Enstilar – was ist das und wie wird es angewendet?

Enstilar

Enstilar ist ein Schaum zur Behandlung der Schuppenflechte. Er enthält die Wirkstoffe Calcipotriol und Betamethason – ist quasi das aufgeschäumte Daivobet oder Xamiol. Er ist seit dem 1. Juli 2016 auf dem Markt.

Das Medikament ist rezeptpflichtig und für Patienten ab 18 Jahren zugelassen. Gedacht ist er für die Behandlung der Psoriasis vulgaris bei Erwachsenen am Körper.

Enstilar

Die wissenschaftlichen Daten für den Zulassungsantrag lieferten mehrere Studien. Eine solche mit dem Namen „PSO-FAST“ beschäftigte sich mit der Wirksamkeit, der Sicherheit, der Linderung des Juckreizes und der Verbesserung des Schlafes. Dabei wurde Enstilar über vier Wochen angewendet. Die Ergebnisse sind unseres Wissens nach noch nirgends veröffentlicht.

Für eine andere wurden 37 Patienten behandelt. Die Forscher maßen, wie rot, schuppig und dick die Stellen nach vier Wochen waren. Außerdem interessierte sie sich für die Dicke der Haut insgesamt. Am Ende schlug der neue Schaum die Salbe mit den gleichen Wirkstoffen auf dem Rennen. 11 Patienten meldeten insgesamt 17 Nebenwirkungen – am häufigsten Kopfschmerzen. Auf der Haut gab es nach Angaben der Wissenschaftler keine Nebenwirkungen.

In einer weiteren Studie (siehe Quelle 2) konzentrierten sich Forscher auf die Sicherheit – sprich: ob der Schaum negativ auf die Nebennieren und den Kalzium-Haushalt der Patienten wirkt. Das Ergebnis: Beides geschieht nicht.

Eine negative Wirkung auf den Kalziumhaushalts des Körpers ist zum Beispiel bei Daivobet eine der möglichen Nebenwirkungen, auf die Patienten und Ärzte im Beipackzettel hingewiesen werden.

Schäume gibt es auch in der Behandlung der Psoriasis bereits: Clarelux ist ein Beispiel dafür. Darin arbeitet jedoch ausschließlich ein Kortison, nämlich Clobetasol Propionate. Und: Enstilar ist vorrangig nicht für die Behandlung der Kopfhaut gedacht, sondern für Stellen am Körper.

Anwendung von Enstilar

Das Medikament wird einmal am Tag mit einem Dreisatz angewendet: – schütteln, sprühen, verreiben 😉

Nach dem Schütteln soll Enstilar aus einem Abstand von 3 cm auf die Haut gesprüht werden. Die Dose muss dabei nicht kerzengerade nach oben gehalten werden – alles außer waagerecht sollte funktionieren.

Nach der Anwendung des Schaums sollten die Hände gewaschen werden. Das gilt natürlich nicht, wenn die Hände das Ziel des Medikamentes sind. Nach dem Auftragen von Enstilar sollte man auch nicht gleich duschen oder baden – klingt irgendwie logisch.

Wer Enstilar nicht anwenden sollte

Der Schaum sollte nicht zum Einsatz kommen, wenn jemand

  • eine erythrodermische oder pustulöse Psoriasis hat
  • eine Störung des Kalziumstoffwechsels hat
  • virusbedingte, mykotische oder bakterielle Haut-Stellen hat – beispielsweise einen Herpes
  • andere Hauterkrankungen wie Ichthyose, Akne vulgaris, Rosacea, Ulzera und Wunden hat

Im Prinzip gilt dann immer: Das soll ein Arzt entscheiden. Das ist auch in der Schwangerschaft oder der Stillzeit der Fall. In der Schwangerschaft sollte Enstilar nur zum Einsatz kommen, wenn der potenzielle Nutzen das potenzielle Risiko rechtfertigt. Stillende Frauen sollten Vorsicht walten lassen. Auf jeden Fall soll Enstilar während der Stillzeit nicht auf die Brust aufgetragen werdem.

