Jump to content
  • Rolf Blaga
    Rolf Blaga

    Was Pharmazeuten für die Haut 2015 tun können

    Wie können Cremes, Lotionen, Sprays oder Salben so verändert werden, dass sie besser wirken oder Patienten sie leichter handhaben können? Was muss ein Apotheker wissen, der sich speziell an Haut-Patienten wendet? Das sind beispielhafte Themen, mit denen sich Dermo-Pharmazeuten im März 2015 in Berlin beschäftigt haben. Wir haben uns umgehört, was Psoriatiker interessieren könnte.

    Pharmazeuten beschäftigen sich damit, wie Arzneimittel wirken, wie sie zusammengesetzt sind und hergestellt werden. Sie sind vor allem in der Industrie tätig, aber ihre Themen betreffen ebenso Apotheker, Pharmazeutisch-Technische Angestellte (PTA) und Ärzte. Auf der 19. Jahrestagung der Gesellschaft für Dermopharmazie ging es um äußerliche Heil- und Pflegemittel für die Haut.

    Weniger Wirkstoff, bessere Verfügbarkeit

    So wurden neue Entwicklungen vorgestellt, durch die Wirkstoffe besser in der Haut freigesetzt und ihre Dosis gesenkt werden kann: Gemische mit Nano-Partikeln werden bisher hauptsächlich in der Hautpflege eingesetzt. Weil dadurch außerdem weniger Hilfsstoffe (z.B. Emulgatoren) notwendig sind, nutzt das vor allem Menschen mit Hautproblemen. Nano-Partikel in Kosmetika sind aber biologisch schwer abbaubar und belasten immer stärker die Umwelt. Mikro-Partikel sind zwar größer, dringen aber immer noch deutlich besser in die entzündete Haut ein, als Wirkstoffe in herkömmlichen Cremes. Andreas Lauterbach von der Uni Braunschweig beschrieb das an einem Beispiel von Retinoid-Mikro-Partikeln. Die wurden in einem Gemisch von Palmöl und Lecithin auf den Haarboden aufgetragen. Das Retinoid Tazaroten wird auch bei der Psoriasis äußerlich angewendet.

    An der Uni  Tübingen wurde ein Öl-in-Wasser-Gemisch mit dem juckreizstillenden Wirkstoff Novamid entwickelt. Wird das Präparat aufgetragen, bildet es einen Film. Der Wirkstoff verbleibt 12 bis 24 Stunden auf der Haut und dringt nur allmählich ein. Der Patient muss das Präparat nur einmal täglich auftragen. Das falle den meisten leichter, so Dr. Dominique Lunter, als wenn sie mehrmals am Tag ans Eincremen denken müssten. Es sei aber noch nicht abzusehen, wann es dieses „Retard-Dermatika“ als Fertig-Arzneimittel geben wird. Man könne es sich leider nicht in der Apotheke herstellen lassen, weil es die dazu notwenigen Substanzen nicht „im Apotheken-Maßstab“ gäbe.

    Dagegen könnte das „Thermo-Gel“, das Prof. Christel C. Müller-Goymann von der Uni Braunschweig vorstellte, möglicherweise schon jetzt bei Nagel-Psoriasis eingesetzt werden. Auf der Suche nach einem gemeinsamen Mittel gegen Fuß- und gegen Nagelpilz wurde eine Rezeptur entwickelt, die von beiden gut aufgenommen wird. So etwas gab es bisher nicht, weil der („hydrophile“) Nagel mit Feuchtigkeits- und die („lipidphile“) Haut mit Fett-Creme behandelt werden müssen. Das neu entwickelte Gel dagegen dringt gut in beide Substanzen ein. Dieses Gel, so Prof. Müller-Goymann, sei bis jetzt nur für Apotheken-Anfertigungen geeignet, weil es nicht lange haltbar ist. Die Grundrezeptur hat sie uns zur Verfügung gestellt.

