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    Rolf Blaga

    Buchbesprechung: "Schuppenflechte: Selbstheilung ohne Medikamente"

    Marianne SebökMarianne Sebök schildert ihren ganz persönlichen „Weg zur Heilung einer unheilbaren Krankheit“. In dem 2011 erschienen Buch beschreibt sie, mit welchen Methoden sie „seit sechs Jahren symptom- und beschwerdefrei“ geworden ist. Sie beruft sich dabei auf Ansätze, die vor allem in den 80-er Jahren die Alternativ-Medizin prägten: „Krankheit als Chance“, „Selbstheilungskräfte mobilisieren“, „Gesund durch positives Denken“, „Heilung durch Visualisierung“, „Haut als Spiegel der Seele“, „Man ist, was man isst“.

    Sie beschreibt, sie sei „ein Jahr [...] erfolglos mit Kortison gegen Hautpilz behandelt worden“. Der Arzt habe sie nicht darüber aufgeklärt, dass man den Wirkstoff nur kurzfristig anwenden dürfe. Ihre Haut fühlte sich an „wie dünnes Pergamentpapier“. Erst als 75 Prozent ihrer Hautfläche mit „roten Flecken“ bedeckt waren und unerträglich juckte, ging sie zu einem anderen Hautarzt. Der diagnostizierte „Schuppenflechte“ und bot ihr Kortisonsalbe an oder Medikamente, die das Immunsystem unterdrücken. Das lehnte sie ab, denn sobald die „abgesetzt werden, entfaltet der nächste Schub mit doppelter Kraft seine Wirkung“. Sie akzeptierte eine Balneo-Fototherapie, brach die aber nach 12 Behandlungen ab, weil sie „keine Linderung“ erkennen konnte. Der nächste Hautarzt bot ihr ein „Biologikum“ an. Das wollte sie nicht, wegen der möglichen Nebenwirkungen“.

    Die Autorin vermutet, dass die Schuppenflechte ein Warnsignal ihres Körpers sei, ihre bisherige Lebenssituation zu verändern: „mit weniger Druck und Stress, Zeit für mich selbst, für meinen Körper und mein Wohlbefinden, um wieder neue Energie zu tanken und den Alltag vergessen zu können“. Deshalb kündigte sie ihren Job und konzentrierte sich darauf, die Selbstheilungskräfte ihres Körpers zu mobilisieren.

    Bei der Psoriasis, so Marianne Sebök, „greift [das Immunsystem] die Zellen der Oberhaut [...] an. [...] Es verkennt einfach die normale Richtung und müsste sich nur wenden, um wieder funktionsfähig zu sein“. Daraus leitet sie ab, dass das Immunsystem in seiner Aktivität gestärkt werden müsse. Sie hat daraufhin ihre Ernährung völlig umgestellt, bewegt sich ausgedehnt an der frischen Luft, nimmt sich für alles viel Zeit und erlaubte sich, auch mal nichts zu tun. Weil Rauchen das Immunsystem schwäche, verzichtet sie letztendlich völlig auf die geliebten Zigaretten.

    Marianne Sebök meint, dass „Schuppenflechte [...] das sichtbare Symptom einer sehr umfangreichen Übersäuerung des Körpers“ sei. Die Haut übernehme „teilweise die Arbeit der Nieren und des Darms, um sich von den angehäuften Giftstoffen zu befreien“. Diese „angestauten Giftstoffe“ müssten ausgeschleust, der Körper entsäuert und Mineralstoffe hinzugefügt werden: zum Beispiel durch frisch gepresste Säfte aus ungespritztem Obst- oder Gemüse, junge Brennnessel- oder Löwenzahnblätter, Samen, Sprossen, Naturkörnern, Nüsse, enzymreiche Frucht- und Gemüsekonzentrate, Aloe-Vera-Gel-Getränke und Trinken von viel Wasser. Ihr „Herd blieb kalt“, d.h. es gibt nur noch Rohkost. Sei verzichtet auf säurebildende Lebensmittel wie Alkohol, Süßigkeiten, Backwaren, Fleisch, Wurst und Fertiggerichte und statt Kaffee trinkt sie Brennnessel-, Zinkraut- oder Schachtelhalm-Tees. Selbst bewusstes Ausatmen, so Sebök, könne den Körper entgiften.

    Immer wieder weist sie darauf hin, wie langsam und mühselig es für sie war, ihre Lebensgewohnheiten so extrem umzustellen. Im Sinne des „positiven Denkens“ lautet ihre Botschaft: „Sie allein besitzen die Macht, Ihre Wünsche und Träume zu realisieren. [...] Erlauben sie keine Zweifel und lehnen Sie alle Einwände, warum gesund werden nicht funktionieren sollte, entschieden ab. [...] Eine wesentliche Voraussetzung, um gesund zu werden, ist der starke Wille“. Sie hatte für sich entschieden, Eigenverantwortung für ihre Gesundheit zu übernehmen, d.h. den Heilungsvorgang nicht aus der Hand zu geben, sondern als persönliche Herausforderung anzunehmen. „Lassen Sie sich nicht mehr auf dieses gefährliche Spiel mit einem unsichtbaren Gegner ein.“

    Am Schluss weist sie darauf hin, dass sie nicht behauptet, „die Schuppenflechte für immer besiegt“ zu haben. Aber sie „lebe in einem beschwerdefreien Zustand“.

    Kommentar

    Man kann sich mit der Autorin freuen, dass sie nicht mehr unter ihrer Psoriasis zu leiden hat. Sie ist zu beglückwünschen, weil ihr mühsamer Weg zu einer gesunden Lebensweise bei ihr dazu geführt hat, erscheinungsfrei zu werden - und es nach Jahren immer noch zu sein. Das Ziel ihres Buches ist es, andere zu ermutigen, ebenso zu handeln, wie sie es getan hat. Das Buch wendet sich an Patienten, die der wissenschaftlich fundierten Medizin („Schulmedizin“) nicht (mehr) trauen. Es ist vor allem das Gefühl, nicht wirklich „geheilt“ zu werden und man starke Nebenwirkungen befürchtet.

    Während Sebök für ihre Methode eine „Erstverschlimmerung“ hinnimmt, bricht sie eine schulmedizinische Balneo-Fototherapie schon nach 12 Bestrahlungen ab. Sie bedient das längst widerlegte Klischee vom „bösen Kortison“, ohne zu sagen, dass man sich langsam ausschleichen muss und sich eine Pergamenthaut wieder zurück entwickelt. Andere äußerliche Wirkstoffe (Dithranol, Calcipotriol, Weihrauch, Mahonia Aquifolium etc.) hat sie erst gar nicht ausprobiert – bis auf Aloe Vera.

