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  • Claudia Liebram

    Claudia LiebramVita

    Geboren

    1968

    Berufliche Laufbahn

    Ich arbeite als Journalistin in Berlin. Gerade hatte ich mein Fernstudium der Journalistik an der Karl-Marx-Universität in Leipzig begonnen, als die Wende kam. Nach einigen Stationen als Lokaljournalistin arbeitete ich viele Jahre in der Wissenschafts-Redaktion der "Welt" (hier findet Ihr einige Artikel). Nach einer Station bei der "Berliner Morgenpost" ist jetzt der Tagesspiegel mein publizistisches Zuhause.

    Um mein Wissen im Bereich der Gesundheit und Medizin auf solide Füße zu stellen, absolvierte ich den Masterstudiengang "Consumer Health Care" an der Berliner Charité. Das Wissen über die Krankheit und die Therapien aktualisiere und vertiefe ich regelmäßig auf Ärzteveranstaltungen. In Fortbildungen aktualisiere ich immer wieder mein Wissen und Können im Umgang mit Daten, Statistik und Studien. An einigen Studien habe ich auch mitgewirkt.

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  • Artikel von Claudia Liebram

    Claudia Liebram

    Forscher haben entdeckt, dass spezielle Entzündungszellen von der Psoriasis-Haut in die Gelenke wandern und dort nur dann Psoriasis arthritis auslösen, wenn schützende Bindegewebszellen fehlen. Diese Erkenntnis könnte helfen, das Schuppenflechte-Rheuma durch Bluttests frühzeitig zu erkennen und durch Stärkung des körpereigenen Schutzschildes im Gelenk zu verhindern.
    In diesem Artikel erklären wir den entdeckten Mechanismus, wie Hautprobleme auf Gelenke übergreifen – zugegeben: mit ein bisschen Drama 😉
    Die stille Angst im Wartezimmer
    Du sitzt beim Hautarzt. Du kennst das Wartezimmer. Du kennst die Gedanken. Deine Haut juckt. Die roten Flecken sind da. Du hast gelernt, damit zu leben. Du hast deine Medikamente. Du hast deine Routinen. Aber da ist diese eine Statistik: 20 bis 30 Prozent. Das ist die Zahl. So viele von uns bekommen Gelenkprobleme. Man nennt es Psoriasis arthritis. Kurz PsA.
    Die Angst ist real. Jeder Schmerz im Finger lässt uns aufhorchen. Zwickt es im Rücken? Ist das nur Muskelkater? Oder geht es jetzt los? Die Ungewissheit belastet. Sie wiegt schwer. Ärzte können bis heute wenig sagen: Sie wissen nicht wirklich, wen es trifft. Sie wissen nicht, warum es passiert. Es ist wie ein Würfelspiel.
    Aber es gibt Neuigkeiten aus Erlangen. Dort arbeitet ein Team von Forschern. Sie sind Experten. Sie arbeiten an der Friedrich-Alexander-Universität. Sie haben tief in unsere Zellen geschaut. Sie haben etwas gefunden. Es ist wie ein fehlendes Puzzleteil. Sie haben den Weg der Entzündung entschlüsselt.
    Sie wissen jetzt, wie die Schuppenflechte wandert. Sie wissen, wie sie vom Fleck auf der Haut in das Gelenk kommt. Und sie wissen noch etwas Wichtigeres. Sie wissen, wer sie aufhalten kann. Oder wer sie aufhalten sollte.
    Dieser Bericht ist lang. Er ist ausführlich. Wir nehmen uns Zeit. Wir schauen uns jedes Detail an. Wir wollen verstehen. Denn Wissen hilft gegen Angst. Schritt für Schritt. Ohne komplizierte Fachsprache. Locker. Aber korrekt. Wir tauchen ein in die Welt deiner Zellen. Wir schauen uns die "Reisenden" an. Und wir besuchen die "Hausmeister" im Gelenk. Mach es dir bequem. Das hier ist wichtig für deine Zukunft.
    Teil 1: Das große Rätsel der zwei Krankheiten
    Warum Haut und Gelenk zusammenhängen
    Wir müssen vorne anfangen. Psoriasis ist nicht nur eine Hautsache. Das wissen wir heute. Es ist eine Entzündung im ganzen Körper. Das Immunsystem spielt verrückt. Es greift körpereigenes Gewebe an. Meistens ist es die Haut. Die Zellen teilen sich zu schnell. Es schuppt. Es entzündet sich.
    Aber das Immunsystem ist überall. Es fließt durch dein Blut. Es erreicht jeden Winkel. Warum greift es bei manchen nur die Haut an? Und bei anderen die Gelenke?
    Lange dachte man, es sei Zufall. Oder einfach Pech.
    Manche Ärzte sprachen von zwei verschiedenen Krankheiten. Die aber oft zusammen auftreten. Andere vermuteten eine Verbindung. Aber niemand konnte sie beweisen. Niemand konnte den Weg aufzeigen.
    Bis jetzt. Die Studie aus Erlangen zeigt einen Weg. Eine Straße. Sie führt von der Haut zum Gelenk. Die Krankheit breitet sich aus. Sie bleibt nicht stehen. Die Forscher vergleichen das mit Krebs. Das klingt erst mal hart. Krebs ist ein böses Wort. Aber der Mechanismus ist ähnlich. Bei Krebs wandern Zellen vom Tumor weg. Sie bilden Metastasen. Bei Psoriasis wandern Entzündungszellen weg. Sie bilden eine Arthritis. Das ist eine völlig neue Sichtweise. Sie hilft uns beim Verstehen.
    Die Statistik, die vielen Sorgen macht
    Lass uns kurz bei den Zahlen bleiben. 20 bis 30 Prozent. Das ist fast jeder Dritte. Das Risiko ist nicht klein. Eine Psoriasis arthritis ist kein Spaß. Sie tut weh. Gelenke schwellen an. Sie werden steif. Ohne Behandlung passiert Schlimmes. Knochen gehen kaputt. Knorpel verschwindet. Das Gelenk verformt sich. Das bleibt dann so. Man kann es nicht rückgängig machen. Deshalb ist Früherkennung so wichtig. Aber wie erkennt man etwas, das noch nicht da ist? Bisher ging das nicht. Wir mussten warten. Warten auf den Schmerz. Warten auf die Schwellung. Dann war die Entzündung schon da. Das Kind war in den Brunnen gefallen. Wir konnten nur reagieren. Wir konnten nicht agieren. Die Erlanger Forschung könnte das ändern. Sie gibt Hoffnung auf einen Test. Einen Test, bevor es wehtut. Dazu später mehr.
    Wer sind die Helden dieser Geschichte?
    Hinter dieser Entdeckung stecken Menschen. Es ist ein Es ist ein Team um Dr. Maria Gabriella Raimondo, Dr. Simon Rauber und Professor Andreas Ramming. Sie arbeiten an der Medizinischen Klinik 3 in Erlangen.
    Sie haben nicht allein gearbeitet. Es war ein riesiges Projekt. Die Deutsche Forschungsgemeinschaft hat geholfen. Der Europäische Forschungsrat war dabei. Das zeigt: Das Thema ist wichtig. Die Wissenschaft schaut auf Psoriasis. Wir werden nicht vergessen.
    Das Forscher-Team hat seine Ergebnisse veröffentlicht. In einem Fachblatt. Es heißt Nature Immunology. Das ist der Olymp der Wissenschaft. Wer dort veröffentlicht, hat etwas Wichtiges gefunden.
    Teil 2: Der erste Schritt – Der Aufbruch in der Haut
    Die Geburt der "Reisenden"
    Stell dir deine Haut vor. Dort ist ein Psoriasis-Herd. Es ist rot. Es ist aktiv. In dieser Entzündung ist viel los. Immunzellen kämpfen. Botenstoffe fliegen hin und her. In diesem Chaos entstehen neue Zellen. Die Forscher nennen sie "myeloische Vorläuferzellen". Das ist ein schweres Wort. Nennen wir sie "die Reisenden". Diese Zellen sind jung. Sie sind noch nicht fertig. Sie sind wie Rekruten. Sie wurden gerade eingezogen. Ihr Ausbildungsort ist die entzündete Haut. Dort bekommen sie ihre Prägung. Sie lernen dort: "Entzündung ist gut. Wir müssen kämpfen."
    Der Weg in den Blutstrom
    Aber sie bleiben nicht in der Haut. Das ist das Neue. Das wusste man vorher nicht so genau. Die Forscher erklären das mit ihrer Studie. Diese Zellen treten über. Sie gehen in den Blutkreislauf. Sie nutzen deine Adern als Autobahn. Sie schwimmen mit dem Strom. Durch den ganzen Körper. Das klingt gruselig. Entzündung, die durch den Körper schwimmt. Aber das ist erst mal normal. Das Immunsystem ist ja überall.
    Die Frage ist: Wo wollen sie hin? Haben sie ein Ziel? Ja, das haben sie. Ihr Ziel sind die Gelenke.
    Warum gerade die Gelenke?
    Das ist eine spannende Frage. Warum schwimmen sie nicht zur Leber? Oder zur Lunge? Es scheint eine Verbindung zu geben. Eine spezielle Anziehung.
    Vielleicht liegt es an der Struktur. Haut und Gelenk haben Ähnlichkeiten. Beides hat Bindegewebe. Beides wird mechanisch belastet. Die Reisenden fühlen sich dort wohl. Sie erkennen das Gewebe wieder. Es ist wie eine zweite Heimat für sie.
    Sie steigen also aus. Sie verlassen die Blutbahn. Sie wandern in das Gewebe um das Gelenk. Die Synovia. So heißt die Gelenkinnenhaut. Dort kommen sie an.
    Die Entdeckung mit den leuchtenden Mäusen
    Woher wissen die Forscher das so genau? Man kann ja nicht in einen lebenden Menschen hineinschauen. Zumindest nicht so tief. Sie haben einen Trick benutzt. Sie nutzten spezielle Mäuse. Man nennt sie "Kaede-Mäuse". Kaede ist ein Protein. Es leuchtet. Normalerweise leuchtet es grün. Aber man kann die Farbe ändern. Mit Licht. Nimmt man violettes Licht, wird es rot. Die Forscher haben nur die Haut der Mäuse beleuchtet. Alle Zellen in der Haut wurden rot. Alle anderen Zellen im Körper blieben grün. Das war der Startschuss.
    Dann haben sie gewartet. Sie haben geschaut: Wo tauchen rote Zellen auf? Finden wir rote Zellen im Herz? Finden wir sie im Gehirn? Nein. Aber sie fanden sie im Gelenk. Nach einiger Zeit tauchten dort rote Zellen auf.
    Das war der Beweis. Eindeutig. Diese Zellen kamen aus der Haut. Sie waren gewandert. Sie hatten ihre Farbe mitgebracht. Wie einen Stempel im Pass. "Ich komme aus der Haut." Das stand auf ihnen geschrieben. So konnten die Forscher die Reisenden identifizieren. Sie konnten sie zählen. Und sie konnten sehen: Bei Psoriasis wandern viele von ihnen.
    Teil 3: Der zweite Schritt – Die Ankunft und die Kontrolle
    Allein ankommen reicht nicht
    Jetzt wird es spannend. Die Reisenden sind da. Sie sind im Gelenk. Bedeutet das jetzt Arthritis? Geht jetzt die Entzündung los? Nein. Eben nicht. Das ist die große Überraschung der Studie. Dr. Rauber sagt: Die Einwanderung allein reicht nicht. Nur weil die Zellen da sind, wird man nicht krank. Das erklärt, warum viele Psoriasis-Patienten gesund bleiben. Auch bei ihnen wandern Zellen. Auch bei ihnen kommen die Reisenden an. Aber es passiert nichts. Warum nicht? Wer hält sie auf?
    Das Begrüßungskomitee: Die Fibroblasten
    Im Gelenk wohnen andere Zellen. Sie sind schon immer da. Es sind Bindegewebszellen. Die Fachleute sagen "Fibroblasten". Stell sie dir vor wie Hausmeister. Sie kümmern sich um das Gelenk. Sie bauen Knorpel auf. Sie schmieren das Gelenk. Sie sorgen für Ordnung. Und sie sind die Türsteher. Wenn neue Zellen kommen, prüfen sie diese. Sie schauen sich die Reisenden an. Sind das Freunde? Oder Feinde? Wollen die Ärger machen? Die Fibroblasten entscheiden über Krieg oder Frieden.
    Der geheime Handschlag: CD200
    Wie machen sie das? Die Zellen reden miteinander. Aber nicht mit Worten. Sie nutzen Moleküle. Die Forscher haben das Molekül gefunden. Es heißt CD200. Das ist wie ein Ausweis. Oder wie eine beruhigende Hand auf der Schulter. Die gesunden Hausmeister (Fibroblasten) haben viel CD200. Sie zeigen diesen Ausweis. Die Reisenden haben den passenden Empfänger. Er heißt CD200R1. Das ist wie ein Schloss für den Schlüssel. Wenn CD200 an den Empfänger andockt, passiert etwas Magisches. Ein Signal geht in die Reisende Zelle. Das Signal heißt: "Alles ruhig. Kein Angriff. Leg die Waffen weg."
    Die friedliche Koexistenz
    Das passiert in einem gesunden Gelenk.
    Die Reisenden kommen an. Sie sind vielleicht etwas aggressiv. Sie kommen ja aus der entzündeten Haut. Aber die Hausmeister sind stark. Sie zeigen ihren CD200-Ausweis.
    Die Reisenden beruhigen sich. Sie werden inaktiv. Sie lösen keine Entzündung aus. Das Gelenk bleibt gesund.
    Du hast zwar Psoriasis. Deine Zellen wandern auch. Aber dein Gelenk schützt sich selbst. Das ist ein perfektes System. Es funktioniert bei den meisten von uns. Wir haben Glück. Unsere Hausmeister sind wachsam.
    Teil 4: Wenn das System versagt – Der Ausbruch der Arthritis
    Der fehlende Schutzschild
    Aber bei 30 Prozent geht es schief. Warum? Auch das erklären die Forscher. Bei diesen Menschen fehlt der Schutz. Die Hausmeister sind schwach. Oder es sind zu wenige da. Die Fibroblasten haben kein CD200 mehr. Oder viel zu wenig. Der Ausweis fehlt. Die beruhigende Hand fehlt. Das Gelenk ist schutzlos. Der "Boden" ist verändert. Er lässt die Entzündung zu.
    Die Eskalation
    Stell dir die Situation vor: Die Reisenden kommen an. Sie sind voller Energie aus der Haut. Sie sind bereit für Krawall. Sie treffen auf die Hausmeister. Aber die Hausmeister signalisieren nicht "Ruhe". Sie können es nicht. Ihnen fehlt das CD200. Die Reisenden warten vergeblich auf das Stopp-Signal. Da kommt nichts. Also machen sie das, was sie gelernt haben: Sie machen Entzündung. Sie werden aktiv. Sie rufen Verstärkung.
    Die Verwandlung in Brandstifter
    Die Reisenden verändern sich jetzt. Sie werden zu echten Fresszellen. Zu Makrophagen. Und sie aktivieren andere Zellen. Besonders die T-Zellen. T-Zellen sind die Spezialeinheiten des Immunsystems. Die Reisenden feuern die T-Zellen an. "Hier ist ein Feind! Greift an!" Die T-Zellen schütten Botenstoffe aus. Einer davon ist berüchtigt. Er heißt IL-17. Vielleicht kennst du den Namen. Viele moderne Medikamente blockieren IL-17. Jetzt wissen wir noch besser, warum das hilft. IL-17 ist wie Benzin im Feuer. Es heizt die Entzündung an.
    Das Feuer brennt
    Jetzt ist die Arthritis da. Das Gelenk wird heiß. Es schwillt an. Flüssigkeit sammelt sich. Das Immunsystem greift den eigenen Körper an. Es denkt, dort sei eine Infektion. Aber da ist keine.
    Es ist ein Fehlalarm. Ausgelöst durch die Reisenden. Und nicht gestoppt durch die Hausmeister. Der Knochen wird angegriffen. Er wird abgebaut. Gleichzeitig wuchert der Knochen an anderen Stellen. Das führt zu den typischen Verformungen. Und zu den Schmerzen, die wir kennen.
    Teil 5: Die Beweise – Von der Maus zum Menschen
    Hightech-Analyse der Zellen
    Die Forscher haben nicht nur Mäuse beobachtet. Sie haben die modernste Technik genutzt, die es gibt. Sie haben "Single Cell Sequencing" gemacht. Das heißt: Sie haben jede einzelne Zelle untersucht. Sie haben ihr Erbgut gelesen. Wie ein Tagebuch. Sie konnten sehen, welche Gene aktiv sind. So haben sie die Reisenden genau identifiziert. Sie haben einen komplizierten Namen: CD2+/MHC-II+/CCR2+ (das bedeutet, sie tragen alle drei Marker gleichzeitig). Lass uns bei "Reisende" bleiben. Aber dieser genetische Fingerabdruck ist wichtig. Er macht die Zellen unverwechselbar.
    Bestätigung beim Menschen
    Mäuse sind gut für die Forschung. Aber wir sind keine Mäuse. Funktioniert das bei uns auch so? Das Team hat Gewebeproben von Patienten untersucht. Von Menschen mit Psoriasis. Und von Menschen mit Psoriasis arthritis. Sie haben Hautproben genommen. Und Gelenkproben. Und sie haben verglichen. Das Ergebnis war eindeutig. Ja, es ist bei uns genauso. Auch in unseren Gelenken finden sich diese Reisenden. Und auch bei Arthritis-Patienten fehlen die CD200-Hausmeister.
    Der genetische Beweis der Wanderung
    Sie haben noch einen Beweis gefunden. Sie haben die Mitochondrien untersucht. Das sind die Kraftwerke der Zellen. Sie haben eigene kleine Gene. Diese Gene verändern sich leicht. Wie Muttermale. Wenn eine Zelle sich teilt, gibt sie diese Merkmale weiter. Die Forscher fanden die gleichen Merkmale in der Haut und im Gelenk. Bei denselben Patienten. Das beweist: Die Zellen im Gelenk stammen von den Zellen in der Haut ab. Sie sind wirklich gewandert. Es ist wie ein Vaterschaftstest. Nur für Zellen. Der Weg ist bewiesen.
    Teil 6: Der Blick in die Zukunft – Diagnose und Therapie
    Warum erzählen wir das so ausführlich? Weil es Hoffnung gibt. Wenn wir den Mechanismus kennen, können wir ihn stören. Bisher werden oft nur die Symptome behandelt. Oder wir unterdrücken das ganze Immunsystem. Oder einzelne Komponenten – was schon ziemlich gut ist. Aber: Jetzt können wir noch gezielter vorgehen.
    Die Erlanger Entdeckung öffnet zwei neue Türen: Eine Tür für die Diagnose. Und eine Tür für die Therapie.
    Die Chance auf einen Früherkennungstest
    Erinnerst du dich an die Reisenden im Blut? Sie sind da, bevor das Gelenk wehtut. Das ist die Chance. Man könnte einen Bluttest entwickeln. Der Arzt nimmt dir Blut ab. Er sucht nach genau diesen Zellen mit den Markern CD2+, MHC-II+ und CCR2+. Findet er viele davon? Dann ist dein Risiko hoch. Deine Haut schickt schon Truppen los. Dann muss man handeln. Findet er keine? Dann kannst du aufatmen. Dein Risiko ist gerade gering. Das würde die Angst nehmen. Die Ungewissheit wäre weg. Wir wüssten, woran wir sind.
    Die Vision der Prävention
    Wenn wir wissen, wer gefährdet ist, können wir vorbeugen. Das ist der Heilige Gral der Medizin. Krankheiten verhindern, bevor sie ausbrechen. Wie könnte das gehen? Es gibt zwei Strategien, die sich aus der Studie ergeben.
    Strategie 1 – Die Reise stoppen: Man könnte Medikamente entwickeln, die das Wandern verhindern. Man könnte die Autobahn sperren. Oder man könnte den Zellen den Austritt ins Gelenk verwehren. Wenn keine Reisenden ankommen, gibt es keine Entzündung. Die Psoriasis bliebe auf der Haut. Das Gelenk bliebe verschont. Strategie 2 – Die Hausmeister stärken: Das ist vielleicht noch cleverer. Wir wissen, dass das Fehlen von CD200 das Problem ist. Warum geben wir es nicht zurück?& Man könnte Medikamente entwickeln, die CD200 ersetzen. Oder die die eigenen Fibroblasten anregen, es wieder zu produzieren. Wir würden den Schutzschild reparieren. Die Reisenden kommen an. Aber sie werden sofort beruhigt. "Alles gut. Kein Stress." Die Entzündung würde im Keim erstickt. Wann gibt es das beim Arzt?
    Ganz realistisch: Wenn, dann in einigen Jahren. Forschung braucht Zeit. Die Erlanger Ergebnisse stammen aus der Grundlagenforschung. Das ist der erste Schritt. Ein sehr wichtiger Schritt.
    Aber bis zur Pille in der Apotheke dauert es noch. Es müssen Wirkstoffe gefunden werden. Sie müssen getestet werden. Erst an Zellen. Dann an Tieren. Dann an Menschen. Das dauert Jahre.
    Der Bluttest ist derzeit nicht verfügbar. Die Studie zeigt lediglich, dass die Zellen prinzipiell im Blut nachweisbar sind. Die Erlanger Studie ist also ein Machbarkeitsnachweis. Die Forscher haben eine Forschungsmethode gewählt – und keine Routinediagnostik.
    Bis zu klinischen Anwendungen vergehen typischerweise zehn bis 15 Jahre.
    Bei etwa 20 Prozent der Patienten entwickelt sich eine Psoriasis arthritis ohne vorherige Hauterkrankung – für diese Gruppe greift der beschriebene Mechanismus nicht.
    Aber der Weg ist jetzt klarer. Die Richtung stimmt. Jetzt gibt es eine Karte.
    Teil 7: Was du jetzt tun kannst – Wissen ist Macht
    Du kannst jetzt noch keinen CD200-Booster kaufen. Aber du kannst dein Wissen nutzen.
    Beobachte dich. Achte auf deinen Körper. Die Studie sagt: Der Prozess beginnt schleichend. Hör auf kleine Signale. Morgensteifigkeit? Ein dickes Gelenk? Schmerzen in der Ferse? Das könnten Zeichen sein. Geh zum Rheumatologen. Nicht erst, wenn gar nichts mehr geht. Geh früh. Erzähl ihm von deinen Sorgen.
    Sprich mit deinem Arzt. Ärzte lesen Fachliteratur. Dein Rheumatologe kennt vielleicht diese Studie. Oder er liest bald davon. Frag ihn nach deinem Risiko. Lass deine Entzündungswerte checken – auch, um andere Erkrankungen auszuschließen.
    Eine gut behandelte Psoriasis der Haut senkt vielleicht auch den Nachschub an Reisenden. Das ist noch nicht bewiesen. Aber es klingt logisch. Wenn in der Haut Ruhe ist, entstehen weniger Vorläuferzellen. Also: Pflege deine Haut. Nutze die Medikamente, die es. heute schon gibt. Halte die Entzündung klein.
    Ein gesunder Lebensstil hilft den Hausmeistern
    Wir wissen noch nicht genau, warum die Fibroblasten schwach werden. Warum verlieren sie das CD200? Vielleicht spielt Stress eine Rolle. Oder Ernährung. Oder Rauchen. Rauchen ist Gift für Psoriasis. Das wissen wir. Vielleicht schadet es auch den Hausmeistern im Gelenk.
    Ein gesunder Lebensstil ist immer gut.
    Bewegung tut den Gelenken gut. Sie hält die Fibroblasten fit.
    Ernähre dich entzündungshemmend. Viel Gemüse. Gute Öle. Wenig Zucker. Das unterstützt dein Immunsystem. Und vielleicht auch deinen Schutzschild.
    Teil 8: Zusammenfassung und Ausblick
    Forscher der FAU Erlangen haben das Rätsel der Psoriasis arthritis ein Stück weit gelöst. Sie haben gezeigt: Es ist ein Prozess in zwei Schritten.
    Erstens: Zellen wandern aus der Haut ins Gelenk.
    Zweitens: Das Gelenk verliert seinen Schutz. Nur wenn beides zusammenkommt, werden wir krank. Das erklärt, warum es manche trifft und manche nicht.
    Die Analogie vom Samen und dem Boden
    Die Forscher nutzen ein Bild. Das Bild von Samen und Boden. Die Entzündungszellen sind die Samen. Sie fliegen durch die Luft (oder das Blut). Das Gelenk ist der Boden. Fällt der Samen auf Beton (gesundes Gelenk), passiert nichts. Er geht nicht auf. Fällt er auf fruchtbare Erde (Gelenk ohne CD200), fängt er an zu wachsen. Die Wurzeln schlagen aus. Die Entzündung blüht auf.
    Das Ziel muss es sein, den Boden wieder zu Beton zu machen. Für die Entzündung unbewohnbar. Aber für uns gesund und stabil.
    Diese Studie gibt Hoffnung. Hoffnung auf eine Zukunft ohne Gelenkschäden. Hoffnung auf eine Medizin, die verhindert statt nur zu reparieren.
    Die Arbeit in Erlangen und auf der ganzen Welt geht weiter. Forscher werden neue Wirkstoffe suchen. Sie werden Tests entwickeln.
    Bleib optimistisch
    Lass dich von der Statistik nicht entmutigen. 20 bis 30 Prozent heißt auch: 70 bis 80 Prozent bekommen es nicht! Die Mehrheit bleibt verschont. Und selbst wenn es dich trifft: Es gibt heute schon gute Medikamente.
    Biologika zum Beispiel greifen genau in diese Mechanismen ein. Sie blockieren IL-17 oder andere Botenstoffe. Sie löschen das Feuer, wenn es brennt. Die neue Forschung will verhindern, dass es überhaupt brennt. Das ist das nächste Level.
    Du bist nicht allein mit deiner Krankheit. Die Wissenschaft kämpft für dich. Und wir kämpfen mit. Mit Informationen. Mit Aufklärung. Mit Gemeinschaft.
    Kopf hoch. Achte auf deine Gelenke. Und bleib informiert.
    Fachbegriffe erklärt
    Fibroblasten: Stell dir Fibroblasten wie die Bauarbeiter und Hausmeister in deinem Körpergewebe vor. Sie sind Bindegewebszellen. Sie sorgen normalerweise dafür, dass alles stabil bleibt und Wunden heilen. In diesem Artikel lernst du eine besondere Gruppe von ihnen kennen. Diese speziellen „Hausmeister“ im Gelenk haben eine wichtige Aufgabe: Sie sollen ankommende Immunzellen beruhigen und Entzündungen verhindern. Sie nutzen dafür einen Ausweis, das Protein CD200. Fehlt dieser Ausweis, können Entzündungen entstehen.
    Myeloische Vorläuferzellen: Das sind junge, noch nicht fertig ausgebildete Zellen des Immunsystems. Sie entstehen zum Beispiel im Knochenmark oder direkt in entzündeter Haut. Denk an sie wie an Rekruten, die auf ihren Einsatz warten. Im Fall der Psoriasis reisen sie über das Blut in die Gelenke. Sie tragen komplizierte Namen wie CD2+ MHC-II+ CCR2+, aber ihre Funktion ist einfach: Sie sind Boten. Wenn sie im Gelenk nicht gestoppt werden, reifen sie zu aggressiven Entzündungszellen heran und greifen das Gelenk an.
    Dieses Thema zum Anhören
    Wer lieber hören als lesen will, kann hier einsteigen: Zwei Menschen unterhalten sich über die Studie und ihre Ergebnisse.
    psoriasis-haut-gelenke-erlangen.m4a  
    Disclaimer: Wir haben uns für diese Audio-Datei von Künstlicher Intelligenz helfen lassen. Das Gesagte wurde von uns überprüft.
    Quellen
    "Skin-derived myeloid precursors and joint-resident fibroblasts spread psoriatic disease from skin to joints" in: Nature Immunology, Vol. 27, Januar 2026 Wie Schuppenflechte auf die Gelenke übergreift – Presseerklärung der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg (Zugriff am 14. Januar 2026) Synovial Shaping of Skin-derived Migrating Immune Cells Determines Initiation of Inflammation in Psoriatic Arthritis – ACR Meeting Abstracts (Zugriff am 14. Januar 2026) CD200 + fibroblasts form a pro-resolving mesenchymal network in arthritis – Nature Immunology, Vol. 25
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    Claudia Liebram

