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  • Rolf Blaga
    Rolf Blaga

    Risiken und Nebenwirkungen von Hähnchenschenkeln

    Menschen, die immundämpfende Medikamente einnehmen, sollten nicht all zu unbesorgt mit Hähnchenschenkeln umgehen. Darauf weist die Stiftung Warentest in ihrer Oktober-Ausgabe des "test"-Heftes hin. Der Grund:  Auffällig viele der getesteten Produkte enthielten Verderbnis- und Krankheitskeime sowie Bakterien, die gegen Antibiotika resistent sind.

    Das Heft 10/2013 der Zeitschrift test hat vermutlich vielen Liebhabern von Hähnchen-Schenkeln den Appetit genommen. Neun von 20 Proben waren kurz vor oder am Verbrauchsdatum verdorben – trotz korrekter Kühlung. Das ist überwiegend vielleicht ekelig, aber noch nicht wirklich ungesund. Problematischer sind krankmachende Keime und resistente Bakterien. Gesunden macht das meist nicht viel aus. Anders jedoch bei denjenigen, deren Immunsystem geschwächt ist – sei es durch Alter, Krankheit, Organ-Transplantation oder immunsupressive Medikamente. Außerdem sind Schwangere gefährdet. Wenn sie auf Krankheitserreger oder resistente Keime stoßen, können ihre Abwehrkräfte nicht ausreichen oder kann der Fötus geschädigt werden.

    Die Tester fanden in drei Hähnchenschenkeln (davon zwei Bio-Produkten) unerlaubt viel Listerien. Diese Bakterien können unter anderem Hirnhaut-Entzündungen verursachen. Bei anderen waren Richtwerte für solche Entero-Bakterien überschritten, die ebenfalls Krankheiten verursachen können. Außerdem wurden in acht Proben die Durchfall-Erreger Campylobacter gefunden.

    Sehr problematisch sind die resistenten Keime aus dem massiven Einsatz von Antibiotika bei Hühnern. Die wurden in zwölf der 20 Proben gefunden. Der bekannteste ist MRSA (Methicillin-resistenter Staphylococcus aureaus). In elf von 20 Produkten fanden sich außerdem ESBL-Bildner, die als Darmkeime besonders aggressiv gegen Antibiotika vorgehen. Wenn diese resistenten Keime sich vermehren, sind Infektionen schlechter zu behandeln und können Organe angegriffen werden. Jedes Jahr, so heißt es im Bericht, sterben in Europa 25.000 Menschen an resistenten Keimen.

    Hände waschen und abtrocknen

    Die Stiftung Warentest empfiehlt gefährdeten Personen, generell im Küchenbereich stärker als gewohnt auf die Küchenhygiene zu achten: Nicht nur in Hähnchenschenkeln lauern Keime, sondern auch in anderem Fleisch, Mett, rohem oder geräuchertem Fisch, Gemüse, Rohmilch(käse) und Eiern. Wer diese Lebensmittel verarbeitet, sollte sich vorher und nachher gründlich die Hände waschen und abtrocknen. Sie sollten mit eigenem Schneidebrett und Messer, von anderen Lebensmitteln getrennt behandelt werden. Keime jeder Art werden erst abgetötet, wenn das Lebensmittel im Inneren mindestens zwei Minuten auf 70 Grad erhitzt wird.

    Die benutzten Küchengeräte sollten mit heißem Wasser und Spülmittel abgespült werden, bevor sie in die Spülmaschine kommen. Wahre „Hochburgen“ der Keime sind Handtücher, Schwämme, Bürsten, Lappen und zerkratze Schneidbretter. Test empfiehlt, sie regelmäßig auszuwechseln oder vorzugsweise Zellstofftücher von der Küchenrolle zu benutzen. Lädierte Schneidebretter sollten weggeworfen werden.

    Der vollständigen Test mit den Ergebnissen der mikrobiologischen Prüfung einzelner Hähnchenschenkel-Sorten steht in test 10/2013.

    Das Bundesinstitut für Risikobewertung beitet auf seinen Internetseiten ein Merkblatt "Schutz vor Lebensmittelinfektionen im Privathaushalt" an. Das lässt sich dort herunterladen oder kostenlos auf Papier bestellen. Außerdem gibt es dort ein Video.


    Bildquellen

    • Hähnchenschenkel: Bernd Jürgens - Fotolia.com

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    • PSOnkel
      By PSOnkel
      Beim letzten Kliniktermin fiel mir noch folgende Info im Wartezimmer auf:
      Für eine derzeit stattfindende Studie werden noch Erwachsene mit mittelschwerer bis schwerer Schuppenflechte (Plaque-Psoriasis), bei denen gleichzeitig eine nicht-alkoholische Fettlebererkrankung vorliegt, gesucht.
       
      Mehr über Schuppenflechte & nicht-alkoholische Fettlebererkrankung (NAFLD) und zum Hintergrund der aktuellen Studie findet ihr unter
      https://klinischeforschung.novartis.de/doctor/schuppenflechte-nicht-alkoholische-fettleber-studie-cain457ade15-pinpoint/
       
       
      Anm. Vielleicht ist es einem Moderator möglich, den Inhalt der Studie zu überprüfen und/oder diesen Artikel unter das Thema Forschung zu posten?
       
