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Neu hier mit Psoriasis pustulosa an den Füssen


Tomate
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Hallo und guten Tag, liebe Leidensgenossen! Ich lese seit einiger Zeit sporadisch hier mit, nun habe ich mich entschlossen, mich auch mal vorzustellen.  

 

Ohne zunächst die ganze Vorgeschichte aufzulisten (mäßige Psoriasis-Arthritis), hier mein ganz aktuelles Anliegen:

ich habe seit fast 4 Monaten eine sehr schmerzhafte Psoriasis pustulosa an den Füssen, und zwar in einer Ausprägung, über die ich sonst noch nichts gelesen habe. An beiden Füssen im Hohlfuß, und an der Innenseite der Leisten. Scharf abgegrenzt, rot geschwollen, empfindlich, das nennt man wohl "erythematös". Da sind dann die bekannten Pusteln unter den Fußsohlen, die schmerzen, aber dann irgendwann eintrocknen, und die Sache schält sich ständig. Soweit ganz typisch. Unangenehm genug, aber unterhalb des linken Knöchel habe ich eine äußerst schmerzhafte Entzündung, alles rot und geschwollen, merkwürdig wulstartig abgegrenzt, manchmal ist der ganze Fuß und Knöchel angeschwollen. Die Pusteln sind entsprechend auch ödematös, und können daher nicht eintrocknen. Manchmal reissen sie auf, eitern zunächst, und dann nässen sie nur noch. Da entstehen richtige Löcher. Eine Ärztin schrieb "beginnende Lymphangitis" in den Befund. Das geht jetzt aber schon über Monate.

Prednisolon hilft super, ist aber natürlich nichts von Dauer, ebenso Antibiotika. Cefuroxim hilft gegen die starke Entzündung, was m.E. dafür spricht, daß da was anderes im Spiel ist als nur Psoriasis.
Allergie-Test habe ich gemacht, nichts.
 

Obwohl ich bei vielen Ärzten war (und jeder mich an den nächsten verweist, und wieder zurück) - Hausarzt, Hautarzt, und an der Uni Frankfurt bei allen: Rheumatologen, Dermatologen, Allergologe, Psoriasis-Sprechstunde etc.., habe ich den Eindruck, daß ausser dem Allergologen noch nie jemand mein Krankheitsbild gesehen hat.
Ich nehme ständig Schmerzmittel, Naproxen. Manchmal gibt es Tage und Nächte, da brennen die Füsse so sehr, daß ich schreien könnte. Da muß ich dann ein noch stärkeres Schmerzmittel nehmen. 

Immerhin: nächste Woche rücke ich in der Psorisol-Klinik ein.
 

Ich würde mich gerne mal mit jemand austauschen, der/die auch die Pso pustulosa hat, und vielleicht auch diese Ausprägung mit der Dauer-Lymphangitis, die mir richtig unheimlich ist.

 

 

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Hallo und willkommen hier !

 

Leider kann ich dir in Sachen Pso pustulosa nicht wirklich weiterhelfen und auch eine Dauer-Lymphangitis habe ich nicht und kann dir keine Tipps oder Ratschläge dazu geben. Ich hoffe, dass sich hier noch jemand meldet.

 

Aber ich möchte gerne auf deine Ausführung mit dem Antibiotika kommen, welches dir wohl hilft.

Inzwischen ist die Medizin auf dem Weg Bakterien-Toxine und ihre Wirkung bzw. ihre Aktion auf unsere Zellen zu erforschen. Bei Neurodermitis z.B. wurde ein hämolysierendes Toxin (Delta-Toxin) des Staphylococcus aureus aus Auslöser der Hauterscheinungen festgestellt. Bei der Psoriasis erforscht die LMU München derzeit die Interaktion zwischen Psoriasis und A-Streptokokken und in Mainz erforscht man aktuell die Wirkweise weiterer hämolysierender Toxine (Bakterien und Viren) auf menschliche Zellen.

