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Was meint Ihr zu dieser Werbung?


Claudia

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Hallo Ihr,

wir waren kürzlich in München auf der Hautärzte-Tagung. Mir war gleich am Flughafen aufgefallen, dass da auf der Abflug-Tafel riesige Werbung für die Psoriasis-Info-Seite einer Pharma-Firma lief.

Auch auf Bahnhöfen und im Stadtbild war die Werbung immer wieder zu finden.

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Nun hat eine Twitter-Nutzerin das Motiv kritisiert – wegen der Rolle der Frau. Dieser Aspekt war uns gar nicht in den Sinn gekommen.

 

Darauf antwortete die Organisation Pinkstinks:

Was meint Ihr denn zu dieser Werbung?

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Hallo ihr Lieben, ich hatte heute Besuch. Da kam uns die Idee die Pso werbung mal ein wenig gerade zu rücken. Zum einen gibt es auf dem Bild Psoriatiker zu sehen, und dann wird vielleicht au

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vor 2 Stunden schrieb Claudia:

Was meint Ihr denn zu dieser Werbung?

Also die Rolle der Frau auf der Werbung, weiß nicht, finde ich persönlich überhaupt nicht frauenfeindlich.

Schöne Frau, schöne Beine.

Allerdings hat das nichts mit Psofreiheit zu tun, selbst wenn ich jetzt psofrei bin, momentan, sieht meine Haut

definitiv nicht so klasse aus wie auf dieser Werbung.

Wie bei allem, Werbung ist einfach nicht Realität.

Tessa

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Sex sells :tw_confused:

Sexobjekt Frau und noch mit PSO, eine herabwürdigende Mischung meiner Meinung nach. 

Scheint sich gut zu verkaufen. Überall Poster kosten. Was ist das Produkt, die Firma dann wirklich wert? Würde von denen nichts kaufen. 

Liebe Grüße von Rose

Edited by Guest
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hallo, Claudia -

ich sehe an der Werbung nichts frauenfeindliches - aber die Frau hätte auch Werbung gegen Essstörungen machen können, so dünn wie sie ist - das ist mir aufgefallen -

ich habe mal eben eine Antwort von der Organisation Pinkstinks.de hierher kopiert -

Sehen wir ähnlich. Das ist eine Stufe vor diesen Filmplakaten, bei denen männliche Darsteller durch die Beine von Frauen in die Kamera schauen.

 
ich sehe das nicht so, denn dann hätte der Mann hinter der Dame sitzen müssen - und ich meine, er schaut neutral nach vorne -
 
ja, nur meine Meinung - und wie verwertest du nun die Antworten -
 
nette Grüsse sendet - Bibi -
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Man könnte ja das Bild auch interpretieren: Mann schaut traurig ins Leere, weil er mit seiner PSO keine attraktive Frau kriegt...

warum tun wir das nicht? Beziehen das Bild auf die scheinbar makellose Frau? 

Mal so als Denkanstoß wie sexualisiert solche Werbing ist und wie sehr wir uns leider daran gewöhnt haben wie Frau benutzt wird.

Grüßle von Rose

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hallo, Rose63 -

ich sehe bei beiden Menschen keine Schuppenflechte - ich meine, das Plakat soll darauf hinweisen, dass auch ein sorgenfreies Leben mit PSO möglich ist - hautmässig meine ich -

leider kann ich unter den beiden Menschen auf dem Plakat nichts lesen, worauf es hindeuten konnte -

den Namen Janssen konnte ich auch erkennen, wie Lilli1 schon im Beitrag um 17.23 h geschrieben hat,  scolle mal hoch -

ich meine, vielleicht wird hier zu viel hineininterpretiert - ich für mich bleibe locker -

nette Grüsse sendet - Bibi -

Edited by Bibi
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Hallo liebe Bibi,

man könnte da viel interpretieren mit etwas Fantasie.

dass eine solche Form der Werbung jedoch sexistisch und Frauenfeindlich IST, läßt sich nicht verleugnen. Da kämpfen MenschenrechtlerInnen und Frauenverbände schon Jahrzehnte. Dafür sind wir auch auf die Straße gegangen. 

