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Meine Erfahrung Psyche und Haut

Hallo,

seit gestern bzw heut Morgen gehöre ich auch zu dieser Gemeinschaft und finde es wirklich toll hier.

Ich wollte euch von meinem Leben mit dem schmalen Grad zwischen Psyche und Psoriasis berichten.

Ich habe seit gut 18 Jahren Psoriasis. Es ging los mit einer *damals noch* Pfennig großen Stelle am Hinterkopf. Dann wanderte es zur Stirn vor und irgendwann über den ganzen Oberkörper Fleckenweise. Ich wurde in der Schule gehänselt und so sah ich dann auch aus :wein Alle zeigten mit dem Finger auf mich. Ab der 9. Klasse gings dann einigermaßen, da wurden die Mitschüler toleranter. Ein Hautarzt meinte vor vielen Jahren mal "Mach dir nix draus, andere bekommen Akne und behalten meist Narben, wenn deins abheilt, ist nichts mehr zu sehen" Und so ist es auch, denn wenn ich auf der Stirn mal keine sichtbaren Flecken habe, dann ist meine Haut normal. Wobei ich mal gelesen habe, dass dann an den Stellen auch Pigmentstörungen auftreten können.

So, das wars zu meiner Vorgeschichte, jetzt schwenk ich mal zum eigentlichen Beitrag.

Ich bin ein depressiver Borderliner mit zum Teil sehr heftigen Zügen. Seitdem ich brav meine Antidepressiva nehme, geht es mir besser. Neigte leider zum ganzen Sympthomkatalog inklusive SVV, aber das hab ich im Moment zum Glück sehr gut unter Kontrolle.

Im Oktober 2007 wurde bei meinem Vater Leberkrebs festgestellt und meine Psyche war dementsprechend heftig, dass ich nur noch am ausflippen war. Ich bin dann in die Therapie gegangen und bin immernoch dabei zu lernen. Als es dieses Jahr im Januar hieß, dass er nicht mehr gesund wird und es nur noch eine Frage der Zeit ist, blühte meine Haut und ich war fix und fertig. Im März ist der dann gestorben und seitdem ich wieder "runterkühle", wird meine Haut wieder ein bisschen besser, zumindest im Gesicht.

Der Zusammenhang zwischen der Psyche und der Psoriasis ist so krass, da reicht bei mir manchmal schon ein bisschen Stress oder Angst und schwubbs, blüht es. Früher konnt ich nicht mal kurz vor Ladenschluss in ein Geschäft gehen, dass war dann so stressig, dass ich fast blutende Flecken hatte :ähäm Aber das geht mittlerweile wieder, ich kann auch spontan sein.

Wenn ihr Fragen habt, immer her damit

Hervorgehobene Antworten

Hallo grummel,

hast schon sehr viel erlebt in deinem jungen Alter. Und lässt dich nicht unterkriegen! Mach weiter so! Man fährt im Leben immer wieder Achterbahn es gibt immer wieder ein auf und ein ab,nicht jeder Tag ist gleich.

Hier ist immer einer oder eine die antwortet und man ist nicht alleine. Viele, viele liebe Menschen sind hier und es tut einfach gut.

Als ich gestern von der Arbeit nach Hause fuhr war ich auch nicht gut unterwegs und im Radio spielten sie das Lied" Augen zu und durch du schaffst es". Irgendwann fing ich an mitzusingen und musste dann über mich selbst lachen und irgendwie hab ich mich dann auch besser gefühlt.

Also Augen zu und durch....

liebe Grüße von der

Mainzelfrau

  • Ersteller

@Funny: Komischerweise helfen einem "Fremde" mit Tipps besser. Durch die Krankheit meines Vaters hatte ich ziemlich ausgemistet, was Freunde angeht. Es gab so viele soooooooooooooooooooooooo gute Freunde und wo waren sie? "Ja, ich dacht wenn was ist, dann meldest du dich schon" Schön, einerseits mag ichs nicht, wenn man sich extrem aufdrängt, aber ich bestand doch mehr als nur aus Tochter eines Krebskranken. Warum kann man sich nicht trotzdem mal melden, einfach nur so. Meine beste Freundin ergreift natürlich meine Partei, grad jetzt mit dem Streit, da war ich bei ihr, als ich mit meinem Freund am Telefon gestritten hab. Ich musst so weinen und sie auch, Weiber ;) Und hier kann man auch kritisiert werden, Freunde verpacken das meist anders.

@Mainzelfrau: Ja, das kenne ich. Bei mir schaffens meine Tiere immer wieder, dass ich alles vergesse und lachen muss.

Wer kann denn da auch böse sein?

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Ja, grummel, wo sind die Freunde, wenn man sie wirklich brauch.

Sowas hatte ich auch, wie gesagt, h a t t e.

Eine Freundin von mir war ständig beschäftigt, hatte keine Zeit, wenn ich mich mal ausheulen oder nur auf andere Gedanken kommen wollte.

Anfangs hab ich es akzeptiert.

Ich saß krankgeschrieben zu hause, während sie ganztags arbeiten war.

Ihr Mann ist die Woche auswärts und die Kinder sind aus dem Haus.

Wir haben uns alle 4-6 Wochen getroffen oder mal telefoniert.

Aber dann war plötzlich Ruhe am andern Ende, und ich habe auch nicht mehr bei ihr angerufen, nachdem ich mich einige male bei ihr gemeldet hatte und sie kurz angebunden war.

Und dann, als ich selbst am Boden war wegen einem starken Schub, war sie in der Leitung und wollte mir ihr Leid klagen, dass es ihrem Vater schlecht geht und sie einige Sachen mit Ämtern und Behörden erledigen müsse und ob ich ihr nicht dabei helfen könne.

