Studiendaten zu Golimumab (Simponi)

Im Herbst 2008 wurden die Ergebnisse einer Phase-III-Studie mit dem Wirkstoff Golimumab vorgestellt: 405 Patienten mit Psoriasis arthritis waren mit dem Wirkstoff behandelt worden – in einer Dosis von 50 oder 100 Milligramm. Mitmachen konnte, wer mindestens drei geschwollene Gelenke hatte – oder solche, die auf Druck mit Schmerz reagierten. Außerdem mussten Psoriasis-Stellen mit mindestens zwei Zentimeter Durchmesser im Spiel sein.

Das Medikament mit dem Wirkstoff heißt Simponi.

Die Betroffenen erhielten im Abstand von vier Wochen eine Spritze unter die Haut (subkutan).

Wer bis zur 16. Woche keine Besserung zeigte und ein Placebo bekommen hatte, durfte auf 50 mg Golimumab umsteigen. Wer bis dahin 50 mg Golimumab erhielt, konnte auf die 100-mg-Dosis umsteigen.

Nach 24 Wochen wechselten alle Placebo-Patienten auf die 50-mg-Version.

Die Dosis trug den Titel „Go-Reveal“, was die Kurzform von Golimumab – A Randomized Evaluation of Safety and Efficacy in Subjects with Psoriatic Arthritis Using a Human Anti-TNF Monoclonal Antibody ist. Gut, dass es Kurzformen gibt.

Die Ergebnisse in Kürze

  • Die Besserung der Haut- und Gelenk-Symptome hielt über ein Jahr an.
  • Die gesundheitsbezogene Lebensqualität (HRQOL) stieg.
  • Die körperliche Funktionsfähigkeit stieg.um etwa ein Drittel.
  • Die Schwellung der Finger- und Zehenglieder (Daktylitis) ging zurück – bei denjenigen mit der 50-mg-Dosis allerdings nicht so sehr, dass es als deutlich bezeichnet werden kann.
  • Die Nagel-Psoriasis besserte sich.
  • Eine Enthesitis (Entzündung der Ansatzpunkte von Sehnen oder Bändern an Knochen) ging um bis zu zwei Drittel zurück.

Die Besserung der Schuppenflechte wurde bei denen gemessen, deren Haut über drei Prozent oder mehr mit Schuppenflechte bedeckt war. 

Nebenwirkungen

Bis zum Ende der 24. Woche traten bei zwei Prozent der Golimumab-Patienten schwerwiegende unerwünschte Ereignisse auf.

Fünf Prozent der Golimumab-Patienten verspürten Reaktionen an der Injektionsstelle.

Es gab keinen Tuberkulose-Fall und keine opportunistische Infektionen.

Unter den Golimumab-Patienten erkrankte bis zum Ende der 24. Woche einer an einem Prostatakrebs, zwei erkrankten an einem Basalzellkarzinom.

Zwischen der 24. und der 52. Woche starb ein Patient an einem kleinzelligen Bronchialkarzinom. Ein weiterer erkrankte an einem Kolonkarzinom. Ein Patient starb bei einem Kletterunfall.

Bis zum Ende der 52. Woche stieg diese Zahl der schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse auf fünf Prozent.

Quellen:

  • Informationen des Herstellers
  • „Golimumab – neue Option für die Psoriasis arthritis“ in: Ärzte Zeitung, 20.02.2009
  • Rheumatologe Dr. Frank Behrens, Uni Frankfurt/Main, zitiert in: „Umfassende Hilfe für Patienten mit Psoriasis-Arthritis“, Ärzte Zeitung, 19.10.2009
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1 Kommentar

  1. Seit meiner Kindheit lebe ich mit Psoriasis, auf meiner Haut. In der Pubertät ging es weg, beim ersten Kind trat es wieder auf, in der zweiten Schwangerschaft wurde es wieder besser, danach aber wieder schlimmer. Wurde aber immer besser und verschwand vöiig, als ich mich dazu entschloss, keine ungebrochenen Eiweißketten in der Nahrung zu mir zu nehmen. Jetzt bin ich 61 Jahre, habe die Wechseljahre hinter mir und leide seit ca. 15 Jahren unter einer Psoriasis Arthritis.Ich habe MTX verordnet bekommen, dazu Voltaren dispers (nehme ich seit dieser Zeit ständig) außerdem Cortison, dazwischen Celebrex, was ich nicht vertragen habe. Lebe seit ca. 10 Jahren ohne tierischem Eiweiß, was mir ca. 7 Jahre Schmerzfreiheit gebracht hat. 2007 habe ich das unterbrochen, nach einem Dreivierteljahr wieder begonnen, weil erneut Schmerzen aufgereten sind. Dann erstmal nur Vortaren, dann erneut Cortison dazu, seit Angang 2013 Arava 100. Trotzdem Schmerzen, die mit Voltaren und Cortison dazu behandelt wurden. Die Schmerzen wurden trotzdem schlimmer. Seit Juni 2014 Simponi 50 mg. Nach einem Monat ist vereinzelt wieder Schuppenflechte aufgetreten, auf den Handinnenflächen und an den Füßen. Seit fast einem Monat bin ich bei einem Hautarzt in Behandlung. Mit Laserbehandlungen, einem Desinfektionsmittel und einer Basiscreme tasten wir uns gemeinsam vor. Leider ist es nicht wesentlich besser geworden. D.h. es wird an manchen Stellen wieder besser, gibt aber dann wieder neue Eiterbläschen. Am Mittwoch kann man das Ergebnis der ersten Kultur erfahren. Welche Erfahrungswerte haben Sie in dieser Beziehung gemacht, was hat letztendlich geholfen?
    Ich wäre über eine Nachricht sehr dankbar.

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