    Wie jedes Jahr rief der Chaos Computer Club Ende Dezember zu seiner jährlichen Tagung – diesmal, also 2025, nach Hamburg. Wie jedes Jahr gab es wieder einige Vorträge, die für Menschen mit einer chronischen Krankheit interessant sind. Und wie jedes Jahr gibt's hier einige Gedanken dazu.
    1️⃣ Krank? Selbst schuld. Oder: Ewiges Leben für alle, die es sich leisten können.
    In seinem Vortrag „KI, Digitalisierung und Longevity als Fix für ein kaputtes Gesundheitssystem“ hinterfragte Manuel Hofmann die großen Versprechungen der Politik und Tech-Industrie. Sein Kernargument: Ein kaputtes System wird nicht dadurch geheilt, dass man es digitalisiert.
    Er kritisierte drei zentrale "Erzählungen", die auch für chronisch Kranke relevant sind:
    Die Illusion der Effizienz: Die Vorstellung, dass Ärzte durch KI bald „zehnmal so viele Patienten“ behandeln können, bezeichnete Glöcklhofer als unrealistisch. Pflege und medizinische Betreuung brauchen Zeit und echte Menschen. Ein Chatbot kann keine menschliche Zuwendung ersetzen – und auch niemanden pflegen. Der Zwang zur Selbstoptimierung: Unter dem Deckmantel der „Eigenverantwortung“ wird Patienten immer mehr aufgebürdet. Es entsteht der Druck, „CEO der eigenen Gesundheit“ zu sein, sich ständig per App zu überwachen und zu optimieren. Wer das (z.B. aufgrund von Erschöpfung oder sozialen Umständen) nicht schafft, gilt schnell als selbst schuld an seiner Krankheit. Ungleichheit: Während Tech-Milliardäre von „Longevity“ (Ewigem Leben) träumen, kämpfen viele Menschen schlicht um eine grundlegende Versorgung. Technik darf nicht dazu führen, dass nur die Gesunden und Wohlhabenden profitieren, während die Grundversorgung für kranke Menschen wegbricht. Uns als chronisch Kranke mit Psoriasis und Psoriasis arthritis sollte der Vortrag hellhörig machen. Wir kennen den Mangel an Hautärzten und Rheumatologen aus dem Alltag. Hofmanns Warnung ist deutlich:
    Kein Ersatz für Fachärzte: Digitale Anwendungen (DiGA) oder KI-gestützte Diagnosen können unterstützend wirken, dürfen aber nicht als Ausrede dienen, um den Mangel an echtem medizinischen Personal zu kaschieren. Eine App ersetzt nicht den erfahrenen Blick auf die Haut oder die Gelenke. Vorsicht vor Überforderung: Psoriasis-Betroffene stehen oft ohnehin unter dem Druck, ihren Lebensstil (Ernährung, Stress etc.) anzupassen. Der Trend zur digitalen Selbstvermessung kann diesen Druck erhöhen. Gesundheit ist jedoch nicht allein eine Frage der individuellen Disziplin, sondern auch der gesellschaftlichen Umstände. Solidarität statt Technik-Hype: Statt auf den nächsten technischen „Wunder-Fix“ zu warten, plädierte der Referent für „Communities of Care“ – also mehr menschliches Miteinander und Solidarität. Gerade Selbsthilfegruppen und Netzwerke wie das unsere sind essenziell, um sich gegenseitig zu unterstützen, wo das System Lücken lässt. Fazit: Technologie kann helfen, aber sie löst keine strukturellen Probleme. Für eine gute Versorgung chronisch Kranker braucht es mehr als Algorithmen – es braucht Zeit, Personal und ein solidarisches Miteinander.
    Einen Mitschnitt des Videos findest du hier.
    2️⃣ Medikamenten-Entwicklung mit KI: Hoffnung auf Tempo und Präzision
    Für Menschen mit einer chronischen Erkrankung wie Psoriasis ist die Entwicklung neuer Medikamente oft ein Geduldsspiel. In seinem Vortrag beleuchtete Dennis Özcelik die massiven Hürden der aktuellen Pharmaforschung: Laut ihm dauert es im Schnitt elf bis 15 Jahre und kostet über zwei Milliarden Dollar, um ein neues Medikament zur Marktreife zu bringen – bei einer hohen Quote an gescheiterten Projekten.
    Was das für uns Patienten bedeutet? Der Vortrag zeigte, dass Künstliche Intelligenz (KI) kein magisches Allheilmittel ist, aber ein entscheidender Beschleuniger sein kann. KI hilft bereits jetzt dabei, riesige Datenmengen auszuwerten, Moleküle schneller zu designen und vor allem die richtigen Patienten für die richtigen Wirkstoffe zu finden.
    Weg von „One Size Fits All“: Besonders spannend für chronisch Kranke ist der beschriebene Trend weg vom „Blockbuster“-Modell (ein Mittel für alle) hin zur Personalisierten Medizin. Anstatt Wirkstoffe nach dem Gießkannenprinzip zu verabreichen, bei denen viele Patienten als „Non-Responders“ (Nicht-Ansprecher) durch das Raster fallen oder unnötige Nebenwirkungen erleiden, sollen KI-Modelle helfen, Subgruppen von Patienten genauer zu identifizieren. Das Ziel: Die passende Therapie für den individuellen biologischen Hintergrund, was gerade bei komplexen Autoimmunerkrankungen die Erfolgschancen erhöhen könnte.
    Der Wermutstropfen: Die Kehrseite dieser immer spezifischeren Entwicklung könnten steigende Kosten für diese "Nischen"-Medikamente sein – eine gesellschaftliche Diskussion, die laut dem Referenten in Zukunft noch lauter geführt werden muss.
    Der Vortrag wurde auf Englisch gehalten. Es gibt aber eine deutsche Übersetzung:
    3️⃣ Nahrungsergänzung und Social Media: Ein riskanter Hype – besonders bei chronischen Erkrankungen
    Wer auf Instagram und TikTok unterwegs ist, kommt an ihnen nicht vorbei: Bunte Pillen und Pülverchen, die Gesundheit, reine Haut und Schmerzfreiheit versprechen. Ein Vortrag beleuchtete die dunklen Seiten dieses Milliarden-Geschäfts.
    Christoph Wiedmer zeigte in seinem Vortrag „Supplements und Social Media“, wie Influencer – von der Koch-Bloggerin bis hin zu bekannten „Schmerz-Spezialisten“ wie Liebscher & Bracht – Nahrungsergänzungsmittel (NEM) vermarkten. Oft werden dabei Produkte zu überhöhten Preisen angeboten, die suggerieren, Krankheiten lindern zu können. Doch Vorsicht ist geboten.
    Keine Prüfung auf Sicherheit und Wirksamkeit: Das wichtigste Missverständnis: Nahrungsergänzungsmittel sind rechtlich gesehen Lebensmittel, keine Arzneimittel. Während Medikamente (wie Biologika oder Methotrexat) strenge, teure Zulassungsverfahren durchlaufen müssen, um Wirksamkeit und Sicherheit zu beweisen, reicht bei NEM eine schlichte Anzeige beim Bundesamt. Es erfolgt keine behördliche Prüfung, ob das Produkt hält, was es verspricht, oder ob es sicher ist. Risiken für chronisch Kranke: Für gesunde Menschen sind die meisten Präparate oft nur „teurer Urin“. Für Menschen mit Vorerkrankungen können sie jedoch zur realen Gefahr werden: Die Leber: Viele pflanzliche „Wundermittel“ (genannt wurden u.a. Ashwagandha, Curcuma-Extrakte oder Grüntee-Katechine) stehen im Verdacht, leberschädigend zu sein. Da viele Psoriasis-Patienten bereits Medikamente einnehmen, die die Leber belasten (z. B. MTX), ist hier das Risiko einer zusätzlichen Schädigung besonders kritisch. Wechselwirkungen: Der Vortrag warnte explizit vor Stoffen wie Glucosamin (oft in Gelenk-Präparaten enthalten), die die Wirkung von Blutverdünnern verstärken können. Solche Wechselwirkungen mit der ärztlich verordneten Dauermedikation werden auf Social Media meist verschwiegen. Überdosierung: Hochdosiertes Vitamin D oder Vitamin B6 können bei langfristiger Einnahme zu Nierenschäden oder irreversiblen Nervenschäden führen. Der Vortrag machte deutlich: Ein Mangel (z. B. an Vitamin D oder B12) sollte immer erst durch eine Blutuntersuchung beim Arzt festgestellt werden. „Blindes“ Einwerfen von Kapseln aufgrund einer Instagram-Empfehlung ist ein Glücksspiel mit der eigenen Gesundheit.
    Wer seine Ernährung ergänzen möchte, sollte dies nicht auf Basis von Online-Werbung tun, sondern das Gespräch mit dem Rheumatologen oder Dermatologen suchen – damit der gut gemeinte Gesundheits-Boost nicht zum Bumerang wird.
    Der Vortrag lässt sich hier nachsehen:
    4️⃣ Ein ernüchterndes Fazit zur ePA aus Patientensicht
    Wer chronisch erkrankt ist, hat oft dicke Aktenordner zu Hause. Die elektronische Patientenakte (ePA) sollte das Leben leichter machen: Alle Befunde an einem Ort, kein Zettelchaos mehr. Doch wie sicher sind unsere sensiblen Diagnosen wirklich aufgehoben?
    IT-Sicherheitsexpertin Bianca Kastl unter dem Titel „Schlechte Karten – IT-Sicherheit im Jahr null der ePA für alle“ eine Bilanz nach dem ersten Jahr der breiten Einführung. Für uns Patienten ist das Ergebnis leider wenig beruhigend.
    Kastls Kernkritik: Viele Sicherheitslücken wurden nicht an der Wurzel gepackt, sondern nur notdürftig geflickt. Sie vergleicht den Zustand der Telematikinfrastruktur mit einem System, das an vielen Stellen nur durch Klebeband zusammengehalten wird.
    Ein absurdes Beispiel aus dem Vortrag verdeutlicht die teilweise chaotische Programmierung: Um ein technisches Problem bei Ersatzbescheinigungen zu lösen, ohne echte Adressdaten preiszugeben, wurde im System kurzerhand für alle betroffenen Fälle das Geburtsdatum pauschal auf den 01.01.1900 gesetzt. Solche „kreativen“ Lösungen zeigen, dass es oft eher darum ging, das System irgendwie am Laufen zu halten, als saubere und sichere Lösungen zu programmieren.
    Wir Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis sind „Dauernutzer“ des Systems. Wir haben mehr Arztkontakte, mehr Rezepte und oft sensiblere Datenverläufe als der Durchschnitt. Wenn Sicherheitsforscher warnen, dass der Schutz unserer Identität und unserer Daten eher auf wackeligen Füßen steht, ist Skepsis angebracht.
    Ein weiterer zentraler Kritikpunkt von Kastl ist, dass Risiken oft auf die Versicherten und die Arztpraxen abgewälzt werden. Wenn etwas schiefgeht (z. B. durch Identitätsdiebstahl), haben wir den Schaden.
    Fazit: Die ePA ist da, aber sie ist technisch wohl noch lange nicht so ausgereift, wie es für Gesundheitsdaten notwendig wäre. Der Vortrag zeigt: Ein gesundes Misstrauen und ein genauer Blick darauf, wer auf welche Daten zugreift, bleiben für uns chronisch Kranke leider Bürgerpflicht.
    Der Vortrag kann auf dieser Seite angesehen werden.
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    Claudia Liebram

    Nimm dir Zeit, dich um die Gesundheit zu kümmern – zum Beispiel mit unseren Tipps für interessante Artikel, Videos oder Audios für Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und manchmal auch Unterhaltung!
    🥊 Gegen Ausgrenzung angehen: „Wenn's keiner macht, passiert auch nichts"
    🩺 Obwohl Schuppenflechte nicht ansteckend ist, werden Betroffene immer noch mit Vorurteilen und Ausgrenzung konfrontiert. Torsten Dibbert, selbst erkrankt und wiedergewähltes Vorstandsmitglied des Deutschen Psoriasis-Bundes, setzt sich dafür ein, dass Patienten besseren Zugang zu Informationen erhalten und weniger Stigmatisierung erleben. Der Text hilft zu verstehen, dass die Ausgrenzungserfahrungen nicht persönliches Versagen sind, sondern ein strukturelles Problem, gegen das es bereits Widerstände gibt – und um zu sehen, dass es Anlaufstellen und engagierte Menschen gibt, die ihre Interessen vertreten.
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    🦵 Diese Ernährung brachte Pia O. Erleichterung
    🩺 Pia O. litt unter unter Psoriasis arthritis sowie offenen Schuppenflechte-Stellen an Händen und Füßen. Mit Unterstützung von Ernährungs-Doc Silja Schäfer entwickelt sie einen Ernährungsplan, der ihre zusätzlichen Unverträglichkeiten berücksichtigt und auf entzündungshemmende Lebensmittel mit Omega-3-Fettsäuren setzt.
    Die Kombination aus angepasster Ernährung und Bewegung führte zu spürbaren Verbesserungen ihrer Beschwerden. Die Podcast-Folge zeigt, wie individuelle Ernährungsanpassungen – auch bei bestehenden Unverträglichkeiten – einen messbaren Einfluss auf Schmerzen und Entzündungen haben können und welche konkreten Lebensmittel und Bewegungsformen dabei helfen.
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    👉 Vielleicht interessiert Dich ja auch, was die Ernährungs-Docs bisher bei Schuppenflechte und Psoriasis arthritis rieten.
    📁 Falsche Diagnose, echte Folgen: Versteckte Fehler in der Patientenakte
    📋 Der Bericht des WDR-team.recherche deckt ein oft übersehenes Problem auf: Fehlerhafte Diagnosen landen in Patientenakten und können erhebliche Konsequenzen für Betroffene haben – von Ablehnung einer Versicherung über Probleme bei der Berufsunfähigkeitsversicherung bis hin zu erschwerten Behandlungen durch Ärzte, die sich von fragwürdigen Einträgen leiten lassen. Menschen mit chronischen Erkrankungen wie Psoriasis sollten diesen Beitrag aufmerksam verfolgen, da komplexe medizinische Vorgeschichten anfälliger für Fehler und Missverständnisse sind – und die neu eingeführte elektronische Patientenakte (ePA) macht solche Fehler erstmals transparent. Der Text zeigt auf, wie das Abrechnungssystem des Gesundheitswesens zu falschen Diagnosen führen kann, warum diese schwer zu korrigieren sind, und welche praktischen Schritte Patienten zur Vorbeugung ergreifen können.
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    📝 Wenn der Arzt keine neuen Rezepte ausstellt
    💊 Wenn Ärzte die Ausstellung von Rezepten ablehnen, ist das oft frustrierend – besonders für Patienten mit chronischen Erkrankungen wie Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis, die regelmäßig notwendige Medikamente benötigen. Der Artikel klärt auf, unter welchen Umständen eine solche Verweigerung rechtlich zulässig ist, wie Patienten damit umgehen können und welche Rechte sie haben.
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    Claudia Liebram

    Moderne Therapien gegen Schuppenflechte schädigen die Leber nicht, sondern verbessern krankhaft erhöhte Werte sogar deutlich. Eine Studie beweist, dass eine wirksame Behandlung der Hautentzündung den gesamten Körper entlastet und die Leberfunktion schützt.
    Viele Menschen mit Schuppenflechte haben auch Probleme mit der Leber. Das liegt oft daran, dass Psoriasis den ganzen Körper betrifft. Die Entzündung bleibt nicht nur auf der Haut. Sie wandert über das Blut auch zu anderen Organen. Oft kommen noch Übergewicht oder Diabetes dazu. Das belastet die Leber zusätzlich.
    Bisher waren viele Ärzte deshalb vorsichtig. Sie hatten Respekt vor modernen Therapien bei schlechten Leberwerten. Deshalb bekamen manche Patienten diese wirksamen Mittel gar nicht erst. Frederik Krefting und seine Kollegen vom Universitätsklinikum Essen wollten in der Studie wissen, ob diese Sorge berechtigt ist.
    Was wurde genau untersucht?
    Das Team untersuchte die Daten von 276 Patienten aus dem echten Klinikalltag. Alle Teilnehmer hatten eine mittelschwere bis schwere Psoriasis. Sie bekamen entweder Biologika wie Secukinumab, Ixekizumab und Adalimumab oder das Medikament Apremilast.
    Die Forscher teilten die Patienten in zwei Gruppen auf. Die eine Hälfte hatte zum Start normale Leberwerte. Die andere Hälfte hatte bereits erhöhte Werte. Das Team schaute sich die Blutwerte nach drei und nach sechs Monaten genau an. Sie prüften dabei die Enzyme AST, ALT und GGT. Diese Werte zeigen normalerweise an, wie gestresst die Leber gerade ist.
    Ergebnisse der Studie
    Bei den Patienten mit normalen Werten passierte fast gar nichts. Ihre Leber blieb unter der Therapie einfach gesund. Aber bei der Gruppe mit den schlechten Werten gab es eine Überraschung. Ihre Leberwerte verbesserten sich während der Behandlung deutlich. Die Enzyme AST, ALT und GGT sanken nach sechs Monaten merklich ab.
    Das bedeutet: Die Medikamente haben der Leber nicht geschadet. Im Gegenteil, sie scheinen ihr sogar geholfen zu haben. Besonders gut schnitt dabei der Wirkstoff Ixekizumab ab. Er senkte die Leberwerte am stärksten. Auch die Haut wurde bei fast allen Patienten viel besser.
    Warum hilft die Therapie der Leber?
    Wie kann ein Medikament gegen Schuppenflechte die Leber heilen? Die Forscher haben dafür eine logische Erklärung. Wenn die Entzündung im ganzen Körper nachlässt, beruhigt sich auch die Leber. Weniger Botenstoffe im Blut bedeuten weniger Stress für die inneren Organe.
    Außerdem fühlen sich viele Patienten besser, wenn ihre Haut abheilt. Wer weniger rote Stellen hat, bewegt sich oft mehr. Sport und ein aktiverer Lebensstil sind das beste Training für die Leber. So greifen die medizinische Wirkung und der Alltag der Patienten perfekt ineinander.
    Ein wichtiges Signal für die Praxis
    Die Studie gibt Ärzten nun eine wichtige Sicherheit. Erhöhte Leberwerte sind kein Grund mehr, auf eine moderne Therapie zu verzichten. Die Behandlung ist eher eine Chance für den gesamten Körper. Patienten müssen also keine Angst vor einer Verschlechterung haben.
    Der Hauptautor der Studie, Frederik Krefting, hat dafür einen wichtigen Preis gewonnen: Er erhielt den Wissenschaftspreis für klinische Dermatologie in Nordrhein-Westfalen.
    Quelle: "Baseline Pathological Liver Function Tests in Patients With Psoriasis Support the Indication for Systemic Therapy Rather Than Being a Reason Against It: A Real-World Analysis" in: Psoriasis: Targets and Therapy 15/2025
    Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz
    ➔ Erfahrungen: Diskussionen über Leber & Psoriasis & Medikamente in unserem Forum
    ➔ Essen und Trinken: Was die "Ernährungs-Docs" bei Schuppenflechte und Psoriasis arthritis raten
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    Claudia Liebram

    Das Wichtigste in Kürze
    Ab Frühjahr 2026 ist die Apotheke verpflichtet zu prüfen, ob ein verordnetes Biologikum durch ein preisgünstigeres Präparat mit dem gleichen Wirkstoff ersetzt werden kann. Schon jetzt erhalten gesetzlich Versicherten ein anderes, aber wirkstoffgleiches Präparat, wenn ihre Krankenkasse entsprechende Rabattverträge mit einer Pharmafirma geschlossen hat.
    Für beide Situationen gelten Ausnahmen: Aus medizinischen Gründen darf die Ärztin oder der Arzt auf ein namentlich genanntes Präparat bestehen. Mit einem Kreuz auf dem Rezept wird Aut-idem („oder ein Gleiches“) – also der Austausch – ausgeschlossen. Den Austausch darf selbst die Apothekerin oder der Apotheker ablehnen. Nämlich dann, wenn der Apotheke Informationen vorliegen, dass dadurch in diesem individuellen Einzelfall ein hohes Risiko für Nebenwirkungen oder Falschanwendung besteht. Zum Beispiel durch Wechselwirkungen mit anderen Medikamenten der Patientin bzw. des Patienten.
    Die neue Regelung betrifft nur diejenigen, deren Krankenkasse keine Rabattverträge geschlossen hat und nur dann, wenn es für den verschriebenen Wirkstoff bereits Nachahmer-Produkte (Biosimilars) gibt. Bei der Psoriasis und der Psoriasis arthritis sind das:
    Wirkstoff Original Biosimilars
    (Stand Dez. 2025) Adalimumab Humira Ja Bimekizumab Bimzelx Nein Brodalumab Kyntheum Nein Certolizumab Pegol Cimzia Nein Etanercept Enbrel Ja Golimumab (nur PsA) Simponi Ja Guselkumab Tremfya Nein Infliximab Remicade Ja Ixekizumab Taltz Nein Risankizumab Skyrizi Nein Secukinumab Cosentyx Nein Tildrakizumab Ilumetri Nein Ustekinumab Stelara Ja Entschieden hat das der Gemeinsame Bundesausschuss (G-BA) im Dezember 2025. Damit sollen Ausgaben bei den gesetzlichen Krankenkasse verringert werden. Denn Biosimilars sind deutlich preiswerter, als die Original-Biologika. Dabei beruft sich der G-BA auf wissenschaftliche Erkenntnisse, nach denen Biosimilars gleichwertig wirksam und sicher sind und auch ein Wechsel unbedenklich sei. 
    Dem stimmen Ärzte- und Patientenverbände grundsätzlich zu. Nicht berücksichtigt wurden aber ihre Bedenken: So lehnen sie es ab, dass die Apotheken entscheiden, welches der vielen Präparate eines Wirkstoffs ein Patient erhält. Solche Entscheidung dürften nur die behandelnden Ärztinnen oder Ärzte treffen. Erste Erfahrungen würden darauf hinweisen, dass sich durch einen Austausch bei manchen Patienten der Therapieerfolg verschlechtern könne. Nach ihrer Auffassung sei so ein mehrfacher Wechsel zwischen Biosimilars noch völlig unerforscht. Darüberhinaus würde ein automatischer Austausch die langfristige Auswertung durch Register (z.B. PsoBest, RABBIT) verfälschen. Meldungen zum Präparat würden nicht mehr in jeden Fall übereinstimmen mit dem, was ein Patient dann tatsächlich erhalten habe.
    Das war die Kurzform. Das Thema ist für alle Beteiligten kompliziert. Außerdem haben die jeweils Beteiligten ihre unterschiedlichen Interessen an der einen oder andern Lösung. Wen es also interessiert – hier geht es ausführlich weiter:
    Hintergrund: Biologika und Biosimilars kurz erklärt
    Biologika sind biotechnologisch hergestellte Eiweißpräparate, zum Beispiel Antikörper, die gezielt in Entzündungsprozesse eingreifen. Bei Psoriasis und Psoriasis-Arthritis gehören dazu unter anderem:
    TNF‑Blocker (z. B. Adalimumab, Etanercept) IL‑17‑Blocker IL‑23‑Blocker weitere monoklonale Antikörper Sie werden meist als Fertigspritze oder Pen unter die Haut (subkutan) gespritzt und oft von Patientinnen und Patienten selbst angewendet.
    Biosimilars sind „Nachahmerpräparate“ eines bereits zugelassenen Biologikums (Referenzarzneimittel). Sie sind nicht zu 100 % identisch – das geht bei Eiweißmolekülen technisch nicht –, müssen aber in Qualität, Wirksamkeit und Sicherheit sehr eng vergleichbar sein. Das wird in aufwendigen Zulassungsverfahren von europäischen und deutschen Behörden geprüft.
    Biosimilars sind in der Regel deutlich günstiger als das Originalpräparat. Genau hier setzt der G‑BA an: Durch mehr Einsatz von Biosimilars sollen Kosten für die gesetzliche Krankenversicherung gespart werden – ohne die Therapiesicherheit zu verschlechtern.
    Was hat der G‑BA konkret beschlossen?
    Apotheken sind künftig verpflichtet, ein verordnetes Biologikum durch ein preisgünstiges biotechnologisch hergestelltes Arzneimittel zu ersetzen – wenn bestimmte Bedingungen erfüllt sind. Diese Pflicht gilt für Biologika als Fertigarzneimittel (also zum Beispiel Fertigspritzen oder Pens), die von den Patientinnen und Patienten meist zuhause angewendet werden.
    Ein Austausch ist nur erlaubt, wenn alle folgenden Punkte erfüllt sind.:
    Die Dosis und die Packungsgröße müssen identisch sein.  Die Darreichungsform (z. B. Injektionslösung) muss gleich oder als austauschbar eingestuft sein. Die "Behältnisse" müssen die gleichen bleiben: Fertigpen zu Fertigpen und Fertigspritze zu Fertigspritze Zusätzlich wird es fachlich knifflig: Das abzugebende Biologikum muss mindestens für dieselbe Art der Anwendung zugelassen sein wie das verordnete Präparat (zum Beispiel Injektion unter die Haut). Außerdem muss sich die Zulassung der beiden Präparate in mindestens einem Anwendungsgebiet überschneiden – sie müssen also wenigstens für eine gleiche Krankheit zugelassen sein.
    In welche Richtungen ist ein Austausch erlaubt?
    Austauschbar sind:
    Original-Biologikum → Biosimilar Biosimilar → Original-Biologikum Biosimilar → anderes Biosimilar, wenn beide auf dasselbe Referenzarzneimittel zugelassen sind So bekommst du möglichst das Medikament, das du schon kennst
    Wichtig für Betroffene: Deine Ärztin oder dein Arzt kann den Austausch verbieten, indem sie oder er das „Aut‑idem“-Feld auf dem Rezept ankreuzt. Dann darf die Apotheke das verordnete Biologikum nicht durch ein anderes austauschen.
    Als medizinische Gründe nennt der Gemeinsame Bundesausschuss unter anderem:
    in der Vergangenheit aufgetretene Nebenwirkungen, Unverträglichkeiten oder Allergien eine instabile Therapiesituation patienten- oder erkrankungsspezifische Besonderheiten, zum Beispiel Probleme mit bestimmten Bauarten der Pens oder Spritzen – also mit der Handhabung oder mit eingeschränkter Feinmotorik. Das sind Fälle, die bei Psoriasis arthritis gar nicht so selten sind. Reine Gewohnheit oder „Ich mag das alte besser“ reichen laut G‑BA in der Regel nicht aus, um einen Austausch dauerhaft zu verhindern. Es braucht nachvollziehbare medizinische Gründe.
    Ab wann gelten die neuen Regeln?
    Der Beschluss wird nun an das Bundesministerium für Gesundheit (BMG) geschickt. Wenn das Ministerium den Beschluss nicht beanstandet und er im Bundesanzeiger veröffentlicht wird, treten die Regelungen frühestens im April 2026 in Kraft.
    Bis dahin ändert sich für Betroffene nichts. Es bleibt aber sinnvoll, das Thema bei kommenden Arztterminen einmal anzusprechen – gerade wenn die eigene Behandlung mit Biologika langfristig geplant ist.
    Wie wird das begründet?
    Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Paul-Ehrlich-Institut (PEI) und Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA) gehen davon aus, dass Biosimilars sowohl mit ihren Referenzmitteln als auch untereinander ausgetauscht werden können. Dabei berufen sie sich auf eine offizielle Stellungnahme der Europäische Arzneimittelagentur (EMA) mit der Heads of Medicines Agencies (HMA) vom September 2022.
    Beide Institutionen wiesen darauf hin, dass Prüfverfahren über 15 Jahre und klinische Studien die Austauschbarkeit bestätigen würden. Eine gesonderte Studie dazu („Switch-Studie“) sei deshalb nicht nötig. EMA und HMA schlugen nationale Regelungen zur automatischen Substitution vor, da die EU für Rechtsvorschriften im Gesundheitsbereich nicht zuständig ist. Drei Jahre danach wurde dann das Thema im G-BA behandelt.
    Was meinen Patienten- und Ärzteverbände dazu?
    In ihren Stellungnahmen äußerten Ärzte- und Patientenverbände viel und deutliche Kritik. 
    Wiederholter Wechsel kaum erforscht:
Viele Fachgesellschaften und Patientenvertretungen akzeptieren Biosimilars grundsätzlich als gleichwertig wirksam und sicher. Sie lehnen aber eine automatische Substitution in der Apotheke ohne enge ärztliche Steuerung ab. Sie verweisen darauf, dass Studien vor allem einmalige, ärztlich begleitete Wechsel vom Original auf ein Biosimilar untersuchen. Dagegen seien wiederholte (nicht ärztlich gesteuerte) Wechsel zwischen mehreren Biosimilars („multiple switches“) kaum erforscht. Aus ihrer Sicht drohen dadurch Verunsicherung, Nocebo-Effekte, sinkende Therapietreue und praktische Anwendungsfehler, wenn Patientinnen und Patienten immer wieder neue Pens oder Spritzen mit anderer Handhabung und anderen Hilfsstoffen erhalten.
    Registerdaten werden verfälscht:
Ein weiterer Kernpunkt sei die Arzneimittelsicherheit: Für Biologika gelten strenge Vorgaben zur Sammlung von Nebenwirkungen und Risiken, einschließlich der genauen Dokumentation von Handelsnamen und Chargennummern. Register wie RABBIT in der Rheumatologie oder PsoBest in der Dermatologie liefern wichtige Langzeitdaten dazu. Wenn in der Apotheke Präparate ohne Rückmeldung an die Praxis ausgetauscht werden, sei die Rückverfolgbarkeit und die Aussagekraft dieser Register gefährdet. Es sei zu befürchten, dass Nebenwirkungen oder Wirkverlust nicht mehr klar einem Produkt zugeordnet werden können. Das erschwere es, dem entgegenzuwirken.
    Entscheidung gehört in Ärzte-Hand:
Die Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG), das Hautnetz Deutschland und der Berufsverband der Deutschen Dermatologen (BVDD) sprechen sich in einer gemeinsamen Stellungnahme gegen einen automatischen Austausch bei entzündlicher Hautkrankheiten wie eben der Psoriasis aus. Es wird betont, dass eine Biologika-Therapie bei Psoriasis eine sensible Langzeitentscheidung sei. Es müsse deshalb in der Hand der behandelnden Ärztinnen und Ärzte bleiben, das konkrete Präparat auszuwählen und dessen Anwendung zu erklären. Bei einem nicht abgesprochenen, unerwarteten Austausch in der Apotheke wisse die Praxis nicht, welches Präparat tatsächlich abgegeben wurde. Dadurch könnten v.a. Nebenwirkungen nicht korrekt zugeordnet werden. Das gefährde aus ihrer Sicht Versorgungsqualität und Patientensicherheit.
    Biosimilars wirken nicht so gut:
Die Bedenken der Ärztevertreter bestätigt eine aktuelle Übersicht von veröffentlichten Praxisdaten (Real-World-Study). Darin geht es um Patientinnen und Patienten mit schwerer Akne inversa, die mit Adalimumab behandelt wurden. Basis waren diejenigen, die mit dem Original-Biologikum behandelt wurden. Sie wurden verglichen mit denjenigen, die schon immer mit einem Biosimilar behandelt wurden bzw. irgendwann auf ein Biosimilar gewechselt haben. In der Biosimilar-Gruppe gab es vermehrt niedrigere Ansprechraten sowie höhere Anteile an und kürzere Zeiträume bis zum Wirkverlust. Das bestätigt auch eine Auswertung des deutschen Registers. Dabei wurde nicht untersucht, weshalb Biosimilars schlechter wirken. Sind es tatsächlich unterschiedliche pharmakologische Qualitäten? Oder werden die Präparate individuell unterschiedlich vertragen? Oder ist es letztendlich reine Psychologie, d.h. die negative Erwartung gegenüber dem billigeren Nachahmer-Präparat (Nocebo-Effekt)? Vor allen ist es noch völlig ungeklärt, ob solche Folgen auch bei anderen Erkrankungen auftreten können, wie z.B. bei Psoriasis oder Psoriasis Arthritis.
    Nocebo-Effekt verschlechtert Therapieffekt:
Die Deutsche Rheuma-Liga spricht davon, dass ein mehrfacher Produktwechsel die Patientinnen und Patienten verunsichern würde. Dadurch würden nach ihrer Erfahrung Nocebo-Effekte begünstigt. Aus Angst und negativen Erwartungen würden Nebenwirkungen und Wirkverluste auftreten. Das erhöhe das Risiko, dass Betroffene ihre Therapie abbrechen.
    Therapie mit nicht zugelassenem Präparat: Kritisch sieht die Rheuma-Liga, dass künftig ein Austausch schon dann möglich sein soll, wenn das verschriebene Präparat mit dem ausgetauschten in „irgendeinem“ Anwendungsgebiet übereinstimmen. Dadurch erhalten Betroffene zwar ein wirkstoffgleiches Produkt, es kann aber sein, dass der Hersteller gerade für ihre Erkrankung keine Zulassung beantragt hat. Das ausgetauschte Präparat würde dann ohne Zulassung angewendet werden („off-label-use“).
    Keine wahrheitsgemäße Therapiedokumentation:
Der Deutsche Psoriasis-Bund hatte sich im September einer Stellungnahme der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe angeschlossen. Darin sprechen sich die Patientenvertreter klar gegen den Austausch von Biosimilars in der Apotheke aus. Ihre Argumente sind fast identisch mit denen der Ärzte und der Rheuma-Liga. Sie weisen darauf hin, dass ein Austausch von biotechnisch hergestellten Präparaten schon jetzt in der ärztlichen Praxis stattfindet: in begründeten Fällen, nach ärztlicher Prüfung, sauber dokumentiert und mit ausreichender Aufklärung der Betroffenen. Nur so seien Patientenunterlagen und Registermeldungen wahrheitsgemäß.
    Was meinen Pharmafirmen zum automatischen Austausch?
    Die Hersteller selbst weisen weisen in einigen Stellungnahmen daraufhin, dass es durchaus Verschiedenheiten bei den biotechnisch hergestellten Präparaten gibt, die Folgen für Patientinnen und Patienten haben können.
    Unterschiediche Nadelgrößen:
Pens und ‑Spritzen können sich bei Nadelgröße deutlich unterscheiden. Für Betroffene sei das nicht banal: Dünnere Nadeln und ein bestimmter Nadelschliff können das Spritzen deutlich weniger schmerzhaft machen. Dickere oder anders geschliffene Nadeln können ein stärkeres Brennen oder Druckgefühl auslösen. So würde Angst vor der Injektion bei häufiger Anwendung die Therapietreue (Compliance) beeinflussen.
    Unterschiedliche Hilfsstoffe:
Während das eine Biosimilar etwa Citrat als Puffer enthält, sind andere Präparate citratfrei, Die würden als angenehmer empfunden werden. Citrat könne bei Patientinnen und Patienten zu einem stärkeren Brennen und Schmerz bei der Injektion führen. Solche Unterschiede seien zwar medizinisch nicht bedeutend, könnten aber die Bereitschaft, das Medikament regelmäßig anzuwenden, stark beeinflussen.
    Unterschied bei Latex:
Manche Fertigspritzen verwenden noch Komponenten aus Naturkautschuk-Latex, andere sind ausdrücklich latexfrei. Werde in der Apotheke ohne genaue Kenntnis der Allergie auf ein latexhaltiges Produkt umgestellt, könnte es bei den Patienten zu schweren allergischen Reaktionen bis hin zum anaphylaktischen Schock kommen.
    Unterschiedliche Pen- und Spritzen-Formen (Devices):
Die Pens oder Spritzen können sich in ihrer Form, Handhabung, dem Auslösemechanismus oder der Grifffestigkeit unterscheiden. Für Patienten mit Psoriasis Arthritis an den Fingern könnte ein Wechsel des Injektionsgeräts die korrekte Handhabung erschweren oder zu Anwendungsfehlern führen.
    Quellen zum Weiterlesen
    Mitteilung des Gemeinsamen Bundesaustauschen über den Beschluss Dokumentation vom G-BA über den Weg und die Diskussion bis zum Beschluss inklusive Wortprotokollen und schriftlichen Stellungnahmen Stellungnahme der Deutschen Rheuma-Liga Stellungnahme der Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe, der sich der Deutsche Psoriasis-Bund angeschlossen hat
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    Claudia Liebram