    Update 2018: Drei Jahre nach ihrem Vortrag (also 2018) hat sie uns wissen lassen, dass es trotz vieler Versuche nicht gelungen sei, Kortikosteroide wie Hydrocortison, Hydrocortisonacetat, Betamethasonvalerat und Betamethasondipropionat in hoher Konzentration in das Thermo-Gel einzuarbeiten. Weniger als 1 Prozent der Kristalle würden sich in der Grundrezeptur auflösen. Trotzdem wirke das Thermo-Gel z.B. mit 05 % Betamethasonvalerat immer noch besser, als mit BetaGalen®, das den gleichen Wirkstoff in 1-prozentiger Konzentration enthält. Untersuchungen an Modellen hätten gezeigt, dass der Wirkstoff im Thermo-Gel doppelt so gut durch den Nagel drang, als mit dem Fertigarzneimittel. Wissenschaftlich ausgedrückt: Die Permeation, gemessen mit dem Permeations-Koeffizienten ist fast doppelt so hoch. Im Nagelmodell hätte sich sogar 3x mehr Wirkstoff angereichert, als mit dem Fertigprodukt. Aber: BetaGalen® ist nicht für die Behandlung von Nägeln zugelassen, also auch nicht entsprechend zubereitet.

    Zum Lösen der Schuppen

    Im Rahmen einer „Firmen-Präsentation“ hat PD Dr. Petra Staubach (Uni Mainz) eine Untersuchung an 90 Patienten mit Kopf-Psoriasis vorgestellt. Sie sollten vergleichsweise ihre Schuppen entweder mit 10 %-iger Salicylsäure oder mit Loyon® ablösen. Beides wirke im Endeffekt gleich gut, wenn auch unterschiedlich schnell. Salicyl in dieser hohen Konzentration sei, so Dr. Staubach, die obere Grenze. Für bestimmte Patientengruppen komme Salicyl auch in niederiger Dosis überhaupt nicht in Frage: Kinder, Frauen im gebärfähigen Alter und Schwangere, alte Menschen und Patienten mit eingeschränkter Nieren- bzw. Leberfunktion. Es habe sich gezeigt, dass für den gleichen Abschuppungs-Effekt doppelt so viel Salicylsäure notwendig wäre, wie von dem Fertigpräparat. Während aber Salicylsäure bei Psoriasis von den Kassen übernommen wird, muss Loyon® selbst bezahlt werden.

    Am besten wirke es als Mittel zum Lösen von Schuppen oder Milchschorf auf dem Kopf. Aber man könne damit auch Plaques am gesamten Körper, z.B. auch an Händen und Füßen ablösen. Es nütze nichts, die eingesprühten Plaques zusätzlich mit Plastikfolie luftdicht („okklusiv“) abzudecken, weil es selbst schon einen Film bildet.

    Äußerlich mit Fumärsäure

    Aufgefallen ist uns eine Lotion, die Fumarsäure enthält. Der Hersteller empfahl es für Psoriatiker und verwies darauf, dass früher Patienten Bäder mit Fumarsäure genommen hätten. Wir hatten 2012 den Apotheker Johannes Ertelt (AureliaSan GmbH,Bisingen) gefragt, was von der äußerlichen Behandlung der Psoriasis mit Fumarsäure zu halten sei. Er hat sich bei einigen Experten umgehört: Prof. Mrowietz hielt eine äußerliche Behandlung für ungefährlich, aber vermutlich nicht besonders effektiv sei. Im Einzelfall hätte es z.B. bei Dimethyl-Fumarat allergische Reaktionen gegeben. Dr. Schaller aus Tübingen warnte vor einer großflächigen Behandlung, z.B. durch ein Bad, weil ein erhöhtes Risiko für Nierenfunktionsstörungen bestünde.

    Cremen und waschen

    Der Apotheker Dr. Joachim Kresken (Viersen) wies darauf hin, dass bei allen Hautkrankheiten auch in der erscheinungsfreien Zeit nach wie vor das alte Motto gelte: „Cremen, Cremen, Cremen“. Eine solide Basispflege schütze immer die Hautbarierre. Wasser dagegen, so Kresken, sei „kein Freund“ der Hautkranken. Damit meinte er natürlich nicht das Wassertrinken, denn das ist für die Haut immer gut.

