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Vivi's Blog

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Vivi<3

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Hey Ihr Lieben!

 

Dieser Text geht an alle die sich mit der Krankheit Psoriasis auseinander setzten. Um es mal gleich am Anfang zu sagen, auch ich habe diese Krankheit. Ich schreibe extra nicht leiden, denn davon sollte man, meiner Meinung nach, weg kommen.

 

Zu aller erst, vergisst was Ihr im Internet findet. Hier wird so viel Bullshit geschrieben, von so vielen „Experten“ die überhaupt nicht wissen, was es wirklich bedeutet Psoriasis zu haben. In meinen Augen sind es nur Möchtegerne, die einen „helfen“ wollen. Und das mit Chemie. Aber mal ganz ehrlich, haben Euch die Salben, Therapien etc. jemals geholfen? Mir nicht. Immer nur für eine kurze Zeit und dann wurde es umso schlimmer. Oder die ganzen Ernährungstipps. Ich frage Euch ganz ehrlich. Was soll das? Man macht sich doch nur Stress. Man beschäftigt sich nur noch mit Fragen, wie, was darf ich? Was darf ich nicht? Sollte ich dieses Stück Schokolade essen? Sollte ich Alkohol trinken? Und all solchen nervigen Sachen. Der größte Auslöser bei mir ist Stress und Unwohl sein. Und genau das entsteht, wenn ich mir über die Hautkrankheit und das, was ich beachten sollte, Gedanken mache.

 

Wer keine Lust hat meine Geschichte zu lesen, sollte am besten gleich zum letzten Absatz springen, ich kann das durch aus verstehen ;)

 

Für alle anderen erzähle ich was über mich und meine Erfahrungen.

 

Ich bin mittlerweile 19 Jahre alt und habe Schuppenflechte, solange ich denken kann. Von meinen Eltern habe ich erfahren, dass ich das wahrscheinlich auch schon als Baby hatte, aber man dieses nicht erkannt hat.

 

An diese Zeit kann ich mich natürlich nicht mehr erinnern. Aber was mir vor allem in Erinnerung geblieben ist, sind die ganzen Hautarztbesuche und die Hänseleien. Ich werde das, so gut wie ich mich erinnern kann wiedergeben. Allerdings auch nur die, die mir sehr in Erinnerung geblieben sind. Dazwischen gab es noch weitaus mehr Behandlungen. Schließlich war ich Jahre lang bei diversen „Spezialisten“ in Behandlung.

 

Dann fange ich mal mit einen meiner ersten Ärzte an, nämlich einen privaten Hautarzt. Damals hatte ich die Pso nur am Knie und im Genitalbereich. Meine Eltern haben eine Menge Geld für die Salben ausgegeben, aber diese haben nicht geholfen. Obwohl nicht geholfen ist das falsche Wort. Erst wurde es besser, dann hat die Wirkung der Salben nachgelassen und die Pso wurde schlimmer als zuvor. Daraufhin griff man natürlich auf stärkere Salben zurück und so begann der Teufelskreis. Ich habe immer stärkere Salben bekommen, immer mehr Kortison, jedoch hat es die Pso nicht im Geringsten beeindruckt. Ganz im Gegenteil, sie hat dagegen gekämpft und sich über den ganzen Körper verbreitet.

 

Ich hatte auch zwei verschiedene Therapien in der Charité. An den ersten kann ich mich nicht mehr wirklich erinnern. Den zweiten habe ich noch sehr gut in Erinnerung, denn ich habe fast meine ganze Freizeit dort verbracht. Ich war zu diesem Zeitpunkt noch in der Grundschule. Mein Tag lief wie folgt ab. Gleich morgens musste ich meine Pso eincremen, aber nur die erkrankte Stellen. Natürlich je nach Stelle mit einer anderen Salbe. Ohne Witz, wir hatten zuhause zwei riesen Kisten mit Salben. Die Salben am Morgen bestanden aus einer fürs Gesicht, eine für den Körper und einen für den Genitalbereich. Zu dieser Zeit blieb keine Stelle meines Körpers von der Pso verschonen. Das eincremen hat natürlich eine halbe Ewigkeit gedauert. Danach ging es in die Schule und von dort bin ich dann immer früher abgehauen um in die Charité zufahren. Die Fahrt dahin hat immer ziemlich lange gedauert. Als wir da waren, gab es als erstes für mich ein ziemlich langes Bad. Anschließend musste ich eine Etage höher, zu einer Frau die mich dann überall eingecremt hat. Das tat Sie mit Stäbchen und musste ganz genau aufpassen, dass diese Salbe nur meine erkrankte Haut erreichte. Anschließend wartete ich in einem Zimmer, da die Salben einziehen mussten. Ich durfte auch meine Sachen nicht anziehen, da die Salben stark färbend waren. In dieser Zeit habe ich meistens angefangen, meine Hausaufgaben zu machen. Ich weiß gar nicht mehr ob ich danach duschen musste oder die Cremes komplett eingezogen sind. Aber ich könnte mir eher ersteres vorstellen. Auf jeden Fall ging es danach nach Hause. Viel Zeit blieb dann nicht mehr für was anderes. Schließlich habe ich den halben Tag in der Klinik verbracht. Am Abend ging es dann wieder mit den Salben los. Meine Mama hat mir dabei geholfen. Unser Abendritual sah wie folgt aus. Wir saßen immer abends vorm Fernseher, sie auf der Couch und ich davor auf dem Boden. Dann ging es Strähne für Strähne durch. Jede Stelle musste mir der Salbe bzw. dem Schaum behandelt werden und diese hat mega gebrannt und war so unangenehm, vor allem auf den aufgekratzten Stellen. Als wir nach ca. einer halben Std mit dem Kopf fertig waren, ging es weiter mit dem Körper, auch hier hieß es, genauso wie beim Kopf, nur die erkrankte Haut darf eingecremt werden. Natürlich auch alles mit andern Salben, zum Teil auch mit andern, als diesen, die am Morgen verwendet wurden. So wurde nach und nach mein kompletter Körper, von den Füßen bis hin zum Kopf eingecremt. Dann ging es schlafen und am nächsten Tag ging wieder alles von vorne los. Natürlich musste ich mir jeden Tag die Haare waschen und auch mein Bett wurde sehr oft neu bezogen. Es ging für mich jeden Tag in die Charité, außer am Wochenende. Da habe ich wieder eine andere Salbe für zuhause mitbekommen, da ich ja noch nicht genug hatte und mich auch immer schön mittags eincremen konnte. War ja wichtig :P;)

 

Das Ende dieser Geschichte, es hat nur für kurze Zeit geholfen. Da die Behandlung natürlich sehr aggressiv war, konnte man das den Körper eines Kindes nicht lange zumuten. Nach der Absetzung und der Umstellung auf leichtere Salben, wobei das Cremen nicht weniger wurde, hat meine Pso natürlich wieder zurückgeschlagen. Und das, wie nicht anders zu erwarten war, noch schlimmer.

