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Schutz vor Autoimmunerkrankungen durch Vitamin D?


GrBaer185

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Ein Artikel in DocCheck vom 04.05.2022 befasst sich mit Studien zu Vitamin D und seinem Einfluss auf Erkrankungen, bzw. deren Prävention:

Vitamin D: Deutschlands Liebling im Check - DocCheck

Unter anderem heißt es im Beitrag:

"Verschiedene Studien haben bereits gezeigt, dass Vitamin D das angeborene und das erworbene Immunsystem moduliert. Es wird daher vermutet, dass Vitamin D bei Autoimmunerkrankungen und bei der Bekämpfung von Infektionen einen günstigen Effekt haben könnte. Die Ergebnisse dazu sind aber gemischt. Andere Untersuchungen deuten darauf hin, dass bei verschiedenen Autoimmunerkrankungen wie Multipler Skleroserheumatoider Arthritis oder chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen häufig ein Vitamin-D-Mangel besteht. 

Forscher vom Brigham and Women’s Hospital in Boston (USA) untersuchten nun in einer großen, randomisierten, doppelblinden und Placebo-kontrollierten Studie, die im British Medical Journal (BMJ) erschienen ist, ob Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren das Auftreten von Autoimmunerkrankungen beeinflussen können. Im Rahmen der VITAL-Studie wurden 25.871 Probanden (12.786 Männer ab 50 Jahren und 13.085 Frauen ab 55 Jahren) aus den gesamten USA über einen Zeitraum von fünf Jahren untersucht. Ihr Durchschnittsalter betrug 67,1 Jahre. Je nach Versuchsbedingung erhielten die Teilnehmer täglich 2.000 Internationale Einheiten (IU) Vitamin D und 1.000 mg Omega-3-Fettsäuren in Form von Fischöl, nur Vitamin D, nur Fischöl oder ein Placebo. Beobachtet wurde das Neuauftreten von rheumatoider Arthritis, Polymyalgia rheumatica , Hashimoto-ThyreoiditisPsoriasis, chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen und weiteren Autoimmunerkrankungen. Die Patienten berichteten dabei in Fragebögen über ihre Symptome, anschließend wurde die Diagnose von einem Arzt überprüft. 

Die Auswertung ergab, dass Probanden, die täglich Vitamin D (in Kombination mit oder ohne Omega-3-Fettsäuren) einnahmen, ein um 22 Prozent verringertes Risiko für das Auftreten einer Autoimmunerkrankung hatten. Dieser Effekt war in den letzten drei Jahren des Untersuchungszeitraums ausgeprägter als in den ersten zwei Jahren. Bei der alleinigen Einnahme von Omega-3-Fettsäuren war das Risiko für Autoimmunerkrankungen dagegen nicht signifikant verringert."

1 Kommentar


Empfohlene Kommentare

Burg

Geschrieben

Vitamin D im klinischen Faktencheck: Wer profitiert von einer Supplementation? 

AU=Steffen Manz, Gelbe Liste, 1.6.2026 

Zitat

- Vitamin D als Hormon: Stoffwechsel und Zielorgane 

... wirkt über spezifische Vitamin-D-Rezeptoren in klassischen Zielorganen wie Darm, Knochen und Nebenschilddrüse. Darüber hinaus exprimieren zahlreiche weitere Gewebe entsprechende Rezeptoren. Bemerkenswert ist die Fähigkeit bestimmter Zellen, darunter Immunzellen, Calcitriol lokal zu synthetisieren

- Evidenzbasierte Indikationen zur Supplementation 

... Weitere klare Indikationen bestehen bei Osteoporose sowie bei bestimmten gastrointestinalen Erkrankungen mit Malabsorption, also insbesondere chronisch-entzündliche Darmerkrankungen. Menschen mit Nachtschichtarbeit oder kulturell bedingter geringer Sonnenexposition stellen zusätzliche Risikogruppen dar. 

- Ergebnisse aus Interventionsstudien und Metaanalysen 

... Darüber hinaus zeigen Metaanalysen eine mittlere Risikoreduktion für Autoimmunerkrankungen sowie eine leichte Abnahme von Atemwegsinfektionen bei älteren Personen. Demgegenüber konnten bei gesunden Erwachsenen ohne Risikokonstellation keine relevanten Effekte auf Frakturen, Stürze, Herz-Kreislauf-Erkrankungen oder Infektionen nachgewiesen werden. 

- Dosierung 

Eine individuelle, niedrig dosierte Selbstmedikation gilt jedoch als sicher und kostengünstig. Üblich sind Dosierungen um 1.000 I.E. täglich. Empfohlen werden 800 bis maximal 3.000 I.E. pro Tag, vorzugsweise als tägliche Gabe und nicht in hochdosierten Bolusintervallen. 

- Überdosierung 

... Auch bei normokalzämischen Serumwerten kann eine übermäßige Vitamin-D-Zufuhr den Knochenabbau fördern und paradoxerweise das Frakturrisiko erhöhen

Aussicht 

Zukünftige Forschung sollte klären, welche Subgruppen jenseits der klassischen Risikokonstellationen langfristig profitieren und welche Biomarker eine individualisierte Supplementationsstrategie unterstützen können. 

https://www.gelbe-liste.de/endokrinologie/vitamin-d-supplementation-faktencheck-klinische-praxis 

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