👋 Herzlich Willkommen im Psoriasis-Netz. Du bist hier in der größten unabhängigen Gemeinschaft für Menschen mit Schuppenflechte oder Psoriasis arthritis im deutschsprachigen Raum.
Du besuchst unser Angebot gerade als Gast und kannst manch nützliche Funktion nicht nutzen – zum Beispiel, um zu antworten, selbst zu fragen oder mehr Bilder zu sehen. Aber es gibt Abhilfe 🙂
Hallo Ihr Lieben,
ich schreibe - wie immer - im Auftrag meines Mannes. Irgendwann irgendwo habe ich uns schon vorgestellt, aber ich weiß nicht mehr, wie ausführlich. Also hier noch einmal die Fakten:
Mein Mann hat seit etwa 20 Jahren Schuppenflechte. Soweit ich das überblicken kann, hat er sich noch nie viel mit der Krankheit befasst und möchte das auch nicht. Es ist auch nicht so, dass sie ihn psychisch über die Maßen belastet, aber es ist ja schon mehr als nur ein kosmetisches Problem. Wir kennen uns seit etwa vier Jahren. Damals waren beide Unterschenkel und beide Unterarme sehr stark betroffen, dazu einzelne Stellen an den Oberschenkeln und am Torso. In der "Vor-Filinchen-Zeit" hat er phasenweise mit Kortison gecremt und hat eine Zeit lang Bestrahlungen bekommen. Diese möchte er auf keinen Fall wieder, weil sie mit einem für ihn nicht vertretbaren Zeitaufwand verbunden waren (er ist Busfahrer mit sehr unterschiedlichen Arbeitszeiten im Bereich 9-23 Uhr. Die genauen Dienstzeiten erfährt er erst eine Woche im voraus, und das hat dazu geführt, dass der Arzt seine Bestrahlungen immer auf 7:30 Uhr morgens terminiert hat, um auf der sicheren Seite zu sein. Trotz Terminvergabe Wartezeiten von bis zu 30 Minuten, und das für ein paar Sekunden Bestrahlung, das möchte er sich zu dieser Uhrzeit nicht antun, und das verstehe ich auch.).
Die beiden Jahre nach unserem Kennenlernen waren für uns beide sehr turbulent - er hat sich scheiden lassen, was nicht ganz reibungslos verlief, und ich habe mich von meinem langjährigen Lebensgefährten getrennt (auch das sehr stressig, teilweise war die Kommunikation nur über Rechtsanwalt möglich). Stress ist definitiv ein starker Trigger für meinen Schatz. Also privater Stress en masse, dazu ein stressiger Job. Letztes Jahr haben wir geheiratet, dieses Jahr ist bei mir eine Krebserkrankung diagnostiziert worden, die noch behandelt wird und die ihn erheblich mehr belastet als mich selbst. Das Ergebnis: Mittlerweile Befall von ca. 80% der Hautoberfläche. Außerdem rheumatischer Befall einzelner Zehengelenke (ist das Psoriasis-Arthritis?). Zwischen Ende 2008 und Ende 2010 regelmäßiges Cremen mit Kortison, dazu intensive Hautpflege u.a. mit ureahaltigen Produkten. Im September 2010 waren wir drei Wochen in St.Peter-Ording zum "Kururlaub". Dort hat er tägliche Bäder mit Meersalz und Schwefelsole bekommen, dazu Massagen. Vor allem die Schwefelsole hat ihm sehr, sehr gut getan, dazu die Ruhe. Seine Haut ist wesentlich besser geworden, seiner Aussage nach so gut wie seit vielen Jahren nicht mehr. Die Badeärztin hat ihm auch eine stärkere Kortisoncreme für seine Knie und Schienbeine verschrieben, die die dicke hornige Haut abgelöst hat, so dass ich den Eindruck hatte, zum ersten Mal hatte auch an diesen Stellen das Kortison die Möglichkeit, überhaupt dort hin zu kommen, wo es wirken soll.
Dies Ganze nur zur Verdeutlichung, dass anscheinend konventionelle Therapien durchaus noch anschlagen.