In unserem Forum können gern Erfahrungen mit dem Medikament ausgetauscht werden.

 

Quellen

  1. Efficacy of an Innovative Aerosol Foam Formulation of Fixed Combination Calcipotriol plus Betamethasone Dipropionate in Patients with Psoriasis Vulgaris“ von Catherine Queille-Roussel et.al. in: „Clinical Drug Investigation“, April 2015
  2. Fixed combination aerosol foam calcipotriene 0.005% (CAL) plus betamethasone dipropionate 0.064% (BD) exhibits no impact on the HPA axis and calcium homeostasis in patients with extensive psoriasis vulgaris: a multicentre, single-arm, phase 2, 4-week MUSE study“ von Victoria Taraska et.al., vorgestellt beim Las Vegas Dermatology seminar, Herbst 2014
  3. Advances in the Treatment of Psoriasis Vulgaris and Actinic Keratosis“ (Zusammenstellung mehrerer Arbeiten zu Calcipotriol und Betamethason)
  4. Pressemitteilung des Herstellers

Bildquellen

  • Enstilar: Hersteller
  • Enstilar: Hersteller
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Über Claudia Liebram 273 Artikel
Claudia Liebram ist Berlinerin mit Leib und Seele. Dort arbeitet sie als Redakteurin. Ihre Psoriasis begann, als sie 3 Jahre alt war – viel Erfahrung also, die sie weitergeben kann.

15 Kommentare

    • Danke, endlich kann ich mich wieder im Spiegel anschauen. Sehr schnelle Wirsamkeit. Einfach fantastisch. Hoffentlich bleibt es so!

  1. Ich verwende seit etwa 6 Wochen den neuen Enstilar-Schaum auf meiner Kopfhaut und muss sagen: Ich bin sprachlos und begeistert, wie sich meine Kopfhaut nach 16 qualvollen Jahren erholt hat. Was habe ich alles probiert in den langen Jahren, sogar ein Lichtkamm und eine Reha-Kur in Prerow. Alles war sehr teuer – und die vielen Mittel… Nichts hat geholfen. Ich war verzweifelt!

    Die Kopfhaut juckt nicht mehr, sieht normal aus. Nach Tagen ganz ohne Behandlung kommen wieder ganz wenig kleine Schüppchen, dann spray ich alle drei tage abends wieder ein. Sehr bequem ist die Handhabung. Allerdings fetthaltig. Ich muss am nächsten morgen 2 mal waschen. Und es wird immer besser! Toll, ein hervorragendes mittel. Ich bemerke keine Nebenwirkungen und die Spraydose ist noch halbvoll.
    mein hautarzt wollte mir das mittel erst nicht verschreiben…weil es 96.- euro
    kostet…die barmer e.k. hat bezahlt…nun dieser erfolg…da spart die kasse endlos!!!
    IHR LEIDTRAGENDEN PSORIASISKRANKEN…macht einen versuch…es lohnt sich !!!

    • Hallo Ursula. Ich hab langes Haar und hab die Anwendung des Schaumes nach einmaliger Anwendung über Nacht direkt wieder eingestellt, weil es fast eine Woche gedauert hat bis ich die fettigen Überreste wieder aus meinem Haar hatte. Kannst du mir ein Shampoo empfehlen oder sonst was, wie man den Schaum schneller/besser wieder aus den Haaren bekommt. Geholfen hat er bei mir nämlich tatsächlich auch sensationell gut, aber das bringt ja auch alles nix, wenn ich dann eine Woche lang danach fettiges Haar hab.
      Liebe Grüße.

  2. Hallo.Ich habe Psoriasis Pustulosa,und der Arzt in der Uniklinik Hautklinik hat mir Enstilar verschrieben.Nun lese ich „hier“ das Enstilar,darf nicht bei Psoriasis Pustulosa angewendet werden darf!! Was ist nun richtig??