    Nimm dir Zeit, dich um die Gesundheit zu kümmern – zum Beispiel mit unseren Tipps für interessante Artikel, Videos oder Audios für Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und manchmal auch Unterhaltung!
    🥼 Wenn Ärzte Symptome ignorieren
    🩺 In dem Beitrag von "ARD gesund" geht es um Medical Gaslighting – ein Phänomen, bei dem medizinisches Fachpersonal die Symptome von Patientinnen und Patienten abtut, bagatellisiert oder ausschließlich psychischen Ursachen zuschreibt, anstatt ernsthaft auf die Beschwerden einzugehen und eine umfassende Diagnose zu stellen.
    Besonders häufig betroffen sind Frauen. Auch Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis erleben nicht selten, dass unspezifische Symptome oder Schmerzen nicht ausreichend abgeklärt werden. Das kann zu verzögerten Diagnosen und schlechteren Behandlungsergebnissen führen. Das ganze Info-Paket aus Artikel, Audio und Video beleuchtet, warum diese Erfahrung gesundheitliche Folgen haben kann, klärt über typische Anzeichen von Medical Gaslighting auf und zeigt, wie Betroffene sich besser Gehör verschaffen können.
    🧑‍⚕️ Wer Wert auf eine frühzeitige und sachgerechte Behandlung eigener Beschwerden legt oder öfter erlebt hat, bei ärztlichen Gesprächen nicht ernst genommen zu werden, erhält durch dieses Info-Paket wertvolle Hinweise, wie man problematisches Verhalten erkennt und eigene Symptome besser zur Sprache bringt. Gerade Frauen, die von Psoriasis betroffen sind, können von diesem Wissen profitieren, um im ärztlichen Alltag selbstbewusster aufzutreten und auf eine gründliche Diagnostik zu bestehen.
    Artikel lesen, Beitrag hören, Sendung schauen
    🔬 Neue Studie zu Krebs und Schuppenflechte
    🧬 In diesem Artikel wird eine internationale Analyse vorgestellt, die zeigt, dass Menschen mit Psoriasis ein leicht erhöhtes Krebsrisiko haben. Vor allem bei moderater bis schwerer Psoriasis ist das Risiko nochmals erhöht. Von 26 untersuchten Krebsformen treten 14 bei Psoriatiker:innen häufiger auf. Das erhöhte Risiko betrifft insbesondere bestimmte Krebsarten wie Mundhöhlen-, Haut- und Speiseröhrenkrebs, aber auch einige andere Tumorarten.
    🩺 Der Text informiert nüchtern und faktenbasiert über eine wichtige potenzielle Begleiterscheinung der Erkrankung. Das wichtigste Fazit lautet denn auch: Nutzt Vorsorgeuntersuchungen und sprecht mit euren behandelnden Ärzten darüber, auf welche Tumorformen verstärkt geachtet werden sollte.
    Der Zugriff des Artikels ist auf Menschen mit medizinischen Berufen beschränkt. Heißt: Nimm den Link zu deinen Ärzten mit.
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    😵‍💫 "Das ist die Psyche" - Nein, nicht immer!
    🧠 In dem Artikel der "Süddeutschen Zeitung" wird der Fall einer Frau beschrieben, deren zunächst als psychische Krankheit diagnostizierte Beschwerden tatsächlich auf eine seltene Autoimmunerkrankung zurückzuführen waren. Das Immunsystem greift dabei fälschlicherweise Strukturen im Gehirn an, wodurch neurologische und oft auch psychiatrische Symptome wie Konzentrationsstörungen, Wesensveränderungen oder Depressionen ausgelöst werden.
    🩺 Der Beitrag schildert nicht nur die Risiken von Fehldiagnosen, sondern verdeutlicht auch, wie wichtig eine sorgfältige Abklärung körperlicher Ursachen bei psychischen Symptomen ist – insbesondere, wenn Therapien nicht anschlagen oder ungewöhnliche Beschwerden auftreten.
    🧐 Psoriasis oder Psoriasis arthritis gelten als Autoimmunstörungen. Deshalb ist auch hier ein erhöhtes Bewusstsein für mögliche, seltene Begleit- oder Folgeerkrankungen wichtig. Der Artikel hilft, Warnsignale zu erkennen und leistet einen Beitrag zur Aufklärung – sowohl für Betroffene als auch für ihr soziales und medizinisches Umfeld. Gerade bei unerklärlichen kognitiven oder psychischen Veränderungen kann Wissen über immunvermittelte Erkrankungen entscheidend sein, um eine passende Behandlung einzuleiten.
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    💡 Wie du die Bezahlschranke vor diesem Artikel völlig legal öffnest.
    🦠 Leaky Gut – Zwischen Ernährungstrend und seriöser Wissenschaft
    💩 Das Leaky-Gut-Syndrom ist ein Konzept eher aus dem Alternativ-Bereich. Es beschreibt eine gestörte Barrierefunktion der Darmschleimhaut. Die Darmwand soll durchlässig werden, sodass Krankheitserreger, Schadstoffe und unverdaute Nahrungsbestandteile in den Blutkreislauf gelangen und dort Entzündungen oder Unverträglichkeiten auslösen können.
    Obwohl Symptome wie Müdigkeit, Gelenkschmerzen und Hautprobleme mit dem Leaky-Gut-Syndrom in Zusammenhang gebracht werden, gibt es bislang keine belastbaren wissenschaftlichen Beweise für das Syndrom als eigenständiges Krankheitsbild.
    Dennoch: Das Thema Darmgesundheit wird von Betroffenen (auch in unserem Forum) und in Medien viel diskutiert und es existieren zahlreiche Empfehlungen zur Stärkung – von Ernährungstipps bis hin zu Stressreduktion.
    In diesem Text kann man sich kritisch über den aktuellen Stand der Forschung und die realistischen Möglichkeiten zur Förderung der Darmbarriere und allgemeinen Gesundheit informieren.
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    Claudia Liebram

    Jeden Monat klappern wir Dutzende Internetseiten ab, um die interessantesten Veranstaltungen für Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis zu finden. Meist sind das Online-Seminare oder Livestreams von Vorträgen.
    Doch nicht jeder verirrt sich in die Untiefen unseres Internetportals. Deshalb hier ein Überblick über die unserer Meinung nach interessantesten Online-Seminare im Dezember 2025:
    📆 1. Dezember
    Webinar: Psoriasis verstehen und behandeln
    Professor Ulrich Mrowietz und Dr. Andreas Kleinheinz sprechen über die Schuppenflechte. Dabei ist auch die Psoriasis-Botschafterin und -Patientin Franzi , die bei Instagram mit dem Account @zwillingskirsche unterwegs ist. [mehr darüber]
     📆 2. Dezember
    Online-Seminar: Wasser und Juckreiz - wenn die Haut nach Wasserkontakt juckt
    Wieso kann Pruritus durch Wasserkontakt auftreten? Was kann bei aquagenem Pruritus Linderung schaffen? Zur Online-Informationsveranstaltung mit der Hautexpertin Frau Prof. Sonja Ständer lädt der Verein skinhealthcampus ein. [mehr darüber]
     📆 2. Dezember
    Braunes Fett – der Kalorienkiller
    Aus der Ankündigung des Veranstalters: "Wussten Sie, dass Ihr Körper ein „gutes“ Fett besitzt, das aktiv Kalorien verbrennt? Braunes Fett ist ein wahrer Alleskönner für unsere Gesundheit. Erfahren Sie, wie Sie diesen körpereigenen Schutzschild durch Kältereize und bestimmte Lebensmittel aktivieren können – einfach und alltagstauglich erklärt." [mehr darüber]
     📆 3. Dezember
    Rheuma-Liga im Gespräch: Impfen bei Immunsuppression
    Immer am ersten Mittwoch im Monat will die Rheuma-Liga Hessen mit allen Interessierten ins Gespräch kommen. Am 3. Dezember 2025 ist das Thema „Impfen bei Immunsuppression“. Dr. Benjamin Schleenvoigt vom Universitätsklinikum Jena wird Rede und Antwort stehen. [mehr darüber]
     📆 3. Dezember
    Digitale Selbsthilfegruppe Rheuma & Fatigue
    Die Rheuma-Liga Berlin e.V. bietet eine digitale Selbsthilfegruppe für Erwachsene mit einer rheumatischen Erkrankung und Fatigue an – also auch für Betroffene mit Psoriasis arthritis.
    Die Treffen finden immer am 1. Mittwoch im Monat via Zoom statt. [mehr darüber]
     📆 3. Dezember
    Instagram Live: „Heißer Stuhl“ zur Psoriasis
    Bei diesem Instagram Live beantwortet der Hautarzt Dr. Maximilian Deußing etwa 30 Minuten lang Fragen von Betroffenen und ihren Angehörigen rund um das Thema Psoriasis. [mehr darüber]
     📆 5. Dezember
    Web-Seminar: Online-Coaching
    Aus der Ankündigung des Veranstalters, der Verbraucherzentrale Niedersachsen: "Immer mehr Menschen vertrauen auf die Dienste von Coaches oder – teilweise selbsternannten – Experten. Diese bieten ihre Leistungen häufig online an. Worauf Sie vor Vertragsschluss achten sollten, erfahren Sie in unserem Lunch and Learn." [mehr darüber]
     📆 10. Dezember
    Online-Seminar: Stoffwechsel und Nährstoffe: Wie sich die Ernährung auf Ihren Körper auswirkt
    Aus der Ankündigung des Veranstalters: "Sie wissen bereits, was Proteine und Kohlenhydrate bewirken und kennen die Ernährungspyramide? Nun möchten Sie noch besser verstehen, wie Nahrung Ihren Körper und Ihre Gesundheit beeinflusst? In diesem Online-Vortrag erläutern wir die komplexen Zusammenhänge zwischen dem Stoffwechsel und körperlichen Funktionen." [mehr darüber]
     📆 16. Dezember
    Online-Seminar: Apfel oder Kapsel – Klartext über Nahrungsergänzungsmittel
    Nahrungsergänzungsmittel sind heutzutage in fast jedem Haushalt zu finden. Doch welche Produkte sind wirklich sinnvoll, und worauf sollten Verbraucher:innen achten, um sich und ihre Gesundheit zu schützen? In diesem Web-Seminar gibt die Referentin einen umfassenden Überblick über den Markt der Nahrungsergänzungsmittel, erläutert die wichtigsten rechtlichen Rahmenbedingungen und beleuchtet die gesundheitlichen Aspekte. [mehr darüber]
    Fördermitglieder bekommen die Termine der wichtigsten Online-Events eine Woche früher per Mail in ihr Postfach. Du willst das auch? Werde Fördermitglied!
    Ihr kennt weitere interessante Veranstalter, deren Events wir ankündigen sollten? Schreibt es in die Kommentare ⤵️ 
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    Claudia Liebram

    Bei Psoriasis dreht sich viel um eine medizinische Behandlung – sei es eine Creme vom Hautarzt, Tabletten oder eine Spritze. Das ist auch wichtig. Doch ein oft unterschätzter Alltags-Held kann die Wirkung der Therapie massiv unterstützen: die tägliche Hautpflege.
    Jetzt haben Forscher zwei Produkte in Studien untersucht, die speziell bei Schuppenflechte helfen sollen.
    Die Hautbarriere als Schlüssel zu allem
    Stell dir die oberste Schicht deiner Haut wie eine Ziegelsteinmauer vor. Bei gesunder Haut sind die Ziegel (deine Hautzellen) fest und der Mörtel dazwischen (Hautfette wie Ceramide) ist stark und lückenlos. Diese Mauer schützt dich vor äußeren Einflüssen und hält die Feuchtigkeit im Inneren.
    Bei Psoriasis ist diese Mauer löchrig.  Der Mörtel bröckelt, Feuchtigkeit entweicht, und die Haut wird trocken, schuppig und anfällig für Juckreiz. Eine gute Basispflege repariert genau diesen Mörtel und stabilisiert deine Hautbarriere.
    Studie 1: Basispflege als alleinige Hilfe bei milden Schüben
    In einer ersten Studie wurde eine rezeptfreie Lotion mit einem speziellen Hafer-Komplex (Hafermehl, Haferöl und Haferextrakt) untersucht. 60 Personen mit empfindlicher Haut oder leichter bis mittelschwerer Psoriasis haben vier Wochen lang ausschließlich diese Lotion zur Pflege verwendet.
    Das Ergebnis: Die Teilnehmer berichteten von einer deutlichen Verbesserung ihrer Haut, von weniger Trockenheit, weniger Schuppung und allgemein einem besseren Hautgefühl.
    Klar, eine Studie mit 60 Menschen ist noch nicht riesig. Aber sie zeigt: Bei milden Symptomen oder zwischen Schüben kann eine hochwertige, beruhigende Basispflege deine Haut im Gleichgewicht halten und dein Wohlbefinden enorm steigern.
    👉 Um welche Lotion genau es ging, erfährst du weiter unten.
    Studie 2: Basispflege als Partner einer ärztlichen Therapie
    In einer anderen Studie von August 2025 wurde untersucht, was passiert, wenn man eine hochwertige Pflegeroutine, bestehend aus sanftem Reiniger und Feuchtigkeitscreme, zusätzlich zur normalen ärztlichen Psoriasis-Therapie einsetzt. Die 46 Teilnehmer waren also bereits in Behandlung – einige mit starken Kortison-Salben, andere sogar mit Biologika.
    Die Ergebnisse nach acht Wochen:
    Weniger betroffene Haut: Die von Psoriasis betroffene Körperoberfläche ging im Schnitt von 9,3 auf 5,1 % zurück. Sichtbar bessere Haut: Die Plaques wurden deutlich flacher, waren weniger rot und schuppten weniger. Weniger Juckreiz & Brennen: Die Teilnehmer litten signifikant weniger unter Symptomen wie Trockenheit und Juckreiz. Ein Sprung für die Lebensqualität: Der Einfluss der Psoriasis auf den Alltag sank von einem "moderaten" auf nur noch einen "geringen" Effekt. Die Teilnehmer fühlten sich einfach wieder wohler in ihrer Haut. Das bedeutet: Eine passende Basispflege kann das letzte Puzzlestück sein. Sie kann die Wirkung deiner Medikamente unterstützen, Symptome lindern und dir ein Stück Lebensqualität zurückgeben.
    Die klinischen Fotos aus der Studie zeigen eine deutliche Abheilung der Psoriasis-Läsion am Ellbogen nach acht Wochen, als die medizinische Therapie durch die Hautpflege ergänzt wurde.
    👉 Auch hier: Um welche Lotion genau es ging, erfährst du weiter unten.
    Was wir daraus lernen
    Es geht nicht darum, eine bestimmte Marke zu hypen. Es geht um das Prinzip:
    Psoriasis-Haut braucht Unterstützung, immer. Eine gute Basispflege ist kein Luxus, sondern die Grundlage für alles Weitere.
    Sie wirkt auf bei leichter Psoriasis, aber auch bei starker. Egal, ob du gerade einen leichten Schub hast oder eine intensive Therapie machst – deine Haut profitiert.
    Du nimmst aktiv teil. Tägliches Eincremen ist mehr als eine lästige Pflicht. Es ist ein Moment, in dem du selbst aktiv etwas für deine Haut und gegen die Psoriasis tust. Das ist unglaublich stärkend!
    Klartext von uns: Um diese Produkte ging es
    Bis hierhin haben wir erst einmal nur die Studien vorgestellt. Praktischer Nutzen: relativ gering, wenn man nicht weiß, um welche Produkte genau es ging. Doch niemand muss raten oder stundenlang suchen: Wir haben Inhaltsstoffe verglichen, die in den Studien genannt wurden – und es wurden Firmen erwähnt. Hier also das Ergebnis unserer Recherche:
    Autoren der Studie 1 kommen von der Firma Kenvue Brands. In Deutschland treffen die in der Studie getesteten Eigenschaften auf Produkte der Aveeno Dermexa-Linie zu, am meisten auf die Dermexa Emollientien Creme. Die Produkte der Dermexa-Linie enthalten genau den beschriebenen Dreifach-Hafer-Komplex und sind für die Anwendung am ganzen Körper bei Juckreiz und sehr trockener Haut konzipiert.
    Beim europäischen Hautärztekongress EADV 2025 gab es dann auch eine Veranstaltung, in der von der Firma der Nutzen des Haferkomplex (bei Neurodermitis) erklärt wurde.
    In Studie 2 wird nicht groß drum herum geredet: "Ziel dieser Studie war es, die Wirksamkeit und Verträglichkeit einer Hautpflegebehandlung (Cetaphil Gentle Skin Cleanser, Cetaphil Moisturizing Cream sowie optional Cetaphil Daily Moisturizer mit LSF 35) zu bewerten. Bingo – es geht also um:
    Cetaphil Sanfte Reinigungslotion für empfindliche Haut Cetaphil Intensive Feuchtigkeitscreme für trockene Haut und optional um "Cetaphil Facial Daily Moisturizer with SPF 35". Das gibt es so nicht in Deutschland. Hierzulande ist die Gesichtscreme "nur" mit einem SPF 30 zu haben. Fachbegriffe kurz erklärt
    Adjuvant / Adjuvans: Das ist Latein für "unterstützend". Eine adjuvante Therapie ist eine Behandlung, die eine Haupttherapie unterstützt, um deren Wirkung zu verbessern.
    Biologika: Das sind moderne, biotechnologisch hergestellte Medikamente, die gezielt in die fehlgeleiteten Prozesse des Immunsystems bei Psoriasis eingreifen. Sie werden meist gespritzt.
    DLQI (Dermatology Life Quality Index): Ein international anerkannter Fragebogen, der misst, wie stark eine Hautkrankheit die Lebensqualität beeinflusst – von alltäglichen Dingen wie Kleiderwahl bis hin zu sozialen Kontakten.
    Hautbarriere: Die äußerste Schutzschicht der Haut (Hornschicht). Sie verhindert, dass Feuchtigkeit verloren geht und Schadstoffe eindringen.
    Plaques: Das sind die typischen, scharf begrenzten, roten und erhabenen Hautstellen bei Psoriasis, die mit silbrigen Schuppen bedeckt sind.
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    Claudia Liebram

