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  • Claudia Liebram
    Claudia Liebram

    Chronischer Schmerz spricht Gehirn anders an als kurzer

    Mit Schmerzen schützt sich der Körper. Für Wissenschaftler sind sie ein schwieriges Phänomen – auch, weil der Schmerz von vielen Dingen beeinflusst wird. Bleiben Schmerzen lange, wird das ein chronischer Schmerz – und eine eigene Krankheit, die oft schwer zu behandeln ist. Forscher haben jetzt Menschen ins Gehirn geguckt, während die Schmerzen hatten.

    Die Mediziner wollten wissen: Was passiert im Gehirn, wenn Schmerzen unterschiedlich lange dauern? Wie wirken Placebo-Medikamente auf das Gehirn?

    Also bekamen 41 Probanden eine Art Badekappe mit 64 Elektroden aufgesetzt. Mit einem Elektroenzephalogramm (kurz: EEG) wurde während des gesamten  Versuchs die Aktivität der Nervenzellen gemessen. 10 Minuten lang schickten die Forscher den Studienteilnehmern schmerzhafte Hitze auf die Hand – immer unterschiedlich stark. Mit der anderen Hand bedienten die Probanden einen Schieberegler, der den Forschern zeigte, wie stark der Schmerz gerade auf einer Skala von 1 bis 100 empfunden wurde.

    Schmerz in anderen Bereichen des Gehirns

    „Schon über wenige Minuten veränderte sich die subjektive Schmerzwahrnehmung der Teilnehmer", berichtet Professor Markus Ploner von der TU München. Die Tester meldeten unterschiedlich starke Schmerzen, obwohl die Forscher gerade gar nichts an der Hitze verändert hatten.

    Der Blick ins Gehirn zeigte den Wissenschaftlern: „Dauert ein Schmerz länger an, wandelt er sich offensichtlich von einem reinen Wahrnehmungsprozess zu einem mehr emotionalen Prozess. Diese Erkenntnis ist hochinteressant für die Diagnose und Therapie von chronischen Schmerzen, bei denen der Schmerz über Monate und Jahre andauert“, so Ploner.

    Schon vorher war klar: Kurze Schmerzen sind eher die Sache von sensorischen Hirnbereichen. Die neuen Experimente zeigten: Lang anhaltende Schmerzen fordern auch emotionale Hirnbereiche heraus.

    Placebo ändert Wahrnehmung der Schmerzen

    Ein zweites Experiment der Münchner Schmerzforscher bewies: Allein schon die Erwartung von Schmerzen beeinflusst die Wahrnehmung. 20 Probanden wurden unterschiedlich starke, auf jeden Fall aber schmerzhafte Laser-Pulse auf zwei Areale auf dem Handrücken geschickt. Beim zweiten Mal wurden die Bereiche vorher jedoch eingecremt. Die Forscher erzählten den Testern, dass die Creme die Schmerzen lindern soll. Prompt gaben die Probanden auch an, dass die Creme die Schmerzen gelindert hatte. Nur: Sie enthielt gar keinen Wirkstoff.

    Die Wissenschaftler fanden diesen Placebo-Effekt auch im Gehirn wieder: Obwohl die Probanden die gleichen Laser-Pulse und damit die gleichen Schmerzreize erhielten, feuerten die Nervenzellen beim zweiten Durchlauf ein anderes Muster von Signalen.

    „Unsere Ergebnisse zeigen, wie unterschiedlich unser Gehirn sogar objektiv gleiche Schmerzreize verarbeitet", so Ploner. "Dieses komplexe neurologische Phänomen ‚Schmerz‘ im Gehirn systematisch zu kartieren und besser zu verstehen, ist eine große Herausforderung – für eine bessere Therapie von Schmerzpatienten aber dringend notwendig.“, meint Ploner.

    Gerade bei Psoriasis arthritis sind Schmerzen oft ein Problem. Wie gehst du damit um? Hast du einen Tipp? Nutze unser Forum..


