Krank und laut
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Von einem Tag auf den andern

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Bina Guttata

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Mitte Februar feierte ich meinen 36. Geburtstag. Es war ein Freitagabend mit viel Wein und Zigaretten. Am Samstag bleib mein Mann mit Halsschmerzen und Fieber im Bett und ich musste unsere beiden kleinen Kinder das Wochenende über allein unterhalten.

Am Montag war dann ich krank. Meine Mandeln waren feuerrot und schmerzten fürchterlich. Ich quälte mich zur Ärztin. „Scharlach“, meinte diese und schickte mich mit einer Packung Penicillin nach Hause. Ein paar Tage später wären die Schmerzen weg, aber es begann mich am ganzen Körper zu jucken. Ich war froh, als ich nach acht Tagen die Antibiotika endlich absetzen durfte, doch der Juckreiz verschwand nicht. Statt dessen bildeten sich überall an meinen Körper kleine rote Punkte, die mir entsetzlich bekannt vorkamen.

Ich lebe seit fast zwanzig Jahren mit Psoriasis. In meinen späten Teenagerjahren hatte ich ein paar Flecken unter der Brust, die ein paar Jahre später wieder verschwanden. Dann tauchten neue Flecken am Gesicht auf und an der Kopfhaut. Die Psoriasis im Gesicht behandelte ich mit Advantan-Salbe. Es reichten vier Tage mit eincremen, danach hatte ich zehn Tage Ruhe. Damit konnte ich gut leben.

Mit dem, was mich jetzt von einem Tag auf den anderen heimgesucht hat, will ich nicht leben. Die Punkte lassen keinen Körperteil verschont, ich bin von Kopf bis Fuss damit übersät. Ich ging zum Hautarzt. „Psoriasis guttata“ nannte er meine Form. Er gab mir hochdosierte Vitamin D-Tropfen zum Einnehmen. Während der ersten Woche zwei, danach während zwei weiteren Wochen einen Milliliter pro Tag.

Nach zwei Wochen war ich verzweifelt. Ich konnte nicht den Hauch einer Besserung feststellen, es wurde sogar noch schlimmer. Wieder rief ich den Dermatologen an. Er setzte mir eine Spritze mit einem homöopathischen Mittel und gab mir zur Sicherheit die kortisonhaltige Salbe Daivobet mit. Ausser einem blauen Fleck um die Einstichstelle, hatte die homöopathische Spritze leider keine sichtbaren Auswirkungen. Die Salbe wende ich an Hals und Dekolleté und an einer üblen Stelle am Schienbein an.

Diese Woche war das Wetter wunderbar schön und warm. Den sommerlichen Temperaturen schaue ich gespalten entgegen. Ich geniesse die Sonnenstrahlen auf meiner Haut. Andererseits kann ich meine roten Punkte nicht mehr unter Halstüchern und Langarmpullis verstecken. Wende ich die Kortisoncrème an weiteren Stellen an? Präsentiere ich meine Krankheit mutig der Gesellschaft?


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Julianutzu

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Das Jucken ist die schlimmste Sache überhaupt, finde ich. Als PSA bei mir angefangen hat, hatte ich ein ungeheures Jucken auf der Kopfhaut und auf der Nasenspitze. Die Nase machte mich wahnsinniger als der Kopf. Nach einer Alergietablette wurde es besser (geheimtipp von einem Arzt mal).

Es überall auf der Haut zu haben ist nicht schön.

Eigentlic wäre es am besten der Gesellschaft zu seiten "so sieht es aus, ich werde es nicht verstecken". Ich müsste dies auch machen, ich würde mir eine menge Stress ersparen. Aber man streubt sich. Man will die Fasade der heilen Welt nicht zerstören. Wenn man es anderen voraukeln kann, klapp das auch bei einem selbst. So ist es bei mir zumindest.

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Blondi1

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Hallo Bina

Ich bin eine Leidensgenossin, die seit einem Jahr am ganzen Körper übersät ist mit Psoriasis Guttata. Erst wars nur an den Beinen, mittlerweile überall. Ich kann deine Gefühle also sehr gut nachvollziehen. Auch ich schaue nicht freudig den heissen Temperaturen entgegen. Aber ich werde nicht mein Lebensqualität und meine Freizeit wegen diesen Scheiss Punkten einschränken. Aber es ist hart. Man wird ständig schräg angeschaut und jeder dritte spricht dich darauf an, was du den da hast. Jeder sechste meint dann noch, dass er das ja auch schon hatte und wisse, wie man es los wird. Ist klar!

