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Es ist ein Skandal, dass in Deutschland 12.000 Menschen auf ein Spenderorgan warten und 3 davon täglich sterben, weil es einfach zu wenig Menschen gibt, die bereit sind ihre Organe nach dem Tod freizugeben. Vielleicht aus Angst, oder auch aus Unwissenheit. Mir liegt dieses Thema sehr am Herzen, ich trage den Ausweis bei mir, seit ich 20 bin. Sollte ich irgendwann sterben , macht mein Tod ja vielleicht einen Sinn, wenn andere Menschen dadurch weiter leben können. Es müsste hier wie in den USA sein, jeder ist automatisch Organspender, es sei denn, er hat einen entsprechenenden Vermerk im Pass. Jedem sollte es ein Anliegen sein, sich so einen Pass zuzulegen. Bei den meisten, die ich anspreche, ist die Bereitschaft schon da, nur haben die wenigsten einen Ausweis. Vielleicht sind wir auch einmal auf ein Spenderorgan angewiesen und möchten nicht 6 Jahre lang 3 x wöchentlich zur Blutwäsche!

Info hier: www.dso.de oder Infotelefon 0800/9040400

[ame]http://www.youtube.com/watch?v=dN1CCH7AEVM[/ame]

http://www.herzenswuensche.de/herzenswuensche/organspendeausweis/organspendeausweis.php

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Bearbeitet ( von kaschek)

Organspende! 2 Mitglieder haben abgestimmt

  1. 1. Organspende!

    • Ich habe einen Organspenderausweis
      54%
      18
    • Ich habe keinen Organspenderausweis, trage mich aber mit dem Gedanken, mir einen zuzulegen
      24%
      8
    • Ich habe keine Organspenderausweis, lehne dieses ab
      21%
      7

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Hervorgehobene Antworten

Großes Thema und ein wichtiges dazu!

Manche Aussagen finde ich erschreckend pauschal. Ich bin der Ansicht, dass alles was mit Zwang zu tun hat, die Neigung besitzt, sich zu etwas entwickeln worüber sich schlicht auch niemand mehr freut, soll heißen: Mensch hat dann keine Wahl mehr. Andererseits: das österreischische Modell läßt zumindest den Widerspruch zu.

Um mal zu erschrecken: ich besitze keinen Organspendeausweis. Darüber nachgedacht und mich damit auseinandergesetzt habe ich mich jedoch schon sehr oft. Für mich gibt es unterschiedliche Gründe mich bisher dagegen entschieden zu haben und jeder einzelne ist für mich persönlich wichtig und richtig. Sollte ich in die Situation kommen, einem mir nahe stehenden Menschen *im Leben* mit einer Organspende das Leben retten zu können - vermutlich keine Frage. Vorausgesetzt mir kann jemand versichern, dass das Leben für jenen dann auch wirklich lebenswert ist. Das Leiden ein Ende hat.

Ich selbst - so sehe ich das im *jetzt und hier*, lehne lebensverlängernde Maßnahmen ab. Ich kann mir - ebenso im *hier und jetzt* - auch nicht vorstellen ein fremdes Organ mir transplantieren zu lassen. Wenn der Tag kommt - so denke ich jetzt - sage ich Tschüss, machts gut, habt ein schönes Leben. Reinhard Mey hat mal gesungen: *Ich will im Stehen sterben, wie ein Baum, den man fällt, eine Ähre im Feld - ich will im Stehen sterben.* Das gefällt mir und so wünsche ich es mir, wenn die Stunde mal schlägt.

Das Problem ist - ich sehe das jetzt so - wenns dann mal soweit ist: ?

Ich weiß es nicht.

