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Forscher des Weizmann Instituts haben im Jahr 1999 ein Protein identifiziert, das einen wichtigen Immunmechanismus steuert - die Reaktionskette, die von Interleukin 18 ausgelöst wird, einem Molekül, das zu der großen Gruppe der Zytokine (immunologische Botenstoffe) gehört. Interleukin 18 spielt in den ersten Phasen der Immunreaktion eine wichtige Rolle, in dem es auf molekularer Ebene Befehle übermittelt, die den Aktionzustand von T-Zellen bestimmen.
Die Studie wurde in der Zeitschrift "Immunity" veröffentlicht und entstand in Zusammenarbeit mit Professor Charles A. Dinarello vom Medizinischen Forschungszentrum der Universität Colorado.
Die Forscher nannten ihr neu isoliertes Molekül IL-18BP, eine Abkürzung für Interleukin-18 Bindungsprotein. Wenn man IL-18BP Mäusen im Tierversuch injizierte, so unterbrach es fast vollständig die Produktion von Interferon-Gamma, einem der wichtigsten Stoffe, die von T-Zellen unter dem Einfluss von Interleukin 18 abgegeben werden. Da die übermäßige Ausschüttung von Interferon-Gamma durch T-Zellen eine Autoimmunreaktion hervorrufen kann, lassen diese Resultate darauf schließen, daß IL-18BP eines Tages als Grundlage für medizinische Wirkstoffe gegen Autoimmunkrankheiten dienen wird. Klinische Studien in dieser Richtung wurden jedoch bisher noch nicht durchgeführt.
IL-18BP könnte außerdem die Entwicklung eines neuen Wirkstoffs zur Unterdrückung des Immunsystems bei Organtransplantationen ermöglichen. Da es ein natürliches Protein ist, könnte IL-18BP weniger Nebenwirkungen hervorrufen als die derzeit für diese Zwecke gebräuchlichen Mittel. Die Untersuchung wurde von der Ares-Serono-Gruppe und vom NIH unterstützt.
Quelle: idw - Informationsdienst Wissenschaft, 30.3.1999
Redaktion
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Immunzellen des Körpers senden lösliche Botenstoffe (Interleukine) aus, um die Kommunikation unter einander aufzunehmen und die Immunantwort des Körpers auf Eindringlinge wie Bakterien, Viren, Pilze und allergisierende Stoffe zu regulieren. Ein neuer derartiger Botenstoff ist im Jahr 2000 entdeckt worden: das sogenannte Interleukin-22 (IL-22). Er wird vor allem von bestimmten Immunzellen – aktivierten T-Zellen und Natural-Killer-Zellen – produziert.
Über die Funktion von IL-22 war bis dahin wenig bekannt. Dann hatte eine Arbeitsgruppe um Dr. Robert Sabat mit Immunologen und Dermatologen der Charité und der Schering AG mehr Licht ins Dunkel gebracht. Ihre Untersuchungen veröffentlichten die Forscher im Fachblatt "Immunity" (Ausgabe 2/2004).
Die Wissenschaftler fanden heraus, dass IL-22 nicht wie andere Interleukine als Kommunikator zwischen Immunzellen wirkt und auch nicht die Vermehrung und die Aktivität von Abwehrzellen (T-Zellen, B-Zellen, Monozyten) anregt. Vielmehr fördert es die unspezifische Abwehrkraft der Gewebe.
Wie Kerstin Wolk damals sagte, galt IL-22 als das erste Interleukin, dass zwar in Immunzellen gebildet wird, aber ausschließlich auf Gewebezellen wirkt. Das ist besonders wichtig für Gewebe, die ständigen Kontakt mit der Außenwelt haben. Dazu gehören die Haut und die Schleimhäute des Atem- und des Verdauungstraktes sowie die Leber, die Nieren und die Bauchspeicheldrüse.
In diesen Geweben finden sich Zellen, die in großer Zahl Andockstellen (Rezeptoren) für IL-22 auf ihrer Oberfläche tragen. Die Zahl dieser Rezeptoren wird während einer Entzündung erhöht. Je mehr IL-22 auf die Zellen einwirkt, desto mehr werden diese Zellen angeregt, sogenannte Defensine zu bilden. Defensine sind kleine Peptide und wirken wie natürliche Antibiotika - also Stoffe, die eindringende Keime vernichten können. Defensine gehören also zur unspezifischen – das heißt, nicht mit speziellen Immunzellen verbundenen – Abwehrkraft des Körpers.
Besonders empfänglich für IL-22 sind Hautzellen. In diesen Zellen werden daher auch viele Defensine gebildet - und zwar besonders stark in den Zellen von Patienten mit chronischen Hauterkrankungen wie der Schuppenflechte.
Es scheint, als wehre sich der Körper mit Hilfe von Defensinen gegen Keime, die durch die ständig entzündete Haut leicht eindringend können. Dabei spielt das IL-22 wahrscheinlich eine herausragende Rolle. Diese Zusammenhänge dürften, so Dr. Sabat, für die zukünftige Behandlung von Hautkrankheiten und anderen chronischen Leiden Bedeutung erlangen.
Quelle: idw, 18.08.04
Redaktion
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Th22-Zellen können den Körper vor Entzündungen schützen und die Wundheilung unterstützen. Die Th22-Zellen sind eine Untergruppe von T-Helferzellen. T-Helferzellen sind weiße Blutkörperchen, die dazu beitragen, andere Immunzellen zu aktivieren, wenn der Körper von Viren oder Bakterien befallen wird. Gleichzeitig helfen sie, eigenes Gewebe zu tolerieren, Entzündungen zu verhindern oder diese einzudämmen.
Im Fachmagazin "Journal of Clinical Investigation" stellten Dr. Stefanie Eyerich und Dr. Kilian Eyerich zusammen mit ihren Kollegen vom Imperial College London und dem Istituto Dermopatico dell'Immacolata in Rom ihre Entdeckung im Jahr 2009 vor.
Die Forscher vom Helmholtz Zentrum München und dem Zentrum für Allergie und Umwelt der Technischen Universität München (ZAUM) entdeckten zusammen mit ihren Kollegen aus London und Rom die Th22-Zellen bei der Analyse von Hautproben von Patienten mit Psoriasis, atopischem Ekzem und allergischer Kontakt-Dermatitis.
"Bei der Gewebeuntersuchung fielen uns T-Zellen auf, die primär durch das Signalmolekül Interleukin-22 charakterisiert sind", erklärt die Erstautorin der Studie Dr. Stefanie Eyerich. Th22-Zellen können zur Wundheilung beitragen. Gleichzeitig warnen sie unsere Hautzellen vor Umweltgefahren und regen diese dazu an, sich selbst zu schützen. Sie können zudem helfen, die Barriere der Haut und möglicherweise auch der Lunge zu stärken, indem sie Zellen anregen, mehr Kollagen zu produzieren.
Die Münchener Forscher und ihre Kollegen untersuchen seit ihrer Entdeckung die Entstehung der Th22-Zellen und erforschen Th22-spezifische Gene, die zur Entwicklung selektiver und effektiver Therapien für Patienten mit chronischen Haut- und Atemwegserkrankungen beitragen sollen.
Wie andere T-Helferzellen gehören Th22- Zellen zu einem Teil des Immunsystems, das schädliche Pathogene auch nach langer Zeit wieder erkennen kann. Dies bedeutet, dass jegliche Behandlung, die auf diese Zellen abzielt, einen potentiellen Langzeitwirkungseffekt hat.
Andere Interleukine sind bereits Angriffspunkt von Medikamenten. Ustekinumab (Stelara) zum Beispiel reguliert die Interleukine 12 und 23. Bei diversen Pharmafirmen sind Wirkstoffe in Tests, die Interleukine regulieren sollen.
idw/cl
Redaktion
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Z

Zytokine
Zytikine sind Gewebshormone, die als Botenstoffe fungieren und für die Kommunikation zwischen Zellen verantwortlich sind. Sie wirken in der unmittelbaren Umgebung ihrer Bildungsstelle. Eine Untergruppe davon sind die Interleukine oder der Tumornekrosefaktor-alpha (TNFa). Unterschieden werden entzündungsfördernde und entzündungshemmende Zytokine.
Redaktion
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Y

Hier erklären wir Begriffe rund um die Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis, die mit Y beginnen. Gerade sind uns noch keine begegnet.
Redaktion
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X

XP23829 oder Tepilamidfumarat
XP23829 ist der Name einer Substanz, die für die Behandlung der Psoriasis erforscht wird. Es handelt sich dabei um eine Therapie in Tablettenform.
Die Substanz wird im Körper zu Monomethyfumarat umgewandelt. Das soll magenverträglicher sein und weniger Flushs hervorrufen als Dimethylfumarat, das beispielsweise in Fumaderm oder Skliarence steckt.
In einer Phase-I-Studie ging es um die Zahl der Lymphozyten und die eosinophilen Granulozyten (kurz: Eosinophile) im Blutbild. Erstere waren nach 12 Tagen Behandlung (von Gesunden) geringer, Letztere mehr. Acht bis zehn Tage nach der letzten Medikamentengabe hatten sich die Werte normalisiert.
Mitte 2014 startete eine Phase-II-Studie.
Entwickelt wurde XP23829 von der Firma XenoPort, die an die Firma Arbor Pharmaceuticals verkauft wurde. Die Firma Dr. Reddy's erwarb die Rechte für die Entwicklung und Vermarktung in der USA und wollte den Wirkstoff auch für die Behandlung der Multiplen Sklerose weiterentwickeln.
Zum Weiterlesen
Berichte über Nebenwirkungen in einer Phase-II-Studie
Redaktion
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W

"Wehr Dich gegen Psoriasis"
 „Wehr Dich gegen Psoriasis“ ist eine Kampagne der Firma Celgene in Österreich. Unterstützt wird die Kampagne von den Selbsthilfeorganisationen „Pso Austria“ und „Forum Psoriasis“.
Ein Motto ist „Blockiert Psoriasis dein Leben?“, verbunden mit dem Aufruf „Lass nicht zu, dass Psoriasis dein Leben blockiert. Wehr dich jetzt!“ Damit zielt die Kampagne wie die von Novartis auf psychische Aspekte der Schuppenflechte.
Es gab eine Internetseite zur Kampagne, auf der Informationen, Ärzte-Adressen und dieser Film zu finden sind.
In einem anderen Video ist ein "Making of" zu sehen:
https://player.vimeo.com/video/182556150?app_id=122963
Die internationale Version der Aktion heißt „Rise Against Psoriasis“.
 