Der Name des Unternehmens interessiert mich nur sofern, dass ich nichts von denen kaufen würde. 

Ich seh das Ganze durchaus locker. Jahrelang habe ich in Workshops und Seminaren Frauen gestärkt und sensibel gemacht, dass sie mehr wert sind denn als Sexobjekt von Verkaufsstrategen missbraucht zu werden.Frauenbewegung ist halt nicht nur rhythmische Sportgymnastik :rolleyes:

doch auch hier gilt wie überall im Leben: Jede, Jeder wie sie/er meint und mag. Alles kann nichts muß 

schöne Zeit von Rose

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Also ich wäre wahrscheinlich achtlos daran vorbei gegangen, gefahren wie auch immer wie an der meisten Werbung. Zum Glück denkt nicht jeder gleich an negative Sachen. Ich bin zum Beispiel ein sehr positiv denkender Mensch. Man sieht es mir sofort an, wenn es mir schlecht geht, weil ich es nicht verbergen kann.

Soll heißen: Ich sehe nichts sexistisches oder anstößig in dieser Werbung.

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Hallo @Bibi

ich will das gar nicht „verwerten“ (und wüsste eh nicht wie und wo und warum). Bis ich diesen Beitrag auf Twitter sah, habe ich mich über die Werbung nur ein bisschen geärgert, weil es Pharma-Werbung und so hochglanz ist. Auf einen frauenfeindlichen Aspekt bin ich nicht gekommen. Deshalb interessierte mich eure Meinung.

@alle: Janssen stellt u.a. Stelara und Tremfya her.

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Psoriasis wird publik gemacht...ist ja doch schon mal ganz positiv!

Das die abgebildeten Personen keine haben, ist eher merkwürdig... Man fragt sich was das soll.

 

Aber ehrlich mal, was soll's, wenn das Spatzenhirn der einen Spezi Mensch nun mal auf schlanke Beine eher anspringt, na dann nur zu... Wenns hilft:D

 

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Mit viel Phanthasie koennte man da alles Moegliche hineininterpretieren, finde es aber nicht sexistisch oder frauenfeindlich. Doch mit so einem Bild weist man nicht auf die Krankheit Schuppenflechte hin und die Probleme der Betroffenen, deshalb koennte man das Plakat auch fuer andere Werbung einsetzen, worueber sich dann der Betrachter den Kopf zerbrechen muesste, welche Aussage es rueberbringen soll. Auf der ersten, seitlichen Aufnahme von Claudia, kam mir die Frau viel duerrer vor, aber der gerade Blick geht. Besser faende ich es aber, wenn man gerade bei Schuppenflechte Durchschnittskoerper mit aufgezeigten Hautstellen ausgewaehlt haette. Man moechte ja zuallererst eine gesunde Haut, wobei der perfekte Koerper erst mal zweitrangig ist. Es sollte noch einen Unterschied gemacht werden zwischen gesund und Perfektion.

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Ich finde an diesem Plakat nichts schlimmes. Es zeigt 2 Menschen mit einer schönen Haut. Sie sind weder nackt noch hat es einen sexistischen Charakter in Bezug auf die Frau für mich. Jede Werbung für Sonnencreme hat mehr Sexappeal.

Klar kann man sich streiten, ob die Haut zu makellos ist um ausgerechnet für Schuppenflechte Werbung zu machen. Das Pharma Unternehmen sucht aber offensichtlich nicht den provokanten Weg sondern hat normale Models genommen. Welche Psoriasis-Erkrankte träumt nicht davon, so auszusehen. Es gibt sicherlich viele, die es auch schaffen.