Aber als potentieller Hilfeverweigerer betrachtet zu werden, dass ist wirklich ein kleines wenig bißchen gewagt. Ich bitte also darum, weniger pauschalisierend zu denken, sondern auch die persönlichen Gründe eines jedes einzelnen von einer akzeptierenden - nagut wenn das nicht geht - wenigstens tolerierenden Denkweise zu betrachten. Das hätte den Vorteil, das die Menschen mit gegenteiligen Ansichten sich auch mal äußern, ohne das Gefühl der Vorverurteilung - das ist schon ein nicht so schönes! - haben zu müssen.

Lieben Gruß - Uli

P.S.: Wachrütteln ist immer gestattet.

........hm ein schwierigesThema.

Ich habe es hautnah erlebt, denn ich war mit einem Mann verheiratet der zunächst Heimdialyse durchgeführt hat und dann eine neue Niere transplantiert bekam. Als der Anruf kam wg. der Organspende, waren wir zunächst froh und aufgeregt, aber man denkt auch darüber nach, dass jetzt jemand gestorben ist. In unserem Fall ein 10 jähriges Kind, dass war hart. Zuvor war sein älterer Bruder nach 14 Jahren Dialyse (wollte früher keine OP) gestorben. Zuvor hätte es fast noch eine Transplantation für ihn gegeben, aber die letzten Teste, schon im Krankenhaus, waren negativ.

Auch die neue Niere wird die Erbkrankheit übernehmen und es wird wieder eine Therapie nötig sein. Wie es ihm heute geht, weiß ich aber nicht.

Ich hatte damals selbstverständlich einen Organspendeausweis bei mir. Ich muss mir mal wieder einen neuen besorgen, hatte beim Nachsehen erst gemerkt das er nicht mehr da war. Auch eine Lebendspende würde ich innerhalb meiner Familie jederzeit geben. Einen Zwang dazu darf es aber meiner Meinung nach nicht geben, auch nicht auf Gegenseitigkeit.

Trotzdem habe ich oft Zweifel, auch wenn ich dazu schon viele Berichte gesehen habe. Die Organe und somit der Körper werden bis zur Entnahme am Leben erhalten, nach dem Hirntot. Nur hat man dann wirklich Zeit zu sterben? Mir fehlt da irgendwas, ich denke es ist die Zeit in Ruhe einzuschlafen. Das macht mich oft nachdenklich. Da helfen auch alle wissenschaftlichen Erkenntnisse nichts und ich kann auch christliche Bedenken verstehen. Ich würde zudem nicht alle Organe spenden.

Gruß Anjalara

Bearbeitet ( von anjalara)

Ich kann durchaus akzeptieren, wenn sich jemand mit dem Thema wirklich auseinander setzt und dann für sich entscheidet, dass er nicht spenden will.

Es soll ja eine Spende - also freiwillig - sein. Das sehen auch viele Dialyse-Patienten so, die ich kenne.

Das Österreichische Modell find ich auch gut. Da hat jeder die Möglichkeit, sich zu informieren und dann zu entscheiden. Wenn er sich nicht damit befasst und die Organentnahme nicht widerspricht, können seine Organe entnommen werden.

Im übrigen ist nach einer Organspende auch nicht alles eitel Freud und Sonnenschein. Der Mensch ist trotzdem sein Leben lang krank und muss heftige Medikamente gegen eine stets drohende Abstoßung nehmen, die im höchsten Maße krebserregend sind.

Am 3. Oktober musste ich zusehen, wie meine Mutter auf einer Intensivstation beatmet starb. Ich wusste, dass sie tot ist aber die Beatmung lief ja noch eine kurze Weile weiter, bis ich einen Pfleger holte und er die Maschine abstellte.

Ich kann seither verstehen, dass viele Probleme damit haben, dass sie den Tod eines geliebten Menschen nicht akzeptieren können, so lange er beatmet wird. Es ist schon ein sehr seltsames Gefühl und ich kenne auch den Tod ohne Intensivstation (mein Vater starb zuhause in meinem Beisein).

Leider konnten wir die Organe meiner Mutter nicht zu einer Spende frei geben, da sie Krebs hatte.

Geli

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