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Hallo zusammen!
Ich bin der Tim und neu hier im Forum, bevor ich zum eigentlichen Thema komme erstmal "kurz" zu meiner Vorgeschichte.
Ich leide bereits seit 2006 (damals 19 Jahre alt) an Psoriasis pustulosa an Fuß- sowie Handflächen. 2013 kamen dann auch die Nägel dazu, doch dazu gleich mehr.
Anfangs und für lange Zeit wurde dies jedoch als dyshidrotisches Ekzem diagnostiziert. Nachdem ich 3 Hautärzte und so ziemliche jede Salbe die es gibt durch hatte und dies, wenn überhaupt, nur kurzfristig half wurde ich 2008 an die Hautklinik Mainz (Prof. Dr. Schopf) überwiesen.
Dort bekam ich zunächst auch nur eine Therapiekombination aus Pflegesalbe und Meersalzbädern und für die schlimmen Phasen in denen sich die Haut ablöste und ich teilweise kaum laufen konnte starke Kortisonsalbe. Da dies natürlich auch nicht die Lösung auf Dauer sein konnte, sollten Anfang 2009 nun Tabletten her. Ich bekam "Toctino" verschrieben und nach ein paar Wochen wurde es tatsächlich besser bis es Mitte 2010 komplett verschwunden war und auch nicht mehr wieder kam. Ich sollte die Tabletten absetzten und auch danach bildeten sich keine Bläschen mehr. Zu diesem Zeitpunkt dachte ich, dass ich es nach diesen 4 1/2 Jahren endgültig hinter mir hätte, doch leider irrte ich, denn Mitte 2013 ging es wieder los.
Also ging es wieder ab nach Mainz und die Toctinobehandlung wurde erneut gestartet, leider zeigte sich auch nach einem Jahr nur eine leichte Besserung, sodass ich im Okt. 2014 für 14 Tage stationär aufgenommen wurde für weitere Untersuchung. Dort wurde nun endlich nach Entnahme einer Gewebeprobe festgestellt das es sich gar nicht um Ekzeme handelt sonder eben um die Psoriasis pustulosa. Mir wurde darauf hin eine PUVA-Therapie verordnet, die ich 10 Tage lang täglich stationär in der Klinik bekam, anschließend sollte ich zu Hause (ich wohne etwa eine Autostunde von Mainz entfernt) bei einem Hautartzt die PUVA drei mal die Woche fortführen. Da der Arzt etwas entfernt war und durch Überbelegung nur noch direkt morgens zur Öffnungszeit Termine für mich hatte verpasste ich mit jeder Behandlung 1,5-2 Arbeitsstunden was auf Dauer natürlich auch nicht ging. Außerdem wirkte die PUVA auch nicht wirklich überzeugend, sodass ich dann wieder bei Prof. Schopf in Mainz landete und nun seit April 2015 "Cyclosporin Pro" (Immunsuppressiva) einnehmen muss. Für mich war es ein Wundermittel, bereits nach kurzer Zeit bildeten sich nach der Abheilung keine neuen Bläschen mehr. Anfangs recht hoch dosiert, 200mg morgens und abends, und mittlerweile reduziert auf 100 morgens und abends. So schnell wie die Bläschen verschwinden, kommen sie aber leider auch wieder wenn ich diese Dosierung unterschreite. Das Beipackbuch (ja ich sagte Buch, etwas größer als ne Packung Tempos und 32 Seiten lang) ist eine halbe Horrorgeschichte wenn man sieht was die Dinger an Nebenwirkungen haben können, zum Glück bin ich von keiner davon betroffen, zumindest nicht direkt. Natürlich lasse ich reglemäßig alls 6-8 Wochen meine Blutwerte beim Hausarzt kontrollieren, abgesehen von der Harnsäure die immer leicht drüber ist war dort immer alles im grünen Bereich. Jedoch zeigte sich ein kontinuierlicher Anstieg meiner Leberwerte bis sie nun vor kurzem die Obergrenze des grünen Bereich durchbrachen. Die Ärztin ordnete zur Kontrolle eine DIät an und nach dem ich 3 Wochen lang komplett auf Zucker und Alkohol (trinke ich eh nur selten am Wochenende oder an Feiern) verzichtete und so fettarm wie möglich aß, ginge die Werte zwar wieder etwas runter, jedoch waren sie immer am oberen Ende des grünene Bereich. Meine Ärztin ist der Meinung das meine Leber quasi mit dem Cyclosporin schon voll ausgelastet ist. Im Ideallfall soll ich also ab jetzt diese Diät einhalten. Allerdings sind die Leberwerte ja kontinuierlich gestiegen, ich gehen also davon aus das dies auch weiterhin so sein wird. Da ich erst 30 Jahre alt bin und noch etwas länger ein gesunde Leber benötige, habe ich mich nach Alternativen zum Cyclo umgeschaut, so wie ich das sehe bleiben in er Reihe der üblichen Behandlungen nun eigentlich nur noch diese genetischen Biologika über. Da diese aber noch schlimmer als Cyclosporin seien sollen was Organverträglichkeit und Immunsystem angeht, ist dass natürlich keine Alternative zum Problem.