Die Produkte aus dem Hause Janssen Pharma haben es auf jeden Fall bei mir bisher nicht geschafft.

Ich frage mich eher, wen soll dieses Plakat ansprechen? Es bleibt ja eine Werbung. Uns Patienten? Den Patienten aus der Zukunft?

Oder doch eine Aufklärungskampagne für die breite Öffentlichkeit mit dem dezenten Verweis auf gut wirkende Produkte? Wobei auf der genannten Homepage keine Medikamente genannt werden.

 

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….wozu die Aufregung? In der Werbung für Pso Medis wird nie jemand abgebildet der welche hat. Das gilt aber generell bei....Zellulitis, Venenveränderungen, Prostata:P:ph34r: Falten oder graue Haare. Magersüchtig seht die Frau auch nicht aus, nur weil sie schlanke Beine hat.

Lg. Lupinchen

Edited by Lupinchen
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vor 20 Stunden schrieb Rose63:

Hallo liebe Bibi,

man könnte da viel interpretieren mit etwas Fantasie.

dass eine solche Form der Werbung jedoch sexistisch und Frauenfeindlich IST, läßt sich nicht verleugnen. Da kämpfen MenschenrechtlerInnen und Frauenverbände schon Jahrzehnte. Dafür sind wir auch auf die Straße gegangen. 

Der Name des Unternehmens interessiert mich nur sofern, dass ich nichts von denen kaufen würde. 

Ich seh das Ganze durchaus locker. Jahrelang habe ich in Workshops und Seminaren Frauen gestärkt und sensibel gemacht, dass sie mehr wert sind denn als Sexobjekt von Verkaufsstrategen missbraucht zu werden.Frauenbewegung ist halt nicht nur rhythmische Sportgymnastik :rolleyes:

doch auch hier gilt wie überall im Leben: Jede, Jeder wie sie/er meint und mag. Alles kann nichts muß 

schöne Zeit von Rose

Du hast aber sonst keine Probleme? 

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Hallo Lilli1,

ich bin mir nicht sicher, ob du mich meinst. Falls ja: Danke der Nachfrage. Alles gut.

Hoffentlich bei dir auch, das würde mich freuen.

herzliche Grüße von Rose

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Ich habe in meiner Foto-Ablage noch ein Foto vom Flughafen gefunden, mit der Werbung auf der Abflug-Tafel.

IMG_8414.jpg

 

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Richard-Paul

Warum lassen sich "traumhaft schön aussehende" Frauen soooo fotografieren?

Im Kindesalter wollen es schon die Eltern; später die Frauen selber und sind glücklich, wenn die Bilder veröffentlicht werden. - Frauen sind - meistens - nun mal die "besser" Aussehenden.

Wobei solche Bilder - m.E. - nicht in die PSO-Werbung gehören!

LG  Richard-Paul

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Ein Werbeplakat soll Phantasie und Neugier erwecken, aber wer nur auf schoene Beine setzt, ist fuer mich nicht interessant, die bekommt man staendig irgendwo zu sehen. Ich mag da lieber originelle Ideen, die ein grosses Publikum ansprechen und vor allem auch richtig zum eigentlichen Thema passen.

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Pinie..............dir stimme ich voll zu. 

Wenn ich dieses Plakat sehen würde, dann käme ich nie auf die Idee, dass das was mit PSO zu tun hat. 
Eher würde ich an Urlaub denken......blauer Himmel, Wärme wegen der leichten Bekleidung.
Im Grunde hat das überhaupt nichts mit PSO oder Krankheit zu tun.........wenn da nicht der Link stehen würde.
Und ich würde wetten, dass den die wenigsten lesen......und den Text dazu schon gar nicht.

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Tenorsaxofon

Dieses Plakat hat absolut nichts mit Schuppenflechte zu tun und ist rausgeschmissenes Geld.

 

@Richard-Paul

denk dir mal diese Schuhe weg und ersetz sie durch Leisetreter. Ob da die Beine auch noch so schön aussehen?