    Für Menschen, die mit Psoriasis arthritis (PsA) leben, ist Müdigkeit oft weit mehr als nur ein Zeichen für eine kurze Nacht. Es ist eine tiefgreifende, anhaltende Erschöpfung, die den Alltag durchdringt und die Lebensqualität massiv beeinträchtigen kann.
    Diese extreme Form der Müdigkeit, in der Medizin auch als Fatigue bezeichnet, ist eines der zentralen und belastendsten Symptome der Erkrankung.
    Anders als alltägliche Müdigkeit, die sich durch Schlaf oder Ruhe bessert, ist Fatigue ein ständiger Begleiter, der sich durch Anstrengung oft noch verschlimmert und die körperliche, geistige und soziale Leistungsfähigkeit raubt. Sie ist nicht einfach nur ein Gähnen, sondern ein anerkanntes Krankheitssymptom, das die täglichen Aktivitäten stört und zu erheblicher Behinderung führen kann.
    Um diesen Zustand zu bewältigen, ist der erste und wichtigste Schritt, seine Ursachen zu verstehen. Denn nur wer die Wurzeln der Erschöpfung kennt, kann gezielt dagegen vorgehen und die richtigen Strategien für mehr Energie im Alltag entwickeln.
    Die Wurzeln der Erschöpfung: Hauptursachen bei Psoriasis arthritis
    Fatigue bei Psoriasis arthritis ist kein einzelnes, isoliertes Problem, sondern das Ergebnis eines komplexen Zusammenspiels verschiedener Faktoren. Um eine wirksame Strategie gegen die Erschöpfung zu entwickeln, ist es entscheidend, diese Treiber zu kennen.
    Studien zeigen, dass vor allem die subjektive Wahrnehmung der Krankheit eine zentrale Rolle spielt. Die drei stärksten Faktoren sind eng miteinander verknüpft:
    Schmerz und Krankheitsaktivität: Entzündungen in den Gelenken und Schmerzen sind körperlicher Stress. Sie verbrauchen permanent Energie und zwingen den Körper in einen ständigen Kampfmodus. Klinische Messwerte für die Krankheitsaktivität, wie die Anzahl geschwollener Gelenke, hängen daher eng mit dem Ausmaß der Fatigue zusammen. Körperliche Einschränkungen: Wenn die Beweglichkeit durch die PsA eingeschränkt ist, kostet jede Alltagsaktivität mehr Kraft. Dies führt oft in einen Teufelskreis: Die Erschöpfung verleitet zu Inaktivität, was wiederum die körperliche Verfassung (Dekonditionierung) verschlechtert und die Müdigkeit weiter verstärkt. Ein höherer Grad an körperlicher Behinderung ist daher fast immer mit stärkerer Fatigue verbunden. Psychische Belastung: Das Leben mit einer chronischen Krankheit ist eine erhebliche seelische Belastung. Psychischer Stress, Ängste oder depressive Verstimmungen sind nicht nur eine Folge der Erkrankung, sondern auch eigenständige Treiber der Fatigue. Sie rauben mentale Energie und verstärken das Erschöpfungsgefühl. Eine entscheidende Erkenntnis ist, dass die messbaren Entzündungszeichen im Blut oft in den Hintergrund treten, wenn man die von Patienten selbst berichteten Schmerzen und körperlichen Einschränkungen berücksichtigt. Für Betroffene bedeutet das: Ihr persönliches Empfinden von Schmerz und Behinderung ist der ausschlaggebende Faktor für die Fatigue – nicht allein das, was Laborwerte zeigen.
    Jede erfolgreiche Behandlung muss daher immer auf diese drei Säulen abzielen: die Kontrolle der Krankheitsaktivität, die Linderung von Schmerzen und die Unterstützung der seelischen Gesundheit. Indem du diese drei Bereiche als die Hauptgegner identifizierst, kannst du deine Energie gezielter einsetzen und gemeinsam mit deinem Arzt eine umfassendere Behandlungsstrategie entwickeln.
    Versteckte Energieräuber: Weitere mögliche Ursachen für Müdigkeit
    Nicht jede Form von Müdigkeit bei Psoriasis arthritis muss direkt von der rheumatischen Entzündung herrühren. Oftmals überlagern sich verschiedene Ursachen und die gezielte Suche nach diesen "versteckten Energieräubern" kann völlig neue Behandlungswege eröffnen.
    Es ist daher strategisch klug, gemeinsam mit deinem Arzt über den Tellerrand der PsA hinauszuschauen und auch andere häufige, aber oft übersehene Faktoren in Betracht zu ziehen.
    Schlafstörungen Nicht nur zu wenig Schlaf, sondern vor allem eine schlechte Schlafqualität führt zu Tagesmüdigkeit. Schmerzen, innere Unruhe, aber auch unbemerkte nächtliche Atempausen (Schlafapnoe) können den Schlaf stören und verhindern, dass er erholsam ist.
    Anämie und Eisenmangel: Ein Mangel an rotem Blutfarbstoff (Hämoglobin) oder Eisen kann zu Erschöpfung führen. Studien zeigen jedoch, dass der Zusammenhang nicht so stark ist wie oft angenommen, weshalb dies nur selten die alleinige Hauptursache der Fatigue ist. Dennoch sollte es als möglicher Faktor im Rahmen einer Blutuntersuchung überprüft werden. Nebenwirkungen von Medikamenten: Eine Vielzahl von Medikamenten kann als Nebenwirkung Müdigkeit verursachen. Dazu gehören unter anderem bestimmte Blutdrucksenker (z. B. Betablocker), Antihistaminika der ersten Generation (oft in rezeptfreien Schlaf- oder Beruhigungsmitteln enthalten) oder bestimmte Psychopharmaka (Neuroleptika). Ein genauer Blick auf die eigene Medikamentenliste lohnt sich. Psychosozialer Stress und seelische Störungen: Depressionen und Angststörungen gehen fast immer mit starker Müdigkeit einher. Aber auch anhaltender psychosozialer Stress, wie die Pflege von Angehörigen, berufliche Überlastung oder fehlende soziale Unterstützung, sind enorme Energieräuber, die oft unterschätzt werden. Andere chronische Erkrankungen (Komorbiditäten): Begleiterkrankungen können die Fatigue bei PsA erheblich verstärken. Besonders häufig sind hier die Fibromyalgie, ein chronisches Schmerzsyndrom, das selbst von starker Erschöpfung begleitet wird, oder Bluthochdruck. Diese Vielfalt an möglichen Ursachen unterstreicht, wie wichtig ein offenes und detailliertes Gespräch mit deinem Arzt ist. Nur so können alle relevanten Faktoren identifiziert und ein umfassender Behandlungsplan erstellt werden.
    Den Teufelskreis durchbrechen: Was du selbst gegen die Müdigkeit tun kannst
    Du kannst die Kontrolle über deinen Energiehaushalt aktiv zurückgewinnen. Auch wenn die medikamentöse Behandlung die Grundlage bildet, zeigen zahlreiche Studien, dass aktive, nicht-medikamentöse Strategien einen erheblichen Unterschied machen können. Diese Ansätze des Selbstmanagements helfen Ihnen dabei, den Teufelskreis aus Erschöpfung und Inaktivität zu durchbrechen und die Regie über deine Energie zu übernehmen.
    Bewegung: Der Schlüssel zu mehr Energie
    Es klingt paradox, aber die am besten untersuchte und wirksamste Strategie gegen krankheitsbedingte Erschöpfung ist körperliche Aktivität. Der Grund liegt im sogenannten Dekonditionierungs-Modell (ein Teufelskreis, bei dem Inaktivität zu einem Abbau der körperlichen Fitness führt, was wiederum die Müdigkeit verstärkt): Anhaltende Müdigkeit führt zu Schonung und Inaktivität. Dies schwächt jedoch den Körper, baut Muskulatur ab und verschlechtert die allgemeine Fitness. Die Folge: Selbst kleine Anstrengungen werden noch anstrengender, was die Müdigkeit weiter verstärkt.
    Regelmäßige, an die eigenen Möglichkeiten angepasste Bewegung durchbricht diesen Kreislauf. Es geht dabei nicht um Hochleistungssport, sondern um moderate, aktivierende Maßnahmen wie Spaziergänge, Radfahren, Wassergymnastik oder leichtes Krafttraining. Ziel ist es, den Körper schrittweise wieder an Belastung zu gewöhnen und die allgemeine Belastbarkeit zu steigern.
    Psychoedukation: Wissen und mentale Stärke nutzen
    Wissen ist Macht – das gilt besonders im Umgang mit einer chronischen Erkrankung. Psychoedukative und psychosoziale Therapien haben nachweislich einen kleinen, aber wichtigen Nutzen im Kampf gegen die Fatigue. In diesen Programmen lernen Betroffene:
    ihre Erkrankung und deren Symptome besser zu verstehen, wirksame Bewältigungsstrategien (Coping) für Schmerz und Stress zu entwickeln, den Umgang mit den psychischen Belastungen der Krankheit zu verbessern und negative Denkmuster zu durchbrechen. Viele Patienten lernen durch einen langen Prozess von "Versuch und Irrtum", mit ihrer Erkrankung umzugehen. Psychoedukative Angebote können diesen Prozess erheblich verkürzen und unterstützen.
    Alltagsstrategien: Energie klug einteilen
    Neben gezielter Bewegung und Wissenserwerb gibt es eine Reihe von praktischen Alltagsstrategien, die helfen, die verfügbare Energie optimal zu nutzen.
    Pacing (Aktivitätsmanagement): Dieses Konzept beschreibt die bewusste und vorausschauende Einteilung der eigenen Kräfte. Statt an guten Tagen alles auf einmal zu erledigen und danach völlig erschöpft zu sein, geht es darum, Aktivitäten über den Tag und die Woche zu verteilen. Regelmäßige Pausen sind dabei ebenso wichtig wie die eigentlichen Aktivitätsphasen. Schlafhygiene: Guter Schlaf ist essenziell. Dazu gehören regelmäßige Schlafenszeiten, der Verzicht auf Koffein und Alkohol am Abend, eine ruhige und dunkle Schlafumgebung sowie der Verzicht auf Bildschirme (Smartphone, TV) kurz vor dem Zubettgehen. Ernährung: Viele Betroffene haben ein großes Interesse am Thema Ernährung. Auch wenn die wissenschaftliche Evidenz für spezifische Diäten bei Fatigue begrenzt ist, ist eine ausgewogene und gesunde Ernährung grundsätzlich förderlich für das allgemeine Wohlbefinden und die Energiebereitstellung. Diese Selbstmanagement-Strategien geben Ihnen wertvolle Werkzeuge an die Hand, um den Alltag mit PsA aktiver und selbstbestimmter zu gestalten.
    Die Basis schaffen: Die Rolle der ärztlichen Behandlung
    Die besten Selbstmanagement-Strategien können ihre volle Wirkung nur dann entfalten, wenn die Ursache der Fatigue – die Entzündung der Psoriasis arthritis – effektiv behandelt wird. Die medikamentöse Therapie ist daher die unverzichtbare Grundlage für ein erfolgreiches Fatigue-Management. Der Zusammenhang ist fundamental: Eine wirksame Behandlung der PsA reduziert die Krankheitsaktivität und die Schmerzen, welche die entscheidenden Treiber der Fatigue sind.
    Dass dieser Ansatz funktioniert, zeigen Studien aus einem verwandten Krankheitsbild, der rheumatoiden Arthritis. Dort konnte eine große Meta-Analyse nachweisen, dass moderne Medikamente wie die sogenannten JAK-Inhibitoren nicht nur die Gelenkentzündung verbessern, sondern auch patientenberichtete Symptome wie Schmerz und Müdigkeit (gemessen mit dem FACIT-F Fragebogen) signifikant reduzieren. Auch wenn diese Ergebnisse nicht direkt auf die Psoriasis arthritis übertragbar sind, unterstreichen sie das Grundprinzip: Eine effektive Kontrolle der Entzündung ist der Schlüssel zur Linderung der Fatigue.
    Das Fazit ist klar: Die optimale medikamentöse Einstellung deiner Psoriasis arthritis durch deinen Rheumatologen schafft die Basis, auf der alle weiteren Maßnahmen gegen die Müdigkeit aufbauen können. Sie ist der erste und wichtigste Schritt auf dem Weg zu mehr Energie und Lebensqualität.
    Das Gespräch mit deinem Arzt
    Ein offenes und vertrauensvolles Gespräch mit deinem behandelnden Arzt ist der Schlüssel zu einer erfolgreichen Behandlung der Fatigue. Viele Patienten zögern, ihre Erschöpfung in vollem Umfang anzusprechen – aus Sorge, nicht ernst genommen zu werden oder ihre Symptome nicht klar genug beschreiben zu können. Doch gerade diese Informationen sind für deinen Arzt entscheidend.
    Wenn du das Thema Müdigkeit ansprichst, kannst du in der Regel die folgenden Schritte erwarten, die der systematischen Abklärung dienen:
    Gezielte Fragen (Anamnese)
    Dein Arzt wird dir gezielte Fragen stellen, um die möglichen Ursachen einzugrenzen. Dabei wird es typischerweise um folgende Themen gehen:
    Schlaf: Dauer, Qualität, nächtliche Störungen (z.B. durch Schmerzen), Schnarchen oder beobachtete Atempausen. Medikamente: Eine vollständige Liste aller eingenommenen Medikamente, einschließlich rezeptfreier Präparate. Stimmung: Fragen zu Niedergeschlagenheit, Ängsten, Sorgen oder dem Gefühl von Anspannung. Lebensumstände: Erkundigungen zu beruflichen und psychosozialen Belastungen (z. B. Stress bei der Arbeit, familiäre Sorgen). Körperliche Untersuchung
    Eine orientierende körperliche Untersuchung hilft, Hinweise auf andere Erkrankungen zu finden. Dazu gehören in der Regel:
    Inspektion der Schleimhäute (z.B. auf Blässe) Abhören von Herz und Lunge Messen von Puls und Blutdruck Abtasten der Lymphknoten und des Bauchs sowie eine orientierende neurologische Untersuchung Basis-Laboruntersuchung
    Eine Blutabnahme dient dazu, häufige organische Ursachen für Müdigkeit auszuschließen. Zu den Standardwerten gehören:
    Blut-Glucose: Zum Ausschluss eines unentdeckten Diabetes. Großes Blutbild: Zur Prüfung auf eine mögliche Anämie. Entzündungswerte (BSG/CRP): Zur Einschätzung der systemischen Entzündungsaktivität. Leberwerte (Transaminasen/γ-GT): Zur Überprüfung der Leberfunktion. Schilddrüsenwert (TSH): Zum Ausschluss einer Schilddrüsenunterfunktion. Wichtig zu wissen ist, dass weitergehende Untersuchungen wie Hormonbestimmungen oder bildgebende Verfahren in der Regel nur dann sinnvoll sind, wenn die Basisdiagnostik konkrete Hinweise auf eine spezifische Erkrankung liefert. Dies dient dazu, unnötige und oft verunsichernde Diagnostik zu vermeiden.
    Fazit
    Fatigue ist ein reales und ernstzunehmendes Problem bei Psoriasis arthritis. Scheue dich nicht, es klar anzusprechen. Ein offenes Gespräch mit deinem Arzt, kombiniert mit der richtigen medizinischen Therapie und deinen eigenen Strategien, ist der beste Weg, um Energie und Lebensqualität zurückzugewinnen.
    Was ist Fatigue?
    Fatigue ist ein medizinischer Begriff für eine extreme und anhaltende Form der Erschöpfung, die weit über normale Müdigkeit hinausgeht. Anders als bei alltäglicher Abgeschlagenheit lässt sich Fatigue nicht durch Schlaf oder Ausruhen beheben und steht oft in keinem Verhältnis zur vorangegangenen Anstrengung. Sie ist ein häufiges und sehr belastendes Symptom bei vielen chronischen Erkrankungen wie der Psoriasis arthritis und beeinträchtigt die körperliche und geistige Leistungsfähigkeit im Alltag erheblich.
    Tipps zum Weiterlesen und -sehen
    Fatigue bei Psoriasis arthritis: Vortrag beim Deutschen Psoriasis-Tag 2024 (Video-Mitschnitt) Patientenleitlinie "Müdigkeit" der Deutschen Gesellschaft für Allgemeinmedizin und Familienmedizin Empfehlungen von europäischen Rheumatologie-Experten (EULAR) für das Management der Müdigkeit bei entzündlichen rheumatischen Erkrankungen Digitale Selbsthilfegruppe "Rheuma und Fatigue" der Rheuma-Liga Berlin e.V.: Kontakt über Telefon 030 32 290 29 65, oder per E-Mail an meyer@rheuma-liga-berlin.de Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz
    ➔ Übersicht: Psoriasis arthritis – was ist das?
    ➔ Forum: Erfahrungen mit Psoriasis arthritis und Müdigkeit/Erschöpfung
    ➔ Forum: Umgang mit Fatigue im Job
    Weiterlesen...

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    Claudia Liebram

    Johnson & Johnson hat bei der Europäischen Arzneimittelagentur (EMA) die Zulassung für sein Psoriasis-Medikament mit dem Wirkstoff Icotrokinra beantragt.  Damit steht zum ersten Mal ein Medikament vor der Zulassung, das als Tablette eingenommen wird und gezielt den IL-23-Rezeptor blockiert. 
    Icotrokinra wurde speziell dafür entwickelt, den Interleukin-23-Rezeptor zu blockieren. Interleukin-23 ist ein Botenstoff im Körper. Er feuert die Entzündung bei der Schuppenflechte stark an. Icotrokinra fängt diesen Botenstoff quasi ab. Dadurch kann die Entzündung in der Haut abklingen.
    Die Psoriasis-Medikamente Ilumetri, Skyrizi und Tremfya setzen auch am IL-23 an, doch anders als sie muss Icotrokinra nicht gespritzt werden. Vielmehr wird es einmal täglich eingenommen. Das macht die Behandlung für viele Betroffene deutlich einfacher und angenehmer.
    Der Zulassungsantrag basiert auf den Ergebnissen von vier großen Phase-3-Studien. Diese Studien haben alle ihre Hauptziele erreicht. In den Untersuchungen nahmen insgesamt mehr als 1000 Erwachsene und Jugendliche teil.
    In der wichtigsten Studie ICONIC-LEAD erreichten 65 Prozent der Patienten eine erscheinungsfreie oder fast erscheinungsfreie Haut. Bei der Placebo-Gruppe waren es nur acht Prozent. Außerdem erreichten 50 Prozent der mit Icotrokinra behandelten Patienten eine 90-prozentige Verbesserung ihrer Hauterscheinungen. Bei Placebo lag dieser Wert nur bei 4 Prozent.
    Die Studie ICONIC-TOTAL zeigte, dass Icotrokinra auch bei Psoriasis an Kopfhaut, Genitalbereich sowie an Händen und Füßen gut wirkt. Diese Körperstellen sind für Patienten besonders belastend, da sie oft sichtbar sind oder das tägliche Leben stark beeinträchtigen.
    Hersteller Johnson & Johnson hat mit Icotrokinra viel vor: "Das Medikament könnte als systemische Erstlinientherapie zum Einsatz kommen", wurde eine Vertreterin der Firma in einer Pressemitteilung im März 2025 zitiert.
    In direkten Vergleichsstudien schnitt Icotrokinra besser ab als Deucravacitinib (Medikamentenname: Sotyktu). Das wird ebenfalls als Tablette eingenommen. Die Studien ICONIC-ADVANCE 1 und ICONIC-ADVANCE 2 zeigten, dass Icotrokinra bei allen wichtigen Messgrößen bessere Ergebnisse erzielte.
    Icotrokinra wurde auch bei Jugendlichen ab 12 Jahren untersucht. Die Studien zeigten, dass das Medikament auch in dieser Altersgruppe gut wirkt und sicher ist. Das ist wichtig, da Psoriasis oft schon im Jugendalter beginnt und die Lebensqualität stark beeinträchtigen kann.
    Nebenwirkungen von Icotrokinra
    In gepoolten Sicherheitsanalysen traten bei 49,1 Prozent der Icotrokinra-Patienten Nebenwirkungen auf. Bei der Placebo-Gruppe waren es 51,9 Prozent. Die Nebenwirkungsrate war also sogar etwas niedriger als bei Placebo. Neue oder unerwartete Sicherheitssignale wurden nicht beobachtet. Eine gepoolte Sicherheitsanalyse fasst die Sicherheitsdaten aus mehreren klinischen Studien zusammen, um bei einer größeren Patientenzahl eine zuverlässigere Bewertung der Nebenwirkungen und Risiken eines Medikaments zu ermöglichen.
    Die wichtigsten Nebenwirkungen waren
    COVID-19 (die Studien dürften in die Corona-Zeit gefallen sein; 11 Prozent in der Icotrokinra-Gruppe meldeten Symptome gegenüber 12 Prozent in der Placebo-Gruppe in der Studie FRONTIER 1) Nasopharyngitis (Erkältung; 7 Prozent in der Icotrokinra-Gruppe gegenüber 5 Prozent in der Placebo-Gruppe in der Studie FRONTIER 1). Infektionen der oberen Atemwege Durchfall (5 Prozent in allen Dosierungsgruppen zusammen in der Studie FRONTIER 1) Weitere Studien laufen
    Aktuell läuft die Studie ICONIC-ASCEND, in der Icotrokinra direkt mit dem Biologikum Ustekinumab verglichen wird. Außerdem werden zwei Studien bei Psoriasis arthritis durchgeführt. Diese Studien sollen zeigen, ob Icotrokinra auch bei anderen IL-23-vermittelten Erkrankungen hilft.
    Wie geht es nach dem Antrag weiter?
    Johnson & Johnson hat bereits im Juli 2025 auch bei der amerikanischen Behörde FDA eine Zulassung beantragt. Der Antrag in Europa folgte im September 2025.
    Nach dem Antrag prüft die Europäische Arzneimittelagentur (EMA) zunächst die vollständigen Unterlagen zum Medikament. Die Bewertung übernimmt dabei ein Expertengremium, das sogenannte CHMP (Committee for Medicinal Products for Human Use), dem Wissenschaftler aus allen EU-Staaten angehören.
    Zwei Länder – der "Rapporteur" und der "Co-Rapporteur" – sind dabei federführend und erstellen einen ersten Bewertungsbericht. Alle beteiligten Länder können diesen Bericht kommentieren, bevor im gesamten Ausschuss über das Medikament beraten wird. Nach Abschluss der wissenschaftlichen Prüfung gibt das Gremium eine Empfehlung ab: entweder für oder gegen die Zulassung. Diese Empfehlung geht an die Europäische Kommission, die die eigentliche Zulassung erteilt. Mit dieser zentralen Zulassung ist das Medikament in allen EU-Staaten inklusive Island und Norwegen zugelassen.
    Bei innovativen oder dringend benötigten Arzneimitteln kann eine "beschleunigte Bewertung" erfolgen, die das Verfahren auf 150 Tage verkürzt. Allerdings zielt der Antrag für Icotrokinra offensichtlich nicht auf eine beschleunigte Zulassung als innovatives oder dringend benötigtes Arzneimittel ab. Weder in den Pressemitteilungen von Johnson & Johnson noch in den Berichten über die EMA-Einreichung wird eine beschleunigte Bewertung oder ein Sonderstatus erwähnt.
    Dies bedeutet, dass Icotrokinra das reguläre EMA-Zulassungsverfahren durchlaufen wird, das normalerweise 12 bis 18 Monate dauert. Ohne beschleunigte Bewertung können Patienten in Europa also frühestens Ende 2026 oder Anfang 2027 mit einer möglichen Markteinführung voni Icotrokinra rechnen.
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    Claudia Liebram

    Nimm dir Zeit, dich um die Gesundheit zu kümmern – zum Beispiel mit unseren Tipps für interessante Artikel, Videos oder Audios für Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und manchmal auch Unterhaltung!
    🧐 "Ich breche hier ein Tabu" – nur ist es oft gar keins
    In diesem Text setzt sich Werner Bartens kritisch mit dem Trend auseinander, Krankheiten und persönliche Befindlichkeiten öffentlich zu thematisieren – sei es in Ratgeberbüchern, sozialen Medien oder journalistischen Formaten. Er betrachtet das häufige Betonen angeblicher Tabus rund um Gesundheitsthemen als gesellschaftliches Massenphänomen, das oft mehr zur Selbstinszenierung und Popularisierung beiträgt als zur sachlichen Aufklärung.
    Bartens analysiert, wie die öffentliche Diskussion seltene oder vermeintlich tabuisierte Leiden in den Mittelpunkt rückt, während häufigere und gesellschaftlich bedeutsame Krankheiten weniger Beachtung finden. Eine Gefahr sieht er darin, dass durch die mediale Aufmerksamkeit alltägliche Beschwerden schnell pathologisiert werden und Social Media zur unsachlichen Selbstdiagnose verleitet. Wer sich kritisch hinterfragen möchte, warum und wie über Krankheiten gesprochen wird, findet hier viele Denkanstöße. [Süddeutsche Zeitung; Artikel lesen]
    💡 Wie du die Bezahlschranke vor diesem Artikel völlig legal öffnest.
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    👨‍⚕️ Der Weg zur Abnehmspritze, erzählt von einem Profi
    Dennis Ballwieser ist Arzt und Chefredakteur der guten alten Apotheken-Umschau. Und: Dennis Ballwieser ist stark übergewichtig. So übergewichtig, dass er jetzt eine Abnehmspritze bekommen hat. In einem Artikel schildert er seinen Weg dahin und wie es ihm damit ging. Wenn Ihr aus diesen Lese-Tipps nur einen Artikel lesen wollt, nehmt diesen. Absolute Lese-Empfehlung! Wer lieber hört – hier ist das Ganze als Podcast-Folge mit Dennis Ballwieser.
    Die Apotheken-Umschau hat gleich eine ganzes Spezial zum Thema Adipositas aufgelegt. Zu vielen Aspekten gibt es also Artikel und Podcast-Beiträge.
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    🎧 Das Wichtigste über Psoriasis – für eine lange Fahrt
    Einmal gründlich: Der Deutschlandfunk hat 50 Minuten der Sendung "Sprechstunde" der Psoriasis gewidmet. Dr. Wiebke Sondermann erklärt von Juckreiz bis Gelenkschmerz ziemlich viel zum Thema – und das leicht verständlich. Und weil wir das mit unseren Rundfunkgebühren eh schon bezahlt haben, kann man die Audio-Datei sogar herunterladen und sonstwo hören (oder eben überall da, wo's Podcasts gibt). [🎧 Sendung auf der Internetseite vom Deutschlandfunk hören]
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    🧠 Wenn MS und Schuppenflechte im Doppelpack da sind
    Ein Artikel im Ärzteblatt beleuchtet, wie Ärztinnen und Ärzte Patientinnen und Patienten behandeln können, die gleichzeitig an Multipler Sklerose (MS) und einer weiteren chronisch‑entzündlichen Erkrankung wie Psoriasis, rheumatoider Arthritis oder chronisch‑entzündlichen Darmerkrankungen leiden. Solche Kombinationen sind zwar medizinisch anspruchsvoll, weil nicht jedes Medikament für beide Krankheiten geeignet ist und manche Therapien eine MS sogar verschlechtern können – etwa bestimmte TNF‑alpha‑Blocker. Vorgestellt werden Wirkstoffe, die bei mehreren dieser Erkrankungen helfen oder sich sinnvoll kombinieren lassen, sowie Risiken wie schwerwiegende Infektionen oder das PML‑Risiko.
    Für Laien erklärt der Text vor allem, warum eine enge Zusammenarbeit zwischen verschiedenen Fachrichtungen nötig ist und weshalb Therapieentscheidungen individuell getroffen werden müssen. Er zeigt auch, dass es inzwischen einige Wirkstoffe gibt, die bei zwei Erkrankungen gleichzeitig wirken – etwa Dimethylfumarat bei MS und Psoriasis oder Anti‑CD20‑Antikörper bei MS und rheumatoider Arthritis. Trotzdem braucht es oft maßgeschneiderte Pläne, um Nebenwirkungen zu vermeiden und die bestmögliche Kontrolle beider Krankheiten zu erreichen. [👉 Artikel lesen]
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    Claudia Liebram