    Innerliche Wirkstoffe werden alle über ein Kamm geschoren: Wer sie absetzt, riskiere einen starken Schub. Das kann, muss aber nicht bei jedem sein, wenn richtig dosiert wurde. Biologika können tatsächlich schwere Nebenwirkungen haben. Davor fürchten sich verständlicherweise viele Patienten. Wer aber sehr schwer an Psoriasis erkrankt ist, wird heilfroh sein, wenn ihm geholfen wird.

    Natürlich müssen die Patienten vom Arzt genau beobachtet werden, ob sich bei ihnen die mehr oder weniger seltenen Nebenwirkungen zeigen. Aber jeder wird akzeptieren, dass Patienten diese Risiken ablehnen.

    Kann denen das vorliegende Buch wirklich helfen? Bekanntlich ist die Autorin nicht die erste, die verspricht, dass Psoriasis ohne Medikamente heilbar sei. Das gleiche behauptet zum Beispiel Dr. John O. A. Pagano in „Healing Psoriasis“. Er verfolgt seit vielen Jahren ein sehr ähnliches Konzept wie Marianne Sebök. Sein Buch wird gut verkauft; die Methode selbst aber konnte sich (außerhalb seiner Anhängerschaft) nie als anerkanntes Therapiekonzept für Psoriasis etablieren. Erfolge bleiben Einzelfälle.

    Auch andere propagierte Ernährungsvorschläge waren bei manchen erfolgreich, bei anderen wiederum nicht. Es gibt nicht „die einzig richtige Psoriasis-Diät“. Speziell auf die Psoriasis bezogen sollte man solche Lebensmittel meiden, die nach wissenschaftlichen Erkenntnissen innere Entzündungsprozesse oder Juckreiz fördern können. Die Autorin dagegen plädiert für säurefreie Kost, weil für sie Psoriasis ein Zeichen von „Übersäuerung des Körpers“ ist. (Sind Obst und Obstsäfte säurefrei?) Auch Dr. Klaus Hoffmann geht zum Beispiel seit vielen Jahren davon aus, dass Krankheiten wie Rheuma sich deshalb entwickeln, weil wir uns falsch ernähren und unser Säure-Basen-Haushalt gestört ist. Dieser Zusammenhang ist wissenschaftlich nicht bewiesen, auch wenn eine säurefreie Diät Einzelnen geholfen hat. Es ist fraglich, ob die Erklärung auch für Kleinkinder gilt und für Kulturen mit völlig anderen Ernährungsgewohnheiten.

    Wer sich gesund ernährt und seine Psoriasis nicht unnötig durch provozierende Nahrungsmittel anfeuert, kann eine medizinische Therapie damit auf jeden Fall positiv unterstützen. Allein durch eine Diät erscheinungsfrei zu werden, ist wohl eher selten. Wenn jemand parallel zur Diät noch weitere „Heilungsversuche“ unternimmt, ist es kaum nachzuweisen, was letztendlich gewirkt hat. Bei jeder einseitigen Diät muss genau darauf beachtet werden, dass es nicht zu Mangelerscheinungen kommt. Dieses Problem wird von der Autorin nicht klar angesprochen.

    Marianne Sebök behauptet, sie müsse ihren Körper „entgiften“, um die Haut von dieser Funktion zu entlasten. Es ist völlig unbewiesen, dass die Psoriasis dadurch entsteht, dass andere Organe des Körpers nicht mehr richtig funktionieren. Kräutertees sowie Obst und Gemüse können vermutlich nur in kleinen Mengen und langsam wirken. Gesichert ist dagegen, dass man durch Fastenkuren oder Darmsanierungen das Immunsystem und die Entzündungsprozesse im Körper und damit eine Psoriasis positiv beeinflussen kann.

    Es fällt auf, dass die Autorin im gesamten Buch nur die Haut als betroffenes Organ erwähnt und deshalb vereinfachend nur von „Schuppenflechte“ spricht. Schon seit Jahren weiß man, dass Psoriasis auch an Gelenken und Weichteilen (Psoriasis arthritis), an Finger- und Fußnägeln oder auf Fuß- und Handflächen auftreten kann. Außerdem kann Psoriasis zu weiteren, teilweisen schweren Krankheiten führen („Komorbiditäten“). Diese Krankheit ist in Wirklichkeit nicht mit einfachen Erklärungen abzutun. Die Seele spiegelt sich nicht nur in der Haut ab, sondern im ganzen Körper.

    Problematisch ist die Aussage von Marianne Sebök, eine Psoriasis könne dadurch zurückgedrängt werden, indem das Immunsystem gestärkt wird. Immer wieder werden uns Mittel angeboten, mit denen das Immunsystem gekräftigt werden soll (z.B. Colostrum). Wissenschaftlich erwiesen ist, dass das Immunsystem bei Psoriatikern zu aktiv ist und deshalb gebremst werden muss. Die Autorin dagegen geht davon aus, dass lediglich die „Richtung“, in der das Immunsystem aktiv ist, geändert werden müsse. Das ist wissenschaftlich zwar unlogisch, hat aber offensichtlich nicht dazu geführt, die Psoriasis bei ihr aufblühen zu lassen. Wir raten generell von allen Präparaten ab, die das Immunsystem stärken sollen. Unsere Bedenken haben wir uns von naturkundlich orientierten Ärzten bestätigen lassen.

    Natürlich ist es richtig, auf die Warnsignale des Körpers zu achten, wenn man ihn überfordert. Es ist bekannt, dass (negativer) Stress eine Psoriasis auslösen kann. Aber Marianne Sebök suggeriert, sie hätte ihre Psoriasis verhindern oder abmildern können, wenn sie nur früh genug auf die ersten „roten Flecken“ reagiert hätte. Die Behauptung, dass jede Krankheit ihre sozial-psychologischen Ursachen hat (Detlefsen/Dahlke) ist zu einseitig und inzwischen widerlegt. Damit kann z.B. nicht erklärt werden, weshalb Kleinkinder erkranken.

    Eigentlich weiß man nicht wirklich, was genau bei der Autorin dazu geführt hat, dass die Psoriasis zurückgegangen ist. Sie wird es auf die totale Änderung ihres Lebensstils zurückführen. Aber auch auf ihren Willen, gesund zu werden. Seit einigen Jahren weiß man, welche Macht das Gehirn über den Körper hat. Menschen können mit einfachen Mitteln so beeinflusst werden, dass sie ohne Wirkstoff oder sogar mit kontra-produktiven Wirkstoffen gesund wurden. Der Placebo-Effekt beträgt zwischen 30 und 50 Prozent. Es ist nicht auszuschließen, dass die „Selbstheilungskräfte“ der Autorin vor allem „Auto-Suggestionskräfte“ waren.