 
Redaktion
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V

Vasokonstriktion
Engstellung der Gefäße
VB-201
VB-201 war der Name einer Substanz, die sich in klinischen Tests befand. Zu Beginn der Erforschung lief sie auch unter dem Namen CI-201.
Dieser Wirkstoff war in Phase-II-Studien getestet worden – sowohl im Einsatz gegen die Psoriasis als auch gegen Colitis ulcerosa. Danach stellte die Firma VBL Therapeutics die Entwicklung ein. Die Substanz verfehlte das gesteckte Ziel – was meist heißt: Die Psoriasis besserte sich nicht ausreichend.
VB-201 wurde oral (als Tablette oder Kapsel) verabreicht.
Einzelheiten über den klinischen Test von VB-201 in Deutschland sind im Verzeichnis europäischer Studien nachzulesen.
Verfallsdatum
Das Verfallsdatum – zumindest im Zusammenhang mit der Psoriasis – ein Begriff aus dem Bereich der Apotheke bzw. der Pharmazie. Es wird auch als Laufzeit bezeichnet. Das Verfallsdatum gibt an, wie lange ein Medikament verwendbar ist, so lange die Packung nicht angebrochen wurde.
Vidofludimus
Vidofludimus ist ein neuer Wirkstoff, der einmal für die Therapie der Schuppenflechte erforscht wurde.
Der Wirkstoff hemmt zum einen die Vermehrung von Immunzellen und löst deren programmierten Zelltod (Apoptose) aus. Zum anderen blockiert der Wirkstoff gezielt die Bildung der beiden entzündungsfördernden Zytokine (Botenstoffe) Interleukin 17A (IL-17A) und IL-17F.
Therapeutisches Potenzial zeigte Vidofludiumus bei mehreren Autoimmunerkrankungen wie Lupus, Psoriasis, Multiple Sklerose oder bei der Transplantat-Abstoßung, allerdings erst in präklinischen Modellen – also, bevor überhaupt Studien beginnen.
In ersten Versuchen lief der Wirkstoff noch unter dem Namen 4SC-101.
Der Wirkstoff soll oral verabreicht werden – sprich: als Tablette oder Kapsel.
Entwickelt wurde Vidofludimus von der Firma 4SC AG. Später wurde er an die Immunic AG verkauft. Dort wird daran zwar unter dem Kürzel IMU-838 weitergeforscht, aber nicht mehr für den Einsatz bei Psoriasis.
Vitamin D
Vitamin D ist ein fettlösliches Vitamin zur Regulation des Kalziumstoffwechsels. Im Bereich der Psoriasis gibt es mehrere Wege, sich dem Thema Vitamin D zu nähern.
Zum einen gibt es Salben und Cremes mit Vitamin D3, die die Schuppenflechte lindern können. Dieses Vitamin D3 ist mit dem Vitamin D verwandt. Die Wirkstoffe werden auch Vitamin-D3-Analoga genannt. Ein Beispiel ist der Wirkstoff Calcipotriol. Vitamin-D3-Präparate haben sich auch in Kombination mit Glukokortikoiden (Kortison) bewährt.
Zum anderen gibt es den Vitamin-D-Spiegel im Blut. Bei Menschen mit Psoriasis ist der häufiger unter dem Normwert (z.B. dokumentiert hier). Deshalb sollte ein Arzt  bei einem Verdacht der Unterversorgung den Vitamin-D-Spiegel ruhig einmal testen. Aber das gilt eben nicht für jeden, der Psoriasis hat.
Unsere Meinung: Lass dich nicht verrückt machen. Ein Test gibt Gewissheit, und ohne Test sollte niemand vorschnell Vitamin-D-Tabletten nehmen.
Tipps zum Weiterlesen
Blockieren Sonnencremes das natürliche Vitamin D?
(Die Zeit, 12.08.2013)
Der Mensch im Allgemeinen braucht Vitamin D, der Psoriatiker nimmt’s noch zusätzlich mit Bestrahlungen oder Cremes auf. Was ist aber eigentlich im Sommer, wenn Sonnencremes vor Verbrennungen schützen sollen? Führt das nicht dazu, dass wir weniger Vitamin D aufnehmen?
 
 
Redaktion
Redaktion

U

Ultimma
Ultimma-1 war der Name einer Studie. Darin wurden der Wirkstoff Risankizumab bzw. das Medikament Skyrizi, das Medikament Stelara und ein Placebo miteinander verglichen. Es ging um die Wirkung bei mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte. Für diese Studie zeichnete die Firma AbbVie verantwortlich.
Ultimma-2 ist ebenfalls der Name einer Studie aus dem gleichen Haus. Dabei geht es um die längerfristige Anwendung auch wieder von Risankizumab bzw. Skyrizi, Stelara und einem Placebo, diesmal aber bei Psoriasis arthritis.
"Unbeschwert mit Schuppenflechte"
 „Unbeschwert mit Schuppenflechte“ ist eine Kampagne der Pharmafirma Novartis. Im September 2016 startete die Firma Fernsehwerbung, eine Internetseite und eine Reihe von Beiträgen in sozialen Netzwerken.
Kann man unbeschwert mit Schuppenflechte leben? Wenn es nach Novartis geht – ja 🙂
Mit der Kampagne sollen Menschen mit Schuppenflechte dazu bewegt werden, mit einem Hautarzt über ihre Erkrankung zu sprechen. (Das ist grundsätzlich auch unser Anliegen: Jeder, der etwas gegen seine Schuppenflechte tun will, sollte einen Hautarzt haben, dem er vertraut. Für welche Behandlung man sich am Ende entscheidet, ist eine andere Frage.) In der Werbung und auf der Internetseite wird u.a. stark auf die Einschränkung der Lebensqualität für Menschen mit Psoriasis eingegangen.
Novartis beschreibt die Ziele der „Patienteninitiative“ so:
Die Firma hat die Schuppenflechte nicht einfach so lieb, sondern ein Medikament dagegen auf dem Markt: Cosentyx ist ein Vertreter der sogenannten Biologika. In unserer Community berichten Anwender von ihren Erfahrungen mit Cosentyx.
Kritiker vermuten hinter Kampagnen wie dieser ein sogenanntes Disease Mongering.
In der Kritik steht in diesem Zusammenhang vor allem die Pharmaindustrie, die neue Krankheitsbegriffe prägt, bestehende Begriffe ausweitet oder bestimmte Mängel oder Symptome dramatisiert, um sich neue Absatzmärkte zu erschließen.
(Quelle: Wikipedia)
Der Slogan „Unbeschwert mit Schuppenflechte“ und die Werbung wurden und werden auch von Nutzern in sozialen Netzwerken diskutiert:
Die Werbung lief im Frühjahr 2017 im Fernehen unter anderem während Sendungen wie „Germanys next Topmodel“ (GNTM) oder „All inclusive“.
unverblindet
Bei einer unverblindeten Studie wissen Arzt und Patient, welchen Wirkstoff der Patient bekommt – im Gegensatz zu einfach– oder doppelblinden Studien.
Upgrade-Kriterium
Upgrade-Kriterien sind bestimmte Merkmale der Schuppenflechte, die dazu führen können, dass der Schweregrad der Erkrankung höher eingestuft wird - also von leicht auf mittelschwer oder schwer. Das ist wichtig, weil der Schweregrad entscheidend dafür ist, welche Behandlungsmöglichkeiten in Frage kommen. Folgende Faktoren gelten als Upgrade-Kriterien:
Psoriasis im Gesicht oder an den Händen: Hier ist die Belastung für Betroffene besonders hoch, da die Hautveränderungen für andere sichtbar sind. Das kann zu Diskriminierung führen und die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Psoriasis im Genitalbereich: Ist der Intimbereich betroffen, fühlen sich viele Patienten unwohl und können ihre Sexualität nicht mehr unbeschwert ausleben. Starker Juckreiz: Quälender Juckreiz raubt vielen Betroffenen den Schlaf und führt zu Erschöpfung und psychischem Stress. Psoriasis der Kopfhaut: Eine ausgeprägte Schuppenflechte auf der Kopfhaut ist wegen der Haare schwierig zu behandeln. In manchen Fällen kommt es sogar zu Haarausfall und Narbenbildung. Befall von Handflächen und Fußsohlen: Sind diese Bereiche betroffen, können starke Schmerzen auftreten. Alltägliche Tätigkeiten und die Arbeit werden dann zur Qual. Nagelpsoriasis: Wenn mindestens zwei Fingernägel befallen sind und sich ablösen, schränkt das die Lebensqualität ein und kann schmerzhaft sein. Therapieresistente Plaques: Lassen sich die Hautveränderungen durch äußerliche Behandlung mit Cremes und Salben nicht ausreichend bessern, kann eine Eskalation der Therapie nötig sein. Liegt eines oder mehrere dieser Kriterien vor, können Hautärzte aus einem größeren Behandlungsspektrum wählen. So lässt sich für jeden Patienten die passende individuelle Therapie finden, um die Lebensqualität deutlich zu verbessern.
Urea
Urea (Harnstoff) ist oft in Feuchtigkeitscremes zu finden. Er wird gern in der Psoriasis-Therapie begleitend eingesetzt. Damit soll die Feuchtigkeit in der Haut länger gespeichert bleiben.
Urea wird bei Psoriasis oft in höherer Konzentration verwendet als bei Neurodermitis. Menschen mit Neurodermitis reagieren empfindlicher darauf. Bei kleineren Kindern sollte Harnstoff mit großer Vorsicht angewendet werden – es brennt bei ihnen stärker als bei Erwachsenen.
Urtikaria
Urtikaria ist der Fachbegriff für die Nesselsucht. Sie äußert sich mit Quaddeln an der Haut, die noch dazu meist jucken. Die Quaddeln sehen ungefähr so aus, als wenn man gerade eine Brennessel berührt hat. Die Urtikaria kann mehrere Ursachen haben – zum Beispiel physikalische Reize wie Druck, Reibung, Wärme, Kälte oder Licht. Auch Infektionen oder eine allergische Reaktion sind als Ursache denkbar.
UV-A
UV-A ist ultraviolette Strahlung mit einer Wellenlänge zwischen 314 und 380 Nanometern. Im Bereich der Psoriasis wird sie beispielsweise bei der PUVA-Therapie eingesetzt.
UV-B
UV-B ist ultraviolette Strahlung mit einer Wellenlänge zwischen 280 und 315 Nanometern. Sie kommt oft in der Behandlung einer leichten bis mittelschweren Schuppenflechte zum Einsatz.
Redaktion
Redaktion

T

Im Psoriasis-Lexikon erklären wir Begriffe rund um die Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Hier sind Begriffe, die mit T beginnen.
T-Zellen
Bei T-Zellen, auch T-Lymphozyten genannt, handelt es sich um weiße Blutkörperchen, die Teil des Immunsystems sind. Sie lösen entweder eine Antwort des Immunsystems aus (dann heißen sie T-Helfer-Zellen) oder greifen Zellen an, die sie als fremd erkennen (dann heißen sie Killerzellen). Eine sehr viel ausführlichere Erklärung gibt's bei der Rheuma-Liga.
T-Zellen reifen im Thymus aus, womit dann auch ihr Name erklärt ist.
Thalasso
Thalasso nutzt die Heilkraft des Meeres und die Reizfaktoren des Küstenklimas zur Aktivierung des Organismus (z.B. Sprudelbäder, Algen- oder Meersalzbäder).
Thrombozyten
Das sind die Blutplättchen. Sie sind für die Blutgerinnung verantwortlich.
Timolumab
Timolumab ist ein Wirkstoff, der einmal in einem Medikament zur Behandlung der Schuppenflechte eingesetzt werden sollte. Anfangs hatte er die Abkürzung BTT-1023.
Es handelt sich um einen vollständig menschlichen Antikörper. 36 Patienten mit Psoriasis in Europa bekamen das intravenös verabreichte Medikament. In der Studie ging es um Sicherheit, Verträglichkeit und die Beobachtung der Dosis. Zuvor gab es eine Studie für die Behandlung bei Rheumatoider Arthritis. Seit den ersten Ergebnissen im Jahr 2010 ist es still um die Substanz geworden.
Entwickelt wurde der Wirkstoff von Biotie Therapies Oy (Finnland) und Roche.
TNFα (oder TNF-Alpha)
TNFα heißen ausgesprochen: Tumornekrosefaktor-alpha. Es ist ein entzündungsförderndes Zytokin mit verschiedenen Effekten. Zum Beispiel kann es eine Immunantwort stimulieren. Im Gelenk wird es von den Makrophagen produziert. Dabei wirkt es auf folgende Zellen:
Granulozyten Endothelzellen Fett- u. Muskelzellen Monozyten/Makrophagen TNFa aktiviert Interleukin-1, wird aber auch durch IL-1 reguliert. TNFa hat jedoch noch eine Reihe von anderen Aufgaben im Körper, von denen bislang nur wenige bekannt sind.
Bei der Behandlung der Psoriasis kommen TNFα-Blocker zum Einsatz. Die verhindern die entzündungsfördernde Wirkung des Zytokins TNFa.
Außerdem gibt es die TNFα-Rezeptoren. Die binden TNFα, fangen es weg.
topisch
Ein Arzt sagt schnell mal „Wir fangen mit einer topischen Therapie an“. Doch was ist das?
„Topisch“ heißt nichts anderes als „äußerlich“ oder „von außen“. Eine topische Therapie findet also immer auf der Haut statt. Dafür kommen Cremes, Salben, Gels, Schäume und eben alles, was man irgendwie auf die Haut auftragen kann, in Betracht.
Trigger
Trigger sind so etwas wie Auslöser, Verstärker oder Anheizer – im Bereich Psoriasis also so etwas wie ein Faktor, der eine Schuppenflechte auslösen oder verschlimmern kann. Wir haben eine Liste solcher Trigger.
Triglyceride
Triglyceride sind Fette. Sie werden auch Neutralfette genannt. Sie gelangen mit dem Essen in den menschlichen Körper. Manche Triglyceride produziert der Körper selbst aus Teilen der Nahrung.
Auf jeden Fall schwirren die Triglyceride im Blut herum. Dort nehmen sie den Weg zu den Fettdepots. Am Ende liefern sie dem Körper Energie. Zuviel davon aber ist ungesund.
TSO
TSO ist (oder war) eine Behandlungsmethode, die auch für die Therapie der Schuppenflechte, konkret der Psoriasis vulgaris, getestet wird (oder wurde). Hier werden Eier des Schweinepeitschenwurm (Trichuris suis) eingesetzt. In Deutschland laufen bislang wenige Studien zur Anwendung von bei anderen Krankheiten.
In früheren Untersuchungen war auch von CNDO-201 die Rede. Es handelt sich um eine orale Therapie – also als Tablette oder Kapsel.
Die Firma Coronado Biosciences hat im Dezember 2013 einen Antrag bei der US-Behörde FDA gestellt, um eine Phase-II-Studie beginnen zu können. Dabei sollte die Therapie mit den Eiern des Schweinepeitschen-Wurms 12 Wochen lang bei Patienten mit einer Plaque Psoriasis getestet werden – gegen ein Biologikum.
Diese Studie ist nie durchgeführt und 2015 zurückgezogen worden.
Zum Weiterlesen
Weitere Informationen beim Hersteller bei Wikipedia über den Einsatz von Trichuris suis („Schweinepeitschenwurm“) beim Menschen Eintrag im europäischen Verzeichnis klinischer Studien
Redaktion
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S

