Die Rheuma-Liga Rheinland-Pfalz lädt zu einer Online-Veranstaltung über "Rheuma bei Kindern" ein. Die Veranstaltungen finden online über Microsoft Teams statt, so dass Betroffene aus ganz Deutschland teilnehmen können.
Referen ist Dr. Boris Hügle, Chefarzt der Kinder- und Jugendrheumatologie im Rheumazentrum Rheinland-Pfalz.
Anmeldungen gehen an: info@rheuma-liga-rlp.de
Die Veranstaltung ist kostenlos.
06.05.2026 14:00
Hallo, liebe Community,
ich lese hier im Forum gerne mit und möchte jetzt auch einmal Thema eröffnen: Der Lebensstil.
Meiner Erfahrung nach beeinflusst mein Lebensstil maßgeblich meine Psoriasis. Allerdings ist das ein Balanceakt:
Ernährung 1 - Es muss schmecken.
Ich habe für mich nach viel Recherchen und Testen verträgliche Nahrungsmittel identifiziert - und inzwischen auch Rezepte, die mir dann auch noch schmecken. Gut, das hat aber 1,5 Jahre gedauert bei mir. Ich habe mir aufgeschrieben, was ich sehr gerne und oft esse und auch warum. Dann habe ich bewusst versucht Rezepte zu finden, die denselben Effekt erzielen, aber verträglich für mich sind. Mit der Zeit hat sich mein Geschmacksempfinden zum Glück zudem angepasst.
Ernährung 2 - Es muss verfügbar sein.
Der Ernährungsstil ist für mich nur einzuhalten, wenn ich regelmäßig von Zuhause aus koche. Im Urlaub oder unterwegs? Viel schwieriger! Meiner Erfahrung nach hilft es, sich auch für das Unterwegssein Routinen und Gewohnheiten zu stricken. Denn wenn ich nicht immer genau weiß, was ich in einer bestimmten Situation tun will, dann geht es schief. Beispiel: Ich habe Hunger und es gibt nur eine Bäckerei in der Nähe. In Bäckereien gibt es leider keine Produkte für mich, die gut sind. Was also tun? Für solche Standardsituationen habe ich inzwischen Regeln für mich definiert :-).
Ernährung 3 - Alternativen dürfen nicht verfügbar sein.
Mein Partner kocht verdammt lecker . nur leider lauter Dinge, die ich nicht vertrage. Darauf zu verzichten fällt mir verdammt schwer, denn es duftet immer so gut! Wir haben inzwischen unterschiedliche Fächer im Kühlschrank (so blende ich seine Nahrungsmittel aus, z.B. Erdbeeren) und er bietet mir nichts mehr an (was ihm sehr schwer fällt). Doch wir kochen abends noch gemeinsam, aber jeder sein eigenes Essen. Oder wir haben Varianten der Gerichte gefunden, die für mich verträglich sind. Dann bereiten wir das Essen bis zu einem gewissen Grade gemeinsam zu, danach gibt es zwei Pfannen und jeder kocht für sich weiter. Mir hilft das sehr.
Bewegung 1 - Stress darf nicht alles bestimmen.
Ich mache gerne Sport, wo ich mich richtig auspowern kann. Das ist für den Körper Stress und verbraucht viele Nährstoffe. Außerdem schwitzt man viel. Für die Psoriasis ist das bekanntlich nicht so toll. Dafür komme ich an die frische Luft und die Sonne, das verbessert die Bilanz etwas. Hier musste ich mich entscheiden: Verzichte ich oder nehme ich das in Kauf? Ich habe mich für in Kauf nehmen entschieden und versuche die Effekte mit Maßnahmen abzumildern, z.B. durch die Einnahme von Nahrungsergänzung.
Bewegung 2 - Entstressen.
Meditation und Yoga - fast schon überstrapaziert als Buzzwords heutzutage - aber hilft mir. Sehr. Punkt.
Genußmittel - Sich belohnen.
Schokolade, Weingummi, Kekse, Eis. Netflix. - Wein, Bier, Gin Tonic. Mit Freunden treffen. Nun denn, das Bedürfnis danach ist unterschiedlich ausgeprägt, aber viele werden es in irgendeiner Form kennen. Es ist seelisch wichtig und hat für mich etwas mit Belohnung, Entspannung und Loslassen zu tun. Dann findet es häufig am Abend statt, wo der Entscheidungsmuskel eh schon überstrapaziert ist. Mir hilft hier: Nicht auf jedes Genußmittel verzichten, aber auswählen und reduzieren (z.B. den eigenen, histaminarmen Wein mitbringen und nur ein Glas trinken, Weingummi essen statt Schokolade, Sorbet statt Milchspeiseeis usw.)
MEINE FRAGE NUN AN EUCH
Wenn Ihr Euren Lebensstil angepasst habt, welche Dinge haben Euch geholfen, die Umstellung auch längerfristig durchzuhalten? Worauf musstet Ihr besonders achten? Dabei interessiert mich besonders der „psychologische und sozialen Rahmen“ der Ernährungsaufnahme, da diese meiner Erfahrung nach am schwierigsten ist…
Bearbeitet ( von Helena S.)
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