👋 Herzlich Willkommen im Psoriasis-Netz. Du bist hier in der größten unabhängigen Gemeinschaft für Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis im deutschsprachigen Raum.
Du besuchst unser Angebot gerade als Gast und kannst manch nützliche Funktion nicht nutzen – zum Beispiel, um zu antworten, selbst zu fragen oder mehr Bilder zu sehen. Aber es gibt Abhilfe 🙂
Hallo zusammen!
Ich fang mal gleich an, ich (M28j.) hab am 10.11.20 Klimmzüge gemacht. Bin dabei ziemlich blöd wieder auf dem Boden gelandet und hab mir dabei meinen Rücken verletzt.
Einen Tag danach ist mein rechtes Handgelenk massiv angeschwollen und begann irrsinnig zu schmerzen. Eigentlich wollte ich ein paar Tage warten mit einem Arztbesuch, aber die Schmerzen in meiner Hand waren so unerträglich über Nacht, sodass ich in die Notaufnahme gefahren bin.
Da wurde sich nur auf meinen Rücken konzentriert, hab auch direkt eine MRT Überweisung bekommen für meinen Rücken. Meine Hand wurde nicht ernst genommen, hab einen Verband mit Voltaren bekommen und eine Schiene. Ich solle meine Hand schonen- ok.
Daraufhin hatte ich wenige Tage später meinen ersten Orthopäden Termin, der hat auf dem MRT Befund gelesen, dass ich im Rücken eine ISG Reizung (rechts) habe. Meine Hand wurde mal wieder runtergespielt und ich sollte Ibu 600 und Methocarbamol nehmen für meinen Rücken und Handschmerz. Achja KG wurde mir auch verschrieben für den Rücken (Gott sei dank).
Ich hab nach 2 weiteren Wochen meinen Arzt angefleht mir bitte eine Überweisung zu geben für einen MRT meiner Hand, hab ich dann bekommen und auf dem Befund stand Verdacht auf eine Rheumatische Erkrankung. Also bin ich direkt zu meinem Hausarzt gegangen und hab eine Blutuntersuchung angefordert die er natürlich sofort gemacht hat. Die Werte (CRPQ01 58.00 und Leuk leicht erhöht) waren nach 2 Tagen da und laut ihm findet er die eher unauffällig aber ich soll mal nochmal zum Orthopäden gehen.
Der Orthopäde hat sich nur gewundert wieso ich wieder zu ihm komme und hat mich direkt zum Rheumatologen überwiesen. Mit der Anmerkung Termine können da ewig dauern, Ich hatte Glück und hab direkt 3 Stunden später einen bekommen in einer Praxis in der der Arzt eben erst eingezogen ist.
So, hab mich vorgestellt, er war begeistert das ich alles dabei habe was ich benötigt habe (MRT, Blutbild und Röntgenbilder). Er hat sich danach mein Handgelenk mit dem Ultraschall angeschaut, Überraschung - ist total entzündet. Daraufhin hat er mich gefragt ob ich Schuppenflechte habe, worauf ich mit Nein antwortete. Er zeigte auf meine Augenbrauen und meinen Bart die unauffällige Schuppen haben (jucken nicht, keine Rötung). Hab ich immer im Herbst/Winter, wirklich nix besonderes.
Sein Befund kam dann wie aus der Pistole "Lieber Herr, Sie haben blöd eingekauft, das ist eine Schuppenflechte Arthritis". Dann hat er Blut abgenommen und seit dem 11.12 nehme ich jetzt MTX 15mg als Pen und 20mg Prednisolon (wurde erhöht auf 30mg). Angedacht als 6 Wochen Prednisolon bis das MTX wirkt. Das wird dann reduziert von 20-30-25-20-10-10.
Jetzt war ich vorgestern nochmal bei meinem Rheumatologen weil ich mich über die Schmerzen vorallem Nachts beklagte und hab ihn gefragt ob er vielleicht nachschauen möchte, ob die Entzündung zumindest zurückgegangen ist, was er ablehnte. Seine Antwort war nur, dass das Kortison zu wenig ist und ich solle jetzt 30mg am Tag nehmen.
Und jetzt sind wir in der Gegenwart.
Meine Physiotherapeuten sind alle total schockiert über die Diagnose und wollen das nicht wirklich glauben, dass ich wirklich eine Arthritis habe, einschließlich mir. Es ist nur mein Handgelenk betroffen, nicht meine Finger (klar sind die nicht gut bewegbar, mein Handgelenk ist seit mittlerweile fast 5 Wochen dauerentzündet, sie schmerzen aber nicht).
Seit heute mache ich auch Übungen um mein mittlerweile komplett steifes Handgelenk wieder in Bewegung zu bringen was mir mein Rheumatologe strikt verboten hat, aber meine Physiotherapeuten sind sich einig, dass ich auf eine Katastrophe zurenne, wenn ich das jetzt so liegen lasse.
Ich habe wirklich totale Angst und fühle mich von meinem Rheumatologen nicht richtig behandelt, vorallem nach so einem Blitzbefund für eine chronische Arthritis.
Mir geht es psychisch jeden Tag schlechter, den einzigen Beistand den ich habe ist meine Freundin, Familie und Freunde. Ich hab mir jetzt für nächste Woche einen Termin geben lassen bei einer Ortho-Rheuma Klinik und einen Termin im Januar bei einem Rheumatologen in München. Ich möchte mir unbedingt eine Zweit- oder Drittmeinung holen.
Habt ihr schon Erfahrungen gemacht mit Fehldiagnosen, oder bin ich nur ein Spinner, der Angst vor dieser Lebensveränderung hat?
Auf die Frage hin ob ich dann mein Leben lang MTX nehmen muss, kam nur die Antwort das MTX absetzen unvernünftig und unrealistisch sei, stimmt das?
Das einzige was bei mir übereinstimmt mit Arthritis ist eine Morgensteifheit in den Fingern an meinem entzündeten Gelenk. Ich hab jetzt 4 Wochen Ibus genommen und mittlerweile 1 Woche Kortison und meine Entzündung geht nicht zurück. Kann das wirklich sein?
Kann ich Probleme bekommen mit der Krankenkasse wenn ich jetzt mehrere Meinungen einhole? Ist ja "Ärzteshopping".
Danke an jeden der sich die Zeit nimmt diesen Post durchzulesen, aber ich bin total verunsichert.