungstipps. Auch fetter Fisch wie Thunfisch, Lachs oder Sardinen können entzündungshemmend wirken.

    Gesichert ist dagegen, dass Übergewicht eine Psoriasis-Therapie negativ beeinflusst und die Gelenke unnötig belastet. Das Bewusstsein, abnehmen zu müssen, sollte den Patienten ebenfalls innerhalb einer naturheilkundlichen Beratung vermittelt werden.

    Fußnoten

    [1] Neurodermitis-Creme Blankenstein: Menthol 2,0 g, Ichthyoli 2,0 g, Pasta zinci molle 48,0 g, Dreh-Dosier-Kruke 100

    [2] Studien, die den positiven Einfluss von Sport auf die Psoriasis belegen:

    Physical exercise modulates the homeostasis of human regulatory T cells.

    - The association between physical activity and the risk of incident psoriasis.

    Psoriasis and sport: a new ally?

    Diet and physical exercise in psoriasis: a randomized controlled trial.

    [3] "Nur nicht sauer werden – Belege für die basische Medizin fehlen", Gute Pillen Schlechte Pillen, 1/2016, S. 12 ff.

    Naturheil-Kliniken für Kassenpatienten

    Weiterführende Informationen


    Bildquellen

    • Kohlwickel:

    User Feedback

    Recommended Comments

    There are no comments to display.



    Join the conversation

    You can post now and register later. If you have an account, sign in now to post with your account.
    Note: Your post will require moderator approval before it will be visible.

    Guest
    Add a comment...

    ×   Pasted as rich text.   Paste as plain text instead

      Only 75 emoji are allowed.

    ×   Your link has been automatically embedded.   Display as a link instead

    ×   Your previous content has been restored.   Clear editor

    ×   You cannot paste images directly. Upload or insert images from URL.