    Im Sommer 2025 wurde ein wichtiges Dokument für die Behandlung der Schuppenflechte in Deutschland grundlegend aktualisiert: die sogenannte S3-Leitlinie zur Therapie der Psoriasis vulgaris. Wir stellen sie kurz vor – und die Unterschiede zur bisherigen Version.
    Eine Leitlinie ist so etwas wie ein Navigationssystem für Hautärztinnen und Hautärzte. Sie fasst das beste verfügbare medizinische Wissen zusammen und gibt klare, verlässliche Empfehlungen, wie eine Psoriasis heute optimal behandelt werden kann. Sie wird von einem großen Expertenteam, darunter Patientenvertretern, entwickelt.
    Gemeinsam die beste Entscheidung treffen
    Eine Leitlinie ist kein starres Gesetz, sondern eine fundierte Entscheidungshilfe. Sie beschreibt den aktuellen Goldstandard der Behandlung, von dem im Einzelfall auch abgewichen werden kann und muss. Deine Ärztin oder Dein Arzt sollte die Empfehlungen nutzen, um mit Dir gemeinsam die beste Therapiestrategie zu finden. Dieser Prozess nennt sich "gemeinsame Entscheidungsfindung" (Shared Decision Making).
    Dabei werden nicht nur die medizinischen Fakten aus der Leitlinie berücksichtigt, sondern auch Deine persönlichen Wünsche und Lebensumstände:
    Bevorzugst Du eine Tablette oder eine Spritze? Wie wichtig ist Dir ein besonders schneller Wirkungseintritt? Hast Du neben der Psoriasis noch andere Erkrankungen, die bei der Medikamentenwahl eine Rolle spielen? Die Medikamente im Überblick: Was ist neu und was hat sich bewährt?
    Die vielleicht wichtigste Nachricht der neuen Leitlinie ist die Erweiterung und Neubewertung der verfügbaren Medikamente. Die Therapie wird dadurch noch wirksamer und individueller.
    Bekannte Therapien, neues Wissen
    Die seit Längerem bekannten innerlichen Therapien, oft als "konventionelle Systemtherapien" bezeichnet, spielen weiterhin eine Rolle. Dazu gehören Wirkstoffe wie Methotrexat (MTX), Ciclosporin, Acitretin und Fumarsäureester. Die neue Leitlinie hat die Sicherheitshinweise für diese Medikamente weiter präzisiert.
    Methotrexat (MTX): Bleibt eine wichtige Option, insbesondere wenn auch die Gelenke betroffen sind (Psoriasis arthritis). Die Empfehlungen zur Überwachung der Leber- und Blutwerte wurden bestätigt. Ciclosporin: Wird aufgrund möglicher Nebenwirkungen auf Nieren und Blutdruck eher für eine kurzfristige Behandlung gesehen. Acitretin: Die Hinweise zur Anwendung bei Frauen im gebärfähigen Alter bleiben extrem streng, da der Wirkstoff das ungeborene Kind schwer schädigen kann. Neu wurde explizit eine Bauchspeicheldrüsenentzündung (Pankreatitis) als Gegenanzeige aufgenommen. Fumarsäureester (Dimethylfumarat): Das bekannte Präparat Fumaderm wird seit Ende 2024 nicht mehr hergestellt. Das Nachfolgepräparat Skilarence mit dem alleinigen Wirkstoff Dimethylfumarat ist aber weiterhin verfügbar. Die größte Veränderung betrifft die modernen, zielgerichteten Therapien. Mussten früher in der Regel erst die konventionellen Therapien versucht werden, empfiehlt die neue Leitlinie bei besonders schweren Verläufen nun den direkten Einsatz von hochwirksamen Biologika oder neuen "kleinen Molekülen".
    Das Behandlungsziel wurde ebenfalls angehoben: Angestrebt wird heute eine fast vollständige Erscheinungsfreiheit, also eine Verbesserung des Hautbildes um mindestens 90 Prozent (ein sogenannter PASI 90).
    Die Neuen im Team – Bimekizumab und Deucravacitinib
    Zwei neue Wirkstoffe in der Leitlinie erweitern die Behandlungsmöglichkeiten:
    Bimekizumab: Dies ist ein hochwirksames Biologikum, das als Spritze verabreicht wird. Es blockiert gleich zwei entzündungsfördernde Botenstoffe (IL−17A und IL−17F) und gehört laut den aktuellen Vergleichsstudien zu den effektivsten verfügbaren Therapien. Als spezifische Nebenwirkung können häufiger harmlose, aber lästige Pilzinfektionen im Mund- und Rachenraum (Candida) auftreten, die aber gut behandelbar sind. Deucravacitinib: Dies ist eine neuartige Tablette aus der Gruppe der sogenannten TYK2-Inhibitoren. Sie stellt eine wirksame orale Alternative zu den Biologika-Spritzen dar und füllt eine wichtige Lücke. Für viele von uns mit mittelschwerer bis schwerer Psoriasis, die eine Spritzentherapie scheuen, ist dies eine wichtige neue Option. Biosimilars verständlich erklärt: Gleichwertig und bewährt
    Biosimilars sind Nachfolgeprodukte von Biologika, deren Patentschutz abgelaufen ist. Man kann sie sich wie hochwertige "Generika" für diese komplexen Medikamente vorstellen. Sie sind in Wirksamkeit, Qualität und Sicherheit dem Originalpräparat gleichwertig, was durch strenge Zulassungsverfahren der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) geprüft wird.
    Die neue Leitlinie von 2025 positioniert sich hierzu noch klarer als die Vorgängerversion: Sie bestätigt, dass Biosimilars und Originalpräparate austauschbar sind und die Empfehlungen für beide gleichermaßen gelten.
    Neu ist, dass nun auch für den weit verbreiteten Wirkstoff Ustekinumab (Originalpräparat Stelara) Biosimilars verfügbar sind. Zuvor gab es diese bereits für Infliximab, Etanercept und Adalimumab. Dies trägt dazu bei, die Behandlungskosten zu senken und den Zugang zu hochwirksamen Therapien für mehr Menschen zu sichern.
    Sicherheit an erster Stelle
    Die Sicherheit der Medikamente hat oberste Priorität. Die neue Leitlinie bestätigt das gute Sicherheitsprofil vieler moderner Therapien, für die mittlerweile umfangreiche Langzeitdaten aus Studien und Registern vorliegen. Die Empfehlungen zur Überwachung, zum Beispiel durch regelmäßige Blutkontrollen, wurden für alle Medikamente überprüft und bestätigt.
    Es gibt keine grundlegend neuen Erkenntnisse zu schweren Nebenwirkungen bei den bereits länger zugelassenen Medikamenten. Die Langzeitsicherheit vieler Biologika und "small molecules" wird als gut eingeschätzt.
    Antworten für besondere Lebenslagen
    Psoriasis betrifft Menschen in allen Lebensphasen und oft auch mit Begleiterkrankungen. Die neue Leitlinie gibt hierzu detailliertere und spezifischere Hilfestellungen als je zuvor.
    Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen
    Die aktuelle Leitlinie richtet sich ausschließlich an Erwachsene. Die Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Psoriasis erfordert spezielles Wissen und wird in eigenen Leitlinien von Kinder- und Jugendärzten sowie spezialisierten Hautärzten behandelt. Es gibt aber auch für diese Altersgruppe wirksame und sichere zugelassene Therapien.
    Familienplanung, Schwangerschaft und Stillzeit
    Für Frauen mit Psoriasis und Kinderwunsch gibt es sehr gute Nachrichten. Die neue Leitlinie bestätigt, dass eine sichere und wirksame Behandlung während der Planung, der Schwangerschaft und der Stillzeit möglich ist. Eine gute Kontrolle der Psoriasis ist sogar wichtig, da eine stark entzündliche Erkrankung sich negativ auf die Schwangerschaft auswirken kann.
    Bestimmte Medikamente wie Methotrexat und Acitretin sind in dieser Zeit absolut tabu.
    Die Leitlinie empfiehlt das Biologikum Certolizumab pegol als Therapie der ersten Wahl, wenn während der Schwangerschaft eine innerliche Behandlung notwendig ist. Aufgrund seiner Molekülstruktur geht es kaum auf das ungeborene Kind über.
    Wenn weitere Erkrankungen dazukommen (Komorbiditäten)
    Die Psoriasis ist eine systemische Erkrankung, die oft mit anderen gesundheitlichen Problemen einhergeht. Die neue Leitlinie gibt detaillierte Empfehlungen, welche Medikamente bei bestimmten Begleiterkrankungen besonders geeignet oder eher zu meiden sind.
    Psoriasis arthritis: Wenn neben der Haut auch die Gelenke betroffen sind, ist die Wahl des richtigen Medikaments entscheidend, um Gelenkschäden zu verhindern. Die Leitlinie listet eine Reihe von Biologika und auch Methotrexat als wirksame Optionen auf, die sowohl auf die Haut als auch auf die Gelenke wirken. Aufgrund der Komplexität wird für detaillierte Empfehlungen auf eine eigene, in Entwicklung befindliche Leitlinie für PsA verwiesen.
    Chronisch-entzündliche Darmerkrankungen (Morbus Crohn, Colitis ulcerosa): Da sich die Entzündungsmechanismen ähneln, ist die Wahl der Therapie hier besonders wichtig. Bestimmte Biologika (TNF-Blocker, IL-12/23- und IL-23-Blocker) wirken sowohl gegen die Psoriasis als auch gegen die Darmentzündung und sind daher die erste Wahl. Sogenannte IL-17-Blocker (z.B. Secukinumab, Ixekizumab, Bimekizumab) sind hier ungeeignet, da sie die Darmerkrankung verschlimmern können.
    Krebserkrankungen in der Vorgeschichte: Die Entscheidung für eine innerliche Therapie wird immer individuell und in enger Absprache mit dem behandelnden Onkologen getroffen. Die neue Leitlinie unterscheidet nun klarer: Liegt eine Krebserkrankung mehr als fünf Jahre zurück und gilt als geheilt, können die meisten Psoriasis-Medikamente wieder normal eingesetzt werden. Bei einer kürzer zurückliegenden oder aktiven Krebserkrankung ist die Auswahl eingeschränkter, aber eine wirksame Behandlung der Psoriasis ist dennoch möglich.
    Depression: Psoriasis kann die Psyche stark belasten. Die meisten wirksamen Psoriasis-Therapien verbessern auch depressive Symptome, da es den Betroffenen mit besserer Haut einfach besser geht. Bei den Wirkstoffen Apremilast und Brodalumab wird zur Vorsicht geraten, wenn bereits eine schwere Depression oder Suizidgedanken in der Vorgeschichte bekannt sind. Diabetes mellitus: Bei Patienten mit Diabetes, insbesondere in Kombination mit Übergewicht oder einer Fettleber, sollten die Wirkstoffe Methotrexat und Ciclosporin mit Vorsicht eingesetzt werden, da sie den Stoffwechsel oder die Leber zusätzlich belasten können. Biologika und die neuen "small molecules" gelten hier als sichere Alternativen. Herzerkrankungen: Bei einer koronaren Herzkrankheit (KHK) sind die meisten modernen Therapien wie Biologika oder MTX gut geeignet. Bei einer fortgeschrittenen Herzschwäche (Herzinsuffizienz) müssen sogenannte TNF-Blocker (z.B. Adalimumab, Infliximab, Etanercept) gemieden werden, da sie die Herzfunktion verschlechtern können. Andere Biologika-Klassen sind hier unproblematisch.    Nierenerkrankungen: Die meisten Biologika werden nicht über die Nieren abgebaut und können daher auch bei eingeschränkter Nierenfunktion sicher eingesetzt werden. Bei den älteren Tabletten wie Methotrexat, Ciclosporin und Fumarsäureestern ist bei schwerer Nierenschwäche Vorsicht geboten oder sie sind kontraindiziert. Neurologische Erkrankungen, z.B. Multiple Sklerose, MS: Hier ist die Wahl des Medikaments entscheidend. TNF-Blocker sind bei MS absolut ungeeignet, da sie die Erkrankung auslösen oder verschlimmern können. Andere Wirkstoffklassen wie IL-17-, IL-23-Blocker oder die neuen Tabletten (Apremilast, Deucravacitinib) gelten als sicher. Fumarsäureester sind sogar zur Behandlung der MS zugelassen und damit eine gute Option für Patienten, die an beiden Erkrankungen leiden. Virushepatitis (Hepatitis B und C): Vor Beginn einer innerlichen Therapie wird standardmäßig auf eine Hepatitis-Infektion getestet. Sollte eine chronische Hepatitis vorliegen, ist eine Behandlung der Psoriasis trotzdem sicher möglich. Dies geschieht in enger Zusammenarbeit mit einem Leberspezialisten (Hepatologen), der gegebenenfalls eine antivirale Schutztherapie einleitet. Tuberkulose (TB): Vor dem Start einer Biologika-Therapie wird immer ein Test auf eine versteckte (latente) Tuberkulose-Infektion gemacht. Das Risiko einer Reaktivierung ist unter den neueren Biologika (IL-17- und IL-23-Blocker) deutlich geringer als unter den älteren TNF-Blockern. Falls ein Risiko besteht, wird vor Therapiebeginn eine vorbeugende Antibiotikabehandlung durchgeführt, sodass die Psoriasis-Therapie sicher gestartet werden kann. Impfungen: Grundsätzlich werden alle von der STIKO empfohlenen Impfungen auch für Psoriasis-Patienten angeraten. Unter einer innerlichen Therapie sollten Impfungen mit Lebendimpfstoffen (z.B. Masern, Mumps, Röteln) vermieden werden. Totimpfstoffe (z.B. Grippe, Tetanus, COVID-19) sind jederzeit sicher möglich und empfohlen, auch wenn die Impfantwort eventuell etwas schwächer ausfällt. Im Detail: Was sich für Anwender von Medikamenten ändert
    Auch bei den Medikamenten, die schon länger zur Verfügung stehen, gibt es wichtige neue Erkenntnisse und angepasste Sicherheitshinweise. Hier sind die wichtigsten Updates im Überblick:
    Acitretin
    Gelenke im Blick: Ihr Arzt wird Dich nun gezielter nach Gelenk- oder Wirbelsäulenbeschwerden fragen, da das Medikament hier in seltenen Fällen Auswirkungen haben kann.
    Wichtig für Diabetiker: Früher galt Diabetes als klarer Grund, Acitretin nicht zu nehmen. Die neue Leitlinie erklärt genauer, warum Vorsicht geboten ist: Das Medikament kann die Wirkung von Insulin verstärken und so zu Unterzuckerung führen. Deshalb sind regelmäßige Blutzuckerkontrollen jetzt besonders wichtig.
    Wechselwirkung mit Cholesterinsenkern: Wenn Du Medikamente zur Senkung Deiner Blutfettwerte einnehmen, solltest Du wissen, dass die Kombination mit Acitretin das Risiko für Muskelschäden erhöhen kann. Sprich hierzu unbedingt mit Deinem Arzt.
    Ciclosporin
    Dieses Medikament unterdrückt das Immunsystem stark und wird oft für eine schnelle Besserung eingesetzt.
    Genauerer Nieren-Check: Da Ciclosporin die Nieren belasten kann, empfiehlt die Leitlinie nun, nach mehr als einem Jahr Therapie die Nierenfunktion mit einem genaueren Test (einer sogenannten GFR-Messung) zu überprüfen.
    Hautkrebs-Vorsorge nach der Therapie: Nach dem Absetzen von Ciclosporin ist eine sorgfältige Hautkrebsvorsorge besonders wichtig, vor allem, wenn Du in der Vergangenheit viele Lichttherapien erhalten hast.
    Methotrexat (MTX)
    MTX ist eine der am häufigsten eingesetzten Tabletten- oder Spritzentherapien.
    Spritze oft wirksamer als Tablette: Die Leitlinie stellt nun klarer heraus, dass bei einer Dosis von mehr als 15 mg pro Woche die Spritze unter die Haut (subkutan) besser wirkt. Der Grund: Der Wirkstoff wird vom Körper besser aufgenommen als bei einer Tablette.
    Sicherheit an erster Stelle: Die wichtigste Regel bei MTX ist die Einnahme nur einmal pro Woche. Die neue Leitlinie macht hier keine Kompromisse mehr: Wenn ein Patient diese Regel nicht sicher versteht, darf ihm das Medikament nicht mehr verschrieben werden. Eine tägliche Einnahme kann lebensgefährlich sein.
    Auf diese Nebenwirkungen achten: Ihr Arzt könnte Dich nun explizit auf zwei mögliche, seltene Nebenwirkungen hinweisen: schmerzhafte Entzündungen der Mundschleimhaut und eine spezielle Form der Lungenentzündung (Pneumonitis). Melde Dich sofort bei Deinem Arzt, wenn Du trockenen Husten oder Atemnot bemerkst.
    TNF-Blocker
    Diese Gruppe von Biologika (z.B. Adalimumab, Etanercept, Certolizumab pegol, Infliximab) gehört zu den am längsten bewährten Spritzentherapien.
    Wichtige Änderung bei Operationen: Das ist eine der wichtigsten neuen Sicherheitshinweise: Eine große Auswertung mehrerer Studien hat gezeigt, dass das Risiko für Infektionen nach einer Operation unter TNF-Blocker-Therapie fast doppelt so hoch ist. Früher wurde die Therapie oft fortgesetzt. Die neue Leitlinie rät nun klar dazu, vor einer geplanten OP mit dem Arzt zu besprechen, ob das Medikament pausiert werden sollte.
    Herzschwäche: Die Leitlinie verwendet nun einen präziseren Begriff für eine bestimmte Form der Herzschwäche, bei der diese Medikamente nicht eingesetzt werden dürfen.
    Apremilast
    Diese Tablette wirkt gezielt auf ein bestimmtes Enzym in den Entzündungszellen.
    Fokus auf die Psyche: Die neue Leitlinie betont stärker, dass Apremilast in seltenen Fällen Depressionen oder Suizidgedanken auslösen kann. Wenn solche Symptome neu auftreten oder sich verschlimmern, soll die Behandlung abgebrochen werden.
    Bimekizumab
    Dieses neue, hochwirksame Biologikum blockiert gleich zwei Entzündungs-Botenstoffe.
    Spezifische Nebenwirkung: Weil das Medikament so stark wirkt, können Pilzinfektionen (Candida), meist harmlos im Mund- und Rachenraum, häufiger auftreten als bei vergleichbaren Medikamenten. Diese sind aber in der Regel einfach zu behandeln.
    Ixekizumab
    Ein weiteres bewährtes Biologikum aus der Klasse der IL-17-Blocker.
    Gute Nachrichten zur Langzeitsicherheit: Hier gibt es beruhigende Neuigkeiten. Zwei neue, sehr große Sicherheitsstudien haben bestätigt, dass das Medikament auch über viele Jahre hinweg ein sicheres Profil hat und keine neuen oder unerwarteten Nebenwirkungen aufgetreten sind.
    Certolizumab pegol und Schwangerschaft
    Die beste Nachricht für Frauen mit Kinderwunsch: Dies ist eine der wichtigsten und positivsten Änderungen. Die neue Leitlinie empfiehlt das Biologikum Certolizumab pegol nun ganz klar als die beste Option für Frauen, die eine Schwangerschaft planen oder bereits schwanger sind. Durch seine besondere Molekülstruktur gelangt so gut wie kein Wirkstoff von der Mutter zum ungeborenen Kind. Das gibt eine hohe Sicherheit für Mutter und Kind.
    Was die Leitlinie nicht sagt – und ist
    Früher gab es in der Leitlinie für jedes Medikament eine Aussage, wie viel Zeit es braucht, bis es beim Durchschnitt der Anwender wirkt. Daraus konnten wir oft beantworten, wenn jemand fragte "Wie lange muss ich warten, bis mein Medikament wirkt?". Diese Aussagen sind nicht erst in dieser Leitlinie verschwunden.
    Vage heißt es jetzt nur noch:
    Bei Medikamenten mit langsam einsetzender Wirkung sollte nach 16 bis 24 Wochen ein Fazit gezogen werden, ob die erwünschte Wirkung erreicht ist. Bei den schnell wirkenden Medikamenten sollte das Fazit nach zehn bis zwölf Wochen gezogen werden. Welches Medikament ein langsames und welches ein schnelles ist – dazu sagt die Leitlinie nichts.
    Während die Leitlinie das "Was" und "Wie" der medizinischen Behandlung exzellent für Ärzte aufbereitet, fehlen für Betroffene oft die Antworten auf die "Was-wäre-wenn"- und "Wie-mache-ich-das-konkret"-Fragen des täglichen Lebens mit der Erkrankung. Das kann und will eine Leitlinie aber auch nicht.
    Zur Leitlinie gehört immer ein Anhang mit Empfehlungen zu Basistherapie, topischer Therapie, Phototherapie und anderen Therapien. Die Forschung zur Psoriasis hat sich in den letzten Jahren allerdings ganz überwiegend mit innerlichen Therapien beschäftigt. Deshalb ändert sich in diesen Empfehlungen erfahrungsgemäß wenig – und so heißt es in dem Anhang auch:
    "Im Bereich der topischen Therapie und Fototherapien sind keine neuen Therapieoptionen seit der Erstellung der Leitlinienfassung 2015 verfügbar geworden. Studien, die die Einschätzung der Interventionen relevant verändern würden, sind ebenfalls nicht publiziert worden."
    Heißt: Seit zehn langen Jahren gibt es weder neue Wirkstoffe zur äußerlichen Behandlung noch Neues in Sachen Lichttherapie – und Studien dazu wurden auch nicht publiziert. Keine gute Nachricht für all die, die kein innerliches Medikament anwenden wollen, können oder brauchen.
    Am Ende geht's auch ums Geld
    Auch wenn die Leitlinie ein Biologikum als Firstline-Medikament ausweist, gibt es für die Ärzte noch eine Hürde: Sie haben per Gesetz ein Wirtschaftlichkeitsgebot. Das heißt: Sie müssen prüfen, ob es Therapien gibt, die günstiger und trotzdem ausreichend wirksam sind. Erst wenn es die nicht gibt oder die aus anderen Gründen nicht infrage kommen, können sie ein Biologikum aufs Rezept schreiben. Einen Anspruch auf ein Biologikum gibt die Leitlinie deshalb nicht her.
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    Claudia Liebram

    Hast Du Schuppenflechte, ist die tägliche Hautpflege, die sogenannte Basistherapie, das A und O. Sie hilft, die Haut geschmeidig zu halten, den Juckreiz zu lindern und die schubfreien Phasen zu verlängern. Eine gute Bodylotion ist dafür unerlässlich. Besonders Produkte mit Urea (Harnstoff) werden oft empfohlen. Aber woran erkennst Du eine wirklich gute Lotion, die Deiner Haut hilft und sie nicht zusätzlich reizt?
    Dieser Ratgeber hilft Dir, im Dschungel der Drogerie- und Apothekenprodukte die richtige Wahl zu treffen – unabhängig von teuren Markennamen oder kurzlebigen Testsiegeln.
    Warum Urea (Harnstoff) Deiner Haut bei Psoriasis hilft
    Urea ist ein natürlicher Feuchthaltefaktor unserer Haut. Bei Schuppenflechte ist die Hautbarriere gestört und verliert zu schnell Feuchtigkeit. Urea hilft auf zwei Arten:
    Feuchtigkeit binden: Es zieht Wasser aus tieferen Hautschichten und der Umgebungsluft an und hält es in der obersten Hautschicht fest. Das macht die Haut glatter und elastischer. Schuppen lösen: In höheren Konzentrationen wirkt Urea keratolytisch. Das bedeutet, es hilft, die übermäßige Verhornung sanft abzutragen und dicke Schuppenpanzer aufzulösen. Die richtige Konzentration ist entscheidend:
    Bis 5 % Urea: Ideal für die tägliche Pflege trockener Haut. Die Wirkung ist hier vor allem feuchtigkeitsspendend. Um 10 % Urea: Gut geeignet, wenn Du stärkere Schuppen und Juckreiz hast. Diese Konzentration wirkt bereits schuppenlösend. Über 10 % Urea: Meist für spezielle Problemzonen wie Füße oder Ellbogen gedacht. Vorsicht: Höhere Konzentrationen können auf rissiger oder entzündeter Haut brennen. Die Checkliste für Deinen Einkauf: Was sollte rein, was besser nicht?
    Dreh die Flasche um und wirf einen Blick auf die INCI-Liste (die Liste der Inhaltsstoffe). Die Reihenfolge ist entscheidend: Was vorne steht, ist in der größten Menge enthalten.
    Diese Inhaltsstoffe sind eine gute Wahl:
    Urea: Sollte für eine gute Wirkung relativ weit vorne in der Liste stehen. Glycerin: Ein weiterer hervorragender und günstiger Feuchtigkeitsspender. Ceramide: Das sind hauteigene Fette, die den "Mörtel" Deiner Hautbarriere kitten und sie widerstandsfähiger machen. Bezeichnungen wie Ceramide NP oder Ceramide 3 sind ein echtes Plus. Panthenol (Provitamin B5): Wirkt beruhigend, entzündungshemmend und fördert die Wundheilung. Niacinamide (Vitamin B3): Ein Alleskönner, der die Hautbarriere stärkt, Rötungen mildert und die Talgproduktion regulieren kann. Bei diesen Inhaltsstoffen solltest Du vorsichtig sein:
    Alkohol (Alcohol denat., Ethanol): Steht er weit vorne, kann er die Haut austrocknen und reizen. In geringen Mengen am Ende der Liste ist er oft nur zur Konservierung oder als Lösungsmittel unproblematisch. Duftstoffe (Parfum, Fragrance, Linalool, Limonene, Citronellol): Sie haben in der Pflege für Psoriasis-Haut nichts zu suchen. Sie sind die häufigsten Auslöser für Kontaktallergien und können die Haut unnötig stressen. Auch ätherische Öle können reizen. PEG (Polyethylenglykole) und PEG-Derivate: Du erkennst sie an der Abkürzung "PEG-" gefolgt von einer Zahl. Sie dienen als Emulgatoren, die Wasser und Öl verbinden. Kritiker wie Öko-Test weisen darauf hin, dass sie die Hautbarriere durchlässiger für Fremd- und Schadstoffe machen können – ein Risiko, das man bei Psoriasis nicht eingehen sollte. Mineralöle (Paraffinum Liquidum, Petrolatum, Cera Microcristallina): Sie legen sich wie ein Film auf die Haut, was sich zunächst weich anfühlt. Dieser Film (Okklusionseffekt) kann die Wirkung von Urea kurzfristig verstärken. Allerdings pflegen Mineralöle die Haut nicht nachhaltig und stehen in der Kritik, weil sie aus Erdöl gewonnen werden und sich im Körper anreichern können (MOSH/MOAH). Pflanzliche Öle sind oft die bessere Alternative. Was sagen aktuelle Tests? Ein Blick auf die Kriterien
    Auch wenn einzelne Tests schnell veralten, zeigen sie doch, worauf es ankommt. In einem Test von Körperlotionen (Öko-Test, Dezember 2024) wurden erneut Produkte wegen kritischer Inhaltsstoffe abgewertet. Oft waren es nicht die günstigen Eigenmarken von Drogerien, sondern teurere Markenprodukte, die wegen PEGs oder problematischer Duftstoffe durchfielen.
    Die Lehre daraus: Ein hoher Preis garantiert keine gute Rezeptur. Oft sind die einfachen und preiswerten Lotionen von dm (Balea Med), Rossmann (Isana Med) oder Edeka (Elkos Med) frei von Duftstoffen und anderen Reizstoffen und damit eine sehr gute Wahl.
    Fazit: Du bist der Experte für Deine Haut
    Verlasse Dich nicht blind auf Werbeversprechen. Mit dem Wissen über gute und schlechte Inhaltsstoffe kannst Du selbst entscheiden, was Deiner Haut guttut.
    Setze auf reizarme Formulierungen: Ohne Duftstoffe und idealerweise ohne PEGs und unnötigen Alkohol.
    Wähle die passende Urea-Konzentration: 5 % für jeden Tag, 10 % bei stärkerer Schuppung.
    Teste ein neues Produkt erst: Probiere eine neue Lotion zunächst an einer kleinen Stelle, zum Beispiel in der Armbeuge, aus, bevor Du sie am ganzen Körper anwendest.
    Deine Haut ist so individuell wie Du. Was für den einen perfekt ist, kann beim anderen Irritationen auslösen. Gib Deiner Haut Zeit, sich an ein neues Produkt zu gewöhnen und finde so Deine persönliche Lieblingspflege.
    Lexikon für Dich erklärt
    💡 Ceramide: Besondere Fettmoleküle (Lipide), die ein Hauptbestandteil unserer Haut sind. Sie wirken wie ein Mörtel zwischen den Hautzellen und halten die Hautbarriere intakt, was den Feuchtigkeitsverlust verhindert.
    💡 INCI: Die „Internationale Nomenklatur für kosmetische Inhaltsstoffe“ (International Nomenclature of Cosmetic Ingredients). Sie ist gesetzlich vorgeschrieben und listet alle Inhaltsstoffe eines Kosmetikprodukts nach ihrer Konzentration in absteigender Reihenfolge auf.
    💡 Keratolytisch: Ein medizinischer Begriff, der "hornlösend" bedeutet. Stoffe mit dieser Eigenschaft (wie Urea in höherer Konzentration oder Salicylsäure) können verdickte Hautschichten und Schuppen aufweichen und deren Ablösung erleichtern.
    💡 Okklusionseffekt: Bezeichnet das Abdichten der Haut durch eine wasserundurchlässige Schicht (z.B. durch Mineralöl oder Vaseline). Dies verhindert, dass Feuchtigkeit verdunstet und kann das Eindringen von Wirkstoffen verbessern. Bei falscher Anwendung kann es aber auch die Hautfunktionen stören.
    💡 PEG (Polyethylenglykole): Chemische Verbindungen, die in Kosmetika als Emulgatoren (verbinden Wasser und Fett) oder Feuchthaltemittel eingesetzt werden. Sie können die Haut durchlässiger machen, was das Eindringen von Wirkstoffen, aber auch von Schadstoffen, erleichtern kann.
    Weiterführende Informationen
    Bodylotions im Test: 12 von 44 Körperlotionen mit Problemstoffen (Öko-Test, 2024) Bodylotions im Test: Viele Lotionen bieten reichlich Pflege (Stiftung Warentest, 2025) Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz
    ➔ Ratgeber: Hautpflege bei Schuppenflechte
    ➔ Forum: Erfahrungen von Menschen mit Schuppenflechte mit der Hautpflege
    ➔ Marktüberblick: Produkte zur Hautpflege bei Schuppenflechte
    Weiterlesen...

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    Claudia Liebram

    Die Psoriasis inversa ist eine besondere Form der Schuppenflechte. Der Name "inversa" kommt aus dem Lateinischen und bedeutet "umgekehrt" – und genau das beschreibt sie am besten: Während die "klassische" Psoriasis oft mit dicken, silbrigen Schuppen an den Außenseiten von Ellenbogen und Knien auftritt, zeigt sich die Psoriasis inversa genau an den gegenteiligen Stellen: in den großen Hautfalten des Körpers. Dazu gehören vor allem die Achselhöhlen, die Leistengegend, die Gesäßfalte sowie die Hautfalten unter der Brust oder am Bauch.
    Auch das Aussehen ist "umgekehrt". Statt der typischen rauen Schuppenpanzer sind die betroffenen Stellen bei der Psoriasis inversa meist glatt, glänzend und leuchtend rot. Das liegt am feucht-warmen Klima in den Hautfalten, das die Bildung von trockenen Schuppen verhindert. Für Betroffene ist diese Form oft besonders schmerzhaft, da die Haut durch die ständige Reibung sehr wund wird und leicht einreißen kann.
    Symptome: Wie sieht Psoriasis inversa aus?
    Das auffälligste Merkmal der Psoriasis inversa ist das, was im Vergleich zur bekannteren Form fehlt: die dicke, silbrige Schuppenschicht. Stattdessen erkennst du die Psoriasis inversa an diesen Zeichen:
    Scharf begrenzte Rötung: Die betroffenen Hautstellen sind meist leuchtend rot und sehr klar von der gesunden Haut abgegrenzt.
    Glatte, glänzende Oberfläche: Durch die ständige Feuchtigkeit in den Hautfalten wirkt die Oberfläche der Herde eher glatt und glänzend, manchmal fast "wie lackiert".
    Wundsein und schmerzhafte Risse: Die Haut ist oft sehr empfindlich, wund und kann durch die Reibung leicht einreißen. Diese kleinen Risse (Rhagaden) können sehr schmerzhaft sein.
    Starker Juckreiz oder Brennen: Viele Betroffene leiden unter quälendem Juckreiz oder einem brennenden Gefühl in den betroffenen Arealen.
    Bilder von Psoriasis inversa findest du in unserer Galerie "Psoriasis im Genitalbereich".
     
    Die Psoriasis inversa tritt typischerweise an allen Körperstellen auf, an denen Haut auf Haut liegt. Dazu zählen vor allem:
    die Achselhöhlen die Leisten- und Genitalregion die Hautfalte unter der Brust Bauchfalten die Gesäßfalte seltener auch die Kniekehlen und Armbeugen Besondere Herausforderungen bei Psoriasis inversa
    Neben den sichtbaren Anzeichen bringt die Psoriasis inversa einige besondere Schwierigkeiten mit sich, die sie für viele Betroffene so belastend machen:
    Schmerz durch ständige Reibung: Bei der Psoriasis inversa steht bei Betroffenen oft der Schmerz im Vordergrund. Jede Bewegung – ob Gehen, Armeheben oder das Tragen eines BHs – führt zu Reibung auf der ohnehin schon wunden Haut. Das kann brennen und jede Berührung unangenehm machen.
    Hohes Risiko für Infektionen: Das feucht-warme Klima in den Hautfalten ist ein idealer Nährboden für weitere Plagegeister. Sehr häufig setzen sich Pilze (insbesondere Hefepilze wie Candida) oder Bakterien auf die entzündeten Stellen. Eine solche Sekundärinfektion kann die Psoriasis-Symptome verschlimmern und muss zusätzlich behandelt werden.
    Die psychische Belastung: Da oft sehr intime Körperregionen wie der Genital- oder Analbereich betroffen sind, ist die Scham bei vielen Betroffenen groß. Dies kann das Selbstwertgefühl und auch die partnerschaftliche Intimität stark beeinträchtigen.
    Häufige Fehldiagnosen: Weil die typischen Schuppen fehlen, wird eine Psoriasis inversa manchmal fälschlicherweise nur für eine Pilzinfektion gehalten. Das kann zu einer langen und frustrierenden Suche nach der richtigen Diagnose und Behandlung führen.
    Behandlung: Was der Arzt tun kann
    Die Behandlung einer Psoriasis inversa gehört immer in die Hände eines Hautarztes oder einer Hautärztin. Weil die Haut in den Falten so dünn und empfindlich ist, können nicht einfach dieselben starken Mittel wie an Ellenbogen oder Knien eingesetzt werden. Dein Arzt wird die Therapie genau auf diese sensiblen Bereiche abstimmen.
    Äußerliche Behandlung mit Cremes und Salben
    Die erste Wahl ist meist eine äußerliche Behandlung. Dabei kommen vor allem folgende Wirkstoffe infrage:
    Angepasste Kortison-Präparate: Der Arzt wird in der Regel milde bis mittelstarke Kortison-Cremes verschreiben, die für die Anwendung auf empfindlicher Haut geeignet sind. Starke "Kortison-Hämmer" sind in diesen Bereichen tabu.
    Calcineurin-Inhibitoren: Das sind kortisonfreie Wirkstoffe wie Tacrolimus oder Pimecrolimus. Sie sind eine sehr wichtige Option für Hautfalten, da sie die Entzündung lindern, ohne die Haut auf Dauer dünner zu machen.
    Vitamin-D3-Abkömmlinge: Auch diese Wirkstoffe können zum Einsatz kommen, manchmal in Kombination mit Kortison. Sie können die Haut aber mitunter reizen und werden deshalb vorsichtig angewendet.
    Häufig ist die Psoriasis inversa zusätzlich mit einem Pilz oder Bakterien infiziert. In diesem Fall wird der Arzt ein Kombinationspräparat verschreiben, das auch gegen die Infektion wirkt.
    Innerliche Behandlung bei schweren Fällen
    Wenn die äußerliche Behandlung nicht ausreicht oder die Belastung sehr groß ist, kann auch eine innerliche (systemische) Therapie in Form von Tabletten oder Spritzen (z. B. Biologika) notwendig werden. Das ist oft dann der Fall, wenn auch an anderen Körperstellen eine Psoriasis besteht.
    Lichttherapie
    Eine klassische UV-Lichttherapie kommt bei einer reinen Psoriasis inversa selten zum Einsatz, da die UV-Strahlen die versteckten Hautfalten nur schwer oder gar nicht erreichen können.
    FAQ: Hautpflege im Intimbereich und in Hautfalten
    Worauf muss ich beim Waschen im Intimbereich und in Hautfalten besonders achten?
    Sei hier extrem sanft. Verwende nur lauwarmes Wasser und eine pH-neutrale, seifenfreie Waschlotion (Syndet), die unbedingt frei von Duftstoffen sein sollte. Spüle alle Reste gründlich ab, ohne zu reiben. Normale Seifen oder Duschgele sind für diese empfindlichen Bereiche viel zu aggressiv.
    Wie trockne ich diese empfindlichen Stellen am besten ab?
    Das richtige Trocknen ist entscheidend, um Reizungen und Pilzinfektionen vorzubeugen. Tupfe die Haut nur ganz vorsichtig mit einem weichen Handtuch trocken. Reiben ist tabu! Lass die Stellen am besten noch einen Moment an der Luft trocknen. Du kannst auch einen Föhn auf Kaltstufe und mit viel Abstand verwenden, um sicherzugehen, dass alles wirklich trocken ist.
    Welche Pflegecreme ist für Psoriasis inversa geeignet?
    Hier gilt: Weniger ist mehr. Vermeide fette, dicke Salben, da sie in den Hautfalten ein feuchtes Milieu schaffen, das die Reizung verschlimmern kann. Besser sind sehr leichte Cremes oder Lotionen, die schnell einziehen. Manchmal helfen auch zinkhaltige Pasten, die Haut trocken zu halten und zu beruhigen.
    Darf ich meine Kortison-Creme im Intimbereich anwenden?
    Nur, wenn dein Arzt oder deine Ärztin es dir ausdrücklich für genau diesen Bereich verordnet hat! Die Haut im Intimbereich und in Falten ist sehr dünn und nimmt Wirkstoffe viel stärker auf. Starke Kortison-Cremes können hier die Haut schädigen. Wende deshalb niemals auf eigene Faust eine Kortison-Creme dort an, die für andere Körperstellen gedacht war.
    Was kann ich gegen das schmerzhafte Wundreiben in den Hautfalten tun?
    Reibung zu reduzieren, hilft enorm. Trage lockere, weiche Unterwäsche aus atmungsaktiven Stoffen wie Baumwolle oder Seide und meide enge Kleidung aus Synthetik. Bei starker Reizung können auch weiche Baumwollläppchen oder spezielle Kompressen aus der Apotheke, die du in die Hautfalte legst, Linderung verschaffen.
    Fazit
    Eine Psoriasis inversa kann sehr belastend sein – das ist keine Frage. Die Schmerzen durch die ständige Reibung und die Betroffenheit intimer Stellen machen den Alltag oft schwer. Vielleicht hast du auch schon eine lange und frustrierende Suche nach der richtigen Diagnose hinter dir.
    Die wichtigste Botschaft ist aber: Du bist mit diesen Problemen nicht allein und es gibt wirksame Wege, die Symptome in den Griff zu bekommen und deine Lebensqualität deutlich zu verbessern.
    Der Schlüssel zum Erfolg ist das Verständnis für diese besondere Psoriasis-Form und das richtige Zusammenspiel mehrerer Bausteine:
    Eine gezielte ärztliche Behandlung, die auf die empfindlichen Hautstellen abgestimmt ist. Deine eigene, konsequente Hautpflege, mit der du die Hautbarriere stärkst und Reizungen linderst. Das Vermeiden von zusätzlichen Triggern wie Reibung durch Kleidung. Werde zum Experten für deine eigene Haut. Beobachte, was dir guttut, und sprich offen mit deinem Arzt oder deiner Ärztin über deine Sorgen. Auch wenn es manchmal Geduld erfordert: Mit der passenden Strategie kannst du die Entzündungen beruhigen und wieder mehr Wohlbefinden in deiner Haut finden.
    Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz
    ➔ Forum: Erfahrungen von Betroffenen mit Psoriasis inversa
    ➔ Blogs: Der Nutzer GrBaer185 trägt in seinem Blog Beiträge zum Thema zusammen.
    ➔ Übersicht: Die Behandlung der Schuppenflechte in Problemzonen
    Weiterlesen...