    Es wäre schön, ist aber unwahrscheinlich, dass viele Psoriatiker es ihr nachmachen und damit ihre Krankheit loswerden können. Nicht jeder kann seinen Job kündigen, um die beschriebene Zeit für die eigene Gesundwerdung zu haben. Wer Zeit hat, besitzt meist nicht so viel Geld, um alle die gesunden Dinge zu kaufen, die im Buch beschrieben werden. Schließlich erscheint es schwer, vor allem im von ihr propagierten Alleingang, die nötige Willenskraft und den überzeugenden Glauben an sich selbst zu entwickeln. Wer das nicht durchhält, ist verdächtig, selbst Schuld daran zu sein, dass die Psoriasis nicht weggeht.

    Man sollte die Analysen der Autorin nicht wortwörtlich nehmen. Ihr Heilsversprechen im Titel des Buches nimmt sie am Ende sowieso wieder zurück. Das Buch ist nicht das „Neue Testament“ für Psoriatiker. Aber es kann denjenigen nutzen, die Ratschläge für eine gesunde Lebensweise suchen.

    "Schuppenflechte - Selbstheilung ohne Medikamente" von Marianne Sebök, ISBN 978-3-941706-82-8, 18 Euro

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    • Der Verlag stellt eine Leseprobe bereit.
    • Im Bayerischen Rundfunk wurde Marianne Sebök in einer Radiosendung vorgestellt.
    • In unserer Community wurde über das Buch diskutiert. Wir freuen uns über jede Meinung!
    Bei YouTube bietet der Verlag ein Video an:


    Bildquellen

    • Marianne Sebök: Bildrechte beim Autor

    User Feedback

    Recommended Comments

    Ich bin selbst von Schuppenflechte betroffen und habe zufällig in einer Zeitschrift über den Genesungserfolg der Autorin gelesen. Natürlich kaufte ich ihr Buch. Ich war begeistert mit wie viel Kraft sie ihren Weg gegangen ist. Respekt!

    Mich irritiert jedoch Herrn Blaga‘s Sichtweise wie er gewisse Dinge darstellt.Diese sind irreführend und nicht so wie es die Autorin geschrieben hat. Seine Argumentation ist teilweise erheblich aus dem Zusammenhang gerissen und führt zu einem Eindruck wie er beim aufmerksamen lesen des Buches nicht entsteht. Und ist wohl einer freien Interpretation seiner Meinung geschuldet.

    Das Buch wendet sich nicht an Patienten, die der wissenschaftlich fundierten Medizin nicht (mehr) trauen, sondern an „ALLE“ die ein beschwerdefreies Dasein ohne Medikamente anstreben. Und außerdem verspricht die Autorin nicht, dass Psoriasis heilbar ist. Sie erzählt lediglich ihre eigenen Erfahrungen die sie mit der klassischen Medizin erlebt hat. Sie beschreibt ihren eigenen Weg, wie sie es geschafft hat, die schuppigen Flecken auf ihrer Haut vollständig auszuheilen und bis heute beschwerdefrei zu leben.

    Die Autorin plädiert für säurefreie Kost. Sind Obst und Obstsäfte säurefrei?Ich habe mich informiert und es gibt tatsächlich viele Obstsorten die säurefrei sind.Alles eine Frage der Auswahl!Herr Blaga’s Kommentar zum Buch beschreibt weiter, dass es „die richtige Psoriasis-Diät“ nicht gibt, es doch fraglich ist ob eine säurefreie Diät, auch wenn es Einzelnen geholfen hat, die Erklärung auch für Kulturen mit völlig anderen Ernährungsgewohnheiten hilft. Sebök schreibt sehr ausführlich in ihrem Buch, dass nicht nur eine Ernährungsumstellung, sondern eine Kombination von mehreren Faktoren wie Stressabbau, seelische Ausgeglichenheit und körperliche Aktivitäten, maßgeblich für eine Besserung sind.Letztendlich ist bei Marianne Sebök nicht nachzuweisen, welche Maßnahmen des Gesamtpaketes zum Erreichen ihres beschwerdefreien Zustands beigetragen haben. Sicher aber ist, dass es keine medizinisch-pharmazeutischen Maßnahmen waren.

    Herr Blaga widerspricht sich interessanter weise selbst. Einerseits stellt er die „Entgiftung des Körpers“ von Marianne Sebök in Frage, anderseits bestätigt Herr Blaga - als gesichert - die positive Wirkung entgiftender Maßnahmen wie Fastenkuren und Darmsanierung. Es ist bewiesen, dass Fastenkuren den Körper entsäuern, entschlacken, und somit die Psoriasis positiv beeinflussen können.

    Die Seele spiegelt sich nicht nur in der Haut ab, sondern im ganzen Körper. Auch darüber schreibt die Autorin in ihrem Buch ausgiebig, wenn man es doch aufmerksam liest. Sie schreibt; Körper, Geist und Seele müssen im Einklang sein.

    Meiner Meinung nach kann Marianne Sebök in ihrem Erfahrungsbericht nur über die Haut schreiben. Wie könnte sie über Gelenkserkrankungen, Finger- oder Fußnägel befall aus eigener Erfahrung sprechen, wenn sie nicht davon betroffen war.

    Die problematische Aussage der Autorin, so wie Herr Blaga schreibt, „das Immunsystem zu stärken“ ist wissenschaftlich unlogisch. Trotzdem hat Marianne Sebök es durch Stressabbau, körperliche Aktivitäten und eine gesunde ausgewogene Ernährung - das zu einer Harmonisierung des Immunsystems führte – geschafft, ein beschwerdefreies Leben zu leben.

    Man weiß nicht, was es war, dass die Psoriasis bei der Autorin zurückgegangen ist; so Blaga‘s Worte? Eigentlich weiß man das schon!Sie hat die Psoriasis mit einer Kombination vernünftiger Maßnahmen zurück gedrängt. Welcher Anteil jede einzelne Maßnahme daran teil hatte, lässt sich nicht mit Sicherheit sagen. Jedoch beweist die Autorin, durch ihre Beschwerdefreiheit, dass ihr Gesamtpaket stimmt.Wenn Marianne Sebök „Selbstheilungskräfte“ zusätzlich zu ihren gesunden Maßnahmen eingesetzt hat, beweist es doch eine positive Richtung. Oder?Und sollte der Placebo-Effekt 30-50% betragen, dann übersteigt es die Wirksamkeit vieler medizinischer Maßnahmen zum Teil um ein Vielfaches.. Was ja wunderbar wäre, da ein Placebo-Effekt ja Nebenwirkungsfrei ist.