Nun endlich zum eigentlichen Thema!
Da ich eigentlich sowieso kein Freund von chemischen Dingen bin (aber anders ging es ja leider nicht mehr) suchte ich auch nach alternativen Behandlungmöglichkeiten. Dabei bin ich auch darauf gestoßen das bereits erfolgreich Cannabis gegen Psoriasis verschrieben wurde.
Nach näherer Recherche zeigte sich das mittlerweile klar ist das auch die Haut über ein eigenes Endocannabinoid-System verfügt welches maßgeblich das Immunsystem positiv mit beeinflusst. Da ja Psoriasis eine Autoimmunkrankheit ist wird teilweise davon ausgegangen, dass THC sowie andere Cannabinoide die im Cannabis enthalten sind das eigene Endocannabinoid-System ergänzen und somit die Schuppenflechte lindern kann. Zusätzlich macht es natürlich auch das Jucken und eventuelle Schmerzen erträglicher.
Damals als Student mit Anfang 20 habe ich hin und wieder mit Freunden oder auf Partys mal Marihuana konsumiert. War ganz nett, aber ich habe mir nie viel daraus gemacht. Aber da ich mit der Situation (Leber) aktuell absolut nicht zufrieden bin und die Tabletten ja wie es aussieht wohl auf Dauer nehmen muss, war ich bereit es mal zu versuchen. Nach kurzem einlesen ins Thema med. Cannabis wurde mir schnell klar, dass ich es wohl nicht auf die Schnelle bekommen würde da es doch mit viel Aufwand verbunden ist, selbst jetzt wo es seit Anfang des Jahres ja auch ohne Ausnahmegenehmigung der Bundesopiumstelle verschrieben werden darf. Auch wenn man sich hier in Deutschland natürlich nicht mehr in der Legalität bewegt wollte ich es unbedingt mal versuchen (was man nicht alles für die Haut tut). So kontaktierte ich einen Bekannten der öfter mal was mit Cannabis zu tun hat, er lieh mir seinen Verdampfer aus und ich fand zufällig etwas Cannabis auf der Straße (*hust*). So startete ich in meiner Urlaubszeit einen Eigenversuch von dem ich euch hier berichten möchte.
Zunächst setzte ich, eine Woche vor meinem Urlaub, das Cyclosporin ab und wartet ab bis sich wieder Bläschen gebildet hatten und nach der Hautablösung begannen auszuheilen. Dann fing ich damit an 2 Wochen lang jeden Abend eine geringe Menge Cannabis zu verdampfen. Zunächst bildeten sich noch einzelne neue Bläschen doch wesentlich weniger als normal und nach etwa einer Woche waren die letzten verschwunden. Auch in der 2. Woche kamen keine mehr dazu. Danach stellte ich den C.-konsum wieder ein, dies ist nun 2 Wochen her (in denen ich sicherheitshalber mit dem Bus zur Arbeit gefahren bin
) und bislang haben sich nur vereinzelte Bläschen gebildet. Es scheint jetzt aber wieder mehr zu werden, ich denke mein Körper baut nun so allmälich die letzten Cannabinoide wieder ab und deswegen wird es wieder mehr.
Alles in allem bin ich überrascht das es tatsächlich so gut und schnell funktioniert hat, ich denke mit der richtigen Dosierung (muss dann ja vlt auch nicht täglich sein) um einen gewissen Cannabinoidpegel zu halten könnte das eine echte Alternative zu Tabletten sein.
Wie oben erwähnt habe ich gelesen, dass sogar zu Zeiten wo es noch einer Sondergenehmigung bedurfte Patienten es gegen Psoriasis bekommen haben.
Hat jemand von euch da Erfahrung oder ist sogar selbst Cannabispatient wegen seiner Schuppenflechte?