Gruß Anne

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vor 7 Stunden schrieb Tenorsaxofon:

Dieses Plakat hat absolut nichts mit Schuppenflechte zu tun und ist rausgeschmissenes Geld.

 

@Richard-Paul

denk dir mal diese Schuhe weg und ersetz sie durch Leisetreter. Ob da die Beine auch noch so schön aussehen?

Gruß Anne

...:) hihi Anne, ich bitte dich, lange Beine, bleiben lange Beine...egal welche Schuhe du an hast... und wenn frau weiß sie einzusetzen, ist das auch nicht verkehrt ;)

... allerdings, Richard-Paul, sind die meinen z.B. ein väterliches Erbstück und ich musste ganz allein herausfinden, was man damit alles anstellen und in Bewegung setzen kann... da haben mich meine Eltern, nicht vorher informiert oder geschult...

Eher sollte man tatsächlich mal die Werbung in Frage stellen... aber was die Wirtschaft an den MANN bringen will, muss scheinbar mit einem Weibchen geschmückt sein, sonst schaltet das Hirn halt nicht...:D

Nichts für ungut, meine Treter reichen nun wieder bis zum Boden und tragen mich jetzt Richtung Job und auf dem Weg dahin, saß noch nie ein psoriasisgeplagter Mensch am Boden und blickte mir nach...:lol:

Wünsche euch einen fröhlichen DONNERstag!

