Bis unter die Haut

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Dieser Jugendroman beschreibt die Geschichte der 15-jährigen Daniele, die an Schuppenflechte erkrankt ist. Sie ist völlig verzweifelt und will „diesen Dreck“ unbedingt wieder los werden.

An ihrer bisherigen Schule hat sie die Hänseleien nicht mehr ausgehalten. Deshalb zieht sie weit weg zu ihren Großeltern und wechselt vom Gymnasium auf die Hauptschule. Immer wieder denkt sie sich neue Tricks aus, um ihre Hautkrankheiten vor ihren Mitschülern und den Lehrern zu verbergen. Sie kleidet sich raffiniert, um die Stellen zu verdecken. Das aber reizt die Jungen, denen sie geheimnisvoll erscheint. Weil sie viel Zeit aufwenden muss, um ihre Schuppenflechte zu behandeln, hat sie außerhalb der Schule kaum Kontakte. Sie lässt niemanden nahe an sich heran, aus Angst, man könnte ihre Psoriasis sehen oder fühlen.

Der größte Angeber der Schule, Nick, geht ihr gewaltsam an die Wäsche und entdeckt dadurch ihre entzündeten Hautstellen. Gleich am nächsten Tag beginnt das Mobbing: Die „Leprakranke“ wird von allen gemieden. Von allen? Nein! Da gibt es eine junge Lehrerin, die Daniele sehr einfühlsam hilft. Ihre Sitznachbarin Katrin entpuppt sich als echte Freundin, die sie gegen die anderen verteidigt. Der wichtigste Mensch aber ist Achim. Danieles Oma unternimmt alles, um diesen „Mopedrocker“ von ihrer Enkelin fernzuhalten. Daniele glaubt, dass Achim sich genauso vor ihrer Schuppenflechte ekelt, wie die anderen. Der aber unternimmt alles, um sie wieder zu sehen und findet sie dann schließlich im Krankenhaus.

Bis unter die Haut
Eine ältere Ausgabe des Buchs

Irma Krauß ist es überzeugend gelungen, die Situation eines 15-jährigen Mädchens mit Psoriasis zu beschreiben. Jeder, der diese Krankheit schon in der Pubertät hatte, kennt Danieles Ängste, Unsicherheiten und Depressionen, aber auch ihre Wut gegen die eigene Haut. Wie das Mädchen dann lernt, ganz allmählich zu ihrer Krankheit zu stehen und selbstbewusst damit umzugehen, ist spannend und realistisch beschrieben. Obwohl das Buch für Jugendliche gedacht ist, sollte es eigentlich jeder Psoriatiker einmal in seinem Leben gelesen haben. Es ist vermutlich der beste Roman, den es zum Thema „Schuppenflechte“ gibt. Wer ihn heute liest, merkt, dass die Geschichte schon 1992 veröffentlicht wurde. Daniele lernt noch Schreibmaschine in der Schule. Es ist auch offensichtlich, dass die Handlung in Süddeutschland spielt. Denn nur in katholischen Bundesländern gibt es so etwas wie „Allerheiligen-Ferien“.

Ärgerlich ist, dass es schwer ist, an dieses Buch heranzukommen. Die Autorin führt es in ihrer Internetseite unter „vergriffen“, d.h. der Verlag hat es nicht wieder aufgelegt. Man kann es sich nur noch ausleihen, wenn die örtliche Kinder- und Jugendbücherei es im Angebot hat. Oder man kann versuchen, es gebraucht zu kaufen, z.B. über eBay oder Amazon.

Wir haben noch ein paar gebrauchte Exemplare auf Lager. Schreibt uns eine E-Mail und wir schicken euch gegen eine Spende das Buch zu.

Die Eckdaten

Irma Krauß
Egmont Franz Schneider Verlag 1992,
ISBN 3-505-04780-5
190 Seiten,
ab 13 Jahre

 

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