    • Hallo Lea,
      Enstilar ist unseres Wissens vor allem für den Einsatz am Körper gedacht. In der Fachinformation ist über eine Anwendung in einer bestimmten Körperregion nichts zu finden. Für den Kopf würden wir eher an so etwas wie das Daivobet Gel denken – darüber sollte Dich Dein Arzt beraten können.

      Da Du den Schaum ja aber nun mal hast…: Bei anderen derartigen Schäumen jedenfalls wird oft eine Anwendung über Nacht empfohlen. Schreib mal bei Gelegenheit, wie Du mit Enstilar zurechtkommst.

      Viele Grüße

  3. Hallo, ich verwende Enstilar seit kurzem und die Schuppenflechte verschwindet tatsächlich. Mir hat auch Daivonex geholfen, aber nicht so gut, wie der Schaum. Ich vermute, es liegt daran, dass der Schaum aufgrund der Zusammensetzung (sehr fettig) viel länger auf der Haut bleibt, auch über Nacht, trotz Kontakt mit der Bettwäsche. Bei Daivonex hatte ich beim Cremen das Gefühl, dass die Creme recht rasch wieder (durch Kleidung etc.) von der Haut weg ist. Auf jeden Fall empfehlenswert.

  4. Hallo , ich kann es nur bestätigen das dieser Schaum Enstilar wirklich hilft. Ich benutze ihn seit 14 Tagen und es heilt alles sensationell toll ab. Ich habe seit 20 Jahren schuppenflechte und es war nie ganz so schlimm, dieses Jahr wurde es extrem schlimm an den Beinen und Händen , es geht wirklich alles weg.
    Monika

  5. hallo war fast ein jahr schuppenfrei und jetzt ist es doppelt so schlimm gekommen habe gestern von meiner ärztin enstilar bekommen hoffe das es linderung gibt angelika

  6. Hallo, seit einer Woche verwende ich Enstilar und habe großen Erfolg damit (endlich!!!). Die Stellen am ganzen Körper heilen ab und verschwinden. Der Schaum wirkt erheblich besser als die Daivobet-Salbe, ist aber sehr fettig. Ich hoffe, das die beschwerdearme/-freie Zeit lange anhält. Enstilar ist auf jeden Fall zu empfehlen.

  7. Ich habe schon alle salbenartige Präparate durch. Das letzte war Daivobet. Die Schuppung ist zwar zurückgegangen, aber gänzlich weg habe ich die befallenen Stellen damit nicht bekommen. Daher war immer eine Endbehandlung mit Dermoxin von Nöten. Jetzt behandele ich mich drei Wochen mit Endstilar und bin begeistert. Einen derartigen Erfolg, nach so kurzer Zeit, habe ich noch nicht erlebt.

  8. Hallo Leute,
    ich bin seit ca. 10 Jahren mit diesen Proplem von einen zum anderen Hautartzt gerent ein test nach dem anderen und nichts hat wirklich geholfen.Und das wirklich schlimme daran ist die Hautärtzte sind nur geneigt Kortison zu geben mag sein das es anscheinend ein alzwekmittel ist nur erfolg los.
    Jetzt habe ich am Montag einen termien in der Hautklinik herspruck gehabt und da hat mann mich das erste mal richtig behandelt,ich habe die schaumdose bekommen Ensilar und ich sage jeden das ist der hammer 4 tage und meine stellen am Kopf Arme und füße sind so gut verheilt das ist unglaublich. Ich wünsche jeden das er das Präperat ausprobier der damit zu kämpfen hat. MFG

  9. Benutze seit 2 Monaten Enstilar und bin auch von der Wirkung überzeugt. Ich habe vorher viele Jahre Psorcutan- und Daivobet-Salbe angewendet.
    Negativ ist für mich die Dosierbarkeit und Streuung der Sprühdose. Das bedeutet Verschwendung von teuren Wirkstoff und mühsame Reinigung der Umgebung.
    Ich hoffe dringend, dass Enstilar auch als Salbe auf den Markt kommt.

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