    Natürlich kann nicht jeder den Weg der Autorin gehen. Ihr Buch, denke ich, gilt als Anleitung, dass es mehrere Möglichkeiten gibt ein wieder beschwerdefreies Leben zu leben und sich nicht aufzugeben.

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    Nur mal zum Thema Säure-Basen-Haushalt ...Es geht hier darum, ob ein Lebensmittel im Körper einen Säure- oder einen Basenüberschuss bewirkt, nicht darum, 'wie es schmeckt'.Und so sind eben Kohlehydrate, die wir unsinnigerweise (sie sind praktisch völlig wertlos - mehr darüber auch regelmäßig auf strunz.com) viel zu viel in uns hinein stopfen eben säurebildend. Eine Zitrone ist aber, trotz des sauren Geschmacks, durch die in ihr enthaltenen Mineralien basenüberschüssig und wirkt sich positiv auf unser System aus.Unser Blut braucht einen pH-Wert von 7,35 - 7,45. Würde er darunter fallen, würden wir sterben.

    Die heutige Ernährung ist bei vielen Menschen falsch. Wie überhaupt die gesamte Lebensweise (deren Änderung jedoch für viele im 'modernen Arbeitsleben', mich eingeschlossen, sehr schwer sein kann) die unser Millieu eben auch sauer macht.Fertignahrung trägt dabei genauso zur Übersäuerung bei.

    Wer 'daran nicht glaubt', kann gerne seinen Urin-pH-Wert messen (ein paar Tage lang jedes Mal beim Wasserlassen). Er muss sich mal so (>7) und mal so (

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    Bei mir heilt die schuppenpflechte an einigen Stellen von selber weg da wo sie weggheilt also weg ist hab ich nur noch weiße Flecken wie und warum sie von alleine weggeht weiss ich nicht dort wo sie weg ist fühlt sich meine Haut sehr gut an ??weiss jemand woher bzw warum es von alleine wegheilt? Ich benutze keine Medikamente und keine Creme nichts!momentan heilt es an mehreren Stellen von alleine weg !würde mich freuen wenn mir jemand sagen könnte woran das das liegt das es wegheilt lg ?

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    Manchmal heilen Stellen ab um an anderer Stelle wieder aufzutauchen! Bei mir war das auch oft so! Nehmen Sie irgendwelche neuen Medikamente? Haben sie in ihrer

    Ernährung etwas weggelassen oder dazugetan? Hormonelle Veränderungen können auch ein Verschwinden verursachen...bis sie eben wieder auftaucht!

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    Ich hatte seit 10 Monaten Schuppenflechte an den Händen. Habe vieles ausprobiert.Nichts hat geholfen. Aus Verzeiflung bin ich dann zum Hautarzt gegangen und der hat mir dann Kortison verschrieben....auch das hat letztlich nicht geholfen.

    Dann hab ich durch Zufall in einem Betroffenenforum gelesen, daß ein Herr es mit einer "Totes Meer Salz" Salbe geschafft hat Beschwerdefrei zu werden. Ich bin daraufhin zum dm gegangen und hab mir die Salbe für 3,50 € gekauft. Verwende diese und auch das Waschgel von der Fa.Schaebens seit 3 Wochen. Die Schuppenflechte ist so gut wie weg! Allerdings lasse ich nichts Anderes an meine Hände und verwende ggf. Einmal Handschuhe. Ich hoffe, Euch hilft es auch so gut wie mir.

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    Auch ich war, nach primär heftiger Psoriasis ,ohne daß ich wußte warum ,20 Jahre Psoriasisfrei, um dann im Alter von 65 Jahren (Ruhestand) eine fulminante Psoriasisarthritis zu entwickeln.

    Psoriasis ist eine Autoimmunerkrankung , die von vielen Faktoren abhängt, die wir nicht beeinflussen können(u.a. Genetik).

    Auch der Verlauf ist nicht vorherzusehen und nicht allein von äußeren Bedingungen abhängig. Da gibt es sonst automatisch die Schuldfrage: was habe ich in meinem Leben falsch gemacht ? Dann hat man nicht nur die Erkrankung, sondern ist auch noch vermeintlich selbst schuld, weil man nicht so gelebt hat, wie es die Autorin vorschlägt.