 

Zwischenzeitlich, auf Wunsch meiner Eltern, habe ich auch eine Naturheilerin besucht. Die hat mir unter anderen Nachtkerzenöl, Baldrian und Sole empfohlen. Baldrian sollte ich immer abends zum Schlafen nehmen. Dann hatte ich Tabletten, wo ich aber nicht mehr weiß, wie die hießen, die ich drei Mal am Tag nehmen sollte. Das Nachtkerzenöl sollte ich trinken, und das hat echt widerlich geschmeckt. Irgendwann habe ich das nicht mehr runter bekommen und habe Tabletten bekommen. Dazu musste ich noch meine Nahrung umstellen. Ich durfte nichts Süßes mehr zu mir nehmen, keine Zitrusfrüchte und auch auf viele andere Dinge musste ich verzichten. Zwischendurch habe ich meinen Körper mit Sole eingesprüht.

 

Natürlich hatte auch das nichts gebracht.

 

Ich war in der siebten Klasse, da habe ich an der letzten Therapie teilgenommen und das auch nur für meine Mutter. Ich wollte eigentlich keine Behandlung mehr. Schließlich wurde ich deswegen schon meiner halben Kindheit beraubt und etwas gebracht haben die Behandlungen auch nicht. Jedoch haben meine Mutter und ich einen Deal gemacht. Ich lass mich ein für alle Mal das letzte Mal behandeln und danach lässt sie mich damit in Frieden.

 

Jeden zweiten Tag, sprich Montag, Mittwoch und Freitag ging es für mich zum Hautarzt. Erst gab es ein Salzbad, wodurch meine Haut feuerrot und angegriffen wurde. Die Sole war hoch konzentriert und ich war mit der Sole in Folie eingewickelt. Anschließend wurde ich mit UVB-Strahlen bestrahlt. Die Dosis wurde mir der Zeit immer mehr erhöht.

 

Die Sole hat auf der Haut geprickelt, gebrannt und war sehr unangenehm. Aber auch dieser Therapieversuch hat letztendlich nichts gebracht. In der Zeit, in der ich da war, wurde es besser, aber danach hat die Pso zurückgeschlagen.

 

Und das war es letztendlich mit meinen Arztbesuchen. Seit dem bekommt mich keiner mehr zu einem Arzt. Selbst Ratschläge nehme ich sehr ungerne entgegen. Diese werden meist ignoriert, ganz nach dem Motto hier rein und da raus.

 

Die Arztbesuche waren aber nicht das schlimmste an dieser Zeit. Noch nicht mal die Pso selber. Klar ich kann nicht behaupten, dass mich das jucken nicht gestört hat. Auch nicht, dass ich mich bis zum geht nicht mehr Wund gekratzt habe und dieses zum Teil auch immer noch tue, einfach weil man keine Kontrolle darüber hat.

 

Viel schlimmer waren die anderen Menschen. Ich wurde regelmäßig gehänselt. Ich habe meine sogenannten Freunde verloren, da sich diese vor mir geekelt haben. Ein Satz, der mir heute noch in den Ohren liegt von meiner „besten Freundin“ in der Schule „Ihhh hör auf dich zu kratzen. Das ist voll eklig“. An sich nichts Schlimmes, aber als Kind nimmt man sich das doch sehr zu herzen. In der Schule suchte ich mir neue Freunde, die sogenannten „Außenseiter“, aber diese standen wenigstens zu mir und haben mir mein Leben sehr vereinfacht. Ich weiß nicht, was ich damals ohne sie gemacht hätte. Ich bin ihnen heute noch sehr dankbar, und mir sind solche Menschen weitaus mehr wert, als die Oberflächlichen.

 

Aber noch schlimmer war meine eigene Oma, die zu mir eines Abends meinte, als sie auf mich aufgepasst hat und ich sie gefragt hatte, ob sie mir den Rücken krault: „Sei mir nicht böse, aber ich möchte dich nicht mehr anfassen.“ Diesen Satz werde ich nie vergessen! Den genauen Wortlaut für den nächsten Satz kriege ich nicht mehr zusammen. Aber diese waren ungefähr: „Sieh hier“, zeigte auf ihren Arm, an dem nichts war „Ich habe das Gefühl, dass ich das jetzt auch bekomme“. Was aber totaler Schwachsinn war, denn Schuppenflechte ist nicht ansteckend, ihr „jucken“ war nur in ihrer Psyche. Aber sie sagte es und auch wenn ich weiß, wie dumm das ist, tut es mir doch bis heute noch weh und das konnte ich ihr auch nie verzeihen. Sie hat mich damit so tief verletzt. Meine eigene Oma, die mich ablehnt. Ihr dürft nicht vergessen, ich war noch in der Grundschule.

 

Jedoch war selbst das noch nicht das aller schlimmste. Das schlimmste für mich, was wahrscheinlich viele nicht nachvollziehen können, war es meine eigene Mutter verzweifelt zu sehen. Sie saß abends in unserer Bar im Haus, vorm Laptop. Hat in jeder freien Minute alles zum Thema Pso gegoogelt und sich selber verrückt gemacht. Sie hat jeden Schwachsinn gelesen, den sie finden konnte. Sie war total verzweifelt und hat auch öfters wegen dieser Scheiße geweint. Das tat mir am allermeisten weh! Meine Mutter, die meinetwegen weinte und total fertig war, die mehr unter der ganzen Sache gelitten hat, als ich. Ich hatte mich mit der Situation abgefunden, kannte es ja nicht anders.

 

Ich habe probiert sie zu trösten. Habe ihr immer wieder gesagt, dass es doch nicht so schlimm sei, und dass ich doch so wenigstens wisse, wer meine wahren Freunde sind. Ich sagte das immer wieder um sie zu beruhigen und ihr zu verdeutlichen, dass es für mich nicht so schlimm ist, aber natürlich auch, um mir das selber einzureden.

 

Ich glaube, in Wirklichkeit habe ich in dieser Zeit sehr gelitten. Und diese Zeit hat auch ihre Spuren bei mir hinterlassen. Aber es hat mich auch reifen lassen. Ich lernte mit der Situation umzugehen, mich gegen Personen zu behaupten, auch wenn es die Familie war.

