Für Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis ist es unbestritten besser, wenn sie nicht rauchen. Wer es nicht schafft, davon zu lassen, hat in diesem Kurs die Gelegenheit, sich mit seinem Rauch-Verhalten zu beschäftigen.
Das UKSH Gesundheitsforum Kiel bietet einen Rauchentwöhnungs-Kurs an. Er wird digital und vor Ort in Kiel abgehalten. Und: Er ist kostenlos.
„Eigentlich weiß ich ja, ich müsste aufhören, aber...“ – dieser oder ein ähnlicher Gedanke blockiert vielleicht seit Jahren den Kopf und verhindert Veränderung zum Besseren. In Teil 1 des Kurses wird das „eigentlich“ und das „aber“ genau angesehen und gelernt, andere Gedanken zu denken: Gedanken, die die Kraft geben sollen, die Veränderung durchzuhalten.
Der Kurs ist ein Gruppenkurs mit Eike Hansen, einem zertifizierten Rauchentwöhnungstrainer mit jahrelanger Erfahrung Er ist Lungenarzt und Ex-Raucher und weiß genau, worüber er redet. Die drei Teile des Kurses bauen aufeinander auf, sie können aber auch jeweils einzeln besucht werden.
Informationen zum Kurs gibt es unter Telefon 0431 500-10741 oder per Mail an gesundheitsforum.kiel@uksh.de. Auf beiden Wegen kann man sich auch anmelden.
Wer vor Ort teilnehmen will: Die Veranstaltung findet im UKSH Gesundheitsforum im CITTI-Park Kiel am Mühlendamm 1 in 24113 Kiel statt.
06.05.2026 16:00
Vielleicht kann mancher Betroffene es so leichter verstehen. Ich habe fest gestellt viele Betroffene auch bei uns in der Selbsthilfegruppe haben damit Schwierigkeiten.
Der Schlüssel zur Bekämpfung einer Krankheit liegt laut Herrn Dr. Bauer Uni - Würzburg darin, die Vorgänge zu verstehen.
Bei der Psoriasis handelt es sich um eine chronische Entzündungskrankheit der Haut, die sich in roten Plaquesherden zeigt, die vor allem an Ellenbögen und Knien auftreten und schuppen. Die Schuppenflechte tritt nur bei Patienten mit einer genetischen Veranlagung auf, häufig ausgelöst durch Reize wie vermehrtes Kratzen an einer Körperstelle oder auch durch Infekte. Eine solche Reaktion auf besagte unspezifische Reize ist bekannt als Köbner-Phänomen.
Die Psoriasis tritt in Folge einer Immunreaktion auf. Das Immunsystem des Menschen besteht aus dem angeborenen Immunsystem, dem adaptiven Immunsystem und aus nicht-professionellen Entzündungszellen. Im Vortrag wird das angeborene IS als eine Art Verkehrspolizist umschrieben- sobald eine Gefahr erkannt wird, reagieren die Entzündungszellen der schnellen Immunantwort sofort. Das adaptive Immunsystem mit den so genannten T-Lymphozyten braucht etwas länger, es „merkt“ sich wie eine bestimmte Gefahr aussieht, erkennt diese ein Leben lang wieder – ähnlich einer Sondereinheit der Polizei. Bei der Psoriasis sind einige dieser T-Zellen übererregt. Nicht-professionelle Entzündungszellen, zu denen auch die Hautzellen gehören, können untereinander und mit den besagten Immunzellen über Botenstoffe kommunizieren und sozusagen eine Warnung senden. Wenn nun diese Entzündungszellen an einer gestressten Hautstelle ein Signal senden, gelangen die Botenstoffe, man nennt sie Interleukine, an die besagte Stelle. Diese Botenstoffe „aktivieren“ wiederum das Interleukin 17 und den Botenstoff TNF-alpha, welche die Hautreizung auslösen.
