Jump to content
  • entries
    17
  • comments
    11
  • views
    23,393

Individuellen Erhaltungsdosis von Cosentyx® (Secukinumab)


GrBaer185

931 views

Stand: 23. August 2020
Suche und Findung der individuellen Erhaltungsdosis von Cosentyx®(Secukinumab)
Der Hersteller von Cosentyx® gibt ein festes, starres Therapieschema für die Behandlung
der Psoriasis mit Secukinumab vor.
Individuelle Besonderheiten werden (können) nicht berücksichtigt werden.
Auch die Erhaltungstherapie nach der Einleitungsphase wird durch ein festes Schema von
300 mg alle 4 Wochen bestimmt.
Individuellen Eigenschaften und Besonderheiten der Anwender von Cosentyx® wird
nicht/kann nicht Rechnung getragen werden:
- Eine Person mit 50 kg Körpergewicht wird nach dem selben Schema behandelt wie
eine mit 100 kg Körpergewicht.
- Eine Person, bei der die Halbwertszeit (HWZ) von Secukinumab im Organismus 20
Tage beträgt bekommt die selbe Dosis wie eine Person bei der die HWZ 35 Tage beträgt.
- Der individuelle Interleukin 17A Spiegel des Patienten wird nicht/kann nicht(?, Kosten?)
bestimmt werden. Die Dosis richtet sich also nicht nach der Höhe eines Laborwertes (so
wie dies zum Bsp. bei Diabetes der Fall ist, wo die Insulinmenge dem Serum-
Glukosespiegel angepasst wird).
- Die Dosis wird nicht dem Schweregrad der Erkrankung oder etwaigen
Krankheitsschüben angepasst.
- Ein Absetzen oder Ausschleichen der Therapie oder eine Therapiepause nach erfolgter
Remission der Psoriasis-Erscheinungen ist nicht vorgesehen.
- Die Therapie wird solange als Erhaltungstherapie fortgeführt, solange es die
unerwünschten Nebenwirkungen zulassen.
- Unerwünschte Nebenwirkungen (UNW) sind oft dosisabhängig, statt eine Therapie
wegen Nebenwirkungen abzubrechen, könnte eine Dosisverringerung die UNW
reduzieren und tolerierbar machen bei möglicherweise dennoch zufriedenstellendem
Therapieerfolg.
Nötig wären differenziertere Studien, welche die oben beschriebenen Sachverhalte
berücksichtigen. Die kosten allerdings Geld und Zeit und könnten schwierig im Design
sein, vielleicht besteht auch kein ausreichendes Interesse an weitergehenden Studien.
Eine Übersicht zu bisherigen Studien habe ich im nächsten Blog-Beitrag tabellarisch
zusammengestellt, siehe:
https://www.psoriasis-netz.de/community/blogs/blog/818-cosentyx-secukinumab/
Leicht könnte die Einzeldosis von 300 mg Secukinumab, die bei der Erhaltungstherapie
alle 4 Wochen gespritzt wird, auf zwei Dosen zu 150 mg Secukinumab alle 2 Wochen
aufgeteilt werden, denn die 300 mg Dosis liegt ohnehin schon in der Form von 2 Spritzen
mit je 150 mg in der Verpackung vor (wohl aus produktionstechnischen oder
applikationstechnischen Gründen). Dies hätte den Vorteil, dass der Secukinumab-Spiegel
im Organismus über die Zeit gleichmäßiger wäre.
Für dieses Dosierungsschema wurde allerdings keine Zulassungsstudie durchgeführt und