Im Psoriasis-Lexikon erklären wir Begriffe rund um die Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Hier sind Begriffe, die mit S beginnen.
Salicylsäure
Salicylsäure ist ein Wirkstoff zum Ablösen großer Schuppen. Ihren Ursprung hat sie in der Weidenrinde.
Schub
Ein Schub ist ein in unregelmäßigen Abständen auftretendes Erscheinen einer Erkrankung. Als Schub wird auch die zeitweilige Verschlechterung des Krankheitsverlaufs bezeichnet.
Für viele Menschen mit Psoriasis sind Schübe leider normal: wenn sich die Erkrankung gerade mal wieder förmlich austobt und danach wieder (etwas) besser wird und Ruhe gibt. Andere Psoriatiker wiederum kennen gar keine Schübe – bei ihnen ist die Schuppenflechte immer gleich schlecht.
Scratch-Test
Der Scratch-Test ist ein Allergie-Test. Dabei wird die Haut eingeritzt, dort werden die Allergene eingebracht.
SF-36
Der Begriff SF-36 kommt aus dem Englischen und heißt „Short form Health Survey“ – ein Fragebogen zur Erhebung des Gesundheitszustandes. Der SF-36 wurde konzipiert, um den körperlichen und geistigen Gesundheitszustand von Patienten, unabhängig von Alter, Erkrankung und Behandlung z. B. in klinischen Studien zu erfassen. Er ist das am häufigsten eingesetzte und am besten anerkannte Bewertungsinstrument. Er untersucht u. a. folgende Bereiche: Einschränkung körperlicher Aktivitäten durch den derzeitigen Gesundheitszustand, Einschränkung sozialer Aktivitäten, Einschränkungen bei der Arbeit, Schmerzintensität, allgemeiner mentaler und körperlicher Gesundheitszustand, Schwierigkeiten durch seelische Probleme sowie Vitalität.
Sonographie
Die Sonographie ist eine Untersuchungsmethode. Wir kennen sie auch als Ultraschall. Dabei werden die Weichteile dargestellt. Zu sehen ist auch, ob mehr Flüssigkeit in den Gelenken ist als üblich oder ob die Gelenkschleimhat verdickt ist.
Staphylokokken
Staphylokokken sind Bakterien, die in Form einer Kugel existieren und unbeweglich sind. Sie liegen im Körper in kleinen Haufen zusammen und erinnern dann an kleine Weintrauben. Warum wir das erklären? Weil sie unterschiedliche Entzündungen hervorrufen können – eben auch in der Haut.
Statistisch signifikant
"Statistisch signifikant" bedeutet nicht notwendigerweise "deutlich". Statistische Signifikanz bezieht sich darauf, dass ein Ergebnis nicht zufällig ist. Es bedeutet, dass genügend Beweise vorliegen, um zu sagen, dass ein Effekt existiert. Ein statistisch signifikantes Ergebnis kann jedoch klein und möglicherweise nicht praktisch bedeutsam sein.
Steroid
„Steroid“ ist eigentlich nur eine Kurzform des langen Wortes Glukortikosteroid – von Kortison. Damit werden Entzündungen oder Juckreiz behandelt – im Bereich der Schuppenflechte oft mit Salben, Cremes usw. und nicht mit Tabletten.
Aber Achtung: Anabolische Steroide sind etwas anderes. Die werden beim Body Building zum Aufbau von Muskelmasse genutzt.
Streptokokken
Streptokokken sind rundliche Bakterien, die sich kettenartig anlagern. In der Haut, an Schleimhäuten oder auch in anderen Organen können sie Entzündungen hervorrufen.
Subcutis
Subcutis ist das Fettgewebe in der Unterhaut – die unterste der drei Hautschichten.
subkutan
Subkutan bedeutet: unter die Haut. Wenn ein Medikament subkutan verabreicht wird, wird es dicht unter die Haut gespritzt, sprich: mit einer recht kurzen Nadel meist in die Bauchdecke oder den Oberschenkel, nicht aber in eine Vene.
SYI-2074
SYI-2074 war der Name einer Substanz, die in Studien erforscht wurde. Anfangs hieß die Substanz auch ALT-2074.
Sie sollte bei Psoriasis eingesetzt werden. Eine Phase-II-Studie sollte in Israel im vierten Quartal 2008 beginnen. Erste Ergebnisse wurden für das erste Quartal 2009 erwartet. Es handelte sich wohl um einen TNF-alpha-Blocker, der äußerlich (also als Creme, Salbe oder Gel) angewendet wird. Die Studie wurde „aus finanziellen Gründen“ abgebrochen.
Entwickelt wurde ALT-2074 von der Firma Synvista Therapeutics.
Einzelheiten über die Studie sind im Verzeichnis von klinischen Studien in den USA zu finden.
Zum Weiterlesen
First Dosing of SYI-2074 in Clinical Trial for Psoriasis (Pressemitteilung der entwickelnden Firma) Termination of Clinical Trials of SYI-2074 and Provides Business Update (Pressemitteilung der entwickelnden Firma) Symptom
Ein Symptom ist ein Krankheitszeichen.
Synovialis
eine dünne Haut, die die Gelenke von innen auskleidet und die Gelenkflüssigkeit produziert
systemisch
Systemisch bedeutet so viel wie innerlich. In Bezug auf Medikamente sind immer solche gemeint, die in den Körper kommen (salopp gesprochen), also gespritzt oder geschluckt werden. Der Gegensatz zur systemischen Therapie ist die topische Therapie, also eine, die "nur" von außen, auf die Haut, aufgetragen wird.
Szintigraphie
Szintigraphie (oder Szintigrafie) ist eine Untersuchungsmethode, mit der unter anderem Entzündungen im Körper und dort in den Gelenken erkannt werden können. Deshalb wird sie auch zur Diagnose der Psoriasis arthritis eingesetzt.
Dem Patienten werden dazu schwach radioaktive Stoffe gegeben (gespritzt). Einige Zeit später wird mittels Szintigraphie gemessen, wie viel Strahlung von diesen Stoffen abgegeben wird. Daraus können Mediziner Rückschlüsse ziehen, wie stark zum Beispiel die Durchblutung oder die Aktivität des Stoffwechsels an der Stelle des Körpers ist.
Das Bild, das am Ende einer Szintigraphie entsteht, heißt Szintigramm.
Redaktion
Redaktion

R

Im Psoriasis-Lexikon erklären wir Begriffe rund um die Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Hier sind Begriffe, die mit R beginnen.
randomisiert
"randomisiert" ist der Fachbegriff für "zufällig". Er wird meist im Zusammenhang mit Studien erwähnt. Dann wird zufällig ausgewählt, welcher Patient welches Medikament / welche Therapie bekommt.
Rebound
Rebound ist ein stärkeres Wiederauftreten der Erkrankung nach Absetzen eines Medikamentes. Er kommt etwa vor, wenn Kortisonsalben unsachgemäß angewendet wurden – zum Beispiel zu lange.
Regress
Wenn ein Arzt ein Medikament und Heilmittel in zu hohen Mengen verordnet, kann er in Regress genommen werden - er muss eine Art "Strafe" zahlen. Für Biologics oder immunsupressive Medikamente gibt es jedoch eigene Abrechnungsziffern, die klar machen, dass diese Mittel nicht in das "Budget" des Arztes fallen.
Remission
Remission ist ein vorübergehendes Nachlassen von Krankheitserscheinungen. Im Bereich der Psoriasis spricht man also von Remission, wenn die Stellen mal für eine Weile verschwunden sind.
Retrospektive Studie
Bei einer retrospektiven Studie werden Daten aus bereits abgeschlossenen oder laufenden Studien ausgewertet.
Das Gegenteil einer retrospektiven Studie ist eine prospektive Studie. Dabei werden die Daten zu einer Fragestellung erst ab dem Zeitpunkt des Studienbeginns gesammelt.
Rezeptor
Der Rezeptor ist ein "Teil" an der Oberfläche von Zellen – eine Art Dock. Dort heften sich andere Zellen an, die Informationen übertragen oder eine Reaktion auslösen wollen.
Rezidiv
„Rezidiv“ ist der medizinische Fachbegriff für einen erneuten Krankheitsschub.
Rheuma
Rheuma ist ein ziemlich ungenauer Sammelbegriff für mehr als 200 rheumatische Formen. Eine davon ist die Psoriasis arthritis.
Rheumafaktor
ein Antikörper gegen körpereigene Eiweiße, der im Blut nachweisbar ist. Zeigt oft eine Rheumatoide Arthritis an. Bei Psoriasis arthritis dagegen ist er oft nicht zu finden.
 
 
 
Redaktion
Redaktion

Q

Im Psoriasis-Lexikon erklären wir Begriffe rund um die Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Hier sind Begriffe, die mit Q beginnen. Zugegeben – viele sind es nicht gerade.
QALY
QALY ist die Abkürzung für „Quality Adjusted Life Years“ (qualitätsbereinigte Lebensjahre). Qualitätsbereinigte Lebensjahre bewerten sowohl die Qualität als auch die Menge der restlichen Lebenserwartung eines Patienten.
Jedem Zeitpunkt der (Rest-)Lebenserwartung kann ein Lebensqualitätswert zwischen den Werten 0 (schlechtester gesundheitlicher Zustand) und 1 bzw. 100 (bester Gesundheitszustand) zugeordnet und die Lebensdauer mit diesem Wert gewichtet werden. Ein QALY entspricht dabei einem Jahr bei optimaler Gesundheit.
Bei Kosten-Nutzwert-Analysen werden den zusätzlichen Kosten einer Behandlung die durch sie gewonnen Nutzwerte (QALYs) gegenübergestellt.
Redaktion
Redaktion