    Allergie auf Duftstoffe (zu) stark im Fokus

    Obgleich viele darauf achten, Pflegemittel ohne Duftstoffe zu verwenden, zeigt die Erfahrung, so Dr. Petra Staubach, dass der Geruch eines Pflegemittels entscheidend dazu beiträgt, ob Patienten es dann tatsächlich verwenden. Weit verbreitet sei die unglaubliche Annahme, alles Natürliche sei sicher, so Dr. Matthias Vey vom Lobbyverband IFRA (Brüssel). Aber ob eine Duftstoff-Mischung allergisch wirke, hänge nicht davon ab, ob es sich um natürliche oder synthetisch hergestellte Substanzen handelt. Inzwischen seien 26 Duftstoffe identifiziert, bei denen eine Kontaktallergie auftreten könne. Wenn sie eine kritische Menge in Kosmetika oder Haushalts-Produkten überschreiten, müssen sie deklariert werden.

    Professor Thomas L. Diepgen (Uni Heidelberg) belegte, dass Duftstoff-Allergien in der öffentlichen Diskussion stark übertrieben dargestellt werden. Europaweit liegen sie bei den Kontaktallergien auf dem 7. Platz, weit hinter Nickel, Thiomersal-Impfstoffe, Cobalt oder Chloride. Studien hätten gezeigt, dass Frauen öfters bei sich Unverträglichkeiten gegenüber Kosmetika feststellen würden als Männer. Aber tatsächlich mussten nur 0,9 Prozent derjenigen, die von einer Riechstoff-Reaktion berichteten, klinisch behandelt werden. Er rät dazu, wenn eine Duftstoff-Allergie festgestellt wurde, dazu unbedingt konkret die auslösende Substanz festzustellen. Nur so sei sicherzustellen, dass auch weniger bekannte Auslöser berücksichtigt werden.

    Die empfindliche Haut

    Ebenfalls stark übertrieben ist es, dass so viele Menschen von sich annehmen, sie hätten eine „empfindliche“ oder sogar „überempfindliche“ (hyper-sensitive) Haut. Das meinte Dr. Walter Wiggert-Alberti vom Studienzentrum bioskin (Hamburg). Daraus hätte die Pflegemittel-Industrie die Konsequenz gezogen und wirbt damit, was in den Produkten alles nicht enthalten ist. Eine sensitive Haut sei objektiv nicht messbar, zitierte Tests nicht vergleichbar. Meist basieren Zahlen auf rein subjektive Miss-Empfindungen. Was sich aber messen lasse, seien Haut-Irriationen auf konkrete Stoffe. Frauen und z.B. Rosazea-Patienten reagieren stärker auf Milchsäure.

    Man wisse, so Dr. Wiggert-Alberti, dass Kinder wirklich eine empfindliche Haut haben. Das aber hänge vermutlich damit zusammen, dass der Reifegrad der kindlichen Haut noch nicht abgeschlossen sei. Die Annahme, Erwachsene hätten ebenfalls eine sensitive Haut, sei daher als Trend zu bewerten.

    Zorica Jovanovic, Ph.D. (Beiersdorf, Hamburg) stellte Produkte mit zwei Wirkstoffen vor, die bekanntermaßen die Empfindlichkeit (SymSitive®) und die Rötung der Haut (Licochalcon A) verringern können. Obgleich auf eine mögliche Wirkung schon im Namen der Produkte hingewiesen wird, handele es sich dabei nicht um Arzneimittel.

    Es wurde kurz darüber diskutiert, ob Paraffin in Kosmetika gefährlich sei. Dazu meinte Frau Jovanovic, es hätte bei Beiersdorf zu viele negative Rückmeldungen zu Paraffin-Produkten gegeben. Deshalb würde man, unabhängig von tatsächlichen Risiken, darauf verzichten.