  • Similar Content

    • Rolf Blaga
      By Rolf Blaga
      Naturheilkunde ist nichts für Eilige. Im Gegenteil: Viele natürliche Stoffe und Therapien brauchen nicht nur länger, bis sie wirken. Sie sind überhaupt erst dann effektiv, wenn sie mit weiteren Aktivitäten kombiniert werden – das gilt vor allem für chronisch Kranke. Gesund werden kann nur, wer auch bewusst gesund lebt. Dieses Behandlungskonzept wird für Patienten in dem Buch „Heilen mit der Kraft der Natur“ ausführlich vorgestellt.
      Naturheilkunde und gesunde Lebensweise
      Autor ist Professor Andreas Michalsen, der unter anderem Leiter der Naturheilkundlichen Abteilung des Berliner Immanuel-Krankenhauses ist. Er  setzt sich in seinem Buch für ein modernes Konzept der Naturheilkunde ein: Ziel solle es sein, die Möglichkeiten der Patienten zu nutzen, um ihre Selbstheilungskräfte zu mobilisieren. Das funktioniere dann, wenn natürliche Therapien und eine gesunde Lebensweise zusammenspielen. Sehr ausführlich beschreibt er die verschiedensten Möglichkeiten dazu. Darüberhinaus ist er ein Verfechter der „Integrativen Medizin“. Das heißt: Für ihn ist die Naturheilkunde keine Alternative zur modernen Medizin, sondern eine sinnvolle Ergänzung.
      Selbstheilung als natürlicher Prozess
      Es gäbe viele Möglichkeiten, so Michalsen, den Körper durch äußere Reize und Herausforderungen darin zu trainieren, sich immer wieder selbst zu reparieren. „Selbstheilung“ setze vor allem Vertrauen voraus: in den Arzt, die Therapie und letztendlich in sich selbst. So gesehen sei z.B. der Placebo-Effekt ein völlig natürlicher Vorgang.
      Michalsen arbeitet schon lange mit „antiken Therapien“ wie Blutegel, Schröpfen und Aderlass. Ausführlich begründet er, weshalb sie auch noch heute bei bestimmten Krankheiten eingesetzt werden sollten. Ähnliches gelte für Kneipp-Anwendungen: Wasser sei eines der ältesten Heilmittel der Menschheit. Viele seiner positiven Effekte könnten ein Medikament nie bewirken.
      Ganz wesentlich zur Selbstheilung trage, so Michalsen, das (Heil-) Fasten bei. Es stärke das Immunsystem und verlängere das Leben. Man könne damit den Körper entgiften und den Stoffwechsel regulieren. Die Darmbakterien würden sich anpassen. Eine gesunde Darmflora wirke sich auf das Nerven- und Immunsystem aus und beeinflusse die Selbstregulation des Körpers.Durch Fasten, so Michalsen, entstehe Brennstoff für das Gehirn. Es mache deshalb glücklich. Ähnlich würde es wirken, wenn man sich täglich nicht satt esse, sondern die Kalorien um 20-40 Prozent kürzt.
      Richtig ernähren und viel bewegen
      Darüberhinaus schütze eine richtige Ernährung vor Krankheiten. Es seien vor allem der Nahrungsüberfluss und die (oft unkontrollierten) Zwischenmahlzeiten, die dem Körper schaden würden. Wenn der Körper wegen des Essens ständig Insulin ausschütten müsse, könnten sich die Zellen nicht reinigen. Deshalb empfiehlt Michalsen, sich auf zwei Mahlzeiten pro Tag zu beschränken. Danach sei eine nahrungslose Phase von 14 Stunden sinnvoll.
      Als gesunde Kost empfiehlt er, wie inzwischen viele andere auch, die so genannte „Mittelmeer-Kost“. Viel Gemüse sei wichtiger, als Obst; gesundes Fett wichtiger als Fisch. Milch und Eier sind für ihn keine gesunden Lebensmittel; Fleisch würde uns (langfristig) umbringen.
      Bei den meisten Krankheiten sei es eher schädlich, sich zu schonen. Bewegung erweise sich bei fast allen Krankheiten als wirksame Therapie. So profitieren zum Beispiel die Faszien des Bindegewebes von Bewegung und würden damit Schmerzen verringern. Jeder solle für sich eine Aktivität finden, die individuell Spaß macht.
      Mind-Body-Medizin
      Michalsen ist ein engagierter Vertreter der Mind-Body-Medizin. Dabei geht es darum, für jeden Patienten eine passende Strategie zu entwickeln, Psyche, Immunsystem und Nerven positiv zu beeinflussen: durch Yoga, Meditation und Achtsamkeit. Mind-Body-Medizin wirke dem Stress entgegen. Aber sie führe auch dazu, dass Patienten ihren Körper bewusster wahrnehmen und sich verantwortlicher verhalten als bisher.
      Indische und chinesische Kräuter