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    • Rolf Blaga
      By Rolf Blaga
      Im November 2014 erschien das Buch "Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität – Wie die Pharmaindustrie das Gesundheitswesen korrumpiert" des dänischen Medizinforschers Peter C. Gøtzsche auf Deutsch. Schon bei seinem Erscheinen ein Jahr zuvor auf Englisch hat es weltweit Furore gemacht und ist als grandiose Radikal-Kritik an den global agierenden Pharmakonzernen gelobt worden.
      Gøtzsche behauptet, dass nahezu alle großen Pharmafirmen ihre Medikamente mit Methoden vertreiben, die mehr oder weniger „kriminell“ seien. Tausende Patienten wären gestorben oder hätten schwere Schäden erlitten, weil die Firmen verhindert haben, dass negative Wirkungen eines Medikaments bekannt wurden. Der Autor warnt davor, Informationen über Medikamente unkritisch zu übernehmen. Die Pharmaindustrie setze mit enorm viel Geld und ohne Skrupel ihre Marketing-Interessen auf allen Ebenen durch. Er rät Patienten, mit Medikamenten sehr vorsichtig umzugehen und sie abzusetzen, wenn sie einem zu riskant erscheinen. Gøtzsche ist kein Anhänger einer Alternativ-Medizin. Er fordert für die gesamte Schulmedizin unabhängige, industrie-ferne Experten und Studien. Sein Standpunkt ist eindeutig: Er glaube der Pharmaindustrie nicht, weil sie die Öffentlichkeit wiederholt belogen habe – selbst wenn sie manchmal die Wahrheit sage.
      Pharmakonzerne begehen Straftaten
      Als Patient würde man sich wünschen, Gøtzsche wäre ein klassischer „Verschwörungstheoretiker“. Dann könnte man, was er behauptet, als völlig überzogenen Generalverdacht zurückweisen: Die internationalen Pharmakonzerne würden Straftaten begehen, wie man sie von der Mafia und vergleichbaren kriminellen Organisationen kenne und seien verantwortlich für zehntausende Tote. Die vielen Fälle, über die er ausführlich berichtet, sind aber genauso passiert und werden von ihm akribisch belegt. Keinem Pharma-Anwalt ist es gelungen, sein Buch juristisch zu verhindern. Was noch erschreckender ist: Trotz veröffentlichter Skandale, Gerichtsurteile, Vergleiche, Strafgelder, Schadensersatz und Abfindungen in Milliardenhöhe wären das keine Einzelfälle geblieben. Die Zahl der Straftaten nehme weiterhin schnell zu. In den USA würden Pharmariesen dreimal so viele schwere oder mittelschwere Gesetzesverstöße begehen wie andere Unternehmen.
      Medikamente sind dritthäufigste Todesursache
      Fast jede Berufsgruppe, die für die Pharmaindustrie von Bedeutung sei, werde mit großen Geldbeträgen bestochen. Kriminalität, Korruption und unzulängliche Überwachung von Medikamenten seien gängige Praxis. Die wissenschaftliche Literatur über Medikamente werde systematisch verfälscht. Manager der Pharmaindustrie würden Ärzte, Patienten, Behörden und Gerichte belügen. Anstelle von unabhängigen Experten bestimmten Pharmakonzerne, was wir von Medikamenten halten sollen. Das erklärt, so Gøtzsche, weshalb Medikamente in den Vereinigten Staaten und in Europa (nach Herzkrankheiten und Krebs) die dritthäufigste Todesursache seien.
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      Pharmaindustrie honoriert Ärzte und Wissenschaftler
      Pharmaunternehmen würden nie über Vor- und Nachteile ihrer Medikamente sprechen, sondern nur darüber, wie wirksam und ungefährlich sie seien. Als Beleg beriefen sie sich auf Studien, die sie selbst finanziert, vorstrukturiert und ausgewertet hätten. Sie würden Ärzten und Wissenschaftlern extrem hohe Honorare zahlen, nicht selten bar. Gøtzsche stellt fest, dass die meisten Experten eines Fachgebiets auch für die Pharmaindustrie arbeiten. In Dänemark, wo das genehmigt werden muss, haben 39 % der Dermatologen die Erlaubnis, für die Pharmaindustrie zu arbeiten. Damit gäbe es im ärztlichen und im wissenschaftlichen Bereich keine gegenseitige Kontrolle unter Kollegen mehr. Unabhängige Studien gäbe es immer seltener. Sie würden von den Pharmafirmen sabotiert, z.B. indem keine Placebos zur Verfügung gestellt werden. Gøtzsche fordert Gesetze, die eine unabhängige Forschung ermöglichen. Klinische Studien müssten als öffentliche Aufgabe durchgeführt werden. Die Pharmaindustrie, die gegenwärtig erheblich von staatlich finanzierten Universitäten und dem öffentlichen Gesundheitswesen profitiert, könnte das über Steuern mittragen.
