Cosentyx – was ist das und wie wird es angewendet?

Cosentyx

Der Wirkstoff in Cosentyx heißt Secukinumab.

Allgemeine Informationen

Cosentyx gehört zur Gruppe der so genannten Biologika. Diese Stoffe heißen so, weil sie von lebenden Zellen hergestellt werden – das „Bio“ kommt also von Biologie (und nicht von „Bio“ wie im Lebensmittelmarkt). Bei Cosentyx handelt es sich um einen gentechnisch hergestellten humanen Antikörper gegen Interleukin-17A.

Bei welcher Erkrankung wird Cosentyx angewandt?

Cosentyx ist zugelassen für die Behandlung einer Plaque-Psoriasis, die mittelschwer bis schwer ist.

Wirkmechanismus

Secukinumab ist ein humaner monoklonaler Antikörper, der das Interleukin-17A (IL-17A) neutralisiert. Es verhindert die Ausschüttung von entzündungshemmenden Zytokinen, Chemokinen und Mediatoren. Ist genug Secukinumab im Körper, erreicht es die Haut – und reduziert dort lokale Entzündungsmarker. Rötung, Verhärtung und Schuppung der Psoriasis-Stellen werden vermindert.

IL-17A kommt im Körper eines Menschen natürlich vor. In gesundem Maße ist es an den üblichen Antworten auf Entzündung und Immunsystem beteiligt. Bei Plaque-Psoriasis aber kommt in den Schuppenflechte-Stellen zu viel IL-17A vor.

Wie wird Cosentyx angewandt?

Die Therapie sollte ein Arzt begleiten, der mit der Therapie der Schuppenflechte einige Erfahrung hat.

Cosentyx wird als Spritze verabreicht und subkutan – also unter die Haut – gespritzt. Das kann der Patient selbst tun, wenn er Erfahrung mit der Selbst-Injektion hat. Dabei sollte die Spritze aber möglichst nicht in Bereiche der Haut gesetzt werden, die von Psoriasis befallen sind.

Empfohlen wird eine Dosis von 300 Milligramm Secukinumab. Die muss aus eher technischen Gründen immer auf zwei Einzel-Dosen verteilt werden. Sie bekommen dann also zwei Spritzen bzw. Pens mit jeweils 150 Milligramm Secukinumab pro Anwendung.

Cosentyx wird im ersten Monat einmal pro Woche gespritzt, danach alle vier Wochen.

Wirkt das Medikament nach 16 Wochen nicht oder nicht ausreichend, sollten Arzt und Patient über ein Absetzen der Therapie sprechen.

Wann darf Cosentyx nicht eingenommen werden?

Patienten, die eine chronische Infektion oder eine immer wieder auftretende Infektion hatten oder haben, sollten mit Cosentyx eher vorsichtig sein. Eine klinisch relevante, aktive Infektion gehört zu den Gegenanzeigen – spricht also gegen die Anwendung von Cosentyx.

Das Gleiche gilt für Patienten mit aktiver Tuberkulose. Wer eine latente Tuberkulose hat, sollte vor Beginn der Therapie eine Anti-Tbc-Therapie machen.

Noch deutlicher vorsichtig sollten Patienten mit Morbus Crohn sein. In den Studien vor der Zulassung von Cosentyx® traten Exazerbationen der Darmerkrankung auf – teilweise sogar mit schweren Fällen. Das geschah sowohl bei denen, die den Wirkstoff bekamen, als auch bei denen, die ein Placebo-Medikament erhielten.

Worauf müssen Arzt und Betroffener besonders achten?

Latex-Allergiker sollten vorsichtig sein: Die Kappe zum Schutz der Nadel enthält einen Abkömmling von Naturlatex. Überempfindlichkeitsreaktionen können vom Hersteller nicht ausgeschlossen werden.

Wie bei allen Biologics sind es vor allem Infektionen, auf die Patient und Arzt achten sollten. Bei den Studien zur Zulassung von Cosentyx waren überwiegend die oberen Atemwege von Infektionen betroffen. Neu im „Sortiment“ der möglichen Nebenwirkungen ist dagegen eine Pilzinfektion der Mundschleimhaut („mukokutane Candida-Infektionen“).

Cosentyx in Schwangerschaft und Stillzeit

Nein, im Gegenteil: Frauen im gebärfähigen Alter sollten während der Behandlung verhüten – und mindestens 20 Wochen danach.

Zwar gab es in Tierversuchen keine direkten oder indirekten Schäden auch nicht am Embryo, bei der Geburt oder danach, dennoch sollte eine Schwangerschaft vermieden werden.

