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Hallo liebe Krümmel-Gemeinde
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mein Hautarzt spricht schon seit ca. einem Jahr davon, dass er mit mir gern eine systemische Therapie z.B. mit Cosentyx ausprobieren möchte. Es sei "der Mercedes unter den aktuellen Medis" und der Wirkstoff Secukinumab sei schon seit über 15 Jahren ein bewährtes Mittel - völlig risikofrei - völlig unbedenklich was Fertilität anbelange usw. ...
Nun hab ich mich dem Thema mal ein wenig angenommen und mich ein wenig Sachkundig gemacht.
Auf folgende Informationen bin ich gestoßen:
die Erfolge bezogen auf eine Verbesserung des Hautbildes sind tatsächlich sehr positiv zu bewerten:
- in Studien mit über 2400 Patienten kam es bei 79% unter Cosentyx zu einer Verringerung des PASI-Wertes um 75%
- bei 51% - 54% der Psoriasis-Arthritis Patienten verringerte sich der ACR-Wert um 20%
Die Injektionen mit dem Produkt führen also zu einem offensichtlichen Rückgang der Symptome.
Laut EUROPEAN MEDICINES AGENCY gibt es aber auch Risiken - wie bei jedem anderen Mittel auch (hätte mich auch gewundert wenn es nicht so gewesen wäre). Hier werden u.a. Infektionen der oberen Atemwege angeführt (47,5%, bei einer Patientenstichprobe von N = 3430 die das Produkt bis zu 52 Wochen erhielten).
Bei fast 50% von völliger Risikofreiheit zu sprechen, dass rüttelt dann doch schon etwas am Vertrauensverhältnis zum Hautarzt.
Weiter werden als mögliche Nebenwirkungen angeführt:
- Pilz Infektionen (bei einer Hauterkrankung sicher alles andere als wünschenswert)
- Oraler Herpes
- Neutropenie (Rückgang der weiße Blutkörperchen)
- Anaphylaktische Reaktionen (Reaktionen des Organismus auf die verabreichten chemischen Substanzen)
- Erkrankungen des Gastrointestinaltraktes (Durchfälle etc.)
- Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes
- achja, und was die "völlige Unbedenklichkeit" bezüglich der Fertilität anbelangt: Effekte des Produktes auf die Fruchtbarkeit des Menschen wurden noch gar nicht untersucht - lediglich bei Affen und Mäusen zeigt sich hier Unbedenklichkeit - hier führt die Aussage des Hautarztes wohl wieder ein wenig in die Irre und bestärkt das Vertrauensverhältnis in keinster Weise.
mhh. und nun ist das Produkt wohl Zugelassen, allerdings unter Auflagen:
so gibt es einen engmaschigen "Risiko-Management-Plan" zur Nutzen-Risiko-Überwachung:
- der Patient steht in ständigem Kontakt mit einer Art "persönlichen Krankenschwester" die jederzeit - und das meint hier tatsächlich JEDERZEIT (Tags- wie auch Nachts) - die wiederum mit dem Hersteller in engem Kontakt steht und alles genauestens dokumentiert und berichtet. Klingt für mich nach einer groß angelegten Feldstudie. Wobei es für den Patienten eine Blindstudie zu sein scheint, wenn man sich die Informationen anschaut, die der Patient tatsächlich vom Hautarzt bekommt.
Nun mal eine kleine bescheidene Frage in die Runde: wäre es den schlau, sich auf so eine risikobehaftete Behandlung, die noch nicht völlig ausgereift zu sein scheint, einzulassen, obwohl Phototherapie in Kombination mit Salben noch sehr gut anschlägt (und ganz nebenbei mit bedeutend weniger Risiken verbunden ist als ein Eingriff in das Immunsystem über eine systemische Injektionstherapie).
Also ab wann ist systemische Therapie überhaupt sinnvoll unter solchen Risiken?
Und zweitens: Warum handeln Hautärzte so? Bzw. - warum handelt mein Hautarzt so? Bekommt er Provision für die Teilnahme an solchen Feldstudien (die im Zweifelsfall auf Kosten der Gesundheit des Patienten gehen könnten?)
Viele liebe Grüße euer
Bastilein
Bearbeitet ( von Bastilein)