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      Können bestimmte Emotionen dafür sorgen, dass die Schuppenflechte stärker ist? Das wollen Forscher der Universität Gießen klären. Sie suchen Teilnehmer für eine Studie.
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      Die Studie ist ein Forschungsprojekt des Instituts für Medizinische Psychologie der Justus-Liebig-Universität Gießen. Wer mehr wissen möchte, kann sich bei Dr. Christina Schut unter 0641 / 9 94 56 82 melden.
      Kontakt aufnehmen
      Du willst mit deiner Teilnahme an der Studie helfen und bist zwischen 18 und 65 Jahre alt? Du kannst dich bei der Studienleiterin melden
      per E-Mail an Christina.Schut@mp.med.uni-giessen.de oder per Telefon: 0641 / 9 94 56 82
    • Rolf Blaga
      By Rolf Blaga
      Wir haben uns auf der 50. Tagung der Deutschen Dermatologischen Gesellschaft in Berlin umgehört, was es Interessantes für Menschen mit Schuppenflechte gibt. Im Vordergrund standen zum einen die Informationen über die neue Generation der Biologika, den IL-23 Blockern. Zum anderen wurde breit diskutiert, zu welchen Patienten bestimmte Psoriasis-Medikamente passen („Personalisierte Medizin“). Immerhin gibt es für die innerliche Therapie jetzt 17 Wirkstoffe; davon sind 11 Biologika (Stand Mai 2019). Aber es ging auch um das neu entdeckte "Entzündungs-Gedächtnis", ums Kinderkriegen und um die Psyche von Psoriatikern.
      Ja, der Artikel ist lang ? Aber du kannst in der Übersicht die Themen anklicken, die dich interessieren.
      IL-23 Blocker
      Zurzeit (Mai 2019) sind zugelassen: Tremfya, Skyrizi und Ilumetri. Die ersten beiden wirken ähnlich gut, wie die IL-17-Blocker, nur nicht so schnell. Das dritte Medikament wirkt deutlich schlechter (siehe unten). Keines ist bisher für die Behandlung der Psoriasis arthritis zugelassen. Praktisch ist, dass man sie nicht so oft spritzen muss: nämlich nur alle 8 bzw. 12 Wochen.
      Es wird vermutet, dass Schuppenflechte vor allem durch die Entzündungssignale des Interleukin 23 ausgelöst wird. Endgültig können das erst Langzeitstudien belegen. Schon jetzt sprechen einige Erfahrungen dafür: So gab es in den Studien Tremfya-Patienten, die noch 9 Monate nach dem Absetzen des Medikaments nahezu erscheinungsfrei blieben. Professor Marc Radtke verwies darauf, dass Stelara über viele Jahre nicht an Wirkung verliert, wie z.B. die TNF-Alpha-Blocker. Stelara sei zwar kein reiner IL-23 Blocker, sondern hemmt zugleich das IL-12. Trotzdem vermutet er, dass auch die reinen IL-23 Blocker langfristig ihre Wirkung beibehalten werden. Es wird sich zeigen, ob er recht hat.
      Nebenwirkungen: Vermutlich keine „Klasseneffekte“
      Ein entscheidender Unterschied zu bisherigen Biologika: Bei den IL-23 Blocker sind bisher keine Nebenwirkungen beobachtet worden, die typisch für diese Klasse wären. Im Gegensatz zu den anderen Biologika: Bei den TNF-Blockern treten typischerweise vermehrt Infektionen auf oder erstmalig neue Psoriasis-Formen. Sie können außerdem eine schlummernde Tuberkulose aktivieren. Bei den IL-17 Blockern sind öfter Pilz- (Candida-) Infektionen beobachtet worden, z.B. in den Schleimhäuten. Auch Darmentzündungen waren häufiger.
      Da IL-23 Blocker erst seit 2018 zugelassen sind, gibt es noch keine Langzeiterfahrungen. Erfahrungsgemäß zeigen sich typische Nebenwirkungen aber schon in den Zulassungsstudien. Schließlich waren jeweils einige tausend Patienten daran beteiligt, so Prof. Andreas Körber. Sehr häufige Nebenwirkungen der IL-23 Blocker sind Infektion der oberen Atemwege; häufig gibt es Pilzinfektionen der Haut. Die aber, so Körber, würden bei den anderen Biologika ebenfalls vorkommen – teilweise häufiger. Behandelbar sind sie alle.
      Warum Nebenwirkungen?
      Biologika hemmen entweder das TNF-Alpha oder Interleukine. Deren Aufgabe ist es, Botenstoffe an das Immunsystem zu senden. Das machen sie, wenn sie einen ihnen bekannten Krankheitserreger im Körper entdecken. Manche senden auch falsche Signale: Damit rufen sie Autoimmun-Krankheiten wie die Schuppenflechte erst hervor. Genau das soll ein Biologikum verhindern. Durch die Blockade wird das Immunsystem aber auch nicht über neue Krankheitserreger informiert. Die können dann vermehrt auftreten. Deshalb sind bei allen Biologika Nebenwirkungen möglich – mehr oder weniger schwere, die mehr oder weniger häufig auftreten.
      Welches Medikament passt?
      Die Therapie der schweren oder mittelschweren Psoriasis kann heutzutage viel genauer an den Einzelfall angepasst werden, als noch vor einigen Jahren. Schon 2018 wurde darüber ausführlich diskutiert. In manchen Fällen muss das Medikament jedoch mehrmals gewechselt werden, bis ein passendes gefunden wird. Leider gibt es noch nicht  den Wirkstoff, der ein Leben lang hilft, denn „das Immunsystem macht, was es will“, so Professor Marc Radtke.
      Bei zusätzlichen Krankheiten
      Verschiedene Tabellen zeigen, welcher Wirkstoff wann und bei wem eingesetzt werden darf und wann nicht. Manche Psoriasis-Medikamente helfen gleichzeitig gegen andere Krankheiten (z.B. des Darms). Andere dürfen nicht eingesetzt werden, wenn Patienten zusätzlich z.B. an Hepatitis, Herz-Kreislaufproblemen, Leber-oder Nierenschädigungen leiden. Wer ein Psoriasis-Präparat bekommen soll, sollte alle seine Krankheiten dem Arzt gegenüber offenlegen.
      Wenn Haut und Gelenke betroffen sind
      Wenn jemand Schuppenflechte gleichzeitig an Haut und Gelenken hat, kommt es darauf an, was vorrangig behandelt werden muss. Sind es die Gelenke (Psoriasis Arthritis = PsA), dann wirken TNF- Blocker immer noch am besten. Aus dieser Gruppe verbessern sich durch Cimzia die PsA-Symptome am besten. Auch die Haut heilt damit besser ab, als durch andere TNF-Blocker. Etwas weniger gut bei PsA wirkt Stelara. Wenn die Haut im Vordergrund steht, würde man eher zu IL-17-Blockern raten. Die wirken sehr gut auf die Haut, aber nicht ganz so effektiv auf die PsA. 
      Wer nur an der Haut betroffen ist, kann gut mit Methotrexat (MTX), Skilarence oder einem IL-Blocker behandelt werden.
      Wenn's schnell gehen soll
      Psoriasis-Medikamente wirken unterschiedlich schnell. Die Tabelle zeigt, wie lange es durchschnittlich dauert, bis bei 25 Prozent der Patienten sich die Haut um 75 Prozent gebessert hat (PASI 75):
      Daten von 2019* 2013 Taltz 2,18   Methotrexat (1x 7,5 mg, ab 2.Woche 15 mg)   3,2 Infliximab (z.B. Remicade) 3,37 3,5 Cosentyx 3,44   Adalimumab (z.B. Humira) 4,52 4,6 Stelara, 90 mg   4,6 Stelara, 45 mg   5,1 Cyclosporin A 5,63 6 Etarnercept (z.B. Enbrel) 100 mg   6,6 Etarnercept (z.B. Enbrel) 50 mg   9,5 Fumaderm 9,9   Methotrexat (langsame Dosis-Steigerung) 9,96 9,9 * Which antipsoriatic induction treatment sequence is the most time-effective? M.Zidane , C.Dressler , M.Gaskins , A.Nast, (Berlin, Germany), Poster 072 auf der SPIN 2019