       
       
    • marie151
      By marie151
      Hallo!
      Ich bin neu hier und brauche dringend Rat. Ich leide seit 12 Jahren an schwerer psoriasis vulgaris.
      Kurz zur Vorgeschichte: Im Alter von 8 Jahren erkrankte ich an ALL (akute lymphatische Leukämie), welche ich dank Chemo erfolgreich besiegt habe. Seitdem ist mein Immunsystem sehr geschwächt, weshalb kurz nach Abschluss der Chemo auch die pso ausbrach, bin auch sehr oft erkältet etc.
      Ich habe schon 3 Balneophototherapien und unzählige Salben, Cortison etc hinter mir, welche ich leider sehr schlecht vertragen habe (unzählige Nebenwirkungen) und deshalb die letzten 4 Jahre gar nichts mehr gegen die pso gemacht habe.
      Gestern war ich das erste Mal seit langem wieder bei einem HA, in der Hoffnung, etwas einigermaßen verträgliches dagegen tun zu können.
      Er möchte allerdings, obwohl ich ihm ausdrücklich meine Vorgeschichte erklärt habe, dass ich sofort mit einer Kombination aus PUVA und Skilarence Therapie beginne!
      1. wurde ich von ihm nicht ausreichend über Wirkung, mögliche Risiken und Nebenwirkungen aufgeklärt (nur über flush und Magenprobleme)
      2. habe ich dem Beipackzettel entnommen, dass Skilarence das Immunsystem schwächt und das Blutbild negativ verändern kann, was ich bei meiner Vorgeschichte absolut nicht gebrauchen kann
      3. gibt es ein (wenn auch geringes) Risiko, durch die Einnahme an Leukämie zu Erkranken (wer weiß, ob das Risiko für Ehemalige Krebspatienten nicht höher ist?)
      Diese Fakten haben mich sehr verunsichert und ich frage mich, wieso der Hautarzt Skilarence so verharmlost, obwohl er weiß, dass ich immungeschwächt bin ... 
      Mal davon abgesehen, dass zwei Therapien auf einmal doch zu viel sind, oder?
      Ich habe mir heute eine zweite Meinung bei meinem Hausarzt, der meine komplette Vorgeschichte kennt, geholt und er rät mir auf jeden Fall davon ab, Skilarence einzunehmen!
      Habe beim HA gestern natürlich schon unterschrieben, bevor ich das wusste .. bin auch erst wieder am Montag dort, da soll nämlich die PUVA losgehen ... ich werde auf jeden Fall noch einmal mit ihm darüber sprechen, tendiere aber dazu, Skilarence abzusagen und erstmal PUVA zu machen, weil mir das doch zu heikel ist...
       
      Hat hier noch jemand ein geschwächtes Immunsystem oder ist vielleicht sogar ehemaliger Krebspatient und hat eine Skilarence Therapie gegen die pso gemacht?
      Was würdet ihr tun?
      Wäre für Erfahrungen dankbar.
      LG Marie
    • Ratinacage
      By Ratinacage
      Da die Psoriasis, wie allgemein bekannt ist, ja von den Schulmedizinern in die Kategorie Auto-Immunerkrankung gepackt wird, folgende Frage: kennt jemand hier einen wirklich guten Immunologen? Ehrlich gesagt versteh ich es ja, dass die (Symptom-) Behandlung stets auf Dermatologen und Reumathologen beschränkt wird. Was ich jedoch nicht verstehe ist, wenn das eigentliche Problem doch im Immunsystem liegt, wieso dann kein Immunologe mit dran verdienen darf.
    • Catriona
      By Catriona
      Hallo ihr Lieben,
      Ich lag die letzten Tage mit einem grippalen Infekt im Bett und dementsprechend blüht auch meine Haut... Um gegen die Erreger anzugehen und das Immunsystem zu pushen, nehme ich Olivenblattextrakt. Den nehme ich seit zwei Jahren kurmäßig im Herbst und Winter, aber eher moderat dosiert. Jetzt habe ich ihn wegen der Erkältung höher dosiert und stelle fest, dass sich mit der Erkältung auch die Herde bessern. Eigentlich bedingt logisch, aber ich hab mich gefragt, ob die Verbesserung möglicherweise anhält, wenn ich auch nachdem der Infekt auskuriert ist bei der höheren Dosis bleibe... Hat da vielleicht jemand einen Erfahrungswert?
      Viele Grüße und einen schönen Restsonntag 
    • M¡ch3ll3
      By M¡ch3ll3
      Hallo ich hab mal eine Frage,
      ich hatte gestern meine 1. Humirainjektion und bin schon gespannt auf die Wirkung. Ich soll zu Humira noch mit der Pille anfangen weil ich starke Akne habe. Kurz zur Info ich bin 17 Jahre alt. Als ich schon mal beim Frauenarzt war wegen der Pille für die Haut wurde mir gesagt ich soll die Gebärmutterhalskrebsimpfung noch machen. Da stellt sich mir aber eine Frage. Und zwar wird einem das ja in geschwächter Form gespritzt, dass der Körper gegen ankämpft und immun wird. (Sorry das ich mich so ausdrücke hab da aber keinen Plan ) durch die Pso ist das Immunsystem ja dauerhaft geschwächt. Das ich jetzt auch noch Humira nehme macht das ja noch komplizierter. Da wird ja so viel ich weiß das Immunsystem noch mehr unterdrückt. Jetzt zum Problem. Ich frage mich ob es nicht zu riskant wäre sich da impfen zu lassen wegen dem geschwächten und anfälligen Immunsystem. Nicht das ich dann noch Gebärm.krebs bekomme Ich komm da echt in Zeitdruck weil ich dieses Jahr auch 18 werde.
      danke dür Antworten
      LG Michelle

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