P

Im Psoriasis-Lexikon erklären wir Begriffe rund um die Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Hier sind Begriffe, die mit P beginnen.
Parapsoriasis
Parapsoriasis ist ein Begriff für gleich mehrere Hautkrankheiten. Alle diese Hautkrankheiten zeigen sich mit rötlich-schuppenden Veränderungen der Haut, wie es auch die Schuppenflechte tut. Sie sind aber eben keine Schuppenflechte. In unserem Forum tauschen sich dennoch Betroffene mit Parapsoriasis aus, und das ist auch gut so.
PASI
PASI ist die Abkürzung des englischen Begriffes Psoriasis Area and Severity Index. Mit dem PASI wird die Krankheitsaktivität beurteilt. Schwere der Erkrankung sowie Ausdehnung bzw. die befallene Fläche der Krankheit werden bewertet. Er kann Werte zwischen 0 (keine Haut-Stellen) und 72 (vollständiger Befall mit schweren Haut-Stellen) annehmen.
Der Körper wird zur Beurteilung in vier Körperabschnitte unterteilt: Kopf, Rumpf, Arme und Beine, die entsprechend ihres Anteils an der Gesamtoberfläche unterschiedlich gewichtet werden. Für die Beurteilung des Schweregrades werden Erythem, Infiltration bzw. Induration (Hautdicke, Verhärtung) und Desquamation (Schuppung) beurteilt.
Der Index für die einzelnen Körperabschnitte wird anhand einer vorgegebenen Formel berechnet. Der aktuelle PASI-Wert errechnet sich aus der Summe der Indexwerte.
Du kannst Deinen PASI zum Beispiel auf dieser Seite errechnen (lassen).
Pathogenese
Unter Pathogenese versteht man den Verlauf einer Krankheit bei einem Menschen – von der Entstehung bis zu ihrer Entwicklung.
Patientenjahre
Ein Patientenjahr ist eine Maßeinheit, die in klinischen Studien und statistischen Risikobewertungen verwendet wird. Es beschreibt die Gesamtzeit, die alle Patienten zusammen in einer Studie verbracht haben.
Berechnung: Um die Patientenjahre zu berechnen, multipliziert man die Anzahl der Patienten mit der Dauer ihrer Teilnahme an der Studie. Wenn zum Beispiel 15 Patienten über einen Zeitraum von 20 Jahren an einer Psoriasis-Studie teilgenommen haben, ergibt das insgesamt 300 Patientenjahre (15 Patienten x 20 Jahre).
Nutzen: Patientenjahre helfen dabei, das Risiko für bestimmte Ereignisse oder Nebenwirkungen in einer Studie zu bewerten. Dazu teilt man die Gesamtzahl der Patientenjahre durch die Anzahl der Patienten, bei denen das Ereignis oder die Nebenwirkung aufgetreten ist. In unserem Beispiel mit der Psoriasis-Studie: Wenn 6 von 15 Patienten einen Hautkrebs bekommen haben, entspricht das einem Hautkrebs-Fall je 50 Patientenjahre (300 Patientenjahre / 6 Hautkrebs-Fälle).
Anwendung in Arzneimittelstudien: Besonders in Studien zu neuen Medikamenten werden die Ergebnisse oft in Patientenjahren angegeben. Tritt beispielsweise eine schwerwiegende Nebenwirkung bei einem von 1000 Patientenjahren auf, kann das Risiko als akzeptabel eingestuft werden. Durch die Analyse von Patientenjahren können Forscher Trends erkennen und das Risikoniveau für bestimmte Ereignisse oder Nebenwirkungen besser einschätzen. Das hilft bei der Bewertung der Sicherheit und Wirksamkeit von Behandlungen.
PDI
PDI ist die Abkürzung für Psoriasis Disability Index. Der PDI bewertet mit Hilfe von 15 Fragen die gesundheitsbezogene Lebensqualität (LQ) des Patienten in Bezug auf alltägliche Aktivitäten, Berufstätigkeit, persönliche Beziehungen und Therapie. Der PDI wird als eines der nützlichsten Instrumente zur Beurteilung körperlicher Behinderung und funktioneller Beeinträchtigung bei Patienten mit schwerer Psoriasis angesehen. Allerdings erfasst der PDI nicht den Einfluss der Psoriasis auf die Aspekte der psychosozialen gesundheitsbezogenen Lebensqualität wie Selbstwertgefühl, Depression und Ärger.
Der PDI ist in Deutschland nicht sehr gebräuchlich.
Pefcalcitol
Pefcalcitol ist die Bezeichnung für ein Medikament, das in der Behandlung der Schuppenflechte (Psoriasis vulgaris) eingesetzt werden könnte – wenn es alle Tests und Studien übersteht. Hierbei handelt es sich um ein weiteres Vitamin-D3-Präparat in Form einer Salbe, Creme oder eines Gels. Es agiert also in der Klasse von Daivonex und Co. In ersten Untersuchungen trut die Substanz den Namen M518101.

Entwickelt wird Pefcalcitol von der Firma Maruho Europe Limited.

Eine Phase-III-Studie in Österreich wurde im Januar 2015 beendet.
Pen
Ein Pen ist ein Gerät, mit dem man sich selbst Spritzen setzen kann. Die meisten Biologika sind zum Beispiel als Pen zu haben. Damit fällt es vielen Menschen leichter, sich eine Spritze zu geben. Manchmal werden die Geräte auch Autoinjektor genannt.
PGA
PGA ist eine Abkürzung für „Physician’s Static Global Assessment“. Schlussendlich handelt es sich dabei um eine Zahl.
Mit Hilfe des PGA wird die Veränderung des Erkrankungszustands zu Beginn und im Verlauf der Behandlung verglichen. Ähnlich wie beim PASI werden Erythem, Schuppung und Hautdicke erfasst.
Der PGA basiert auf einer 6-Punkte-Skala von 0 (erscheinungsfrei) bis 5 (schlechtester Wert). Das Ansprechen auf die Therapie gegenüber den Ausgangswerten wird als schlecht (0-24 %), mäßig (25-49 %), gut (50-74 %), sehr gut (75-99 %) oder vollständig abgeheilt (100 %) beurteilt.
Phytotherapie
Eine Phytotherapie ist die Behandlung mit Wirkstoffen aus Pflanzen – frisch, als Droge oder Extrakt.
Placebo
Ein Placebo ist ein Medikament, das nur so aussieht, als wäre es eins. In Wirklichkeit ist nichts enthalten, was irgendetwas bewirken könnte.
Placebos werden auch Scheinmedikamente genannt.
Verwendet werden sie meist in Studien. Dann bekommen die einen Teilnehmer ein echtes Arzneimittel, zum Beispiel eine Tablette. Die anderen Teilnehmer bekommen ein Placebo – eine Tablette, die genauso aussieht wie das Original. So will man herausbekommen, wie das Arzneimittel wirkt, welche Nebenwirkungen es im Vergleich zum Placebo hat etc.
PML
PML ist die Abkürzung für Progressive multifokale Leukenzephalopathie. PML führt zu Symptomen am Nervensystem. Das können sein:
Sprachstörungen Bewegungsprobleme Störungen des Fühlens Lähmungen Gesichtsfeldausfälle kognitiven Störungen Konzentrationsstörungen Verwirrtheit epileptische Anfälle Im Zusammenhang mit der Psoriasis ist die PML eine mögliche schwere Nebenwirkung von Medikamenten. Sie war beispielsweise Grund dafür, dass der Hersteller die Zulassung des Biologics Raptiva ruhen lässt.
PML kann auch bei der Therapie mit Fumaderm bzw. Dimethylfumarat auftreten – wenn regelmäßige Blutkontrollen nicht ernst genommen werden. Aber nach wie vor gilt: Es ist eine seltene Komplikation.
Polyarthritis
Entzündung mehrerer oder vieler Gelenke
Polyhexanid
Polyhexanid ist eine chemische Substanz. Sie wird für gewöhnlich zur Behandlung von Wunden und gegen Keime eingesetzt.
Ponesimod
Ponesimod ist der Name einer Substanz, die derzeit in klinischen Studien erforscht wird. Sie soll bei Psoriasis vulgaris eingesetzt werden. Anfangs hieß die Substanz auch ACT-128800. Es handelt sich dabei um eine orale Therapie – also eine Tablette oder Kapsel.
Einzelheiten über die Studien sind im Verzeichnis von klinischen Studien in Europa zu finden – einmal über eine Studie in Deutschland und einmal über eine Studie in anderen europäischen Ländern.
Die Studien befanden bzw. befinden sich in Phase II, seither ist es ruhig um die Entwicklung des Wirkstoffs für die Psoriasis-Behandlung. Fortgesetzt wurde die Erforschung für die Behandlung der Multiplen Sklerose. Für diese Indikation wurde ein Antrag auf Zulassung in der EU gestellt.
Entwickelt wurde Ponesimod von der Firma Actelion. Die wurde später von der Firma Janssen gekauft.
Zum Weiterlesen
Informationen über den Wirkstoff im MS-DocBlog Prick-Test
Der Prick-Test ist ein Allergie-Test. Hier werden die Allergene mit winzigen Nadeln unter die Haut gebracht. Keine Panik – die Haut wird eher nur angeritzt.
Proaktives Management
Das proaktive Management meint, dass eine Therapie zwischen zwei Psoriasis-Schüben angewendet wird – auch wenn gerade keine Schuppenflechte-Stellen da sind. Damit soll der nächste Schub herausgezögert werden. Praktisch bedeutet es, dass eine äußerliche Therapie an zwei Tagen pro Woche auf die Nicht-mehr-Stellen aufgetragen wird, beispielsweise am Montag und am Donnerstag.
Proliferation
Proliferation ist ein anderer Begriff für die Teilung und das Wachstum von Zellen.
prospektiv
„Prospektiv“ heißt vorausschauend. Meist wird das Wort benutzt, wenn es um Studien geht. Bei einer prospektiven Studie wird zuerst festgelegt, welche Punkte in der Studie geprüft werden sollen. Dann werden die Studienteilnehmer genau daraufhin untersucht oder befragt. Bei einer retrospektiven Studie dagegen werden Daten, die schon einmal erhoben wurden, durchforstet.
Prospektive Studie
Bei einer prospektiven Studie werden die Daten zu einer Fragestellung erst ab dem Zeitpunkt des Studienbeginns gesammelt.
Das Gegenteil einer prospektiven Studie ist eine retrospektive Studie. Dabei dagegen werden Daten aus bereits abgeschlossenen oder laufenden Studien ausgewertet.
Prurisol
Prurisol ist ein Wirkstoff, der in Studien für die Anwendung bei Schuppenflechte untersucht wird. Vorher hieß die Substanz KM-133. Entwickelt wird sie von der Firma Cellceutix Pharma.
Prurisol wird oral eingenommen – also als Tablette oder Kapsel. Zunächst laufen die Studien für die Therapie der Psoriasis vulgaris – der am meisten verbreiteten Form der Schuppenflechte.
Im Juli 2010 suchte der Hersteller nach einem Partner für die Weiterentwicklung dieses Wirkstoffes.
Im Mai 2016 meldete die Firma, dass Phase-II-Studien zu Prurisol bei leichter bis mittelschwerer Psoriasis erfolgreich verlaufen waren. Das ist insofern interessant, weil gerade innerliche Medikamente bei Schuppenflechte fast immer „erst“ ab einer mittelschweren Psoriasis getestet und eingesetzt werden, nicht aber schon für eine leichte („milde“) Erkrankung.
Danach sollte eine Studie zur Anwendung bei mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte folgen. Deren Beginn meldete Cellceutix im Juli 2016.
PSOAG
PSOAG war die Abkürzung für die Psoriasis Selbsthilfe Arbeitsgemeinschaft e.V. Das ist ein Dachverband, in dem mehrere Selbsthilfegruppen aus Deutschland zusammengeschlossen sind. Auch das Psoriasis-Netz war dort Mitglied.
PsoBest
PsoBest ist ein Register. Darin werden die Daten von Patienten mit Schuppenflechte und mit Psoriasis arthritis aufgenommen. Praktisch heißt das: Wenn ein Hautarzt jemandem ein innerliches Medikament verschreibt, kann er ihn (oder sie) an das PsoBest-Register melden. Ab dann wird zehn Jahre lang alle drei Monate abgefragt, wie es dem Patienten inzwischen geht, ob er das innerliche Medikament noch nimmt, ob es bei ihm gewirkt hat, welche Nebenwirkungen er bemerkt hat usw. Auch, wenn auf ein anderes innerliches Medikament gewechselt werden muss, wird das in dem Register vermerkt.
Betreiber des PsoBest-Registers sind Versorgungsforscher, die Deutschen Dermatologische Gesellschaft und der Berufsverband der Deutschen Dermatologen. Sie arbeiten für das Register mit den Pharmafirmen zusammen, die innerliche Medikamente zur Behandlung der Schuppenflechte und der Psoriasis arthritis herstellen.
Mit möglichst vielen Daten soll dokumentiert werden, wie wirksam, sicher und verträglich innerliche Medikamente und Biologics wirklich sind. Ermittelt wird auf diese Weise auch, welche Dosis gut ist, wie lange ein Medikament angewendet werden kann oder wie die Kombination mit anderen Mitteln wirkt.
Wenn in einem solchen Register zum Beispiel herausgefunden würde, dass ein Medikament von vielen Patienten nach einem halben Jahr abgesetzt wird, könnte schneller nachgesehen werden, ob es einen gemeinsamen Grund dafür gibt.
Erfasst werden auch Begleiterkrankungen sowie Daten zu Gewicht, Alter usw. Deshalb gab es zum Beispiel zehn Jahre nach Start des Registers diese Daten:
8,2 Prozent der Patienten in diesem Register haben eine Depression. 30 Prozent der Patienten haben eine Adipositas. 28 Prozent haben einen Bluthochdruck. 9 Prozent der Patienten haben Diabetes. Nachzulesen waren sie auf einem wissenschaftlichen Poster, das bei der Jahrestagung des Fachverbands für Dokumentation und Informationsmanagement in der Medizin ausgezeichnet wurde.
Anfang März 2019 waren die Daten von 9752 Patienten im PsoBest-Register zu finden.
Auf der Internetseite zum Register gibt es auch Informationen für Patienten.
PsoBest Kids
wie PsoBest, jedoch konzentriert auf Daten von Kindern und Jugendlichen mit Psoriasis
Psoralen
Psoralen ist ein pflanzlicher Wirkstoff. Er kommt im Bereich der Psoriasis zum Einsatz, wenn die Haut für eine Lichtbehandlung noch empfindlicher gemacht werden soll. Meist wird er als Badezusatz oder in Cremeform angewendet. Es gibt ihn auch in innerlicher Form, doch so wird er kaum oder gar nicht mehr angewendet.
Psoriasiforme Hautveränderungen
Psoriasiforme Hautveränderungen sind Veränderungen auf der Haut, die wie eine Psoriasis aussehen – also wie eine Schuppenflechte. Das sagt noch nicht, dass es sich dabei wirklich um eine Psoriasis handelt.
Wir kennen den Begriff aus der Forschung, wo zum Beispiel bei Mäusen bewusst ein Hautausschlag herbeigeführt wird, der wie eine Psoriasis ist. Daran kann man dann weiterforschen.
Der Begriff „psoriasiforme Hautveränderungen“ wird aber auch verwendet, wenn man nicht sicher ist, welche Hautkrankheit jemand hat. Dann sehen die Hautveränderungen für den Arzt erstmal wie eine Psoriasis aus, er überlegt aber weiter, was wirklich dahinterstecken könnte.
Psoriatische Hautveränderungen dagegen sind schon eindeutiger. Das sind Stellen auf der Haut, die das Symptom einer Psoriasis sind.
Psoriasis plaques
"Psoriasis Plaques" ist ein anderes Wort für die Psoriasis-Stellen. Diese Plaques sind krustenartig erhöhte Flecken auf der Haut. Sie bestehen aus hauptsächlich unvollständig verhornten Keratinozyten. Oft sind diese Plaques auch noch durch Entzündungszellen gerötet.
PsorX LabDisk-Test
Der PsorX-LabDisk-Test ist ein Test, mit dem die richtige Diagnose festgestellt werden kann – ob es sich bei einer Hauterkrankung um eine Psoriasis oder ein Ekzem handelt. Er kann beide Krankheiten nämlich gut voneinander unterscheiden. Dafür wird vom Hautarzt eine Hautprobe entnommen und ins Labor eingeschickt. Der PsorX LabDisk-Test bestimmt dann, wie aktiv die Gene NOS2 und CCL27 in der Haut sind. Wenn Du einen solchen Test machen willst, musst Du Deinen Hautarzt fragen, ob er ihn kennt und macht. Ansprechpartner für den Hautarzt ist die Firma Dermagnostix, die den Test entwickelt hat.
→ Wir haben über den PsorX-LabDisk-Test schon einmal hier berichtet: Psoriasis oder Ekzem, das ist hier die Frage
PSOUL
„PSOUL“ ist ein Magazin, das von der Pharmafirma AbbVie herausgegeben wird. Es richtet sich an Betroffene, deren Familienmitglieder, an Freunde, Ärzte und Arzthelferinnen. In der Zeitschrift soll es um die Erkrankung, um psychische Aspekte, Reisen und Berichte von Betroffenen gehen. Die Beiträge sollen „auch unterhalten und Lust machen, sich mit Schuppenflechte zu beschäftigen“. Jede Ausgabe der Zeitschrift „PSOUL“ soll als Kernstücke eine Patientengeschichte, ein Schwerpunktthema sowie ein medizinisches und ein psychologisches Thema haben.
In der ersten Ausgabe von „PSOUL“ ging es um darum, wo die glücklichsten Psoriatiker leben. Außerdem waren Stigmatisierung und Therapietreue Themen. (Das Thema Stigmatisierung ist übrigens auch Thema des Projektes „In meiner Haut". Dass sich eine Pharmafirma dieses Themas annimmt, kann man auch als geschicktes Trittbrettfahren sehen.)
In der Auftakt-Ausgabe von „PSOUL“ berichtete auch die Influencerin Germaine Pankratz aus ihrem Leben mit Schuppenflechte. Sie war beim Babyschwimmen mit ihrem kleinen Sohn gebeten worden, das Becken zu verlassen, hat aber auch positive Erfahrungen gemacht.
Die Zeitschrift „PSOUL“ ist bei Hautärzten zu finden. Sie soll alle vier Monate erscheinen. Auf der Internetseite zur Zeitschrift kann man das Heft in digitaler Form abonnieren.
psychosomatisch
„psychosomatisch“ sind Beschwerden bzw. Leiden, die auf psychisch-körperlichen Wechselwirkungen beruhen.
PTH
PTH ist die Abkürzung für „Parathyroid hormone“ – ein Hormon der Nebenschilddrüse. Die Firma Manhattan Pharmaceuticals hatte eine Creme mit diesem Hormon ausgetüftelt. In einer Phase-IIa-Studie trat es gegen ein Gel an, das alles enthielt, was die Wirkstoff-Creme auch enthielt – nur eben nicht das Hormon. Wirkstoff-Creme und Gel wirkten gleich gut. Die Firma gab die Entwicklung der Hormon-Creme daraufhin auf und will nun das Gel rezeptfrei für eine leichte Schuppenflechte anbieten.
Mehr ist in einer Pressemitteilung nachzulesen.
PZN
PZN ist die Abkürzung für eine Pharma-Zentranlummer. Es handelt sich sozusagen um eine Bestellnummer für Apotheker. Aber: Jeder Hersteller kann eine PZN für sein Produkt beantragen – unabhängig von erwiesener Wirksamkeit. Wenn ein Anbieter also damit wirbt, dass sein Produkt eine PZN hat, spricht das noch nicht für seine Seriösität.
 