      Taltz wirkt am schnellsten; manchmal schon nach der ersten Injektion. Professor Ulrich Mrowietz nennt es das „Hochzeits-Medikament“. Das sind aber nur durchschnittliche Werte für ein Viertel der Patienten. Bei manchen kann es länger dauern, bei anderen schneller gehen.
      Weitere Informationen, wann eine Therapie sichtbar zu wirken anfängt, in einem Artikel von 2009.
      Bei Psoriasis-Sonderformen
      Manche Präparate haben sich bei schwierig zu behandelnden Formen als wirkungsvoller erwiesen als andere: Das sind z.B. bei Nagelbefall Adalimumab, Tremfya und Otezla, beim Juckreiz ebenfalls Otezla, bei der Genital-Psoriasis Taltz und bei Bläschen an Händen und Füßen (Psoriasis pustulora palmoplantaris) der IL-23 Blocker Tremfya.
      Wie gut wirken einzelne Medikamente?
      Auf Kongressen werden stets viele Vergleichszahlen genannt. Bei gesponserten Veranstaltungen steht meist der firmen-eigene Wirkstoff im Vordergrund. Eine erste unabhängige Auswertung gibt es von Cochrane. Aber die verwendeten Daten enden 2016. So konnten weitere, seitdem zugelassene Medikamente nicht berücksichtigt werden. Professor Kamran Ghoreschi stellte deshalb einen Vergleich der Biologika vom März 2019 vor, der die Cochrane Studie bestätigt und ergänzt. Beide Auswertungen berücksichtigen nur die Anfangsphase. Die Tabelle gibt nicht wieder, dass einige Medikamente länger brauchen, bis mehr Patienten einen PASI 90 erreichen – Cimzia z.B. 16 Wochen.
      Wirksamkeit von Biologika nach 10-12 Wochen
      Anteil der Patienten mit einer Hautverbesserung von
      90% (PASI 90)
      Skyrizi 72,2 % Kyntheum 71,1 % Taltz 70,9 % Tremfya 67,4 % Cosentyx 60,7 % Stelara 44,8 % Adalimumab (z.B. Humira) 44,4 % Ilumetri 200 mg 38,8 % Cimzia 400 mg 34,0 %* Etanercept (z.B. Enbrel) 18,2 % Otezla 12,5 % Skilarence 12,1 % Die gleiche Reihenfolge ergibt sich für Verbesserungen um 50, 75 und 100 Prozent.
      Quellen:
      The Comparative Efficacy for Novel Treatments of Moderate to Severe Plaque Psoriasis: A Network Meta-Analysis, April W. Armstrong et.al. 2019
      * Certolizumab pegol for the treatment of chronic plaque psoriasis, Mark Lebwohl et.al. 2018
      Abgestufte Wirkung
      In der Cochrane-Auswertung heißt es zusammenfassend: Mit Biologika erreichen deutlich mehr Patienten einen PASI 90 als mit anderen Medikamenten. IL-Blocker wirken deutlich besser auf die Schuppenflechte als TNF-Blocker – außer Cimzia (siehe Tabelle). Otezla wirkt besser als Methotrexat oder Ciclosporin.
      Die Wirkung hängt auch davon ab, ob ein Patient mit einem Biologikum vorbehandelt wurde. Stelara wirkt dann z.B. weniger gut, bei Kyntheum spielt es keine Rolle.
      Innerlich behandeln, trotz geringem PASI
      Wer an nur wenigen, aber markanten Stellen eine Schuppenflechte hat, sollte ebenfalls mit innerlichen Medikamenten behandelt werden. Darauf verwies Dr. Ralph von Kiedrowski. Das sind vor allem:
      deutlich sichtbare Areale (Hände, Arme, Gesicht, Ohren, Hals) Genital-und / oder Anal-Bereich,  Hand- und und Fußflächen, Finger- und Zehen-Nägel, bei schwerem Juckreiz und bei schwer zu behandelnden Plaques. Obwohl diese Patienten einen niedrigen PASI-Wert haben, können markante Stellen ihre Lebensqualität wesentlich verschlechtern: andere Menschen ekeln sich und vermeiden, sie zu berühren; das Sexualleben ist massiv gestört; die Bewegung ist eingeschränkt, was zu Problemen im Beruf, Alltag und Freizeit führt, ständiges Kratzen führt zu Schlaflosigkeit und sozialem Rückzug; nicht abheilende Stellen können sich verschlimmern. Die Patienten sind oft krankgeschrieben.
      Betroffene sollten unbedingt auf diese Areale aufmerksam machen. Sie sollten der Ärztin sehr ausführlich schildern, welche Probleme für sie persönlich mit diesen Psoriasis-Stellen verbunden sind. Das erleichtert es zu begründen, weshalb teure innerliche Medikamente notwendig sind.
      "Erstverschlimmerung" unter Biologika?
      Am Anfang einer Biologika-Therapie kann es dazu kommen, dass sich der Zustand der Haut verschlechtert. Dr. Ralph von Kiedrowski rät, in so einem Fall die Therapie nicht sofort abzubrechen, sondern abzuwarten. Ansonsten würde man ein Medikament „zu schnell verschleißen“ und damit langfristig eine geringere Auswahl haben.
      Langzeit-Folgen durch eingeschränkte Lebensqualität
      Hautpatienten, die innerlich behandelt werden sollen, werden auch danach gefragt, wie die Krankheit ihr Leben einschränkt. Dafür gibt es einen DLQI-Fragebogen. Praktiker kritisieren, dass einige Fragen nichts mit dem Leben ihrer Patienten zu tun haben: nicht jeder macht Haus- oder Gartenarbeit, treibt Sport, ist berufstätig bzw. studiert oder ist sexuell aktiv. Viele Einschränkungen werden nicht abgefragt, z.B. wenn man sich nicht mehr unter Menschen traut, man bestimmte Bewegungen nicht mehr machen kann oder andere sich von einem abwenden. Psychische Probleme kommen bei der Auswertung überhaupt nicht vor.
      Wenn jemand wegen einer Krankheit über längere Zeit eingeschränkt ist, nicht alles machen kann, was er will und sich von Menschen zurückzieht, kann das dauerhafte Folgen haben – für seine Persönlichkeit und sein gesamtes Leben. Professor Marc Radtke spricht von „Langzeit-Schäden“. Damit sich die nicht verfestigen, müsse so früh wie möglich behandelt werden. Dreiviertel aller Patienten würden bei einer erfolgreichen Therapie ihre Lebensqualität komplett zurückerhalten. Radtkes Hinweis kann auch als Apell an diejenigen verstanden werden, die es aufgegeben haben, sich behandeln zu lassen.
      Entzündungs-Gedächtnis verhindern
      Erst seit kurzem weiß man, dass es Gedächtniszellen (Tissue Resident Memory Cells – TRM) sind, die die Psoriasis immer wieder neu aufflammen lassen. Schuppenflechte ist eine Fehlfunktion des Immunsystems. Wie das genau funktioniert, hatte Professor Jörg Prinz 2015 herausgefunden: Dem Immunsystem werden angeblich krankheitserregende Anti-Gene präsentiert, die es dann bekämpft. Im Laufe der Zeit „lernt“ das Immunsystem, auf diese Moleküle immer wieder mit Entzündungen zu reagieren. Das „Lernen“ findet in Gedächtniszellen (TRMs) statt.
      Professor Andreas Körber berichtete, je schwerer eine Schuppenflechte ist, desto mehr TRMs könne man messen. Selbst, wenn die Haut nach erfolgreicher Behandlung erscheinungsfrei war, wurden TRMs festgestellt. Bei Psoriatikern, die noch nicht so lange erkrankt waren, fanden sich dagegen weniger davon. Das heißt, so Körber, bei denen war das Entzündungsgedächtnis noch nicht voll entwickelt.