      Der Autor stellt fest, dass die meisten Mitglieder in beratenden Ausschüssen keine „unabhängigen Experten“ seien. Er weist darauf hin, dass in allen Arzneimittel- oder Leitlinien-Ausschüssen und in Wissenschaftlichen Beiräten Ärzte mit finanziellen Verbindungen zu Pharma-Unternehmen sitzen. Selbst wenn „Interessenkonflikte“ offengelegt werden, sei es fraglich, ob sich ein hoch dotierter Berater der Pharmahersteller stets neutral nur von Daten leiten lasse. Das widerspräche der inzwischen weit verbreiteten Kultur der unbegrenzten Gier und des Betrügens.
      Bei Vorträgen, so Gøtzsche, würden Ärzte Folien zeigen, die offenkundig nicht sie, sondern Pharmaunternehmen vorbereitet hätten. Das kennen wir z.B. von den „Psoriasis-Gesprächen“. Hautärzte laden ihre Patienten ein, um über Schuppenflechte zu referieren. Mal wird der Sponsor gar nicht erwähnt, mal wird der Firma AbbVie allgemein für die Unterstützung gedankt – ohne aber dass die Zuhörer erfahren, was genau die Firma mit Psoriasis zu tun hat. Wir haben nie erlebt, dass die Patienten darüber informiert werden, der Arzt würde jetzt eine vorgegebene Präsentation der Firma AbbVie vortragen.
      Widerspruch nicht willkommen
      Wie schwierig es ist, wissenschaftlich Klarheit über ein Medikament zu bekommen, zeigt sich z.B. bei Fumaderm®: Die unabhängigen Mediziner des arznei-telegramms kritisieren das Medikament immer wieder. Sie weisen z.B. auf die unzulängliche Studienlage hin und bemängelten, dass Aufsichtsbehörden viel zu langsam auf die bekannt gewordenen drei Todesfälle reagiert hätten. Der Hersteller Biogen-Idec erklärte seinerzeit, diese Patienten hätten aufgrund ihrer Blutwerte nicht weiter mit Fumaderm® behandelt werden dürfen. Die Firma wies darauf hin, dass es bei jetzt fast 200.000 Patientenjahren keine schweren Nebenwirkungen durch Fumaderm® gegeben hätte. Zweifel und Unsicherheit bleiben, weil es keine klärende wissenschaftliche Auseinandersetzung zwischen den unabhängigen Medizinern und den Experten der Pharmafirma gibt. Das bestätigt Gøtzsche, der darauf verweist, dass Widerspruch bei Pharmafirmen nicht willkommen sei. So etwas störe die Geschäfte.
      Mondpreise der Pharmaindustrie
      Um den Absatz ihrer Medikamente zu steigern, würden Pharmafirmen Statistiken vorlegen um zu beweisen, dass bestimmte Krankheiten nicht optimal behandelt werden würden. Sie warnen folglich vor einer „Unterbehandlung“. Versorgungsforschung gibt es inzwischen auch bei der Psoriasis. Nicht ganz unerwartet wird seit einigen Jahren verkündet, Psoriasis-Patienten seien unterversorgt.
      Deutlich kritisiert der Autor die „Mondpreise“ von aktuellen Medikamenten. So sei die Behandlung eines Rheuma-Patienten mit einem Biologikum in Dänemark 120-mal teurer als eine Therapie mit einem konventionellen Mittel. Begründet würden die Preise mit den immensen Forschungsausgaben der Firmen. Tatsächlich aber sei immer wieder nachgewiesen, so Gøtzsche, dass diese völlig überhöht angesetzt werden. Die Ausgaben für Marketing seien doppelt so hoch und Preisabsprachen wären in dieser Branche üblich. Wenn neue Medikamente so gut wären, wie die Pharmaindustrie uns weismachen wolle, wäre es kaum nötig, sie zu pushen und Ärzte zu bestechen, damit sie die Präparate verschreiben.