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    • Redaktion
      By Redaktion
      Larissa kann ohne Medikamente weder Haushalt und Familie versorgen noch zur Arbeit gehen. Von der Krankenkasse fühlt sie sich im Stich gelassen. Der Erfahrungsbericht einer Betroffenen.
      Seit mehr als 20 Jahren leide ich an Gelenkschmerzen, v.a. in der linken Schulter, die regelmäßig auf meine angeblich degenerierte Wirbelsäule und die durch meinen Beruf - ich bin Krankenschwester - entstehenden Belastungen zurückgeführt wurden. 'Therapie' hieß also: "Schlucken Sie mal dieses oder jenes Schmerzmittel", "Gehen sie zur Krankengymnastik", Überlegen Sie sich, ob sie nicht besser den Beruf wechseln".
      Ziemlich unbefriedigend, fand ich. Aber was sollte ich machen?
      Während der ersten Schwangerschaft vor 14 Jahren kamen plötzlich Hauterscheinungen dazu, die als ,hormonbedingt' eingestuft wurden: meine Fußsohlen wurden trocken und dort bildeten sich schmerzhafte, tiefe, oft blutende Risse.
      Bis 1992 änderte sich an diesem Bild trotz ständiger Salbentherapie nichts, dann erschienen als Folge einer Antibiotika-Therapie plötzlich kleine Bläschen in meinen Handinnenflächen und unter den Fußsohlen.
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      Noch 4 Wochen nach der Heimreise war meine Haut praktisch symptomfrei, obwohl ich ganz bewusst seit Beginn dieser Behandlung auf eine reine Fettsalbe umgestiegen war. Danach erschien das Ekzem allerdings langsam wieder.
      Im Mai diesen Jahres erkrankte ich an einem Virusinfekt, in dessen Verlauf plötzlich alle Gelenke rheumatische Veränderungen aufwiesen, besonders schlimm waren die Knie- und Fingergelenke sowie (mal wieder) meine linke Schulter betroffen. Zudem breitete sich das Ekzem schlagartig über den gesamten Körper aus, einzige Ausnahme Oberarme und Gesicht. Der Verdacht auf Lupus erythematodes stand im Raum, hat sich aber zum Glück nicht bestätigt, dafür hieß es dann 'Psoriasis pustulosa plantaris mit Gelenkbeteiligung'.
      Dank Kortison – diesmal nicht nur in der Salbe – sind die Hauterscheinungen zurückgegangen, zur Zeit sind wie immer die Fußsohlen betroffen, dazu gibt es einige Herde an den Unterschenkeln und -armen, in den Handinnenflächen sowie einen am Rücken.
      Schlimm ist nur, dass die Schmerzen in den Gelenken kaum zurückgehen. Ohne Medikamente bin ich nicht in der Lage, meinen 5-Personen-Haushalt zu versorgen, an 'zur Arbeit gehen' ist überhaupt nicht zu denken. Außerdem habe ich durch die Kortisoneinnahme leider ziemlich viel an Gewicht zugelegt, das ich gern wieder loswürde, schaffe es aber allein nicht.
      Aus diesen Gründen rät mir mein Hausarzt zu einer erneuten Kur, diesmal stationär, und wenn möglich wieder in Horumersiel (oder einem anderen Ort, an dem es diese Schlickpackungen gibt).
      Leider spielt meine Krankenkasse da überhaupt nicht mit. Alle haben zwar Verständnis für meine Situation, aber eine Kur wird bisher nicht genehmigt. Eher würde man mir auf unbestimmte Zeit eine Haushaltshilfe genehmigen, ich könne ja auch einen vorläufigen Rentenantrag stellen – und den Entzug, wenn ich irgendwann dann doch mal medikamentenabhängig geworden bin, zahlt man sicher auch... Ich bin sauer!
      Heute morgen hat man mir – nach langen Kampf – zumindest einen Kurantrag für die BfA mitgegeben. Ich habe ihn auch ausgefüllt und werde ihn abschicken, obwohl ich genau weiß, daß der Rentenversicherungsträger bei Psoriasis nicht zuständig ist (wovon meine Krankenkasse angeblich ebensowenig weiß wie von der Möglichkeit, bei dieser Erkrankung auf die 4-jährige Sperrfrist zu verzichten!)
      Ich bin mal gespannt, wie das weitergeht. Zermürben lasse ich mich durch diese Hinhalte-Taktik nicht so schnell.
      Mit freundlichen Grüßen
      Larissa (39)
    • sonni180
      By sonni180
      Hallo ihr Lieben!
      Weiß nicht mehr weiter, heute ist so ein Tag an dem ich am liebsten verkriechen würde!!!Habe eine PSOArthritis und war im April im Krankenhaus(Dermatologie) weil meine Haut ziemlich verrückt spielte.Dort bekam ich Fumaderm+Mtx+400mg Celebrex und einen ambulanten Termin in einer Rheumaklinik. Der Rheumatologe sagte man mir, das ich in 6Wochen auf Tnf-alpha Blocker umgestellt werden sollte und dies stationär gemacht werde müßte.Doch das Fumaderm wirkte sich sehr gut auf die Haut aus und ich war sehr schnell fast erscheinungsfrei.Also wurde der Termin in der Rheumaklinik abgesagt.Nur die Gelenke machten sich nach ein paar Wochen mehr als bemerkbar.So das ich nochmal in die Rheumaambulanz sollte. Von Tnf alpha Blockern war wieder die Rede, nur das die Therapie dort "nur" eingeleitet werden könnte,aber nicht fortgesetzt..Da das den Rahmen Ihres Budgets sprengen würde. Der Arzt sagte,andere die wesentlich weniger hätten würden die Tnf alpha Blocker bekommen. (Denke das liegt immer im Auge des Betrachters,auch sie werden es nötig haben)Also wieder einen Termin in der Hautambulanz in der Hoffnung dort Hilfe zu bekommen, aber dort wurde ich dann auf 150mg Ciglosporin+400g Celebrex und 15mg Mtx eingestellt.
      War heute in einer Hautambulanz und hatte einen Notfall Termin beim Oberarzt, in der Hoffnung das es mir verschrieben wird, doch leider mit dem Ergebnis, daß sich nichts verändert hat und ich heute wieder mit Schmerzen ins Bett gehe.Außer das ich auch dort zu hören bekam, das es das Budget sprengen würde und er es dann aus eigener Tasche zahlen müßte, kam nichts dabei raus.
      Denken die eigentlich, das man scharf darauf ist irgendwelche Medikamente mit unabsehbaren Nebenwirkungen einfach in sich einwerfen zu wollen?
      Aber ich kann nicht mehr, wie weit soll meine Gelenkzerstörung noch fortschreiten?
      Was mache ich dann im Alter?Rollstuhl?
      Habe mir das lange überlegt, doch Risiken habe ich durch die Medis die ich jetzt bekomme, ja auch schon mehr als genug.Kann mir irgend jemand helfen?
      Weiß jemand ob in der Klinik in Essen Werden, Tnf alpha Blocker verschrieben werden, oder irgendeinen niedergelassenen Rheumatologen im Raum Bochum, Herne,Hattingen, Essen+30km Umkreis?
      Über jede Hilfe wäre ich dankbar! Oder Eure eigenen Erfahrungen, was Ihr erlebt habt!
      Liebe Grüße
      sonni180
    • tascha2801
      By tascha2801
      Hallo zusammen, ich bin 31 Jahre jung und habe Pso Arthritis, sehr ausgeprägt, war bis vor 2 Wochen im Klinikum Schwedt - dort bekam ich endlich,nach über einem Jahr Pso eine entsprechende Diagnose.
      Dort habe ich anfangs versucht ein wenig "runter zu kommen" - habe ziemlich lange Schmerzmittel in hoher Dosis ( Tramal 300mg + Declo 200mg täglich) genommen, um meinen Alltag noch irgendwie auf die Reihe zu bekommen.
       