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    Claudia Liebram

    Deine Psoriasis ist dank eines Biologikums zur Ruhe gekommen. Die Haut ist glatt, der Juckreiz verschwunden und die Lebensqualität ist zurück. Nach Monaten oder vielleicht sogar Jahren der stabilen Haut fragst Du Dich vielleicht: „Muss ich das Medikament wirklich für immer so oft spritzen? Könnte ich die Abstände zwischen den Injektionen vielleicht vergrößern?“
    Diese Frage ist auch ein topaktuelles Thema in der dermatologischen Forschung und Praxis. Immer mehr Ärzte und Patienten beschäftigen sich mit der sogenannten Intervallverlängerung oder Dosisoptimierung. Hier erfährst Du, was dahintersteckt, für wen es eine Option sein kann und welche Chancen und Risiken es gibt.
    Wichtig für den Hinterkopf: Hier geht es "nur" um die Intervallverlängerung bei Schuppenflechte – nicht bei Psoriasis arthritis.
    Die Idee: So viel wie nötig, so wenig wie möglich
    Die Dosierung eines Medikaments, wie sie im Beipackzettel steht, wurde in großen Studien für den „Start“ der Therapie festgelegt. Ziel war es, die Psoriasis bei möglichst vielen Menschen schnell und effektiv unter Kontrolle zu bringen. Wenn dieses Ziel erreicht ist und Deine Haut über lange Zeit stabil erscheinungsfrei bleibt, könnte es sein, dass Du für die „Erhaltung“ dieses Zustands weniger Medikament brauchst.
    Genau hier setzt die Idee der Intervallverlängerung an. Statt das Biologikum stur alle vier, acht oder zwölf Wochen zu spritzen, wird in Absprache mit dem Arzt der Abstand schrittweise vergrößert.
    Warum sollte man das überhaupt in Erwägung ziehen?
    Es gibt mehrere gute Gründe, die für eine Anpassung der Dosis sprechen, sobald die Psoriasis stabil unter Kontrolle ist:
    ❇️ Mehr Lebensqualität, weniger Aufwand: Jede Spritze bedeutet Planung. Vielleicht musst Du dafür in die Praxis, sie speziell lagern oder Deinen Alltag um den Injektionstermin herum organisieren. Weniger Spritzen bedeuten mehr Freiheit und eine geringere gedankliche Belastung durch die Therapie.
    ❇️ Weniger Medikament im Körper: Biologika sind moderne und sichere Medikamente. Trotzdem ist es ein logischer Gedanke, dem Körper auf lange Sicht nicht mehr Medikament zuzuführen als unbedingt nötig. Eine geringere Gesamtdosis könnte das theoretische Risiko für Langzeitnebenwirkungen weiter senken und die Verträglichkeit verbessern.
    ❇️ Ein Gefühl der Kontrolle: Aktiv an der eigenen Therapie mitzuwirken und sie an den persönlichen Bedarf anzupassen, kann für viele Betroffene ein stärkendes Gefühl sein. Man ist nicht mehr nur passiver Empfänger, sondern aktiver Partner in der Behandlung.
    ❇️ Nachhaltigkeit für das Gesundheitssystem: Biologika sind sehr teuer. Eine verantwortungsvoll durchgeführte Dosisreduktion, die die Wirksamkeit nicht gefährdet, hilft dabei, die Kosten für das solidarische Gesundheitssystem zu senken.
    Das große Aber: Risiken und was Du beachten musst
    Die Vorstellung, weniger spritzen zu müssen, ist verlockend. Doch eine Intervallverlängerung ist keine harmlose Spielerei, sondern ein ernsthafter Eingriff in eine gut funktionierende Therapie. Sie muss wohlüberlegt und professionell begleitet sein, denn es gibt zwei wesentliche Risiken:
    ❎ Das Risiko eines Rückfalls (Rezidiv): Der häufigste und offensichtlichste Nachteil ist, dass die Psoriasis zurückkommt. Der Schutz des Medikaments lässt nach und die Entzündung flackert wieder auf. Die gute Nachricht aus Studien ist jedoch: Kehrt man nach einem leichten Rezidiv wieder zum ursprünglichen Spritzen-Intervall zurück, lässt sich die Kontrolle über die Psoriasis in den allermeisten Fällen wieder vollständig herstellen.
    ❎ Die Gefahr des Wirkverlusts durch Antikörper: Dies ist das komplexere Risiko. Dein Körper kann das Biologikum als „fremd“ erkennen und eine Art Abwehrreaktion starten, indem er Antikörper gegen das Medikament bildet. Diese Antikörper können das Biologikum neutralisieren, sodass es seine Wirkung verliert – und zwar möglicherweise dauerhaft. Man vermutet, dass längere Pausen zwischen den Injektionen diesem Prozess Vorschub leisten könnten. Moderne Biologika scheinen dieses Risiko zwar zu verringern, aber es ist nicht null.
    Deshalb ist die wichtigste Regel: Eine Intervallverlängerung darf niemals ein Alleingang sein! Sie ist eine Einzelfallentscheidung, die Du nur gemeinsam mit Deinem behandelnden Hautarzt oder Deiner Hautärztin treffen und durchführen solltest.
    Bin ich ein geeigneter Kandidat?
    Die Forschung versucht derzeit, klare Kriterien zu definieren, die einen Erfolg der Intervallverlängerung wahrscheinlicher machen. Aus aktuellen Studien lassen sich einige Punkte ableiten, die dafürsprechen könnten:
    ✅ Langfristig stabile Haut: Das ist die Grundvoraussetzung. Deine Psoriasis sollte seit mindestens 6, besser 12 Monaten, sehr gut kontrolliert sein. Ärzte messen das mit Kennzahlen wie dem PASI oder dem PGA. Für Dich bedeutet das: Du bist nahezu oder komplett erscheinungsfrei.
    ✅ Niedriger Body-Mass-Index (BMI): Einige Daten deuten darauf hin, dass schlankere Menschen die Dosis erfolgreicher reduzieren können.
    ✅ Art des Biologikums: Neuere Studien, etwa zu IL-17- und IL-23-Inhibitoren, zeigen vielversprechende Ergebnisse bei der Intervallverlängerung. Aber auch bei älteren Biologika kann es funktionieren.
    ✅ Gute Lebensqualität: Wenn nicht nur Deine Haut (PASI), sondern auch Dein allgemeines Wohlbefinden (z.B. gemessen am DLQI) sehr gut ist, spricht das für eine stabile Krankheitskontrolle.
    Ob Du diese Kriterien erfüllst und ob eine Dosisoptimierung für Dich sinnvoll ist, kann nur Dein Arzt beurteilen, der Deinen gesamten Krankheitsverlauf kennt.
    Wie läuft eine Intervallverlängerung in der Praxis ab?
    Wenn Du und Dein Arzt euch für einen Versuch entscheidet, passiert das nicht von heute auf morgen, sondern in kleinen, kontrollierten Schritten.
    Die gemeinsame Entscheidung: Du sprichst Deinen Wunsch beim Arzt an. Ihr besprecht die Chancen und Risiken und legt fest, ob jetzt der richtige Zeitpunkt ist. Die schrittweise Verlängerung: In der Praxis hat sich oft eine Verlängerung um den Faktor 1,5 bewährt.
    Beispiel 1: Du spritzt bisher alle 8 Wochen. Das neue Intervall wäre dann 12 Wochen (8 x 1.5 = 12).
    Beispiel 2: Du spritzt alle 4 Wochen. Das neue Intervall wäre dann 6 Wochen (4 x 1.5 = 6). Engmaschige Kontrolle: In der Anfangsphase nach der Umstellung werdet ihr wahrscheinlich engere Kontrolltermine vereinbaren. Du selbst spielst hier eine Schlüsselrolle, indem Du Deine Haut genau beobachtest. Bei den ersten Anzeichen einer Verschlechterung informierst Du sofort Deinen Arzt. Anpassung bei Bedarf: Sollte die Haut stabil bleiben, könnte man nach einiger Zeit sogar einen zweiten Dehnungsschritt erwägen. Kommt es zu einem leichten Schub, wird in der Regel sofort zum alten, bewährten Intervall zurückgekehrt. Was sagen die offizielle Leitlinie und die aktuelle Forschung?
    Die maßgebliche S3-Leitlinie zur Behandlung der Psoriasis in Deutschland ist bei diesem Thema noch zurückhaltend. Sie empfiehlt eine Dosisreduktion nicht als Standard für jeden. Das liegt vor allem daran, dass noch mehr Langzeitdaten aus großen Studien abgewartet werden. Die Entscheidung wird daher dem ärztlichen Ermessen im Einzelfall überlassen.
    Die Studienlage wird aber immer besser und unterstützt das Vorgehen:
    Eine aktuelle Übersichtsarbeit von 2024 kommt zu dem Schluss, dass die Intervallverlängerung bei Patienten mit stabiler Psoriasis wirksam, sicher und kosteneffektiv ist. Eine Praxisstudie von 2025 mit Nutzern von IL-17- und IL-23-Inhibitoren zeigte, dass eine große Mehrheit der Patienten, die das Intervall streckten, auch nach einem Jahr noch ein exzellentes Hautbild hatte. Bei einer Hautärzte-Tagung in Rom wurde im Juni 2025 eine weitere Studie vorgestellt. Da ging es speziell um die Wirkstoffe Guselkumab und Risankizumab. Bei den Teilnehmern der Studie wurde das Spritzen-Intervall um 50 Prozent verlängert. Im Jahr danach wurde die Schuppenflechte bei einigen noch besser, bei anderen etwas schlechter, aber immer noch minimal. Mehr darüber findet sich auf Seite 103 des Programmheftes der Tagung. Eine Studie italienischer Forscher kam ebenfalls zu dem Schluss: "Unsere vorläufigen Ergebnisse legen nahe, dass verlängerte Dosierungsintervalle für IL-17- und IL-23-Inhibitoren die Krankheitskontrolle bei stabiler Plaque-Psoriasis wirksam aufrechterhalten können." Auch ältere Studien, wie die PSTELLAR-Studie, zeigten, dass ein Teil der Patienten den Zustand auch mit weniger Injektionen halten konnte, ohne dass neue Sicherheitsbedenken auftraten. Die Wissenschaft geht also dahin: Der Ansatz ist vielversprechend und für die richtigen Patienten eine hervorragende Option.
    Fazit: Ein Gespräch mit dem Arzt lohnt sich
    Die Verlängerung der Spritzen-Intervalle ist kein Allheilmittel, aber eine ernstzunehmende und wissenschaftlich gut untersuchte Möglichkeit für viele Betroffene mit stabiler Psoriasis. Sie kann die Lebensqualität steigern und die Therapiebelastung senken.
    Der Schlüssel zum Erfolg liegt in der Zusammenarbeit mit Deinem Hautarzt. Wenn Du Dich in der Beschreibung wiederfindest und Deine Haut schon lange stabil ist, dann sei mutig: Sprich Deinen Arzt oder Deine Ärztin beim nächsten Termin aktiv auf das Thema Dosisoptimierung an. Bereite Dich auf das Gespräch vor und trefft gemeinsam eine informierte Entscheidung, die für Dich und Deine Haut die beste ist.
    Fachbegriffe kurz erklärt
    💡 Antikörper (gegen ein Medikament): Das Immunsystem kann ein Medikament als fremd ansehen und spezielle Proteine (Antikörper) dagegen produzieren. Diese können das Medikament abfangen und unwirksam machen.
    💡 Biologikum: Ein biotechnologisch hergestelltes Medikament, das gezielt in die entzündlichen Prozesse der Psoriasis eingreift, indem es bestimmte Botenstoffe des Immunsystems blockiert.
    💡 DLQI (Dermatology Life Quality Index): Ein standardisierter Fragebogen mit 10 Fragen, der misst, wie stark eine Hauterkrankung die Lebensqualität eines Patienten im Alltag beeinträchtigt.
    💡 IL-17- / IL-23-Inhibitoren: Moderne Klassen von Biologika, die gezielt die Botenstoffe Interleukin 17 oder Interleukin 23 blockieren. Diese Botenstoffe spielen eine zentrale Rolle bei der Entstehung der Psoriasis.
    💡 Intervallverlängerung / Dosisoptimierung: Die bewusste und ärztlich begleitete Vergrößerung des Zeitraums zwischen den einzelnen Dosen (z.B. Injektionen) eines Medikaments.
    💡 PASI (Psoriasis Area and Severity Index): Ein Punktesystem, mit dem Ärzte den Schweregrad der Psoriasis objektiv bewerten. Er berücksichtigt die Fläche der betroffenen Haut sowie den Grad der Rötung, Dicke und Schuppung. Ein PASI von 0 bedeutet komplette Erscheinungsfreiheit.
    💡 PGA (Physician's Global Assessment): Die globale Einschätzung des Arztes zum Hautzustand, oft auf einer einfachen Skala von 0 (erscheinungsfrei) bis 5 (sehr schwer).
    💡 Rezidiv: Das Wiederauftreten oder die Verschlechterung einer Krankheit nach einer Phase der Besserung; ein Rückfall oder Schub.
    💡 S3-Leitlinie: Die höchste Qualitätsstufe einer medizinischen Leitlinie in Deutschland. Sie wird von vielen Fachexperten auf Basis der besten verfügbaren wissenschaftlichen Beweise (Studien) erstellt und gibt Ärzten Behandlungsempfehlungen.
    Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz
    ➔ Übersicht: Tabletten und Spritzen zur Behandlung der Schuppenflechte und der Psoriasis arthritis
    ➔ Forum: Erfahrungen von Menschen mit Schuppenflechte mit Medikamenten
    ➔ Blogartikel: Der Nutzer "GrBaer185" widmet sich in seinem Blog immer wieder mal diesem Thema – zum Beispiel hier.
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    Claudia Liebram

    Nimm dir Zeit, dich um die Gesundheit zu kümmern – zum Beispiel mit unseren Tipps für interessante Artikel, Videos oder Audios für Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und manchmal auch Unterhaltung!
    Diesmal stammen einige der Artikel aus der Ärzte-Zeitung. Weil der Zugang für Normalsterbliche nur umständlich zu bekommen ist, erklären wir ausführlicher, was dort steht. Sprecht mit Euren Ärzten darüber, wenn Ihr da einen Ansatz für Euch seht.
    🧑‍⚕️ Wie unterschiedlich die Psoriasis bei Frauen und Männern reagiert
    Neue Forschungsergebnisse zeigen erhebliche geschlechtsspezifische Unterschiede bei der Psoriasis-Behandlung auf. Studien belegen, dass Frauen niedrigere PASI-Werte aufweisen, seltener Nagelbefall entwickeln, aber häufiger unter Juckreiz leiden. Zudem sind bei Patientinnen Depression sowie Herz-Kreislauf- und Stoffwechselstörungen verbreiteter. Besonders relevant: Nur die Hälfte der Frauen erhält Biologika-Therapien, obwohl sie häufiger Nebenwirkungen wie Pilzinfektionen entwickeln. Die GENDER ATTENTION-Studie zeigt, dass Frauen Ciclosporin bei hohen FSH-Spiegeln besser vertragen, während Männer von höheren DHEA-Werten profitieren.
    Diese Erkenntnisse aus 49 Psoriasis-Studien verdeutlichen, warum geschlechtsspezifische Therapieansätze für bessere Behandlungsergebnisse entscheidend sein könnten. [Artikel lesen]
    ***
    💊 Wann die Psoriasis arthritis nach dem Absetzen der Medikamente wegbleibt
    Eine niederländische Studie von Therapien in freier Wildbahn, also im Alltag, zeigt, dass entgegen aktueller Leitlinien-Empfehlungen bei etwa neun von 100 Psoriasis-arthritis-Patienten eine dauerhafte medikamentenfreie Remission möglich ist. Remission ist ein medizinischer Fachbegriff, der das vollständige oder weitgehende Verschwinden von Krankheitssymptomen beschreibt.
    Die Untersuchung mit 451 Teilnehmern ergab, dass Patienten mit mildem Krankheitsverlauf und niedrigen Ausgangswerten beim Disease Activity Index die besten Chancen haben, ihre krankheitsmodifizierenden Antirheumatika (DMARDs) erfolgreich abzusetzen. Besonders aussichtsreich war dies bei Patienten, die keine Biologika benötigten, während bei ihnen auch andere Krankheitsmanifestationen wie Enthesitis und Psoriasis gut kontrolliert blieben und sich die Lebensqualität normalisierte. [Artikel lesen]
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    🔍 Warum Gesundheits-Influencer so erfolgreich sind
    Silke Jäger untersucht in ihrem Newsletter das Phänomen der Gesundheits-Influencer und erklärt, warum deren oft widersprüchliche Ratschläge und Produktempfehlungen trotz fehlender wissenschaftlicher Grundlage so erfolgreich sind. Die Medizinjournalistin beleuchtet dabei historische Zusammenhänge in der Medizin und zeigt auf, dass diese Influencer nicht nur fragwürdige Nahrungsergänzungsmittel verkaufen, sondern vor allem ein Gemeinschaftsgefühl vermitteln, das besonders Frauen anspricht und in Zeiten eines überlasteten Gesundheitssystems an Bedeutung gewinnt. [Artikel lesen]
    ***
    🩺 Erfolge bei Psoriasis pustulosa
    Psoriasis pustulosa, eine spezielle Form der Schuppenflechte vor allem an Handflächen und Fußsohlen könnte künftig besser behandelbar werden. Forscher haben in mehreren Studien neue Medikamente getestet, die deutlich wirksamer sind als die bisherigen Standardtherapien. Besonders der Wirkstoff Bimekizumab zeigte beeindruckende Ergebnisse: Bei 17 von 21 Patienten heilten die schmerzhaften Pusteln an Händen und Füßen vollständig ab. Erfolge zeigten sich auch mit den Wirkstoffen Apremilast, Brodalumab und Guselkumab.
    Diese Fortschritte sind wichtig, da die Erkrankung bisher schwer zu behandeln war und die Lebensqualität der Betroffenen stark einschränkt - einfache Tätigkeiten wie Gehen oder Greifen können durch die Entzündungen sehr schmerzhaft werden. [Artikel lesen]
    ***
    🥼  Einführungs-Seminar: Das ist Psoriasis
    Das Video von DocTommy der Techniker Krankenkasse bietet eine fundierte Einführung in die Schuppenflechte. Der Beitrag erklärt sachlich die Autoimmun-Hintergründe der Erkrankung. Er benennt häufige Missverständnisse - so wird deutlich gemacht, dass Psoriasis nicht ansteckend ist und oft mit Neurodermitis verwechselt wird.
    Das Video behandelt neben den typischen roten, schuppigen Hautveränderungen auch die Aspekte der Erkrankung, die den ganzen Körper betreffen und nicht nur die Haut.
    Das Video eignet sich gut zum Weiterleiten an Leute, denen Ihr Eure Erkrankung schon immer mal erklären wolltet, oder an Betroffene, von denen Ihr meint, sie sollten mehr über Ihre Erkrankung wissen.
      👉 Tipp: Willst du unsere Lese-, Hör- und Gucktipps früher bekommen? Dann werde Fördermitglied. Du bekommst die Tipps dann immer eine Woche früher in dein Postfach.
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    Claudia Liebram

    Vier Krankenkassen haben fünf Projekte gekürt, die das Leben von Patienten mit verschiedenen Erkrankungen erleichtern wollen. Erstmals ist ein Projekt dabei, das sich an Menschen mit Schuppenflechte richtet: Die App Sorea bekommt nun deutlich mehr Unterstützung von einer der Krankenkassen, damit sie noch mehr Betroffenen direkter helfen kann.
    Vor einigen Jahren haben sich vier Krankenkassen im Healthy Hub zusammengeschlossen. Das soll eine Anlaufstelle für Start-ups sein, die im Gesundheitsbereich unterwegs sind und den Austausch mit Krankenkassen suchen. In einem Wettbewerb können sich Start-ups um eine Förderung bewerben. Die Gewinner dürfen ihre Innovationen im echten Alltag der Krankenversicherung testen – begleitet von den Kassen, die bei rechtlichen Fragen helfen und den Zugang zu Millionen Versicherten ermöglichen. Die vier Krankenkassen sind BIG direkt gesund, IKK Südwest, mhplus und SBK Siemens-Betriebskrankenkasse.
    Kürzlich wurden die diesjährigen Gewinner des Wettbewerbs bekanntgegeben. Zum ersten Mal wird mit Sorea nun eine App gefördert, die für Menschen mit Schuppenflechte da ist. Entwickelt wird sie von der Firma Nia Health.
    Funktionen der Sorea-App
    Mit der Sorea-App können Betroffene zum Beispiel
    ein Symptomtagebuch führen – mit dem Markieren der befallenen Stellen auf einer Skizze oder mit Fotos Triggerfaktoren festhalten – also Faktoren, die für eine Verschlechterung sorgen könnten die Anwendung von Therapien notieren Schübe und ihre Stärke festhalten ihr psychisches Befinden mithilfe eines Fragebogens bewerten auf einen Blick im Verlauf sehen, wie sich die Psoriasis verbessert oder verschlechtert hat erkennen, was einen Schub auslöst erkennen, ob eine Therapie für ausreichend Verbesserung sorgt den Verlauf als PDF-Datei exportieren und mit zum Arzt nehmen oder ihm schicken
    Was die Förderung Firma und Betroffenen bringt
    "Der Gewinn beim Healthy Hub ist für uns ein wichtiger Meilenstein, um Sorea für deutlich mehr Menschen mit Psoriasis zugänglich zu machen", erklärt Tobias Seidl, Gründer und Geschäftsführer von Nia Health. "Durch den Healthy Hub und die Partnerschaften mit Krankenkassen können wir einen direkten Weg in die gesetzliche Krankenversicherung etablieren." Außerdem stärke die Auszeichnung das Ansehen der App bei weiteren Krankenkassen und medizinischen Fachkreisen, was langfristig zu einer flächendeckenden Versorgung führen solle.
    Im nächsten Schritt will Nia Health mit der BIG direkt gesund ein Pilotprojekt konzipieren und umsetzen. Die App soll in den nächsten Monaten allen, die bei einer der vier Krankenkassen versichert sind, zur Verfügung stehen. "Mittelfristig planen wir, weitere Krankenkassen zu gewinnen", so Seidl.
    Sorea-Vollversion gibt's für DPB-Mitglieder gratis
    Die App Sorea ist seit Jahren für jeden in den AppStores zu finden, ob nun für Apple-Geräte oder für Android. "Aktuell haben wir mehrere Tausend aktive Installationen unserer App", berichtet Tobias Seid. Die Nutzerzahl würde auch kontinuierlich wachsen – besonders, wenn Hautärzte die App empfehlen.
    Bekannt dürfte die App auch allen sein, die im Deutschen Psoriasis-Bund e.V. (DPB) sind: Mitglieder bekommen einen kostenlosen Zugang zur Vollversion. "Die Zusammenarbeit mit dem Deutschen Psoriasis-Bund ist für uns von unschätzbarem Wert", so Tobias Seidl. "Der direkte Austausch mit der Patientenorganisation hilft uns, die Bedürfnisse der Betroffenen noch besser zu verstehen und in unsere Entwicklung einfließen zu lassen." Die Kooperation solle ausgebaut werden, um gemeinsam noch mehr für Menschen mit Psoriasis erreichen zu können.
    Die anderen Gewinner beim Healthy-Hub-Wettbewerb 2025 sind:
    Xund: Die App analysiert persönliche Angaben und Gesundheitsdaten mit medizinischem Know-how. Dabei bekommt der Nutzer Empfehlungen zu passenden Arztleistungen, Präventionskursen oder Services seiner Krankenkasse. Maculight: Ein Gerät samt App für die Therapie der altersbedingten Makuladegeneration zu Hause statt aufwändig in der Klinik. "Die Behandlung ist schmerzfrei, dauert nur wenige Minuten pro Sitzung und wird digital überwacht", wird in der Beschreibung versprochen. Probatix und Zotz|Klimas: Mit Probatix kann man seine Lipoprotein(a)-Werte zuhause testen: Blutprobe nehmen, ins Labor schicken, Ergebnis digital erhalten. Bei Auffälligkeiten gibt's eine medizinische Empfehlung dazu. Adon Health: ein Heimtest für Männer, der einen Testosteronmangel erkennen soll. Auch hier: Mann testest selbst, bekommt einen Befund und – falls nötig – direkt eine ärztliche Beratung. Welche Erfahrungen habt Ihr mit Gesundheits-Apps schon gemacht? Gefällt Euch eine besonders gut oder habt Ihr Kritik? Schreibt's in die Kommentare ⬇️
    Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz
    ➔ Artikel: "MyTherapy" – eine App nur für chronisch Kranke
    ➔ Forum: Welche Funktionen sollte eine Psoriasis-App haben?
    ➔ Forum: Erfahrung mit der RheCord-App zur Begleitung bei Psoriasis arthritis
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    Claudia Liebram

    Nimm dir Zeit, dich um die Gesundheit zu kümmern – zum Beispiel mit unseren Tipps für interessante Artikel, Videos oder Audios für Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und manchmal auch Unterhaltung!
    🦵 Psoriasis arthritis erkennen und behandeln
    In der klassischen Gesundheitssendung schlechthin, bei Visite, ging es unter anderem um die Gelenkschuppenflechte. In vier Minuten wird hier erklärt: Wer stellt die Diagnose "Schuppenflechte-Rheuma"? Gibt es Risikofaktoren? Was hilft? [Video ansehen]
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    🧠 15 konkrete Tipps für das mentale Wohlergehen
    In dem Artikel der Apotheken-Umschau werden 15 alltägliche Aktivitäten vorgestellt, die laut einer Studie der Curtin University das psychische Wohlbefinden nachhaltig stärken können. Dazu zählen unter anderem regelmäßiger Kontakt zu Familie und Freunden, Bewegung an der frischen Luft, ehrenamtliches Engagement sowie der Austausch in Gruppen. Die Untersuchung zeigt, dass Menschen, die diese Verhaltensweisen häufiger in ihren Alltag integrieren, im Durchschnitt eine bessere seelische Gesundheit aufweisen. Der Text richtet sich an alle, die sich für praktische Ansätze zur Förderung der eigenen psychischen Gesundheit interessieren, und unterstreicht die Bedeutung von Prävention und Gemeinschaft für das seelische Wohlbefinden. [Artikel lesen]
    ***
    🧬 Auf das Bauchfett könnte es ankommen
    In einer  Studie wurde untersucht, welche Rolle die Verteilung von Körperfett bei der Entstehung von Psoriasis spielt. Besonders auffällig war dabei, dass Bauchfett das Risiko für eine Psoriasis deutlich stärker erhöht als andere Formen von Übergewicht, vor allem bei Frauen. Die Forschenden fanden heraus, dass speziell das Taille-Hüft-Verhältnis ein hilfreicher Marker sein könnte, um gefährdete Personen zu identifizieren. Genetische Analysen zeigten, dass sowohl genetische Faktoren als auch Adipositas unabhängig voneinander zur Krankheitsentstehung beitragen. Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig gezielte Maßnahmen zur Gewichtskontrolle sind, um das Psoriasis-Risiko zu verringern. Wer sich für den Zusammenhang zwischen Stoffwechsel, Körperfett und Hautgesundheit interessiert, findet in dieser Untersuchung wertvolle Hinweise – auch im Hinblick auf neue Therapieansätze. [Original-Studie] [Zusammenfassung in der Ärzte-Zeitung]
    ***
    🩺 Psoriasis beim Nachwuchs erkennen und behandeln
    Beim Podcast "Haut + Herz" erklären Dr. Tatjana Braun und Dr. Felix King das Wichtigste zu Hautproblemen bei Kindern. In dieser Podcast-Folge wurden die wichtigsten Aspekte rund um Schuppenflechte bei Kindern erläutert. Interessierte erfahren, wie sich die Erkrankung äußert, welche Auslöser für Schübe verantwortlich sein können und wie sich Schuppenflechte von anderen Hautkrankheiten wie Neurodermitis unterscheidet. Der Beitrag richtet sich insbesondere an Eltern, die sich über Hautprobleme ihrer Kinder unsicher sind, und bietet hilfreiche Informationen zur Erkennung und optimalen Versorgung dieser chronischen Hauterkrankung. [Podcast-Folge anhören]
    Weitere Podcast-Folgen zur Psoriasis:
    Äußerliche Behandlung Wie moderne Behandlungen wirken - mit Dr. Georgios Kokolakis von der Berliner Charité Welche Ernährung der Haut hilft ***
    💉 Das Wichtigste über die Abnehm-Spritze (und was das mit Psoriasis zu tun hat)
    Aber kommen wir nochmal zum Bauchfett (und mehr). Es gibt erste Studien, in denen untersucht wurde, ob die sogenannte Abnehmspritze auch bei Schuppenflechte helfen kann. Sagen wir so: Da gibt's Hoffnung. Nun ist die Abnehmspritze aber auch ein Hype-Thema. Wer erst einmal in das Thema einsteigen will, kann sich von MAITHINK X das Wichtigste zu dem Medikament erklären lassen:
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    Claudia Liebram