      Das spricht dafür, eine Psoriasis möglichst früh und möglichst effektiv zu behandeln. Aber: bisher konnte nur für die IL-23 Blocker festgestellt werden, dass sie die TRMs beeinflussen. So erklärt sich, weshalb Patienten 28 - 72 Wochen fast erscheinungsfrei blieben (PASI 90), obwohl der Wirkstoff abgesetzt wurde. Das waren, so Körber, diejenigen, die noch nicht so lange an Schuppenflechte erkrankt waren. Bei ihnen hätte sich das auslösenden Anti-Gen noch nicht endgültig im Entzündungs-Gedächtnis „eingebrannt“. 
      Professor Marc Radtke geht davon aus, dass man den gesamten Krankheitsverlauf eines Psoriatikers „in den Griff bekommen“ könne, wenn frühzeitig behandelt wird. TRMs sind übrigens auch bei Vitiligo festgestellt worden.
      Kinder kriegen
      Schwangerschaft
      Kein Psoriasis-Medikament ist für Schwangere zugelassen. Aber lässt sich die Behandlung mit einem innerlichen Wirkstoff nicht vermeiden, ist Cimzia® das sicherste. Nur bei diesem Biologikum dürfen Babys gleich nach der Geburt geimpft werden! Darauf verwies Professor Ulrich Mrowietz. Zwar wurden den Psoriasis-Registern keine auffälligen Probleme gemeldet, wie Fehlgeburten, Missbildungen o.ä. Aber niemand weiß wirklich, wie viel von den anderen Wirkstoffen durch die Nabelschnur oder die Muttermilch zum Baby gelangt.
      Fruchtbarkeit
      Die meisten Warnungen im Beipackzettel, Männer sollten während der Einnahme des Medikaments keine Kinder zeugen, scheinen unbegründet. Dr. Jean-Pierre Allam wies auf eine britische Studie hin, dass es trotz MTX-Einnahme keine Auffälligkeiten gab. Wer dagegen wegen seiner Psoriasis Arthritis mit innerlichem Kortison behandelt wurde, sollte drei Monate vor der Zeugung den Wirkstoff absetzen. Vorsichtig äußerte sich Dr. Sonja Grunewald: Nach den vorliegenden Registerdaten und Studien an Affen sind alle Arten von Biologika „wahrscheinlich nicht fruchtbarkeits-beeinträchtigend“. Bei Janus-Kinase-Hemmern wie Xeljanz geht man dagegen davon aus, dass sie die Fruchtbarkeit des Mannes beeinträchtigen und genverändernd wirken können.
      Hautpflege bei Erscheinungsfreiheit
      In der Apotheke hergestellte Präparate sind sinnvoll, wenn es keine zugelassenen Fertigarzneimittel gibt oder Patienten etwas nicht vertragen. Die Leitlinie gibt Rezeptur-Empfehlungen unter anderem für Psoriasis an Hand- und Fußflächen und auf dem Kopf, bei starkem Juckreiz, zur Vorbereitung einer PUVA-Bestrahlung oder zur Abschuppung. Kortisone (Kortikosteroide) werden wohl am meisten zur Entzündungshemmung angerührt. Zink oder Ölschiefer (Ichthyol) können aber ebenfalls gut wirken, so Professorin Petra Staubach-Renz.
      In der Leitlinie wird bei chronisch entzündlichen Hauterkrankungen eine Basistherapie (Hautpflege) als “fester Bestandteil des Therapiekonzeptes“ empfohlen. Das gilt auch für Biologika-Patienten, die fast keine Hauterscheinungen haben, so Staubach-Renz. Was sie nicht sagte: Betroffene, die sich daran halten wollen, müssen sich meist selbst sachkundig machen. Was ist die „richtige“ Hautpflege für Psoriatiker? Es gibt viele falsche Vorstellungen darüber.
      Schuppenflechte und Psyche
      Psoriasis psychisch verursacht?
      Ein Auslöser für Schuppenflechte kann ein traumatisches Lebensereignis sein. Dafür gibt es viele Hinweise, aber keinen wissenschaftlichen Nachweis. Darauf verwies der Diplom-Psychologe Dr. Kurt Seikowski. Für ihn sind Auto-Immunkrankheiten wie die Schuppenflechte ein psycho-somatisches Signal: In der „Sprache des Körpers“ macht es Sinn, bei bestimmten psychischen Belastungen Hautsymptome zu entwickeln. Durch Psychotherapie, so Seikowski, könne man die damit verbundenen Belastungen vermindern.
      Dass schon Babys Autoimmunkrankheiten entwickeln, erklärte Professor Uwe Gieler mit Depressionen der Schwangeren, die nachgewiesenermaßen auf das Neugeborene wirken würden.
      Dieser Ansatz wird in zwei grundlegende Bücher ausführlich erklärt:
      Die berührungslose Gesellschaft
      Die Haut und die Sprache der Seele: Hautkrankheiten verstehen und heilen
      Stimmung vom Immunsystem gesteuert?
      Einen völlig anderen Ansatz vertritt Professor Kai G. Kahl. Seit einigen Jahren zeigt er, dass Stress die gleichen Botenstoffe aussendet, wie das Immunsystem bei Schuppenflechte. Die Krankheit würde die Betroffenen sehr stressen. Aber es funktioniere auch umgekehrt: Je mehr Entzündungsbotenstoffe wie TNF oder IL im Körper festgestellt wurden, desto eher könne sich eine Depression entwickeln. Weil die gleichen Botenstoffe freigesetzt werden, wie bei Depressionen. Menschen, die mit Biologika behandelt wurden, seien euphorisch geworden. Ihre depressiven Symptome hätten sich deutlich verbessert. Biologika hemmen die Produktion von Botenstoffen, die Entzündungen und Depressionen verursachen.
      Siehe dazu: Mit Entzündungshemmern gegen Depression
      Kahl liefert weitere Argumente dafür, Schuppenflechte möglichst früh zu behandeln: Je länger die Erkrankung anhält, desto eher riskiere man eine Depression. Besonders dann, wenn der Genitalbereich betroffen sei. Erektionsstörungen wären, so Kahl, bei Psoriatikern weit verbreitet. Generell sind etwa ab dem 30. Lebensjahr neuro-psychologische Veränderungen beobachtet worden. Menschen mit Psoriasis seien 2 bis 3 x so häufig von echten Depressionen und Angsterkrankungen betroffen wie der Bevölkerungsdurchschnitt.
      Glücklichsein selbst erarbeiten?
      Barbara Schuster stellte eine Studie der TU München vor: Patienten mit Psoriasis und Neurodermitis fühlen sich danach besonders unglücklich. Dagegen, so Professorin Corinna Pfeifer, könnten die Betroffenen etwas machen: positive Gefühle entwickeln, angenehme Momente genießen, guttuende Beziehungen pflegen, sich selbst Ziele setzen; also insgesamt seinem Leben einen Sinn geben – trotz Krankheit!
      Es gibt viele Konzepte, um optimistischer, zufriedener und beschwerdefreier zu werden:
      Glücks- oder Dankbarkeits-Tagebuch über 10 Wochen führen. Flow-Erleben, d.h. sich völlig in eine Tätigkeit oder ein Amt vertiefen, z.B. bei Malen, Sport oder sozialem Engagement.  Stress vermindern durch Achtsamkeit (Mindfulness-Based-Stress-Reduction). Der Augenblick wird bewusst erlebt, akzeptierend und nicht wertend mit einer liebevollen Grundhaltung. Kurse werden von Krankenkassen bezuschusst. Geben ohne Gegenleistung (Random Act of Kindness), d.h. man macht irgendjemanden eine Freude, ohne zu erwarten, dass die oder der etwas zurückgibt. Eine Zuhörerin vom Uniklinikum Schleswig-Holstein berichtete, dass Patienten zufriedener aus dem Gespräch gehen würden, wenn sie selbst Zufriedenheit ausstrahlt: Glücklichsein könne anstecken! 
      Werbung in der Stadt