      Bezahlen müssen diese exorbitanten Preise die Patienten, die Steuerzahler bzw. die Versicherten der Krankenkassen. Für Gøtzsche ist das „Diebstahl“. Pharmaunternehmen, die solche Preise verlangen, würden sich wie Straßengangster verhalten, denen man schutzlos ausgeliefert sei.
      Wertung
      Es fällt schwer, sich der Argumentation von Gøtzsche zu entziehen. Die Vorwürfe sind seriös recherchiert. Seine Schlussfolgerung, die Straftaten von Pharmafirmen seien kriminell, weil sie immer wieder vorkommen und Strafen oder Schadensersatz quasi aus der Portokasse finanziert werden, sind nachvollziehbar. Die unglaublich vielen Todesfälle durch Arzneimittel sind ebenfalls dokumentiert und machen Patienten am meisten Angst.
      Die positive Wirkung von Psoriasis-Medikamenten ist objektiv nachzuweisen. Man kann messen, wie sich die Plaques zurückentwickeln – klassischerweise mit dem PASI.
      Todesfälle gab es bei dem Biologikum Raptiva®, das daraufhin sofort vom Hersteller Serono (heute Merck-Serono) vom Markt genommen wurde. Schwerwiegende Nebenwirkungen der Biologika sind bei rund 1 Prozent der Patienten möglich. Sie sollen in Registern für Psoriasis und Psoriasis Arthritis gemeldet werden. Gøtzsche führt an, viele Ärzte würden solche Meldungen nicht machen: Das sei viel zu zeitaufwendig und bürokratisch, Pharmavertreter würden sie hinterher bedrängen und nicht immer würde eine Erkrankung mit dem Medikament in Verbindung gebracht.
      Unsere Erfahrung ist, dass die Dermatologen, die sich zum PsoNet zusammengeschlossen haben, in ihren Schulungen immer wieder auf die Register hingewiesen werden. Patienten sollten unbedingt mit dem Arzt darüber sprechen, wenn die Ursachen für einzelne Erkrankungen nicht zu klären sind.
      Was bleibt, sind 120.000 Todesfälle nach der Einnahme von Vioxx®. Das Medikament wurde auch bei Psoriasis arthritis verschrieben. Der Firma Merck (MSD) wurde vor Gericht vorgeworfen, sie hätte sich eines „arglistigen, repressiven und frevlerischen“ Verhaltens schuldig gemacht. Natürlich hoffen wir alle, dass so etwas nie wieder passiert. Gøtzsche ist da extrem pessimistisch: „Wir trauen keinem Menschen, der uns wiederholt belogen hat, selbst wenn dieser Mensch manchmal die Wahrheit sagt“.
      Aber welche Alternative haben betroffene Patienten? Der Däne empfiehlt uns, möglichst sparsam Medikamente einzunehmen, bewusst die Vorteile gegen die Nachteile abzuwägen und sich politisch für industrie-ferne Experten und Gremien einzusetzen.
      Hinweise
      Tödliche Medizin und organisierte Kriminalität – Wie die Pharmaindustrie das Gesundheitswesen korrumpiertPeter C. Gøtzsche, München 2015
      Interview mit Peter C. Gøtzsche, Süddeutsche Zeitung vom 05.02.2015
      Themenverwandte Bücher:Patient im Visier – Die neue Strategie der PharmakonzerneCaroline Walter, Alexander Kobylinski, Hamburg 2010
      Weiße Kittel – Dunkle Geschäfte – Im Kampf gegen die GesundheitsmafiaDina Michels, Berlin, 2009
      Korrupte Medizin – Ärzte als Komplizen der KonzerneHans Weiss, Köln 2008
      Der verkaufte Patient – Wie Ärzte und Patienten von der Gesundheitspolitik betrogen werdenRenate Hartwig, München 2008
      Kranke Geschäfte – Wie die Pharmaindustrie uns manipuliertMarkus Grill, Hamburg 2007
      Big Pharma –Das internationale Geschäft mit der KrankheitJacky Law, Düsseldorf 2007
    • Rolf Blaga
      By Rolf Blaga
      Der „Verband Forschender Arzneimittelhersteller“ (VfA) plante, ab Mitte April 2007 die Krankheit Psoriasis ins Rampenlicht zu stellen. In bundesweit gesendeten Fernsehspots sollten Menschen mit Schuppenflechte erklären, dass sie dank eines „bewährten oder innovativen Medikaments“ erfolgreich behandelt wurden. Dabei sollten sie ein T-Shirt mit dem Aufdruck „Forschung ist die beste Medizin“ tragen.
