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Hallo,
ich möchte hier mal den Versuch wagen mich zu öffnen.
Seit einiger Zeit geht es mir immer schlechter... ich leide seit ca. 10 Jahren an Psoriasis und schon zu Beginn tat mir das rechte Handgelenk weh. Meine Gelenksschmerzen wurden nie richtig diagnostiziert und auch nicht in Verbindung mit der Psoriasis gebracht. Heute bin ich nach einem Ausflug über alle möglichen Medikamente (Standardkram, Neotigason, Fumaderm, Neoimun) bei Stelara gelandet. Fumaderm hat mir zudem noch eine chronische Nesselsucht beschert. Eigentlich könnte man meinen das ich auf Grund meines aktuellen Hautbildes zufrieden sein müsste. Nur leider ist dem nicht so...
Meine Gelenksschmerzen haben sich nun auf den ganzen Körper ausgebreitet (Knie, Hüfte, Schulter, Ellbogen, Handgelenke und tlw. auch die Finger. Dazu kommt ein stechen im Bereich des Herzens das mich des letzteren immer häufiger plagt und ein Tinnitus in beiden Ohren. Die Schmerzen sind nun permanent und selbst das Sitzen auf einem Stuhl und das liegen im Batt schmerzt, was die Arbeit äußerst anstrengend macht. Ich bin extra von der Baustelle ins Büro gewechselt, damit die Schmerzen weniger werden...
Hinzu kommt, dass ich mit meiner Arbeit absolut unglücklich bin. Mein technischer Beruf (Ausbildung als Elektriker) zwingt mich quasi in diesem Umfeld zu bleiben. Da ich zuletzt immer schlechter drauf war, wollte ich wenigstens etwas in meinem Leben ändern und habe meine Partnerin dazu überreden können wieder in unsere alte Heimatregion zu ziehen. Ich habe mir dort eine neue Arbeit gesucht und habe leider eine sehr schlechte Erfahrung gemacht, was mich zur Kündigung bewogen hat. Ich möchte dazu sagen, dass ich bis dahin 13 Jahre quasi bei der gleichen Firma war - Mein Engagement zu wechseln war daher eher gering, obwohl ich die Arbeit nicht gern gemacht habe. Meine immer schlechter werdende Verfassung hat ebenfalls seinen Teil dazu beigetragen, dass ich mir etwas Neues gesucht habe. Bis zum Antritt war ich für 1 Monat zuhause - in dieser Zeit war auch der Umzug und hatte vieeel zu tun, das mich ablenkte und was mir Freude bereitete.
Jetzt bin ich im neuen Job und habe gehofft das alles besser wird. Dem ist leider nicht so und ich war zum ersten Mal soweit mit jemandem über meine Gefühlslage zu sprechen. Das habe ich seit fast einem Jahrzehnt nicht mehr gemacht ... auch in meiner Beziehung konnte ich nicht darüber sprechen. Ich habe im Alter von 19 eine einschneidende Erfahrung gemacht und ab diesem Zeitpunkt mich davor verschlossen um nicht mehr verletzt zu werden. Ich habe mich meiner Hautärztin anvertraut, welche im Anschluss ein Gespräch mit einer Therapeutin vorgeschlagen hat. Dieses war dann aber wenig konstruktiv und ich habe einige Tage vor mich hin gebrütet. Vor 2 Wochen habe ich es allerdings nicht mehr ausgehalten und ich habe sie ein weiteres Mal kontaktiert. Ich war dann kurz darauf wieder bei ihr vor Ort und wir haben uns unterhalten.
An diesem Punkt möchte ich noch anführen, dass meine Partnerin seit 6 Monaten mit dem Studium fertig ist und in der Umgebung unseres neuen Wohnortes keine Arbeit findet. Sie sucht bereits in der Gegend der alten Wohnung, welche in einer Stadt ca. 70 km. von uns war. Des Weiteren ist sie unglücklich in der neuen Wohnung auf Grund der Nachbarn und der schlechteren Karrierechancen. Diese Punkte wirft sie mir immer mal wieder vor, ob bewusst oder unbewusst. Unser Verhältnis ist daher angeschlagen und das obwohl wir vor 2 Monaten geheiratet haben (nach 8 Jahren Beziehung)
Nun wieder zurück zum 2. Gespräch mit der Psychologien... nach meiner Schilderung über meine körperliche Verfassung und meiner psychischen Misere hat sie einen wunden Punkt angesprochen, der etwas in mir ausgelöst hat, das ich so seit meiner Kindheit nicht mehr gefühlt habe. Sie sprach über das Thema Suizid. Das erste mal seit Ewigkeiten schossen mir Tränen in die Augen und ich war fassungslos. Dieser Gedanke quälte mich bereits seit vielen Jahren. Wie, wann und wo - diese Fragen stellte ich mir immer wieder und ich habe nie mit jemandem darüber gesprochen. Aber der Gedanke kam ständig zurück... die Angst vor Schmerzen, andere zu verletzen und es evtl. zu überleben haben mich wohl immer wieder davon abgehalten.
Am Ende der Sitzung habe ich die Therapeutin gebeten meiner Frau zu berichten wie es mir geht, da ich dazu nicht in der Lage bin / war. Sie erwähnte zwar nicht die Suizidgedanken, für meine Frau war es dennoch ein Schock. Denn sie ging bis dato davon aus, dass alles in Ordnung ist. (Ich habe mich bis dahin auch gut verstellen können.) Am selben Tag hatten wir zuhause noch ein längeres Gespräch und es war genau wie ich dachte... sie macht sich nun ständig sorgen um mich ... hat Angst das ich in eine Depression falle (falls ich das noch nicht bin) und Fernsehen sei dank, hat sie nun auch Angst das ich mir etwas antue. Ich kann damit aber nicht umgehen und ich mag nicht wenn sie traurig ist. Für mich ist es nun schlimmer als zuvor, denn bis dahin war sie zumindest ansatzweise glücklich. (Abgesehen von der Job- und Wohnungsangelegenheit)
Ich könnte und müsste hier noch viel mehr schreiben, aber im Grunde ist das ein grober Umriss meiner Situation. Diese zu bewältigen wird eine schwere Herausforderung und ich weiß nicht, ob ich dazu noch die Kraft habe. Doch darüber kann ich leider mit niemandem sprechen, denn die Gesellschaft verurteilt nur all zu gerne...
LG
Wurmi
Bearbeitet ( von Wurmi)