Therapiert wird die Schuppenflechte durch klassische Therapien mit Ciclosporin, Fumarsäurederivaten (Fumaderm) und Methotrexat , wichtige Säulen der Therapie sind auch die Abschuppung, bei der mit salicylsäurehaltigen oder harnstoffhaltigen Cremes die Schuppen gelöst werden, oder Lokaltherapien mit wirkstoffhaltigen Cremes, beispielsweise mit Vitamin D, bei leichter Psoriasis. Ebenfalls wurde von einem König berichtet, der vermutlich auch an Psoriasis erkrankt war- er nutzte die sogenannte Badelichttherapie zur Behandlung. Im Zuge dessen ging er baden, um seine Haut abzuschuppen und legte sich anschließend in die Sonne. Diese Therapien wirken gut und sind verhältnismäßig preiswert. Auch Corticosteroide können für kleinere Bereiche über einen kurzen Zeitraum angewendet werden, jedoch nur kurzfristig, um nach dem Absetzen einen Rehborn-Effekt zu vermeiden. Die Psoriasis wird nach Leitlinien behandelt, welche von Experten festgelegt werden. Ein in diesen besagten Leitlinien wichtiger Begriff ist der PASIwert, durch den die Verbesserung der Symptomatik verschrieben wird- angestrebt wird mindestens PASI75, also ein 75%ige Verbesserung. Ebenfalls wichtig ist der Dermatologische Lebensqualitätindex DLQI, nach dem die Therapie ausgehend von der Lebensqualität des Patienten festgelegt wird.
Bei einer schweren Schuppenflechte ist eine Systemtherapie notwendig- als sehr wirkungsvoll haben sich Biologika erwiesen. Biologika sind Proteine, die nach ihrer Injektion gezielt in die Signalgebung eingreifen und somit eine Entzündungsreaktion verhindern. Die meisten Biologika sind künstlich hergestellte Antikörper gegen die Botenstoffe, sie werden sowohl bei Entzündungen der Haut als auch bei rheumatischen Erkrankungen und Morbus Crohn eingesetzt. Momentan gibt es drei Therapieansätze mit Biologika: TNF-alpha-Antagonisten wie Infliximab und Adalimumab , Interleukin12/23- Antagonisten wie Ustekinumab und Interleukin17A-Antikörper wie Secukinumab. Wegen ihrer kostspieligen Herstellung und dem dementsprechend hohen Preis (pro Jahr kosten Biologika so viel wie ein Renault Clio) sind sie primär für die Behandlung von Patienten mit einer mäßig schweren oder schweren Psoriasis vorgesehen. Als schwer wird die Erkrankung eingeschätzt, wenn sie 10% des Körpers (10 Handflächen) oder mehr bedeckt.
Langzeitstudien zeigen, dass bei der regelmäßigen Injektion von Biologika kein Wirkungsverlust eintritt- dies kann jedoch durch mehrmaliges Absetzen und anschließende Neuaufnahme der Proteine geschehen, da diese dann möglicherweise vom Körper als Gefahr identifiziert und abgestoßen werden. Die Biologika werden unterschiedlich injiziert und auch in unterschiedlichen Zeiträumen verabreicht, zeigen jedoch kaum Unterschiede in der Wirksamkeit. Statistisch gesehen jeder zweite Patient zeigt eine Besserung durch das Verabreichen von Biologika, auch der PASIwert zeigt, wie wirksam Biologika sind. Jedoch darf die Pathogenese nicht außer Acht gelassen werden, man muss auch die Nebenwirkungen der verabreichten Proteine berücksichtigen. Durch die Einnahme von TNF-alpha-Blockern beispielsweise wird ein Botenstoff gehemmt, der auch in der Tumorabwehr eine zentrale Rolle spielt, ebenso bei einer HIV oder Hepatitis B/C Infektion und bei Tuberkulose. Aus diesen Gründen sind Biologika nicht für Patienten mit einer latenten Tuberkulose geeignet, ebenso wenig für Patienten die eine vergangene oder gegenwärtige Krebserkrankung haben oder an HIV bzw. Hepatitis erkrankt sind. Durch das Unterdrücken des Botenstoffes wird teilweise eine leicht erhöhte Neigung zu atypischen Infektionen wie Lepra bedingt, was bei einer infektiösen Erkrankung durchaus berücksichtigt werden sollt