 

Ich habe mir Mauern errichtet um mich zu schützen, aber auch, weil ich nicht wollte, dass irgendjemand mitbekommt, wie es mir wirklich ging. Und auch heute ist das zum Teil noch so.

 

Ich gehe zwar viel offener mit dieser Situation um, aber trotzdem ist es natürlich noch eine Belastung. Mich nervt sie im Sommer, wenn sie durch die Wärme und den Schweiß feuerrot wird. Oder generell das Aussehen, dass ich ständig Schuppen verliere, auch wenn ich nichts mache. Das ist mit natürlich vor allem auf der Arbeit sehr unangenehm. Aber ich habe gelernt damit zu leben.

 

Und ich muss sagen, die beste Entscheidung meines Lebens war es, zu keinem Hautarzt mehr zu gehen und die Pso einfach Pso sein zulassen. So blöd, wie es sich anhört, aber ich habe die Pso ignoriert und sie wurde besser. So gut wie noch nie. Klar sie ist nicht weggegangen, aber ich hatte keine mehr im Gesicht, was natürlich am meisten nervt.

 

Mittlerweile ist das wieder ein bisschen anders. Durch den Stress im dualen Studium, dem Auszug im Alter von gerade mal 18 Jahren in eine weit entfernte Stadt und mit der dadurch entstehenden Umstellung, wurde ein neuer Pso-Schub ausgelöst. In der Prüfungszeit ist es am schlimmsten Seit dem habe ich wieder Pso im Gesicht und auch an den andern Stellen ist es schlimmer. Jedoch lasse ich diese auch heute nicht behandeln, sondern lebe einfach mein Leben. Auch wenn ich mir das Gesicht mit Makeup abdecke, was man eigentlich lieber sein lassen sollte, aber wer möchte schon Flecken im Gesicht haben. Ein bisschen Eitel bin ich ja auch ;)

 

Für diejenigen, die es interessiert ich habe Pso an der Kopfhaut, im Gesicht, an den Augen, an und hinter den Ohren, Hals, Achseln, Brüste, Bauch, Rücken, Arme, Genitalbereich und an den Beine. Im Endeffekt überall. Die einzigen nicht betroffenen Stellen sind die Füße und die Hände.
Natürlich „beeinträchtigt“ mich die Pso auch im alltäglichen Leben, ich habe Angst vor Abneigung und auch vor einer Beziehung, allerdings nicht nur wegen der Pso, aber natürlich spielt diese auch eine Rolle. Schließlich ist diese auch nicht sehr attraktiv. Aber trotzdem gilt für mich immer noch das Motto „Wer mich eklig findet, verdient mich nicht“. Das bezieht sich natürlich nicht nur auf eine Partnerschaft, sondern auch auf Freundschaft und auf Menschen, mit denen ich mich umgebe. Ich bin ein sehr loyaler Mensch, jedoch auch sehr ehrlich. Dieses Satz mag hart sein, jedoch hilft er mir sehr, denn diese Menschen, die über andere, egal warum, her ziehen sind in meinen Augen nur armselig. Sie reden nur über andere um sich selber besser zu fühlen.

 

Diesen Satz rufe ich mir jedes Mal in Erinnerung, wenn ich mich wegen meiner Pso down fühle.

 

Jedoch gab und gibt es auch viele Menschen, die mich so akzeptieren wie ich bin. Die sich nicht vor mir ekeln oder sich merkwürdig mir gegenüber verhalten. Diese Menschen, die zum Glück auch eine deutliche Mehrheit ausmachen, danke ich von ganzem Herzen!

 

Was ich Euch aber eigentlich nur sagen möchte, lasst Euch durch das Internet, Ärzte, anderen Menschen und vor allem Eurer Pso nicht verrückt machen. Ihr wisst selber am besten, was für Euch das richtige ist. Mein Rat an Euch, vergisst Eure Pso, lebt Euer Leben und Ihr werdet sehen, die Pso wird besser. Ich weiß wie schwer das ist, auch ich versage ab und zu daran, vor allem wenn diese mal wieder einen neuen Schub hat, aber da hilft es nur, sich selber in den Arsch zu treten und nicht zu verzweifelt an die Sache heranzugehen ;)

 

Denkt dran. Es ist Dein Leben und nicht das Deiner Pso.

 

Für diejenigen, die die Schuppenflechte noch nicht lange habe, fahrt ans Meer, bleibt da ein bisschen. Geht regelmäßig im Meer baden und wascht das Salz nicht sofort ab. Lasst es einziehen. Und legt Euch in die Sonne. Jedoch müsst Ihr schnell handeln, wenn Ihr es erst einmal länger habt, wird es immer schwerer diese loszuwerden.

 

Wer alles gelesen hat und bis hierhin gekommen ist, da kann ich nur sagen Respekt.

 

Ich hoffe, ich konnte Euch mit meinem Beitrag helfen.

 

Liebe Grüße und lasst Euch nicht unter kriegen! :)

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Ein langer Text, wohl wahr. Aber da werden sich einige wiederfinden. Respekt!

 

Ich bin als Kind auch öfter zum Behandeln / Bestrahlen in die Charité-Hautklinik gefahren. Wie Du – früher von der Schule weg oder in aller Herrgottsfrühe vor der Schule. Das war aber zu "tiefsten DDR-Zeiten".

 

Manchmal war ich auch wochenlang dort auf Station. Am Wochenende durfte ich heim und sonnabends dann auch mal in meine Schulklasse – damals war sonnabends Schule. Und ich hab mich gefreut, endlich meine Freunde und überhaupt meine Klassenkameraden wiederzusehen.

 

In der Nähe der Charité war ein Intershop, und montags, wenn ich wieder zur Klinik gebracht wurde, durfte ich mir manchmal dort ein Überraschungsei kaufen – unsere Familie hatte keine Verwandten etc. im "Westen", da hat Oma dann ein bisschen "Westgeld" gespart, wenn sie mal rüberdurfte. Das Größte in der Richtung war ein Monchichi :) Okay, ich schweife ab.

 

So ganz unkommentiert kann ich Dein Fazit nicht lassen. Es hört sich ja so an, als hättest Du mindestens eine mittelschwere, wenn nicht eine schwere Schuppenflechte. Die würde ich nicht gänzlich unbehandelt lassen. Die Entzündungen kosten den Körper Kraft. Klar, die Behandlung muss in Dein Leben passen und nicht umgekehrt.