Redaktion
Redaktion

O

Im Psoriasis-Lexikon erklären wir Begriffe rund um die Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Hier sind Begriffe, die mit O beginnen.
Off-Label-Use
„Off-Label-Use“ ist kein urdeutsches Wort. Es bezeichnet den Einsatz von Arzneimitteln außerhalb der Indikation (Krankheit), für die es eigentlich zugelassen wurde. Ein „Off-Label-Use“ ist für gewöhnlich schweren Krankheiten vorbehalten.
Im Bereich der Psoriasis werden manchmal die Neurodermitis-Wirkstoffe Tacrolimus und Pimecrolimus für die Behandlung im Gesicht verschrieben. Mancher Hautarzt wendet das Medikament Toctino bei einer Psoriasis palmoplantaris an, obwohl es „nur“ für die Behandlung eines chronischen Handekzems zugelassen ist. Am Ende muss der Arzt dafür gerade stehen, wenn schwere Nebenwirkungen auftreten oder die Krankenkassen den (vermeintlich) falschen Einsatz monieren.
okklusiv
„Okklusiv“ heißt – zumindest im Bereich der Psoriasis – soviel wie „abgedeckt“. Das meint: Die Haut wird nach Auftragen eines Medikamentes mit Folie oder in abgeschwächter Form mit einer Creme abgedeckt. Das Verfahren verstärkt die Wirkung eines Wirkstoffs.
In diesem Video wird erklärt, wie ein solcher Verband richtig angelegt wird. Eigentlich für Arzthelferinnen, aber auch für Zuhause anwendbar.
Aber Achtung: Nicht jede Creme sollte unter Folie angewendet werden. Frag lieber vorher den Arzt oder Apotheker.
OTC-Präparat
Ein OTC-Präparat ist ein Arzneimittel, die in der Apotheke frei verkäuflich sind. Der Name kommt aus dem Englischen (Over the counter = über die Theke).
 
Redaktion
Redaktion

N

Im Psoriasis-Lexikon erklären wir Begriffe rund um die Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Hier sind Begriffe, die mit N beginnen.
NAPSI
„NAPSI“ ist die Abkürzung für den Nail Psoriasis Severity Index – für den Schweregrad einer Nagel-Psoriasis.
Neutrophile Granulozyten
Neutrophile Granulozyten sind segmentkernige weiße Blutkörperchen. Sie sind wichtige Blutzellen und für die Abwehr von Infektionen zuständig.
NSAR
NSAR ist die Abkürzung für Nichtsteroidale Antirheumatika – sprich: Medikamente, die kein Kortison enthalten. Das sind – im Bereich Psoriasis arthritis gedacht – Schmerztabletten wie ASS, Ibuprofen oder Diclofenac. (Download-Tipp: eine Broschüre der Deutschen Rheuma-Liga e.V.)
Redaktion
Redaktion

M

Im Psoriasis-Lexikon erklären wir Begriffe rund um die Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Hier sind Begriffe, die mit M beginnen.
Magistralrezeptur
Einzelfallherstellung eines Medikaments nach ärztlicher Verordnung, in der Regel in Apotheken
Makrophagen
Makrophagen sind „Fresszellen“ des Körpers, die Abfallprodukte, Krankheitserreger oder auch antikörper-markierte Zellen beseitigen. Sie sagen dem Körper, dass er T-Zellen aktivieren soll. In Fachvorträgen werden sie auch „antigenpräsentierende Zellen“ genannt.
"Mehr Leben im Leben"
„Mehr Leben im Leben“ ist eine Kampagne der Pharmafirma Janssen-Cilag. Patienten erzählen dort ihre Leidensgeschichte und wie sie mit ihrer Krankheit umgehen. Sie geben Tipps für ebenfalls Betroffene. Diese Geschichten gibt es für mehrere Indikationsgebiete, in denen Janssen-Cilag Medikamente herstellt.
Meso-Inosit
Meso-Inosit ist ein Abkömmling von Vitamin B. Es ist wasserlöslich und kommt in vielen pflanzlichen und tierischen Geweben vor. Meso-Inosit ist für den Transport von Fettsäuren und für ein normales Wachstum wichtig.
Monarthritis
Entzündung eines einzelnen Gelenks – im Gegensatz zur Polyarthritis
MP1032
MP1032 ist ein Wirkstoff, der später einmal in der Behandlung der Schuppenflechte zum Einsatz kommen könnte. Entwickelt wird er von der Firma MetrioPharm.
MP1032 wird ein Immunmodulator. Seine Wirkung wurde in einer Pressemitteilung so beschrieben:
Im März 2017 berichtete die Firma über die positiven Ergebnisse einer Phase-IIa-Studie. Im Register europäischer Studien sind diese Ergebnisse auch festgehalten. In der Pressemitteilung der Firma wird von einer geplanten weiteren Studie (Phase IIb) gesprochen. Deren Ergebnisse sind hier nachzulesen.
Im Herbst 2020 gab MetrioPharm bekannt, dass sie MP1032 auch zur Behandlung von Covid-19 testet.
Redaktion
Redaktion

L

Im Psoriasis-Lexikon erklären wir Begriffe rund um die Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Hier sind Begriffe, die mit L beginnen.
Läsion
Als Läsion werden Verletzungen oder Schädigungen bezeichnet.
Langerhanszelle
Langerhanszellen sind In der Haut liegende Zellen, die mit kleinen Fortsätzen versehen sind und eine wichtige Rolle in unserem Immunsystem übernehmen.
LAS41004
LAS41004 ist der „Name“ einer Substanz, die einmal in einem Medikament zur Behandlung der Schuppenflechte eingesetzt werden könnte. Sie soll in einem topisches Mittel zum Einsatz kommen – sprich: in einer Creme, Salbe, Gel o.ä. Entwickelt wurde LAS41004 von der Firma Almirall.
In LAS41004 sind ein Retinoid (Vitamin A, Tazaroten) und Kortison (Betamethason Dipropionate) enthalten. Der Zulassungsantrag war einmal für 2014 geplant.
Im Verzeichnis von Studien in Europa findet sich ein Eintrag zu einer Phase-II-Studie – inklusive dem Ergebnis der Studie. Darin wurde die Wirkung von LAS41004 mit der Wirkung von Daivobet verglichen. Letzteres schnitt am besten ab, LAS41004 war aber auch wirksam. Getestet wurden unterschiedliche Konzentrationen von Tazaroten und Betamethason.
Auch von einer weiteren Studie ist das Ergebnis inzwischen veröffentlicht worden.
Über Phase-III-Studien mit LAS41004 konnten wir keine Angaben finden.
"Lass dich anschauen"
„Lass dich anschauen“ ist eine Kampagne der Pharmafirma Celgene in Österreich. Ziel der Kampagne ist, dass Betroffene zum Hautarzt gehen und sich von ihm anschauen lassen.