Ebenso unbekannt ist, ob Cosentyx in die Muttermilch übergeht.

Für die Auswirkung von Secukinumab auf die Zeugungsfähigkeit gibt es keine Untersuchungen. In Experimenten mit Tieren gab es keine nachteiligen Wirkungen in diesem Bereich.

Welche Nebenwirkungen können auftreten?

Sehr häufig (bei einem von 10 Behandelten oder mehr)

  • Infektionen der oberen Atemwege

Häufig (bei mehr als einem von 100 Behandelten aber weniger als bei einem von 10)

  • Herpes im Mund (Oraler Herpes)
  • Nasenlaufen (Rhinorrhö)
  • Durchfall (Diarrhö)
  • Nesselsucht (Urtikaria)

Gelegentlich (bei mehr als einem von 1000 Behandelten, aber weniger als bei einem von 100)

  • Hefepilz-Infektion im Mund (Orale Candidose)
  • Fußpilz (Tinea pedis)
  • Entzündung des Gehörgangs (Otitis externa)
  • Verminderung der neutrophilen Granulozyten im Blut (Neutropenie)
  • Entzündung der Bindehaut (Konjunktivitis)

Wenn Sie den Verdacht haben, dass bei Ihnen eine andere Nebenwirkung aufgetreten ist, die hier und im Beipackzettel nicht aufgeführt ist, sollten Sie diese dem Arzt mitteilen, der Ihnen Cosentyx verschrieben hat. Oder: Sie können auch Nebenwirkungen selbst melden.

Wechselwirkungen

Lebensimpfstoffe sind während der Behandlung mit Cosentyx tabu. Mit inaktivierten Impfstoffen oder Totimpfstoffen kann dagegen immunisiert werden.

Unklar ist, wie sicher und wirksam Cosentyx ist, wenn man es mit Immunsuppressiva oder eine Lichttherapie kombiniert. Darum ging es in den Studien nicht.

Was sollte man sonst noch wissen?

Weniger als 1 Prozent der Teilnehmer in Studien mit Cosentyx entwickelten Antikörper gegen Secukinumab. Die Hälfte davon wiederum waren neutralisierende Antikörper. Dennoch wurden weder ein Verlust der Wirkung noch Unstimmigkeiten beim Abbau des Wirkstoffs im Körper beobachtet.

Lagerung

Cosentyx kommt in einer Einmalspritze oder in einem Pen aus der Apotheke. Es sollte nicht geschüttelt werden (im Übrigen auch nicht gerührt). Und: Es gehört in den Kühlschrank bei 2 bis 8 °C, nicht aber ins Tiefkühlfach. Das Medikament sollte im Karton bleiben, damit es vor Licht geschützt wird.

20 Minuten vor der Anwendung sollte Cosentyx aus dem Kühlschrank genommen werden.

Empfohlen wird ein Blick auf den Inhalt. Der sollte klar sein, kann auch schon mal etwas gelblich sein. Ein Luftbläschen darin ist auch noch normal. Nicht normal sind deutlich sichtbare Teilchen (Partikel), eine trübe Flüssigkeit oder gar eine braune Färbung.

Verwendete Literatur

  • Fachinformation

Weiterlesen

Über Claudia Liebram 279 Artikel
Claudia Liebram ist Berlinerin mit Leib und Seele. Dort arbeitet sie als Redakteurin. Ihre Psoriasis begann, als sie 3 Jahre alt war – viel Erfahrung also, die sie weitergeben kann.

2 Kommentare

  1. Hallo ,
    ich leide ca 35 jahre an Psoriasis die letzten 20 jahre sehr schwere Psoriasis am ganzen Körper. Viele Therapien haben keinen Erfolg gebracht. Seit 8 Wochen spritze ich Cosentyx die mir die Hautklinik verschrieb.
    Ich kann es nicht glauben wie ein Wunder ich bin bis jetzt zu 95 % absolut Schuppen frei meine Haut ist glatt kein jucken keine rote Haut. Die Nebenwirkungen bis heute sind geringer als ich dachte.
    Ich fühle mich wie ein neuer Mensch und bin dankbar das ich Cosentyx bekomme und hoffe auf einen langen Erfolg.

  2. Nach über 40 Jahren hat mir Cosentyx geholfen. z.zt keine plaque. lebensqualität geht vor. alles toll. danke prof. dr. jenne aus kiel! er und dr. meyerhofer sind die besten ärzte! totales vertrauen. Hier mein Dank an Euch!

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