 

Bei mir war die Übertragung von Listeriose bei der Geburt der Auslöser (eine Behandlung mit Antibiotika erfolgte nicht, da der Titer bei der Kontrolluntersuchung wieder gesunken war) - Listeriolysin (Toxin der Listerien) ist ebenso hämolysierend (löst rote Blutkörperchen auf) und es sieht dem Streptolysin (Toxin der Streptokokken) und dem Pneumolysin (Toxin der Pneumokokken) zum Verwechseln ähnlich. Anfänglich dachte ich, dass bei mir Streptokokken der Auslöser sind, da ich als Kind chronische Mandelentzündung hatte. Inzwischen ist klar, dass auch Listerien Mandelentzündungen auslösen können und durch die Ähnlichkeit der Gifte kommt es häufig zur Verwechslungen bei der Diagnose. Nachdem meine Mandeln mit 8 entfernt waren hatte ich Ruhe bis ich 1989 eine schwere Infektion mit betahämolysierenden A-Streptokokken (Scharlach) hatte und auf das Antibiotika allergisch reagiert habe. Auskuriert war also auch diese Infektion nicht und fortan hatte ich chronische Urtikaria und weitere Formen der Psoriasis. In der Medizin gibt es kaum Möglichkeiten latente Infektionen sicher nachzuweisen. Akute Infektionen sind über das Blut sehr gut nachzuweisen, aber bei vielen Bakterien-Arten ist inzwischen wissenschaftlich nachgewiesen, dass sie sich schnell in den Eptihel- und Endothelzellen vor unserem Immunsystem verstecken (Beispiel Streptokokken: http://www.psoriasis-netz.de/community/topic/22959-zum-thema-streptokokken/)und wenn sie dann über das Blut nicht mehr nachzuweisen sind geht die Medizin bisher davon aus, dass keine Erreger mehr da sind und die Infektion überstanden ist. Dabei gibt nur wenige Antibiotika-Sorten, welche es bis in die Epithelzellen schaffen. Cefuroxim (wie du es nimmst bzw. genommen hast) gehört zu diesen Antibiotika-Sorten und damit hättest du eine Erklärung warum es bei dir zu einer Verbesserung führt. Allerdings ist vermutlich die Einnahmedauer zu kurz gewesen - bei einer latenten Infektion gelten andere Dosierungen und Einnahmeintervalle. Wie lange hast du Cefuroxim am Stück eingenommen und in welcher Dosierung?

 

Du schreibst, dass du eine Entzündung am Knöchel hast und dass es nach dem Aufplatzen der Bläschen zu einer gelblichen Absonderung kommt. Diese Wunde und diese Absonderung könnten mittels Abstrich und dem Anlegen einer Bakterienkultur untersucht werden - vielleicht hast du Glück und man findet Reste des Übeltäters. Das kann auch der Hausarzt machen, dafür brauchst du keinen Spezialisten.

 

Die Psorisol-Klinik kann dir hierzu eventuelle auch Informationen geben, aber wie gesagt, hier läuft derzeit viel noch in der Forschung und das dauert bekanntlich eine Weile bis hier Ergebnisse vorliegen können.

 

Hab einen schönen Aufenthalt in der Klinik mit einer schnellen Besserung !

Liebe Grüße

Edited by HLA-B27
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Vielen Dank, HLA-B27!

Bezüglich der möglichen versteckten Streptokokken u.ä. kann ich nur teilweise folgen, aber ich nehme mal einfach dein Wort dafür, daß es in Forschung ist, und hoffe für uns alle, daß die bald zu Ergebnissen kommen.

Cefuroxim: Ich habe erstmal 10 Tage genommen, dann lange Pause, weil ich keinen Folgetermin an der Uni Frankfurt bekam.
 