Auf der dazugehörigen Internetseite wird über Symptome und Therapiemöglichkeiten informiert. Es kann nach einem Arzt in der Umgebung gesucht werden. Für die Kampagne wurden unter anderem „vier Artikel erstellt, die das Thema nahbar machen“, schreibt die Agentur, die die Aktion umgesetzt hat. In den Artikeln (Beispiel) erfährt man allerdings nichts davon, dass sie Teil einer Pharma-Kampagne sind.

Um auch die zu erreichen, die nicht vorrangig im Internet unterwegs sind, brachte die Agentur die Kampagne auch auf die Straße bzw. den Bürgersteig. Dort waren große Buchstaben aufgestellt, die zusammen den Slogan „#lassdichanschauen“ ergaben.

Mehr über die Kampagne hat die federführende Agentur auf ihrer eigenen Seite aufgeschrieben.
Leitlinie
Eine Leitlinie ist eine Art Fahrplan oder Liniennetz für eine gute, zeitgemäße Behandlung einer Krankheit. Im Falle der Psoriasis haben Hautärzte und natürlich auch die Patienten einen „Fahrplan“, welche Therapie in welchem Stadium angemessen ist.
Leitlinien haben unterschiedliche Qualitätsstufen.
Eine S1-Leitlinie wurde von einer Expertengruppe verfasst. Dabei versuchen die Experten, in einer offenen Diskussion zu einer Übereinstimmung zu kommen. Eine S2-Leitlinie ist etwas anspruchsvoller: Dabei wenden die Experten formale Methoden an, um zu einem Konsens zu kommen. Oder/und: Die Experten suchen wissenschaftliche Veröffentlichungen über das Thema ihrer Leitlinie und kommen daraus zu Empfehlungen. Eine S3-Leitlinie ist die anspruchsvollste Form, weil ihr noch mehr wissenschaftliche Methoden zugrunde liegen. Die Leitlinie für die Behandlung der Psoriasis hat das höchste Qualitätsniveau von Leitlinien (S3). Es gibt
eine lange Version für Ärzte eine leichter verständliche Version für Patienten ist für die aktuelle Version noch nicht verfügbar. Leitlinien werden spätestens alle 5 Jahre aktualisiert.
Weitere Leitlinien sind:
Psoriasis des behaarten Kopfes Therapie der Psoriasis bei Kindern und Jugendlichen Stationäre dermatologische Rehabilitation Empfehlungen zur UV-Phototherapie und Photochemotherapie Leukozyten
Leukozyten sind weiße Blutkörperchen. Sie wehren Krankheitserreger ab. Zu Leukozyten gehören Neutrophile (basophile und eosinophile Granulozyten), Monozyten und Lymphozyten. Leukozyten werden im Knochenmark gebildet und verrichten jeweils eine bestimmte Aufgabe bei der Abwehr von Krankheitserregern.
Lichenifikation
Von einer „Lichenifikation“ spricht man, wenn Hautlinien oder auch die Haut gröber ist oder erscheint als sonst. Das kann vorkommen, wenn ein Ekzem oder eine Neurodermitis lange bestehen.
Lichen ruber planus
Ein Lichen ruber planus sitzt gern an Hand- und Fußgelenken, kann im Prinzip aber überall auftreten. Wichtigste Anzeichen sind weißliche bis bräunliche Knötchen, die stark jucken. Sie können deshalb schon mal mit einer Psoriasis pustulosa verwechselt werden. Oft gibt es aber auch weißliche Zeichen an der Schleimhaut von Mund oder Genitalien.
Lichttherapie
Die Lichttherapie ist eine Behandlung mit künstlichem Licht. Sie wird auch Bestrahlung oder UV-Therapie genannt.
Bei der Psoriasis geschieht das vor allem mit UV-A Licht bei einer PUVA-Therapie oder mit UV-B-Licht, genauer: mit UV-B-Strahlen mit der Wellenlänge um die 311 Nanometer. Weniger häufig ist die Bestrahlung mit eine Excimer-Laser – dann mit UV-B-Strahlen mit der Wellenlänge von 308 Nanometer.
Lipom
Ein Lipom ist ein Knötchen oder Knubbel im Fettgewebe der Unterhaut. Ihr Merkmal: Sie lassen sich gut verschieben und sind harmlos.
Lipödem
Ein Lipödem ist eine Störung bei der Verteilung des Fettgewebes, auch vermehrtes Fettgewebe.
Lupus erythematodes
Lupus erythematodes ist der Fachbegriff für eine Autoimmunerkrankung. Es werden Antikörper gebildet, die sich gegen körpereigene Zellkerne, Blutzellen oder Organzellen richten. Kann an der Haut, inneren Organen und Gelenken aktiv werden.
Lymphozyten
Lymphozyten gehören zu den „weißen Blutkörperchen“. Sie stellen die wichtigsten Zellen im Immunmechanismus der Psoriasis dar.
Redaktion
Redaktion

K

Im Psoriasis-Lexikon erklären wir Begriffe rund um die Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Hier sind Begriffe, die mit K beginnen.
Kapillare
Die Kapillare sind feinste Verzweigungen der Blutgefäße, in denen der Stoffaustausch zwischen Blut und Körpergewebe stattfindet.
Kataplasma
Umschlag mit Brei
keratolytisch
„Keratolytisch“ heißt abschuppend; die Hornschicht auflösend.
Keratinozyten
Keratinozyten sind Hautzellen, die für die Bildung der Hornschicht zuständig sind. 95 Prozent der Epidermis bestehen aus ihnen. Bei der Schuppenflechte wachsen diese Zellen zu schnell. Sie reifen nicht zuende aus. Das Ergebnis ist in den Psoriasis-Stellen zu sehen.
Komplementsystem
Das Komplementsystem sind im menschlichen Blut gelöste Proteine, die bei der Immunantwort eine wichtige Rolle spielen. Sie verrichten Aufgaben wie z. B. die Zerstörung von Bakterien oder ihre Markierung für andere Komponenten des Abwehrsystems.
konkomitierend
„Konkomitierend“ heißt nichts anderes als „begleitend“.
konsekutiv
„Konsekutiv“ beduetet so viel wie zeitlich folgend. Unsereins würde schlicht und einfach "danach" dazu sagen.
Kontraindikation
Eine Kontraindikation ist eine Gegenanzeige – eine andere Krankheit oder ein Umstand, der gegen die Einnahme eines Medikamentes oder die Anwendung einer Therapie spricht.
Kortison
Kortison ist ein körpereigenes Hormon, das in der Nebenniere produziert wird. Es hemmt Entzündungen. Es kann äußerlich oder innerlich angewendet werden. Die "härtere" Variante ist die innerliche in Tabletten- oder Spritzenform. Sie wird inzwischen bei einer Schuppenflechte der Haut nur noch selten angewendet, bei Psoriasis arthritis öfter.
»» Mehr über die verschiedenen Wirkstoffklassen von Kortisonsalben
Kotz-Ströme
Wer den Begriff „Kotz-Ströme“ hört und sich fragt, was das ist, könnte in die völlig falsche Richtung denken: Es hat nichts mit dem Erbrechen oder Übergeben zu tun. Vielmehr ist es ein Begriff aus der Physiotherapie.
Das Verfahren ist eine Form der Elektrotherapie. Es stammt von einem Mann namens Y. M. Kotz und wird auch als russische Stimulation bezeichnet. Dabei wird Strom von mittlerer zu niedriger Frequenz gewandelt. Das soll in der tiefer liegenden Muskulatur einen Krampf hervorrufen. Masse und Kraft des Muskels sollen gesteigert werden. Angeblich wird der Stoffwechsel gefördert.
Im Bereich der Psoriasis ist eine Behandlung mit Interferenzstrom bekannt. Das hat mit „Kotz-Strömen“ jedoch nichts zu tun.
Redaktion
Redaktion

J

Im Psoriasis-Lexikon erklären wir Begriffe rund um die Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Hier sind Begriffe, die mit J beginnen.
JAK-Hemmer
JAK-Inhibitoren oder auch (JAK-Hemmer) sind Wirkstoffe, die ein Signal blockieren, das von der Oberfläche einer Zelle in den Zellkern geht. JAK steht dabei für Januskinase.
Ein JAK-Hemmer verhindert dabei nicht, dass ein Entzündungs-Botenstoff (zum Beispiel TNF-Alpha oder Interleukin) ausgeschüttet wird. In der Zelle kommt deren Signal sehr wohl an. Das lautet: „Bilde entzündungsfördernde Zytokine“. Die Enzyme, die in der Zelle diesen Auftrag ausführen sollen, sind die „Janus-Kinasen“ (JAK). Weil sie aber  vom Wirkstoff gehemmt werden, kommt es nicht zu den Entzündungen. Dabei ist es völlig unerheblich, mit welchem Botenstoff das Signal ursprünglich gesendet wurde.
Die Januskinase hat ihren Namen vom doppelköpfigen römischen Gott Janus, der als Wächter der Tore gilt.
 
"Julius BRINKt Dich weiter"

Die Kampagne „Julius BRINKt Dich weiter“ ist eine Kampgane der Firma Novartis. Namensgeber ist der der ehemalige Profi-Sportler und Beachvolleyballer Julius Brink. Er soll die Botschaft verbreiten, dass sich niemand wegen seiner Schuppenflechte verstecken muss.
In inzwischen gelöschten Videos erklärte Brink etwas über Ernährung, Bewegung und Motivation.
 
Redaktion
Redaktion

I

Im Psoriasis-Lexikon erklären wir Begriffe rund um die Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Hier sind Begriffe, die mit I beginnen. 
ICD-Schlüssel
Auf Arbeitsunfähigkeitsbescheinigungen und Überweisungen steht oft nicht mehr die Diagnose, sondern eine Kombination von Buchstaben und Zahlen, z.B L40.9.G. Das ist der so genannte ICD-Schlüssel.

„ICD“ ist die Abkürzung für „International Classification of Diseases“ („Internationale Klassifikation von Krankheiten“). Die Weltgesundheitsorganisation (WHO) verwaltet dieses Verschlüsselungssystem. Es gibt zusätzlich eine ICD-10-GM (German Modification), also ein auf deutsche Verhältnisse angepasster Code.

Ärzte und Krankenhäuser sind verpflichtet, ihre Diagnose nach ICD zu verschlüsseln, wenn sie ihre Leistungen mit den Krankenkassen abrechnen wollen (§ 295 + § 301 Sozialgesetzbuch V).