    Polio gilt in Deutschland als praktisch ausgerottet, doch ihr Erreger taucht gerade wieder auf. In vielen Städten haben Experten Polio-Viren im Abwasser gefunden. Das klingt erst einmal beunruhigend. Die gute Nachricht zuerst: Die Fachleute geben Entwarnung. Ein großes „Polio-Comeback“ oder eine Epidemie droht uns nicht. Trotzdem ist diese Nachricht ein Weckruf: Erwachsene, die Immunsuppressiva nehmen, sollten ihren Impfschutz zu prüfen.
    Experten des Robert Koch-Instituts (RKI) haben die Proben von Abwasser untersucht. Sie fanden eine spezielle Art von Polio-Viren. Diese Viren stammen ursprünglich von einer Schluckimpfung ab, die man früher verwendet hat. Über die Zeit haben sich diese Impfviren verändert. Sie können jetzt wieder Menschen krank machen. Das passiert vor allem, wenn jemand keinen ausreichenden Impfschutz hat.
    Diese Viren wurden nicht nur einmal gefunden. Die Nachweise gibt es schon seit Ende 2024 an verschiedenen Orten. Das RKI vermutet deshalb, dass die Viren sich bereits unter Menschen verbreiten. Wahrscheinlich passiert das nur in begrenzten Gebieten. Aber die Möglichkeit besteht.
    Professorin Uta Meyding-Lamadé ist Expertin für Infektionen des Nervensystems. Sie beruhigt: „Die Polio-Impfung war eine außerordentliche Erfolgsgeschichte.“ Das Virus wurde weltweit um über 99 Prozent zurückgedrängt. Deutschland hat eine hohe Impfquote. Deshalb ist hierzulande keine große Krankheitswelle zu befürchten. Sie sagt aber auch: „Wir müssen davon ausgehen, dass sich nun wieder Menschen anstecken könnten.“
    Das betrifft vor allem zwei Gruppen. Die eine Gruppe sind Kinder ohne Impfschutz. Die andere Gruppe sind Erwachsene mit einem geschwächten Immunsystem – zum Beispiel eben durch Immunsuppressiva, die bei Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis angewendet werden.
    Eine Ansteckung führt nicht immer zur Krankheit. Aber das Risiko für schwere neurologische Folgen besteht.
    Wer wegen Polio jetzt besonders aufmerksam sein sollte
    Die Deutsche Gesellschaft für Neurologie (DGN) gibt klare Empfehlungen. Es geht darum, die Menschen zu schützen, die am anfälligsten sind.
    Kinder brauchen einen lückenlosen Schutz: Der wichtigste Punkt ist der Impfschutz von Kindern. Kinderärzte achten normalerweise sehr gut darauf. Aber manchmal werden Impftermine vergessen oder verschoben. Dann sind die Kinder nicht mehr vollständig geschützt. Es ist wichtig, den Impfpass zu prüfen und fehlende Impfungen nachzuholen.
    Die Expertin weist auch auf ein weltweites Problem hin. In Kriegs- und Krisengebieten wie Gaza oder der Ukraine können viele Kinder nicht mehr geimpft werden. Wenn Kinder von dort nach Deutschland kommen, sollte man ihren Impfstatus immer prüfen. Das gilt natürlich für alle Kleinkinder.
    Menschen mit geschwächtem Immunsystem: Die zweite wichtige Gruppe sind Erwachsene mit einer Immunschwäche. Ihr Immunsystem kann Krankheitserreger nicht so gut bekämpfen. Das kann unter anderem die Folge einer Behandlung sein. Hier kommen Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis ins Spiel. Viele nehmen Medikamente, die das Immunsystem gezielt dämpfen. Diese sogenannten Immunsuppressiva sind sehr wirksam gegen die Erkrankung. Sie machen aber auch anfälliger für Infektionen.
    Auch hier gilt: Kein Grund zur Panik! Erwachsene stecken sich viel seltener mit Polio an. Schwere Verläufe sind bei ihnen sehr selten. Trotzdem rät die Expertin: Wer zu dieser Gruppe gehört und nicht geimpft ist, sollte mit seinem Hausarzt über eine Impfung sprechen. Wer geimpft ist, sollte prüfen, ob eine Auffrischung fällig ist. Eine Grundimmunisierung kann man auch als Erwachsener jederzeit nachholen. Das dauert aber eine Weile. Man braucht dafür drei Impfungen über mehrere Monate.
    Was jeder selbst tun kann
    Der beste Schutz ist die Impfung. Sie ist sicher und sehr wirksam. Der zweite wichtige Punkt ist die Hygiene. Polio-Viren verbreiten sich durch eine sogenannte Schmierinfektion. Die Viren werden mit dem Stuhl ausgeschieden. Wenn man sich nach dem Toilettengang die Hände nicht richtig wäscht, können die Viren auf Türklinken, Haltegriffe oder andere Hände gelangen. Von dort finden sie leicht den Weg in den Mund. Die Lösung ist denkbar einfach: regelmäßiges und gründliches Händewaschen mit Seife. Auch Händedesinfektion hilft, das Risiko zu senken.
    Warum ist Polio so eine gefürchtete Krankheit?
    Die Krankheit wird auch „Kinderlähmung“ genannt. Sie verläuft oft in Phasen. Zuerst gibt es allgemeine Symptome wie Fieber und Kopfschmerzen. Dann kann die schlimmste Phase folgen. Das Virus greift das Rückenmark an. Es kommt zu Lähmungen. Typischerweise sind die Lähmungen asymmetrisch. Das bedeutet, nur eine Körperhälfte ist betroffen. Diese Lähmungen bilden sich oft nicht vollständig zurück.
    Außerdem gibt es Spätfolgen. Viele Jahre nach der Erkrankung kann das Post-Polio-Syndrom auftreten. Es äußert sich durch starke Erschöpfung und Schmerzen. Manchmal kommt es sogar zu einem neuen Muskelschwund.
    Behandeln kann man eine akute Polio-Erkrankung kaum. Es gibt keine Medikamente, die das Virus stoppen. Vorbeugen ist hier also alles.
    Tipps zum Weiterlesen
    ➔ Ratgeber: Überblick über Poliomyelitis vom Robert-Koch-Institut
    ➔ FAQ: Häufige Fragen und Antworten zum Thema Polio vom Robert-Koch-Institut
    Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz
    ➔ Übersicht: Die wichtigsten Impfungen bei Schuppenflechte
    ➔ Erfahrungen: Psoriasis und Impfen – geht das?
    ➔ Aufruf: Teilnehmer für eine Studie mit der Gürtelrose-Impfung gesucht
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    Claudia Liebram

    Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit, sich um die Gesundheit zu kümmern! Wir geben hier Tipps, welche Artikel, Videos oder Audios für Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis interessant sein könnten. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und manchmal auch Unterhaltung!
    👨‍⚕️ Primärarzt-System? Ein Hautarzt ist dagegen
    Die. Bundesregierung denkt über die Einführung eines Primärarztsystems nach. Die "Märkische Allgemeine" hat Hautarzt Martin Kuppinger aus Potsdam gefragt, was er davon hält. Er meint: Das würde die Patienten entmündigen. Patienten müssten künftig zunächst einen Termin beim Hausarzt vereinbaren, bevor sie zum Facharzt gehen dürften. Dadurch wären sie gezwungen, zweimal einen Termin zu machen, zweimal im Wartezimmer zu sitzen und zweimal ins Behandlungszimmer zu gehen. Kuppinger sieht darin eine zusätzliche Belastung für die Patienten, eine Entmündigung ihrer Entscheidungsfreiheit und befürchtet, dass sich der Zugang zu schneller fachärztlicher Behandlung verzögern könnte. Zudem würden für die Patienten keine Vorteile entstehen, sondern vielmehr mehr Aufwand und Wartezeit. [Artikel lesen]
    🩺 Biologika könnten Parkinson-Risiko senken
    Ein Artikel in der Ärzte-Zeitung diskutiert eine US-Studie, die auf ein vermindertes Parkinsonrisiko bei Autoimmunpatienten hinweist, die mit modernen Antirheumatika wie TNF- oder IL-17-Hemmern behandelt werden. Laut den Daten ist das Erkrankungsrisiko um etwa 23 Prozent reduziert. Aber Achtung: Das könnte auch daran liegen, dass in der Regel erhalten vor allem recht junge Menschen mit besonders schwerer Erkrankung Biologika bekommen – und bei denen ohnehin nicht so oft schon Parkinson entdeckt wird. Kurz gesagt: Es gibt Hinweise, dass moderne Rheumatherapien das Risiko für eine schwere Nervenkrankheit senken könnten, aber es braucht noch mehr Forschung, um sicher zu sein. [Artikel lesen]
    ⚖️ Warum Biologika bei Übergewicht oft nicht so gut wirken
    In einer anderen Studie ging es darum, warum Biologika bei Menschen mit einem BMI von über 25 oft nicht so gut wirken wie bei anderen – oder schon nach kurzer Zeit ihre Wirkung verlieren. Die Forscher stellten fest, dass bei Übergewichtigen bestimmte Abwehrzellen und Signalwege in der obersten Hautschicht aktiver waren – das Immunsystem war quasi „überdreht“. Das könnte erklären, warum die Medikamente nicht so wirken, wie sie sollten. [Artikel lesen]
    🧲 Wie funktioniert eigentlich ein MRT-Gerät?
    Die Apotheken-Umschau stellt ein Magnetresonanztomograph (MRT) auf ungewöhnliche Weise vor: Das Gerät selbst kommt in einem fiktiven Interview zu Wort und erklärt mit viel Humor, wie es funktioniert, warum es bei der Untersuchung so laute Geräusche macht und weshalb Metallgegenstände in seiner Nähe gefährlich sein können. Leser erfahren anschaulich, wie das MRT mithilfe eines starken Magnetfelds und Radiowellen detaillierte Bilder des Körperinneren erzeugt – ganz ohne Röntgenstrahlung. [Artikel lesen]
    🏡 Ehemalige Thüringer Rheuma-Klinik ist nun ein Lost Place
    Der Artikel beleuchtet die Geschichte und den heutigen Zustand einer ehemaligen rheumatologischen Klinik in Etzelbach (Thüringen). Sie wurde einst als Müttergenesungsheim errichtet wurde und diente später als Akutklinik für Rheumatologie. Über Jahrzehnte hinweg war das Gebäude ein Symbol medizinischen Fortschritts und gesellschaftlicher Entwicklungen. Seit etwa 20 Jahren jedoch steht es leer. Alle Sanierungs- und Nutzungsideen scheiterten. Zwei Artikel zeigen das Innere der verlassenen Klinik. [Artikel 1] [Artikel 2]
    👀 Psoriasis-Medikamente können auch trockene Augen lindern
    Menschen mit Psoriasis haben ein erhöhtes Risiko für trockene Augen – eine Begleiterscheinung, die in der Praxis oft übersehen wird, weil die Hautsymptome meist im Vordergrund stehen. Eine Analyse aus Mainz (Stichwort: P355) zeigt, dass innerliche Therapien, die gegen die Hautentzündung wirken, auch die Symptome des trockenen Auges signifikant verbessern können. Tränenproduktion und Sehschärfe zum Beispiel werden dabei positiv beeinflusst. Das heißt: Wer neben seiner Schuppenflechte auch an trockenen Augen leidet, sollte mit dem Haut- und Augenarzt darüber sprechen. [Artikel lesen]
    🧛‍♂️ Warum Trumps Zoll-Pläne für Arzneimittel-Importe gefährlich sind
    In einem Artikel im "Rolling Stone" erläutert eine Autorin mit Psoriasis arthritis, wie die von Donald Trump und den Republikanern geplanten hohen Zölle auf importierte Medikamente die ohnehin schon hohen Arzneimittelpreise in den USA weiter drastisch ansteigen lassen würden. Dies betrifft lebenswichtige Medikamente und viele weitere Präparate, die für Millionen Amerikaner unverzichtbar sind. Der Text warnt, dass Patienten massiv belastet würden – aber auch die Versorgungslage verschärft und Medikamentenengpässe weiter verschlimmern würden. Es geht noch weiter: Die Forschung und Entwicklung neuer Medikamente würde demnach durch Kürzungen und politische Eingriffe gefährdet. [Artikel lesen]
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    Claudia Liebram

    Eine Bodylotion sollte zur Grundausstattung eines jeden Menschen mit Schuppenflechte gehören. Österreichische Verbrauchertester haben 15 Produkte analysiert. Einige davon gibt es auch in Deutschland.
    Die Tester des Magazins "Konsument" aus Österreich haben 15 Bodylotionen gegeneinander antreten lassen. Sie wollten wissen: Spenden die Produkte Feuchtigkeit für die Haut? Sorgen sie für ein gutes Gefühl? Und wie sieht es mit bedenklichen Inhaltsstoffen aus?
    Nun hat "Konsument" eine Partnerorganisation in Deutschland: Stiftung Warentest – und die hat im Heft 06/2025 die Testsieger verraten, die es auch in Deutschland gibt.
    Die Top 3 sind:
    die Balea Urea Bodylotion von dm – die auch noch unschlagbar günstig ist die Lotion Verwöhnende Soft Milk von Nivea, die Deep Moisture Bodylotion von Neutrogena für 4,99 Euro Die weiteren "Guten" inklusive einen Naturkosmetik-Vertreter findet Ihr bei "Stiftung Warentest".
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    Claudia Liebram

    Am Donnerstagabend verkündete die Deutsche Forschungsgemeinschaft (DFG), welche Projekte in den nächsten Jahren mit viel Geld gefördert werden. Auch in der neuen Förderrunde für sogenannte Exzellenzcluster sind Projekte aus der Psoriasis-Forschung dabei.
    Wer an Psoriasis leidet, weiß, wie sehr diese chronische Hautkrankheit den Alltag beeinflussen kann. Die Symptome sind nicht nur äußerlich sichtbar, sondern belasten oft auch das Selbstbewusstsein und die Lebensqualität. Viele Betroffene fragen sich: Wann gibt es endlich noch bessere Therapien? Wie entstehen eigentlich neue Medikamente? Und warum dauert das alles so lange?
    Ein entscheidender Motor für Fortschritte in der Behandlung von Psoriasis sind große Forschungsverbünde, sogenannte Exzellenzcluster, die von Bund und Ländern gefördert werden. In diesen Clustern arbeiten Wissenschaftler aus verschiedenen Disziplinen eng zusammen, um die Ursachen und Mechanismen von Krankheiten wie Psoriasis besser zu verstehen – und daraus neue Therapien zu entwickeln.
    Was sind Exzellenzcluster überhaupt?
    Exzellenzcluster sind große, meist an Universitäten angesiedelte Forschungsverbünde, die von der DFG und den Bundesländern mit besonders viel Geld gefördert werden. Die Idee dahinter: Wenn viele kluge Köpfe aus verschiedenen Fachrichtungen gemeinsam an einem Thema arbeiten, geht die Forschung schneller voran und die Ergebnisse sind besser. In Deutschland gibt es immer wieder Ausschreibungen, bei denen Universitäten ihre besten Ideen einreichen – und nur die überzeugendsten Cluster werden dann ausgewählt und für mehrere Jahre gefördert.
    Für die Psoriasis-Forschung besonders wichtig waren und sind die Cluster aus Norddeutschland: zuerst der Exzellenzcluster „Entzündungsforschung an Grenzflächen“ (Inflammation at Interfaces, 2007–2018) und aktuell noch der Nachfolger „Precision Medicine in Chronic Inflammation“ (PMI, seit 2019). 
    Der Exzellenzcluster PMI wird gemeinsam von der Christian-Albrechts-Universität zu Kiel (CAU) und der Universität zu Lübeck (als Mitantragstellerin) getragen. Die Forscher erhalten nun in der Wettbewerbsrunde der Exzellenzstrategie erneut eine Förderzusage. Die Förderrunde läuft ab 1. Januar 2026 über sieben Jahre bis Ende 2032. Die beantragte Fördersumme liegt bei fast 70 Millionen Euro.
    Dies ist bereits die dritte aufeinanderfolgende Förderzusage für den Cluster bzw. seine Vorgängerinitiativen. Das ist äußerst selten und kann als Beleg für die exzellente Forschung und erfolgreiche interdisziplinäre Zusammenarbeit verstanden werden.
    Warum ist Psoriasis ein Thema für die Spitzenforschung?
    Psoriasis ist viel mehr als „nur“ eine Hautkrankheit. Sie ist eine chronisch-entzündliche Erkrankung, bei der das Immunsystem fehlgeleitet ist und die Haut angreift. Außerdem wissen wir heute, dass Menschen mit Psoriasis ein erhöhtes Risiko für andere Krankheiten haben, zum Beispiel für Gelenkentzündungen (Psoriasis-Arthritis), Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Diabetes. Das macht die Erforschung dieser Krankheit besonders spannend – und wichtig.
    Die Exzellenzcluster in Norddeutschland haben sich darauf spezialisiert, die Entstehung und den Verlauf chronisch-entzündlicher Erkrankungen an sogenannten Barriereorganen zu erforschen. Dazu gehören neben der Haut auch der Darm und die Lunge. Die Forscher wollen herausfinden, warum das Immunsystem bei manchen Menschen aus dem Gleichgewicht gerät und wie man diese Prozesse gezielt beeinflussen kann.
    Bisherige Erfolge vom Exzellenzcluster im Norden
    Die Erfolge der letzten Jahre können sich sehen lassen – auch wenn sie für Außenstehende manchmal unsichtbar bleiben. Hier ein paar Beispiele:
    Neue Risikogene entdeckt
    Im Rahmen des Exzellenzclusters „Entzündungsforschung an Grenzflächen“ haben Forscher aus Kiel und Lübeck in einer riesigen internationalen Studie zehn neue Risikogene für Psoriasis entdeckt. Das bedeutet: Sie haben Genvarianten gefunden, die das Risiko erhöhen, an Psoriasis zu erkranken. Besonders spannend war die Entdeckung einer Variante im Gen TRAF3IP2, die einen wichtigen Einfluss auf die Krankheitsentstehung hat.
    Solche Erkenntnisse sind wichtig, weil sie helfen, die Ursachen der Krankheit besser zu verstehen. Sie zeigen, dass Psoriasis nicht „selbstverschuldet“ ist, sondern eine starke genetische Komponente hat – und dass man gezielt nach neuen Therapien suchen kann, die genau an diesen molekularen Schaltstellen ansetzen.
    Neue Medikamente – auch als Tablette
    Ein weiteres Highlight: Die Entwicklung und klinische Erprobung neuer Medikamente, die gezielt in die Entzündungsprozesse eingreifen. Ein Beispiel ist das neue Medikament mit dem Wirkstoff Icotrokinra, das auf den Botenstoff Interleukin-23 (IL-23) abzielt und erstmals als Tablette eingenommen werden kann. In einer klinischen Studie, an der auch Patienten aus Schleswig-Holstein teilgenommen haben, zeigte das Medikament eine sehr gute Wirksamkeit bei Psoriasis – und das bei geringen Nebenwirkungen. Die Ergebnisse wurden sogar im renommierten New England Journal of Medicine veröffentlicht.
    Für viele Betroffene ist das eine echte Hoffnung: Während viele moderne Biologika (z. B. Antikörper-Therapien) bisher nur als Spritze verabreicht werden können, könnte es in Zukunft auch wirksame Tabletten gegen Psoriasis geben.
    Personalisierte Medizin
    Die Forscherinnen im Exzellenzcluster PMI arbeiten daran, die Behandlung von Psoriasis immer individueller zu machen. Das Ziel: Nicht mehr „one size fits all“, sondern Therapien, die genau zu den jeweiligen Patientinnen passen. Dafür werden große Mengen an Daten ausgewertet – von genetischen Informationen über Blutwerte bis zu klinischen Symptomen. Mit Hilfe von künstlicher Intelligenz und modernen Analysemethoden sollen so Biomarker gefunden werden, die vorhersagen, welche Therapie bei wem am besten wirkt.
    Exzellenzcluster auch an anderen Universitäten
    ImmunoSensation3 ist ein weiteres Projekt mit Bezug zu immunologischer Forschung, das als Exzellenzcluster weiter gefördert wird. Das Exzellenzcluster widmet sich der Erforschung der Vielfalt des Immunsystems – der sogenannten Immundiversität. Das Immunsystem ist bei jedem Menschen einzigartig und verändert sich im Laufe des Lebens. Diese Unterschiede beeinflussen, wie wir auf Krankheitserreger, Entzündungen oder auch auf Therapien reagieren. ImmunoSensation3 bringt über 80 Forschungsgruppen aus Immunologie, Neurowissenschaften, Systembiologie und weiteren Disziplinen zusammen, um die individuellen Unterschiede im Immunsystem zu entschlüsseln. Ziel ist es, besser zu verstehen, warum manche Menschen anfälliger für chronische Entzündungen oder Autoimmunerkrankungen sind – und wie sich daraus künftig personalisierte Therapien und Präventionsstrategien entwickeln lassen. Die Ergebnisse könnten langfristig auch die Behandlung und Vorbeugung von Erkrankungen wie Psoriasis beeinflussen, indem sie helfen, maßgeschneiderte Therapien für einzelne Patienten zu entwickeln
    Neu ist ein Projekt namens ImmunoPreCept. Darin wollen Berliner Forscher herausfinden, was uns gesund hält – auf zellulärer und molekularer Ebene. Sie wollen verstehen, welche biologischen Prozesse den menschlichen Körper gesund halten – und was diese aus dem Gleichgewicht bringt. Dazu analysieren sie zelluläre Signalwege, also die Kommunikation in und zwischen den Zellen in Geweben. Langfristig sollen individuelle präventive Behandlungsansätze entstehen, die Krankheiten verhindern, schon bevor erste Symptome auftreten.
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    Claudia Liebram

    Besonders für Menschen mit Psoriasis oder Psoriasis arthritis ist die Mundgesundheit ein wichtiges Thema. Warum? Chronische Entzündungen im Körper können sich gegenseitig verstärken. Eine gründliche Mundhygiene kann dazu beitragen, entzündliche Prozesse im Körper zu reduzieren. Darauf weist die Initiative ProDente hin.
    Was ist eigentlich Parodontitis?
    Parodontitis ist eine entzündliche Erkrankung des Zahnhalteapparats. Sie beginnt meist mit einer Zahnfleischentzündung und greift dann auf das darunter liegende Gewebe über. Die Erkrankung verläuft oft schleichend und ohne Schmerzen. Viele Menschen bemerken sie daher erst spät.
    Das Tückische daran ist, dass die Entzündung langfristig zu irreversiblen Schäden führt. Unbehandelt lockern sich die Zähne und können sogar ausfallen.
    Die aktuelle Sechste Deutsche Mundgesundheitsstudie (DMS 6) zeigt erschreckende Zahlen. Etwa 14 Millionen Menschen in Deutschland leiden an einer schweren Form der Parodontitis. Bei den jüngeren Erwachsenen zwischen 35 und 44 Jahren haben sogar 95,1 Prozent eine Parodontitis in verschiedenen Stadien. Das macht diese Erkrankung zu einem echten Volksleiden.
    Warum ein sauberer Zahnzwischenraum so wichtig ist
    Viele unterschätzen die Parodontitis als reine Munderkrankung. Doch sie kann weitreichende Folgen für den gesamten Körper haben. Besonders für Menschen mit einer Autoimmunerkrankung wie Psoriasis ist dieses Wissen wichtig. Chronische Entzündungen im Körper können sich gegenseitig beeinflussen.
    Die gute Nachricht ist, dass wir selbst viel für unsere Mundgesundheit tun können.
    Doch mit der Zahnbürste allein lässt sich eine umfassende Mundhygiene nicht erreichen. Selbst bei gründlichem Putzen werden nur etwa 70 Prozent der Zahnoberfläche gereinigt. Die restlichen 30 Prozent verstecken sich in den Zwischenräumen der Zähne. Dort ist die Zahnbürste machtlos. In diesen Nischen sammeln sich Speisereste und Bakterien besonders leicht an.

    Werden diese Zahnzwischenräume nicht regelmäßig gereinigt, entwickelt sich dort ein Biofilm aus Bakterien. Dieser kann Zahnfleischentzündungen verursachen. Das Zahnfleisch rötet sich und blutet leicht.
    Wird nichts dagegen unternommen, kann sich die Entzündung ausbreiten und zu einer Parodontitis mit Zahnfleischtaschen führen. Diese Taschen sind ein idealer Nährboden für krankmachende Bakterien. Über die Blutbahn können sie dann in den gesamten Körper gelangen.
    Die richtige Ausrüstung für die Zwischenräume
    Für die Reinigung der Zahnzwischenräume stehen verschiedene Hilfsmittel zur Verfügung. Am wirksamsten sind Zahnzwischenraumbürsten, auch Interdentalbürsten genannt. Diese kleinen Bürsten gibt es in unterschiedlichen Größen. Sie können die Zahnzwischenräume gründlich reinigen und den bakteriellen Biofilm entfernen.
    Eine wissenschaftliche Studie hat gezeigt, dass die regelmäßige Verwendung von Interdentalbürsten das Zahnfleischbluten deutlich reduzieren kann. Die vorbeugende Wirkung betrug nach einer Woche bereits 46 Prozent, nach einem Monat 64 Prozent und nach drei Monaten sogar 72 Prozent. Das ist ein beeindruckendes Ergebnis.