      Seit 3 Wochen bin ich nun auch im MTX Programm - spritze mir wöchentlich 15mg MTX +nehme 5mg Folsäure - dazu täglich 2x Citirizin 20mg gegen diesen nicht enden wollenden Juckreiz
       
      Im Krankenhaus bekam ich zur Schmerzlinderung 3x täglich Novamin Tropfen - habe aber jetzt in der Packungsbeilage gelesen, dass man eine gleichzeitige Einnahme vermeiden soll???
       
      Ohne Schmerzmedikament bin ich kaum in der Lage auch nur aus dem Bett zu kommen, nachts kann ich nicht schlafen... was würdet ihr mit empfehlen??? Ich möchte gerne wieder etwas mehr am Leben "teilnehmen"!
       
      Lieben Gruß aus Prenzlau
      Tascha
       
       
    • Isa61
      By Isa61
      Ich bin Verkäuferin bei EDEKA und bin wirklich 8 Stunden auf den Beinen, nicht an der Kasse.Solange ich abgelenkt bin, also arbeite realisiere ich die Schmerzen in meinen Beinen und der Hüfte nicht so. Wenn ich dann nach Hause gehe und mich hin setze, eine Weile nur so da gesessen habe dann ist es als ob mein Kopf meine Beine einfach abschaltet, als wären sie gar nicht da. Ich weiß nicht, wie ich das beschreiben soll. Ich bin dann auch so kaputt, dass ich nichts mehr auf die Reihe bekomme. Irgendwann lege ich mich dann hin und schlafe. Das hat doch nichts mehr mit Leben zu tun, wenn man nur noch auf Arbeit geht und dann schläft. Habt Ihr ähnliche Erfahrungen gemacht ?
      Über ein paar Antworten würde ich mich freuen.
      Isa
    • Beere
      By Beere
      Hallo, ich hab ein paar Fragen, und hoffe vielleicht auch, auf Informationen, wie ihr damit umgeht.
      Seit ca. zwei Jahren habe ich die Diagnose PSA. Pustulosa und Vulgaris.. Die Arthritis sitzt auf er Lendenwirbelsäule, der Brustwirbelsäule, dem linken Knie.
      Derzeit werde ich auf ein neues Medikament eingestellt.
      Wie schafft ihr eure Tage? Ich bin immer so müde. Habt ihr bei der Ernährung was umgestellt? Arbeitet ihr Vollzeit? 
      Wie geht ihr mit Schmerzschüben um? 
      LG und vielen Dank im Voraus!

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