 

Aber es ist schon richtig – lass' Dir von keinem Angst machen und sei selbstbewusst. Das ist schon viel wert.

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Ein langer Text, wohl wahr. Aber da werden sich einige wiederfinden. Respekt!

 

Ich bin als Kind auch öfter zum Behandeln / Bestrahlen in die Charité-Hautklinik gefahren. Wie Du – früher von der Schule weg oder in aller Herrgottsfrühe vor der Schule. Das war aber zu "tiefsten DDR-Zeiten".

...

 

Hallo Claudia,

 

erstmal vielen Dank für Ihre Antwort. Das klingt auch bei Ihnen nach einer sehr harten Kindheit. :/

Darf ich Sie fragen, ob bei Ihnen mal eine Behandlung angeschlagen hat? (Das soll jetzt kein Angriff sein, sondern einfach nur reine Neugierde meinerseits) :)

Vielleicht kam das in meinem Text falsch rüber. Also ich gebe zu, dass meine Pso nicht leicht ist, allerdings würde ich sie heute auch nicht mehr als schwer einstufen. Ich habe sie zwar überall, allerdings nicht durchgehend. Bei mir tauchen über den ganzen Körper verteilt eher immer mal wieder kleine Herde auf, wo die größten ungefähr einen Durchmesser von 4-5cm haben.

Früher sah das allerdings anders aus.

 

Ich habe für mich einfach nur festgestellt, dass Ruhe und Entspanntheit das Beste für mich persönlich ist, was ich bis jetzt in keiner Behandlung wiedergefunden habe. Aus diesem Grund und da keine Behandlung bei mir wirklich angeschlagen hat, habe ich mich dazu entschieden, so lange meine Pso nicht wieder so schlimm wird, wie früher, in keine Behandlung mehr zu gehen. Das muss jedoch jeder für sich selber entscheiden.

 

Aber trotzdem vielen Dank für Ihren Rat. Ich kann Ihre Sorge durchaus verstehen :)

Viele Grüße

Vivi

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Liebe Vivi!

Wünsche dir alles gute auf deinen weiteren Lebensweg.

Ich kann nur von mir sagen,wenn ich in Stress bin meine Haut meldet sich.

Alles liebe poldi1 aus Wien

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Hallo Vivi,

 

ich habe auch seit meiner Kindheit Pso und damit schon viel mit gemacht... Anfangs wars nur die Kopfhaut bis sie dann im Alter von 18 einen Übergriff auf den ganzen restlichen Körper gestartet hat. Ich war damals sehr verzweifelt aber ich wollte das einfach nicht akzeptieren. Ich habe es verdient schön zu sein. Und dann wurden folgende Dinge unternommen...

 

1. Mandeln raus! - die Hautärztin hat einen Bluttest veranlasst bei dem heraus kam, dass meine Entzündungswerte erhöht waren und geraten die Mandeln entfernen zu lassen.

...danach wurde es besser, trat aber nach einer Zeit wieder auf - zwar schwächer aber doch.

2. Aufmerksamkeit! Anstatt die Schuppenflechte zu ignorieren oder mit Cortison Salben zu behandeln hab ich mich der "unheilbaren" Krankheit zugewandt und angefangen zu versuchen sie zu verstehen.

ZACK! Wieder eine Besserung.

3. Arbeit von Innen nach Außen.... ich habe angefangen auf meine Verdauung zu achten (jede Hautkrankheit hat ihren Ursprung im Darm - wusste ich vor meiner Recherche auch nicht), also zwar nicht auf alles verzichtet aber versucht ausgeglichener zu essen und Dinge zu mir zu nehmen die gut für die Verdauung sind (zb Naturjoghurt mit Honig). Ich habe mich gezwungen mehr zu trinken (8Mindestens 1,8 l am Tag) indem ich eine Sportflasche gekauft hab, die ich jetzt immer in Griffweite habe.

4. Vitamine... Vitamin B12 und Hylauronsäure für die Haut und Vitamin C für das geschwächte Immunsystem, das auch einen großen Beitrag zu der Pso leistet. (deswegen ist sie zB bei einer Erkältung immer schlimmer)
5. Hakuna Matata! Geführte Meditationen (zb von "Mojo Di" auf Youtube), 1-2 mal in der Woche 10 Minuten Solarium  (Kurzurlaub für die Seele und UV strahlen für die Haut... dazu noch ein schöner leicht gebräunter Teint, was gibts besseres?), Bad mit Basensalz oder totes Meer Salz... schön mit Kerzen und einem guten Buch, ZUMBA tanzen hat bei mir auch für gute Laune gesorgt...

6. Nicht ärgern lassen! Ich hab mir immer wieder klar gemacht wieviel ich mir Wert bin und wie ich von Anderen behandelt werden will und auch danach gehandelt.

7. ACHTUNG BEI GLUTEN! Was viele nicht wissen ist, dass Psoriasis auch von einer Glutenunverträglichkeit verursacht werden kann. Also am besten testen lassen, oder zumindest mal auf Symptome wie Kopfschmerzen, Verdauungsstörungen, starke Müdigkeit nach dem Essen von stark glutenhaltigen Speisen wie zB Pizza usw achten. Ich verzichte jetzt darauf und habe sehr schnell eine Besserung im körperlichen Wohlbefinden bemerkt.

8. Ph HAUTneutrales (nur ph neutral ist nicht das gleiche! es muss ein Wert von 5.5 sein) Duschgel und Shampoo und natürlich immer schön feucht halten. Da habe ich dann Produkte verwendet wie zB das hautneutrale Duschgel von Balea (gibts bei DM) und die Lipid Lotion von Savo Derm.

 

....meine Schuppenflechte ist mittlerweile fast komplett verschwunden! Nur die Kopfhaut schuppt ab und zu noch ein wenig. Dann massiere ich abends Kokosöl in die Kopfhaut, schlafe auf einem Handtuch und wasche mir morgens die Haare. und *schwupps* alles wieder im schönen Bereich.
 