    Für sehr enge Zahnzwischenräume eignet sich Zahnseide. Sie gibt es sowohl gewachst als auch ungewachst. Die ungewachste Zahnseide fasert auf und entfernt dadurch Beläge besser. Stehen die Zähne jedoch sehr dicht beieinander, kann gewachste Zahnseide manchmal besser in den Zwischenraum gelangen.
    Eine weitere Option sind Mundduschen oder Water Flosser. Sie reinigen mit einem pulsierenden Wasserstrahl. Dieser kann bakterielle Biofilme aufreißen und entfernen. Besonders geeignet sind sie für Personen mit festen Zahnspangen oder anderen kieferorthopädischen Apparaturen.
    So wird's gemacht
    Die Reinigung der Zahnzwischenräume sollte täglich erfolgen. Am besten vor dem abendlichen Zähneputzen. Bei Interdentalbürsten ist es wichtig, die richtige Größe zu wählen. Der Zahnarzt kann dabei helfen und die passende Größe bestimmen. Die Bürste wird vorsichtig in den Zahnzwischenraum geschoben und mit leichten Hin- und Herbewegungen gereinigt.
    Zahnseide wird zwischen den Zähnen hindurchgeführt und dann mit sanften Auf- und Abbewegungen an den Zahnflächen entlanggeführt. Wichtig ist, nicht zu fest zu drücken, um das Zahnfleisch nicht zu verletzen.
    Die Realität sieht jedoch anders aus. In Deutschland werden pro Person im Jahr durchschnittlich nur 23 Einheiten Zahnseide verwendet. Empfohlen werden dagegen 365 Einheiten – also täglich eine Anwendung. Ähnlich verhält es sich mit Zahnzwischenraumbürsten. Hier liegt der jährliche Verbrauch bei etwa sechs Stück pro Person – statt der empfohlenen 52 Stück.
    Die Initiative proDente e.V. ist ein Zusammenschluss zentraler Akteure der deutschen Dentalbranche. Hinter der Initiative stehen die Bundeszahnärztekammer (BZÄK), der Verband Deutscher Zahntechniker-Innungen (VDZI) und der Verband der Deutschen Dental-Industrie (VDDI), die proDente auch finanzieren.
    Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz
    ➔ Tipp: Was die Krankenkasse bei schwerer Parodontitis bezahlt
    ➔ Forum: Schuppenflechte und Parodontitis – Erfahrungen von Betroffenen
    ➔ Artikel: Candida im Mund: Was Psoriasis-Patienten wissen sollten
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    Claudia Liebram

    Wer an Psoriasis oder Psoriasis arthritis leidet, kennt das: Die Krankheit ist ein ständiger Begleiter, auch im Berufsleben. Mal sind die Beschwerden kaum zu spüren, mal machen sie den Alltag richtig schwer. Da stellt sich früher oder später die Frage: Soll ich im Job sagen, dass ich chronisch krank bin? Oder behalte ich das lieber für mich?
    Diese Entscheidung ist alles andere als leicht. Viele Menschen mit einer chronischen Erkrankung wie Psoriasis oder Psoriasis arthritis machen sich Sorgen, ob sie Nachteile haben, wenn sie offen über ihre Krankheit sprechen. Andere hoffen, dass sie durch Offenheit mehr Verständnis und Unterstützung bekommen. Klar ist: Es gibt keine einfache Antwort, die für alle passt.
    Gerade im Arbeitsleben kann die Frage, wie offen man mit der eigenen Krankheit umgeht, besonders wichtig werden. Wer zum Beispiel wegen Schmerzen öfter fehlt oder bestimmte Aufgaben nicht machen kann, muss oft erklären, warum das so ist. Gleichzeitig will man aber nicht als „schwierig“ gelten oder gar benachteiligt werden.
    Die schwierige Entscheidung: Offenlegen oder nicht?
    Viele Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis erleben im Berufsleben besondere Herausforderungen. Die Haut ist vielleicht sichtbar betroffen, die Gelenke schmerzen oder die Konzentration leidet an manchen Tagen. Das kann den Arbeitsalltag ganz schön durcheinanderbringen. Doch nicht immer sieht das Umfeld, wie sehr die Krankheit belastet.
    Die Frage, ob man die eigene Erkrankung im Job offenlegt, stellt sich oft in bestimmten Situationen. Zum Beispiel, wenn die Beschwerden stärker werden und die Arbeit darunter leidet. Vielleicht gibt es mehr Fehltage, oder bestimmte Aufgaben werden schwieriger. Manchmal sind es auch Veränderungen im Team oder bei den Aufgaben, die die Frage aufwerfen: Sage ich jetzt etwas oder nicht?
    Jede chronische Erkrankung wirkt sich anders auf das Berufsleben aus. Bei manchen Menschen ist die Krankheit von außen sichtbar, bei anderen nicht. Manche haben immer wieder Schübe, andere kämpfen fast täglich mit Einschränkungen. Es gibt also keine Regel, die für alle passt.
    Auch das Arbeitsumfeld spielt eine große Rolle. In einem offenen, unterstützenden Team fällt es oft leichter, über die eigene Situation zu sprechen. Gibt es dagegen wenig Verständnis oder sogar Vorurteile, ist die Angst vor Nachteilen größer. Viele Betroffene fragen sich: Was passiert, wenn ich etwas sage? Bekomme ich dann Unterstützung – oder werde ich vielleicht sogar benachteiligt?
    Die Entscheidung, ob man im Job über die eigene Krankheit spricht, ist deshalb sehr persönlich. Sie hängt von vielen Faktoren ab: Wie stark bin ich betroffen? Wie ist mein Verhältnis zu den Kolleginnen und Kollegen? Wie offen ist mein Chef? Und wie wichtig ist es mir, ehrlich zu sein oder meine Privatsphäre zu schützen?
    Eins ist sicher: Es gibt kein „richtig“ oder „falsch“. Jeder muss für sich selbst abwägen, was sich gut und sicher anfühlt. Unterstützung bietet dabei zum Beispiel der Selbsttest „Sag ich’s?“, den wir im weiteren Verlauf noch genauer vorstellen.
    Chancen und Risiken: Was spricht für, was gegen das Offenlegen?
    Die Entscheidung, ob man im Job über eine chronische Erkrankung wie Psoriasis oder Psoriasis arthritis spricht, hat immer zwei Seiten. In der folgenden Tabelle findest du die wichtigsten Chancen und Risiken auf einen Blick:
    Vorteile und Chancen Nachteile und Risiken Mehr Verständnis von Kolleginnen und Kollegen Angst vor Benachteiligung oder Diskriminierung Möglichkeit, Unterstützung oder Anpassungen zu bekommen Sorge, dass man als „schwierig“ gilt Offenheit kann das Arbeitsklima verbessern Risiko, dass vertrauliche Infos weitergegeben werden Weniger Energie für Verstecken und Ausreden Mögliche Nachteile bei Beförderungen oder Aufgaben Weniger Stress durch Offenheit Unsicherheit, ob die Offenheit wirklich hilft Zugang zu rechtlichen Schutzmaßnahmen Unsicherheit, wie das Team oder die Chefin reagiert Recht auf bestimmte Hilfen, z.B. bei Schwerbehinderung Gefahr von Mobbing oder Ausgrenzung Besseres Gefühl, ehrlich zu sein Angst, dass die Krankheit „das Thema“ wird Möglichkeit, gemeinsam Lösungen zu finden Sorge, dass die Krankheit als Schwäche gesehen wird Unterstützung durch betriebliche Stellen Befürchtung, dass sich das Verhältnis zu Kollegen verändert Jede dieser Chancen und Risiken kann für dich mehr oder weniger wichtig sein. Es kommt immer auf deine persönliche Situation, dein Team und deine eigenen Wünsche an. Die Tabelle kann dir helfen, die verschiedenen Seiten abzuwägen und deine Entscheidung bewusster zu treffen.
    Was sagt das Gesetz?
    Wenn du eine chronische Erkrankung wie Psoriasis oder Psoriasis arthritis hast, fragst du dich vielleicht: Muss ich das meinem Arbeitgeber überhaupt sagen? Die Antwort ist meistens: Nein, du musst nicht. Deine Gesundheit ist grundsätzlich Privatsache. Es gibt aber einige Ausnahmen und wichtige Rechte, die du kennen solltest.
    In Deutschland schützt das Allgemeine Gleichbehandlungsgesetz (AGG) Menschen mit chronischen Erkrankungen vor Benachteiligung am Arbeitsplatz. Das heißt: Niemand darf dich wegen deiner Krankheit schlechter behandeln, sei es beim Gehalt, bei Beförderungen oder bei den Arbeitsbedingungen. Arbeitgeber müssen sogar Beschwerdestellen einrichten, an die du dich wenden kannst, wenn du dich diskriminiert fühlst.
    Eine Ausnahme gibt es, wenn deine Erkrankung eine Gefahr für dich selbst oder andere darstellen könnte. Zum Beispiel darf jemand mit bestimmten Einschränkungen nicht als Busfahrer oder in anderen sicherheitsrelevanten Berufen arbeiten. In solchen Fällen musst du die Erkrankung offenlegen, damit niemand gefährdet wird.
    Wenn du eine anerkannte Schwerbehinderung hast, stehen dir besondere Rechte zu. Dazu gehört zum Beispiel, dass du einen besonderen Kündigungsschutz hast und Anspruch auf bestimmte Hilfen oder Anpassungen am Arbeitsplatz. Auch hier gilt: Du entscheidest selbst, ob du deine Schwerbehinderung offenlegst. Nur wenn du die Vorteile nutzen möchtest, musst du deinen Arbeitgeber informieren.
    Wichtig zu wissen: Wenn du dich entscheidest, über deine Krankheit zu sprechen, darf dein Arbeitgeber diese Information nicht einfach weitergeben. Deine Daten sind geschützt. Und falls du Diskriminierung erlebst, kannst du dich beraten lassen und rechtlich dagegen vorgehen.
    Kurz gesagt: Das Gesetz steht auf deiner Seite. Es schützt dich vor Benachteiligung und gibt dir Rechte, wenn du Unterstützung brauchst. Trotzdem bleibt die Entscheidung, ob du offen über deine Erkrankung sprichst, ganz bei dir.

    Der Selbsttest „Sag ich’s?“: Hilfe bei der Entscheidung
    Gerade weil die Entscheidung so persönlich ist, haben Wissenschaftlerinnen der Universität zu Köln ein besonderes Angebot entwickelt: den Selbsttest „Sag ich’s?“. Dieser Test soll Menschen mit einer chronischen Erkrankung wie Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis dabei helfen, die eigene Situation besser einzuschätzen und eine informierte Entscheidung zu treffen.
    Wer steckt hinter dem Test?
    Der Test wurde von Professorin Mathilde Niehaus und Jana Bauer mit ihrem Team am Lehrstuhl für Arbeit und berufliche Rehabilitation entwickelt. Unterstützt wurde das Projekt vom Bundesministerium für Arbeit und Soziales und verschiedenen Selbsthilfe-Verbänden. Das Ziel: Betroffene stärken und ihnen helfen, ihren eigenen Weg zu finden.
    Wie funktioniert der Test?
    Der Selbsttest ist kostenlos und online verfügbar unter www.sag-ichs.de. Er besteht aus verschiedenen Fragen, die dir helfen, deine persönliche Lage zu durchdenken. Dabei geht es zum Beispiel um folgende Themen:
    Wie ist dein Verhältnis zu deinen Vorgesetzten und Kolleginnen? Wie fühlst du dich im Team? Ist deine Krankheit sichtbar oder eher unsichtbar? Hast du eine anerkannte Schwerbehinderung? Ist es dir wichtiger, Probleme zu vermeiden oder positive Veränderungen zu erreichen? Wie stark ist die Krankheit in der Gesellschaft stigmatisiert? Wie flexibel sind deine Arbeitsbedingungen? Der Test ist so aufgebaut, dass keine Entscheidung besser oder schlechter ist. Du bekommst keine Handlungsanweisung, sondern ein Feedback, das deine persönlichen Wünsche, Werte und Rahmenbedingungen widerspiegelt.
    Was bringt das Ergebnis?
    Am Ende des Tests erhältst du eine Auswertung, die dir zeigt, welche Faktoren in deiner Situation besonders wichtig sind. Du siehst, wo Chancen und Risiken liegen und was dir persönlich am meisten bedeutet. Das kann dir helfen, deine Gedanken zu sortieren und eine Entscheidung zu treffen, die wirklich zu dir passt.
    Außerdem findest du auf der Webseite viele weitere Informationen, Tipps für die nächsten Schritte und Hinweise auf Beratungsstellen, falls du noch mehr Unterstützung brauchst. So bist du nicht allein mit deiner Entscheidung und kannst sicherer den Weg wählen, der sich für dich richtig anfühlt.
    Tipps für die Praxis: Wie spreche ich das Thema an?
    Du hast dich entschieden, im Job über deine Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis zu sprechen? Dann ist eine gute Vorbereitung das A und O. Ein offenes Gespräch kann vieles erleichtern, aber es ist normal, davor aufgeregt oder unsicher zu sein. Mit ein paar Tipps kannst du das Gespräch besser steuern und dich sicherer fühlen.
    Überlege dir, was du sagen möchtest
    Bevor du das Gespräch suchst, lohnt es sich, ein paar Notizen zu machen. Was möchtest du erzählen? Welche Punkte sind dir besonders wichtig? Überlege auch, was du lieber für dich behalten möchtest. Du musst nicht alles preisgeben, sondern nur das, was für deine Arbeit oder dein Wohlbefinden am Arbeitsplatz wirklich relevant ist.
    Wähle den richtigen Zeitpunkt und Ort
    Ein ruhiger Moment ist besser als der schnelle Plausch in der Kaffeeküche. Vereinbare am besten einen Termin mit deiner Führungskraft oder der Person, mit der du sprechen möchtest. Überlege dir auch, ob du das Gespräch lieber unter vier Augen führen willst oder ob jemand dabei sein soll, der dich unterstützt – zum Beispiel die Schwerbehindertenvertretung oder eine Vertrauensperson.
    Bereite dich auf Reaktionen vor
    Manche Chefs oder Kollegen reagieren verständnisvoll, andere vielleicht überrascht oder unsicher. Überlege dir vorher, wie du auf verschiedene Reaktionen reagieren möchtest. Es hilft, ruhig zu bleiben und bei deinen Bedürfnissen zu bleiben. Du kannst auch anbieten, Fragen zu beantworten, falls Unsicherheiten bestehen.
    Unterstützung holen
    Wenn du dich unsicher fühlst, kannst du dir vorher Rat holen. Es gibt Selbsthilfegruppen, betriebliche Ansprechpartner oder Beratungsstellen, die dich unterstützen können. Auch ein Gespräch mit einer Vertrauensperson im Betrieb kann helfen, die Nervosität zu nehmen.
    Was tun bei Unverständnis oder Problemen?
    Nicht immer läuft alles glatt. Wenn du das Gefühl hast, dass du nach dem Gespräch benachteiligt wirst oder es zu Problemen kommt, solltest du deine Rechte kennen. Der Arbeitgeber darf dir zum Beispiel keine Nachteile androhen, nur weil du offen über deine Krankheit sprichst. Bei Problemen kannst du dich an die Beschwerdestelle im Betrieb oder an eine externe Beratungsstelle wenden.
    Bleib bei dir
    Am wichtigsten ist: Du entscheidest, wie viel du erzählen möchtest und was für dich passt. Ein Gespräch über die eigene Erkrankung ist kein Zeichen von Schwäche, sondern ein Schritt, um dein Arbeitsleben besser zu gestalten. Mit guter Vorbereitung und Unterstützung kannst du selbstbewusst auftreten und für deine Bedürfnisse einstehen.
    Fazit: Die Entscheidung bleibt individuell
    Am Ende gibt es keine Patentlösung für die Frage, ob man im Job über eine chronische Erkrankung wie Psoriasis oder Psoriasis arthritis sprechen sollte. Jeder Mensch bringt andere Erfahrungen, Wünsche und Ängste mit. Die Arbeitsbedingungen, das Team und die eigene Gesundheitssituation sind bei jedem anders. Deshalb ist es wichtig, auf das eigene Bauchgefühl zu hören und sich Zeit für die Entscheidung zu nehmen.
    Der offene Umgang mit der Erkrankung kann viele Vorteile bringen, zum Beispiel mehr Verständnis, Unterstützung und weniger Stress durch das Verstecken. Gleichzeitig gibt es aber auch Risiken, wie mögliche Vorurteile oder Unsicherheiten im Team. Das Gesetz schützt Betroffene vor Diskriminierung, aber die Entscheidung bleibt trotzdem persönlich.
    Egal wie du dich entscheidest: Es ist dein gutes Recht, selbst zu bestimmen, wie offen du mit deiner Krankheit umgehst. Und du bist nicht allein – viele andere stehen vor der gleichen Frage und es gibt Unterstützung, wenn du sie brauchst.
    Anlaufstellen für Beratung und Unterstützung
    Manchmal hilft es, mit anderen über die eigene Situation zu sprechen. Es gibt viele Stellen, die dich unterstützen können:
    Bundesarbeitsgemeinschaft Selbsthilfe (BAG Selbsthilfe): Hier findest du Selbsthilfegruppen für Menschen mit chronischen Erkrankungen. Die Gruppen bieten Austausch, Tipps und oft auch rechtliche Beratung. Im Bereich Psoriasis ist der Deutsche Psoriasis-Bund e.V. der passende Verband. ist die Psoriasis arthritis Dein vorrangiges Problem, ist vielleicht die Deutsche Rheuma-Liga e.V. hilfreicher. Antidiskriminierungsstelle des Bundes: Wenn du dich am Arbeitsplatz benachteiligt fühlst, kannst du dich an diese Stelle wenden. Sie informiert dich über deine Rechte und hilft bei Beschwerden. Mehr unter www.antidiskriminierungsstelle.de. Betriebliche Ansprechpartner: In vielen Unternehmen gibt es Schwerbehindertenvertretungen, Betriebsräte oder Vertrauenspersonen. Sie kennen die Abläufe im Betrieb und können dich unterstützen, wenn du Fragen hast oder Hilfe brauchst. Scheue dich nicht, diese Angebote zu nutzen. Oft hilft schon ein erstes Gespräch, um mehr Klarheit zu bekommen und sich weniger allein zu fühlen.
    Mehr zum Thema im Psoriasis-Netz
    ➔ Tipps: Antrag auf Schwerbehinderung bei Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis – so geht's
    ➔ Forum: Erfahrungen mit Krankenkassen, Behörden, Arbeitsplatz, Schwerbehinderung, Rente...
    ➔ Artikel: Selbsthilfe bei Schuppenflechte und Psoriasis arthritis: Hier werdet Ihr verstanden
    Habt Ihr Euch auf der Arbeit geoutet? Wie waren Eure Erfahrungen? Oder warum habt Ihr es nicht getan? Schreibt's in die Kommentare ⬇️
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    Claudia Liebram

    Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit, sich um die Gesundheit zu kümmern! Alle zwei Wochen geben wir hier Tipps, welche Artikel, Videos oder Audios für Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis interessant sein könnten. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und manchmal auch Unterhaltung!
    🙋‍♀️ Hazel Brugger, ihre Schuppenflechte und Glück
    Die Kabarettistin Hazel Brugger hat(te) Psoriasis – darüber hatten auch wir berichtet. Jetzt hat sie in einem Interview mehr darüber erzählt:
    Aber: Sie hatte auch Glück: Die Psoriasis ist inzwischen wieder weg. Der Schub wurde von einer Streptokokken-Angina ausgelöst. Das Interview lohnt sich trotzdem zu lesen. (Apotheken-Umschau)
    🥶 Bibbernd in die Schmerzfreiheit
    Ja, noch ein Artikel aus der Apotheken-Umschau, aber sie hatte in den letzten Wochen nun mal die lehrreichsten Artikel für unsereins. Für diesen Artikel jedenfalls hat der Autor seine Mutter in die Kältetherapie geschickt – weil er selbst Warmduscher ist. Das ist unterhaltsam zu lesen. Und ganz nüchtern wird auch erklärt:
    Wer Erfahrung mit der Kältekammer hat – wir freuen uns über einen Kommentar. ⬇️ (Apotheken-Umschau)
    💡 Krankheitskosten von der Steuer absetzen – was geht, was nicht?
    Wer regelmäßig medizinische Ausgaben hat, kann bei der Steuererklärung oft Geld zurückbekommen. Der Text erklärt verständlich, welche Krankheitskosten als sogenannte außergewöhnliche Belastungen absetzbar sind und wie man diese korrekt in der Steuererklärung angibt. (Apotheken-Umschau)
    👉 Tipp: Wollt Ihr keine Hör- und Gucktipps verpassen? Dann klickt oben auf "abonnieren". Ihr erhaltet dann bei jedem neuen Beitrag eine Benachrichtigung.
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    Claudia Liebram

    Lange dachte man, Alzheimer sei vor allem das Ergebnis von Ablagerungen im Gehirn – sogenannte Plaques, die sich zwischen Nervenzellen ansammeln und die Kommunikation im Denkorgan stören. Jetzt legen Forscher eine Studie vor: Auch chronische Entzündungen spielen demnach eine viel größere Rolle als bisher gedacht. Forschende der Charité in Berlin und des Max Delbrück Centers haben in Untersuchungen den Botenstoff Interleukin-12 (IL-12) als echten Übeltäter im Alzheimer-Gehirn entlarvt. Das ist auch für Menschen mit Psoriasis oder Psoriasis arthritis spannend – denn IL-12 ist kein Unbekannter.
    IL-12: Mehr als nur ein Entzündungshelfer
    IL-12 ist ein Signalstoff, den unser Immunsystem nutzt, um bei Entzündungen Alarm zu schlagen. Besonders aktiv ist IL-12 bei chronisch-entzündlichen Erkrankungen – darunter auch Psoriasis und Psoriasis arthritis. Genau hier setzen bereits Medikamente an, die diesen Botenstoff gezielt blockieren.
    Die neue Studie zeigt: IL-12 sorgt im Gehirn dafür, dass wichtige Nervenzellen und sogenannte Oligodendrozyten – das sind Zellen, die Nervenbahnen schützend umhüllen – geschädigt werden. Die Folge: Denken, Erinnern und Konzentration funktionieren immer schlechter. Gleichzeitig werden die Abwehrzellen im Gehirn, die sogenannten Mikroglia, durch die ständige Entzündung überfordert. Sie kommen kaum noch hinterher, Ablagerungen zu beseitigen oder Zellmüll zu entsorgen. Es entsteht ein Teufelskreis.
    Was hat das mit Psoriasis zu tun?
    Auch bei Psoriasis und Psoriasis arthritis läuft das Immunsystem auf Hochtouren und produziert dauerhaft Entzündungsstoffe wie IL-12. Wer also an einer dieser Erkrankungen leidet, lebt mit einem chronisch aktiven Immunsystem – und das könnte sich möglicherweise auch auf andere Organe auswirken, darunter das Gehirn.
    Noch ist nicht klar, ob Menschen mit Psoriasis ein höheres Alzheimer-Risiko haben. Es gibt jedoch Hinweise aus früheren Studien, dass chronische Entzündungen im Körper generell das Demenzrisiko erhöhen können. Und genau hier könnte sich ein neuer Zusammenhang zeigen: Wenn IL-12 sowohl bei Haut- und Gelenkentzündungen als auch bei Alzheimer eine Rolle spielt, könnte es Sinn machen, diesen Signalweg gezielt zu hemmen – vielleicht sogar vorbeugend.
    Medikamente gegen IL-12 – ein Hoffnungsschimmer?
    Das Spannende: Es gibt bereits zugelassene Medikamente, die IL-12 blockieren – sogenannte Biologika. Sie werden erfolgreich zur Behandlung von Psoriasis und Psoriasis arthritis eingesetzt. Nun hoffen die Forschenden, dass diese Wirkstoffe auch bei Alzheimer helfen könnten. Klinische Studien dazu stehen noch aus, aber der Weg ist geebnet.
    Außerdem lässt sich IL-12 im Blut oder in der Hirnflüssigkeit messen – ein möglicher Biomarker also, mit dem man Alzheimer früher erkennen oder das Risiko besser einschätzen könnte.
    Fazit: Alles hängt mit allem zusammen
    Diese Studie zeigt einmal mehr, wie sehr unser Körper als Ganzes funktioniert – oder eben nicht. Ein Entzündungsbotenstoff wie IL-12 kann an ganz verschiedenen Stellen Schaden anrichten. Was als Psoriasis auf der Haut beginnt oder sich in den Gelenken zeigt, könnte langfristig auch das Gehirn beeinflussen. Das heißt nicht, dass man sich Sorgen machen muss – aber es macht deutlich, wie wichtig eine gute und frühzeitige Behandlung chronischer Entzündungen ist.
    Wer also IL-12 schon durch seine Psoriasis-Therapie „im Griff“ hat, könnte auch seinem Gehirn einen Gefallen tun. Und für alle anderen gilt: Die Forschung bleibt dran – und neue Therapieansätze gegen Alzheimer sind in Sicht.
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    Claudia Liebram

    Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit, sich um die Gesundheit zu kümmern! Alle zwei Wochen geben wir hier Tipps, welche Artikel, Videos oder Audios für Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis interessant sein könnten. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und manchmal auch Unterhaltung!
    Miss Germany, Hautärztin – und KI-Entwicklerin
    👩‍⚕️ Valentina Busik, die neue Miss Germany 2025, ist nicht nur Schönheitskönigin, sondern auch eine engagierte Ärztin mit innovativen Ideen für das Gesundheitswesen. In einem Interview spricht die 27-jährige Dermatologin über ihren Alltag zwischen Klinik und Rampenlicht sowie über ihr Projekt eines KI-gestützten Arzt-Avatars. Dieser soll Patienten in über 40 Sprachen über Behandlungen aufklären und so die Arbeit von Ärzten erleichtern.
    Busik äußert sich auch kritisch zu Schönheitswettbewerben und den Herausforderungen für Frauen in der Medizin. Ihr Ziel ist es, mit ihrer neuen Plattform die Gesundheitsbranche zu modernisieren und gleichzeitig als Ärztin Patienten zu versorgen. (Apotheken-Umschau)
    So kann jeder ein Aloe-vera-Gel selbst machen
    🌱 Die NDR-Gesundheitssendung Visite hat sich der Wüstenpflanze Aloe vera angenommen. Gegen Ende des Artikels zur Sendung kommt die Anleitung für alle, die eine Aloe-vera-Pflanze zuhause für die Pflege ihrer Haut nutzen wollen:
    "Wer eine Pflanze zur Hautpflege verwenden möchte, sollte die sogenannte Echte Aloe wählen. Zum Schutz vor Fressfeinden bildet die Aloe Vera den bitter schmeckenden, gelblichen Saft. Da dieser die Haut reizen kann, muss das abgeschnittene Aloe-Vera-Blatt zunächst mit der Schnittseite nach unten in ein Glas gestellt werden, damit der Saft herauslaufen kann. Anschließend lässt sich das Gel der Aloe Vera direkt zur Pflege von Haut und Haar verwenden. In einem gut verschlossenen Gefäß ist es im Kühlschrank einige Tage haltbar."
    Klingt einfach, oder? (Visite)
    Medfluencer: Werben, bis kein Arzt kommt
    🩺 Die zunehmende Präsenz von "Medfluen­cern" in sozialen Medien und TV-Formaten bietet Patienten eine Alternative zum oft frustrierenden Arztbesuch mit überfüllten Wartezimmern und langen Wartezeiten. Jan Böhmermann hat im ZDF Magazin Royale kritisch beleuchtet, wie medizinische (Fast-)Fachleute auf Plattformen wie Instagram, TikTok und sogar im Fernsehen gesundheitliche Ratschläge erteilen und damit die traditionelle Arzt-Patienten-Beziehung verändern. Dabei wird auch die Frage aufgeworfen, ob diese Entwicklung tatsächlich im Sinne des hippokratischen Eids steht oder ob andere Motivationen eine Rolle spielen könnten.
    Jonas Köller alias jonesrulez, von Böhmermann erwähnter Influencer, hat nach der Sendung ein Reaction-Video veröffentlicht. Er fühlt sich zu Unrecht in eine Reihe gestellt mit fragwürdigen Influencern. Jonas war allerdings auch uns vorher eher als einer der "Guten" aufgefallen. 
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    Claudia Liebram

    Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit, sich um die Gesundheit zu kümmern! Alle zwei Wochen geben wir hier Tipps, welche Artikel, Videos oder Audios für Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis interessant sein könnten. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und manchmal auch Unterhaltung!
    Huh! TikTok! Gefährlich! (Klicks!)
    🚨 Alle paar Monate tauchen in Medien aller Art Warnungen auf. Die lauten ungefähr so: Eine neue TikTok-Challenge geht grad rum, Menschen machen gefährliche Dinge, schlimme Folgen, nicht machen! Für nicht so TikTok-affine Menschen: Das sind "Herausforderungen", Wettbewerbe. Menschen machen Dinge, filmen sich dabei, laden die Videos bei TikTok hoch und beweisen so ihren Mut oder ihre Dummheit. Man kann diese Challenges hirnverbrannt finden oder harmlosen Zeitvertreib – doch bei denen, vor denen in Medien gewarnt wird, ist das so eine Sache: Sie müssen nicht stimmen. Irgendwer setzt sie in die Welt und dann kommen alle möglichen Institutionen, Organisationen, Leute, die das für PR in eigener Sache nutzen – auch Ärzteverbände oder Kliniken. (skeptix.org)
    Menschen mit Schuppenflechte haben öfter Darmprobleme
    🤰 In einer Studie wurden Proben aus Dick- und Dünndarm genommen – und zwar bei 18 Menschen mit Psoriasis und bei 15 ohne. Bei keinem Teilnehmer war vorher eine Darmerkrankung bekannt. Unter dem MIkroskop stellte sich heraus, dass die Hälfte der Menschen mit Schuppenflechte eine zu durchlässigen Darmbarriere. hatte. Das Problem wird oft als Leaky-gut-Syndrom bezeichnet.
    Die Forscher schreiben als Fazit ihrer Studie:
    Heißt: Wenn Ihr Probleme mit dem Darm habt und keine Idee, was los ist, fragt einen Gastroenterologen um Rat und erzählt ihm von eurer Psoriasis. Aber macht Euch nicht verrückt. Und Achtung, eine Studie mit 18 erkrankten Personen ist eine kleine Studie. Wie sehr oft, muss eine Studie mit mehr Teilnehmern das Restultat bestätigen. (aponet.de)
    Big Pharma: Wer kontrolliert das Milliardengeschäft?
    💊 Immer sonntags gibt es neue Folgen von "Mai Think X" – einer Wissens-Show. Die erste Folge der neuen Staffel befasst sich mit einem kritischen und differenzierten Blick auf die Pharmaindustrie. Er thematisiert sowohl reale Skandale als auch unbegründete Verschwörungstheorien in diesem Bereich.
    Auch an den nächsten Sonntagen lohnt das Einschalten (bzw. der Blick in die Mediathek) – es geht noch öfter um Gesundheitsthemen.
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    Claudia Liebram

    Hurra, Wochenende – und damit mehr Zeit, sich um die Gesundheit zu kümmern! Alle zwei Wochen geben wir hier Tipps, welche Artikel, Videos oder Audios für Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis interessant sein könnten. Viel Spaß bei Erkenntnisgewinn und manchmal auch Unterhaltung!
    📺 Mahonie: Was der immergrüne Strauch so kann (auch bei Schuppenflechte)
    (NDR Visite, 7 Minuten)
    Die Beeren sind reich an Vitaminen, der Strauch aber ist giftig. Aber bei Psoriasis, da wird Mahonie zur Behandlung einer leichten Schuppenflechte und zur Hautpflege eingesetzt. Mehr über die Pflanze im Allgemeinen und die Anwendung bei Hautproblemen gab es bei "Visite" im NDR zu sehen.
    🎧 Die Haut, einmal grundsätzlich erklärt
    (Podcast "Haut + Herz, 29 Minuten)
    In der ersten Folge des Podcasts "Haut und Herz" erläutern die Hautärzte Tatjana Braun und Felix King die grundlegenden Funktionen der Haut, mit Fokus auf die Eigenschaften der Kinderhaut. Der Beitrag vermittelt wichtiges Basiswissen über unser größtes Organ und erklärt, warum sich die Haut von Kindern von der Erwachsener unterscheidet - eine wertvolle Informationsquelle für Eltern und medizinisch Interessierte, die mehr über die richtige Hautpflege und den Umgang mit Hautkrankheiten bei Kindern erfahren möchten.
    📰 Schuppenflechte und Psoriasis arthritis – Beziehungsstatus "ernst, aber nicht hoffnungslos"
    (Deutsches Ärzteblatt)
    Dieser Fachartikel beleuchtet die komplexe Beziehung zwischen Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Etwa 30 Prozent der Menschen mit Schuppenflechte entwickeln im Verlauf eine Gelenkbeteiligung, wobei verschiedene Risikofaktoren wie genetische Veranlagung, mechanische Belastungen und Umwelteinflüsse eine Rolle spielen. Der Artikel diskutiert aktuelle Forschungsergebnisse zur präventiven Wirkung verschiedener Biologika-Therapien und zeigt die Bedeutung einer frühzeitigen Erkennung auf.
    Wer Schuppenflechte hat und sich um die Früherkennung einer möglichen Psoriasis arthritis kümmern will, kann derzeit an einer Studie teilnehmen: Da soll getestet werden, wie nützlich ein Fragebogen zu eben jener Früherkennung ist. Zur Studie geht es hier entlang.
    📰 Zitronenwasser am Morgen – bringt das wirklich was?
    (Apotheken-Umschau)
    Ein Glas lauwarmes Wasser mit Zitronensaft am Morgen gilt in sozialen Medien als Wundermittel für Gesundheit und Schönheit. In diesem Artikel sagen Experten wie Ernährungsmediziner, Dermatologen und Endokrinologen etwas zu diesem Trend. Während das morgendliche Wassertrinken grundsätzlich positiv bewertet wird und der Zitronensaft durch seinen Vitamin-C-Gehalt durchaus gesundheitliche Vorteile bieten kann, gibt es für viele der beworbenen Effekte wie Gewichtsabnahme oder Anti-Aging keine wissenschaftlichen Belege. Der Text klärt auch über mögliche Risiken wie Zahnschmelzschäden auf und gibt praktische Hinweise zur richtigen Anwendung.
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