Auf der Internetseite Medcode Internetadresse kann man den ICD-Schlüssel eingeben und erfahren, um welche Diagnose es sich dabei handelt. L40.9.G zum Beispiel steht ganz allgemein für „Psoriasis“.
Ichthyosis vulgaris
Ichthyosis vulgaris ist der Fachbegriff für die Fischschuppenkrankheit. Die ist angeboren und ein Problem in der Oberhaut: Dort – konkreter: in der Hornschicht – gibt es eine Störung der Verhornung. Zugleich werden weniger Talg und Schweiß produziert. So wird die Haut trockener und trockener. Dicke Hornschuppen und -platten bilden sich. Weil die Haut dann weniger flexibel ist, reißt die Haut mancherorts tief ein – so genannte Rhagaden entstehen.
IFPA
IFPA ist die Abkürzung für International Federation of Psoriasis Associations. Es handelt sich um einen Dachverband, in dem mehrere Psoriasis-Selbsthilfeorganisationen aus der ganzen Welt vereinigt sind. 
IGA
IGA ist die Abkürzung für „Investigator Global Assessment“. Der Begriff wird oft bei Studien verwendet. Er fasst den Zustand einer Hauterkrankung in Zahlen. Mit dem IGA wird also festgelegt, wie schwer eine Schuppenflechte ist – auf einer Skala von 0 bis 5.
Dabei gilt: Je niedriger, desto besser. Ein IGA 1 sagt zum Beispiel, dass der Patient fast erscheinungsfrei ist.
IGA 0: Nirgends eine Rötung, keine Schuppung, keine erhöhten Haut-Stellen. Es könnten aber mehr Pigmente zu finden sen. IGA 1: schwache Rötung, geringe erhabene Psoriasis-Stellen, gelegentlich feine Schuppung bei weniger als 5 Prozent der Stellen IGA 2: rote Stellen; leichte, aber schon deutlicher zu spürende erhöhte Haut-Stellen; feine, dünne Schuppen IGA 3: deutlich rote Stellen, „so mittel“ erhabene Schuppenflechte-Stellen; Stellen, die an den Rändern abgerundet sind und abfallen; grobe Schuppen IGA 4: sehr hell rote Psoriasis-Stellen; ausgeprägte Erhebung der Stellen über das Niveau der gesunden Haut; Stellen, die an den Rändern scharfe „Kanten“ haben; grobe, dicke Schuppen IGA 5: dunkel- bis extrem rote Stellen; deutlich erhabene Psoriasis-Stellen, wenn man mit der Fingerkuppe von gesunder zu erkrankter Haut streicht; die Stellen haben harte, scharfe Ränder; sehr viele, grobe, dicke und hartnäckige Schuppen Immunsuppressiva
Immunsuppressiva sind Medikamente, die das körpereigene Abwehrsystem unterdrücken. Sie werden eingesetzt, um Entzündungen zu hemmen.
Immunsystem
Das Immunsystem ist ein Abwehrsystem des Körpers. Es schützt ihn gegen körperfremde und körperschädliche Substanzen.
Das Immunsystem setzt sich aus vielen unterschiedlichen Zellen zusammen und gliedert sich in das so genannte humorale und zelluläre Immunsystem. Die beiden wiederum werden in ein spezifisches und ein unspezifisches unterteilt.
Die wichtigsten Zellen des Immunsystems sind B-Lymphozyten, T-Lymphozyten, Granulozyten und Makrophagen.
Sie werden alle im Knochenmark gebildet. Die T-Lymphozyten differenzieren dann zusammen mit den B-Lymphozyten in den Lymphknoten aus. Die Interleukine vermitteln zwischen diesen Zellen. Zum Immunsystem gehören auch die Antikörper und das Komplementsystem. 
IMU-935
IMU-935 ist ein Wirkstoff, der derzeit in Studien untersucht wird. Der Wirkstoffname ist izumerogant.
Typ: Tablette Erkrankungen, für die IMU-935 entwickelt wird: Psoriasis und Guillain-Barré-Syndrom Biochemisches Ziel: RORγt – ein Rezeptor, der für die Zellteilung und die IL-17-Bildung im Körper verantwortlich ist Aktuelle Studienphase bezüglich Psoriasis: 1 (von 3) Firma: Immunic weitere Informationen: beim Hersteller Indikation
Indikation ist der Fachbegriff für den Grund, warum ein bestimmtes Medikament oder eine bestimmte Therapie angewendet wird.
Inflammation
Wer „Inflammation“ sagt, könnte genauso gut „Entzündung“ sagen. Es ist nämlich das gleiche.
Injektion
"Injektion" ist das Fachwort für eine Spritze – egal, ob sie "nur" bis kurz unter die Haut geht oder in die Vene.
In meiner Haut
"In meiner Haut" ist der Titel einer Initiative zur Entstigmatisierung von Menschen mit sichtbaren chronischen Hauterkrankungen in Deutschland. Bevor sich die Organisationen bzw. Institutionen auf das gemeinsame und eingängigere Motto geeignet hatten, lief die Initiative unter dem Namen bzw. der Abkürzung "ECHT".

Es soll herausgefunden werden, wie die Öffentlichkeit besser über Hauterkrankungen informiert werden kann, damit Betroffene nicht mehr gebrandmarkt, verurteilt, ausgrenzt werden.

Schwerpunkt ist zunächst das Thema Schuppenflechte (Psoriasis), doch es soll ausdrücklich auch um andere Erkrankungen gehen. Für dieses Projekt hat sich ein „Aktionsbündnis gegen Stigmatisierung“ zusammengefunden.

An dem Projekt arbeiten Wissenschaftler und Vertreter von Patientenorganisationen mit. Auch das Psoriasis-Netz ist dabei. Koordiniert wird es an der Uni-Klinik Hamburg-Eppendorf. Hintergründe über das Projekt gibt es auf der zugehörigen Internetseite.

Das Projekt wird vom Bundesministerium für Gesundheit gefördert. Der offizielle Projektzeitraum lief von 2017 und bis 2020. Derzeit wird versucht, das Projekt auf anderen Wegen aufrechtzuerhalten.

Mehr über das Projekt hat der Berufsverband der Deutschen Dermatologen in einer Anzeigen-Sonderveröffentlichung in der FAZ aufgeschrieben.
Interleukine
Interleukine sind eine Untergruppe der Zytokine, von Zellen des Immunsystems gebildete Botenstoffe, die zwischen Zellen des Immunsystems vermitteln. Dies kann in ihrer unmittelbaren Umgebung oder auch über die Ausbreitung über den Blutweg an verschiedenen Stellen des Körpers sein. Ihre Wirkungen sind vielfältig.

In der Pharmazeutischen Zeitung wurde am 13.03.2013 sehr ausführlich erklärt, was Interleukine sind, wie ihre Gegenspieler bei diversen Krankheiten eingesetzt werden, welche Medikamente mit diesem Wirkprinzip bereits auf dem Markt sind und an welchen geforscht wird. Bei Psoriasis und Psoriasis arthritis ist zum Beispiel Stelara ein solcher Vertreter.
Itolizumab
Itolizumab ist der Name einer Substanz, die für die Behandlung der Psoriasis vulgaris getestet wurde. Anfangs lief sie noch unter dem Titel Alzumab.
Itolizumab wird als Injektion verabreicht. Entwickler war die Firma Biocon. Phase III der Studien ist abgeschlossen. Das Medikament kam im August 2013 in Indien auf den Markt.
Sonstige Eckdaten:
Anti-CD-6-Antikörper, in Phase III getestet an mehr als 200 Menschen in Indien PASI 75 (Verbesserung der Psoriasis um 75 Prozent) nach 12 Wochen Ansprechrate: 36% nach 12 Wochen bzw. 46% nach 28 Wochen Ansprechrate speziell bei Menschen mit einem PASI >20: 43% nach 12 Wochen bzw. 54% nach 28 Wochen geringe Infektionsrate (um 10 Prozent) – nach Herstellerangaben Izokibep
Izokibep ist der Name eines Wirkstoffs, der einmal in der Behandlung der Schuppenflechte und der Psoriasis arthritis zum Einsatz kommen könnte. Er wird derzeit in einer Phase-II-Studie erforscht. Die Substanz lief anfangs unter dem Kürzel ABY-035.

Entwickelt wird Izokibep von der schwedischen Firma Affibody Medical AB.

Der Wirkstoff soll das Interleukin-17A regulieren, das im Körper eines Psoriatikers übermäßig aktiv ist. Am gleichen Interleukin setzen auch Biologics wie Cosentyx, Kyntheum oder Taltz an. Izokibep soll laut Hersteller jedoch mit einem kleineren Molekül arbeiten.

Primäres Endziel der Phase-II-Studien ist eine Verbesserung der Psoriasis-Aktivität (des PASI) um 90 Prozent.
Redaktion
Redaktion

H

Im Psoriasis-Lexikon erklären wir Begriffe rund um die Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Hier sind Begriffe, die mit H beginnen. 
Hämoglobin
Hämoglobin ist der Blutfarbstoff der roten Blutkörperchen. Bei Eisenmangel beispielsweise stellt der Körper weniger Hämoglobin her. Die Abkürzung für Hämoglobin ist Hb. Deshalb heißt das Ganze auch manchmal Hb-Wert.
HAQ
„HAQ“ ist die Abkürzung für Health Assessment Questionnaire. Es handelt sich dabei um einen speziellen Fragebogen. Mit Hilfe des HAQ wird beurteilt, in welchem Maß ein Patient Schwierigkeiten bei der Ausführung von Aufgaben in acht funktionellen Bereichen (Ankleiden, Aufstehen, Essen, Gehen, Körperpflege, Heben, Greifen und andere Alltagsaktivitäten) hat.
"Hautnah ins Leben"
„Hautnah ins Leben“ war eine Aktion der Firma Biogen-Idec und vom Berufsverband der Deutschen Dermatologen. Darin sollte auf Begleiterkrankungen oder Folgeerkrankungen hingewiesen werden, die auftreten können, wenn eine starke Schuppenflechte unbehandelt bleibt.
Für die Aktion gab es Plakate und Flyer sowie eine Internetseite. Dort gab es auch Fragebögen, mit denen Betroffene einschätzen konnten, wie stark ihre Lebensqualität eingeschränkt ist oder wie zufrieden sie mit ihrer Therapie sind. 
"Haut zeigen"
„Haut zeigen“ ist eine Aktion der Pharmafirma AbbVie. Menschen mit Schuppenflechte sollen dort ihre Psoriasis-Botschaft erzählen bzw. schreiben. Es soll darin darum gehen, sich klar zu machen (und eben aufzuschreiben), was man in Sachen Psoriasis erreichen will, was man ohne Schuppenflechte alles machen könnte oder was man sich von seinem Hautarzt wünscht. Die Beiträge werden von einer Agentur bearbeitet und dann veröffentlicht.

Die Aktion ist international angelegt. Zum Start gab es zwei deutschsprachige und zwei englischsprachige Beiträge. Die deutschsprachigen stammen von „Influencern“, die mit AbbVie zusammenarbeiten. (Bevor uns jemand fragt: Wir machen so etwas nicht.)

Die Firma erklärt in der Google-Werbung für diese Aktion: „Erscheinungsfreie Haut ist möglich“. Was man sich dafür von seinem Hautarzt nach dem Willen der Firma wünschen soll, dürfte nicht so schwer zu erraten sein. 😉 Der englischsprachige Titel „Let me be clear“ lässt sich auch als die passende Formel zum Vortragen beim Arzt verstehen. 😉 Herpes simplex
Herpes simplex ist eine von Viren verursachte Erkrankung. Sie äußert sich Bläschen. Die Viren schlummern in Nervenzellen und können von diversen Auslösern aktiviert werden – beispielsweise von Stress, starker Sonne, Krankheiten oder auch mal Empfindungen von Ekel. 
Herpes zoster
Herpes zoster ist eine von Viren verursachte Erkrankung. Dabei handelt es sich um Viren, die nach Windpocken im Körper übrig geblieben sind. EinHerpes zoster äußert sich in Bläschen und Krusten sowie in Schmerzen, die teilweise sehr stark sein können. Manchmal sind die Schmerzen noch Jahre später zu spüren. 
Histologie
Histologie ist die Analyse von Zellen unter dem Mikroskop. 
HLA-B27
HLA ist die Abkürzung für Humanes Leukozyten-Antigen. Das ist ein Marker des Immunsystems.