      Gesucht wurden Psoriatiker, deren Gesundheitszustand sich durch ein Medikament deutlich verbessert hat und die sich trauen, vor einer Kamera über ihre Krankheit zu sprechen. Anfang März 2007 fanden Dreh- und Fototermine in Berlin statt. Die Reise- und Hotelkosten wurden übernommen.
      Im Internet sollte eine Dokumentation über jeden Fall veröffentlicht werden. Die Bewerber sollten genug Zeit haben, um danach für weitere Pressegespräche oder Interviews zur Verfügung zu stehen. Die PR-Agentur versprach, jeden entsprechend zu betreuen.
      Wir wissen, dass Foto- und Filmshootings zustanden kamen. Auf dem Flughafen Berlin-Tegel war auch einmal kurz ein Ergebnis davon mit einem Psoriasis-Patienten zu sehen. Die Psoriasis-Spots wurden jedoch nie groß verbreitet, die gesamte Kampagne später eingestellt.
      Unser Kommentar
      Die Kampagne des VfA gab es seit 2005. Patienten, die an Rheuma, Multipler Sklerose, Brustkrebs, Herzinfarkt oder Schlaganfall erkrankt waren, zeigten sich öffentlich unter dem Motto „Forschung ist die beste Medizin“. Was ist der Sinn einer derartigen PR-Kampagne? Wer soll davon überzeugt werden, dass Forschung sehr wichtig und das Geld dafür gut angelegt ist?
      Der „Verband Forschender Arzneimittelhersteller“ ist eine Vereinsgründung der Pharmaindustrie. Es kann also bei der Kampagne nicht darum gehen, die Politiker aufzufordern, mehr Steuermittel für die Forschung auszugeben. Vielmehr sollen doch wohl zufriedene Patienten als Kronzeugen dafür auftreten, dass es neu erforschte Wirkstoffe und neu entwickelte Medikamente sind, die ihnen nach einem langen Leidensweg endlich geholfen haben. Wie wir wissen, sind das aber auch meist die sehr teuren Präparate. Die Öffentlichkeit soll davon überzeugt werden, dass Forschung nicht nur sinnvoll ist, sondern auch ihren Preis hat. Teure Forschung müssen die Krankenkassen über die Medikamentenpreise finanzieren. Der Patient, der davon überzeugt ist, dass neue Medikamente ihm helfen könnten, fordert sie von seinem Arzt und seiner Krankenkasse. Das bezahlen alle Kassenmitglieder über die Beiträge mit.
      Niemand wird der Pharmaindustrie vorwerfen, dass sie die zwei Milliarden Euro Forschungsausgaben in Deutschland über die Preise der Präparate finanzieren will. Jeder wird verstehen, dass neue Medikamente deshalb teuer sind. Das Problem aber ist, dass für Werbung doppelt so viel ausgegeben wird – nämlich vier Milliarden Euro pro Jahr. (1) Zum Beispiel auch für solche Kampagnen wie „Forschung ist die beste Medizin“. Auch dieses Geld wird über die Preise der Medikamente von der Gemeinschaft der Krankenkassen-Mitglieder bezahlt. Um wie viel könnten diese Medikamente billiger sein, wenn solche Werbeausgaben wegfallen würden!?
      Quelle:
      (1) Glaeske/Schubert, zitiert in FAZ.NET vom 04.12.06, „Finanzierung von Selbsthilfegruppen – Wer hat so viel Geld“ von Magnus Heier
      Beispiel für den Fernsehspot eines Nieren-Patienten:
       
    • Rolf
      By Rolf
      Immer wieder wird von Psoriasis-Betroffenen der Verdacht geäußert, die Warnungen vor (lebensgefährlichen) Begleiterkrankungen könnten völlig übertrieben sein. Es seien vor allem Pharmafirmen, die seit einigen Jahren Studien und Projekte zu „Komorbiditäten“ finanzieren und sie entsprechend auslegen. Damit würden sie sich die wissenschaftliche Begründung „erkaufen“, weshalb (ihre) Psoriasis-Medikamente dauerhaft und lebenslang genommen werden müssten. Wenn man bei anderen Krankheiten genauso intensiv forschen würde, erhielte man vermutlich ähnliche Ergebnisse. Fast jede Krankheit kann auch weitere Krankheiten provozieren.
      Was würden Sie solchen kritischen Patienten antworten?

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Willkommen in der Community für Menschen mit Schuppenflechte und Psoriasis arthritis. Ohne Werbung, ohne Tracking, aber mit ganz viel Herz 💛

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