    Häufigkeit von Rosazea

    Nebenbei war zu erfahren, wie Zahlen über die Häufigkeit von Hautkrankheiten zustande kommen. Seit für die Psoriasis die ersten Biologika auf dem Markt kamen, wurde sie als die „am weitesten verbreitete Hautkrankheit in Deutschland“ dargestellt: Man spricht von 1,7 Mio. Betroffenen, d.h. 2,1 Prozent der Bevölkerung sollen Psoriasis haben. Inzwischen werden für andere Hautkrankheiten weit aus höhere Zahlen genannt: So soll es bis zu 4 Mio. Menschen (3 bis 5 Prozent) mit Rosazea geben. Die Häufigkeit der Rosazea ist anhand von Patientendaten bei Berufsgenossenschaften auf die gesamte Bevölkerung hochgerechnet worden. Bei diesen Versicherungsträgern werden aber nur Patienten mit Berufskrankheiten geführt. Die Anzahl der Betroffenen wurde im Zusammenhang mit der Vorstellung einer Leitlinie für die äußerliche Behandlung der Rosazea genannt. Erstmals wird für diese Hautkrankheit eine Leitlinie vorgelegt. Die Gesellschaft für Dermopharmazie wird darin „geeignete Produkte“ empfehlen. Die Leitlinie soll demnächst auf der Internetseite der GD veröffentlicht werden.

    Auch für andere Hautkrankheiten wurden Zahlen genannt, die über denen der Psoriasis liegen:  Bis zu 5 Prozent der Bevölkerung sollen ein Seborrhoisches Ekzems haben. 20 Prozent aller Kinder in Deutschland leiden vermutlich irgendwann einmal an Neurodermitis (atopische Dermatitis).

    Atopische Dermatitis (Neurodermitis)

    Prof. Andreas Wollenberg (Uni München) berichtete, dass die Haut bei Psoriasis und atopischer Dermatitis mikrobiell anders zusammengesetzt sei, als eine gesunde Haut. Bei Neurodermitikern hätte man überwiegend das Bakterium Staphylococcus aureus gefunden. Das sei dafür bekannt, dass es das Immunsystem anregt. Es gäbe Cremes, die mithilfe nicht krankmachender Keim-Extrakte diese Bakterienart zurückdrängen können. Es sei durch Studien nachgewiesen, dass sich dadurch Entzündungen und Juckreiz verringern.

    Prof. Wollenberg wies darauf hin, dass Pierre Fabre und La Roche Posay jeweils ein Produkt anbieten würden. Zwar enthielten sie unterschiedliche Keime (Aquaphilus Dolomiae bzw. Vitreoscilla filiformis), würden aber beide den gleichen Effekt haben.

    Hautapotheke.de

    Unter dem Titel "Hautapotheke.de" hat die Gesellschaft für Dermopharmazie ein Netzwerk für Apotheken geschaffen, die sich intensiver um eine "Hautberatung" kümmern. Die Inhaber oder Mitarbeiter dieser Apotheken absolvieren eine Qualifizierung, in der sie über die Therapie verschiedener Hautkrankheiten informiert werden. Auf der Fachtagung wurde den anwesenden Apothekern zum Beispiel ausführlich erläutert, was sie über Psoriasis wissen müssen. Sie arbeiten mit Hautärzten zusammen und beraten anhand wissenschaftlicher Erkenntnisse. Wer eine solche Apotheke in seiner Nähe sucht, kann auf der Internetseite zum Projekt fündig werden.


    Bildquellen

    • Tagungsort: Bildrechte beim Autor

    User Feedback

    Recommended Comments

    There are no comments to display.



    Join the conversation

    You can post now and register later. If you have an account, sign in now to post with your account.
    Note: Your post will require moderator approval before it will be visible.

    Guest
    Add a comment...

    ×   Pasted as rich text.   Paste as plain text instead

      Only 75 emoji are allowed.

    ×   Your link has been automatically embedded.   Display as a link instead

    ×   Your previous content has been restored.   Clear editor

    ×   You cannot paste images directly. Upload or insert images from URL.


