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Ende August 2024 war ich für 3 Wochen wegen meiner Psoriasis auf Sylt in der Nordseeklinik. Hier meine ausführlichen Eindrücke. Ich hoffe es gilt bei der Entscheidungsfindung.
Medizinisch ist es eine sehr gute, jedoch erwartbar vorgeprägte wenig individuelle Behandlung. Heißt eine Behandlung mit starkem Kortison (4) an betroffenen Stellen und dann Vorträge, viel Sport (sehr moderne Geräte), Entspannungskurse, Hydrojet, Starksolebäder etc. Ich fand es super und die Behandlungserfolge waren gut (nur wie lange es hält weiß natürlich kein Mensch). Pso-Patienten gibt es nur so 15-20. wir sind dort also eine eher kleine Gruppe.
Die Klinik hat eine einmalige Lage direkt am Strand und zieht viele Patienten zum wiederholten Male an. Gerade im Sommer fühlt es sich manchmal wie Urlaub an. Schon allein deshalb war das eine gute Wahl. Der besondere Ort zieht auch auf den Stuff vom Doktor bis zur Putzkraft an. Alle sind gut gelaunt, hilfsbereit und fröhlich. Wirklich beeindruckend diese Insel.
Strand. Die Lage führt dazu, dass alle Patienten dauernd am Strand zu treffen sind. Kann schön sein, nervt aber auch manchmal. Ab 16 Uhr darf man kostenlos in die Strandkörbe. Nach rechts ist es ein Hundestrand und nach links FKK. Geradeaus das wunderschöne Meer. Ich habe meist zweimal gebadet. Einmal in der Früh vor dem Frühstück und einmal am Nachmittag. Geht es schöner???
Weil Sylt einen schlechten Ruf hat (Superreiche Schnösel, Bierdermänner und jugendliche Patrioten) habe ich zuhause niemand davon erzählt. Wenn man diesen Klischees (die es aber auch wirklich gibt auf der Insel) aus dem Weg geht (also nicht zu Gosch und zur Sansibar tapert), dann ist das eine wunderschöne Insel mit toller Natur.
Schwimmbad/Sauna Das Schwimmbad hat jeden Abend und jedes Wochenende offen. Die Sauna auch.
Wie schon andere berichtet haben: Das Essen war nicht gut, Frühstück war immer gleich, das Mittagessen wenig Schmackhaft und das Abendessen geradezu öde. Die Köche verstehen von vegetarischer Ernährung gar nichts. Sehr traurig im Jahr 2024. Ernährung wie vor 30 Jahren. Dazu: die Salate und der Käse stehen so, dass sich in den vegetarischen Salaten/Bereichen immer wieder Wurstreste finden. Ich fand es oftmals einfach nur ecklig und habe mir selbst Sachen mit zum Essen genommen (auch wenn das verboten ist). Ansonsten ist man auch weißen Tischdecken und die Bedienungen sind freundlich. Was habe ich gemacht: bin halt öfters extern Essen gegangen oder habe mir beim Supermarkt was geholt.
Zimmer. Man bekommt ein Zimmer im Gartenhaus, im Kurhaus oder im Seehaus. Die Zimmer sind unterschiedlich groß und unterschiedlich ausgestattet. Manche haben 12 qm und kaum Platz und nur ein kleines Fenster, andere bekommen hotelartige Zimmer mit Terrasse, Balkon, Sofa und viel Platz. Das Seehaus ist meist den Selbstzahlern, Privatpatienten vorbehalten und hat den höchsten Standart. Die Zimmer im EG im Kurhaus haben eine Terrasse und sind wohl groß. Im Gartenhaus waren etliche sehr unzufrieden über ihre Zimmer. Eine Auswahlmöglichkeit haben Rentenversicherungspatienten nicht. Man muss nehmen was man bekommt. Bei einer Verlängerung wird man meist downgegrated.
Mitpatienten. Sehr viele Menschen auf einem Fleck, viele auch aus der Ferne (Schwaben, Sachsen, Bayern). Mein Eindruck war, die wollten alle nach Sylt. Trotzdem wird gemeckert an allem und gerne wird darüber gesprochen. Über das Empfangsperdonal eure sehr hergezogen, dabei müsste einem klar sein, dass die wirklich einen harten Job haben und ihn eigentlich auch wirklich gut machen. so ist das wohl heutzutage, wenig Dankbarkeit. Erklärt dann auch manche Wahlergebnisse (AfD/Bsw). Das war an manchen Tischen kaum zu ertragen. Auch der gemeine Corona-/Impfleunger hat ein Anrecht auf eine Reha. Auch wenn er alles besser weiß. (Woher auch immer). Trotzdem: es gibt die guten Leute, netten Mitpatienten und neuen Freunde.
Fazit: Vielen Dank liebe Nordseeklinik 9 von 10 Punkten. Danke auch an die Rentenversicherung! Mir hat es wirklich geholfen und ich gehe gestärkt wieder zur Arbeit und in meinen Alltag. Wenn ich darf… komme ich wieder.