somit auch keine Zulassung erteilt. Folglich kann es auch nicht vom Hersteller "empfohlen"
werden. Ärzte müssten ein derartiges Therapieschema "auf die eigene Kappe nehmen",
es hätte versicherungsrechtliche Konsequenzen und auch die Krankenkassen könnten
Einwände erheben, da ja der Therapieerfolg eines solchen Schemas nicht durch Studien
belegt ist und keine entsprechende Zulassung besteht.
Daher sehe ich es so, dass in dieser Situation nur der Patient für sich selber handeln
kann (mit oder ohne "stillschweigender"/informeller/inoffizieller Zustimmung des
behandelnden Arztes). Solange die Therapieintervalle verlängert und damit die Dosis, im
Vergleich zum durch die Studie vorgegebenen Therapieschema, verringert wird, sollte
man auf der sicheren Seite sein und das Therapierisiko sogar verringern. Verschlechtern
könnte sich nur der Therapieerfolg im Vergleich zu der höheren Standarddosierung.
Patientenberichte hier in der Community des Psoriasis-Netzes berichten, dass auch
längere "Spritzenpausen" (z. Bsp. wegen Operationen oder Erkrankungen) nicht von
einem Psoriasis-Schub begleitet wurden, sondern der Hautzustand stabil blieb und die
Therapie nach der Pause einfach fortgeführt werden konnte.
Hierfür spricht auch die Halbwertszeit von Secukinumab von rund 4 Wochen.
Die Cosentyx® Fachinformation vom August 2020 führt dazu auf Seite 13 aus:
"Die mittlere Eliminationshalbwertszeit bei Patienten mit Plaque-Psoriasis wurde auf
Grundlage einer populationspharmakokinetischen Analyse auf 27 Tage geschätzt und lag
über alle Psoriasis-Studien mit intravenöser Gabe hinweg in einem Bereich von 18 bis 46
Tagen."
Ausgehend von einer Halbwertszeit von 4 Wochen ist nach 4 Wochen noch die Hälfte (50
%), nach 8 Wochen somit immer noch die Hälfte der Hälfte, also ein Viertel (25 %) und
nach 12 Wochen immer noch ein Achtel (12,5 %) der "ursprünglichen" Menge
Secukinumab im Organismus. Man könnte also sagen, Secukinumab schleicht sich
aufgrund der relativ langen Halbwertszeit quasi von selber langsam aus (exponentieller
Abfall) und seine Wirkung ist nach 4 Wochen nicht plötzlich weg.
Fazit:
Zu prüfen ist, ob längere Abstände zwischen den Einzeldosen individuell vorteilhaft für
das Nebenwirkungsprofil sind.
Eine Dosisreduktion durch Intervallverlängerung stellt möglicher Weise eine Alternative
zum Therapieabbruch
aufgrund unerwünschter Nebenwirkungen dar.
Eine Aufteilung der Einzeldosis von 300 mg auf zwei zeitlich versetzt gespritzte 150 mg
"Teildosen" könnte Vorteile bringen sowohl bezüglich der unerwünschten
Nebenwirkungen als auch der Wirksamkeit von Secukinumab, da der Wirkstoffspiegel im
Organismus dann kleinere Schwankungen und einen höheren Minimalwert vor der
nächsten Spritze aufweist.
Über eine rege Diskussion meiner Gedankengänge würde ich mich sehr freuen.
Siehe auch meinen Beitrag im Forum:
Cosentyx® 1/2 Dosis (150 mg) alle 2 Wochen spritzen?

