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  • Claudia Liebram
    Claudia Liebram

    Für viele Ärzte sind informierte Patienten ein Problem

    Der informierte Patient ist für jeden zweiten niedergelassenen Arzt mindestens "problematisch". Fast die Hälfte der Ärzte meint außerdem, dass Patienten durch die Selbstinformation oft zu hohe Erwartungen und Ansprüche haben. So deutlich gesagt haben die Ärzte dies bei einer Online-Umfrage der Bertelsmann Stiftung und der Krankenkasse Barmer GEK.

    Fast ein Drittel der Ärzte meint, dass Selbstinformation die meisten Patienten verwirre. Damit würde das Vertrauen zum Arzt beeinträchtigt. Jeder vierte Arzt rät Patienten sogar deutlich davon ab, selbst nach Informationen zu suchen.

    Grundsätzlich haben zumindest einige Ärzte der Umfrage nach eigentlich gar nicht so viel dagegen, dass Patienten sich selbst in den Dschungel der Gesundheitsinformationen stürzen: 40 Prozent der Mediziner freut sich über das gewachsene Interesse. Jeder zehnte allerdings ärgert sich, dass der Patient mit seinen Fragen nicht zuerst zu ihm gekommen ist.

    Das Interesse an Gesundheitsinformationen bedienen 56 Prozent der antwortenden Ärzte dann doch lieber selbst: Sie legen nach eigenen Angaben vertrauenswürdige Informationsmaterialien in ihrer Praxis aus. Die Hälfte weist Patienten auf gute Informationsquellen hin. Aber: 15 Prozent der Ärzte kennen sich nach eigenen Angaben eher nicht so gut oder überhaupt nicht gut mit Informationsangeboten für Patienten aus. Nur jeder fünfte Arzt kennt die Internetseite patienten-information.de des Ärztlichen Zentrums für Qualität in der Medizin (ÄZQ) – dabei ist dies das gemeinsame Kompetenzzentrum von Bundesärztekammer und Kassenärztlicher Bundesvereinigung. (Dort gibt es auch eine Kurzinformation über Schuppenflechte.) Noch schlimmer: Nur ein Drittel dieser Ärzte findet die Patienteninformationen dort für vertrauenswürdig. Das Vertrauen in Wikipedia dagegen ist mehr als doppelt so groß.

    An der Umfrage im November und Dezember 2015 beteiligten sich 804 Ärzte (und vermutlich eher jene, die ohnehin schon einen Hang zur Beschäftigung mit "dem Internet" haben, wenn es eine Online-Umfrage war.) Befragt worden waren niedergelassene Ärzte aus vielen Fachbereichen – auch Dermatologen und Fachärzte für Innere Medizin.

    Dass der informierte Patient "nicht mehr weggeht", ist den Auftraggebern der Studie dagegen klar: "Ärzte sollten die Selbstinformation ihrer Patienten als Chance betrachten und fördern", sagt Dr. Brigitte Mohn von der Bertelsmann Stiftung. "Ein gut informierter Patient, der auf Augenhöhe mit dem Arzt über Krankheit und Behandlungsoptionen diskutiert, sollte das Ziel aller an der Versorgung Beteiligten sein", so Dr. Christoph Straub von der Barmer GEK.


    Lesen Sie dazu auch unseren Kommentar: "Bitte Ärzte, macht’s doch selbst, macht es besser – aber macht!"


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    • Irrgarten: djama / Fotolia

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