      Michaelsen ist sehr überzeugt von Ayurveda, der traditionellen indischen Medizin. Anders als in der europäischen Naturheilkunde werden beim Ayurveda Kräuter und Gewürze stets als Mischungen verabreicht. Bis zu 50 verschiedene Stoffe würden ganz individuell kombiniert werden, um eine gewünschte Wirkung zu erzielen. Deren Heilungserfolge würden weit über das hinausgehen, was sich mit Placebowirkung oder Spontanheilung erklären ließe, so Michalsen. Auch in der traditionellen chinesischen Medizin (TCM) werden Pflanzen und deren Extrakte kombiniert.
      Ayurveda und TCM würden diese pflanzliche „Gesamt-Arzneimittel“ auch bei schweren, komplexen Krankheiten einsetzen. In unserem Kulturkreis dagegen würden überwiegend einzelne Pflanzenwirkstoffe eingesetzt werden. Damit könnten dann lediglich Symptome und Beschwerden leichter Krankheiten behandelt werden.
      Problematisch sei, dass die meisten dieser indischen oder chinesischen Gemische in Deutschland nur als Nahrungsergänzungsmittel zugelassen seien. Dadurch würden Qualität und Sicherheit nicht so gut kontrolliert werden, wie bei Arzneimitteln. Michalsen geht nicht weiter darauf ein, dass immer wieder gesundheitsgefährdende Stoffe in Original-Ayurveda- und TCM-Kräuter aus Indien oder China gefunden werden und es schon Todesfälle gab. Sein Kollege Dr. Christian Kessler empfiehlt deshalb, Ayurveda-Präparate und TCM-Kräuter ausschließlich über sichere Bezugsquellen zu beziehen, wie z.B. deutsche Apotheken mit naturheilkundlichem Schwerpunkt.
      Schwere Krankheiten naturheilkundlich behandeln
      Ausführlich beschreibt Michalsen die naturheilkundliche Behandlung von Bluthochdruck, Herzkrankheiten, Arteriosklerose, Arthrose, Depression und Angstsyndromen, Rücken- und Nackenschmerzen, Diabetes, Rheuma und Magen-Darmerkrankungen. Hautkrankheiten werden leider nicht erwähnt. Aber: Zu diesem Thema gibt es demnächst einen Bericht über die Klinik Blankenstein im Psoriasis-Netz. Außerdem wird es am 28. April 2018 in Berlin eine Veranstaltung zum Thema „Naturheilkunde und Psoriasis – Erprobte Therapien“ geben.
      Fazit
      Das Buch „Heilen mit der Kraft der Natur“ spiegelt den aktuellen Stand der seriösen, in seiner Wirkung nachgewiesenen Naturheilkunde wider. Professor Michalsen erklärt vieles aus seiner persönlichen Erfahrung. Dadurch sind seine Ausführungen nicht nur sehr glaubwürdig, sondern sie machen es dem Leser leicht, ihm zu folgen. Seine Anliegen, die Erforschung der Naturheilkunde zu fördern, Patienten zu gesundem Leben zu motivieren und möglichst viele medizinische Ansätze zu integrieren, sind wohltuend ideologie-frei.
      In diesem Sinne fordert er Ärzte auf, bei ihren Patienten "subjektive Krankheits- und Heilungsüberzeugung" nicht als "absurd oder unwissenschaftlich" abzutun. Vermutlich deshalb, weil inzwischen eindeutig nachgewiesen ist, dass die Kraft der Gedanken gesund machen kann. Leider problematisiert er an dieser Stelle nicht, dass es auch "Heilsüberzeugungen" gibt, die unseriös und gefährlich sein können: Bekanntlich gibt es immer wieder Scharlatane (Hackethal, Rath, Humble & Co.), die „natürliche“ Verfahren anbieten und mit unbewiesenen Heilsversprechen verzweifelte Patienten anlocken.
      Michalsen geht in seinem Buch nicht auf andere Richtungen ein, die sich selbst ebenfalls als „Naturheilkunde“ bezeichnen, wie z.B. Homöopathie, Anthroposophie, Bachblüten-Therapie, Schüßler-Salze, Bioresonanz-Therapie usw. Aber das ist für eine solch umfangreiche Darstellung vermutlich zu viel verlangt.
      Insgesamt ist das Buch für jeden Patienten, der sich für naturheilkundliche Behandlungen interessiert, uneingeschränkt zu empfehlen.
      Weiterlesen:
      Bewährte Behandlungen der Psoriasis in der Naturheilkunde (Veranstaltung am 28. April 2018 in Berlin) Psoriasis naturheilkundlich behandelt, Klinik Blankenstein Ordnungstherapie in der stationären Naturheilkunde, Leonie Jagenburg, Christa Golücke, André-Michael Beer CAM-Report - Wissenschaftliche Meta-Analyse wie gut Heilkräuter & Co. bei rheumatoider Arthritis, Arthrosen (meist vom Knie) und Fibromyalgie helfen, Rheuma Liga Alternative Heilverfahren – Sanfte Methoden ergänzen Schulmedizin, Inga Richter, PSO aktuell 1/2013 Mit Naturheilkunde die Schuppenflechte behandeln (Expertenforen 2013 und 2016), Psoriasis-Netz Naturheilkunde und andere ergänzende Heilmethoden, Rheuma Liga Deutschland Psoriasis und Alternativmedizin 2014, Psoriasis-Netz Berlin: Alternativ-Mediziner kooperieren