Edited by GrBaer185

2 Comments


Recommended Comments

Burg

Posted

Sehr logische Gedanken!

Das wäre dann für all´ diejenigen, die allgemein nur mit einer geringen Wirkdosis gut zurecht kommen können, genau richtig. LG Burg 

  • Like 1
GrBaer185

Posted

"- Eine Person mit 50 kg Körpergewicht wird nach dem selben Schema behandelt wie
eine mit 100 kg Körpergewicht."

In der Fachinformation von Cosentyx gibt es mittlerweile für die Plaque-Psoriasis und ein Körpergewicht von 90 kg oder mehr bei schlechtem Ansprechen auf die Therapie mit 300 mg alle 4 Wochen nun den Hinweis auf eine Erhaltungsdosis von 300 mg alle 2 Wochen:

"Plaque-Psoriasis bei Erwachsenen
Die empfohlene Dosis beträgt 300 mg Secukinumab als subkutane Injektion mit Startdosen in den Wochen 0, 1, 2, 3 und 4, gefolgt von monatlichen Erhaltungsdosen. Basierend auf dem klinischen Ansprechen kann eine Erhaltungsdosis von 300 mg alle 2 Wochen einen zusätzlichen Nutzen für Patienten mit einem Körpergewicht von 90 kg oder mehr bieten."
Quelle: Cosentyx® 150 mg / - 300 mg Injektionslösung in einer Fertigspritze Cosentyx® 150 mg / - 300 mg Injektionslösung in einem Fertigpen

Create an account or sign in to comment

You need to be a member in order to leave a comment

Create an account

Sign up for a new account in our community. It's easy!

Register a new account

Sign in

Already have an account? Sign in here.

Sign In Now

  • Schön, dass du da bist!

    Herzlich Willkommen im Psoriasis-Netz. Du bist hier in der größten unabhängigen Gemeinschaft für Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis im deutschsprachigen Raum.

    Du besuchst unser Angebot gerade als Gast und kannst manch nützliche Funktion nicht nutzen – zum Beispiel, um Antworten zu geben, selbst zu fragen oder mehr Bilder zu sehen. Aber es gibt Abhilfe 🙂

     

  • Blog Statistics

    • Total Blogs
      418
    • Total Entries
      2,513
  • Blogs

  • Blog Comments

    • Mitglied
      Klasse Bilder 
    • Mitglied
      Mein Radiosender lautfmreini 
    • Burg
      Erwärmung - Überwärmung - Fieber  Nur wenn sich früher das Fieber der 40°C-Marke näherte oder darüber war, wurde es uns (Kindern) zuviel und wir streckten zum Kühlen die Füße aus der Decke und/oder drehten die Decke mehrfach um. Ich hatte/habe nie fiebersenkende Mittel genommen. Bei meinen Kindern hatte ich mich bei zu hohem Fieber an ihr Bettchen gesetzt, kühle Wickel angelegt und alle 5-10 Minuten einen halben Kaffeelöffel mit Tee gegeben - zumindest ihre Lippen damit benetzt. Nach 2
    • Burg
      Hallo @GrBaer185,  im Gegensatz zu "früher", lassen sich heute einige Hinweise zu niedriger Lymphozytenzahl bei einer (Google)-Suche finden.  - verminderte lymphozyten -  Ob diese Arbeit KI-generiert wurde? Es werden weder Autor noch Quellen genannt, trotzdem ist sie eine schön übersichtliche Zusammenfassung in dem schweizer IHJO Magazin, ohne Erstellungsdatum.  Lymphozyten niedrig » Ab wann ist es gefährlich?  Inhaltsverzeichnis 1. Funktion von Lymphozyten im Immun
    • Burg
      In den letzten Jahre hatte ich das dringende Bedürfnis zum Schlafen eine warme Jacke anzuziehen; beim Einschlafen war das sehr angenehm. Jedoch war ich morgens dann oft mit einer mir unangenehmen leichten Tachykardie (beschleunigter Puls; Herzrasen) aufgewacht. - Seitdem ich die Jacke weg lasse oder sie noch in der Nacht ausziehe, ist morgens wieder alles normal.  Je nachdem wie das eigene Herz auf Wärme reagiert, sollte auch da dann das eigene Verhalten angepasst werden. LG Burg 
  • 7 Tattoo und Schuppenflechte

    1. 1. Hattest du nach dem Tattoostechen Probleme mit der Psoriasis?


      • Ja – ich bekam dort neue Psoriasis-Stellen
      • Ja – aber die Stellen gingen wieder weg.
      • Nein

×
×
  • Create New...

Important Information

We have placed cookies on your device to help make this website better. You can adjust your cookie settings, otherwise we'll assume you're okay to continue.