Rate mal wie ich reagiert habe?

Ich habe ihr meine Meinung gesagt, dass sie nach Monaten des Schweigens plötzlich meine Tel.Nr. wieder kennt, aber nicht, um zu fragen, wie es mir geht, sondern mich mit ihrem Problem zuzutexten.

Bisher habe ich alles für mögliche für ihre Eltern getan, aber wenn ich mal einen Arzttermin hatte und mein Mann berufsbedingt nicht mit mir fahren konnte, hatten sie auch nie Zeit für mich.

Als ich es noch konnte, bin ich mit ihren Eltern zu Ärzten, in die Klinik und zu ihrem weit entfernten Sohn gefahren.... und jetzt das....

Sie war völlig perplex, denn damit hatte sie bei mir nicht gerechnet.

Ich habe ihr einen schönen Tag gewünscht und aufgelegt.

Es dauerte Wochen bis sie in der Tür stand und nach meinem "Wohlergehen" fragte.

Mein Mann hatte sie beim Einkaufen getroffen und nebenbei erwähnt, dass es mir besch... ging.

Allein wär sie nicht drauf gekommen, bei mir einzuschauen.

Dieses geheuchelte Interesse habe ich ihr vorgehalten und ihr zu verstehen gegeben, dass ich momentan keine Zeit und Lust habe, mich mit ihr zu unterhalten.

Seit der Zeit sehen wir uns nur selten und ich vermisse sie nicht mehr.

  • Ersteller

@funny: Kenne ich. Wir sollen immer den Mülleimer spielen, damit alle ihren Müll bei uns lassen, aber wehe es geht uns mal nicht gut....vergiss es...das ist ja zuviel verlangt.

Eine Freundin von mir, von der ich mich mittlerweile sehr distanziert hatte, war mal so richtig nett. Mein Freund und ich standen einen Tag vorm Urlaub, der erste Urlaub für mich seit 5 Jahren. Ich dachte mir, ich rufe sie an und sag ihr, dass wir jetzt weg sind, usw. Sie war im Krankenhaus wegen nem kleinen Eingriff und da sind 3 Punktnarben zurückgeblieben am Bauch, wo sie rein sind zum Unterleib. Drei Punkte!!! Fliegenschiss groß! Sie wäre ja jetzt soooo entstellt und sie kann niiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiiieeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeeee mehr Bauchfrei gehen! Da traute ich mich dann zu sagen, dass ich schon seit so vielen Jahren mit meiner Pso am Bauch und am restlichen Körper entstellt bin (ok ok, ich geh nie bauchfrei, das mute ich keinem zu, nicht wegen den Flecken, sondern wegen meinem Waschbärbauch) und es doch wohl schlimmeres gibt, vorallem das sie dadurch jetzt geheilt ist. Meine Fresse, die hat mich so zur Sau gemacht, dass ich ja überhaupt keine Ahnung habe und ich sie mal kann und das ich sie nie verstehen werde und schwubbs legte auf. Hui! Ja gut, dann eben nicht :confused: Irgendwann entschuldigte sie sich bei mir, aber die 18Monate mit meinem Papa war sie nicht für mich da. Rief zwar an, fragte aber nie und ich hatte dann auch keine Lust.

Ich habe vor einem Jahr mit meiner früher allerbesten Freundin Kontakt aufgenommen, wir hatten 5 Jahre Funkstillstand, haben uns irgendwie auseinander gelebt gehabt. Und sie hat mir so wahnsinnig gefehlt und ich ihr auch. Sie war sofort zur Stelle, wenn was mit meinem Papa war und auch seit Januar, als wir die Nachricht bekamen, dass er nie wieder gesund wird. Ich hab sie nie mit zu ihm genommen, das war einfach nicht mehr der Mann, den sie kannte und ich wollte, dass sie ihn "normal" in Erinnerung behält. Er war immer wie ein Zweitpapa für sie und sie leidete fast genauso schlimm wie ich, wir sind uns halt so wahnsinnig nahe, eine richtige Freundschaft halt. Und genau diese Kontaktaufnahme hat mich gerettet, denn ich stand letztes Jahr vor dem Abgrund meines Lebens. Seit dem ersten Treffen vor einem Jahr, bin ich nicht mehr die Alte. Davor war ich so depressiv, dass ich eigentlich mehr tot als lebendig war. Aber seitdem ich sie wieder habe, ist alles wie vor ein paar Jahren, nur Quatsch im Kopf ;) Und genau das tut mir so gut, das hält mich am Leben.

Ich stecke jetzt schon so lange im Horror fest, doch mein Hund hat mich vor fast 5 Jahren gerettet, sonst würd ich wohl nicht mehr Leben und jetzt bekomme ich Stück für Stück wieder mehr Halt im Leben. Es macht mir auch wieder mehr Spass und Rückschläge wie Tod oder Streit fallen mir jetzt leichter, ok, was heißt leichter in Bezug auf Tod der Vaters, aber ihr wisst ja was ich meine, wegzustecken. Im Moment habe ich kein Tief, was mir sehr recht ist und heute Abend werd ich mit meiner besseren Hälfte sprechen, weil ich es nicht leiden kann, wenn er so gleichgültig ist.

  • 2 Wochen später...

Bei mir ist der Zusammenhang Psyche + Pso vergleichbar mit einer Einbahnstrasse.

Wenn es mir schlecht geht wird die Pso schlimmer, geht es mir richtig gut ändert das leider überhaupt nichts.

Gruß Jörg

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