Ich weiss nicht wie ich jetzt auf diesen Beitrag gekommen bin oder warum ich auf einmal das Bedürfnis gehabt habe meine Erfahrungen zu teilen, habe extra einen Account angelegt um dir zu Antworten *lach*... aber vl konnte ich ja ein bisschen damit helfen :)

 

Alles Liebe <3

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    • Redaktion
      By Redaktion
      Schuppen ablösen
      Starke Schuppen müssen abgelöst werden, sonst wirken die Präparate nicht. Sie können sich Salben anfertigen lassen oder als Fertigpräparate kaufen mit Harnstoff (10%) oder Milchsäure (5% in Vaseline) oder Polyäthylenglykol. Der Salbe kann auch 3% Polidocanol beigemengt werden. Damit dringt der Wirkstoff besser in die Haut. Sind die Schuppen hartnäckig, hilft es, die Salbe über Nacht unter Plastikfolie einwirken zu lassen. Harnstoff hilft am besten. Er sollte aber nicht im 1. Lebensjahr gegeben und aufgetragen werden, weil er in der entzündeten Haut brennt und vom Kleinkind sehr intensiv aufgenommen wird. Schuppen können auch "abgebadet" werden, wenn Sie Zusätze ins Wasser tun: Bäckerhefe (Bikarbonat), Schmierseife, 3 % Milchsäure , Gerbsäure-Zusätze oder medizinisches Öl. 
      Salizylsäure (3-5 %) sollten Sie bis zum 12. Lebensjahr nur kurzzeitig und sparsam verwenden. Sie wird bei Kindern für kleinere Flächen und dem Kopf angewendet. Je kleiner das Kind ist, desto stärker würden wir von Salizylsäure abraten. Sie ist nicht völlig unschädlich und riecht sehr intensiv. Es gibt Kinder, die reagieren allergisch auf Salicylate. Salicylsäure kann zu trockener Haut und unerwünschter Schuppung führen. Psorimed-Lösung ist erst für Kinder ab 12 Jahren zugelassen. 
      Zum Ablösen von Kopfschuppen hat sich als besonders effektiv und schonend das Präparat babybene bewährt.
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      Kratzt sich Ihr Kind, weil der Juckreiz so stark ist, müssen Sie auch dagegen etwas tun. Die Psoriasis verschlimmert sich nämlich, wenn die Haut zu sehr mechanisch gereizt wird (Köbner-Effekt). Es gibt noch kein ideales Mittel gegen Juckreiz. Man muss geduldig viel ausprobieren bis hin zu Medikamenten, um mit diesem quälerischen Phänomen fertig zu werden.
      Kinder sind keine kleinen Erwachsenen
      Die Wirkstoffe beeinflussen ihre körperliche Entwicklung und den Wachstumsprozess ihrer Knochen. Es reicht nicht aus, nur die Dosis zu verringern. Nicht alle Wirkstoffe und Therapien sind für Kinder geeignet. Selbst, wenn sie geeignet wären, beantragen Pharmahersteller selten eine Zulassung ihrer Präparate auch für Kleinkinder. Es gibt zu wenig Betroffene und Studien sind teuer. So gibt es für Kleinkinder kaum zugelassene Fertig-Arzneimittel. Der Arzt darf offiziell nur verschreiben, was ausdrücklich für Kinder zugelassen ist. Trotzdem ist es manchmal nötig, ein Kind mit Wirkstoffen zu behandeln, die offiziell nur für Erwachsene erlaubt sind (Off-Label). Bevor Sie dem zustimmen, sollten Sie sich ausführlich über die Risiken informieren.
      Versuchen Sie Ihr Kind stets so natürlich und so mild wie möglich behandeln zu lassen. Das ist in der Schulmedizin nicht so einfach. Fragen Sie bei jeder Anwendung den Arzt nach Alternativen.
      Bedenken Sie, dass ein Kind eine 2,4 Mal größere Hautfläche im Verhältnis zum Körpervolumen hat, als ein Erwachsener. Außerdem ist die Kinderhaut erheblich dünner. Ein aufgetragener Wirkstoff wird daher schneller und in höher Dosierung vom Körper aufgenommen als bei einem Erwachsene. Aus diesem Grunde kommt es immer wieder zu Vergiftungen, vor allem im Zusammenhang mit Salben, die Hexachlorophen (gegen Akne), Salicylate (gegen Warzen und Schuppenflechte) oder Borsäure (zur Desinfektion) enthalten. Kinder brauchen deutlich kleinere Creme- und Salben-Portionen als Erwachsene für gleichgroße Stellen.
      Fragen Sie Ihren Arzt immer genau, welchen Wirkstoff er Ihrem Kind verschreibt. Der Name eines Präparats sagt oft gar nichts.
      Äußerliche Mittel und Medikamente bei Kindern
      Harnstoff (Urea)
      Seit Januar 2004 erstatten die Krankenkassen für Psoriatiker keine Harnstoff-Präparate. Eine leichte Psoriasis bei einem Kind kann gut damit behandelt werden. Präparate mit 3 bis 5 Prozent Harnstoff sind ebenfalls gut zur Vorsorge oder zur Nachbehandlung nach einem starken Wirkstoff wie Kortison. Harnstoff sollte aber nicht im 1. Lebensjahr aufgetragen werden, weil er in der entzündeten Haut brennt und vom Kleinkind sehr intensiv aufgenommen wird.
      Präparate wie Tannolact oder Tannosynth enthalten nicht nur Harnstoff, sondern vor allem künstliche Gerbstoffe gegen Entzündungen und Juckreiz.
      Mahonia aquifolium (Mahonie)
      Mahonia aquifolium ist in der Creme Rubisan enthalten. Die Substanz findet sich zwar auch im Pflegemittel Belixos, doch das enthält zu wenig des Wirkstoffs, als dass es zur Behandlung geeignet wäre.
      Mahonia-Cremes sind rezeptfrei und für Kinder und Säuglinge (nach dem 1. Lebensjahr) zugelassen. Mahonia zählt zu den mildesten Wirkstoffen. Bei wenigen, nicht besonders ausgeprägten Psoriasis-Stellen würden wir Eltern immer empfehlen, es erst mit Mahonia Aquifolium zu probieren.
      Dithranol
      Es gibt unter den Ärzten gegensätzliche Auffassungen darüber, ob Dithranol bei Kindern überhaupt verwendet werden soll und in welcher Konzentration. Professor Meffert bevorzugt für Kinder die Niedrigdosis-Kurzkontakt-Therapie mit 0,05 bis 0,1 % Dithranol. Höhere Konzentrationen sind selten erforderlich und erfordern von Eltern und Kind ein erhebliches Maß an Disziplin. Weil Dithranol in Konzentrationen von mehr 0,05 % auch als Fertigpräparat so ziemlich alles verfärbt, womit es in Berührung kommt, ist es eher im Klinikbetrieb einsetzbar als zu Hause.
      Teer
      Teerhaltige Produkte sind für Kinder nicht geeignet. Generell kann mit Teer nur eine schwach ausgebildete Schuppenflechte behandelt werden. Steinkohle-Teer wird verdächtigt, krebserregend zu wirken. Bei Erwachsenen besteht das Risiko, wenn sie damit dauerhaft Körperregionen behandeln, die den Wirkstoff vermehrt aufnehmen. Bei Kindern aber nimmt die gesamte Haut Wirkstoffe intensiver auf. Die Hersteller haben erklärt, dass diese Ersatzstoffe Ichthyol oder Leukichthol (sulfoniertes Schieferöl) "bei Kindern bedenkenlos angewandt werden" dürfen. Alle diese Produkte riechen sehr intensiv. Abends dürfen sie nicht ins Gesicht oder auf die Kopfhaut aufgetragen werden. Sie sind nicht geeignet bei der pustulösen Psoriasis und nicht bei intensiver Sonnenbestrahlung.