Ich hatte dann meine Hausärztin wegen Streptokokken oä Untersuchung gefragt, und sie sagte, so eine Kultur anzulegen würde Zeit kosten, und ich war ja sozusagen als Notfall da, und brauchte auf der Stelle Hilfe. Daher hat sie Cefuroxim verschrieben (7 Tage 2x500mg, danach 10 Tage 2x250mg). Ich habe bereits nach ca 6 Tagen abgebrochen (ja ich weiß, das darf man auf gar keinen Fall), weil ich so starke Schmerzen im Darm hatte. Stell Dir vor, daß Dein ganzer Darm entzündet ist, und jede Darm- und Blasenbewegung ist sehr schmerzhaft. Das steht als mögliche Nebenwirkung im Beipack. Ich hatte gute Gründe für den Abbruch, aber die hier aufzuführen ist zu umfangreich und trägt nichts zur Sache bei. 
In der Apotheke hatte man mir Cefurax gegeben, das sich vom Cefuroxin nur dadurch unterscheidet, daß es Rizinus enthält. Vielleicht vertrage ich das nicht.

Ich hoffe nun, daß die Psorisol auf einem ähnlichen Wissensstand ist, und nicht nur die klassische Psoriasis, sondern auch und vor allem(!) die "versteckten" Entzündungen behandelt. Vielleicht hat jemand hier Erfahrung damit.

Es macht mir etwas Sorgen, daß sie mich wieder nach Hause schicken könnten, weil ich nicht ins Schema passe. Immerhin kostet mich die Fahrt deutlich über 100 Euro, und die lange Strecke wird mir nicht leichtfallen mit dem Zug. Und ich habe eigentlich große Hoffnung, daß die mir irgendwie helfen können.

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Warst du denn als Psoriasis-Notfall bei der Ärztin oder wegen der Wunde ?

 

Nachdem du die Einnahme abbrechen musstest sind vermutlich nicht alle Erreger abgetötet worden. Die Dosierung kommt hin für eine starke, akute Infektion. Latente Infektionen werden meist noch länger behandelt. Das hört sich für mich ein bisschen so an als wäre vor allem der Darm der "Aufenthaltsort" der Infektion - vielleicht auch ein Darmbakterium welches Überhand genommen hat oder evtl. B-Streptokokken (da du die Blase erwähnst) ? Die Eptihel- und Endothelzellen sitzen ja überall in unserem Körper. Ich möchte an dieser Stelle auch sagen, dass unser Körper vor allem über die Haut (da gehört die Darmschleimhat auch dazu, wie Nasenschleimhaut, Mundschleimhaut, sonstige Schleimhäute und eben unsere gesamte "Oberfläche") entgiftet. Bakterien und Viren funktionieren nur mit Gift (Toxin). Viele Wege hat unser Körper also nicht, die Bakterien und Viren loszuwerden und leider läuft das nicht gerade schmerzlos ab. Aber zu dem Thema Entgiftung und Entgiftungssymptome findest du im Netzt ausreichend Infos.

 

Eine Bakterienkultur dauert bis zu 3 Wochen. Es kommt immer darauf an, auf welchem Nährboden sie gezüchtet wird.

 

Ich drücke dir in jedem Fall die Daumen, dass die Ärzte in der Klinik bereit sind dir bei der Trigger-Suche zu helfen.

Halt uns auf dem Laufenden was bei dir rauskommt !

 

Liebe Grüße

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Sorry, daß ich jetzt erst antworte, HLA-B27 - ich habe wohl noch nicht ganz raus, wie das mit der Benachrichtigung funktioniert. 

 

Bei meiner Hausärztin war ich wegen der starken Schmerzen und den Wunden, und der "Lymphangitis". Weder Hautarzt noch Uniklinik war greifbar - manchmal kommt man einfach nicht durch, oder ein Termin in 2 Wochen (oder mehreren Monaten!) ist einfach zu lang. Da muß ich meine Hausarztpraxis mal wieder loben, sie sind gut organisiert, professionell, freundlich, und kurzfristig ansprechbar. Ich verstehe aber, daß sie bei Pso nicht viel ausrichten können, und bin sehr dankbar, daß sie mir zumindest helfen, die Zeit zu überbrücken bis zur Klinik.
Ich kann es kaum erwarten, und werde berichten.
 

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