  • Similar Content

    • Rolf Blaga
      By Rolf Blaga
      Insgesamt haben 11 Personen an dem Test teilgenommen. Einige davon haben einen Vergleichstest durchgeführt, d.h. an ausgesuchten Stellen nur das Testprodukt, an anderen Stellen ihr gewöhnliches Pflegeprodukt verwendet.
      Die Mehrzahl (7) fand den Geruch „angenehm“, die Restlichen (4) haben die Creme als „geruchslos“ bezeichnet. Bis auf einen gaben alle anderen Tester an, dass die Creme „schnell“ bzw. „sehr schnell“ einzieht. Alle Tester fanden, dass die Pflegecreme „ergiebig“ sei, d.h. sie hatten nicht den Eindruck, dass das Präparat sich schnell verbraucht. Zehn Tester haben die Creme „sehr gut“ vertragen, einer „gut“. Fünf der Beteiligten meinten, die Creme würde „in Etwa“ so wirken, wie der Hersteller es verspricht. Sechs dagegen fanden das Herstellerversprechen „voll erfüllt“. Der großen Mehrzahl (8) war es nicht möglich, die Tube völlig auszudrücken, so dass ein kleiner Rest blieb. Ebenfalls acht Tester würden das Produkt „völlig“ weiterempfehlen, drei immerhin „bedingt“. Meinungen der Nutzer zur iQlind Intensiv Pflegecreme
      Die Konsistenz wurde gelobt, d.h. die Creme fühlte sich beim Auftragen gut an, blieb als leichter Film auf der Haut, hinterließ aber keine Spuren oder Klebeeffekte an der Kleidung. Nach einigem Gebrauch wurde von vielen berichtet, die eingecremte Haut sei lang anhaltend „sehr weich“ und „samtig“ geworden. Einige Tester stellten fest, die Pflegecreme würde weder „prickeln“, noch die Haut „irritieren“, wie andere Produkte. Das liegt vermutlich daran, dass sie keinen Harnstoff (Urea) enthält.
      Zum Abschuppen ist die iQlind Intensiv Pflegecreme wohl nicht besonders geeignet. Während ein Tester meinte, durch die Creme sei seine Psoriasis zurückgegangen, haben andere das nicht bestätigt. Anti-psoriatische Wirkstoffe enthält sie nicht.
      Sehr praktisch empfanden viele den Klapp-Verschluss, anstelle einer Kappe zum Drehen. Bedauert wurde der hohe Preis, denn die Tube mit 100 ml kostet 26,80 € (Dezember 2011). Etwas billiger erhält man sie mit einem Gutschein oder Rabatt einer Online-Apotheke.
      Links zum Weiterlesen
      Testrunde in unserem Forum Informationen beim Hersteller
    • Redaktion
      By Redaktion
      Insgesamt haben 15 Personen an dem Test des Pure Papaya Ointment teilgenommen, aber leider nur 12 die Abschluss-Umfrage beantwortet.  
      Für die Hälfte (6) war der Geruch des Balsams angenehm, drei Tester störten sich überhaupt nicht daran, weitere drei störte der Geruch nur etwas. Fünf Personen fanden, dass die Zeit, in der der Balsam einzieht akzeptabel ist. Die meisten (7) meinten, er würde etwas langsam einziehen. Niemand aber empfand die Einwirkzeit als zu langsam. Die Mehrheit hielt den Balsam für gut ergiebig (7) bzw. sogar sehr ergiebig (2). Die Minderheit der Tester meinte, das Produkt sei nicht so ergiebig (2) bzw. würde sich sehr schnell verbrauchen (1). Die meisten haben den Balsam „sehr gut“ (9) bzw. „gut“ (1) vertragen. Nur jeweils ein Tester vertrug ihn nicht so gut bzw. sogar schlecht.  
      Die meisten waren überzeugt, dass das Produkt „in etwa“ so wirke, wie der Hersteller es verspricht (7) bzw. das Versprechen sogar „genau“ erfüllt wurde (3). Nur zwei Personen meinte, dass es nicht so wirke, wie propagiert.  
      42 % der Tester (5) würden den Balsam weiterempfehlen, 33,3 % (4) nur bedingt und 25 % (3) überhaupt nicht.