    • EddiJ
      By EddiJ
      Ich finde diese ganze Regasinum Diskussion ja recht interessant, aber ich wundere mich immer wieder, zu welchen Maßnahmen Leute greifen, um ihre Schuppenflechte in den Griff zu kriegen.
      Da wird wirklich nichts unversucht gelassen und jeder gibt zu, dass er unter der Psoriasis unendlich leidet. Nur auf das Naheliegendste, nämlich die Ernährung wird nicht wirklich umfassend geachtet.
      Seit meinem Selbstversuch weiß ich, dass Ernährung und Schuppenflechte 1 zu 1 zusammenhängen. Es mag sein, dass jeder ein paar andere Stoffe hat, die bei ihm auslösend sind, aber es gibt diese Auslöser, man muss sie nur finden.
      Ich habe ja meinen Weg beschrieben (4 Wochen eine einseitige langweilige Basisernährung, die garantiert nicht auslösend ist, z. B. Reis und Fisch (Lachs oder Seelachs, nur gesalzen)), danach war die Flechte weg.
      Seitdem habe ich viele Lebensmittel wieder dazugenommen, Ergebnis: Die Flechte ist immer noch weg. Ich kann alle Milchprodukte essen, Fleisch von guter Qualität (Bio), Gemüse, Obst aus dem Garten (oder Bio), Kartoffeln, Nudeln, Eier, sogar Alkohol (Bier). Lediglich scharfe Gewürze, Geschmacksverstärker, Natriumglutamat, Fertignahrungsmittel, Glukosesirup (leider auch Speiseeis) und Wein meide ich.
      Warum so schwer, wenn es doch auch einfach geht??? Ich verstehe Euch alle nicht.
      Gruß
      EddiJ (aufdemjetztwahrscheinlichallerumhackenwerden)
    • Claudia
      By Claudia
      Psoriasis und Mikrobiome: Wie gut helfen Probiotika, Präbiotika oder Fasten?
      Referenten:
      Dr. Bernhard Uehleke, Immanuel Krankenhaus, Abt. Naturheilkunde Rolf Blaga Veranstalter: Psoriasis Forum Berlin e.V.
      Eine Anmeldung ist nicht nötig.
      Link zum Videoseminar: https://us02web.zoom.us/j/83877766158?pwd=WVBqdDZhSmtmMFJnT01ZRTgzYjBDQT09
      Wer per Telefon zuhören möchte, kann unter 030 / 5679 5800 anrufen.
      Meeting-ID: 838 7776 6158
      Kenncode: 165183
      Wir haben eine kleine Anleitung für Zoom geschrieben.
    • lara_hannah
      By lara_hannah
      Hallo ihr Lieben!
      Ich wollte mich erkundigen ob jemand Erfahrungen mit der Diät/ Ernährung von Anthony William gemacht hat. Ich habe sein Buch empfohlen bekommen (Mediale Medizin) und bin generell sehr skeptisch dem gegenüber. Er empfielt eigentlich für fast jede Krankheit das selbe (einen Monat Rohkost und Selleriesaft). Aber da ich vor kurzem mit Pso-athritis diagnostiziert wurde und ich vor einer MTX Therapie noch anderes ausprobieren möchte, überlege ich mich dran zu versuchen. Vor allem da ich vor ca. zwei Monaten eine Woche Buchinger Fasten probiert habe und danach für drei Wochen komplett schmerzfrei war... aber leider nur für drei Wochen. Würde mich freuen falls jemand mehr weiß, wäre auch gepannt auf etwagige andere alternativen Ansätze.
      Lg, Lara
    • MaverickTv
      By MaverickTv
      Hallo zusammen,
      wie einige hier wissen, probiere ich gerne und viel aus. Von Diäten über MTX war alles schon dabei. Ich habe jetzt allerdings etwas gefunden was wirklich hilft. Günther Haase hat es geschafft meine Psoriasis an Nägeln komplett erscheinungsfrei zu bekommen. Meinen Gelenken geht es auch viel besser.
      Das Ganze gleidert sich in eine wöchentliche Injektion von Immunstoffen, dadurch wird das Immunsystem angeregt und später reguliert. Das Verfahren nennt sich MULTIM. Bevor ich hier zerissen werde, wegen Werbung oder so, stelle ich lieber den Link online.
      www.pso-immunity-healing.com
      mit zahlreichen Patienteninterviews. Ich habe am Anfang nicht wirklich daran geglaubt, aber das Ganze funktioniert.
      Schaut euch das mal an. Für Fragen stehe ich euch zur Verfügung.
      Viele Grüße,
      Mav.

Willkommen

Willkommen in der Community für Menschen mit Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Ohne Werbung, ohne Tracking, aber mit ganz viel Herz 💛

×
×
  • Create New...

Important Information

We have placed cookies on your device to help make this website better. You can adjust your cookie settings, otherwise we'll assume you're okay to continue.