      Während des Kongresses sah man überall in Berlin Plakate: Pharmafirmen warben damit, dass Psoriasis behandelbar sei. Nun ist Werbung für verschreibungspflichtige Medikamente in der Öffentlichkeit verboten. Aber es ist scheinbar nicht ausdrücklich verboten, indirekt dafür zu werben: Indem eine Firma darauf verweist, dass sie Medikamente gegen Schuppenflechte anbietet. Wer sich davon betroffen fühlt, wird dann beim Arzt nach einem Medikament dieses Anbieters fragen. Der Fachbegriff dafür ist Content-Marketing. Es gehört schon lange zur Werbe-Strategie von Pharmafirmen, Patienten direkt anzusprechen, ohne Umweg über den Arzt.
      Aufgeschnappt
      Produkte, die uns aufgefallen sind
      Cera VE ist eine feuchtigkeits-spendende Creme bzw. Lotion. Es wird mit einem speziellen Verfahren geworben, durch das sich Inhaltsstoffe wie Hyaloron verzögert in der Haut freisetzen sollen. Dadurch bleibe sie länger feucht. Eigentlich für Neurodermitiker gedacht, kann sie auch denjenigen helfen, die z.B. harnstoff-freie Pflegemittel suchen.
      Hersteller: LʹORÉAL Deutschland
      Cetaphil Pro Itch Control ist eine Serie für sehr trockene und juckende Haut. Sie wird angeboten z.B. als Lotion, Pflegeschaum, als Creme fürs Gesicht oder die Hand. Wer einen leichten Juckreiz hat, kann ausprobieren, wie gut es einem hilft.
      Hersteller: Galderma Laboratorium
      Clarelux (Wirkstoff Clobetasol) ist ein verschreibungspflichtiger Schaum zur Behandlung der Kopf-Psoriasis. Auch in 2019 kann der Hersteller das Präparat noch nicht anbieten. Wir haben darüber ausführlich berichtet. Der Firma ist bewusst, dass viele Patienten langfristig auf ein anderes Präparat wechseln werden.
      Hersteller: Pierre Fabre Dermo-Kosmetik
      Deflatop (Wirkstoff Betamethason) ist ein verschreibungspflichtiger Schaum zur Behandlung der Kopf-Psoriasis. Der Hersteller kündigte ein "Comeback" für den Sommer 2019 an.
      Hersteller: Holsten Pharma
      Ducray SENSINOL soll beruhigend wirken und „sofort“ den Juckreiz lindern. Der Hinweis auf „Studien“, die das belegen stellt sich als eine „interne“ Untersuchung heraus, die nie veröffentlicht wurde. Trotzdem kann man die Pflege- Lotion bzw. -Milch bei leichtem Juckreiz ausprobieren.
      Hersteller: Pierre Fabre Dermo-Cosmétique
      Eucerin Urea Repair Plus ist eine Serie mit unterschiedlichen Harnstoff-Konzentrationen von 3 bis 30 Prozent. Sie wird angeboten z.B. als Lotion und als Creme für Körper, Gesicht und Hände.
      Anbieter: Beiersdorf
      HELIOCARE 360 ist ein Sonnenschutz mit Faktor 100+. Das ist für diejenigen, die sich wirklich schützen müssen, z.B. wegen einer aktinischen Keratose im Gesicht aufgrund früherer Sonnenbestrahlungen. Das reine Sonnenschutz-Mittel gibt es in verschiedenen Darreichungsformen.
      Anbieter: IFC Dermatologie Deutschland
      LETI balm ist eine Serie für die trockene und schuppige Haut. Sie wird angeboten z.B. als Creme und Fluid, auch speziell für Kinder und Jugendliche. Eigentlich für Neurodermitiker gedacht, kann sie auch denjenigen helfen, die z.B. harnstoff-freie Pflegemittel suchen.
      Hersteller: Laboratorios LETI
      Protopic wird bis Ende Mai wieder lieferbar sein. Die Salbe ist zwar nicht für Psoriasis zugelassen. Aber einige Ärzte verschreiben sie „off-label“, weil sie z.B. auch bei der Nagel-Beteiligung wirksam sein soll.
      Hersteller: Leo Pharma
      TOLERIANE SENSITIVE ist eine Feuchtigkeitscreme, die vor allem das Mikrobiom der Haut regulieren soll. Das betrifft ein typisches Problem von Neurodermitikern. Das Pflegeprodukt kann aber denjenigen helfen, die z.B. harnstoff-freie Pflegemittel suchen.
      Hersteller: La Roche-Posay
    • Alleswirdwiedergut
      By Alleswirdwiedergut
      Hallo zusammen,
      ich bin kürzlich auf ein Buch gestoßen: http://www.narayana-...e-Seboek/b10964
      Hat es jemand gelesen?
      PS: Gibt es hier eine Buchecke im Forum? Ich habe gesucht aber nichts gefunden. Falls der Beitrag hier falsch ist bitte verschieben .
      Liebe Grüße
      Alleswirdgut

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