Nun hat er seit Anfang des Jahres kein Kortison mehr verwendet. Ausschließlich Hautpflege der herkömmlichen Art, also ohne medizinischen Wirkstoff; dazu schwefelhaltigen Badezusatz aus der Apotheke. Heute war er bei seinem Hautarzt, um mal wieder ein Rezept für Kortison zu bekommen und gleichzeitig zu fragen, ob es möglich ist, Schwefelsolebäder auch außerhalb einer Rehamaßnahme auf Rezept zu bekommen (es gibt mehrere Schwefelsolequellen in der Umgebung). Seine Haut sieht wirklich schlecht aus momentan; zwar wirklich schön gepflegt (er cremt dreimal täglich), aber eben stark befallen - schätzungsweise 80%. Sein Hautarzt sagt, Schwefelbäder auf Rezept gibt es nicht. Er hat ihm jetzt eine Creme verschrieben, die der Apotheker anmischen soll. Ich habe mir noch nicht die Mühe gemacht, das Rezept zu entziffern. Außerdem hat er ihm ein Werbepaket von Fumaderm in die Hand gedrückt, komplett mit Entspannung-CD.
Ich bin mit diesem Arzt ohnehin überhaupt nicht zufrieden. Muss ich ja auch nicht, ist ja nicht meiner. Trotzdem... Ich kann kein Behandlungskonzept erkennen. So einmal im Jahr ist Vorstellung beim Arzt Pflicht, sonst gibt es kein Kortison-Rezept. Was genau im Behandlungszimmer vor sich geht, weiß ich nicht, aber das erste Rezept, welches zu meiner Zeit ausgestellt wurde, war für eine 20g-Tube. Die reicht vielleicht für eine Woche für ein Schienbein. Daran kann ich mich noch gut erinnern. Der Arzt muss doch wissen, wie die Haut meines Mannes aussieht?! Heute war wohl immerhin oben herum freimachen angesagt - daraufhin hat der Arzt ihm den Fumaderm-Kram in die Hand gedrückt. Es hat keinerlei Aufklärungsgespräch stattgefunden - "lesen Sie sich die Unterlagen mal durch und sagen Sie mir, ob das etwas für Sie ist".
Aber so Sachen wie mal eine salicylsäurehaltige Creme verschreiben, wie die Badeärztin das gemacht hat, das hätte er doch auch längst gemacht haben können? Ich sehe da null Motivation von seiten des Arztes, etwas für den Patienten zu bewirken. Jetzt soll es also Fumaderm sein. Das ist sehr teuer, vermute ich, belastet also einerseits das Budget der Praxis; andererseits bindet es auch den Patienten durch regelmäßige Laboruntersuchungen etc.
Mich beschäftigt also zum einen die Frage "Was macht einen guten Arzt aus? Ist dieser Arzt gut? Wie finde ich einen guten Arzt?" (und bin damit nicht wirklich im richtigen Unterforum). Zum anderen möchte mein Mann eine Entscheidungshilfe zum Thema Fumaderm. Es gibt ja im systemischen Bereich nicht nur Fumaderm. Um es genau zu sagen, bin ich von der Vielzahl der Unterforen im Forum "innerliche Medikamente" schier erschlagen und sehe mich nicht in der Lage, mich in vertretbarer Zeit komplett in die Materie einzulesen. Wenn mir also jemand helfe könnte:
- Könnte eine systemische Therapie für meinen Mann das Richtige sein?
- Ist Fumaderm etwas, womit man in dem Bereich anfängt, oder gibt es andere Medikamente, die man vorher probiert haben sollte? Evtl. etwas mit weniger Nebenwirkungen? Wenn ja, was?
- Mein Mann neigt zu Problemen im Magen-Darm-Bereich, übersäuerter Magen etc. Sein Vater ist an einer Magenblutung gestorben. Ich habe Angst wegen der Nebenwirkungen von Fumaderm besonders in der Hinsicht. Meinungen?
- Sollten wir versuchen, andere Therapiemöglichkeiten auszuschöpfen, bevor wir mit systemischer Therapie beginnen? Welche? Kortison geht ja auch nicht auf ewig, und mein Eindruck ist, dass es zu diesem Zeitpunkt mit "nur cremen" nicht mehr getan ist. Bestrahlungen sollen es auf keinen Fall sein.
- Tut dieser Arzt das für meinen Mann, was er tun kann? Oder tut er das, was er für sich selber tun kann? Müsste er mehr konkrete Forderungen an den Arzt stellen (welche)?
- Könnte jemand einen wirklich guten Hautarzt im Raum Braunschweig empfehlen?
Es tut mir leid, dass das so viel und auch ein bisschen wirr ist. Alle Arten von Meinungen, Brainstorming u.a. sind hoch willkommen! Mein Mann möchte das Richtige tun, sich aber nicht mit der Materie befassen. Ich möchte nicht, dass er blind in etwas reinrennt, was ihm mehr schadet als nützt. Ich habe mich im entsprechenden Unterforum informiert und tendiere momentan eher zu "Fumaderm ja". Aber ich brauche mehr Input, glaube ich.
Danke fürs Lesen!
Das Filinchen