      Kortison in Cremes, Salben usw.
      Kortisonhaltige Cremes oder Salben bieten verzweifelten Eltern und Kindern oft die erste wirkliche Linderung. Der Wirkstoff ist umstritten. Vielen ist nicht klar, dass die meisten kritisierten Nebenwirkungen nur dann auftreten, wenn man Kortison schluckt, d.h. innerlich einnimmt. Wer kortisonhaltige Präparate äußerlichen auf die Haut aufträgt, hat deutlich geringere Nebenwirkungen. Die Kortison-Präparate der "4. Generation" werden noch in der Haut abgebaut. Das heißt, es treten kaum noch Nebenwirkungen auf. Außerdem entwickeln sich die typischen Kortison-Effekte, wie "Pergament-Haut" wieder zurück, wenn es abgesetzt wird. Trotzdem sollten Sie es bei Ihrem Kind höchstens zwei bis drei Wochen verwenden, wenn Sie es täglich auftragen. Dann müssen Sie das Präparat ?ausschleichen?, das heißt die Dosis muss wöchentlich halbiert werden. Auf keinen Fall darf die Behandlung abrupt beendet werden, weil sonst die Psoriasis verstärkt ausbricht ("Rebound").
      Es wäre unvernünftig, in schweren Fällen für das eigene Kind äußerlich aufzutragendes Kortison grundsätzlich abzulehnen. Selbstverständlich sollte man bei Kindern nur die schwach wirksamen Kortisonpräparate verwenden. Fragen Sie Ihren Arzt, zu welcher Wirkstoffklasse das Medikament gehört, das er Ihrem Kind verschreiben will. Es sollte zu Klasse I oder II gehören. Aber es gibt Ärzte die empfehlen den Eltern ein anderes Vorgehen: äußerliches Kortison kurzzeitig in höherer Wirkstoffstärke auftragen, anstatt über längere Zeit in niedriger.
      Wenn die Schuppenflechte abheilt, sollte Ihr Kind zu einem weniger starken Wirkstoff wechseln, bzw. zu einer Behandlung ohne Kortison, z.B. einer Salbe mit Harnstoff. Salben oder Cremes mit Kortison müssen bei Kindern äußerst sparsam aufgetragen werden!
      Kortison darf nicht bei großflächigem Befall angewendet werden. Windeln können die Wirkung verstärken 
      Vitamin D3
      Vitamin-D3-Analogika greifen in den Kalziumstoffwechsel ein und sollten deshalb nicht vor dem 6. Lebensjahr angewendet werden. Sie wurden in der Vergangenheit aber durchaus schon Säuglingen und Kleinkindern verschrieben. Maximal 30 % der Oberfläche darf behandelt werden.
      Für Kinder ab 6 Jahren ist nur Daivonex geeignet. Curatoderm Salbe und Curatoderm Emulsion sind für Kinder ab 12 Jahre. Die Curatoderm Emulsion ist ideal, weil sie die Haut gleichzeitig glättet. Sie ist aber das schwächste der Vitamin-D3-Präparate. Daivobet, also der Mix von Vitamin D3 und Kortison, darf erst ab 18 Jahren verschrieben werden.
      Grundsätzlich braucht diese Wirkstoffgruppe drei Wochen, bis ein Erfolg zu erkennen ist. Wer in die Sonne gehen oder sich mit künstlichem UV-Licht bestrahlen lassen will, sollte das Vitamin-D3-Präparat erst danach auftragen.
      Retinoide (Tazaroten)
      Zorac sollte bei Kinder und Jugendlichen nicht angewendet werden. 
      Pimecrolimus und Tacrolimus
      Douglan, Elidel und Protopic sind kortisonfreie Hautcremes. Sie sind für Kleinkinder ab zwei Jahren zugelassen. Pimecrolimus wird sogar bei Säuglingen angewendet. Die Medikamente dürfen offiziell nur bei Neurodermitis verschrieben werden. Sie wirken aber erfahrungsgemäß bei Schuppenflechte genauso gut oder sogar besser, wie kortisonhaltige Cremes. Kann der Hautarzt glaubhaft machen, dass ein Kind zugleich Neurodermitis und Psoriasis hat, darf er die Medikamente verschreiben. Ansonsten geht es nur auf Privatrezept oder mit vorheriger Ausnahmegenehmigung der Krankenkasse. 
      Die Wirkstoffe Tacrolimus und Pimecrolimus sind seit Mitte 2005 in Verruf geraten. Die Zulassungsbehörden der USA und der EU raten seit 2006 zur größten Vorsicht. Krebs erregende Krankheiten seien nicht auszuschließen. Die Hersteller und die deutschen Dermatologen-Verbände dagegen verweisen darauf, dass schon sehr viel Patienten damit behandelt worden seien, ohne dass Krebs aufgetreten sei. Sie halten diese Warnung für völlig übertrieben.
      Generell sind Pimecrolimus und Tacrolimus in der Neurodermitis-Therapie "Mittel der zweiten Wahl". Sie sollen erst dann eingesetzt werden, wenn andere Mittel nicht vertragen werden oder überhaupt nicht anschlagen. 
      Innerliche Medikamente für Kinder
      In sehr schweren Fällen verschreiben Ärzte Kindern auch Methotrexat (MTX). Es gibt jedoch keine Studien darüber. Andere Mediziner halten MTX schon für Erwachsene für zu stark. Ob man es Kindern, die Psoriasis arthrits haben, über längere Zeit anwenden sollte, ist unter den Ärzten strittig.
      Das gleiche gilt für Sandimmun. Das ist auch für Erwachsene ein starkes Medikament. Aber es ist für Kinder zugelassen, wenn sie unter einer sehr schweren Psoriasis leiden (pustulöse oder erythrodermische Form) und andere Medikamente nicht angeschlagen haben. Übermäßige Sonnenbestrahlung ist zu vermeiden. Die Liste der Nebenwirkungen und Gegenanzeigen ist sehr lang. Eltern, deren Kind Sandimmun nehmen soll, sollten sich vorher sehr genau über die Folgen informieren.
      Was ist schlimmer: das verzweifelte, leidende Kind oder mögliche (nicht sichere) Folgen? Eine schwere Entscheidung!
      In den letzten Jahren wurden einige Biologika auch für die Behandlung der Schuppenflechte bei Kindern zugelassen. Darüber sollten Sie mit dem Hautarzt sprechen.
      Wirkstoff Handelsnamen ab... Einschränkung Adalimumab Amgevita, Hulio, Humira, Idacio, Imraldi 4 Jahre Voraussetzung: unzureichendes Ansprechen auf eine äußerliche Therapie oder Lichttherapie Etanercept Benepali, Enbrel 6 Jahre Voraussetzung: unzureichendes Ansprechen auf andere innerliche Therapie oder Lichttherapie (oder Unverträglichkeit) Secukinumab Cosentyx 6 Jahre Voraussetzung: "Kinder, die für eine systemische Therapie in Frage kommen" Ustekinumab Stelara 6 Jahre Voraussetzung: unzureichendes Ansprechen auf andere innerliche Therapie oder Lichttherapie (oder Unverträglichkeit) UV-Bestrahlung bei Kindern