      Unsere Meinung
      Es war das erste Mal, dass bei einem Produkte-Test nicht alle Teilnehmer die Fragen beantwortet haben. Da die Antworten anonym abgegeben werden, können wir nicht erkennen, wer noch fehlt. Möglicherweise haben diejenigen die Fragen nicht beantwortet haben, die mit dem Geruch überhaupt nicht klar kamen und den Test abgebrochen haben. Es waren genau drei Tester von 15, die in den Kommentaren meinten, der „Gestank macht krank“, der Geruch sei „äußerst penetrant“ oder „wirklich nicht so toll“. Die meisten fanden den Geruch des Papaya Balsams „zwar gewöhnungsbedürftig“, aber „nicht unangenehm“ bzw. „ganz okay“. Er wurde vereinzelt beschrieben als „aromatisierter Pfeifentabak“ oder „Bienenwachskerzen“. Tatsächlich handelt es sich dabei aber nach Herstellerangabe um das natürliche Aroma der Kokosnuss. Neben dem Duft der Ringelblume habe einige Tester tatsächlich die Kokosnuss herausgerochen.  
      Ein Anwender verwies darauf, dass in den Produktinformationen steht, die Haut müsse sich erst an das Naturprodukt gewöhnen. Daher solle es regelmäßig angewendet werden. Nun sind 15 Tester eigentlich zu wenig, um solide Eindrücke von einem Pflegemittel zu bekommen. Außerdem haben einige den Balsam nur auf die betroffenen Stellen aufgetragen, andere dagegen haben ihn als Hautpflege am ganzen Körper benutzt. Der Papaya Balsam darf in Deutschland nach dem Heilmittelwerbe-Gesetz nur als Pflegeprodukt (mit keinerlei Heilversprechen) angepriesen werden. Selbst wenn der Vertreiber persönlich davon überzeugt ist, dass der Balsam mit seinen natürlichen Inhaltsstoffen eine „Heilsalbe“ sei. Pure Papaya Ointment ist weder als medizinisch wirksames Produkt zugelassen, noch ist klar, ab welcher Dosierung diese Naturstoffe überhaupt eine Heilwirkung erzielen. Trotzdem kann natürlich jeder für sich selbst ausprobieren, wie der Balsam bei ihm wirkt.  
      Die meisten beschrieben, dass die Haut sich bei ihnen angenehm glatt, geschmeidig, weich und zart anfühle, nichts mehr spanne und die Haut nicht austrockne. Einzelne berichteten, dass sie damit Schuppen-Plaques gelöst hätten, „diverses Jucken“ oder sogar Schmerzen verschwunden seien und kleine Entzündungsherde  eingedämmt wurden. Selbst im Gesicht sei es der Balsam „sehr angenehm“ und dünn auf die Lippen aufgetragen „geschmacklich okay“.  
      Es wurde aber bemängelt, dass der Balsam langsam einziehe. Er sei „im ersten Moment recht fettig“. Deshalb riet eine Nutzerin, den Papaya Balsam abends aufzutragen, denn er brauche einige Zeit, bis er eingezogen ist. Mehrere Nutzer fanden den Tipp hilfreich, die Tube im Gemüsefach des Kühlschranks aufzubewahren, weil er in wärmerer Umgebung dünnflüssig wird. Nur die Portion, die man aktuell benötige, könne man dann auf einem Teelöffel etwas wärmer werden lassen. So lasse sich der Papaya Balsam sparsam verteilen.  
      Ganz wenige Anwender haben den Balsam nicht gut vertragen:  Eine spricht von „unerträglichen, brennenden Juckreiz“ und Pusteln an der einbalsamierten Psoriasis-Stelle. Eine andere meinte, nach längerem Gebrauch würde die Haut austrocknen. Bei einem Anwender brannte sie anfangs, weil er Risse in der Haut hatte.  
      Aufmerksam wurde darauf gemacht, dass der Balsam aus „reinen Naturprodukten, frei von Tierversuchen und Teer“ besteht.  
