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"Krank? Selbst schuld!" bei Quarks & Co.

Bei "Quarks & Co." gab es neulich eine Sendung zum Thema Psychosomatik. Der Titel war "Krank? Selbst schuld!"

 

Hat einer das gesehen? Was meint Ihr dazu?

 

Ich hab's noch auf meiner "Hört sich interessant an, muss ich mal gucken"-Liste.

Hervorgehobene Antworten

Hallo Claudia,

 

ich habe mir den Beitrag angesehen, und finde ihn wirklich sehenswert. Also ich würde ihn als "muss man gesehen haben" einstufen.

Da die Überschrift des Beitrags so schön profozierend ist, verrate ich nicht mehr und empfehle nur  sich ihn anzusehen und selber zu urteilen.

 

LG

Mila

Hallo Claudia,

 

danke für den Hinweis, hab ihn mir gestern abend angesehen. Spannendes Thema in der heutigen Zeit.

 

lg Max

  • 1 Monat später...

Vielen dank für den Hinweis. Ich habe es mir eben angeschaut.

 

Es läßt einen leider ratlos zurück.

Zum Einen soll man ja nicht selbst schuld sein, zum Anderen soll man sich auch nicht gehen lassen. Warum? Das macht keinen Sinn, wenn die Lebensführung doch angeblich keinen Einfluß auf Krankheiten hat.

 

Hat sie aber Einfluß, ist man auch selbst verantwortlich, sofern es einen freien Willen überhaupt gibt.

 

Hat einer das gesehen? Was meint Ihr dazu?

 

  • Beliebte Beiträge

Hallo,

 

ich hab's mir auch gerade angesehen. Ich kan uhhu hier nicht zustimmen:

Es läßt einen leider ratlos zurück.

Zum Einen soll man ja nicht selbst schuld sein, zum Anderen soll man sich auch nicht gehen lassen. Warum? Das macht keinen Sinn, wenn die Lebensführung doch angeblich keinen Einfluß auf Krankheiten hat.

 

Hat sie aber Einfluß, ist man auch selbst verantwortlich, sofern es einen freien Willen überhaupt gibt.

Genau diese schwarz-weiß-Interpretation wollte der Beitrag eben relativieren. Ja, man kann seine psychische Verfassung durch den Körper und seine körperliche Verfassung durch die Psyche beeinflussen, und beide Systeme (Körper/Psyche) laufen nicht komplett getrennt von einander ab. Aber es spielen noch viele andere Faktoren eine Rolle, die die Gesundheit beeinflussen, aber nicht von uns selber gesteuert oder kontrolliert werden können, so dass eben die Schuldfrage hier einfach die falsche Frage ist.

Auf unsere Krankheit bezogen heißt das für mich, dass wir erstmal nicht Schuld daran haben bzw. haben können, überhaupt erkrankt zu sein. Das bedeutet, dass ich die Frage, was ich hätte tun können, um es zu verhindern, gar nicht stellen sollte, weil es eben keine Antwort darauf gibt. Niemand ist schuld. Die Verantwortung, die ich habe, ist es, mit der Situation umzugehen. Geht es mir psychisch schlecht (und damit meist auch meiner Haut), kann ein Baustein auf dem Weg der Besserung sein, meinen Körper positiv zu aktivieren - mit Bewegungen oder Aktivitäten, die mit positiven Gefühlen verknüpft sind, wie das Aufrichten, das mit Stolz und Selbstachtung verbunden ist, oder die Anspannung der Muskeln, mit denen man etwas oder jemanden umarmt oder zu sich heranzieht. Das fand ich sehr interessant in dem Beitrag. Gekrümmt auf dem Sofa oder im Sessel zu hängen wirkt eher dagegen. Beides kann ich bestätigen - je mehr ich faul auf dem Sofa liege, desto apathischer und unzufriedener werde ich, die Plaques jucken schlimmer, ich achte in negativem Sinne viel mehr auf meine Haut. Raffe ich mich erstmal auf und werde aktiv, geht es mir sehr schnell viel besser. Und die positivere psychische Verfassung brauche ich, um mich auch um meine Krankheit zu kümmern - zum Arzt zu gehen, meine Therapie durchzuführen, auf Veränderungen zu reagieren, die Schuppenflechte erstmal als neutral eben da zu betrachten, ihr aber nicht ständig so viel Raum zu geben und mit meinem Schicksal zu hadern. Die Schuppenflechte geht nicht plötzlich weg, weil es mir besser geht, sie wird oft auch nur langsam weniger (oder erst später, wenn ich gar nicht mehr damit rechne) - aber ich kann ihr besser die Stirn bieten und meine Optionen zur Behandlung überdenken. Und mein Leben ist schöner.

 

Auch spannend und merkenswert fand ich die Aussage von Samuel Koch, dass er, auch wenn es ihm im Moment schlecht geht, immer an etwas Gutes denkt, was in seiner Zukunft liegt, und wenn es da nichts gibt, er etwas ändern muss. Also hilft es der Psyche, wenn man sich etwas schafft, auf das man sich freuen kann, und zwar immer wieder. Und auch das liegt in meiner Verantwortung. Seit ich ein altes Kindheitshobby wieder angefangen habe und mir auch anderweitig neue Betätigungsfelder in meiner Freizeit gesucht habe, freue ich mich ständig über neue Dinge, die ich lerne oder in denen ich besser werde. Ich bin immernoch launisch und falle immer wieder mal in Depri-Löcher, aber nicht mehr so tief und ich komme schneller wieder heraus. Jedenfalls habe ich das Gefühl, ich habe in den letzten 1 1/2 Jahren stark an Resilienz gewonnen, trotz einiger sehr schwieriger Ereignisse.

 

Ich denke, das ist damit gemeint, sich nicht hängen zu lassen.

 

Mein Fazit ist also, ich bin nicht selber schuld daran, wenn ich krank werde oder einen Schub bekomme, aber ich kann selber mit beeinflussen, wie es mir geht, positiv wie negativ. Und das ist zwar nicht so schön, wie gar nicht erst krank zu sein, aber doch viel schöner, als total machtlos zu sein!

Auf unsere Krankheit bezogen heißt das für mich, dass wir erstmal nicht Schuld daran haben bzw. haben können, überhaupt erkrankt zu sein. Das bedeutet, dass ich die Frage, was ich hätte tun können, um es zu verhindern, gar nicht stellen sollte, weil es eben keine Antwort darauf gibt. Niemand ist schuld.

 

... Besser kann man das nicht schreiben, es trifft den Nagel auf den Kopf   :daumenhoch:  :daumenhoch:  :daumenhoch:

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