HLA-B27 ist ein Molekül der HLA-Klasse I. Diese Oberflächenmoleküle kommen auf fast allen Körperzellen vor. Sie spielen eine wichtige Rolle bei der Infektionsabwehr und der Unterscheidung des Immunsystems zwischen „gut“ und „böse“.
HNPASI
HNPASI ist die Abkürzung für Head and neck psoriasis area and severity index. Das ist ein Wert für den Schweregrad der Psoriasis (Schuppenflechte) auf dem Kopf und im Nacken.
Hornsubstanz
Hornsubstanz ist die von Hautzellen gebildete harte Substanz, die zum größten Teil aus Keratin besteht. Mit abgestorbenen Hautzellen wirkt sie als schützende Hornschicht.
HRQL
HRQL ist die Abkürzung für den englischen Begriff „Health related quality of life“. In Studien oder anderen wissenschaftlichen Abhandlungen wird damit die gesundheitsbezogene Lebensqualität ermittelt oder angegeben. 
humanisierter Antikörper
Bei manchen Biologics taucht die Erklärung "humanisierter Antikörper" auf. "Humanisieren" meint: Menschliche und tierische Eiweiße werden verknüpft. Dadurch soll das Ergebnis, also der Antikörper, weniger Abwehrreaktionen im menschlichen Körper hervorrufen. 
Hydrophile Salbe
Die hydrophile Salbe ist eine Salbe, die bei der Zubereitung z.B. in der Apotheke nicht erwärmt werden muss, sondern kalt mit Wasser mischbar ist. Sie kann auch bereits Wasser enthalten. In die hydrophile Salbe können Wirkstoffe eingearbeitet werden. Von der Konsistenz her ist die Salbe „halbfest“.
Hyperkeratose
Hyperkeratose ist eine Verdickung der Hornschicht der Hornhaut, entweder durch vermehrte Bildung von Hornzellen oder verminderte Abstoßung.
Hyperurikämie
Eine Hyperurikämie ist eine Erhöhung des Harnsäurespiegels im Blut.
Redaktion
Redaktion

G

Im Psoriasis-Lexikon erklären wir Begriffe rund um die Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Hier sind Begriffe, die mit G beginnen.
Gastroenteritis
Entzündung des Magens und Darms
Gevokizumab
Gevokizumab ist ein Wirkstoff-Kandidat für mehrere Erkrankungen, zum Beispiel bei Krebs oder bei der Augenentzündung (Uveitis) beim Morbus Behçet. Es handelt sich dabei um einen Wirkstoff, der per Injektion verabreicht wird.

Entwickelt wurde Gevokizumab von der Firma Xoma ganz überwiegend für den Einsatz bei anderen Erkrankungen als der Psoriasis vulgaris oder Psoriasis arthritis. Im Jahr 2013 berichtete die Firma von Beobachtungen an 2 (zwei!) Patienten mit einer großflächigen („generalisierten“) Psoriasis pustulosa.

Im Jahr 2017 verkaufte die Firma Xoma die Rechte an Novartis.
Glukokortikoid
„Glukokortikoid“ ist ein anderer Ausdruck für Kortison. Das wiederum ist ein körpereigenes Hormon, das in der Nebenniere produziert wird. Es hemmt Entzündungen.
Kortison kann äußerlich oder innerlich angewendet werden. Die „härtere“ Variante ist die innerliche in Tabletten- oder Spritzenform. Sie wird inzwischen bei einer Schuppenflechte der Haut nur noch selten angewendet, bei Psoriasis arthritis – der Erkrankung der Gelenke – öfter.
Wenn ein Hautarzt also von einer Kortison-Therapie spricht, meint er meist eine Salbe oder Creme.
Glukose
Traubenzucker, Dextrose
Redaktion
Redaktion

F

Im Psoriasis-Lexikon erklären wir Begriffe rund um die Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Hier sind Begriffe, die mit F beginnen. 
Flavonoide
Pflanzeninhaltsstoffe; als Blutenfarbstoffe kommen vorwiegend gelb gefärbte Flavone und Flavanole vor
Fibromyalgie
Die Fibromyalgie (Faser-Muskel-Schmerz) ist eine schwere chronische, nicht heilbare Erkrankung. Sie zeigt sich

• durch weit verbreitete Schmerzen mit wechselnder Lokalisation in der Muskulatur, um die Gelenke und Rückenschmerzen und
• Druckschmerzempfindlichkeit sowie
• Begleitsymptome wie Müdigkeit, Schlafstörungen, Morgensteifigkeit, Konzentrations- und Antriebsschwäche, Wetterfühligkeit, Schwellungen von Händen, Füßen und Gesicht und durch viele weitere Beschwerden.

Sie ist nicht mit dem Begriff „Weichteilrheumatismus“ gleichzusetzen.

Eine wichtige Diagnose, von der sie unterschieden werden muss, ist jedoch die Rheumatoide Arthritis.
Follikel
Follikel sind Einstülpungen der Oberhaut in die Lederhaut. Sie umschließen die Talgdrüsen, den Harrbalg oder die Haarwurzel. In der Hautoberfläche enden sie als Pore.
Follikulitis
Eine Follikulitis ist eine Entzündung des Haarbalgs. Zu sehen sind weiße Bläschen, aus denen jeweils ein Haar herausragt. Gibt es oft am Bart, am Rücken oder an der Brust. Die Entzündung wird begünstigt, wenn der Betroffene Kontakt mit Ölen oder Schmierstoffen hat, fettleibig ist, stark schwitzt, beim Rasieren Keime von A nach B überträgt oder sonst nicht viel Wert auf eine Hygiene legt.
Folsäure
Folsäure ist eine Substanz, die im Vitamin-B-Komplex zu finden ist. Sie ist in Lebensmitteln wie grünen Pflanzenblättern, Leber, Hefe, Kuh- oder Muttermilch enthalten. Wer mit dem Medikament MTX bzw. Methotrexat behandelt wird, erhält oft zusätzlich Folsäure-Tabletten verschrieben.
FP187
FP187 war das Kürzel für ein künftiges Medikament. Es wäre so etwas wie die Fortsetzung von Fumaderm gewesen, wenn es denn mal auf den Markt gekommen wäre. Darin kam nur der Wirkstoff Dimethylfumarat zum Einsatz, der im altbekannten Fumaderm nur einer von vieren ist.
Wie Fumaderm sollte FP187 eine Tablette werden. Es wurde von der Firma Forward Pharma entwickelt. Sie hat die Entwicklungskosten dafür nach einem Patentstreit mit der Firma Biogen (Hersteller u.a. von Fumaderm und Tecfidera) allerdings ordentlich zurückgeschraubt. Das war einem Geschäftsbericht zu entnehmen.
Es waren Studien in Phase III gelaufen.
Allerdings ist inzwischen mit Skilarence ein sehr, sehr ähnliches Medikament auf dem Markt.
Redaktion
Redaktion

E

Im Psoriasis-Lexikon erklären wir Begriffe rund um die Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Hier sind Begriffe, die mit E beginnen.
EDP1815
EDP1815 ist ein Arzneimittel, das einmal in der Behandlung der Psoriasis eingesetzt werden könnte. Derzeit wird es in klinischen Studien untersucht, wobei die Teilnehmerzahl bisher noch sehr klein ist. Gedacht ist es zur Therapie bei leichter bis mittelschwerer Schuppenflechte. Andere Erkrankungen, für deren Behandlung es untersucht wird, sind Neurodermitis und Covid-19.
EDP1815 handelt es sich um ein Präparat des  nicht lebenden Bakteriums Prevotelle histicola. Das wiederum wurde aus dem menschlichen Dünndarm isoliert. Das Ganze wird einmal täglich als Kapsel eingenommen. Die Firma testet in einer weiteren Studie auch eine höhere Konzentration in Tablettenform.
Typ: Kapsel
Aktuelle Studienphase: 2 (von 3) mit drei verschiedenen Dosierungen und einem Placebo bei insgesamt 225 Patienten. Die Firma rechnet mit einer Veröffentlichung der Daten im dritten Quartal 2021.
Firma: Evelo Biosciences
Weitere Informationen: beim Hersteller | Eintrag im Studienregister für Europa | Eintrag im Studienregister für die USA | Beitrag im Hausärzte-Portal "doctors today"
Ekzem
„Ekzem“ ist erst einmal ganz allgemein eine Entzündung der Haut. Es ist oft von Juckreiz begleitet. Siehe auch atopische Dermatitis oder Neurodermitis (was das gleiche ist wie atopisches Ekzem). 
einfachblind
Bei einer einfachblinden Studie weiß der Arzt, welchen Wirkstoff der Patient zum Testen bekommt – der Patient selbst weiß es nicht. Siehe auch: unverblindet oder doppelblind.
Eiter
Eiter ist oft in Pickeln enthalten. Es handelt sich dabei um abgestorbene Entzündungs- und Gewebezellen, meist weißlich. Aber: In den Bläschen bei Psoriasis pustulosa ist in aller Regel kein Eiter enthalten.
EMA
"EMA" ist die Abkürzung für European Agency for the Evaluation of Medicinal Products. Das ist die europäische Agentur für die Beurteilung von Arzneimitteln. Wenn ein Hersteller ein neues Medikament auf den Markt bringen will, kann er den Antrag an die EMA stellen, die dann die Zulassung empfiehlt oder eben nicht. Das letzte Wort hat die Europäische Kommission, die dann die Zulassung erteilt (oder eben nicht).
Ein Hersteller kann die Zulassung seines neuen Medikamentes aber auch direkt in einem Land beantragen – also direkt in Deutschland.
Emulsion
Eine Emulsion ist eine Mischung aus zwei Flüssigkeiten, die sich von Hause aus eigentlich nicht miteinander mischen lassen. Damit das klappt, kommt ein Emulgator zum Einsatz.
Enthesitiden
Enthesitiden sind Entzündungen im Bereich von Sehnenansätzen.
Enthesitis
Die Enthesitis ist eine Entzündung am Übergang von Sehnen auf den Knochen; oft ist der Ansatz der Achillessehne an der Ferse und der Sehnenplatte unter dem Fuß betroffen. Schätzungsweise ein Drittel der Patienten mit Psoriasis arthritis sind von einer Enthesitis oder einer Daktylitis betroffen. 
Entzündungszellen
Entzündungszellen sind Zellen des menschlichen Abwehrsystems (Immunsystems). 
Epidermis
Epidermis ist die griechische Bezeichnung für die äußerste Hautschicht – die Oberhaut. Unter dem Mikroskop wird sie noch in weitere Schichten unterteilt.
Erythem
Ein Erythem ist eine Hautrötung – egal, woher sie kommt.
Erythrodermie
Eine Erythrodermie ist eine Rötung und Entzündung der kompletten Haut, von Kopf bis Fuß, mit vielen möglichen Ursachen. Wegen des Temperatur- und Flüssigkeitsverlustes ist hier oft eine schnelle Behandlung in einer Klinik nötig.
Lesetipp: Eine Betroffene hat aufgeschrieben, wie sie eine Erythrodermie in den Griff bekommt. Allerdings ist es aus unserer Sicht dringend geboten, bei einer so starken Entzündung in einer Klinik Hilfe zu suchen.
Erythrozyten
Erythrozyten sind die roten Blutkörperchen. Sie sind für den Sauerstofftransport im Körper verantwortlich.
Ester
Verbindungen aus Alkohol und Säure unter Abspaltung von Wasser
Exanthem
„Exanthem“ bezeichnet ganz allgemein einen Hautausschlag mit unterschiedlicher Ursache und Stärke. 
Exazerbation
Eine Exazerbation ist eine deutliche Verschlechterung einer chronischen Krankheit – wenn z.B. die Psoriasis also förmlich explodiert.
Excimer-Laser
Der Excimer-Laser ist ein Gerät zur Bestrahlung mit UV-B-Licht in einer Wellenlänge von 308 Nanometern. Damit wird nicht – wie bei herkömmlicher Bestrahlung – der gesamte Körper behandelt. Nur einzelne Stellen kommen in den „Genuss“.

Vorteil: Nur die wirklich erkrankten Hautstellen werden mit Licht bestrahlt, die restliche Haut wird nicht unnötig UV-Licht ausgesetzt.

Nachteil: Die befallene Haut muss Stück für Stück bestrahlt werden. Das ist entsprechend zeitaufwändig.

Die Therapie wird von den gesetzlichen Krankenkassen (meist) nicht bezahlt.
Externa
Mit Externa sind äußerliche Mittel gemeint – also Cremes, Salben etc. 
Exzision
Eine Exzision ist das Herausschneiden von Hautveränderungen – meist mit einem Skalpell. 
Redaktion
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