ashgaron schrieb:
... dass die Profitgier siegen und das neue Mittel zurückgehalten würde...
Das *könnte* eine der Möglichkeiten sein, doch sehe ich zunächst keinen Zusammenhang zwischen dem Hersteller des (noch nicht zugelassenen) Mittels und einem der Hersteller von bereits bekannten Produkten.
Gleich vorweg: Ich bin kein Freund der Pharmaindustrie. Genauso bin ich eigentlich der Freund von niemand
Was ist denn ein Pharmaunternehmen? Es ist eine Firma, die etwas herstellt und verkauft. Das macht auch der Bäcker nebenan. Beide machen es um Geld zu verdienen.
Rückschritt ist eben wesentlich schwerer wegzustecken als Fortschritt. Fragt man mich ob ich lieber weniger verdienen möchte oder mehr, so dürfte meine Antwort jedem klar sein. Von alleine geht so etwas aber nicht. Ich muss konstant leisten oder gar besser werden um meinen Verdienst zu steigern. Ein Hersteller beliebiger Waren muss es auch. Und er muss sehen dass er im Geschäft bleibt, wie ich auch als Arbeitnehmer mit der Bereitstellung meiner Arbeitskraft und meinem Knowhow.
Sollte ich bemerken dass ich mir erlauben kann zu fordern und die Sicherheit haben den Wunsch erfüllt zu bekommen, dann mache ich es doch. Klare Sache. Oder bin ich so wohltätig dass ich freiwillig verschenke? Ich bin es nicht. Bist du als Leser es?
Zurück zu den Pharmaherstellern. Sie sehen zu möglichst Geld zu verdienen. Warum sollten sie es auch nicht. Dass Angebot und Nachfrage den Preis regeln ist ein Grundsatz, der jedem bekannt sein dürfte.
Solange das alles legal und ordentlich zugeht, kann ich es niemanden verdenken. Geht es aber ins Halbseidene hinein, so schlägt mein Herz deutlich um.
Pharmahersteller verkaufen ein Medikament in unterschiedlichen Länder zu unterschiedlichen Preisen. Gewinnbringend wird es auch in dem Land noch sein, wo das Medikament am billigsten verkauft wird. Wenn dann hiesige Kassenverbände Preisverhandlungen mit Medikamentenherstellern führen, so ist es ein legitimes Mittel um aus Sicht der Kassen Kosten zu reduzieren. Wenn der Hersteller darauf einsteigt ist es auch ok, denn er hat ja den Vorteil dass sein Mittel weiter finanziert wird und er möglicherweise einen Konkurenten abhängt.Sein Gewinn wird am Einzelstück reduziert. Dafür bleibt er aber im Geschäft und hat eine andauernde Produktabnahme.
Was aber dann schon in die Grauzone wandert sind Zuwendungen, Sponsoring welches Meinungen wegen Vorteilsverschaffung erheblich beeinflusst, Absprachen der bösen Art (die es aber in Deutschland bestimmt nur theroretisch gibt) und ähnliche Dinge. Was in dieser Richtung in manchem Hinterzimmer abgeht, kann ich nur verurteilen. Nur solche Dinge könnten, nach meiner unmassgeblichen Meinung, dazu führen, dass eine Medikamentenzulassung verhindert oder stark verzögert wird. Klar sind das nur meine theoretischen Gedanken und wahrscheinlich ist das alles nur meinem Hirn entsprungen. Aber so könnte es sein. Wenn es jemand beweist, so weiß ich dass meine Theorie stimmte.
Und dann habe ich keine gute Meinung mehr von einer Firma die eine Ware produziert und verkauft, dabei aber einen kleinen Bypass neben der normalen Tagesgeschäft durch ein dunkles Hinterzimmer übersieht.
Fernsehen kenne ich fast gar nicht. Es ist bei mir nicht jeden Monat mal an. Den Beitrag aber möchte ich mir ansehen und auch kritisch beäugen wie der Journalist angehaucht sein *könnte*. Danach bilde ich mir dann meine eigene Meinung zum Gezeigten.
Meine Worte dürft ihr gerne auseinandernehmen und Gegenargumente bringen.
Nen Gruß
Wolfgang
PS: Zur Pharmaindustrie fällt mir aber noch ein ganz anderes Thema ein. Lasst es mich formulieren und nachher hier in einem anderen Thread zur Diskussion stellen.
Bearbeitet von happyman, 10. Oktober 2009 - 20:28