      Nicht unerwartet wurde der Preis diskutiert: Im Internet zahlt man 19,90 Euro für 100 g (plus Versand 2,95 €). Die einen meinten, bei der Menge, die ein Psoriatiker brauche, „geht das natürlich richtig ins Geld. Denke, dass es da günstigere Pflegeprodukte gibt.“ Ein Nutzer meinte, der Preis sei akzeptabel, wenn „man sich zwischendurch etwas Gutes“ antun wolle und „einen Erfolg verspürt“. Eine andere würde „den Papaya Balsam eigentlich nur für die Hände und Füße nutzen“. So gesehen wäre „der Preis akzeptabel, da das Produkt sehr ergiebig zu sein scheint.“
      Anmerkungen des Vertreibers
      Zunächst recht herzlichen Dank an die Organisatoren und insbesondere an die Tester, die den Produkttest ermöglicht haben und sich so viel Mühe mit der Durchführung gegeben haben.   Hautsalben mit fermentierter Papaya sind neu in Europa. In Australien gibt es schon über 100-jährige Erfahrungen mit diesen Produkten. PURE Papaya Ointment, die „Schwarze Tube“, ist aber die erste Salbe dieser Art mit ausschließlich natürlichen Inhaltsstoffen! In Australien findet man diese Hautsalben auf der Basis fermentierter Papaya in Hausapotheken, in Campingausrüstungen, Reiseapotheken, Büroschubläden, Damenhandtaschen, Wickeltaschen für Babys, am Krankenbett etc. Der Anwender sieht in diesen Produkten eher eine Heilsalbe als eine Beauty Creme.  
      Wir, die pureworld GmbH, sind von der Wirkung dieser Salbe aus eigener Erfahrung so sehr überzeugt, dass wir PURE Papaya unter großen Aufwand und hohen Kosten aus Australien importieren. PURE Papaya erfüllt unsere Vorstellungen von Natürlichkeit, Gesundheit, Nachhaltigkeit und dabei ist die Salbe durch die Inhaltsstoffe und das Design unverwechselbar und hebt sich deutlich von anderen Produkten ab.  
      Generell können wir die Ergebnisse und Einschätzungen der Tester weitgehend nachvollziehen. Der Preis wurde von den Testern genannt, das Aroma und das relativ langsame Einziehen bei großflächigem Auftragen.   Der Preis von PURE Papaya kann nicht gemessen werden an den in hohen Stückzahlen gefertigten, meist synthetischen Produkten.  Wir haben die Erfahrung gemacht, dass für ein außergewöhnliches Naturprodukt der Preis für PURE Papaya absolut konkurrenzfähig ist.  
      Daniel Baden, der Vater von PURE Papaya, hat das kräftige und für unsere mitteleuropäischen Nasen auch exotisch empfundene Aroma mit Bedacht ausgewählt. Das Aroma signalisiert: dies ist ein Naturprodukt! Ein Kunde mit der Erwartungshaltung der Düfte synthetischen Produkte, wird sich damit schwerer anfreunden können als ein Anwender, der bewusst ein Naturprodukt auswählt. Ja, nach anfänglicher Gewöhnungsphase lieben wir dieses Aroma!  
      Wie von einigen Testern richtig bemerkt, ist pure Papaya „Temperatur-sensible“. Bei niedriger Temperatur ist die Konsistenz eher fester und bei hohen Temperaturen eher flüssiger. Zusätzlich wünschen sich einige Tester bei großflächigerem Auftragen ein schnelleres Einziehen. Es kann auch ein leicht fettendes Gefühl entstehen. Diese Eigenschaften werden durch die Zusammenstellung der natürlichen Inhaltsstoffe bestimmt.  Auf in vielen Cremen vorgenommenen Optimierungen durch Zusatz von synthetischen oder in Naturprodukten kritischen Inhaltsstoffen kann natürlich in diesem Naturprodukt nicht zurückgegriffen werden. Die erwähnte „Kühlschrank-Prozedur“ und das sparsame Auftragen, unterstützt durch vorher befeuchtete Hände, können diese Eigenschaften teilweise sehr gut kompensieren.  