      Bestrahlung mit ultra-violettem Licht sollte bei Kindern erst dann erwogen werden, wenn andere Therapien nicht anhaltend geholfen haben. Die natürliche Sonne ist immer noch die bessere Wahl, obgleich auch hier Vorsicht geboten ist: So wird dringend vor jedem noch so kleinen Sonnenbrand bei den Kindern (bis 12 Jahre) gewarnt. Wer im Kindesalter immer wieder Sonnenbrände hatte, erkrankt im Alter leicht an Hautkrebs und dessen Haut altert vorzeitig.
      Künstliches UV-Licht (Schmalspektrum UVB 311 nm) sollte grundsätzlich nicht vor dem 12. Lebensjahr verordnet und auch danach sehr zurückhaltend genutzt werden. Es gibt Schulmediziner, die bei einer "refraktären Psoriasis" auch jüngere Kinder bestrahlen lassen. Das ist eine Form, die sich anders nicht behandeln lässt. Grundsätzlich würde man bei Kindern unter 12 Jahren auch keine Balneo-Fototherapie verschreiben. Hierbei wird vor der UV-Bestrahlung ein Salzbad genommen. Solarien haben überwiegend UVA-Licht. Der therapeutische Nutzen ist nicht sehr groß bei Psoriasis.
      PUVA-Bestrahlung kommt für Kinder nicht in Frage, wegen des Wirkstoff Psoralen. Auch Bade-PUVA ist nichts für den Nachwuchs. Creme-PUVA ist bei Kindern nur bei schweren Verlaufsformen, z.B. an den Händen und den Füßen, akzeptabel.
      Kinder mit Psoriasis sollen viel ins Freie in die Sonne. Licht fördert die Vitamin-D-Produktion, frische Luft stärkt das Immunsystem und härtet die Haut ab. Bitte beachten Sie dabei alle Vorsichtsmaßnahmen. Die Sonneneinstrahlung wird auch in unseren Breitengraden immer aggressiver. Die starke Mittagssonne ist auf jeden Fall zu meiden. Die Augen müssen durch eine Sonnenbrille geschützt werden. Die soll wirklich vor UV-Strahlen schützen. Also kein Kinderspielzeug aus gefärbten Plastikgläsern kaufen! Die Schultern sind durch T-Shirts aus Naturfasern zu schützen. Die Haut von Kleinkindern muss mit sehr hohen Lichtschutzfaktoren für Hauttyp I geschützt werden. Sonnenschutzmittel für empfindliche Kinderhaut sollte möglichst hautschonend sein. Sonnencremes schützen nur für eine bestimmte Zeit. Da nützt es nichts, die Creme mehrmals aufzutragen. Wenn die erlaubte Bestrahlungszeit erreicht ist, sollten Eltern ihre Kleinkinder für diesen Tag konsequent in den Schatten verbannen.
      Behandlung der Psoriasis an Händen und Füßen bei Kindern
      Die Behandlung der Psoriasis an den Hand- und Fußflächen ist nicht einfach – weder bei Kindern, noch bei Erwachsenen. Es gibt leider noch keine erfolgsversprechende Therapie, die sich durchgesetzt hat. Zwei Therapieformen lohnen sich auszuprobieren, weil sie sehr auch sehr gut für Kinder geeignet und ohne Risiko sind:
      Die Interferenzstrom-Therapie ist speziell für Hände und Füße entwickelt und erfolgreich getestet worden. Wir haben uns sehr ausführlich damit beschäftigt und glauben, dass das es einen Versuch Wert sein müsste.
      Die DermoDyne-Lichtimpfung war eine Bestrahlungsform, die ohne das gefährliche UV-Licht arbeitete. Ein Arzt aus Berlin hat uns berichtet, dass er mit diesem Verfahren erfolgreich Psoriasis an Händen und Füßen behandelt hat. Nach dem Tod ihres Erfinders ruht derzeit allerdings jede Beschäftigung mit diesem Verfahren.
      Beide Therapien werden nicht von den Kassen bezahlt.
      Geduld bei der Behandlung
      Ihr Kind wird vermutlich sehr lange, vielleicht das ganze Leben, Wirkstoffe und Therapien gegen Psoriasis anwenden. Deshalb sollten Sie möglichst vorsichtig mit allem umgehen, weil sich die Nebenwirkungen im Laufe der Zeit ansammeln.
      Rechnen Sie damit, dass ein Wirkstoff oder eine Therapie irgendwann nicht mehr so gut hilft. Sie müssen die Mittel wechseln, wenn sich die Psoriasis daran gewöhnt hat.
      Dann werden Sie Phasen haben, da wollen Sie nichts mehr von der Schulmedizin wissen. Sie werden natürliche, alternative oder sogar exotische Behandlungen ausprobieren. Bitte geben Sie nicht zu viel Geld dafür aus. Alles, was nach sechs Wochen nicht anschlägt, sollten Sie wieder absetzen. Auch pflanzliche Präparate können unerwünschte Effekte entfalten, wenn sie nicht richtig angewendet werden oder wenn Sie im Internet bei unseriösen Händlern kaufen.
      Sie sollten alternative Mittel oder Therapien als Ergänzung zur schulmedizinischen Behandlung anwenden. Es gibt kein Wundermittel gegen Psoriasis! Sprechen Sie mit Ihrem Hautarzt, bevor Sie auf völlig andere Medizinrichtungen ausweichen.
      Sie dürfen auch die Ärzte unseres Expertenrats fragen. Scheuen Sie sich nicht, sie anzusprechen, denn sie haben viel Erfahrung mit psoriatischen Kindern.
    • Guest
      By Guest
      Hallo ihr Lieben,
      ich lese schon längere Zeit hier im Forum mit, aber jetzt muss ich euch einfach um Rat bitten. Vor ca. einem Monat habe ich die Diagnose PSO bekommen- ich habe hinter den Ohren trockene Stellen, aber bisher habe ich dem nichts beigemessen, ich habe mich dort immer als “nervösen Tick” gekratzt in den Prüfungsphasen, und wenn ich nicht gekratzt habe sind die Stellen weg. Ich bin jetzt 24 Jahre alt und habe das bestimmt schon seit 10, 15 Jahren. Jetzt kamen noch im Intimbereich zwei rote Flecken hinzu (kein Juckreiz oä) und meine Frauenärztin hat mich zum Hautarzt überwiesen. Erst hieß es Neurodermitis, dagegen hab ich mich gewehrt (Symptome sind ja ganz anders). Nun zu meinem eigentlichen Problem: seit Wochen kann ich kaum noch schlafen, weine viel... ich habe den Verdacht, dass die PSA Diagnose nicht mehr lange auf sich warten lässt. Ich habe häufiger mal Gelenkbeschwerden (keine schlimmen Schmerzen, aber doch unangenehm) und habe seit ein paar Jahren zwei hartnäckige gelbe Flecken auf den Nägeln- da wurde angenommen es ist ein Pilz und auch entsprechend ganz gut behandelt. Heute war es dann aber soweit, und ich habe die typischen “Tüpfel”, 4-5 Stück am Nagelrand entdeckt. Für mich bricht da tatsächlich gerade eine Welt zusammen. Ich habe gerade einen tollen Job angenommen und mein erstes eigenes Pferd, auf das ich seit 16 Jahren hinarbeite, steht endlich in Aussicht... und dann so eine Diagnose? Den Termin beim internistischen Rheumatologen habe ich am Dienstag, aber ich weiß aktuell einfach nicht, wie ich noch weitermachen soll. Zum einen bekomme ich die Krise, wenn noch eine Person sagt “du bist doch so jung, wieso machst du dir denn einen Kopf?”, und “Es gibt doch tolle Biologika” ist fast genau so schlimm. Ich bin 24, ich kann doch nicht die nächsten 60 Jahre solche Brummer schlucken?! 
       
