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Dankbarkeit nach einer Reha

Meistens ist man sehr mit Fragen und Aktionen befasst, wenn die Reha(oder auch der Akutaufenthalt) vor einem liegen. Weniger spricht man über das Danach: Wie fühle ich mich in meinem Körper, welche Glücksgefühle kommen auf, wenn ich erscheinungsfrei (oder wenigstens fast!) bin? Und immer die stille Hoffnung, diesmal möge es noch länger anhalten als beim letzten Mal. Oder ganz verschwinden. Man wird ja doch noch träumen dürfen....Auf jeden Fall bin ich immer sehr dankbar nach diesen Aufenthalten. Wie erlebt ihr das?

Hervorgehobene Antworten

Ich kann nur auf 2 REHAs im Abstand von 30J zurückblicken.

  • Mit der ersten war ich eher unzufrieden, da es aus meiner Sicht einige Misstände gab. Zu Beginn der REHA hatte ich einen ganz guten Hautzustand, danach war er durch die unpassende Pflegecreme leicht verschlechtert. Ich war noch Neuling in Bezug auf Pso-Therapien und -Einrichtungen (REHA, Kur, Krankenhaus) und hatte deshalb nicht mit irgendwelchen Misständen gerechnet und war so auch nicht darauf vorbereitet, hatte aber noch das Bestmögliche daraus gemacht. Hinterher wusste ich, wie ich besser darauf hätte reagieren können und hatte dieses neu erworbene Wissen dann in alle anderen Einrichtungen mitgenommen; also war es dann doch ein Gewinn (nur ein anderer, als erwartet - ich musste mich selbst stärker einbringen, wenn ich Erfolg haben wollte):

- die Therapie vorher genau absprechen

(dazu braucht man eigene Erfahrungswerte, für Neulinge: Erst einmal nehmen, wie es kommt)

- die Zeitspanne vereinbaren

- alle Pflegeprodukte von Zuhause mitnehmen oder Vorort erwerben

- evtl. besondere Ernährungsprodukte mitbringen

  • Mit der zweiten REHA war ich sehr zufrieden, die obigen Punkte hatte ich beachtet und auch wenn es nicht der ideale REHA-Ort und -Therapie für Pso war, so gab es dort keinerlei Misstände und der Erfolg zeigte sich am Ende deutlich.

Und jetzt zur Dankbarkeit:

Nach etwa 5 Krankenhausaufenthalten mit guten und sehr guten Erfolgen oder der REHA-Erfolg stimmten mich freudig und ich konnte danach mal wieder eine lange Zeit alleine mit meiner Pso zurecht kommen.

Das überschäumende Glücksgefühl (ich durfte leben!) und größte Dankbarkeit hatte ich nach dem Krankenhausaufenthalt, bei dem dort meine fast die gesamte Körperoberfläche einnehmende GPP nach dem damals neusten Stand der Medizin (PUVA) gekonnt behandelt wurde. Es war, wie noch einmal neu geboren zu werden. Danach begrüßte ich die im Frühjahr aufblühende Natur, erfreute mich am Blau des Himmels und am Gesang der Vögel... und ich durfte das alles erleben!

Beim selbst herbeigeführten Verlassen der Klinik war mein Hautzustand noch so wie wenn ich in späteren Jahren eine Klinik aufsuchte... aber ich war glücklich und so dankbar... konnte die ganze Welt umarmen!

Es war meine Erwartungshaltung, die mich so glücklich und dankbar werden ließ.

Ich hatte nicht erwartet, dass mir noch ein Leben außerhalb einer Klinik möglich sein würde.

Meine Sichtweise auf meine Pso hatte sich während dieser Zeit deutlich gewandelt:

- ich schaute nicht mehr gebannt auf die roten, schuppenden Stellen

- ich freute mich über all´ die helle Haut drum herum

- nicht die Pso war mir mehr wichtig, sondern die neue helle Haut, die es ja auch die meiste Zeit überreichlich gab - meine Ärzte sagten, dort wo die Haut bei Pso hell bleibt, schafft der Körper die "Reparatur" aus eigener Kraft

- so versuchte ich meine Lebensumstände so anzupassen, dass mein Körper so gut wie möglich selbst "reparieren" konnte

- einige bekannte und noch unbekannte Allergene/Unverträglichkeiten oder krasse Wetterwechsel verursachten trotzdem immer mal wieder einen großen Pso-Schub, der mit geeigneter Therapie bald beendet werden konnte

- etwa ein halbes Jahr nach meiner Wiederherstellung hatte ich ein Erlebnis: Mein Blick fiel auf ein Verkehrsschild, aber ich sah dort nicht das aufgemalte Zeichen, sondern stattdessen eine Frau, die sich schützend über ihr Kind beugte... Was sollte das bedeuten? Darüber hatte ich lange nachgedacht. - Ich schaute auf die Natur, hatte selbst darin eine Funktion - eine mal wichtige, mal unwichtige Funktion. Um wieviel größer und wichtiger waren da die Kräfte der Natur? - Das ließ mich demütig werden und dankbar für die Erleichterungen, die mir eine Pso-Therapie brachte. Diese Demut und Dankbarkeit ließ mich von da an mein Leben gefasst und auch stolz tragen.

In der Selbsthilfe hörte ich manchmal: "Ich habe eine Therapie gemacht und sie hat mir gar nichts gebracht!" Wenn ich mich nach dem Zustand vor der Therapie und nach der Therapie erkundigte, stellte sich meistens heraus, dass der Patient die Maßnahme in einem besseren Zustand verlassen hatte. Aber wahrgenommen hatte er, dass die Erwartung einer "Heilung" ausgeblieben war. Hier konnte kein Glücks- und Dankbarkeitsgefühl entstehen.

Bearbeitet ( von Burg)

  • Ersteller

@Burg Das ist ein schöner und ehrlicher Bericht und freut mich sehr und hat genau den Punkt herausgearbeitet. Danke!

7 Stunden her, kralle123 schrieb:

welche Glücksgefühle kommen auf, wenn ich erscheinungsfrei (oder wenigstens fast!) bin? Und immer die stille Hoffnung, diesmal möge es noch länger anhalten als beim letzten Mal. Oder ganz verschwinden. Man wird ja doch noch träumen dürfen....Auf jeden Fall bin ich immer sehr dankbar nach diesen Aufenthalten.

Mir hatte es nicht gereicht, dass nur ich mich über das "Abheilen" der Pso freute. Ich wollte, dass auch die Ärzte und Pflegenden Grund zur Mitfreude haben sollten; sie waren ja wichtige Mitakteure. So teilte ich bei jeder Visite meine Begeisterung über meine langsam heller werdende Haut mit ihnen und schon beim Eintritt ins Krankenzimmer strahlten meine Helfer, da sie da ihr dickes Lob von mir erwartete. Es wurde zur Grundlage für eine wundervolle Zusammenarbeit. - Schon nach 2-3 Tagen konnte ich den ersten Therapieerfolg sehen und nach 3 Wochen war ich fast erscheinungsfrei.

Das heißt nicht, dass es keine Probleme gab, aber sie ließen sich in der heiteren Stimmung leichter lösen.

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