      Jetzt kommen wir zum Hauptpunkt, der Wirkung. Um ehrlich zu sein, da haben wir uns mehr versprochen. Zumal wir den Rückfluss von bestehenden Kunden haben, die wir ausschließlich über die Wirkung der Salbe gewinnen konnten. Viele Kunden berichten über Gewöhnungseffekte, wie sie auch bei anderen Naturprodukten typischerweise auftreten. Über PURE Papaya wird häufig eine anfängliche, aber unkritische Überreaktion berichtet. Auch wurde eine zeitweilige, nach der Heilung feststellbare Rötung bemerkt. Über allergische Reaktionen oder starker Pustelbildung hatten wir bisher noch keine Meldungen. Aus der Literatur ist nur für die Calendula eine solche extrem seltene Reaktion bekannt. Personen mit dieser Unverträglichkeit können leicht an der Analyse der Inhaltsstoffe erkennen, ob diese Salbe für sie geeignet ist.  
      Daher die herzliche Bitte an die Tester, die diese Auffälligkeiten beobachtet hatten, uns nähere Informationen mitzuteilen. Wir sind gerne bereit, dazu auch noch Muster zur Verfügung zu stellen, um im Sinne der Anwender die Informationsbasis erhöhen zu können.   Das ist unser eigentliches Ziel: wir wollen durch die Wirkung von PURE Papaya mehr Menschen davon überzeugen, die schwarze Tube selber auszuprobieren. Dazu benötigen wir die Erfahrung von Nutzern, auch wenn diese aus einer kleinen, nicht so repräsentativen Gruppe - wie dies bei dem Produkttest der Fall war – entspringen.  
      Vielen Dank!
      Wilhelm Meincke
    • Redaktion
      By Redaktion
      Worauf es bei Schuppenflechte ankommt und was die Apotheke rät, wurde in diesem Video von der Landesapothekerkammer Baden-Württemberg erklärt.
    • ana4711
      By ana4711
      Hallo an Alle,
      ich komme gerade aus der Apotheke wo ich mein Rezept einlösen wollte. Dort erfuhr ich, dass ab sofort Psorcutan Beta von allen Herstellern nur noch als 60 g Tube erhältlich ist. Das ist eine frechheit.!!! Weiß jemand warum das so ist? Die unabhängige Patientenberatung hat mir gesagt, dass es gegenbenenfalls an der neuen Zulassungsverordnung liegt. Mir ist das egal. Ich weiß nur , dass ich die gleichen Zuzahlung für die Hälfte des Medikamentes zahlen muss. Können wir nichts tun als Interessengemeinschaft?? Wurde bereits eine Anfrage an die Hersteller über unser Psoriasis-Netz gestellt? Die Patientenberatung hat mir gesagt, dass wir als Interessengemeinschaft mehr Druck ausüber können. Was sagt ihr zu diesem Vorgehen der Pharmaindustrie?
      Liebe Grüße an alle Mitbetroffene!
    • malgucken
      By malgucken
      Sehr geehrte Frau Martens,
      die Frage hat zwar nichts mit der Psoriasis zu tun, ich stell sie aber trotzdem.
      Die Wechseljahre machen mir dahingehend schwer zu schaffen, dass ich immer wieder starke Hitzewellen bekomme. Ein Hormonpräparat hatte ich schon ausprobiert, allerdings dies wieder auf Grund von Nebenwirkungen abgesetzt.
      Haben Sie Erfahrungen mit pflanzlichen Präparaten, um diese Schwitzattacken besser überstehen zu können?
      Es grüßt Sie
      Kati

Willkommen

Willkommen in der Community für Menschen mit Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Ohne Werbung, ohne Tracking, aber mit ganz viel Herz 💛

×
×
  • Create New...

Important Information

We have placed cookies on your device to help make this website better. You can adjust your cookie settings, otherwise we'll assume you're okay to continue.