      Ich musste mir das einfach mal von der Seele schreiben, weil ich das Gefühl habe sonst vor Kummer zu platzen.
       Vielleicht geht es hier ja jemandem ähnlich oder es gibt ein paar gute Tipps und aufmunternde Worte, wie ich am besten mit der Situation umgehen soll. Ich weiß das es nichts bringt sich über ungelegte Eier einen Kopf zu machen, aber ein Pferd ist so eine große emotionale und auch finanzielle Verantwortung, wie kann ich das machen wenn diese Diagnose in Raum steht?!
      Lieben Dank euch ❤️
    • PSOnkel
      By PSOnkel
      Beim letzten Kliniktermin fiel mir noch folgende Info im Wartezimmer auf:
      Für eine derzeit stattfindende Studie werden noch Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte (Plaque-Psoriasis), bei denen gleichzeitig eine nicht-alkoholische Fettlebererkrankung vorliegt, gesucht.
       
      Mehr über Schuppenflechte & nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) und zum Hintergrund der aktuellen Studie findet ihr unter
      https://klinischeforschung.novartis.de/doctor/schuppenflechte-nicht-alkoholische-fettleber-studie-cain457ade15-pinpoint/
       
       
      Anm. Vielleicht ist es einem Moderator möglich, den Inhalt der Studie zu überprüfen und/oder diesen Artikel unter das Thema Forschung zu posten?
       
       
       
  • Welcome!

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    • GrBaer185
      "Rö-Aufnahme machte und einen Bruch diagnostizierte. Was mich völlig verwirrte, da ich keinerlei Stürze hatte. Dann Bandage, 14 Tage Cortison und ein CT. " Hallo Rheinkiesel, wie wurde denn begründet, dass Du bei einem Bruch 14 Tage Cortison nehmen solltest? Darauf kann ich mir keinen Reim machen. Wurde eine Osteoporose abgeklärt? Wie ist Dein Vitamin-D-Spiegel? Falls die Calcipotriol-Creme ungenügend wirkt, kannst Du mal einen/Deinen Dermatologen nach Daivobet fragen. Ein De
    • GrBaer185
      "Und jetzt: 7,95 EUR." Beim Discounter (z.B. LIDL, ALDI,...) gibt es die Selbsttest mittlerweile für um die 4 Euro zu kaufen. Würde mich interessieren, was für einen Selbsttest Du gemacht hast - Nase, Rachen oder Spucke? Ich war am Do. nach Anmeldung über eine Internetseite zum Schnelltest bei einer Apotheke in der Kleinstadt hier, ging ohne große Wartezeit und völlig problemlos - es wurde nur recht tief in beiden Nasenlöchern "gestochert", was kitzelt und unangenehm ist. Test war
    • GrBaer185
      Preis am 15. April 2021 für 3x2 Stk. Cosentyx Fertigpen 150 mg: 5173,49 €
    • Elli_M
      Danke, Deine Rückmeldung dimmt meine Aufregung etwas runter. Bin nämlich gleich dran mit Comirnaty. 😳 Hoffentlich ist der Stoff auch tatsächlich da und drin in der Spritze.  
    • Arno Nühm
      @Elli_M Ich war natürlich so blöd und habe zwei Tage mit der Diät locker gelassen, weil ich mich sicher fühlte, und weitere drei Tage später bekam ich die Quittung in Form eines kleinen Rückfalls. Normalerweise bemerke ich schon zwei Stunden nach dem Essen was, spätestens am Folgetag ist mein Gesicht wieder rot, also hm. Von den Nebenwirkungen der Impfung wollte ich noch berichten: Am ersten Tag war ich sehr erschöpft, als ich nach Hause kam und auch im weiteren Verlauf sehr abges
  • 503

    1. 1. Verläuft Deine Psoriasis in Schüben?


      • Ja - sie kommt und geht
      • Nein - sie ist einfach immer da

  • Was noch?

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