Ich hab jetzt ein Jahr Kortison und Lichttherapie hinter mir. Habe mir die Mandeln wegen dem Streptokoken-Herd entfernen lassen. Hat nichts gebracht. Mittlerweile hab ich mir einen Homöopathen gesucht. Das mach ich seit 2 Monaten, leider hats bisher nichts gebracht. Ich kann dir also noch kein heilendes Wundermittel empfehlen.

 

Aber fühl dich gedrückt, ich leide mit dir.

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    • Matjes
      Oh wie schön, Ilka!  Sicher hast du viel Freude an und mit ihnen.  
    • sia
      Kann ich gut verstehen, so was nervt wahrscheinlich jeden. Inzwischen sage ich da sofort was oder ich habe mich auch schon an den Ombudsmann/frau gewendet, den es inzwischen wohl fast in jedem Krankenhaus gibt. Tübingen hat so was: https://www.medizin.uni-tuebingen.de/Patienten/Service+und+Infrastruktur+/Patientenfürsprecher.html Wenn sich nie jemand beschwert, wird sich auch nie was ändern.
    • Blondi1
      Hallo Bina Ich bin eine Leidensgenossin, die seit einem Jahr am ganzen Körper übersät ist mit Psoriasis Guttata. Erst wars nur an den Beinen, mittlerweile überall. Ich kann deine Gefühle also sehr gut nachvollziehen. Auch ich schaue nicht freudig den heissen Temperaturen entgegen. Aber ich werde nicht mein Lebensqualität und meine Freizeit wegen diesen Scheiss Punkten einschränken. Aber es ist hart. Man wird ständig schräg angeschaut und jeder dritte spricht dich darauf an, was du den da hast. Jeder sechste meint dann noch, dass er das ja auch schon hatte und wisse, wie man es los wird. Ist klar! Ich hab jetzt ein Jahr Kortison und Lichttherapie hinter mir. Habe mir die Mandeln wegen dem Streptokoken-Herd entfernen lassen. Hat nichts gebracht. Mittlerweile hab ich mir einen Homöopathen gesucht. Das mach ich seit 2 Monaten, leider hats bisher nichts gebracht. Ich kann dir also noch kein heilendes Wundermittel empfehlen.   Aber fühl dich gedrückt, ich leide mit dir.
    • Supermom
      Ich finde einen Schrittzähler ganz witzig, selbiger motiviert schon mächtig.   Habe beim Entrümpeln der Kinderzimmer einen Hosentaschenschrittzähler (einstens von Lidl) gefunden in einem ansprechenden quiiiiiiiiitschpink... jetzt schaue ich immer mal, was ich so an einem normalen Arbeitstag zusammenbringe. Sind immerhin 15 000 -20 000 Schritte. Das ist jetzt noch nicht Laufen in dem Sinne, aber jeder Schritt zählt... sagt die PSA... und wenn ich dann eines Tages echt wieder so etwas wie Freizeit mein eigen nenne, dann...    
    • Hucki
      Die Sehnsucht nach dem Laufen bleibt, wenn man erst einmal "infiziert" ist. Zum Laufen bin ich erst ab Mitte 40 gekommen. Das war eine bemerkenswerte Zeit für mich, denn eigentlich war ich im Schulsport in den Disziplinen der Leichtathletik eher seeeehr schlecht  . Ich habe auch ganz langsam angefangen, eigentlich mit schnellem Walking, irgendwann hüpften die Beine aber immer mehr und los gings in immer größer werdenden Distanzen. Am Ende konnte ich 10 km am Stück laufen, was für mich früher schon von der Zahl 10 km her völlig abwegig erschien . Ich war wirklich total stolz auf mich. Und es tat mir richtig gut. Aber dann kam die PSA und sie hat mich körperlich absolut geschwächt. PSA ist der Feind des Laufens. Aber ich gebe nicht auf. Im Moment hoffe ich, dass es demnächst noch besser wird unter Stelara. Nach Schwierigkeiten, nur 1,5 km schmerzfrei zu wandern, kann ich nun schon mal eine ganze Stunde ohne Pause unterwegs sein. Wie schön ist das denn !!! Meine Laufsachen liegen immer griffbereit und irgendwann geht das Walken wieder so schnell, dass die Beine von ganz alleine hüpfen und springen wollen   Man kann immer wieder am Anfang beginnen, ich werde es wieder versuchen.......
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